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„Freestyle Euskirchen“ – Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Euskirchen – Bereits zum dritten Mal werden im Rahmen vom Projekt „Freestyle Euskirchen“ Fotografien von Jugendlichen an verschiedenen Stellen in der Stadt ausgestellt. 134 junge Menschen aus Euskirchen und Umgebung haben dabei insgesamt 863 Fotos eingereicht.

Die jungen Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern sowie anderen geladenen Gästen der Stadt Euskirchen. Foto: Ghazanfar Adeli

120 davon wurden nun von einer Jury ausgewählt und können vom 29. Februar bis 30 März in der Stadt bewundert werden. Zu den Ausstellungsorten gehören beispielswiese das Rathaus und die Stadtbibliothek, aber auch Boutiquen und andere Geschäfte haben sich mit Freude bereit erklärt, junger Kunst eine Plattform zu geben. „Es freut mich für Euskirchen sehr, wie viel Kreativität und Initiative in den jungen Menschen unserer Stadt steckt. Die ausgestellten Kunstwerke zeigen auf lebhafte Weise die Blickwinkel einer Generation, die Lust hat sich zu beteiligen, aktiv zu sein und unsere Stadt mitzugestalten. Die „Freestyle“ – Jugendkunstgalerie bietet ihnen hierfür die perfekte Bühne“, fasst Bürgermeister Sacha Reichelt das diesjährige Projekt mit Begeisterung zusammen.

Zum Auftakt der Ausstellung versammelten sich die jungen Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern sowie anderen geladenen Gästen der Stadt Euskirchen zu einer feierlichen Vernissage im Wohnraum der Alten Tuchfabrik in Euskirchen. Zum ersten Mal konnten hier die 120 ausgewählten Kunstwerke der jungen Menschen auf Leinwänden präsentiert und von den knapp 200 Gästen bewundert werden. Die sehr unterschiedlichen Motive spiegelten dabei die vielzähligen Sichtweisen junger Menschen wider, ohne dass es einer weiteren Erläuterung bedurfte. „Es ist immer besonders beeindruckend zu sehen, wie Bilder ganz ohne Sprache wirken und Geschichten erzählen. Sie haben keine Sprachbarriere und schließen somit jeden in das Projekt ein, der Teil davon sein möchte, ganz unabhängig von Herkunft, Alter oder Sprachverstehen“, erfreut sich Projektleitung Xenia Struppe (Ensible e.V.) an den Werken der jungen Menschen. Eine besondere Art der Bildkunst wurde zudem von Schülerinnen und Schülern der Kaplan Kellermann Realschule zur Ausstellung beigesteuert, die sich im Rahmen von besonderen Workshops an der Möglichkeit probierten, digitale Bilder mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellen zu lassen. Zum weiteren Programm des Abends gehörte außerdem, neben der Vorführung von Animationsfilmen, die gemeinschaftlich von Jugendlichen der vier weiterführenden Schulen in Euskirchen erstellt wurden, die Bekanntgabe zweier Werke, die eine besondere Würdigung durch die Jury erfahren sollten. Die Fotos von Elisabeth Galliat (15) und Jonas Michel (13) überzeugten nicht nur durch ihre Motivwahl, sondern auch durch ihre Kreativität. Insgesamt ging an diesem Abend jedoch keiner der jungen Künstlerinnen und Künstler ohne eine Aufmerksamkeit nach Hause. Über 100 Eisgutscheine, 20 Kinogutscheine und eine professionelle Kamera im Gesamtwert von über 1.000 € wurden an die Teilnehmenden ausgegeben.

Das Projekt „Freestyle Euskirchen“ wird gefördert aus dem Programm „Gemeinsam Mehrwert“ des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Es ist eine Jugendkunstgalerie für digitale Fotografie, bei der Jugendliche im Alter von 10-25 Jahren teilnehmen können. Ziel ist es, jungen Menschen die Gelegenheit zu bieten, sich mit ihren Fotos künstlerisch zu beteiligen und mit ihrem eigenen Blick auf die Welt, ihre Stadt aktiv mitzugestalten. Über Ausstellungen in Schaufenstern der Innenstadt und Online-Galerien werden die kreativen Potentiale und die Themen, die die jungen Menschen beschäftigen, sichtbar gemacht. In Fotografie-Workshops mit einer professionellen Fotografin konnten sich die jungen Teilnehmenden einzelner Stufen der weiterführenden Schulen Euskirchen zudem im Vorhinein im Bereich der Fotografie weiterbilden. Durchgeführt wird das Projekt vom Schmallenberger Ensible e.V. – Stützpunkt für Jugendkultur in NRW im Auftrag der Stadt Euskirchen.

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Mechernicher Maler und Bildhauer Günter Preuss stellt ab 3. März in Kölner Galerie aus

Mechernich-Schützendorf/Köln – In der Köln-Kalker Galerie „Kunstmeile Buchforst“ stellt der mit Atelier in Schützendorf wirkende Maler und Bildhauer Günter Preuss (75) vom 3. bis 31. März „Zeichen, Spuren, Symbole, Botschaften“ aus. Die Vernissage findet am Sonntag, 3. März, von 15 bis 18 Uhr in den Räumen der Galerie statt (Mülheimer Straße 320).

In Mechernich hat sich der vielfach fortgebildete Autodidakt unter anderem durch seine Kunstschule und Lehrprojekte an Schulen einen Namen gemacht. Seine größte Skulptur, zwei drei Meter hohe abstrahierte und ineinander verschlungene Torbögen aus Cortenstahl mit einem Durchmesser von 4,70 Meter, befindet sich im Zentrum der Verkehrsinsel am westlichen Stadteingang von Mechernich (Bahnunterführung).

In Köln zeigt der Schützendorfer jetzt abstrakte Gemälde mit experimentellem Charakter. Die Galerie schreibt: „Seine Ideen, durch Zeichen, Spuren und Symbole Inspiration zu finden und zu erfinden und in seine Bilder zu integrieren, sind seine Botschaft an den Betrachter.“

Preuss experimentiere mit den unterschiedlichsten Materialien wie Spachtelmasse, Zement, Kohlenstaub, Bitumen und Bienenwachs und kombiniere dabei moderne und altmeisterliche Lasurtechnik. Gemeinsam seien seinen Bildern bei aller Abstraktion Harmonie und Einklang sowie der Phantasie des Betrachters freien Lauf zu lassen, in den Darstellungen doch auch realistische Formen erkennen zu wollen. Instagram guenter_preuss

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Schrittmacher Festival in Aachen – Joost Meyer im Gespräch zu seiner Ausstellung „Lichtwesen“

Aachen – Im Rahmen des Tanzfestivals Schrittmacher können Interessierte mit dem Aachener Bildhauer Joost Meyer am Freitag, 1. März, um 18.45 Uhr im Foyer der Fabrik Stahlbau Strang, Philipsstraße 2, über seine Werke sprechen. In der Ausstellung „Lichtwesen“ finden die Besucher*innen Skulpturen verschiedener Meeresbewohner vom Hammerhai bis zum Mondfisch „schwebend“ in der alten Fabrikhalle. „Die Formen von Meyers Haien erzählen von der Vergänglichkeit, von dem langsamen Auflösen, vom Verschwinden mit der Zeit. Er macht aus ihnen Geister, Lichtwesen, die schwimmen und schweben zugleich. Ob sie sich uns nähern oder sich von uns entfernen, hängt davon ab, woran wir mehr glauben“, beschreibt der Aachener Künstler Robert Sukrow die Werke des Bildhauers.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. März immer bei Abendvorstellungen des Schrittmacher Festivals in der Fabrik Stahlbau Strang in Aachen kostenfrei zu sehen.

Zum Künstler

Joost Meyer, geboren 1976, studierte Bildhauerei in Aachen bei Prof. Lutz Brockhaus. Die von ihm geschaffenen Kreaturen führen uns unsere Beziehungen und Gefühle zu den Mitgeschöpfen vor Augen. Seit 2021 arbeitet Joost Meyer als PostDoc am Institut für Landschaftsarchitektur der RWTH Aachen. Er initiierte das Projekt Willowprint, um mit einem jungen Team nachhaltige, holzbasierte Lösungen für das Additive Manufacturing zu finden und zu erforschen.

 

 

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Ausstellungs-Eröffnung im Kreishaus Düren – „Licht der Farben“

Düren – Das Kreishaus in Düren verwandelt sich noch bis Freitag, 22. März, in eine Galerie, denn mit der Ausstellung „Licht der Farben“ zeigen Künstlerinnen unter der Federführung von Marie-Luise Klein, Dozentin der Volkshochschule Düren, ihre Werke im „Lichthof“ der Kreisverwaltung. Landrat Wolfgang Spelthahn eröffnete gemeinsam mit Maximilian Dichant, Ausschussvorsitzender für Kultur, Sport & Ehrenamt, und den Künstlerinnen die Ausstellung im Kreishaus.

Es ist bereits die dritte Ausstellung von der zertifizierten Meisterkünstlerin Marie-Luise Klein im Kreishaus, die sie nun gemeinsam mit sechs Malerinnen, die bei ihr gelernt haben, auf die Beine gestellt hat. „Mit Marie-Luise Klein haben wir eine hervorragende Künstlerin, die sowohl national als auch international bekannt ist und somit eine Kunstbotschafterin des Kreises Düren ist. Mit den hier ausgestellt Werken zaubern die Künstlerinnen den Besucherinnen und Besuchern ein Lächeln auf die Lippen. Vielen Dank dafür“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn vor den rund 50 Gästen.

Irmgard Braun, Hilde Crefeld, Olga Dück, Andrea Groß, Iwona Mattern und Beate Stemmeler gestalten ihre Werke in Öl auf Leinwand. Neben der Ölmalerei und der Begeisterung für die Kunst verbindet sie die Intensität der Farben in ihren Werken und die Liebe zum Detail, mit der sie ihre Gemälde gestalten.

„Kunst kann in schwierigen Zeiten für eine Auszeit, einen kurzen Moment der Pause sorgen. Der Lichthof der Kreisverwaltung ist ein idealer Ort. Hier kann beim Gang durch das Haus kurz inne gehalten und die Werke, in denen ich sehr viel Talent sehe, betrachtet werden. Es ist eine Ausstellung, die wir alle sehr schätzen“, sagte Maximilian Dichant. Die Künstlerinnen erhielten in der feierlichen Stunde zudem ihr Meisterzertifikate durch Marie-Luise Klein für die belegten Malkurse und als Zeichen ihres Fortschritts. Seit nunmehr 43 Jahren leitet Marie-Luise Klein als Dozentin der VHS-Düren Seminare in Malerei in ihrem Atelier „Ma-Lu“ in Soller. „Vielen Dank für die Möglichkeit, dass wir hier ausstellen dürfen und für die Unterstützung“, sagte sie. Mit dem Akkordeon musikalisch untermalt wurde die Ausstellungseröffnung von Andrei und Florin Floca aus der Ukraine.

Zu sehen ist die kostenfreie Ausstellung im Kreishaus Düren (Bismarckstraße 16) Haus B in der ersten Etage.

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Französische Austauschschüler aus Nyons sind zu Gast am Mechernicher Gymnasium Am Turmhof

Mechernich – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick spricht, Marita Sayer übersetzt. Es wird ein Parforceritt durch die Mechernicher Geschichte, durch die Besonderheiten der Stadt und ihrer Ortsteile. Die französischen und deutschen Schüler hören aufmerksam zu. Es ist der erste Tag einer Woche, bei dem die Freundschaft zwischen Nyons und Mechernicher gelebt werden soll – mit einem bunt gemischten Programm im Stadtgebiet und darüber hinaus.

„Es ist an euch, an der jungen Generation, dass die Partnerschaft zwischen unseren Städten weiterlebt“, gab Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg. Er hatte gemeinsam mit Dezernent Ralf Claßen und Manuela Holtmeier, Teamleiterin Politik und Bürgermeisterbüro, zum Empfang im Ratssaal eingeladen.

Mit dabei waren der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Wilfried Hamacher, und sein Stellvertreter Andreas Sack. Begleitet wurden die Austauschschüler von der stellvertretenden GAT-Schulleiterin Rosemarie Antwerpen und Französisch-Lehrerin Inga Ketelhodt. Von französischer Seite waren Busfahrer Dominique Chauvet, seit Jahrzehnten der Partnerschaft eng verbunden, sowie die Lehrer Alexis Mantilaro, Frederic Dubois und eben Marita Sayer dabei.

Burgen, Kapelle, Bergbau

Die übersetzte wie Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick den Schülern von der römischen Wasserleitung berichtete, die Burgen Eicks und Satzvey präsentierte, Kommern als zweitgrößten Ortsteil vorstellte, die Bruder-Klaus-Kapelle thematisierte oder über das Freilichtmuseum, den Bergbau und die Zikkurat berichtete.

Aber ganz wichtig war es ihm eben, die wertvolle Partnerschaft zwischen Nyons und Mechernich zu betonen. Ein Beleg dafür sei etwa, dass vier der fünf Mechernicher Ehrenbürger aus Nyons stammten. „Wir Mechernicher kommen immer gerne zu euch nach Frankreich, wenn im Frühjahr dort schon die Sonne scheint, während hier der Winter ausklingt. Wenn wir dort die herzliche Gastfreundschaft genießen mit leckerem Rotwein und mit ein, zwei, vielleicht auch drei Pastis“, so das Mechernicher Stadtoberhaupt mit einem Schmunzeln.

Den 27 französischen Austauschschülern schien diese Anspielung auf die ortstypischen Getränke zu gefallen. Auch freuten sie sich über kleine Gastgeschenke, die es zum Abschluss des Empfangs gab. Anschließend ging es ins Rheinbacher Schwimmbad. Am Abend stand dann Bowling in der Zikkurat auf dem Programm.

Das Wochenende sollte ganz im Zeichen des Austauschs mit den Gastfamilien stehen, bevor die französischen Schülerinnen und Schüler in der Austauschwoche noch Düsseldorf besuchen, nach Köln zum Schlittschuhfahren in den Lentpark fahren, die Frechener Kletterhalle unsicher machen und zum Abschluss der Woche ein gemeinsames Grillen genießen.

Der Gegenbesuch ist derweil auch schon geplant. Am 6. März geht es für die Mechernicher GAT-Schüler in die französische Partnerstadt. Dann werden sie die wunderbare historische Altstadt genießen können. „Etwas, dass das einstige Mechernicher Bergbaudorf nicht zu bieten hat, weil die Strukturen doch alle aus jüngeren Zeit stammen“, sagte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Aber so habe jede Partnerstadt diesseits und jenseits der Grenze einen ganz eigenen Charme, der die Verschwisterung zwischen Nyons und Mechernich ja auch zu etwas Besonderem mache.

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Der Theaterverein Rinnen präsentiert Komödie „Es fährt kein Zug nach Irgendwo“ – Premiere am 24. Februar

Rinnen – Sind Sie schon mal schwer bepackt durch den Bahnhof gesprintet, weil das Abfahrts-Gleis spontan geändert wurde; oder durch einen Zug mit falscher Wagenreihung geirrt? Oder standen sie gar schon mal stundenlang in einem Zug mit einem Triebwerkschaden auf offener Strecke – im Hochsommer bei ausgefallener Klimaanlage? Fragen über Fragen.

„Klar, ist doch typisch Bahn“, werden die Besucher der Aufführungen des Theatervereins „Einigkeit“ Rinnen sagen, der jetzt vier Wochen lang Theaterfreunde in Rinnen, Gemünd, Harperscheid, Krekel und Kallmuth mit seinem aktuellen Stück „Es fährt kein Zug nach Irgendwo“ begeistern werden. Man könnte die Bahn-Komödie in drei Akten von Winnie Abel als Persiflage auf die Situation der Deutschen Bahn verstehen. Mit dem turbulenten, witzigen Theaterstück ist der 31-jährigen Journalistin und Komödienautorin eine rasante Fahrt ins Ungewisse gelungen.

Mit der Premiere von „Es fährt kein Zug nach Irgendwo“ am Samstag, 24. Februar im Bürgerhaus Rinnen, startet der Theaterverein „Einigkeit“ in die diesjährige Spielzeit. „Wir haben bereits im November mit ersten Leseproben begonnen“, umschreibt Geschäftsführer René Koder den Probefleiß der Laienschauspieler.

In den letzten Wochen hätten zweimal in der Woche Spielproben unter der Regie von Spielleiterin Lydia Rosenbaum auf dem Programm gestanden. Am Sonntag vor der Premiere, so Vorsitzender Andreas Bellgardt, habe von 10 bis 17 Uhr ein durchgehender Probemarathon stattgefunden, in dessen Verlauf das Stück zweimal komplett durchgeprobt worden sei. Die finale Generalprobe finde am Freitag, 23. Februar statt.

Bei den Probeabenden im Rinner Bürgerhaus geht es trotz des vielen Lernens recht locker und lustig zu. Spielleiterin Lydia Rosenbaum stellt eigens dafür Pflaumen-Likör her. „28 Flaschen für die laufende Spielzeit“, so Rosenbaum. Dabei trägt das Flaschen-Etikett den Titel des Stückes, wie in diesem Fall „Es fährt kein Zug nach Irgendwo“. Doch auch Schoko-Küsse, Chips, Pralinen und andere Naschereien gehören zur Nervennahrung des Ensembles.

Wie Spielleiterin Lydia Rosenbaum verrät, wird das Publikum mit ins Theatergeschehen einbezogen, wenn ein unglaubliches Nervenchaos seinen Lauf nimmt und eine wahre Bahn-Odyssee die Fahrgäste auf harte Geduldsproben stellt. Denn, genau dann, wenn man es eilig hat, verspätet sich der Zug oder er kommt gar nicht.

Das Bahnabenteuer beginnt, als der ICE 6948 infolge eines Schadens die Fahrgäste an einem trostlosen Provinzbahnhof zurücklassen muss; ohne Handyempfang, ohne Taxis und ohne Aussicht auf eine Weiterfahrt. Stattdessen erfahren sie, dass unter den Gestrandeten möglicherweise ein Psychopath ist. Irrungen und Verwirrungen nehmen ihren Lauf.

Mitreisende bei der spannenden Bahn -Odyssee sind vier Kegelschwestern (Christa Hilger, Astrid Koder, Theresa Rosenbaum, Elisabeth Servaty), die gehetzte Business-Frau Victoria (Sandra Meyer), der eigenwillige Verschwörungstheoretiker Hubert (Andreas Bellgardt), die abgedrehte Motivationstrainerin Sieglinde (Yvonne Felser), Klaus und Christa, ein Ehepaar, dessen Zug schon längst abgefahren ist (René Koder, Marina Janssen), Reinhold, der Landstreicher (Claude Piton), der Psychopath Rüdiger und der Tramper Jackson (Axel Chmielecki als Doppelrolle) sowie Konrad, der Polizist (Johannes Pütz).

Abseits der Bühne halten Spielleiterin Lydia Rosenbaum und Souffleuse Wolke Koder die Fäden in der Hand. Die entsprechende Bahnhofs-Kulisse wurde von den Bühnenbauern Sky Koder, Harald Boden, Tobi Siegert, Björn Janssen, Andreas Bellgardt, Axel Chmielecki, René Koder, Claude Piton und Johannes Pütz geschaffen.

Die Premiere von „Es fährt kein Zug nach Irgendwo“ findet am Samstag, 24. Februar, um 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), im Bürgerhaus Rinnen statt. Eine Wiederholung an gleicher Stelle erfolgt am Sonntagnachmittag, 25. Februar, um 16 Uhr. Einlass ist dann bereits um 14.30 Uhr, weil der Verein dann zu Kaffee und Kuchen einlädt. Weitere Aufführungen, jeweils um 20 Uhr, finden statt am Samstag, 2. März, im Kursaal in Gemünd, am Samstag, 9. März, in Harperscheid und am Samstag, 16. März in Krekel. Die Aufführung am Samstag, 23. März, in Kallmuth ist bereits ausverkauft.

Der Erlös der Aufführungen, so Vorsitzender Andreas Bellgardt, werde für energetische Verbesserungen am Bürgerhaus verwendet, dass vom Theaterverein bewirtschaftet und unterhalten wird. (Reiner Züll)

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„Magic Moments“ am 9. März im Köllenhof Wachtberg-Ließem

Wachtberg-Ließem – „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann… und worüber zu schweigen unmöglich ist“. Dieser wunderschöne Satz des französischen Schriftstellers Victor Hugo beschreibt sehr treffend das musikalische Konzept von „Magic Moments“.

Das breitgefächerte Repertoire reicht von rhythmischem Swing–Klassikern über feurigen Latin – Jazz und Chansons bis hin zu gefühlvollen Balladen.

Rolf von Ameln am Piano, Guido Schwab am Kontrabass und Uli Schmidt am Schlagzeug bilden den Klangteppich, auf dem sich Bianca Mey’s emotionale Stimme voll entfalten kann. Emotion pur ist garantiert.

Die Musiker überzeugen durch energiegeladene Spielfreude und fantasievolle Improvisationen, „magische Momente“ inklusive. „Unsere Musik möchte unterhalten, Glücksmomente schenken, zum Träumen anregen oder vielleicht sogar Flügel verleihen.“

Überzeugen Sie sich selbst…erleben Sie magische Momente am Samstag, 09. März 2024 um 20.00 Uhr im Köllenhof.

Der Eintritt ist frei; der „Hut“ darf gerne voll werden.

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Neuer Kunstraum im Aquis Plaza Aachen

Aachen – Im Untergeschoss des Einkaufszentrums Aquis Plaza wurde jetzt ein leerstehendes Ladenlokal im Rahmen des Fokusjahrs Adalbertstraße in einen künstlerisch eindrucksvollen Raum verwandelt. Die Realisierung lag in den Händen des Künstler-Duos Philip und Victoria Wallisfurth.

Philipp Wallisfurth ist ein Urban Contemporary Artist und lebt seit geraumer Zeit in Berlin, kehrt jedoch immer wieder gerne nach Aachen zurück, um hier zu arbeiten. Seine jüngsten Projekte umfassen die Umgestaltung der Unterführung „Unti“ am Audimax, sowie die Eröffnung des „Office Space J68“ neben der Digital Church in der Jülicher Straße.

Da durch den zunehmenden Onlinehandel weniger Verkaufsfläche benötigt wird, sollte ein leerstehendes Ladenlokal im Aquis Plaza durch eine alternative Nutzung belebt werden. Urbane Kunst war hier ein geeignetes Mittel, den Leerstand zu nutzen und kulturelle und künstlerische Aktivitäten in die Gemeinschaft zu integrieren. Gleichzeitig wird die Vielfalt der Kunstszene in der Stadt präsentiert und Diversität in die Nutzung von Ladenlokalen gebracht. Zusätzlich sollte der neue Raum für Unternehmer*innen eine Inspiration zu alternativen Nutzungskonzepten sein.

„Kunst belebt den Handel und umgekehrt. Hier entsteht ein neuer lebendiger und pulsierender Ort für die Adalbertstraße und die Innenstadt“, sagte Dieter Begaß, Leiter des städtischen Fachbereichs für Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalisierung und Europa. Gregory Hedderich, Center-Manager des Einkaufszentrums Aquis Plaza ergänzte: „Wir sind froh, dass dieses Projekt so schnell und unkompliziert umgesetzt werden konnte. Mit der Umsetzung schaffen wir einen konkreten Mehrwert für unsere Besucher*innen – und das mit einem lokalen Bezug zur Kunst und zur Stadt Aachen“.

Besucher*innen haben noch bis zum 30. Juni montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr die Möglichkeit, sich den Kunstraum im Aquis Plaza anzuschauen.

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Die letzte Presse-Ente von Anneliese Casteel kommt ins Museum

Aachen – Von 1966 bis 2011 verlieh sie der Bezirksverein Aachener Presse im Deutschen Journalisten-Verband (DJV) Jahr für Jahr an herausragende Journalist*innen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für ihre Verdienste um die Region: die Presse-Ente – gestaltet von der Aachener Künstlerin Anneliese Casteel und gefertigt in einer Auflage von 100 Stück. Jede Ente der Serie trägt die Aufschrift „n.t.“, die sich auf eine Tradition aus dem 18. Jahrhunderts bezieht, als Journalist*innen dies unter noch nicht bestätigte Berichte setzten. Die Abkürzung aus dem Lateinischen steht für „non testatum“, übersetzt „nicht bestätigt“.

Das letzte Exemplar der Serie, Symbol für journalistische Integrität und regionales Engagement, überreichte der Vorstand des Bezirksvereins Aachener Presse jetzt im Internationalen Zeitungsmuseum als Schenkung an die städtischen Sammlungen. Die Presse-Ente wird nun in Würdigung des künstlerischen Erbes von Anneliese Casteel und als bedeutende regionale Auszeichnung dauerhaft das Zeitungsmuseum bereichern.

Anneliese Casteel war eine Schülerin des Bildhauers Matthias Corr und Absolventin der Werkkunstschule Aachen, die als freischaffende Bildhauerin das öffentliche Kunstbild in Aachen, Baesweiler und Köln prägte.

Bis heute vergibt der Bezirksverein Aachener Presse eine Presse-Ente. Seit 2012 gestalten den Preis allerdings andere Künstler: Klaus und Didier Gehlen und aktuell Dr. Jürgen Schädlich-Stubenrauch. Zuletzt wurden mit der Ente im Jahr 2023 der Journalist Christian Esser und der Rap-Musiker Mohamed El Moussaoui, besser bekannt als MoTrip geehrt.

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Ein Bär verjagt den Winter – Veilchendienstag wird in Kommern uraltes Winterbrauchtum gepflegt

Mechernich-Kommern – Der „Äerzebär“ geht auch am Karnevalsdienstag 2024 ab 14 Uhr in Kommern um. Dieses Jahr soll Stephan Taubert die in Erbsenstroh gewickelte Traditionsfigur darstellen, mit deren Hilfe nach alter Überzeugung die Wintergeister ausgetrieben werden. „Bärenführer ist einmal mehr Roland Conrads“, schreibt Thomas Metzen, der Presseoffizier der KG „Greesberger“, an die Mechernicher Agentur „ProfiPress“.

Eingekleidet wird gewohnt bei Peter Hein auf dem Wingert. Danach startet der Umzug mit einem gemischtem Musikverein aus Kommerner, Eickser und Mechernicher Spielmannsleuten sowie dem Dreigestirn (Jungfrau Bärbel alias Thomas Bank, Prinz Jan I. Jaeck und Bauer Marc Schoeller) zuerst ins Rothenfeld, dann ins Einkaufs- und Gewerbegebiet,  zum Stollen, die Kölner Straße hoch zum Krug, die Gielsgasse entlang und weiter „Auf dem Acker“ und die Hüllenstraße.

„Ruhe vor der Fastenzeit“

Schließlich soll Stephan Taubert aus seinem Strohmantel befreit und das Erbsenlaub am Bleibach verbrannt werden. Der Erlös der Sammlung an Türen und auf den Straßen wird dann zum Kehraus am Veilchendienstag im Restaurant „Stolllen“ „verprasst“, wie Thomas Metzen in seiner Mitteilung betont: „Damit sollte der Winter ausgetrieben sein und wir können die Fastenzeit bis Ostern in Ruhe beginnen.“

Winteraustreibungsrituale in der Eifel und im übrigen Bundesgebiet sind nicht gerade selten: Umzüge mit Erbsenstroh- und Strohbären sind ebenso aus dem elsässischen Buschwiller, dem schlesischen Pawlowice, dem baden-württembergischen Kiebingen, dem hessischen Hutzdorf, aus Kirchheim bei Euskirchen, aus Ruschberg (Rheinland-Pfalz) und Sachsen-Anhalt bekannt.

Auch der „Äerzebär“ von Kommern (Stadt Mechernich) ist berühmt, der Jahr für Jahr durch Mühlengasse und Kölner Straße getrieben wird. Regelmäßig heften sich Fotoreporter und Fernsehkamerateams auf die Fersen des Strohbären der Karnevalsgesellschaft „Greesberger“. Mit dem nicht eben typischen „Karnevalsumzug“ wird am Blei- und Greesberg der Winter vertrieben.

22 Kilo auf dem Buckel

Der „Äerzebär“ verkörpert einen Winterdämonen, schrieb der Kommerner Journalist Paul Düster: „Rund 22 Kilogramm ist das Gewicht des Kostüms, solange es trocken bleibt. Regnet es auf der Tour durch den Ort, kann daraus leicht das Doppelte werden.“ Gut zwei bis drei Stunden kann der Weg mit Musikzug und Gefolge durch den Ort dauern. Dann wird der Äerzbär von seinem Kostüm befreit und das Erbsenstroh nach uraltem Brauch verbrannt.

Auch im Dörfchen Frohngau ganz in der Nähe hat sich das früher in der Eifel weit verbreitete Winteraustreibungsritual bis auf den heutigen Tag erhalten. Allerdings geht dort der „Erbsenbär“, so die wörtliche Übersetzung ins Hochdeutsche, schon ab Rosenmontag. Und das Brauchtum ruht auch nicht in den Händen erwachsener Karnevalisten, sondern die Kinder organisieren den traditionellen „Heischegang“ durchs Dorf. Unterstützt werden sie dabei lediglich von den Eltern der Ältesten.

„Die Tradition existiert hier seit mindestens 150 Jahren“, berichtete Frank Diefenbach der Mechernicher Agentur „ProfiPress“. Nach alter Überlieferung werden die mit Erbsenstroh umwickelten Tanzbären stets von den größten Jungs dargestellt. Das entsprach früher den Volksschul-Entlass-Jahrgängen des achten Schuljahrs. Sie verkörpern den Winter.

Ihre jahreszeitlichen Gegenspielerinnen sind die Frühlingsköniginnen. Es sind jeweils die Mädchen aus der ersten Klasse. Rosenmontag treffen sich die „Pänz“ um 7:30 Uhr zum Wickeln der beiden „Äerzebären“ in der Scheune von Johann Müller, Hausname „a Knips“. Frank Diefenbach berichtet: „In der Scheune von Johann Müller wird der Äerzebär schon seit über 30 Jahren gewickelt. Johann Müller verstarb 2010. Die jetzige Eigentümerin pflegt die Tradition aber auf eigenen Wunsch weiter.

Das zum Umwickeln erforderliche Erbsenstroh wird in Frohngau jeweils im Sommer/Herbst des vorherigen Jahres durch die beiden Ältesten oder deren Eltern gesammelt und über den Winter getrocknet. Zum Schluss werden die Erbsenbären noch mit schweren Kuhketten umwickelt, an denen die Bärenführer sie durchs Dorf leiten.

„Muuzen“ und Waffeln

Auf von den Ältesten festgelegten Routen ziehen die Gruppen dann vier bis fünf Stunden lang von Haus zu Haus, um bestimmte traditionelle Lebensmittel wie Mehl, Eier, Butter, Backpulver, Zucker und Salz für eine gemeinsame gute Mahlzeit zu sammeln.

Auch die Lieder, die die unterschiedlich motivierten Gruppen bei ihrem „Heischegang“ (heischen = altes Wort für erbitten, sammeln) singen, unterscheiden sich. Die Jungen singen „Lernt Zufriedenheit von mir“, die Mädchen „Mein Vater, der im Himmel wohnt“.

Die gesammelten Lebensmittel werden zum Pfarrhaus gebracht. Das Pfarrhaus heißt an beiden Tagen „Kauchhuus“ (Kochhaus), weil die „Pänz“ dort von den Eltern der Ältesten bekocht werden. Es gibt jeweils Frühstück, traditionelles Mittagessen, nachmittags „Muuzen“ (Krapfen) und Waffeln sowie Abendessen.

Am Veilchendiensttag wird nicht mehr zum „Kötten“ (Betteln) durchs Dorf gezogen, dann organisieren die Ältesten, in der Eifel häufig auch „Öveschte“ (Oberste) genannt, Gemeinschaftsspiele wie zum Beispiel eine Schnitzeljagd durch den Ort, bei der allerlei Wissenswertes über Frohngau oder einzelne Gebäude abgefragt wird. Der letzte Tag endet mit einem gemeinsamen Abendessen.