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Mitglieder des Kuratoriums der Jugendstiftung der Kreissparkasse Ahrweiler stehen fest

Ahrweiler – In seiner Sitzung am 10. September 2024 hat der Verwaltungsrat der Kreissparkasse Ahrweiler das neue Kuratorium der Jugendstiftung der Kreissparkasse Ahrweiler gewählt. Dieses kam nun vor kurzem zu seiner ersten Kuratoriumssitzung zusammen. Das Kuratorium der Jugendstiftung der Kreissparkasse Ahrweiler setzt sich aus der Landrätin des Landkreises Ahrweiler, drei Vertretern des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Ahrweiler, vier Personen des öffentlichen Lebens aus dem Landkreis Ahrweiler und dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Ahrweiler zusammen. Neben der Landrätin Cornelia Weigand, gehören damit Dieter Zimmermann, Michael Schneider, Martin Kallweit, Sarah Rößel, Björn Weck, Wilhelm Busch, Marcel Werner und Elisabeth Dahr zum Kuratorium der Jugendstiftung. Den Stiftungsvorstand bilden Guido Mombauer und Achim Gemein.

Seit Gründung der Stiftung im Jahre 1985 konnten über 1.700 Maßnahmen mit einem Volumen von fast 1 Mio.€ zugunsten der Kinder und Jugendlichen im Landkreis Ahrweiler gefördert werden. Neben der Förderung von Einzelmaßnahmen vergibt die Jugendstiftung u. a. jährlich Förderpreise für die jahrgangsbesten Abiturientinnen und Abiturienten an den einzelnen Gymnasien des Landkreises Ahrweiler, der Fachoberschule Adenau sowie der berufsbildenden Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Darüber wird sich jährlich ein besonderer Förderschwerpunkt gesetzt. In den aktuellen Schwerpunktmaßnahmen unterstützt die Jugendstiftung der Kreissparkasse Ahrweiler unter anderem die Schwimmförderung in Form des Projekts Ahr-Kids. Daneben wird auch im Jubiläumsjahr der Jugendstiftung der Kreissparkasse Ahrweiler wieder die erfolgreiche Teilnahme am Sportabzeichen für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 17 Jahren besonders gefördert. Darüber hinaus bietet die Stiftung den Kindergärten im Kreis Ahrweiler in Kooperation mit der Schreinerei Rönnefarth („Die Holzwürmer“) die Bereitstellung eines kostenlosen Hochbeetes an.

„Wir freuen uns, dass wir mit unseren zahlreichen Maßnahmen die Jugendlichen im Kreis Ahrweiler auf vielfältigste Weise unterstützten können“, berichtet Guido Mombauer, Vorstandsmitglied der Jugendstiftung der Kreissparkasse Ahrweiler, und führt weiter aus: „Gerne unterstützen wir auch neue Projekte und Maßnahmen. Hierfür muss lediglich über unsere Homepage ein entsprechender Förderantrag gestellt werden.“

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„Aufruf zum Kita-Wettbewerb – Kleine Hände, große Zukunft“

Prüm/Region – Die Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region (KH MEHR) lädt im Rahmen des bundesweiten Kita-Wettbewerbs „Kleine Hände, große Zukunft“ die regionalen Kitas und die Einrichtungen der Kindertagespflege ein, die vielfältige und spannende Welt des Handwerks zu entdecken! Gleichzeitig geht der Aufruf an die Handwerksbetriebe der Region, Kitagruppen in ihrem Betrieb zu begrüßen und den Kleinen ein unvergessliches Erlebnis zu schenken.

„Es ist eine wunderbare Chance, den Jüngsten die Vielfalt des Handwerks näherzubringen und sie nachhaltig für handwerkliche Berufe zu begeistern“, sagt Christian Weirich von der Kreishandwerkerschaft MEHR. „Die Kinder sehen und erleben, wie die Dinge unseres Alltags entstehen – in der Backstube, im Friseursalon oder beim Augenoptiker, in der Werkstatt, im Atelier oder auf der Baustelle. Über 130 spannende Berufe gehören zum Handwerk.“

Und so funktioniert der Wettbewerb: Kitas und Handwerksbetriebe aus der Region gehen aufeinander zu und vereinbaren einen Termin, an dem die Kinder den Betrieb besuchen. An diesem besonderen Tag dürfen die Kinder nicht nur den Profis zuschauen, sondern auch selbst aktiv werden: Sie probieren verschiedene Werkzeuge aus oder setzen vielleicht sogar gemeinsam mit den Handwerkerinnen und Handwerkern ein kleines Projekt um.

Nach dem Besuch wird es kreativ: Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern gestalten die Kinder ein Riesenposter, auf dem sie die Eindrücke und Erlebnisse von diesem spannenden Tag festhalten. Das gestaltete Poster wird bis zum 14.03.2025 eingereicht.

Dieser Einsatz wird natürlich belohnt: Eine Expertenjury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Handwerks und der Frühpädagogik, bewertet die eingereichten Poster und wählt pro Bundesland den besten Beitrag aus. Den Gewinner-Kitas winkt ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro, welches für ein Kita-Fest oder einen Projekttag zum Thema Handwerk verwendet werden kann.

Der Wettbewerb, der in diesem Jahr in seine 12. Auflage startet, ist eine gemeinsame Initiative der Kreishandwerkerschaft MEHR mit der Aktion Modernes Handwerk e.V. (AMH). Schon über 25.000 kleine Handwerkerinnen und Handwerker hat er bundesweit erreicht und Robert Wüst, Vorsitzender der AMH, zeigt sich begeistert: „Es ist großartig zu sehen, wie Handwerksbetriebe und Kitas gemeinsam diesen besonderen Tag gestalten. Vielleicht werden die Kinder durch diese Erlebnisse sogar zu den Fachkräften von morgen.“
Die Wettbewerbsunterlagen können bequem und kostenfrei von Kitas und Einrichtungen der Kinder-Tagespflege über den Link http://www.kita-wettbewerb.de bestellt werden. Dort sind alle Informationen zum Wettbewerb und zusätzliche Tipps zu finden.

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Auftakt der Haus- und Straßensammlung des „Volksbundes Deutsche Kriegsgräber-Fürsorge“ in Mechernich

Mechernich – Von 15. Oktober bis 30. November findet die Haus- und Straßensammlung des „Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ im Mechernicher Stadtgebiet statt. Dann sind wieder zahlreiche Freiwillige mit der Sammelbüchse unterwegs, um die Bevölkerung am Bleiberg um Spenden zu bitten.

Eine große Auftaktveranstaltung samt Pavillon und Infomaterial findet am Freitag, 18. Oktober, von 9 bis 11 Uhr auf dem Mechernicher Brunnenplatz statt. Teilnehmen werden neben der Standesbeamtin Britta Walter, Stadtbeauftragte des Volksbundes, auch der stellvertretende Bürgermeister Günter Kornell, Landrat Markus Ramers sowie Vertreter der Bundeswehr am Standort Mechernich und der Stadtverwaltung.

Und obwohl Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick an diesem Tag leider verhindert ist, ist das Ganze Chefsache: „Soldatengräber zu erhalten und zu pflegen ist nicht nur ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität, sondern auch eine Mahnung zum Frieden und zur Völkerverständigung“, so der Verwaltungschef.

In der Stadt am Bleiberg kam man im vergangenen Jahr auf rund 7.780 Euro bei der Haus- und Straßensammlung sowie rund 1.700 Euro auf Friedhöfen. Das will man diesmal nochmals überbieten.

832 Stätten in 46 Ländern

Der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.“ ist eine humanitäre Organisation. Er widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, Kriegstote im Ausland zu suchen und zu bergen, sie würdig zu bestatten und ihre Gräber zu pflegen. Der Volksbund betreut Angehörige und berät öffentliche und private Stellen in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, auch international.

Er engagiert sich in der Erinnerungskultur und fördert die Begegnung und Bildung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten. Insgesamt betreut der Verein 832 Kriegsgräberstätten in 46 Ländern. Hier liegen insgesamt um die 2,8 Millionen Soldaten und zivile Opfer.

Sammler legitimiert

In den insgesamt 45 Dörfern des Mechernicher Stadtgebietes übernehmen vor allem die Ortsbürgermeister/innen, Vereine und Feuerwehren die Sammeltätigkeit. Außerdem unterstützen die am Bleiberg stationierten Soldaten die Aktion.

Alle Sammler können sich mit einem Ausweis des „Volksbundes“ legitimieren. Die gibt´s bei Britta Walter, die die Organisation betreut.

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Gut fürs Klima, gut für Aachen – Gebäude-Management der Stadt verfolgt innovative Strategie

Aachen –  Zur offiziellen Einweihung der Photovoltaikanlage begrüßen Kinder und Lehrkräfte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen in Eilendorf. Beeindruckende Zahlen: 360-Quadratmeter-Anlage produziert 64.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr und spart so jeweils 29 Tonnen CO2 ein. Kurzfristig werden neun weitere Anlagen installiert, im Jahr 2025 sogar 22 weitere auf kommunalen Dächern.

In Eilendorf steht die Zukunft auf dem Dach: Über 360 Quadratmeter erstreckt sich die neue Photovoltaikanlage auf der Grundschule Birkstraße. Sie ist die erste, die nun mit einem innovativen System Strom ins Netz einspeist und den Auftakt bildet für viele weitere, die in den kommenden Monaten und Jahren folgen werden. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. In Sachen Solarenergie setzt sie in Eilendorf das erste Ausrufezeichen!

„Wir singen für die Sonne ein Lied, zwo, drei, vier!“

Und auch wenn die Sonne sich an diesem regnerischen Herbsttag hinter den Wolken versteckte, so strahlten im Gebäude doch alle Gesichter. Denn zur offiziellen Inbetriebnahme der Anlage am Mittwoch (9. Oktober) besuchte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen die Kinder und Lehrkräfte der KGS Birkstraße. Der Schulchor mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 2a und 2b begrüßte Aachens Stadtoberhaupt sogleich mit einem eigens einstudierten Lied. Beim Refrain „Wir singen für die Sonne ein Lied, zwo, drei, vier!“ klatschten dann auch Keupen und viele weitere, darunter Eilendorfs Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler, Bezirksamtsleiter Gert Kempf und Schulleiterin Anke Piel, fröhlich mit. „Großartig!“, befand die Oberbürgermeisterin und freute sich noch mehr, als sie von einigen Kindern sogar selbstgebastelte Geschenke erhielt.

In höchsten Tönen lobten anschließend alle das tolle Klima-Bauprojekt, das unter Federführung des Gebäudemanagements der Stadt Aachen verwirklicht worden ist. Sieben junge Dritt- und Vierklässler beeindruckten mit einem Fachvortrag. Kindgerecht erklärten sie, wie Solarenergie eigentlich funktioniert. Fragen an die Oberbürgermeisterin hatten sie ebenfalls im Gepäck. „Haben Sie eigentlich Zuhause auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach?“ – „Ja, in der Tat“, verriet Sibylle Keupen. „Die ist aber natürlich viel kleiner als die, die ihr hier nun auf eurem Schuldach habt.“

Innovatives System: regionale Direktvermarktung

Die Stadt Aachen möchte in den kommenden Jahren auf vielen Dächern ihrer kommunalen Gebäude das ganz große Rad drehen, wie Jens Hauschild, kaufmännischer Geschäftsführer des Gebäudemanagements, mit seinem Team berichtete. Schon die PV-Anlage Birkstraße besticht mit beeindruckenden Zahlen: Ihre Leistungsfähigkeit liegt bei knapp 76 Kilowattpeak (kWpeak). Fachleute gehen von einer Stromproduktion von 64.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr aus – das entspricht ungefähr dem Verbrauch von 16 Einfamilienhäusern. Allein durch diese Anlage werden künftig 29 Tonnen CO2pro Jahr eingespart. Für die Eilendorfer Schule inklusive Turnhalle und Schwimmhalle bedeutet das, dass sie fast den gesamten Teil ihres eigenen Verbrauchs, der bei circa 86.000 kWh liegt, auf dem Dach produziert. Doch der Strom wird nicht automatisch direkt vor Ort verbraucht.

Denn die Photovoltaik-Strategie der Stadt reicht weit über die Eilendorfer Grundschule hinaus. Das Zauberwort lautet „regionale Direktvermarktung“. Denn über ein innovatives System wird der regenerativ erzeugte Strom, der über Anlagen wie in der Birkstraße bei Tageslicht kontinuierlich fließt, stets dorthin „geleitet“ wird, wo er gebraucht wird. „Das bedeutet zum Beispiel, dass wir mit der PV-Anlage auf der Grundschule an Wochenenden die Ampeln in der Innenstadt mit Strom versorgen können“, erläuterte Martin Lambertz als zuständiger Leiter der Abteilung „Technisches Gebäudemanagement Projekte und Energie“. Lambertz hatte die Idee zur regionalen Direktvermarktung, die vor allem ein äußerst wirtschaftliches System darstellt und super für die CO2-Bilanz der Stadt ist. Denn: „Der Strom, den wir hier regional produzieren, bleibt in Aachen.“ Mittlerweile interessieren sich sogar viele anderen Kommunen in Deutschland für das Aachener System.

PV-Ausbaustand und -pläne

Fachleute wie Martin Lambertz investieren derzeit viel Zeit und Knowhow, um nun möglichst schnell möglichst viele PV-Anlagen auf Aachens Dächer zu bekommen. Ziel ist es, in den nächsten drei bis vier jahren auf allen geeigneten Dächern kommunaler Gebäude Photovoltaikanlagen zu installieren, sie selbst zu betreiben und so den Strom in Form der regionalen Direktvermarktung zu nutzen.

Eine Analyse belegt nämlich: Die Stadt könnte in naher Zukunft eine Leistung von 14.000 kWpeak ermöglichen. Dies entspricht einer jährlichen Stromproduktion von 12.500 Megawattstunden (MWh). Damit würden 5600 Tonnen CO2 eingespart! Zum Vergleich: Der Stromverbrauch aller städtischen Gebäude liegt bei rund 24.000 MWh pro Jahr. „Das ist unsere Zielmarke“, beteuert sodann Gebäudemanagement-Chef Jens Hauschild. „Wir möchten in einigen Jahren die Hälfte unseres kommunalen Stromverbrauchs über eigene PV-Anlagen abdecken.“

Neben der Birkstraße werden kurzfristig weitere neun Anlagen in Betrieb gehen – mit einer Gesamtleistung von etwa 590 kWpeak. Für das Jahr 2025 sind weitere 22 PV-Anlagen mit einer Anschlussleistung von circa 1.600 kWpeak auf kommunalen Dächern geplant.

Weitere Infos über die Aktivitäten der Stadt Aachen im Rahmen der Kampagne „Aachen packt die Zukunft an“ auf www.aachenklima.de

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Städtisches Ordnungsamt Eschweiler und Polizei zeigen Präsenz

Eschweiler – Gemeinsam für mehr Sicherheit – und ein besseres Sicherheitsgefühl: Das ist zwar nicht der offizielle Slogan, gleichwohl aber das Grundprinzip der Kooperation von Kommunalem Ordnungsdienst und Polizei. Deren Ursprung liegt im Jahr 2001. Damals schlossen sich das Polizeipräsidium Aachen, die weiterführenden Schulen in Eschweiler und die Stadtverwaltung im gemeinsamen Interesse zusammen. Die somit begründete Ordnungspartnerschaft wurde seitdem mehrfach erneuert. Und sie wurde erweitert: Seit vielen Jahren pflegen Ordnungsamt und Polizei einen engen Austausch und organisieren nicht nur regelmäßige Treffen, sondern auch gemeinsame Streifen-, Präsenz- und Kontrolleinsätze.

In diesem Sinne sind Bezirksbeamte der Polizei und Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienst regelmäßig zusammen in der Eschweiler Fußgängerzone anzutreffen. Wie jetzt in der Grabenstraße, wo sie – nicht zuletzt aufgrund ihrer Einsatzfahrzeuge – große Aufmerksamkeit erregten. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit zum Gespräch, machten Anregungen, gaben Hinweise oder brachten ihre Sorgen zum Ausdruck. Und nahezu allesamt bedankten sie sich dafür, dass die Ordnungskräfte Präsenz zeigen und damit sowohl die Sicherheit erhöhen als auch das Sicherheitsgefühl stärken.

Genau das ist das Ziel der Stadt Eschweiler. „Die Sicherheit ist für uns alle ein zentrales Thema“, betont Nadine Leonhardt. Und die Bürgermeisterin unterstreicht: „Mir ist wichtig, dass wir uns in Eschweiler sicher fühlen und unbeschwert leben können.“

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Fluthilfe-Einrichtung „Waschbar“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler bietet praktische Hilfe

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Die Malteser als Mitbetreiber haben „Gesichter und Geschichten“ von Besuchern zusammengetragen und in einer Ausstellung präsentiert. Seit dem verheerenden Ahr-Hochwasser im Juli 2021 sind die Malteser im Flutgebiet aktiv. Unter anderem mit der „Waschbar“ in einem Container neben dem Pfarrheim der Rosenkranzkirche. Die Einrichtung ist eine Kooperation mit der Caritas sowie der Pfarrei und war und ist eine große Hilfe für die zahllosen Menschen, die bei der Flut ihren Hausstand verloren und hier eine Möglichkeit zum Wäschewaschen und -trocknen haben. Der Container mit Waschmaschinen und Trocknern ist nicht nur ein Ort zum Wäschewaschen, sondern auch ein Begegnungsraum, den die Menschen noch immer gerne nutzen. In der „Waschbar“ sitzt man bei Kaffee oder einem kühlen Getränk beisammen und redet miteinander.

21 spannende und berührende Geschichten

„In den Gesprächen mit den Menschen wurden uns viele spannende und berührende Geschichten anvertraut“, erzählen die Malteser-Mitarbeiter, die die Einrichtung betreuen. Das war die Grundlage für die Wanderausstellung „Gesichter und Geschichten – eine Ausstellung aus dem Ahrtal in Bild und Ton“, die im August im Pfarrheim Bad Neuenahr-Ahrweiler zu sehen war.

Ein halbes Jahr hatten die Malteser die Gäste gebeten, eine Geschichte aus ihrem Leben zu erzählen – und diese aufnehmen und aufschreiben zu dürfen. So kamen 21 kleine Berichte zusammen, die alle Bereiche des Lebens abbilden. Es sind nicht nur Flutgeschichten, aber immer spannende Erinnerungen – mal lustig, mal traurig, mal schmerzhaft, mal inspirierend. Manchmal berichten sie von lange zurück liegenden Erlebnissen, mal von ganz frischen Erfahrungen. Die Audioaufnahmen wurden in der „Waschbar“ gemacht. Aufnahmetechnisch sind sie alles andere als perfekt. Aber gerade das macht sie so authentisch und interessant. Die Teilnehmer mussten im Ahrtal leben und über 18 Jahre alt sein.

Der Fotograf Werner Richner hat jeden der 21 Geschichtenerzähler porträtiert. Die großformatigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind intensiv und eindrücklich. Richner schaut mit liebevollem Blick ins Innere der abgebildeten Personen.

QR-Codes verbinden Fotos mit den Audioaufnahmen

Über einen QR-Code kann der Betrachter die zugehörige Audiodatei öffnen – dann wird aus dem Foto eine lebendige Person, die eine Episode aus ihrem Leben erzählt – wie Irma Günzel, die von ihrer Kindheit in Peru berichtet. Oder Magdalene Schmitz-Anton, die noch oft an „Jösefchen“ denkt, der als Kind im Krankenbett neben ihrem lag und sehr schön singen konnte, bevor er starb.

Auch das Begleitheft ist eine gelungene Arbeit. Alle Porträts und die zugehörigen Erzählungen sind abgedruckt, das Layout ist professionell und rundum gelungen.

Bei der Eröffnung der Ausstellung Ende August im Anschluss an einen Gottesdienst in der Rosenkranzkirche waren die Organisatoren überrascht vom großen Interesse des Publikums. „Es ist unglaublich, wir freuen uns sehr“, freute sich Pressesprecherin Michaela Boland. Offiziell begrüßt wurden die Besucherinnen und Besucher von Wolfgang Heidinger in seiner Funktion als Bundesbeauftragter für die Fluthilfe.

Nach der ersten einwöchigen Ausstellungsphase gehen die „Gesichter und Geschichten“ auf Wanderschaft – und in der „Waschbar“ hören sich die Malteser-Mitarbeiter auch weiter gerne Geschichten aus dem Leben der Gäste an.

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Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2025 in Bad Münstereifel – Haus Sonne bringt Parkanlage auf Vordermann

Bad Münstereifel – Mit Waldsofas, Sinnespfad und Flächen zum Verweilen soll der Außenbereich aufgewertet werden – Schweres Gerät steht auf der Bad Münstereifeler Willy-Brandt-Straße: Unimog mit Anhänger, Traktor mit Häcksler. Sie warten auf ihren Einsatz rund um das Haus Maria. Es ist Mittagspause und die Mitarbeiter von Steidl Baumdienst haben am Vormittag bereits ganze Arbeit geleistet. In der Einfahrt zum Wohn- und Betreuungsverbund Haus Sonne wird das sichtbar. Auf einem großen Haufen liegen dort kleinere Bäume sowie ganze Sträucher und Äste, die die fünf Engelgauer Baumpfleger im oberen Bereich der Außenanlage entnommen haben.

„Wir möchten unseren Park und das Wohnen für die betreuten Menschen attraktiver gestalten als einen Meilenstein auf dem Weg, dass der Verein Haus Sonne im kommenden Jahr 40-jähriges Bestehen feiert“, berichtet Thomas Hochgürtel. Zwar gebe es in den therapeutischen tagesstrukturierenden Angeboten eine Gartenarbeitsgruppe, die den Park regelmäßig pflegt, aber bei diesen aufwendigen Arbeiten müsse man auf Profis mit schwerem Gerät zurückgreifen, so der Mitarbeiter für Qualitätsmanagement, Controlling und Organisation.

Nach der Mittagspause wird auch schnell klar warum. Im unteren Bereich der geräumigen Parkanlage, die einst zum Kloster der Neusser Augustinerinnen gehörte, sind einige kranke Fichten mit einer orangefarbenen Markierung versehen. Ihnen rückt Alfons Steidl mit der Kettensäge zu Leibe und man sieht gleich, dass da jemand am Werk ist, der sein Handwerk versteht.

Offener und aufgeräumter

Während Thomas Hochgürtel die Arbeiten beobachtet, freut er sich schon auf die weiteren Maßnahmen, um den Park attraktiver zu gestalten. „Wir beabsichtigen, hier Waldsofas aufzustellen sowie einen Sinnespfad und verschiedene Flächen zum Verweilen anzulegen und aufzuwerten“, sagt der Haus-Sonne-Mitarbeiter. Dabei werden auch die Bewohner des Wohn- und Betreuungsverbunds mit eingebunden.

Schließlich bietet der Verbund seit nunmehr fast 40 Jahren in Bad Münstereifel und Umgebung sehr erfolgreich verschiedene Wohn- und Hilfsangebote für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen und/oder Suchterkrankungen an. „Zu unserem Konzept gehört es eben auch, dass unsere Bewohner nach individuellen Fähigkeiten einer sinnstiftenden strukturierenden Beschäftigung nachgehen und dabei von unseren Teams unter fachlicher Anleitung und Motivation gefordert und gefördert werden“, erklärt Thomas Hochgürtel.

Das kann zum Beispiel im Haus selbst geschehen. Wenn etwa im Bereich Hauswirtschaft für die Teilnehmer an den Angeboten der Tagesstruktur des Wohnverbunds gekocht wird oder Wäschepflege und Reinigungstätigkeiten vorgenommen werden. Zudem reparieren und warten die Bewohner in der Halle der Arbeitstherapie beispielsweise auch ihre Fahrräder oder sie packen bei der Pflege der Außenbereiche mit an.

So gehören Martin Kriechel und Florian Grabensee zum Beispiel zur Gartenarbeitsgruppe. Am Morgen waren sie noch mit ihrer Anleitung der Arbeitstherapie Garten Alexandra Deprez-Schrimpf in Nöthen bei der Quartiersarbeit beim Heckenschnitt im Einsatz. Jetzt sehen sie zum ersten Mal, was die Engelgauer Baumpfleger am Morgen in Bad Münstereifel geschafft haben. „Die Fläche hat dadurch definitiv gewonnen“, sagt Martin Kriechel. Mitbewohner Florian Grabensee findet, „dass alles viel offener wirkt und deutlich aufgeräumter aussieht“. Und Bernd Meuser vom Bewohnerbeirat hat beim Blick auf die freigeschnittene Fläche gleich eine Idee, was dort nach getaner Arbeit passieren könnte: „Hier könnte man jetzt richtig schön grillen.“

Für die Umgestaltung der Parkanlage wird nicht nur Manpower gebraucht, sondern auch finanzielle Mittel. „Dazu sind Spenden gerne gesehen“, so Maike Seidenfaden, Geschäftsführerin und Leitung des Wohn- und Betreuungsverbunds. Weiter Informationen dazu gibt es telefonisch unter 02253 92310.

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Am heutigen Mittwoch ist Aachens neue Innenstadtbrücke wieder für alle Verkehrs-Teilnehmer*innen freigegeben worden

Aachen – Hand in Hand, so wie das Brückenprojekt von Beginn an in der Planung und Umsetzung beim Aachener Stadtbetrieb und der Stadtverwaltung Aachen gestaltet war, wurde es auch beendet: Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Heiko Thomas, Beigeordneter für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude der Stadt Aachen, Indra Balsam, Betriebsleiterin des Aachener Stadtbetriebs, und Gisela Weiß, Geschäftsbereichsleiterin Straßenunterhaltung und Brückenbau des Stadtbetriebs, tragen die letzten Absperrgitter aus der Turmstraße und haben damit heute, Mittwoch, 9. Oktober, offiziell die neue Brücke Turmstraße freigegeben.

„Dass jetzt schon so viele Menschen die Brücke nutzen, zeigt, wie wichtig sie als Verbindungspunkt ist“, sagte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen.

„Das war für uns alle keine Alltagsaufgabe, sondern ein Großprojekt. Es ist eine Brücke, die die Hochschule mit der Innenstadt verbindet. Eine Brücke, die für die Bedürfnisse von Autos, Fahrrädern und Fußgänger*innen ausgelegt wurde und noch dazu über Bahngleise führt. Das verdeutlicht, dass dies eine Brücke der Verbindung ist.“ Sibylle Keupen hob hervor: „Viele auch unerwartete Hindernisse mussten bewältigt werden. Aber das Ergebnis zählt: Die Brücke ist fertig! Es ist ein guter Tag für Aachen!“

„Großartige Teamleistung!“

Zahlreiche Studierende, Bürger*innen und Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung waren bei der offiziellen Freigabe dabei. „Wir können uns heute miteinander freuen und stolz sein auf das, was geschafft worden. Dies war eines der kompliziertesten Projekte, die wir betreut haben, unter anderem, weil die Brücke Bahngleise überschreitet“, sagte Heiko Thomas, Beigeordneter für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude der Stadt Aachen. „Alle Beteiligten haben die auftretenden Herausforderungen angenommen und haben immer wieder Lösungen gefunden. Das war eine großartige Teamleistung!“

Die zeigte sich unter anderem noch in den vergangenen Wochen, als zahlreiche Bereiche des Aachener Stadtbetriebs in allen Bereichen tätig waren. Die Baumkolonne des Stadtbetriebs pflanzte zwei Bäume, Pyramiden-Ebereschen, die sehr vogel- und bienenfreundlich sind. Die Grünpflegekolonne bepflanzte die anliegenden Flächen, das Team der Stadtreinigung unterstützte mit der Reinigung der Gehwege und Fahrbahn. „Die Brückenfertigstellung war ein Gemeinschaftsprojekt von allen Beteiligten. Ich bin unfassbar stolz, Teil dieses Stadtbetriebs, der Stadtverwaltung und dieses Projekts zu sein“, sagte Indra Balsam, Betriebsleiterin des Stadtbetriebs.

„Intensive und spannende Zeit“

Für Gisela Weiß, Geschäftsbereichsleiterin Straßenunterhaltung und Brückenbau, geht mit der Freigabe der Brücke Turmstraße ein langjähriges Projekt zu Ende. Mehr als zehn Jahre lang hatte sie, gemeinsam mit Elmar Holzbach, die Projektleitung übernommen. „Die vergangene Zeit war eine sehr intensive und spannende. Aber auch eine schöne, denn an diesem Projekt waren so viele Menschen beteiligt: Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung aus Bereichen wie Verkehrsüberwachung, Verkehrsplanung, Verkehrstechnik, Verkehrsanordnungen, Straßenplanung, Markierung. Aber natürlich auch die Kolleg*innen aus den Gebieten Kampfmittelbeseitigung, Beantragung von Fördermitteln, Vergabe, Rechnungsprüfung, Rechtsamt, Denkmalpflege und Archäologie, Baumschutz und Finanzen. Ohne den Zusammenhalt eines großen und großartigen Teams im Hintergrund ist ein Bauprojekt in dieser Größenordnung überhaupt nicht umsetzbar.“

Die neue Brücke, eine Stahlverbundbrücke, wurde von 19,90 Meter auf das zwischen den Oberleitungsmasten maximal mögliche Maß von 22,20 Metern verbreitert. Diese Veränderung wirkt sich auf die Gehwege aus. Der Gehweg in Richtung Schanz wurde auf 2,50 Meter angepasst, in Richtung Ponttor von 2,20 Metern auf 3,50 Metern verbreitert. Weiterhin wurde in jeder Fahrtrichtung eine jeweils 2,55 Meter breite Radverkehrsanlage angelegt.

Hintergründe und Bauablauf

Im Rahmen einer turnusmäßigen Hauptprüfung nach DIN 1076 im Jahr 2013 wurden an der alten Brücke Turmstraße, einer Hohlkastenbrücke aus dem Jahr 1971, Schäden festgestellt, darunter feuchte Stellen, stehendes Wasser in den Hohlkästen und ein defektes Entwässerungssystem. Ist eine Brücke abgängig, ist der Prozess schleichend. Kleinere Sanierungen an der Brücke wurden laufend umgesetzt, doch die Schadensmeldungen häuften sich. Nach einer Standsicherheitsnachrechnung 2015 und einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung 2016 wurde deutlich, dass die Brücke in großen Teilen neu gebaut werden muss. Die Planungen für den Neubau begannen: Sperrpausen bei der Deutschen Bahn AG wurden angefragt und beantragt, die erste Entwurfspläne entstanden, die Haushaltsmittel für den Neubau eingeplant. Die ursprüngliche Planung sah noch eine Behelfsbrücke vor. Doch nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal 2021, kurz vor der geplanten Ausschreibung, konnte die eingeplante Behelfsbrücke nicht nach Aachen gebracht werden. Daher war eine Umplanung der Verkehrsführung und der Bauablaufplanung zwingend notwendig. Die ursprüngliche Planung, die vorsah, in zwei Hälften zu arbeiten, konnte nicht umgesetzt werden. Es wurde ein anderer Arbeitsablauf erforderlich, der ein großräumiges Umleitungskonzept erforderlich machte.

Am 2. Mai 2022 wurde die Turmstraße im Bereich der Brücke zwischen Claßenstraße und Prof.-Pirlet-Straße gesperrt. In Vorbereitung des Brückenabrisses wurden zunächst die Geländer und die Beleuchtungsmasten abgebaut und die asphaltierte Fahrbahnoberfläche abgetragen. Am 16. Mai begann der Abriss des Überbaus und der Pfeiler: Nachdem die Brückenkappen mit Geländer entfernt waren, folgte der Abbruch der seitlichen Kragarme. Im Anschluss folgte der Abbruch des ersten Hohlkastens. Dazu wurde die obere Fahrbahnplatte zertrümmert, bevor der Fahrbahnboden und der seitliche Steg abgenommen werden konnte. Im Laufe des Abbruchs wurden die Standpositionen der Bagger verlagert und der Abbruch unterhalb der Brücke fortgesetzt.

Im August stellte sich heraus, dass die vorgefundenen Gegebenheiten nicht den Annahmen der Entwurfsplanung entsprachen: Das Widerlager Nord konnte wegen der schlechten Bausubstanz nicht ertüchtigt, sondern musste auch noch abgerissen und neu errichtet werden. Dies führte im weiteren Bauablauf zu Verzögerungen: Die Stahlträger konnten nicht, wie geplant, im Herbst 2022, sondern erst im Frühjahr 2023 eingebaut werden, in der nächsten angemeldeten Sperrpause der Bahn, da im Gleisbereich gearbeitet werden musste.

Die sich anschließenden Arbeiten verzögerten sich entsprechend. Im September 2023 wurde absehbar, dass die Bewehrung und Betonage der Querträger deutlich aufwändiger war als geplant. Die Folgearbeiten an der Fahrbahnplatte und an den Kragarmen verzögerten sich dadurch uneinholbar.

Ende 2023 wurden für die Kappen auf den Flügeln der neuen Brücke die Schalungsarbeiten vorgenommen. Doch während der folgenden Wintermonate war das Wetter so schlecht, dass ein geregelter Bauablauf nicht möglich war. Insbesondere die sehr empfindlichen Arbeiten an der Abdichtung waren nicht möglich. Auch die Betonagearbeiten an den Kappen mussten mehrfach verschoben werden. Zudem wurden Baumängel festgestellt, die vor dem Weiterbau behoben werden mussten.

Ab April 2024 nahmen die Arbeiten wieder Fahrt auf: Die Abdichtung wurde aufgebracht, die Kappen betoniert, die Gehwege in den Anschlussbereichen hergestellt, der Berührungsschutz und das Geländer montiert. Im September wurde der letzte Meilenstein mit der Asphaltierung und Markierung der Fahrbahnflächen erreicht. Nach der Hauptprüfung der neuen Brücke und der formellen Abnahme am 8. Oktober konnte die Brücke schließlich am heutigen Mittwoch, 9. Oktober, für alle Verkehrsteilnehmer*innen freigegeben werden.

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Zülpich feiert die Fertigstellung des rekonstruierten Weiertores

Zülpich – Der Glücksklee ist vollendet – Die Stadt Zülpich feiert zusammen mit den Hovener Jungkarnevalisten und rund 300 Gästen die Fertigstellung des rekonstruierten Weiertores„In Zöllechs ahle Muure, do es höck widder jett loss!“ Die bekannten Zeilen aus der Zülpicher Stadthymne, die Bürgermeister Ulf Hürtgen eingangs seiner Rede zitierte, hätten kaum besser passen können. Denn es war tatsächlich „jett loss“, also es war etwas los, als die Stadt Zülpich jetzt gemeinsam mit den Hovener Jungkarnevalisten (HJK) im Beisein von rund 300 geladenen Gästen die Eröffnung des rekonstruierten Weiertores feierte.

Rückblende: Vor etwa 15 Jahren hatten sich die Verantwortlichen der Hovener Jungkarnevalisten erstmals Gedanken über den Wiederaufbau des Weiertores gemacht, um hier ein Vereinsdomizil zu schaffen. Damals mussten sie aber schnell einsehen, dass dieses Unterfangen aus finanziellen Gründen nicht realisierbar war. Dass dieser Traum doch noch Wirklichkeit werden konnte, ist fast schon eine glückliche Fügung des Schicksals. Vor etwas mehr als fünf Jahren trat Karl-Josef Ernst mit einer Idee an die HJK heran: Der renommierte Zülpicher Architekt, der sich in der Römerstadt bei einer Vielzahl an Bauprojekten sichtbar verewigt hat, erkundigte sich bei der HJK nach dem Interesse, das Projekt „Wiederaufbau des Weiertores“ gemeinsam anzugehen. Fast zeitgleich wurden die HJK von der Stadt Zülpich auf das Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen.“ aufmerksam gemacht, das für ein derartiges Projekt eine 90-prozentige Förderung vorsah. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagten sich die Verantwortlichen um HJK-Präsident Gerd Wallraff, denn, so Wallraff, das war „innerhalb weniger Wochen so etwas wie zweimal sechs Richtige im Lotto“.

„Verrückte Ideen müssen immer auf verrückte Ministerinnen treffen, die sagen: Das können wir uns vorstellen“, sagte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW, jetzt in ihrem Grußwort bei der Eröffnungsfeier. Tatsächlich traf der Projektantrag der HJK in Scharrenbachs Ministerium auf Zustimmung. Und so erhielt der Verein eine Förderzusage in Höhe von 621.000 Euro. Den entsprechenden Förderbescheid brachte Ministerin Scharrenbach im April 2021 persönlich nach Zülpich. „Es ist dann leicht teurer geworden“, berichtete sie nun und griff noch einmal das Bild von Gerd Wallraff auf: „Es gab noch mehrere Zusatzzahlen.“ Denn letztendlich förderte das Land NRW die Maßnahme mit rund 1,08 Millionen Euro. Für die HJK ergab sich daraus ein Eigenanteil für die reine Baumaßnahme in Höhe von rund 117.000 Euro. Weitere 60.000 Euro musste der Verein für den Innenausbau aufbringen. Dank der Spendenbereitschaft von mehr als 300 Unterstützern und mehreren Tausend Stunden an ehrenamtlicher Arbeit konnten die Hovener Jungkarnevalisten diese Herkulesaufgabe meistern.

In der frühzeitig zwischen Stadt Zülpich und HJK getroffene Nutzungsvereinbarung wurde klar geregelt, dass die HJK für den Neubau und die Stadt für den Altbestand zuständig ist. Damit das Weiertor nach dem Wiederaufbau des Hauptturmes in seiner ganzen Pracht erstrahlen konnte, entschied sich die Stadt Zülpich in Abstimmung mit den politischen Gremien, das Mauerwerk des Weiertores inklusive der beiden vorgelagerten Türme zu restaurieren. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme beliefen sich auf etwa 720.000 Euro, von denen rund 117.000 Euro von der Denkmalförderung des Landes NRW und weitere rund 140.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz getragen wurden. Die Stadt Zülpich kommt somit auf einen Eigenanteil von etwa 470.000 Euro.

Für Bürgermeister Ulf Hürtgen war der Wiederaufbau des Weiertores stets ein Herzensprojekt. „Ich bin jetzt seit knapp 20 Jahren bei der Stadt Zülpich und wurde häufig auf den Traum angesprochen, das im Krieg zerstörte Tor wieder aufzubauen“, sagte Hürtgen. „Wir können die Zeit zwar nicht zurückdrehen, aber hier ist eine offene Kriegswunde verheilt. Das ist zwar nicht der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkircheim kleineren Maßstab, aber es kommt der Bedeutung für die rheinische Kleinstadt Zülpich schon recht nahe.“ Wie schon die Blauen Funken im Bachtor, die Prinzengarde im Münstertor und die Zölleche Öllege im Bachtor können nun auch die Hovener Jungkarnevalisten ein Stadttor als Standquartier nutzen. „Der Glücksklee ist damit vollendet“, so Bürgermeister Hürtgen. „Die Menschen bekommen ein Wahrzeichen ihrer Stadt zurück und die Hovener Jungkarnevalisten bekommen eine wunderbare neue Heimstatt für ihren Verein“, sagte Ministerin Ina Scharrenbach. Und HJK-Präsident Gerd Wallraff ergänzte: „Ein jahrzehntelanger Traum ist nach fünfeinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit in Erfüllung gegangen, was in uns eine riesige Freude, Stolz aber auch nach wie vor ein wenig ungläubiges Staunen auslöst.“

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Vierte Feuer- und Rettungswache für Aachen – Ausstellung läuft bis 12. Oktober

Aachen – Drei Gewinner-Teams des Planungswettbewerbs stehen fest – Lob für innovative Beiträge – Elf eingereichte Arbeiten, drei Preisträger*innen, eine Anerkennung und der gemeinsame optimistische Blick nach vorne: Dies ist das Ergebnis des Planungswettbewerbs für das Bauvorhaben „Neue Feuer- und Rettungswache – Robert-Schuman-Straße / Siegelallee“. Im Rahmen eines Pressetermins am Mittwoch (9. Oktober) stellte Dr. Markus Kremer, städtischer Beigeordneter für Personal, Feuerwehr und Sport, zusammen mit Aachens Feuerwehrchef Andreas Bierfert und Jens Hauschild, kaufmännischer Geschäftsleiter des Gebäudemanagements, die Ergebnisse des Wettbewerbs vor.

Sport und Feuerwehr nebeneinander

Kremer hob die Besonderheit des Standortes hervor, der in Zukunft neben der Wache weitere wichtige öffentliche Funktionen behält beziehungsweise erweitert. „Ich finde es klasse, dass der Wettbewerb hervorgebracht hat, dass Feuerwache und Sport auf dem Grundstück so gut kombiniert werden können. Ziel ist es jetzt, die sportliche Nutzung schon früh zu ermöglichen, da der Bau der Feuerwache naturgemäß etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen wird.“, erklärte Kremer. Für die Sicherheit der Menschen ist der Bau einer vierten Feuer- und Rettungswache im Aachener Südwesten unerlässlich. Eine schnelle Versorgung rettet bei Notfällen Leben. Der Brandschutzbedarfsplan hatte ergeben, dass hier im südwestlichen Gebiet der Stadt Optimierungsbedarf bestehe. Nach einer intensiven Standortsuche fiel die Wahl von Politik und Verwaltung schließlich auf das Grundstück an der Ecke Robert-Schuman-Straße / Siegelallee. Dort soll in Zukunft nicht nur die neue Wache Platz finden. Auch Sport- und Freizeitflächen für alle sowie öffentliche Wege und möglichst viel Grün sollen das Gelände auszeichnen.

Der Wettbewerb für das Bauvorhaben ist ins Leben gerufen werden, um der herausfordernden Planungsaufgabe gerecht zu werden und somit das bestmögliche Modell zu ermitteln. Die Stadt wurde dabei vom renommierten Büro ISR Innovative Stadt- und Raumplanung begleitet. Die Preisgerichtssitzung am 5. September unter Leitung von Prof. Tobias Wulf, Architekt und Professor an der Hochschule für Technik Stuttgart, hat drei Preisträger*innen ermittelt und eine Anerkennung vergeben.

Die Siegerentwürfe im Überblick:

  1. Kaspar Kraemer Architekten, Köln, mit Dewey Müller Architekten, Stadtplaner, Köln, und Schröder Landschaftsarchitekten & Ingenieure, Essen
  2. gmp International, Aachen, mit 3PLUS Freiraumplaner, Aachen
  3. Lorber Paul Architektur und Städtebau, Köln, mit KRAFT.RAUM Landschaftsarchitektur, Düsseldorf

Anerkennung: Dasch Zürn + Partner, München mit Bäuerle
Landschaftsarchitektur + Stadtplanung, Stuttgart

Der Weg zur neuen Wache

Der Verlauf des Wettbewerbs wird von allen Verantwortlichen sehr positiv eingeschätzt. So hob Andreas Bierfert, Leiter des Fachbereichs Feuerwehr und Rettungsdienst, hervor: „Es ist toll zu sehen, wie von den fachlichen Anforderungen bis zur Prämierung des Wettbewerbes unsere Ideen und Ziele als fachlicher Nutzer durch die Teilnehmenden so gut aufgegriffen und in spannende Ergebnisse überführt werden konnten. Mit diesem Schritt kommen wir der nachhaltigen Sicherstellung von Brandschutz und Rettungsdienst in Aachen einen wichtigen Schritt näher.“

Die Stadt Aachen wird nun in den kommenden Wochen mit den drei Preisträger*innen in Verhandlungen eintreten. Erst danach steht fest, welcher Entwurf in die Wirklichkeit umgesetzt wird. Mit einer Fertigstellung und Inbetriebnahme der vierten Feuer- und Rettungswache rechnet die Verwaltung aktuell 2029. Bis dahin wird die rettungstechnische Versorgung der Bevölkerung im Südwesten der Stadt durch eine Interimswache verbessert. Diese wird derzeit auf einem Grundstück neben dem ehemaligen Sportplatz Heidenbendenstraße / Adenauerallee aufgebaut und soll im kommenden Jahr ihren Betrieb aufnehmen.

Es bleibt die Vorfreude auf das anstehende Bauprojekt. Jens Hauschild, Kaufmännische Geschäftsleiter des Gebäudemanagements, resümierte: „Mit dem Wettbewerb wurde ein wichtiger Schritt zum Bau der vierten Feuer- und Rettungswache gemacht. Die prämierten Ergebnisse versprechen spannende Bauaufgaben und wir freuen uns auf die Umsetzung des Gewinners des Verfahrens.“

Ausstellung läuft bis 12. Oktober
Alle Wettbewerbsbeiträge sind aktuell öffentlich ausgestellt. Neugierige können diese in der Stadtbibliothek in der Couvenstraße 15 zu den Öffnungszeiten der Bibliothek noch bis Samstag, 12. Oktober, besichtigen. Die Öffnungszeiten sind dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 12 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr. Die Ergebnisse werden im Foyer sowie im dritten Obergeschoss ausgestellt. Außerdem werden sie in Kürze auch auf der Homepage der Stadt Aachen veröffentlicht.