Kategorien
Top-Events

Mechernicher Open-Air-Konzert „Rock am Rathaus“ am Samstag 25. Mai – Echte Westernhagen-Musiker dabei

Mechernich – Schon ab mittags bieten „Eiscafé La Rosa“ und „Sabine Moden“ ein breit gefächertes Programm in der Bahnstraße – Mit „MARIUZZ – die Westernhagen-Tribute & Double-Show No.1“ und „Rockwood – The Spirit of Classic Rock“ finden sich im diesjährigen Line-Up des Mechernicher „Rock am Rathaus“ wieder echte Hochkaräter. Statt findet das Ganze am morgigen Samstag, 25. Mai, auf dem Platz hinter dem städtischen Verwaltungssitz am Bleiberg. Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr.

Darüber hinaus gestalten das „Eiscafé La Rosa“ und die Boutique „Sabine Moden“ vor dem abendlichen Open-Air-Konzert bis 18 Uhr einen besonderen Tag in der eigens dafür abgesperrten Bahnstraße (Nummer 16).

Von jeder verkauften Eintrittskarte des Rock-Spektakels geht übrigens ein Euro an die „Mechernich Stiftung. „Also, los gehen, Karte kaufen, eine wunderschöne Veranstaltung erleben und zusätzlich wissen, etwas Gutes für nicht so gut bestellte Menschen getan zu haben!“, freut sich der veranstaltende „Mechernicher Rock am Rathaus e.V.“ (MRR).

Echte Westernhagen-Musiker

Sie komplettieren das waschechte Westernhagen-Feeling: Charly T, „die Westernhagen-Drum-Legende“, der auch schon bei Nena, Gianna Nannini oder Lords in die Trommeln gehauen hat, Jay Stapley, der 25 Jahre lang die Lead-Gitarre für Westernhagen gespielt hatte und extra aus England anreist sowie Background-Sängerin Madeleine Lang, die schon bei Westernhagen, den „Scorpions“ oder Udo Jürgens gesungen hat. „Wir freuen uns natürlich riesig!“, betont dazu die Vereinsvorsitzende Magret Eich, auf deren Initiative man die Westernhagen-Tribute-Show nach Mechernich holen konnte.

Viele helfende Hände

Besonders hob Eich auch die ehrenamtlichen Helfer hervor. So zum Beispiel die befreundete „KG Schwerfe bliev Schwerfe“, die „immer dabei“ sind und kostenlos helfen. Auch der Mechernicher „KC Bleifööss“ unterstützt. Man danke allen freiwilligen Helfern und Sponsoren herzlich, die „erheblich dazu beitragen“, das Open-Air-Konzert mit meist über 700 Besuchern in dieser Form erst möglich zu machen. Ziel sei es, diesmal die 1000-Besucher-Marke zu knacken.

Als Hauptsponsor, neben vielen weiteren regionalen Unternehmen, konnte man nun die „Westenergie“ gewinnen. Zwei Firmen aus Zülpich „besonderer Dank“, da sie auch überregional unterstützen: „Immobilen Hessel“ und der Versicherungsmakler René Bosem.

Getränke gibt´s in nachhaltigen Maisbechern von „Papstar“, die nach der Nutzung gesammelt werden, von den „Gebrüdern Ehlen“ – außerdem werde es Cocktails geben. Das „Eifel Snack Mobil“ sorgt für das leibliche Wohl, welches die Konditorin Melanie Klose wieder mit süßen Köstlichkeiten abrundet.

Programm in der Bahnstraße

Apropos Köstlichkeiten: an diesem Samstag wird auch in der Mechernicher Bahnstraße gefeiert, was das Zeug hält. Zu seinem 60-jährigen Jubiläum bietet das „Eiscafé La Rosa“ ab 11 Uhr „sehr günstiges Spaghettieis“ und ein Glas Sekt als Willkommensgeschenk für Besucher. Tanino und Rosalva La Rosa haben das Geschäft vor 40 Jahren von Freunden übernommen.

Indes bietet die angrenzende Boutique „Sabine Moden“ von Sabine Michels-Kramer ab 12 Uhr besonderes Programm beim „Frühjahrsshopping“. Neben Aperol Spritz und Fingerfood gibt´s hier Kosmetik-Angebote von „Mary Kay“, Marmelade und Deko sowie „Chogan-Düfte“. Möglich machen dies Stefanie Mahlberg, Vanessa Schoeller und Ingrid Brock.

Getoppt wird das Ganze von zwei Modeschauen samt Laufsteg um 13.30 Uhr und 16.30 Uhr in der Bahnstraße, die an diesem Tag von der Ecke Weierstraße bis zur Ecke Blankenheimer Straße gesperrt sein wird. Hier laufen sechs Models – allesamt Kundinnen der Boutique. Und auch hier kann man schon tagsüber stimmungsvolle Livemusik von Micky Brühl, dem ehemaligen Frontmann der Kölschen Band „Paveier“, genießen.

„Eine schöne Kombi“, wie auch der MRR findet: „Dann ist in Mechernich schon tagsüber richtig was los!“ Zum Glück sei man bei der Stadtverwaltung auf offene Ohren gestoßen, die bei den Veranstaltungen an diesem Tag gerne geholfen hatte.

Tickets und mehr

Die Veranstalter vom MRR betonen, dass der Konsum von Cannabis auf dem gesamten Veranstaltungsgelände verboten ist. Die Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 25 Euro, für Sitzplätze werden 28 Euro berechnet, an der Abendkasse 30 Euro und für Sitzplätze 33 Euro. Sollten sich Gruppen von größer oder gleich zehn Personen anmelden, erhalten sie eine Freikarte.

Entsprechende Stellen sind in Mechernich bei „Margrets Hobbylädchen“, „Optic Himmrich“, „Rathaus Bistro“, „Lädchen Gleispassage“ (Bahnhof) und die „Puszta Hütte“, „Bohsem Versicherungsmakler“ in Zülpich, „DEVK-Versicherung Carlo Flaschendreher“ in Euskirchen oder im Web unter www.ticket-regional.de. Sitzplatz-Karten gibt´s bei „Margrets Hobbylädchen“ und im Lädchen „Gleispassage“ im Bahnhof. Interessierte Gruppen können sich im „Hobbylädchen“ anmelden.

Kategorien
Kunst & Kultur

Highlights beim 76. Eifeler Musikfest vom 24. bis 26. Mai im Kloster Steinfeld

Mechernich – Ein Wochenende voller Klangerlebnisse verspricht das 76. Eifeler Musikfest vom 24. bis 26. Mai im historischen Ambiente des Klosters Steinfeld. Intendant ist einmal mehr der Mechernicher Kirchenmusiker Erik Arndt. Er stellte das Programm gemeinsam mit Landrat Markus Ramers der Öffentlichkeit vor: „Musikliebhaber und Kenner dürfen sich auf ein unvergessliches Erlebnis freuen, das sie in die Welt der zeitgenössischen und klassischen Musik entführt“, schreibt Kreispressereferent Sven Gnaedig.

Veranstalter ist der Förderverein des Klosters Steinfeld in Zusammenarbeit mit dem Kreis Euskirchen. Die Eröffnung findet am Freitag, 24. Mai, um 19 Uhr statt und wird von Stephan Hippe, einem herausragenden Sänger und Chansonnier aus Hamburg, gestaltet. Erik Arndt: „Seine Revue zum Leben und Werk von Charles Aznavour verspricht einen bewegenden Abend voller Chansons, begleitet von Videoprojektionen und Original-Einspielungen des legendären Künstlers.“

Aznavour und Minguet Quintett

Am Samstag, 25. Mai, um 19 Uhr, soll die ehemalige Klosterbibliothek zum Schauplatz für das renommierte Minguet Quartett werden, das bereits mit dem ECHO Klassik und dem Diapason d’Or ausgezeichnet wurde. Mit einer leidenschaftlichen Interpretation, unter anderem des 14. Streichquartetts von Beethoven entführt das Ensemble um den Strempter Violoncellisten Matthias Diener in die Welt des Klassizismus. „Als siebensätziges Werk ist es das formell freieste, revolutionärste und vielleicht auch modernste Streichquartett Beethovens“, schreibt Sven Gnaedig.

Geistlicher Höhepunkt des Eifeler Musikfestes soll wie gewohnt das Hochamt am Sonntag ab 10 Uhr mit einer Komposition des zeitgenössischen Komponisten Damijan Močnik sein. Finale des Musikfestes ist das großangelegte Chor- und Orchesterwerk am Sonntag, 26. Mai, ab 16 Uhr. Das Vokalensemble des Aachener Domes präsentiert die Marienvesper von Claudio Monteverdi in der Basilika des Klosters Steinfeld.

Vorverkauf und Ticket-Hotline

Intendant Arndt: „Die einzigartige Akustik des Kirchenraums wird zu einem harmonischen Zusammenspiel aus Psalmen und festlichem Gesang. Ein absolutes Highlight des diesjährigen Eifeler Musikfestes.“ Begleitet wird das Vokalensemble durch „The Orpheus Consort“ auf historischen Instrumenten.

Tickets für das Eifeler Musikfest sind online unter www.ticketregional.de/musikfest sowie an allen Ticket Regional Vorverkaufsstellen erhältlich. Alternativ auch unter der telefonischen Hotline (0651) 97 90 777

Kategorien
News

Ein Wochenende in Schwarz-Gelb – Aachen feiert seine Aufstiegshelden der Alemannia

Aachen – Aufstiegsfeier am 25. und 26. Mai – Sonntags wird die Mannschaft offiziell von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen im Rathaus empfangen. Vor Jugendteams und Fans mit ihren Familien ist ein zweiter Auftritt auf dem Balkon vorgesehen. Der verdiente Aufstieg von Alemannia Aachen in die 3. Liga soll gebührend gefeiert werden. Nach elf Jahren in der Regionalliga hat das Team von Trainer Heiner Backhaus den Sprung zurück in den Profibereich geschafft. Tausende Fans haben dies bereits in den vergangenen Wochen an unterschiedlichen Orten spontan gefeiert. Über den Ablauf des offiziellen Feierprogramms am kommenden Samstag, 25., und Sonntag, 26. Mai, haben Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Stadtdirektorin Annekathrin Grehling, Alemannia-Geschäftsführer Sascha Eller und Polizeidirektor Rüdiger Fink im Rahmen eines Pressetermins informiert.

Intensiver Austausch zwischen Stadt und Club

Oberbürgermeisterin Keupen freut sich, dass das anstehende Wochenende ganz im Zeichen der Schwarz-Gelben steht. „Ich freue mich mit der Mannschaft und den Fans über den verdienten Aufstieg in die 3. Liga! Das muss gefeiert werden und dazu gehört natürlich auch der Empfang im Rathaus.“ In den vergangenen Wochen hat es einen intensiven Austausch zwischen Stadt und Verein gegeben, wie die Aufstiegsfeier gestaltet werden kann, sodass möglichst viele Fans die Gelegenheit erhalten, die Mannschaft zu sehen und mit ihr zu feiern. „Wir sind ein Stück weit überwältigt von der riesigen Welle der Begeisterung, die die Alemannia trägt“, so Keupen weiter. Daher habe man im engen Schulterschluss entschieden, dass an zwei Tagen an verschiedenen Orten verschiedene Feier-Formate stattfinden. All dies muss zudem in einem Rahmen geschehen, der die Sicherheit aller Teilnehmenden gewährleistet. Mit dem festgelegten Fahrplan für den 25. und 26. Mai sei dies gelungen, sagte die Oberbürgermeisterin.

Die Verantwortlichen von Stadt und Alemannia Aachen sind sich einig: Eine Entzerrung ist nötig, um die zahlenmäßig schwierig zu kalkulierenden Fanmassen in Sicherheit feiern zu lassen. Der Tivoli als Ort des großen Fan-Fests hat sich nach intensiver Abwägung als der beste Ort für die große Sause herausgestellt. Dort können ohne Probleme 20.000 Menschen gemeinsam feiern. Dies wäre unter den gebotenen Sicherheitsaspekten, wie Stadt und Verein betonen, auf dem Aachener Markt und im direkten Umfeld definitiv nicht möglich gewesen. Stadtdirektorin Annekathrin Grehling erläuterte: „Es gibt Spielregeln, an die wir uns halten müssen. Das haben wir gemeinschaftlich ganz schnell gesehen. Eine Aufstiegsfeier als Veranstaltung mit einer Zahl von 20.000 Menschen kann nicht genehmigt werden. Wir waren uns daher einig, dass wir nicht eine einzelne Veranstaltung anbieten, die automatisch Fans ausgegrenzt hätte. Im Gegenteil: Wir haben uns dazu entschieden, die Fangemeinschaft, die den Verein so treu durch die Zeit getragen hat, unbeschwert und ausgelassen feiern zu lassen – und das entzerrt an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten“.

Lob für die Zusammenarbeit

Details zum Feier-Programm verriet Alemannia-Geschäftsführer Sascha Eller. Vorneweg hoffen alle Beteiligten, dass das Team zunächst das FVM-Pokalfinale in Köln erfolgreich bestreitet. Das Spiel wird auf einer großen Leinwand auf dem Tivoli-Vorplatz übertragen. Anpfiff ist um 13.45 Uhr. Nach dem Public Viewing geht das Fan-Fest vor Ort weiter. Weitere Details zum Programm wird Alemannia Aachen in Kürze veröffentlichen. „Wenn alles gut läuft, wird die Mannschaft gegen 18 Uhr in Aachen ankommen, um dann ausgiebig mit den Fans zu feiern“, sagte Eller. Im Rahmen einer Parade zeigt sich das Team auf einem offenen Wagen. Fans haben die Gelegenheit, schon vom Straßenrand den Aufstiegshelden zuzujubeln. Der Weg führt über die Jakobstraße zum Markt, wo es einen kurzen Stopp geben wird. Die Mannschaft wird dort auf der Rathaustreppe von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen begrüßt und kann auf diesem Zwischenstoppmit Fans vor dem Rathaus den Erfolg bejubeln. Anschließend geht es weiter über Großkölnstraße Richtung Krefelder Straße. Am Tivoli haben Fans dann die beste Möglichkeit, ausgiebig mit dem Team zu feiern. Eller lobte ausdrücklich den Austausch mit der Stadt: „Wir haben von Beginn an viel Sympathie für unsere Sache gespürt. Ein ganz großes Dankeschön dafür, dass wir die Gelegenheit erhalten, sogar an zwei Tagen feiern zu dürfen. Das ist alles andere als selbstverständlich!“

Auch die Polizei Aachen bereitet sich auf das Wochenende vor. Polizeidirektor Rüdiger Fink sagte: „Polizeitaktisch ist die Feier in ihrer entzerrten Form leichter zu steuern, als wenn sie allein auf dem Markt stattgefunden hätte.“ Klar ist allen Beteiligten: Eine Aufstiegsfeier lebt von einer eigenen Dynamik. „Darauf sind wir eingestellt, können spontan und flexibel reagieren“, so Fink.

Das Programm:

Samstag, 25. Mai, Tivoli:

Das große Fan-Fest auf dem Vorplatz des Stadions an der Krefelder Straße startet mit einem Public Viewing. Anstoß ist um 13.45 Uhr. Alemannia Aachen wird in Kürze über das weitere Programm informieren. Am Abend wird die Mannschaft am Tivoli erwartet, um mit den Fans zu feiern.

Samstag, 25. Mai, Innenstadt:

Auf dem Rückweg vom Pokalfinale gegen den Bonner SC in Köln wechselt die Mannschaft in Aachen die Fahrzeuge. Voraussichtlich gegen 18 Uhr wird sich das Team auf eine Parade durch die Innenstadt inklusive eines kurzen Stopps auf dem Marktplatz begeben. Vom Straßenrand aus haben Fans die Möglichkeit, den Aufstiegshelden zuzujubeln. Ziel des Umzugs ist schließlich der Tivoli.
Die Mannschaft wird im Bereich Löhergraben auf einen offenen Wagen steigen und so gut sichtbar durch Aachen die City rollen. Die Route: Jakobstraße, Marktplatz, Großkölnstraße, Sandkaulstraße, Krefelder Straße.

Sonntag, 26. Mai, Innenstadt:

Der offizielle Empfang der Mannschaft im Aachener Rathaus findet am Sonntagmittag um 12 Uhr statt. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen nimmt das Team persönlich an der Rathaustreppe in Empfang. Nach dem nicht-öffentlichen Teil im Rathaus folgt ein weiterer Auftritt auf der Rathaustreppe. Alemannia und Stadt Aachen verstehen den Sonntag ausdrücklich als familienfreundliches Zusammenkommen. Jugendmannschaften von Alemannia Aachen werden auf dem Marktplatz erwartet. Ein kleines Rahmenprogramm mit Redebeiträgen und Musik rundet den öffentlichen Teil auf der Rathaustreppe ab.

Kategorien
Top-Themen

Der CHIO Aachen Scientist Circle – CHIO Aachen könnte Vorbildfunktion für andere Turniere haben

Aachen – Wissenschaftliches Monitoring zum Wohlergehen der Pferde wird ausgeweitet – Ein zufälliges Treffen bei einer Veranstaltung brachte den Stein ins Rollen: Birgit Rosenberg, Vorstandsmitglied des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), und Prof. Dr. Dirk Winter kamen ins Gespräch zum Thema wissenschaftliche Beleuchtung des Tierwohls. Einige Telefonate und wenige Monate später war ein bedeutendes Projekt geboren: der CHIO Aachen Scientist Circle.

Dieser Zusammenschluss besteht aus acht Wissenschaftlern und Pferdefachleuten aus Deutschland, Belgien und der Schweiz und beschäftigt sich unentgeltlich mit dem Wohlergehen von Sportpferden. Die Frage, die bereits im Rahmen des CHIO Aachen 2023 thematisiert worden ist, lautet: Wie geht es den Turnierpferden in ihrer Haltung beim CHIO Aachen im Vergleich zu ihrem Heimatstall? Ziel der Untersuchung ist es, fundierte Daten zum Status Quo zu sammeln und Möglichkeiten zu finden, den Aufenthalt für die Pferde in Zukunft noch angenehmer zu gestalten, um ihnen bestmögliche Bedingungen zu bieten. Mit dabei waren im ersten Jahr vier internationale Turnierpferde, die per KI-gestützter Kameratechnik rund um die Uhr beobachtet wurden und deren Stresslevel unter anderem anhand des Cortisol-Levels im Kot bestimmt wurde.

Die ersten Auswertungen stimmen die Wissenschaftler optimistisch. „Positiv ist uns bei der Beobachtung aufgefallen, dass die Pferde beim Turnier in Aachen zwar längere Verweilzeiten in der Box hatten als im Heimatstall, aber sie wurden viel beschäftigt und bewegt“, erläutert Prof. Winter, Studiendekan Pferdewirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Weil den Wissenschaftlern des CHIO Aachen Scientist Circles das Thema sehr wichtig ist und die Untersuchungen bei den kommenden Turnieren noch ausgeweitet werden sollen, erhalten sie inzwischen Hilfe von Doktorandin Leonie Krüger. Sie kümmert sich in ihrer Promotion unter anderem um die Auswertung der bisher gesammelten Daten. Die Cortisol-Proben beim Turnier 2023 umfassen vier Tage im Heimatstall, den Transport nach Aachen, das Training und den Wettkampf vor Ort, den Transport zurück und die anschließenden drei Tage zu Hause.

Leonie Krüger berichtet von der Auswertung der Proben aus der Pilotstudie: „Cortisol wird ausgeschüttet bei physischem und psychischem Stress, deshalb gab es einen Anstieg am Wettkampftag. Der ist völlig logisch. Die Kurve würde beim Reiter wahrscheinlich ähnlich aussehen. Die weiteren Cortisol-Werte, die während des Aufenthalts der Pferde in Aachen erhoben wurden, lagen auf einem ziemlich niedrigen Niveau.“ Die Wissenschaftlerin ordnet diese ersten Ergebnisse wie folgt ein: „Der Transport und das Training in Aachen hatten in Bezug auf das Stresslevel offenbar keine großen Auswirkungen. Und wir konnten feststellen, dass die Pferde nach dem Wettbewerb zu Hause auch schnell wieder auf dem Level von vor dem Turnier sind.“

Aus Pilotstudie wird Versuchsplan für die kommenden Jahre

Krüger und Winter warnen davor, die ersten Erkenntnisse überzubewerten oder falsch zu interpretieren. „Wissenschaft braucht Zeit. Wir können noch keine fundierten, endgültigen Aussagen treffen“, betont die Doktorandin. Winter ergänzt: „Wir haben jetzt eine erste Auswertung, aber mit vier Pferden können wir noch keine Ableitungen oder allgemeingültige Aussagen treffen.“ Um das zu ändern, sollen schon beim CHIO Aachen 2024 deutlich mehr Pferde – mindestens zwölf – an der Studie teilnehmen.

„Unser Blick geht in die Zukunft. Wir werden aus der Pilotstudie den Versuchsplan für die nächsten Jahre erarbeiten. Der muss sinnvoll sein und die richtigen Parameter abdecken, damit wir dann auch wirklich wissenschaftlich fundierte Aussagen über das Wohlergehen der Pferde in ihrer Haltung auf dem Turnier treffen können“, erläutert Leonie Krüger. Unter anderem soll das Monitoring per Kamera mit direkter Tierbeobachtung ergänzt werden. Darüber hinaus sollen künftig auch die wesentlichen Stallluftfaktoren sensorisch ermittelt werden. Mit etwa 30 bis 40 Pferden in einem Gesamtzeitraum von drei Jahren werde es dann auch möglich sein, eine fundierte Aussage treffen zu können. Ein Endergebnis im klassischen Sinne erwarten die Wissenschaftler aber nicht. „Es wird immer neue Faktoren geben, die das Tierwohl beeinflussen und die wir untersuchen müssen“, sind sie sich einig. Daher wird sich der CHIO Aachen Scientist Circle auch langfristig dem Themenkomplex Tierwohl widmen.

Um in Zukunft sicherzustellen, dass die Pferde bestmöglich beobachtet werden, könnte sich Prof. Dr. Winter vorstellen, die Boxen in Aachen grundsätzlich mit Kameras auszustatten. „So könnten Veranstalter und Reiter zeigen, dass zum Beispiel die Haltungsparameter engmaschig kontrolliert werden.“ Zudem werden weitere Möglichkeiten geprüft, wie zusätzliche Aspekte rund um das Thema Tierwohl untersucht werden können. „Wir beschäftigten uns aktuell mit der Anwendbarkeit von weiteren innovativen technischen Verfahren“, verrät Winter.

Möglicherweise könnte der CHIO Aachen so auch eine Vorbildfunktion für andere Turniere haben, wenn auch die Bedingungen für die Pferde überall unterschiedlich sind. Prof. Dr. Dirk Winter ist überzeugt: „Aachen ist das wichtigste Turnier weltweit. An den Standards, die wir hier bestmöglich erarbeiten, könnten andere Veranstalter sich künftig orientieren.“

Alle Infos zum Scientist Circle finden Sie hier.

Kategorien
Politik

NRW Familienministerin Josefine Paul würdigt Pionierarbeit von Nationalpark-Kitas Eifel

Zülpich/Region/Düsseldorf – Im Rahmen einer offiziellen Auszeichnungsfeier haben das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration sowie das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr das Engagement von 26 Kindertagesstätten zur Förderung von Natur- und Umweltbildung in der frühkindlichen Bildung gewürdigt. Die Kitas aus dem Umfeld des Nationalparks Eifel erhielten jetzt ihre Zertifizierung als „Nationalpark-Kitas“.

Die Nationalparkverwaltung Eifel setzt das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Nationalpark Eifel e.V. sowie den Kindertagesstätten in der Region um. Die Schirmherrschaft hat das Familienministerium gemeinsam mit dem Umweltministerium übernommen.

Bei der Feier in Zülpich überreichte Familienministerin Josefine Paul die Auszeichnungen persönlich an die teilnehmenden Einrichtungen und informierte sich dabei über aktuelle Projekte der Nationalpark-Kitas.

Familienministerin Josefine Paul: „Die Auszeichnung als Nationalpark-Kita Eifel ist eine Anerkennung für das tolle Engagement in den Einrichtungen, um Nachhaltigkeit fest in den Alltag der Kinder zu integrieren. Hier kommen die Kinder schon sehr früh regelmäßig in Kontakt mit Natur und Naturschutz. Sie erleben Natur bei jedem Wetter und mit allen Sinnen und lernen, was sie selbst zum Schutz von Natur und Umwelt beitragen können. Das weckt Neugier und Entdeckungsdrang, fördert aber auch Verantwortungsbewusstsein und kann somit prägend für das Leben sein.”

Die jetzt zertifizierten Einrichtungen hatten während eines zweijährigen Anerkennungszeitraums zahlreiche Projekte mit den Kindern zu den Themen Natur, Umwelt und Nationalpark umgesetzt. Zum Beispiel wurden Kita-Gelände naturnah gestaltet, Insektenhotels, Wildblumenwiesen oder Bienentränken und Fledermauskästen eingerichtet. Außerdem gab es regelmäßige Ausflüge in die Natur.

Für die Anerkennung als Nationalpark-Kita mussten die Einrichtungen die Projektarbeiten dokumentieren und insgesamt sechs Auszeichnungskriterien erfüllen: Inhalte, Draußen-Zeit, Öffentlichkeitsarbeit, Kooperation, Partizipation, Kontinuität und Entwicklung. Außerdem wird das Konzept in das pädagogische Leitbild der Kindertageseinrichtung übernommen, so dass Natur und Umweltschutz Teil des Kita-Alltags ist. Die Anerkennung als Nationalpark-Kita gilt rückwirkend für zwei Jahre.

Kategorien
Top-Themen

Hydrogen Hub Aachen drängt auf gesicherten Zugang zu Wasserstoff

Aachen – Der Hydrogen Hub Aachen fordert geeignete Rahmenbedingungen für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in der Region Aachen. Das regionale Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung setzt sich für die Transformation von Verteilnetzen ein. „Ohne Zugang zu sicherer und bezahlbarer grüner Energie ist die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährdet. Es besteht die Gefahr, dass die Industrie buchstäblich den Anschluss verliert“, betont Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen.

Ab 2028 könne die Region Aachen laut belgischen Netzbetreibern über das Fernleitungsnetz mit Wasserstoff versorgt werden. Da jedoch kaum ein Unternehmen direkt an das Kernnetz angeschlossen sei, sei es notwendig, schnellstmöglich die Infrastrukturen für die Versorgung in der Fläche zu planen und zu bauen. Gerade energieintensive Unternehmen, die ihre Prozesse nicht einfach elektrifizieren können, seien auf eine Versorgung über die Verteilnetze angewiesen, macht Bayer deutlich.

Vor diesem Hintergrund kritisiert der IHK-Hauptgeschäftsführer die Planungen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) im „Green Paper“, das einen Rückbau und die Stilllegung der vorhandenen Gasverteilnetze vorsieht. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar, denn es werden keine Ansätze zur Transformation der Netze geliefert. Dabei verfügt die Region Aachen durch die strategisch günstige Grenzlage über eine hervorragende Ausgangssituation. Ohne Verteilnetze können wir diese Chance jedoch nicht nutzen.“

Er fordert: „Wir benötigen Rahmenbedingungen für den Weiterbetrieb der Netze mit grünem Wasserstoff. Bei der Netzplanung sind die Bedarfe der Industriebetriebe zu berücksichtigen. Gleichzeitig könnten Unternehmen über dezentrale Elektrolyseprojekte ihre eigene Wasserstoffversorgung aufbauen. Auch hierfür muss die Politik die Voraussetzungen schaffen.“

Warum die Bedarfe der Industrie in der Region in der Netzplanung berücksichtigt werden müssen, macht der Unternehmer Peter Greven aus Euskirchen deutlich: „Es ist wichtig, dass sich der Mittelstand aktiv in die Wasserstoff-Diskussion einbringt, da sonst die Gefahr besteht, dass der Anschluss mittelständischer Betriebe unberücksichtigt bleibt und die Option Wasserstoff damit wegfällt.“

Auch die übrigen Partner des Hydrogen Hubs setzen sich aktiv dafür ein, die Transformation der Verteilnetze voranzutreiben. „Um die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Kreises zu sichern, ist die Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur ein wichtiger Bestandteil. Wir wollen unsere Betriebe bei der Transformation der Energieversorgung unterstützen. Gemeinsam mit unseren Partnern im Kreis sowie im Hydrogen Hub Aachen schauen wir kritisch auf die Diskussionen um das zukünftige Wasserstoff-Kernnetz. Es braucht dringend einen Ausspeisepunkt, der dann die Verteilnetze in den Kreis Euskirchen versorgen kann. Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein“, betont Markus Ramers, Landrat des Kreises Euskirchen.

Über den Hydrogen Hub Aachen: 

Im Hydrogen Hub Aachen arbeiten Stadt und Städteregion Aachen, die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg sowie die IHK Aachen gemeinsam daran, die Region zu einem Hotspot der Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland zu machen. Unterstützt werden sie dabei von der AGIT mbH.

Kategorien
Top-Events

Sommerliches Open Air-Spektakel: „One Night With ABBA“ am 7. Juni im Kurgarten Bad Bertrich

Bad Bertrich/Daun – Am 7. Juni erfüllt die einmalige Magie von „ABBA“ den Kurgarten des KulturRaumsBad Bertrich bei einem Open-Air-Konzert. Tickets sind noch erhältlich! Die Formation „One Night With ABBA“, die den Deutschen Rock & Pop-Preis als „Beste Cover/Revival-Band“ gewonnen hat, begeistert mit den herausragenden Sängerinnen Linda Mikulec und Simone Kerchner. Sie feiern das musikalische Erbe der legendären schwedischen Band.

Mit Klassikern wie „Dancing Queen“ und „Mamma Mia“ verspricht die Show ein unvergessliches ABBA-Erlebnis. Die detailgetreue Darstellung, von Originalarrangements bis hin zur authentischen Bühnengestaltung im Stil der 70er Jahre, garantiert höchste Qualität und versetzt die Zuschauer in das unverwechselbare ABBA-Fieber.

Linda Mikulec als Agnetha und Simone Kerchner als Anni-Frid werden von Florian Brettschneider, einem der besten Gitarristen Deutschlands, als Björn und Dieter „DD“ Döhrn am Piano als Benny unterstützt.

Tickets ab 28,50 EUR sind erhältlich unter www.kulturraum-badbertrich.de/veranstaltungen/termine, an allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional sowie in den GesundLand Tourist Informationen in Bad Bertrich, Daun und Manderscheid. Weitere Informationen finden Sie unter www.kulturraum-badbertrich.de oder über die Tourist Information Bad Bertrich, Tel. +49 2674 932 222 oder bad-bertrich@gesundland-vulkaneifel.de.

„One Night With ABBA“ – Open Air Juni 2024
Tickets: 28,50 EUR
Einlass: 19 Uhr
Ort: Kurgarten, Bad Bertrich

Kategorien
Kunst & Kultur

Ein Hingucker in gelb – Das neue Spielzeitheft der Burgfestspiele Mayen ist da!

Mayen – Es ist ein Herzensprojekt des amtierenden Intendanten Alexander May: Das Spielzeitheft, das alle Stücke und alle Mitarbeitenden des Festspielsommers mit ausführlichen Infos vorstellt.

Seit Beginn seiner Intendanz kommt das Heft zu Beginn der Saison heraus und präsentiert auch immer das aktuelle Spielzeitmotto. In diesem Jahr leuchtet das Heft so hell, wie das Motto „Licht“ es verspricht. Und strahlend wird auch der Spielplan werden: Kultkomödien, die ans Herz gehen, ein emotionales Schauspiel über die Macht der Musik, ein weltbekanntes Familienstück, dazu wieder ein umfangreiches Exxtra-Programm – hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Los geht es am Wochenende 1./2. Juni mit dem großen Stadtfest „KulturGenuss“ und der Premiere von „Peterchens Mondfahrt“.

Tickets für die Produktionen der Burgfestspiele gibt es bei Reisebüro Bell Regional Touristikcenter in der Rosengasse 5, 56727 Mayen über die Ticket-Hotline: 02651/494942, per Mail an tickets@touristikcenter-mayen.de oder online auf der Seite der Burgfestspiele.

Mehr Informationen zum Programm der Burgfestspiele 2024 gibt es unter www.burgfestspiele-mayen.de.

Kategorien
News

Mehrere Tausend Pilgerinnen und Pilger bei der Springprozession in Echternach

Region/Trier/Echternach – Unter dem Motto „Frieden geht mit dir“ sind in der Nacht von Pfingstmontag (20. Mai) auf Dienstag (21. Mai), etwa 100 junge Menschen von verschiedenen Startorten aus zu Fuß nach Echternach gepilgert, um sich im Anschluss in die Schar von mehreren Tausend Pilgerinnen und Pilger der Springprozession einzureihen. Ziel der Prozession, die alljährlich zu Polka-Melodie springend durch die Straßen der luxemburgischen Abteistadt zieht, ist das Grab des Heiligen Missionsbischofs Willibrord (658-739) in der Krypta der Basilika.

Zuvor fand für die Teilnehmenden der „Route Echternach“, die seit den 1980er Jahren von der kirchlichen Jugendarbeit im Bistum Trier und in Luxemburg als Sternwallfahrt durchgeführt wird, ein Jugendgottesdienst statt. „Wir waren an der Seite der Emmaus-Jünger in der Kirche unterwegs“, erläutert Cäcilie Fieweger, die als Leiterin der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral Trier die Gruppen des Bistums koordiniert. Mit Steinen, die die Teilnehmenden mitgenommen hatten und dann ablegten, hätten „die Schwere“ und „das Loslassen“ den Gang durch das Gotteshaus begleitet. „Dann haben wir Kerzen auf den Altar abgestellt und gemeinsam Mahl gefeiert“, berichtet die Pastoralreferentin aus der um 5.30 Uhr in der Früh begonnenen Messe, die der Luxemburger Weihbischof Leo Wagener und der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters mit den Jugendlichen feierten.

Ina Schmitt (15) aus Manderscheid und Jana Gorges (18) aus Thomm sind zwei der 35 jungen Menschen, die an Pfingstmontag um Mitternacht mit ihrer Gruppe in Irrel aufgebrochen sind. Beiden haben besonders die nächtlichen Impulse zum Thema „Frieden“ auf dem Weg durch den Wald angesprochen sowie der Teil der zehn Kilometer langen Strecke, den sie schweigend zurückgelegten. „Wunderschön war die Aussicht von einer Kapelle“, schwärmt Jana und erzählt von der ansonsten „stockdüsteren Nacht“, in der sie sich auf ihre Taschenlampen verlassen mussten. „Die Stille und die Gemeinschaft“ haben ihnen besonders gefallen – „es hat sich sehr gelohnt“, resümiert Jana. Eine andere Gruppe war abends in Saarburg-Beurig gestartet und hat 14 Kilometer ab Herborn durch den Wald zurückgelegt. Beide Gruppen trafen am Dienstag früh auf Jugendliche einer internationalen Gruppe aus dem Großherzogtum, die jedes Jahr von der Jugendpastoral Luxemburg begleitet wird.

Während die Jugendlichen nach ihrem Gottesdienst frühstücken und ein wenig ausruhen konnten, fand ein Pontifikalamt statt, an dem etwa 600 Pilgerinnen und Pilger teilnahmen – darunter als größte und traditionsreichste Gruppe die Fußwallfahrerinnen und -wallfahrer aus Prüm und Waxweiler. Dem Gottesdienst, an dem am Altar etwa 20 Diözesan- und Weihbischöfe sowie Äbte aus Luxemburg, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden teilnahmen, stand der Niederländische Kardinal Willem Eijk vor. Als Erzbischof von Utrecht ist er Nachfolger des Heiligen Willibrord, der in den Jahren 695 bis 739 erster Utrechter Bischof war. Unter den Konzelebranten waren auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann, Weihbischof Jörg Michael Peters und der emeritierte Weihbischof Franz Josef Gebert sowie Jean-Claude Kardinal Hollerich, der als Erzbischof von Luxemburg die Springprozession im Abteihof eröffnete.

Die Bedeutung europäischer Werte

Bereits am Pfingstmontag-Abend hielt der Bischof von Fulda und stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Michael Gerber, die Festpredigt in der feierlichen Eröffnungsandacht. Vor dem Hintergrund zahlreicher politischer „Weichenstellungen“ in Europa, darunter der Krieg in der Ukraine und die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament, betonte Gerber die Bedeutung der europäischen Werte und Traditionen sowie darüber hinaus die Wichtigkeit synodaler Prozesse in der Kirche. Schon die Gründer Echternachs und Fuldas – der Heilige Willibrord und sein Zeitgenosse, der Heilige Bonifatius – seien an der Schwelle vom siebten zum achten Jahrhundert grenzüberschreitend als „Global Player“ unterwegs gewesen, so Gerber. Ihre Wege durch Europa mahnten heute dazu: „Geht den Weg der Völker Europas gemeinsam weiter, geht die großen Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft miteinander an!“

Die Springprozession, die seit dem Jahr 2010 immaterielles Weltkulturerbe der Unesco ist, geht in ihrer heutigen Form auf das 19. Jahrhundert zurück, lässt sich jedoch geschichtlich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Tausende von Springerinnen und Springer nehmen jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten in etwa 50 Gruppen und mit zahlreichen Musikgruppen aus Luxemburg und den Nachbarregionen aus Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden teil.

 

Kategorien
Tourismus

„Ritterfestspiele“ lockten auch zu Pfingsten wieder tausende Besucher auf die Burg Satzvey

Mechernich-Satzvey – Hollywoodreife Rittershow – Geboten wurde eine professionelle Show á la „Game of Thrones“, beeindruckende Livemusik, ein großer Mittelalter-Markt und vieles mehr. Die Geschichte der Wasserburg in Satzvey geht bis ins Mittelalter zurück. Diese sagenumwobene Zeit der Ritter, Helden und Schurken gehört hier allerdings nicht der Vergangenheit an. Jedes Jahr finden rund um das historische Gemäuer die mittlerweile schon legendären „Ritterfestspiele“ statt – wie nun auch zu Pfingsten.

Jedes Jahr finden rund um die Wasserburg Satzvey die mittlerweile schon legendären „Ritterfestspiele“ statt – wie nun auch zu Pfingsten. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Das nahmen sich wieder tausende Mittelalter-Fans zum Anlass, nach Satzvey zu kommen. Teils stammen diese sogar aus England, der Niederlande oder den USA.

Mit viele Angeboten wie Bogenschießen oder sogar Axt- und „Rattenwerfen“, einem großen Mittelaltermarkt, der handgemachte Waren aller Zünfte bietet, einem großen Ritterlager, der epischen neuen Show „Der rote Thron“ der „Ritter der Burg Satzvey“, den Leckereien aus der „Burgbäckerei zu Satzvey“, mittelalterlicher Livemusik, weiteren Künstlern und Gauklern sowie eindrucksvollen Kostüm-Ideen wartet das Event mit vielerlei Angeboten auf. Das nächste Mal dann wieder im Herbst.

Hollywoodreife Rittershow

Besonderen Augenmerk legen die Veranstalter auf die professionelle neue Show der „Ritter der Burg Satzvey“ unter Regie von Thorsten „Loki“ Loock, die ihre erste Aufführung feiern konnte. Hier werden Märchen und Legenden zu neuem Leben erweckt.

„Die Geschichte um eine grausame Tyrannin, die ihr Volk in Angst und Schrecken hält, wird interpretiert mit spannenden Action-Elementen, professionellen Reiterstunts und einer eindrucksvollen Feuershow“, schreibt die veranstaltende „Patricia Gräfin Beissel GmbH“ dazu: „Wird es dem fahrenden Volk, das im Königreich gastiert, gelingen, die finstere Herrschaft des »roten Throns« zu beenden?“

Zu viel versprachen die Veranstalter damit nicht – und wurden vom Publikum regelmäßig mit tosendem Applaus belohnt. „Wir betreiben hier »Histotainment«. Heißt, hier sitzt jeder Schlag ganz genau“, erklärte dazu Patricia Gräfin Beissel gegenüber der Agentur ProfiPress und ergänzte: „die Besitzer reiten ihre Pferde dabei selbst.“

Ein Tanz mit dem Feuer

Doch auch abseits der hollywoodreifen Show kam die Unterhaltung nicht zu kurz. Allerlei Gaukler, Musiker und Künstler traten auf, wo man hinsah – und machten die Illusion vom Mittelalter gemeinsam mit vielen verkleideten Besuchern und Ritterclans perfekt. Eine von ihnen ist „Jacky die Feuerteufelin“.

Seit nunmehr zwei Jahren ist die Feuerkünstlerin bei den Ritterspielen dabei. Wenn die 23-jährige Kerpenerin mit einem Lächeln im Gesicht scheinbar furcht- und mühelos mit den Flammen an Ketten in ihren Händen zu bewegender Musik tanzt, fällt der Alltagsstress von ihr ab. Und das schon seit sie 14 ist. Im eigentlichen Beruf ist sie Fachangestellte in der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie.

„Mir gibt der Tanz mit dem Feuer ein Gefühl von Sicherheit. Ich liebe besonders das Geräusch der Flammen. Das ist für mich für Musik!“ Durch Freunde sei sie auf die Wasserburg gekommen und wusste direkt, dass sie hier spielen will. „Man darf keine Angst haben. Respekt ist aber wichtig“, wie das junge Talent betont. Besondere Freude mache es ihr, die Besucher und gerade Kindern mit ihrer Kunst zum Lächeln zu bringen. Viel Rückhalt und gute Tipps bekomme sie von der „großen Familie“ auf Burg Satzvey.

„Greifen“ helfen Katzen

So zum Beispiel von der „Freien Ritterschaft der Greifen“, die auch in diesem Jahr ihr beeindruckendes Lager nebst vieler anderer Ritterstämme aufgeschlagen hatten. Ihr Herz schlägt jedoch nicht nur für das Mittelalter. Auch kleine Kumpel auf vier Pfoten haben es ihnen angetan.

„Was wir übrig haben, geht an den »Tierschutzverein Katzenhilfe Südeifel e.V.«“, erklärte Joachim Gebhardt von der Ritterschaft, der den Tierschutzverein mit seiner Frau Jutta betreibt. Hier nimmt man trotz hoher Kosten streunende Katzen auf, kastriert sie und vermittelt sie weiter, um einer unkontrollierten Vermehrung entgegenzuwirken.

Mittlerweile kümmern sie sich um 50 Streunerkatzen. „Wir wollen den Tieren ein gutes Leben ermöglichen und bringen sie in ein neues Zuhause“, so Gebhardt. Hierfür sei man aber stets auf Spenden gutherziger Tierfreunde angewiesen.

„Satzvey ist Familie!“

So zeigt sich: bei den Ritterspielen auf Burg Satzvey geht es nicht nur um Geschichte und gute Unterhaltung. Wie auch Burgbäcker Teddy M. Schmitz betont: „Bei uns geht es um jeden einzelnen. Satzvey ist Familie!“

Man helfe sich gegenseitig, wo man nur kann. So sei das Burggelände bei vielen schon zu einem Dreh- und Angelpunkt im Leben geworden – „wie ein zweites Zuhause“. Und so ist jetzt schon klar, dass auch bei den nächsten „Ritterfestspielen“ im September wieder viele tausend Besucher mit dabei sein werden um die legendäre Zeit der Ritter, Schurken und Fabelwesen im Ambiente der mittelalterlichen Wasserburg einmal mehr zum Leben zu erwecken.