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Betreuungsbüro in Bad Münstereifel schließt – „Haus Sonne e.V.“ muss sich von einer sozialen Sparte trennen

Bad Münstereifel/Kreis Euskirchen – Das Büro für Betreuung von „Haus Sonne e.V.“ in der Trierer Straße in Bad Münstereifel schließt zum Jahresende. Ein kritischer Aspekt war sicherlich der jährliche Zuschussbedarf, der zuletzt sprunghaft angestiegen war. „Die Vergütungen vom Kreis und vom Land sind eher gering im Vergleich zu den enorm gestiegenen Kosten der letzten beiden Jahre“, erklärte Thomas Hochgürtel aus Sicht des Controllings des Trägervereins.

„Wir mussten uns schweren Herzens gegen eine Aufrechterhaltung des Angebots der gesetzlichen Betreuung und der Unterstützung von ehrenamtlichen Betreuern entscheiden“, sagte Hardy Kremer, der langjährige Geschäftsführer von „Haus Sonne e.V.“ und gemeinnütziger Gesellschaft (gGmbH). „Vom Profil her hat das Betreuungsbüro seit 1998 gut in unser soziales Angebot gepasst“, unterstreicht Thomas Hochgürtel bedauernd.

Gekümmert wird sich im Betreuungsbüro um Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr oder nur teilweise eigenständig regeln können. Der gemeinnützige Betreuungsverein Haus Sonne e.V. begleitet zur Zeit noch 120 Menschen, die krankheitsbedingt auf unterschiedliche Hilfen angewiesen sind, z.B. bei Vermögenssorge, Gesundheitsfürsorge, Behördenangelegenheiten oder auf anderen vom Gericht festgelegten Aufgabenfeldern.

Möglicherweise Wohngruppen

Die annährend 120 Betreuten werden ab 1. Januar 2024 teilweise weiter von ihren bisherigen Betreuern begleitet, die zu anderen Betreuungsvereinen wechseln. Lediglich für 35 der bislang vom Verein „Haus Sonne“ Betreuten muss die Kreisbetreuungsbehörde Euskirchen neue gesetzliche Betreuer finden. Vier der fünf bisherigen Mitarbeiter des Betreuungsbüros wechseln zu anderen Trägern oder auch die Branche bzw. das Tätigkeitsfeld, ein Mitarbeiter bleibt mit anderer Tätigkeit im Wohnverbund „Haus Sonne“.

Die Räumlichkeiten im Haus an der Trierer Straße in Bad Münstereifel, die bislang vom Betreuungsbüro genutzt wurden, wollen Hardy Kremer, Maike Seidenfaden und Thomas Hochgürtel weiterhin für den Wohn- und Betreuungsverbund „Haus Sonne“ nutzen, möglicherweise als Wohnungen. Der gemeinnützige Verein, beziehungsweise die gemeinnützige GmbH beherbergen und betreuen mit 50 Mitarbeitern insgesamt über 70 Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen und/oder Suchterkrankung.

Und zwar in den Häusern „Sonne“ in Schönau (22 Plätze) und „Maria“ in Bad Münstereifel (ebenfalls 22 Plätze), darüber hinaus in dezentralen Wohngruppen. Dabei handelt es sich um „Intensiv Ambulant Betreutes Wohnen“ in Bad Münstereifel-Schönau mit zehn Plätzen und fünf „Anbieterverantwortete Wohngemeinschaften“ in Nöthen, Bad Münstereifel und Nettersheim-Pesch mit insgesamt 17 Plätzen. Ambulante Hilfen in der eigenen Wohnung der Betroffenen leistet das Haus Sonne-Team für aktuell sechs Personen.

Ebenfalls im sozialen Angebot des auf Privatinitiative zurückgehenden Verbundes „Haus Sonne“ vervollständigen tagesstrukturierende Angebote, Soziotherapie und Servicewohnen für Senioren in der Münstereifeler Kernstadt in der Werther Straße und „Auf der Komm“ mit insgesamt 22 Wohneinheiten das Angebot. Bis auf das Betreuungsbüro bleiben alle Angebote erhalten.

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Instagram-Kleinstadt-Ranking – Stadt Mayen liegt auf Platz 20

Mayen – Die Stadt Mayen ist in diesem Jahr mit dem Instagram Kleinstadt Award 2023 ausgezeichnet worden. Die Jury für diese Auszeichnung hat deutschlandweit 1.045 charmante Kleinstädte unter die Lupe genommen und Mayen hat im Instagram-Kleinstadt-Ranking einen tollen 20. Platz erreicht. Die Stadt Mayen ist mit dem Hashtag #mayen zu Recht stolz auf diese sehr gute Platzierung, denn Mayen hat wirklich eine Menge zu bieten sowohl für Bürger*innen als auch für Besucher*innen.

Zahlreiche historische Gebäude umrahmen den großzügigen Marktplatz, der immer wieder Veranstaltungsort für verschiedenste Events ist. Besonderes Schmuckstück ist das Alte Rathaus aus dem 18. Jahrhundert, das den Zweiten Weltkrieg weitestgehend zerstörungsfrei überlebt hat. Auch das malerische Brückenviertel mit seinen wunderschönen historischen Gebäuden ist immer wieder ein beliebtes Fotomotiv.

Zahlreiche Kirchen wie die Herz-Jesu-Kirche oder die St. Clemenskirche mit ihrem schiefen Turm und natürlich das Wahrzeichen der Stadt, die weit sichtbare, eindrucksvolle Genovevaburg sorgen dafür, dass Mayen die Konkurrenz bei den Kleinstädten hinter sich lässt und viele wunderschöne Motive für Hobbyfotograf*innen bietet. Ein Besuch der Mayener Innenstadt lohnt sich also auf jeden Fall!

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Süßer Advent in Jülich – Limitierter Schokoladen-Adventskalender 2023 ab sofort erhältlich

Jülich – Pünktlich zum 1. Dezember öffnet sich das erste Türchen der Adventskalender. Wer noch keinen hat, kann im Rathaus an der Infotheke und auf dem Weihnachtsmarkt ein besonderes Exemplar erwerben.

Das Amt für Stadtmarketing hat innerhalb der Aktion „Jülich im Advent“ auch in diesem Jahr eine streng limitierte Auflage von 100 Schokoladenadventskalendern produzieren lassen. In Kooperation mit dem Verein indeland Tourismus e.V. wurden dafür die Jülicher Seiten des indeland-Wimmelbuchs mit der kindgerechten Illustration markanter Sehenswürdigkeiten umgesetzt.

Die Kalender sind nicht nur mit regional produzierter Lindt-Schokolade gefüllt, sondern haben ein komplett plastikfreies Innenteil, so dass der Kalender nach Ablauf in einem Stück dem Altpapier zugeführt werden kann. Das Sponsoring haben die Jülicher Wellpappenfabrik Smurfit Kappa – für den Kalender als Vollkarton – sowie die Zuckerfabrik Fa. Pfeifer & Langen – für die Füllung mit süßer Schokolade – gerne übernommen.

Das Motiv stammt aus der Kollektion der Souvenirs innerhalb der Aktion „Jülich im Advent“. „Für die Weihnachtszeit sind weitere Produkte geplant, um den Bürgerinnen und Bürgern in diesem Jahr wieder die Möglichkeit zu geben, kleine Geschenke von Jülichern und für Jülicher erwerben zu können“, so Gisa Stein vom Amt für Stadtmarketing. Ab sofort sind die Kalender an der Infotheke im Neuen Rathaus, am Samstag in der Tourist Information oder ab 17. November auf dem Weihnachtsmarkt für 10 Euro erhältlich.

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Dr. Alexander Holz erhält die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens in Jülich

Jülich/Düren – Landrat Wolfgang Spelthahn hat stellvertretend für den Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens an Dr. Alexander Holz aus Barmen in Jülich überreicht. Bei der Feierstunde im Jülicher Rathaus wurde der 40-Jährige für sein Engagement vor Freunden, Familie und Wegbegleitern geehrt.

Seit seinem 21. Lebensjahr trägt er die Geschichte seines Heimatortes Barmen zusammen, um sie an die jetzige und an folgende Generationen weiterzugeben. „Ihre Arbeit ist nicht nur Aushängeschild für Barmen, Jülich und den Kreis Düren, sondern für die gesamte Bundesrepublik“, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn. „Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Engagement und fühle mich geehrt, diese Auszeichnung überreichen zu dürfen.“

Im Fokus von Holz‘ Arbeit stehen Werke zur NS-Zeit des Ortes und Werke über den Zweiten Weltkrieg in seiner Heimat. Aufwendige und zeitintensive Recherchearbeiten auf Grundlage seines Privatarchivs, der Unterlagen im Stadtarchiv Jülich, zahlreicher Privathaushalte sowie Gespräche mit Zeitzeugen verdeutlichen, wie gründlich er sich mit der Geschichte auseinandersetzt. Es zeigt zudem, wie viel (ehrenamtliche) Arbeit in seine Publikation „Als der Krieg nach Barmen kam“ floss. Seine Publikationen, die wissenschaftlichen Standards entsprechen, hat Dr. Alexander Holz größtenteils selbst finanziert.

„Es ist sehr wichtig, dass wir unsere eigene Geschichte kennen“, sagte Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs und spricht damit auch die historische Bedeutung des Tages dieser Verleihung an, den 9. November. „Ich schätze die Arbeit von Alexander Holz und ihn als Menschen sehr. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung.“

Seit 2021 ist Dr. Alexander Holz Vorsitzender des neu gegründeten Vereins „Freunde und Förderer der Geschichte Barmens“, zudem ist er in vielen weiteren örtlichen Vereinen engagiert. Dr. Alexander Holz ist hauptberuflich Lehrer für Deutsch und Geschichte am Gymnasium. Seit seiner Kindheit interessiert er sich für Geschichte, beim Altpapiersammeln entdeckte er alte Fotoalben aus der Kriegszeit und konnte sie nicht mehr loslassen, wie er in seiner Dankesrede berichtet. „Mein innerer Antrieb für meine Arbeit ist, dass ich meinen Heimatort und das Leben hier bereichern möchte. Es ist mir ein großes Bedürfnis, die Liebe zu Barmen und das Gefühl, dass ich hier gerne lebe, zu teilen und weiterzutragen“, sagte er und bedankte sich bei seinen Freunden und seiner ganzen Familie. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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Stadt Meckenheim erinnert an die Reichspogromnacht 1938

Meckenheim – Gedenkstunde am Synagogenplatz und Schweigemarsch zum Jüdischen Friedhof – In einer ergreifenden und würdevollen Gedenkstunde hat die Stadt Meckenheim an die Zerstörung und Brandschatzung von jüdischen Synagogen, Geschäften und Häusern am 9. November 1938 erinnert.

In der Reichspogromnacht richtete sich die von den Nationalsozialisten entfachte und gelenkte Gewalt gegen Menschen jüdischen Glaubens. Sie wurden gedemütigt, verhaftet und verschleppt. Allein 30.000 Jüdinnen und Juden wurden im Zuge der Pogromnacht interniert. Einige von ihnen mussten ihren Glauben mit dem Tod bezahlen. Neben Bürgermeister Holger Jung und Dr. Margret Traub, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Bonn, richteten sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und Q1 des Meckenheimer Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit eindringlichen Texten und Zeitzeugenberichten an die rund 200 Bürgerinnen und Bürger, die sich zum gemeinsamen Erinnern am Gedenkstein am Synagogenplatz eingefunden hatten.

„Der 9. November ist ein Tag, der uns alle mit tiefem Schmerz erfüllt“, sagte Holger Jung. Damals habe das NS-Regime endgültig seine Maske abgesetzt. „Zum Vorschein trat eine böse, menschenverachtende Fratze voller Abscheu und Hass.“ Der Bürgermeister ging auf die willkürlich verübte, offene Gewalt vor 85 Jahren ein, ohne die gegenwärtige Situation außer Acht zu lassen. „Angesicht der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten, des fürchterlichen Terrors in Israel und der schrecklichen Bilder, die uns aus dem Gaza-Streifen und der gesamten Region erreichen, ist es mir wichtig, in dieser Gedenkstunde auch an die Opfer dieses Konfliktes zu erinnern und ihrer zu gedenken. Der latent vorhandene oder bereits offen zu Tage tretenden Antisemitismus als Haltung überall auf der Welt wurde in einer nicht für möglich gehaltenen Wucht am 7. Oktober erneut entfacht.“ Er verurteile die barbarischen Anschläge der Hamas auf das Schärfste. „Wir müssen allerdings beim Blick nach vorne versuchen, den Konflikt und seine Folgen – bei aller unmissverständlichen Klarheit unserer Position für Israel und das israelische Volk – auch differenziert zu betrachten. Die Hamas als Terrororganisation spricht eben nicht für alle Palästinenser, weswegen wir das palästinensische Volk auch nicht pauschal in Sippenhaft nehmen dürfen.“ Eines ist für den Bürgermeister aber absolut unverrückbar „und hier gibt es auch nichts zu relativieren: Die Solidarität mit Israel, mit der Integrität des Staates und mit seinem Volk, das ist meine tiefe persönliche Überzeugung, sie ist unverändert deutsche Staatsräson und sie bleibt nicht nur aufgrund unserer historischen Verantwortung ungebrochen!“

Wohin Menschenverachtung und blanker Hass führen, hat die Reichspogromnacht mit ihren fürchterlichen Konsequenzen für die Opfer gezeigt: gewalttätige Ereignisse, die in den Tagen um den 9. November 1938 auch Meckenheim und seine jüdische Bevölkerung erfassten. Holger Jung zeichnete mit bewegenden Worten die Geschichte der 1918 geborenen Minna Mendel, später Minna Pincus, nach. Ein Zeitzeugenbericht, den Dietmar Pertz und die ehemalige Meckenheimer Stadtarchivarin Ingrid Sönnert in ihrem Buch „Ihre Namen werden bleiben!“ ausführlich widergeben. Waren die Mendels wie auch alle anderen Jüdinnen und Juden anfangs noch im Gemeindeleben fest verankert und geachtet, änderte sich die Situation im Zuge der Machtergreifung der Nazis. „Wenn in Hitler-Deutschland zu früher Morgenstunde es an der Haustür schellte, sprang man aus dem Bett, am ganzen Körper zitternd“, zitierte Jung Minna Mendel. Während ihr Vater ins Konzentrationslager Dachau deportiert wurde, tobte der braune Mob im Haus der Mendels. „Die Leute, mit denen meine Eltern und Großeltern zusammengelebt hatten, und die sich in den schweren Zeiten halfen, im Ersten Weltkrieg und danach in der Inflation, jetzt glotzten sie und glotzten – und sagten nichts. Es herrschte ein großes Schweigen, keiner rührte sich, keiner half uns – nur glotzten sie.“

85 Jahre nach der Reichspogromnacht bleibt Bürgermeister Jung besorgt. „Denn hierzulande lädt sich die Stimmung auf, ist der Zusammenhalt der Gesellschaft in Gefahr, wie die jüngst veröffentlichte ‚Mitte-Studie‘ der Friedrich-Ebert-Stiftung mit alarmierenden Ergebnissen verdeutlicht. Laut Erhebung ist der Anteil der Menschen in Deutschland, die ein rechtsextremes Weltbild teilen, von 1,7 Prozent in zwei Jahren auf jetzt 8,3 Prozent sprunghaft angestiegen.“ Demnach hat jeder zwölfte Erwachsene ein rechtsextremes Weltbild, mehr als sechs Prozent befürworten gar eine Diktatur mit einer einzigen starken Partei und einem Führer für Deutschland. 16 Prozent sind Ausländerinnen und Ausländernn gegenüber negativ eingestellt. „Nachdenklich und besorgniserregend stimmt auch die Umfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Demnach sorgen sich die KZ-Gedenkstätten wegen zunehmender Fälle von Vandalismus, Schmierereien und feindseliger Äußerungen. Nahezu wöchentlich werden Vorfälle zur Anzeige gebracht“, so Holger Jung.

Eindringlich appellierte der Bürgermeister: „Es liegt in unserer Verantwortung, die Erinnerung an das Novemberpogrom wachzuhalten und aus der Geschichte zu lernen. Wir müssen uns gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung erheben. Es ist unsere Pflicht, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Toleranz, Respekt und Mitgefühl die Grundpfeiler sind. Eine Gesellschaft, in der jeder Mensch unabhängig seiner Herkunft, seinem Glauben oder seiner Kultur frei und sicher leben kann.“ Jede Einzelne, jeder Einzelne von uns könne einen Unterschied machen. „Seien Sie wachsam und beziehen Sie immer dann eindeutig Stellung, wenn Ihnen Antisemitismus, dumpfe Vorurteile gegen Religionen, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus begegnen. Erheben Sie Ihre Stimme und zeigen Sie klare Kante. Machen Sie sich stark für Toleranz und Respekt – in allen Bereichen des Lebens: in Ihren Familien, im Freundeskreis, im Beruf, in der Freizeit und im Alltag.“

Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Bonn, Dr. Margret Traub, nannte die Reichspogromnacht „Verrat am europäischen Judentum. Es war eine Explosion einzigartiger Brutalität und – wie Thomas Mann sagte – der Zeitpunkt, wo die Grenzen des Deutschen Reiches ein brennender Kreis geworden waren, hinter dem es nur ‚Vernichtung‘ gab.“ Zugleich mahnte sie: „Unsere Demokratie hat Faschismus und Nationalismus überwunden, einzig der Antisemitismus ist geblieben. Er ist wie ein Virus, das reaktiviert wurde, weg vom traditionellen Antisemitismus vergangener Jahrhunderte, mutiert zu einer neuen Form, die sich in einer schein-humanistischen Einstellung zeigt, gepaart mit islamistischem Fundamentalismus und antisemitischen Klischees.“

Im Anschluss an die Kranzniederlegung setzte sich der Schweigemarsch zum Jüdischen Friedhof in Bewegung. Dort endete die würdevolle Gedenkveranstaltung der Stadt Meckenheim mit dem Gebetsvortrag von Oleg Holoborodski, Vertreter der jüdischen Gemeinde.

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Cyberangriff auf die SIT – Weiterhin gravierende Auswirkungen auf Dienstleistungen der Stadt Euskirchen

Euskirchen – Nach wie vor ist die Stadt Euskirchen aufgrund des Cyberangriffs auf das Rechenzentrum Südwestfalen-IT (SIT) nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig und kann viele wichtige Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger nicht anbieten. Diese merken dies insbesondere im Bürgerbüro, wo keinerlei Melde- und Passangelegenheiten bearbeitet werden können sowie im Standesamt, wo Geburten und Sterbefälle zwar analog registriert und bescheinigt, jedoch keine Urkunden ausgestellt werden können, die für die Rechtsverbindlichkeit vorgeschrieben und zur Vorlage bei verschiedenen Stellen erforderlich sind. Dies gilt auch für Eheschließungen.

Auch ist es aufgrund des nicht zur Verfügung stehenden Fachverfahrens nicht möglich, Wohngeldfälle aktuell zu bearbeiten und daher auch nicht zahlbar zu machen.

Da auch die Finanzsoftware betroffen ist, werden zum Stichtag 15.11. keine Grundbesitzabgaben eingezogen. Dies wird nachgeholt, sobald das Fachverfahren wieder zur Verfügung steht. Davon unberührt sind selbstverständlich die Abgabenpflichtigen, die eigenständig über-weisen.

In allen betroffenen Bereichen wird versucht, Alternativen für die Bearbeitung zu schaffen, um den Bürgerinnen und Bürgern möglichst viele Dienstleistungen zeitnah wieder zur Verfügung zu stellen. Um diesen Prozess nicht zu behindern, bittet die Verwaltung darum, von Nachfragen z.B. zu Bearbeitungsständen von Anträgen abzusehen.

„Die Stadt Euskirchen bedauert diese Einschränkungen sehr, hat jedoch keine Möglichkeit die Situation kurzfristig zu ändern.“ so Bürgermeister Sacha Reichelt. „Insofern bitte ich die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für die Situation. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den betroffenen Bereichen tun alles, was ihnen möglich ist, sind der Situation aber ebenso ausgeliefert wie Sie, da es sich um einen Angriff auf unseren Dienstleister handelte und uns daher selbst die Hände gebunden sind.“

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Zahlreiche Alsdorferinnen und Alsdorfer gedenken am Ort der ehemaligen Synagoge

Alsdorf – Große Anteilnahme bei Wind und Wetter – Zahlreiche Menschen haben auch in Alsdorf den Ereignissen der Reichspogromnacht, der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, gedacht. Bei der von den Nationalsozialisten befeuerten Zerstörung jüdischer Einrichtungen und Geschäfte wurde auch die Synagoge an der Hoengener Schillerstraße zerstört.

Trotz des starken Regens begrüßte Bürgermeister Alfred Sonders gemeinsam mit seinem Stellvertreter Friedhelm Krämer viele Menschen, die nicht nur den Schrecken von einst mit einer Schweigeminute gedachten, sondern auch den aktuellen Ereignissen in Israel und Gaza. „Wir sehen uns in unserem klaren Bekenntnis zu Israel derzeit herausgefordert von Stimmen, die dem jüdischen Volk die Schuld an den Ereignissen zuweisen wollen und die die Menschen geradezu verhöhnen, die in diesem von Terroristen ausgelösten Krieg auf israelischer Seite gestorben sind.

Mich schmerzen die Bilder, die wir dieser Tage von Demonstrationen in Berlin und auch aus London, New York und anderen Großstädten sehen und die von so viel Ignoranz und Hass geprägt sind“, sagte Sonders. Gleichzeitig „können die Bilder der leidenden Menschen in Gaza niemanden kalt lassen. Sie werden von der Hamas, die ja vorgibt im Interesse dieser Menschen zu handeln, als Schutzschild benutzt! Auch deshalb stehen wir heute hier. Um vor allem den jungen Menschen zu zeigen, dass man sich mit wachem Verstand mit dem auseinandersetzen muss, was damals passiert ist und auch stets besonnen bleiben muss, was aktuelle Entwicklungen betrifft!“

Auch mit einer Kranzniederlegung auf dem Gedenkstein vor dem Ort der ehemaligen Synagoge brachte Sonders das Gedenken zum Ausdruck. Begleitet wurde die Gedenkveranstaltung von einer Ehrenwache der Feuerwehr und der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Hoengen sowie einer Reflexion von Pfarrerin Annegret Helmer und Pastoralreferentin Bärbel Schumacher.

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Happy Birthday – 10 Jahre ENEWA in Wachtberg

Wachtberg – Ein mutiger Schritt für eine kleine Gemeinde – Ein eigenes Energieunternehmen für Wachtberg? Als Wachtbergs damaliger Bürgermeister Theo Hüffel diese Idee erstmals präsentierte, sei er belächelt worden. Nervös hingegen hätten die lokalen Energieversorger reagiert. Das kleine Wachtberg? Es wird doch nicht etwa…?

Doch, das kleine Wachtberg hat! Es hat sich getraut. Der Weg dahin war zwar alles andere als leicht, ausgesprochen langwierig und mit vielerlei Herausforderungen gespickt, aber es hat sich gelohnt. In den vergangenen zehn Jahren ist die enewa zu einer Wachtberger Erfolgsgeschichte geworden. Auf der kleinen Geburtstagsfeier, zu der die enewa jüngst in den Köllenhof in Ließem eingeladen hatte, ließen einstige und jetzige Beteiligte diese Zeit nochmal Revue passieren. Und so folgte auf einen Rückblick auf die bewegte Gründungszeit, bis die enewa – Energie + Wasser Wachtberg GmbH 2013 endlich an den Start gehen konnte, und wie sich das Unternehmen seitdem entwickelt hat, auch ein Ausblick auf die Aufgaben der Zukunft.

Ein wichtiger Akteur – die enewa

Bürgermeister Jörg Schmidt gratulierte der enewa, die er als wichtigen Akteur in der Gemeinde bezeichnete, zu ihrem Jubiläum. Persönlich besonders dankte er den Geschäftsführern Kai Birkner und Volker Strehl für deren Einsatz. Eine nachhaltige und verlässliche Versorgung mit Energie und Wasser für die Wachtberger Bürgerinnen und Bürger sei seinerzeit das Ziel gewesen. Als Meilenstein nannte Schmidt den Februar 2013, als die STAWAG, die Stadtwerke Aachen AG, als strategischer Partner mit 49-prozentiger Beteiligung in das Projekt mit einstieg. Warum es für eine Kommune wichtig sei, einen eigenen Versorger zu haben, lag für Schmidt auf der Hand: ein direkter Ansprechpartner vor Ort, Seriosität und Verlässlichkeit, langfristige Energie- und Wasserversorgung, sichere und stabile Preise. Strom von der enewa wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen. „Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz! Würden alle Wachtberger enewa-Strom beziehen, hätten wir das Klimaziel beim Strom schon erreicht,“ begeisterte sich Schmidt. In enger Zusammenarbeit von enewa und Verwaltung würden Maßnahmen zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung umgesetzt. Beispielhaft nannte er Photovoltaikanlagen (PV), das Pacht-Angebot von PV-Anlagen und die anstehende Wärmeplanung für Wachtberg. Ebenfalls von enewa betrieben – das Hallenbad. Nach Sanierung und Einbau eines Blockheizkraftwerks sind die Besucherzahlen stetig gestiegen. Infrastrukturell hat die enewa zudem öffentliche Ladesäulen für E-Autos gebaut, in Kürze sollen zwei Schnellladesäulen folgen. Mit 51 Prozent der Anteile an enewa profitiert die Gemeinde von den erwirtschafteten Gewinnen und kann so wichtige Investitionen tätigen.

Ziel: Klimaneutralität für Wachtberg

„Energieversorgung muss vor Ort gemacht werden“, war Dr. Christian Becker, Vorstandsvorsitzender der STAWAG, überzeugt. Er bedankte sich nochmals für den Vertrauensvorschuss von damals und umriss kurz die enewa-Gründung. Es sei ein Konzept vieler einzelner Schritte gewesen. Sichtlich stolz zeigte er sich über die erfolgreichen Entwicklungen der letzten zehn Jahre. Dies sei ein Verdienst vieler, der Geschäftsführer, des gesamten enewa-Teams und der Wachtberger Bürgerinnen und Bürger. Nach Strom und Wasser laufen aktuell Verhandlungen zur Übernahme des Gasnetzes, was die Versorgung komplettieren werde. Klimaneutralität für Wachtberg ist das große Ziel!

Für die Bürger da – ein tolles Team

Auch Kai Birkner, Geschäftsführer der enewa, lobte das gute Zusammenwirken vieler und die lokale Verbundenheit. Er erinnerte an Yellow-Strom, das Unternehmen, das Anfang der 2000er Jahre mit Billig-Strom-Kampagnen den Markt aufrüttelte, aber dann doch nicht so erfolgreich war wie gedacht. Marktforscher sahen den Grund hierfür in der fehlenden Kundennähe. Mit der enewa, so Birkner, habe „in Wachtberg die Energieversorgung ihr Zuhause gefunden.“ Die enewa stehe für Kontinuität und Sicherheit, ohne unfaire Klauseln und Lockangebote. „Das funktioniert nur mit einem besonderen Kundenservice, den unsere Mitarbeiter täglich anbieten,“ lobte er das gesamte enewa-Team. Rund 30 Prozent der Wachtbergerinnen und Wachtberger beziehen enewa-Strom, beim Gas sind es 20 Prozent. Die Besucherzahl des Hallenbads hat sich von anfangs 20.000 auf jetzt rund 60.000 erhöht. Seit der Übernahme des Stromnetzes in 2018 und der Übernahme auch des Wassernetzes in Niederbachem 2021 sei der Umsatz von 2,5 Millionen Euro auf mittlerweile 14 Millionen Euro angestiegen, so Birkner. Verluste des Hallenbades können dadurch aufgefangen werden. Einen besonderen Dank richtete er auch an die enewa-Partner: einerseits die STAWAG und RegioNetz, die bei kaufmännischen Arbeiten und Planungen unterstützen, andererseits die Westenergie und e-regio als Dienstleister, die Tag und Nacht bei Störungen bereitstehen. Anspruchsvolle Aufgaben stünden an, richtete er den Blick schließlich nach vorne, der Kauf des Gasnetzes, eine Wärmeplanung für die Gemeinde Wachtberg, Ausbau der Ladeinfrastruktur, weitere PV-Anlagen auf Dächern oder geeigneten größeren Flächen, eine mögliche Biogasanlage… und vieles mehr.

Belächelt, gewarnt – und doch erfolgreich

Theo Hüffel, Ehrenbürgermeister der Gemeinde Wachtberg, erinnerte sich als damaliger Bürgermeister und Ideengeber noch gut an die Anfänge der enewa: Von ungläubigem Staunen über besagtem Belächeln bis hin zu konkreten Warnungen vor der Verantwortung und der Frage, ob es überhaupt rechtlich möglich sei, als kleine Gemeinde einen solchen Schritt zu gehen. Lokale Energieversorger seien aktiv geworden, hätten Kontakt aufgenommen zur Politik vor Ort, er sei sogar aufgefordert worden, sollte es zu einem Beschluss kommen, diesen zu beanstanden, denn der wäre gegen das Wohl der Gemeinde. Dabei ist die Daseinsvorsorge, und dazu zählt auch die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser, eine Pflichtaufgabe. Letztlich hat der Wachtberger Rat mit großer Mehrheit die Gründung eines eigenen Energieversorgungsunternehmens beschlossen. „Ich bin allen, die damals mitgewirkt haben, sehr dankbar. Es war eine mutige und gute Entscheidung“, sagte Hüffel. Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit (heute wichtiger denn je), Nachhaltigkeit, Erreichen der Klimaschutzziele, Rückfluss der Gewinne in die Gemeinde, Bürgernähe – all dies waren einige Punkte der damaligen Zielsetzung. Mit der STAWAG habe man einen kompetenten Partner an seiner Seite bekommen, aber auch das habe nicht allen gefallen. Die unterlegenen Mitbewerber aus der Region legten Vergabebeschwerde ein, die das OLG in Düsseldorf aber schließlich zugunsten Wachtbergs entschied. Eine Episode des Wartens und der Unsicherheit, die Hüffel sehr anschaulich nochmals aufleben ließ.

Zitterpartie zu guter Letzt

Volker Strehl, zweiter enewa-Geschäftsführer, erinnerte sich ebenfalls noch gut an diese Zeit. Zum 1. Januar 2013 sollte die enewa an den Start gehen. Solange die Klage beim OLG Düsseldorf anhängig war, war jedoch noch alles offen. Gerichtstermin sollte im Dezember 2012 sein, noch rechtzeitig, aber der wurde dann auf den Januar 2013 verschoben. Hektik habe sich breit gemacht, so Strehl, aber dank Interimslösung habe man zum 1. Januar 2013 den Betrieb aufnehmen können. Das OLG-Urteil kam am 04. Februar 2013, direkt am Folgetag wurden die enewa-Verträge unterzeichnet.

Langwierige Verhandlungen

Altbürgermeisterin Renate Offergeld steuerte ebenfalls das eine oder andere Erlebnis mit der enewa aus ihrer Zeit als Bürgermeisterin bei. Ein Termin 2014 beim Kartellamt in Düsseldorf wegen des Erwerbs des RWE-Stromnetzes war ihr noch lebhaft in Erinnerung, ebenso 2015 die Vertragsunterzeichnung zur Übernahme des Hallenbades. Harte Verhandlungen habe es 2016 mit der Stadt Bonn im Konzessionsverfahren um das Trinkwasser in Niederbachem gegeben, Anfang Januar 2017 war auch das endlich gelungen. Offergeld dankte allen Beteiligten und gratulierte zum Jubiläum mit dem bekannten und so stimmigen enewa-Slogan: „Wir lassen die Kirche im Dorf. Die Energie auch!“ (mm)

 

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Deutsche Weinkönigin erhält IHK-Weincollier in Trier

Region/Trier – Einmal stillhalten, schon sitzt es. Eva Brockmann hat als 75. Deutsche Weinkönigin das Weincollier der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier erhalten. Dirk Richter, Vorsitzender des IHK-Weinausschusses, überreichte das Schmuckstück während der Sitzung des IHK-Weinausschusses im Weingut Dr. Loosen in Bernkastel-Kues.

Die 24-jährige Weinmajestät aus Franken freute sich sichtlich über den neuen Halsreif: „Das Collier ist wunderschön, ganz große Handwerkskunst. Es ist für mich eine Ehre, dass ich es als 75. Deutsche Weinkönigin tragen darf. So vielen hatten es schon vor mir, so viele Erinnerungen und Erlebnisse sind damit verbunden. Ich freue mich, dass meine nun dazukommen dürfen.“ Auf der Rückseite des Colliers sind die Namen aller Weinhoheiten eingraviert, die es zuvor tragen durften. Brockmann ist die 40. Deutsche Weinkönigin, die das Schmuckstück erhalten hat.

Ein Jahr lang vertritt sie nun die rund 20.000 deutschen Winzer der 13 Anbaugebiete und nimmt im Normalfall mehr als 200 Termine im In- und Ausland wahr. Das Weincollier wird ihr dabei ein strahlender Begleiter sein. Vielleicht lässt sich das Tragen des Colliers auch mit ihrem Wunsch verbinden. „Ich würde gerne einmal das Restaurant „Le Bernardin“ in New York besuchen und den Weinempfehlungen von Sommelier-Weltmeister Aldo Sahm folgen“, sagt sie.

Das traditionelle Weinrebencollier aus den 80er Jahren hat die IHK Trier im Jahr 2000 durch einen Halsreif aus Gold vom Trierer Goldschmiedemeister Alfred Füting ersetzt. Stifter des Colliers ist der verstorbene Ehrenvorsitzende des IHK-Weinausschusses, Herbert Reh.

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Landrat Saftig verleiht höchste Auszeichnung des Landkreises Mayen-Koblenz

Region/Mayen-Koblenz – Es ist die höchste Auszeichnung, die im Landkreis Mayen-Koblenz verliehen wird: der Wappenteller. Geehrt werden damit traditionell jedes Jahr am 7. November, dem Geburtstag des Landkreises, Persönlichkeiten, die sich in der Region verdient gemacht haben. „Das Beste, das einem Landkreis passieren kann, sind Bürger, die sich für ihre Heimat einsetzen, die sich aufmachen und der Gesellschaft etwas geben wollen. Solche Bürger sind wie ein Juwel in einer Gemeinschaft: Sie strahlen aus, sie erfreuen andere Menschen und mit ihrer Strahlkraft ziehen sie andere Menschen an. Solche Menschen – solche Juwelen – gibt es in MYK in erfreulich hoher Zahl“, sagte Landrat Dr. Alexander Saftig während der Feierstunde im Kreishaus. Als Dank für ihr herausragendes Engagement verlieh er vier Frauen und sieben Männern den Wappenteller des Landkreises.

„Unsere diesjährigen Wappentellerträger beweisen, dass man unseren Kreis mit Engagement, Leidenschaft und ganz viel Herz in den verschiedensten Bereichen unheimlich bereichern und besser machen kann“, betonte der Landrat, der den Wappenteller an Werner Blasweiler aus Mayen, Heribert Hänzgen aus Baar, die Eheleute Helga und Dr. Dieter Knapp aus Dieblich, Gertrud und Gerd Kohlhaas aus Mayen, Agathe Mäurer aus Andernach und Helmut Rohm aus Mülheim-Kärlich überreichte. Mit dem Großen Wappenteller wurden Christian Berentzen aus Rhens sowie Kurt Schmitt aus Mayen und Hedi Thelen aus Plaidt geehrt. Musikalisch begleitet wurde die Verleihung der Wappenteller von jungen und talentierten Musikern der Kreismusikschule.

Der mit dem Wappenteller ausgezeichnete Werner Blasweiler aus Mayen, so hob es der Kreischef hervor, ist ein Mensch, der aus den Bereichen Heimatkunde, Sport und Karneval, insbesondere in Mayen, nicht mehr wegzudenken ist. Von äußerst gefragten Mundart-Stadtführungen durch Mayen, Mundart-Lesungen und dem Schreiben von Mundart-Reden über das Engagement als jahrelanger, ehrenamtlicher Jugendleiter und -trainer im TuS Mayen, SV Rheinland Mayen und TuS Hausen bis hin zum Pressereferenten der RKK und dem Chefredakteur der Verbandszeitschrift „Die Bütt“ sowie dem Buchautor des Taschenbuches „100 Dinge, die man über Mayen wissen muss“. „Werner Blasweiler ist ein Mayener Urgestein und mit seinem unermüdlichen Einsatz, seiner Leidenschaft und seinem ehrlichen, lebensfrohen Charakter hat er sich in den Herzen seiner Mitmenschen verewigt“, lobte Landrat Dr. Saftig. Leider konnte Werner Blasweiler aus terminlichen Gründen nicht persönlich anwesend sein, seine Ehrung wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Als Ortsbürgermeister ist es dem Wappentellerträger Heribert Hänzgen aus Baar seit eh und je eine Herzensangelegenheit, sich für die Anliegen und Interessen der Ortsgemeinde Baar einzusetzen. Seit 1989 ist Hänzgen Mitglied des Gemeinderates der Ortsgemeinde Baar, seit 1999 ist er Ortsbürgermeister. „Mit viel Energie, Leidenschaft und immer mit Augenmaß, zum Wohl unseres Landkreises, der Verbandsgemeinde Vordereifel und insbesondere der Ortsgemeinde Baar sowie der Bürger haben Sie, lieber Herr Hänzgen, sich in der Politik engagiert“, sagte der Kreischef, dem es ein besonderes Anliegen war, zu betonen, wie wichtig und wertvoll das Amt des Ortsbürgermeisters für den Landkreis und für die Gesellschaft ist. In seiner Amtszeit gestaltete Hänzgen die Gemeindepolitik in Baar maßgeblich mit und brachte einiges auf den Weg: So wurden unter anderem insgesamt drei Neubaugebiete mit 48 Bauplätzen erschlossen, es wurde ein Kunstrasenplatz – der Sportpark Baar – gebaut sowie zwei Wanderwege „7 Dörfer Weg“ und der Traumpfad „Wanderather“ geschaffen.

Mit viel Energie und Leidenschaft engagieren sich die Eheleute Helga und Dr. Dieter Knapp aus Dieblich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in ihrer Heimatgemeinde Dieblich. Ihr Einsatz geht aber auch weit über die Landkreisgrenzen hinaus: Immer wieder reisen die beiden in Krisengebiete wie Afghanistan, Nepal oder Tansania. Dort führen Helga und Dr. Dieter Knapp mit einem Team von Ärzten, Chirurgen, Krankenschwestern und Pflegern ehrenamtlich und unentgeltlich Operationen und Behandlungen durch – eine Hilfe, die es für die Menschen in diesen Regionen sonst nicht gibt. Zuletzt gründeten die Eheleute den Verein „Dieblich hilft“. Entstanden ist dieser aus einer Initiative im Rahmen der Ukrainehilfe. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, von durch Katastrophen, Kriege, Gewalt, Krisen, Pandemien, Krankheiten, Diskriminierung oder Verletzungen in Not geratene Menschen zu unterstützen. „Sie, liebe Eheleute Knapp, gehören zu den Frauen und Männern, die das Wort ‚Nächstenliebe‘ leben und in unserer Region Mayen-Koblenz manifestieren. Dafür gebührt Ihnen großer Respekt und Anerkennung“, betonte Landrat Dr. Alexander Saftig.

Gertrud und Gerd Kohlhaas aus Mayen haben sich mit Leib und Seele der Ehrenamtlichkeit verschrieben. Während der Flüchtlingskrise 2015 gründeten sie gemeinsam den Verein „Flüchtlingshilfe im Raum Mayen“. Dieser richtet sich heute vorwiegend an Menschen in der Lebensphase „nach dem Beruf oder kurz vor dessen Ende“, die eine Gelegenheit suchen, eigene Ideen für ein gemeinsames Engagement in der Stadt zu entwickeln und diese in kleinen Gruppen selbst umzusetzen. „Herr Kohlhaas kümmert sich, wie seine ehrenamtlichen Kollegen sagen würden, „mit Liebe zur Genauigkeit“ um die Pflege des Internetauftritts und den Newsletter des Vereins, während Frau Kohlhaas sich der Unterrichtung von Sprachkursen verschrieben hat“, sagte der Landrat und bezeichnete die Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten als eine der bedeutendsten humanitären Herausforderungen unserer Zeit. „Sie erfordert das Engagement und die Solidarität vieler Menschen, die bereit sind, ihre Zeit und Energie in die Unterstützung dieser Menschen zu investieren“, betonte Dr. Saftig und dankte Gerd und Gertrud Kohlhaas herzlich für deren herausragenden Einsatz für die Region.

Getreu dem Motto „Der stete Tropfen höhlt den Stein“ ist Agathe Mäurer aus Andernach bereits jahrelang tatkräftig in der Kommunalpolitik tätig. Die Preisträgerin, die zugleich Vorsitzende der AWO-Ortsgruppe Kell ist, fällt aber nicht nur durch ihr umfassendes politisches und soziales Engagement auf, sondern ist auch ein echter Karnevalsjeck. Ob beim Veilchendienstagsumzug, im Publikum der Karnevalssitzungen oder direkt in der Bütt, ihr Engagement bleibt unerlässlich und zeichnet sich auch in ihren selbstgeschriebenen Büttenreden ab. Neben all dem ist Mäurer Initiatorin und Macherin des Keller Krippenweges, der seit Jahren Tausende Besucher in den Keller Wald lockt. Nicht umsonst bezeichnete Landrat Dr. Saftig Mäurer in seiner Laudatio als „echter Tausendsassa in Sachen Politik, Karneval und Ehrenamt“. „Ihre jahrelange Hingabe und Ihr unermüdlicher Einsatz in den Bereichen Politik und Karneval sind ein inspirierendes Vorbild für uns alle. Sie haben gezeigt, dass es möglich ist, sich in verschiedenen Bereichen gleichzeitig zu engagieren und dabei eine nachhaltige Wirkung zu erzielen“, lobte der Kreischef und gratulierte der Geehrten zur Auszeichnung.

Viele kennen den Wappentellerträger Helmut Rohm aus Mülheim-Kärlich als „echtes Mülheim-Kärlicher-Urgestein“, für den die Förderung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Mittelpunkt seines vielfältigen ehrenamtlichen Wirkens steht. Rohm ist seit mehr als 50 Jahren Mitglied des Vorstandes des damaligen SSV Mülheim und der heutigen SG Mülheim-Kärlich 2000. In dieser Zeit war er abwechselnd als Vorsitzender, zweiter Vorsitzender, Geschäftsführer und Schatzmeister für die Vereine verantwortlich. „Sie haben die rasante sportliche Entwicklung des Vereins bis in die Oberliga sowie die soziale und enorme integrative Entwicklung des Vereins in der Jugendarbeit maßgeblich gefördert. Die SG Mülheim-Kärlich 2000 gehört aktuell zu den führenden Sportvereinen in der Jugendarbeit im nördlichen Rheinland-Pfalz“, sagte der Landrat und machte deutlich, dass dem Geehrten die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schon von Beginn an am Herzen liegt. „Ihre Hingabe und Ihre selbstlose Bereitschaft, Ihre Zeit und Ihre Energie in die Förderung und Unterstützung junger Menschen zu investieren, sind von unschätzbarem Wert und verdienen höchste Anerkennung“, betonte der Kreischef.

Mit dem großen Wappenteller ausgezeichnet wurde Christian Berentzen vom Rhenser Mineralbrunnen aus Rhens. Gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich bot sich ihm im Jahr 2017 die Gelegenheit, den in Not geratenen Rhenser Mineralbrunnen zu kaufen. Beide zögerten nicht lange und verfolgten seitdem das Ziel, den Wasserabfüller sozialer, ökologischer und gesundheitsorientierter zu machen. „Ihr Ziel der Neuausrichtung war es, Rhenser als Traditionsbrunnen mit einer Start-up-Mentalität weiterzuentwickeln. Innovation und Tradition unter einem Dach. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf der Reformulierung und Neuentwicklung von Getränken, mit den Schwerpunkten Reinheit, Gesundheit und Zuckerreduzierung. Und das mit Erfolg: Mittlerweile bietet Ihr Unternehmen ein breites Produktportfolio von hochwertigem Mineralwasser über Bio-AquaPlus-Getränken bis hin zu zuckerreduzierten Limonaden an“, richtete Landrat Dr. Alexander Saftig seine Worte an den Geehrten und dankte für das wertvolle Engagement in der Region Mayen-Koblenz. Der Wappenteller gebührt ebenfalls dem im Frühjahr plötzlich und unerwartet verstorbenen Friedrich Berentzen.

Ebenfalls mit dem Großen Wappenteller des Landkreises ausgezeichnet wurde Kurt Schmitt aus Mayen. In der Funktion als Planer in der Schulabteilung der Kreisverwaltung arbeitete der Geehrte akribisch an Projekten. So initiierte er unter anderem die Installation der Holzhackschnitzelanlage im Schulzentrum Andernach. „Die Installation der Anlage ist ein perfektes Beispiel für Ihre Leistungen, mit denen Sie nicht nur eine umweltfreundliche Lösung geschaffen, sondern auch den Grundstein für nachhaltige Bildung und Umweltbewusstsein gelegt haben. Sie haben immer viele Dinge frühzeitig zu Gunsten des Landkreises vorgedacht und gelenkt, um die Weichen in Richtung Ökologie zu stellen“, sagte Landrat Dr. Alexander Saftig und dankte dem Pionier und Motor der Integrierten Umweltberatung des Landkreises sowie dem Gründungsmitglied des Bau- und Energie Netzwerk Mittelrhein für seinen herausragende Arbeit.

Auch Hedi Thelen aus Plaidt wurde mit dem Großen Wappenteller für ihr außerordentliches politisches Engagement geehrt. Sie trat 1975 der CDU bei. 1991 wurde sie Landesvorstandsmitglied der rheinland-pfälzischen Frauen-Union. Seit 1996 ist sie Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtages und seit 1999 des Verbandsgemeinderates Pellenz. Nach verschiedenen Funktionen in der Frauen-Union wurde Thelen 1997 Mitglied des Bundesvorstandes. Derzeit ist sie Kreisvorsitzende der Frauen-Union Mayen-Koblenz und Bezirksvorsitzende der Frauen-Union Koblenz-Montabaur. „Ihr politisches Engagement geht weit über das Alltägliche hinaus. Sie haben sich stets für die Anliegen und Bedürfnisse der Bürger in unserer Region eingesetzt. Ihre Leidenschaft und Ihr unermüdlicher Einsatz haben dazu beigetragen, positive Veränderungen und Entwicklungen in unserem Landkreis Mayen-Koblenz zu bewirken. Ihre politische Arbeit zeichnet sich nicht nur durch Fachkompetenz aus, sondern auch durch ein tiefes Verständnis für die Anliegen der Menschen. Sie haben zugehört, Veränderungen vorangetrieben und sich für die Belange der Bürger eingesetzt“, betonte der Landrat.