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Aktuell weltgrößter grüner Kürbis bei der 13. NRW-Kürbis-Wiegemeisterschaft in Lohmar

Region/Lohmar – Kürbis-Gigant mit 642,5 Kilo – Favorit Andreas Wild holt mit dem aktuell weltgrößten grünen Kürbis den ersten Platz – Krewelshof-Bauer Max Bieger landet mit seinem 532,5 Kilogramm schweren Gewächs auf Platz zwei – Gärtner und Hobbyzüchter aus NRW präsentierten riesiges Gemüse und gigantische Kürbisse.

Ein beeindruckender Anblick auf dem Krewelshof in Lohmar. Die aufgereihten Kürbisse warten auf das Wiegen. Foto: Bieger/pp/Agentur ProfiPress

Was für eine unfassbar starke Konkurrenz in diesem Jahr. Zahlreiche Kürbisse sollten im Bereich von 500 Kilogramm liegen. Daher war die Spannung extrem groß, als Kürbis-Gigant nach Kürbis-Gigant per Gabelstapler auf die Waage des Lohmarer Krewelshofs gehievt wurden – und am Ende gab es ein Sieger-Gewächs, das laut internationalen GPC-Standards mit 642,5 Kilogramm der aktuell weltgrößte grüne Kürbis ist. Züchter Andreas Wild freute sich riesig über diesen Erfolg.

„Es war so unfassbar eng dieses Mal“, berichtet Krewelshof-Bäuerin Danielle Bieger über den diesjährigen Wettbewerb, bei dem ihr Sohn und Jungbauer Max Bieger auf einem starken zweiten Platz landete. Sein Kürbis brachte enorme 532,5 Kilogramm auf die Waage. Damit verwies er den Vorjahressieger Walter De Wever auf den dritten Platz. Sein Gewächs wog 510,5 Kilogramm. Die weiteren Platzierungen: Mark Feyaerts (499,5 kg), Johan De Wever (462 kg), Kevin Rataj (454,5 kg), Heider Mohamad (291 kg), Martin Keller (178,5 kg) und Tristan Möller (65 kg).

Das Wiegen erfolgte nach den offiziellen Regeln und internationalen Standards des „Great Pumpkin Commonwealth’s“, kurz GPC genannt. Denn nur so können die Wiegeergebnisse auf die weltweit gültige Rangliste gesetzt werden, die in der Züchtergemeinschaft hoch angesehen ist.

Harte Arbeit, gutes Saatgut

Für die große Mühe bei Zucht, Pflege, Ernte und Transport wurden die Kürbiszüchter vom Krewelshof mit Preisgeldern bis zu 1.000 Euro bedacht. Schließlich sind die Mühen für die Kürbiszüchter fast so groß wie ihre Kürbisse. Solche Exemplare erfordern tägliche Zuwendung, harte Arbeit, gutes Saatgut und sehr viel Betreuung über das gesamte Gartenjahr hinweg. Viele bauen ein Gewächshaus für die Pflanze, die bis zu 90 Quadratmeter beansprucht. Der Kürbis wird zugedeckt und wieder aufgedeckt, je nach Sonneneinstrahlung, manch ein Züchter beschallt das Gemüse sogar mit Musik. Auf jeden Fall ist ein täglicher Kontrollbesuch und liebevolle Hege unerlässlich. Manch ein Züchter erlebt dann noch knapp vor der Ernte ein Fiasko, wenn plötzlich der Stiel abbricht, oder das Riesengewächs ein Loch bekommen hat. Denn dann ist er vom Wiegen ausgeschlossen. So erging es etwa Tristan Möller mit seinem größeren Exemplar.

Er zählte ebenso wie Martin Keller aus Dortmund, Johannes Offermann aus Porz, Tristan Möller aus Nieheim, Johannes Göll aus Alfter, Familie Williams aus Bonn mit mehreren Exemplaren und der Riesengemüse-Züchter Stefan Kurtsiefer ebenfalls mit mehreren Gewächsen zu den Newcomern des diesjährigen Wettbewerbs.

Dabei wurden die dicken Kürbisse mit einem Gabelstapler zentimetergenau auf die alljährlich neu geeichte Waage gehievt. Das Hoffen und Bangen der Züchter war spürbar, jeder wünschte sich einen schweren Prachtkerl, möglichst schwerer als im vergangenen Jahr.  Bei ganz vielen ging dieser Wunsch in Erfüllung.

Nach dem Wiegen wurden die runden Giganten wieder auf dem üppig bunten Bauernmarkt ausgestellt. Am Ende der Saison werden sie beim „Kürbisschlachten“ ausgehöhlt und die dabei gewonnenen Kerne den jeweiligen Besitzern überreicht, die damit weiter züchten und auf den nächsten Coup hoffen. Die Kerne sind das Wertvollste an den Riesen-Kürbissen. Für sie gibt es sogar einen eigenen Stammbaum, und sie können bis zu 50 Euro je Kern kosten.

Newcomer und Routiniers

Das Event startete zunächst mit dem Wiegen des Riesen-Gemüses für die Deutsche und nordrhein-westfälische Gemüse-Meisterschaft. In verschiedenen Kategorien wurden die dickste Tomate, Zucchini, Kohlrabi und Kohl sowie die längste Gurke ermittelt.

Den längsten Trombolino-Kürbis hatte Johannes Goell (1598 Zentimeter) mit nach Lohmar gebracht. Das Exemplar von Johannes Offermann brachte es auf eine Länge von 1215 Zentimeter. Mit einem Sonnenblumen-Kopf mit 45,5 Zentimetern Durchmessern war Johannes Goell nochmal vertreten. Er hatte auch einen Butternut-Kürbis mit sage und schreibe 24,16 Kilogramm dabei, präsentierte Peperoni mit 34,7 und 32,5 Zentimetern Länge und einen Kohlrabi, der 10,75 Kilo auf die Waage brachte.

Außerdem ist in seinem Garten eine Gurke mit 3175 Gramm und 64 Zentimetern Länge gewachsen. Ein größeres Exemplar hatte Stefan Kurtsiefer (4530 g und 65,5 cm) dabei. Er wurde noch übertroffen von einer Gurke (4530g und 78,3 cm), die Johannes Offermann gezüchtet hatte.

Er hatte auch bei den Tomaten das größte Exemplar ins Rennen geschickt. Sein rotes Gemüse war 955 Gramm schwer. Das Exemplar von Johannes Goell landete mit 895 Gramm auf Platz zwei, Tristan Möller hatte eine Tomate mit 460 Gramm ins Rennen geschickt.

Weitere Gemüse der Kategorie „Richtig groß“ waren die Auberginen von Johannes Goell (910 Gramm) und Tristan Müller (735 Gramm), die beiden Rote Beeten von Johannes Offermann (4025 und 4770 Gramm) und die Gartenkürbisse von Johannes Offermann (37,5 kg), Johannes Goell (30,5 kg) und Tristan Möller (24,5 kg). Johannes Offermann hatte mit seinem 307,5 Zentimeter langen Long Gourd-Kürbis ein weiteres beeindruckendes Exemplar im Gepäck.

Auch in der Kategorie der Marrow-Zucchini gab es einige übergroße Exemplare. Das schwerste Gemüse (25,81 kg) ist im Garten von Johannes Goell gewachsen. Damit verwies er die Zucchini von Stefan Kurtsiefer (15,74 kg) und Steven Williams (14,58 kg) auf die Plätze zwei und drei.

Und nach dem Gemüse-Wettbewerb und der Kürbis-Wiegemeisterschaft in Lohmar ist vor der Kürbis-Regatta in Obergartzem. Die startet am heutigen Sonntag, 15. September, dann auf dem Krewelshof Eifel in Obergartzem. Einlass zur Kürbis-Regatta ist ab 11 Uhr.

 

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Wirtschaft

Aachener Lambertz-Gruppe mit dem Superbrands-Award 2024 ausgezeichnet

Aachen/Berlin – Im Rahmen einer feierlichen Gala ist die Lambertz-Gruppe jetzt in Berlin mit dem renommierten Award „Superbrands Germany 2023/2024“ ausgezeichnet worden. Das Unternehmen erhält diesen Preis bereits zum sechsten Mal und ist in diesem Jahr der einzige Konsumgüterhersteller, dem der Award verliehen wurde. Weitere Preisträger sind unter anderem: BUNTE.de, FC Bayern München, Eurowings und adidas. Gleichzeitig wurde das exklusive Jahrbuch der stärksten Marken Deutschlands veröffentlicht, in dem die Lambertz-Gruppe ebenfalls aufgeführt ist.

Die Lambertz-Gruppe freut sich sehr über diese Auszeichnung, aber auch über den Award als Markenpersönlichkeit für Isabell Werth, mehrfache Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin und erfolgreichste Olympionikin Deutschlands aller Zeiten, da das Unternehmen seit vielen Jahren den Reitsport, hier vor allem das Aachener Reitturnier und insbesondere die deutschen Dressurreiter unterstützt.

Die Umweltinitiative Plant-for-the-Planet wurde in diesem Jahr als „Honorary Superbrand“ für ihren Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel ausgezeichnet. Ebenso erhielt das Kinderhilfswerk Plan International einen Ehrenpreis für seinen Einsatz für die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt.

Superbrands ist die weltweit größte Markenbewertungsorganisation und zeichnet in Deutschland seit 2004 die stärksten und besten Marken aus. Unabhängige Fachleute der Superbrands-Organisation nominieren – auf der Basis von umfangreichen Marktforschungsstudien in einem umfangreichen Vorselektionsverfahren – die herausragenden Produkt- und Unternehmens-marken eines Landes, die anschließend von einer hochrangigen, unabhängigen Fachjury bewertet werden.

Superbrands Germany ist Teil der weltweit größten unabhängigen Markenbewertungsorganisation, die herausragende Marken identifiziert, auszeichnet und würdigt. Superbrands ist in 90 Ländern etabliert und feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum in Deutschland. Die Jury-Mitglieder haben über 1.350 Marken bewertet und nur die besten wurden in Berlin als „Superbrand Germany“ im Rahmen der Gala ausgezeichnet.

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Top-Events

Ahrweine und Live-Musik – Höhepunkt der weit über das Ahrtal hinaus bekannte Weinlesezug der 10.000 Lichter

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Am vorletzten Septemberwochenende lädt Bachem wieder ein zum Weinfest „FestiWein“ – Der Weinort Bachem feiert unter dem Titel „FestiWein“ vom 20. bis 22. September wieder sein Weinfest. Auch in diesem Jahr lockt die Symbiose aus Festival und Wein mit einem abwechslungsreichen Programm. Denn neben den Weinständen und dem beliebten Weinlesezug der 10.000 Lichter am Sonntagabend dürfen sich die Gäste über zahlreiche Livebands auf der Hauptbühne am Festplatz sowie der Nebenbühne an der sogenannten „schiefen Brücke“ freuen. Neben den Weingütern Kurth, Peter Lingen, Peter Kriechel und der Dagernova Weinmanufaktur stehen auch die Bachemer Karnevalsgesellschaft, die Bürgergemeinschaft und der Junggesellenverein wieder mit einem breiten Angebot an Ahrweinen bereit. Für weitere Genüsse sorgen deftige Flammkuchen, Käsespätzle, Grillspezialitäten, Crêpes und Süßwaren.

Los geht es am Freitagabend, wenn alle mit Spannung auf die Proklamation der neuen Weinmajestäten warten. Um 19.30 Uhr wird das Geheimnis gelüftet, wer auf Meret Kurth als Bachemer Weinhoheit 2024/25 folgen wird. Samstags um 16 Uhr gibt es eine Dorf-Führung mit „Weingott Bacchus“. Um 17.30 stellt die neue Weinhoheit die Festweine und Weingüter vor und steht für Autogramme zur Verfügung. Am Sonntag um 15 Uhr steht eine Weinbergsführung inklusive Weinprobe auf dem Programm. Kosten: 20 Euro pro Person.

Höhepunkt wird auch in diesem Jahr wieder der weit über das Ahrtal hinaus bekannte Weinlesezug der 10.000 Lichter sein, der am Sonntagabend ab 20 Uhr die Bachemer Straßen rund um den pittoresken Ortskern feierlich zum Leuchten bringen wird. Mit bunt strahlenden Fußgruppen, liebevoll dekorierten und illuminierten Festwagen und beleuchteten Musikgruppen wird der Festzug sich durch die Gassen von Bachem schlängeln. Krönender Abschluss wird der Festwagen der neuen Bachemer Weinhoheit sein, der ebenfalls mit schillernden Lämpchen ausgestattet sein wird.

Das Musikprogramm auf den zwei Bühnen bietet eine Fülle an Sounds und Musikrichtungen. Am Freitagabend spielt die siebenköpfige Coverband Soul7 aus Köln Soul, Funk, Pop und R&B. Von Adele über Beyoncé über Stevie Wonder und Earth, Wind & Fire bis hin zu Pharrell Williams und Bruno Mars reicht das abwechslungsreiche Repertoire.

Am Samstag stehen auf der Hauptbühne die Bands Copix und Soulcake auf dem Programm. In der Kölner Musikszene ist Copix seit mehr als zwei Jahrzehnten eine Institution. Ob Disco oder Pop, Hip-Hop oder Rock: die Band versteht es, die unterschiedlichen Genres rockig, energiegeladen und vor allem tanzbar zu interpretieren. Die 11-köpfige Bonner Band Soulcake lädt mit kraftvollem Sound, energiegeladenen Bläsersätzen und mehrstimmigem Gesang, zum Tanzen und Feiern ein. Auf der Nebenbühne lässt am Samstagabend die Ahrtaler Band Barlala zeitlose Titel von The Cure über David Bowie bis hin zu Lana Del Rey erfrischend neu klingen.

Am Sonntag haucht MAK’s Trio zeitlosen Klassikern neues Leben ein. Rockabilly, Soul und Blues verschmelzen zu einem unverkennbaren Sound mit Songs von Legenden wie Gloria Gaynor, Amy Winehouse, Prince, Elvis Presley, Tina Turner, den Beatles, den Stones und vielen mehr. Die Band Acoustic Alley interpretiert auf der Nebenbühne Hits aus den letzten sieben Jahrzehnten überwiegend mit akustischen Gitarren, Bass und Percussion.

Für noch mehr Abwechslung und Festival-Flair sorgt am Freitag und Samstagabend DJ Dezibel mit den besten Party-Hits. An den Festnachmittagen unterhalten verschiedene Blasorchester wie die RheinAhrSpatzen oder De Böllekes mit beschwingter Blasmusik die Gäste.

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Wirtschaft

Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn eröffnet größte Wasserstoffmesse des Kreises Düren

Düren/Jülich – Es ist bereits die vierte Wasserstoffmesse, die der Kreis Düren im Brückenkopf-Park in Jülich veranstaltet. In diesem Jahr ist es sogar mit mehr als 50 Ausstellern die größte, die Landrat Wolfgang Spelthahn mit einem Rundgang über das Außen- und Innengelände eröffnet hat.

„Das Interesse an der Messe wächst immer weiter und wir sind sehr stolz über diese Entwicklung. Wir möchten im Strukturwandel die Menschen mitnehmen, Wasserstoff erlebbar machen und verständlich erklären. Das gelingt hier auf der Messe“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn.

Wasserstoff (H2) sei der Schlüssel im Strukturwandel und der Kreis möchte als Modellregion zeigen, wie eigener umweltfreundlicher Wasserstoff hergestellt und beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden kann. Der Kreislauf von Forschung, Entwicklung, Herstellung, Transport und Verwertung lässt sich an den zwei Tagen in der Kulturmuschel im Brückenkopf Park gut nachvollziehen. Der Eintritt zur Messe (und damit auch in den Brückenkopf Park) ist für Besucherinnen und Besucher frei.

Noch bis zum heutigen Freitag, 16 Uhr, stellen die Aussteller aus den Bereichen Forschung, Wirtschaft und Mobilität sowie Erzeugung und Wissenschaft ihre Projekte vor. „Das Thema Wasserstoff ist komplex. Deshalb ist es gut, dass hier ein verständlicher Überblick über die innovative Technik gegeben wird“, sagte der Landrat. So werden beispielsweise Wasserstoff-Autos und H2-Busse präsentiert.

So wurde ein im Kreisgebiet entwickelter Wasserstoffbus vorgestellt. Es handelt sich um ein Fahrzeug des in Düren ansässigen Unternehmens HyX, das als nächstes in Paris präsentiert wird. Der Bus kann nicht nur mit Wasserstoff betrieben werden, sondern ist auch mit einer Batterie ausgestattet, die beispielsweise als „Reserve“ zum Tragen kommen kann. Für Aufsehen sorgt auf der Messe auch ein Wasserstoff-BMW, der aktuell in der Erprobung ist und 2028 in Serie produziert werden soll. Zudem am Start: Ein futuristisch anmutender Rennwagen, entwickelt von der RWTH Aachen, der mit einem Kilogramm Wasserstoff 1470 Kilometer fahren kann. „Es ist erfreulich, dass wir den Menschen solch interessante Fahrzeuge und Projekte präsentieren können“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn.

Der Kreis Düren, im Zentrum des Rheinischen Reviers gelegen, begreift den Strukturwandel als Chance und sieht in der Etablierung der Wasserstoffwirtschaft hohe Potenziale für die Region. Er setzt seit langem auf Wasserstoff. Fünf H2-Busse sind in der Flotte der Rurtalbus, 20 weitere folgen noch in diesem Jahr. Die erste Wasserstoff-Tankstelle im Gewerbegebiet „Im Großen Tal“  in Düren ist bereits eröffnet, weitere Tankstellen und die Produktion von grünem Wasserstoff folgen. Der Solarpark hierfür steht bereits am Brainergy-Park in Jülich, der Spatenstich für die Wasserstoffproduktionsanlage in unmittelbarer Nähe ist erfolgt. Im kommenden Jahr soll die Produktion anlaufen – und schon jetzt werden vielversprechende Gespräche geführt, die Anlage zu erweitern, um die Produktion erheblich auszubauen. Die Nachfrage nach grünem Wasserstoff ist da – darüber sind sich nicht nur die Experten auf der vieren H2-Messe im Jülicher Brückenkopfpark einig.

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Kunst & Kultur

Familie Scheuer schenkt der Gemeinde Kall ein Bild des verstorbenen Kaller Künstlers Wulf Sicher

Kall – Im Sinne des Künstlers – Elvira und Norbert Scheuer schenken der Gemeinde ein Bild des verstorbenen Kaller Künstlers Wulf Sicher.„Er war ein großartiger, origineller Künstler“, sagt die Keldenicherin Elvira Scheuer, „auch wenn er zeitlebens auf den Durchbruch gewartet hat.“ Die Rede ist von Wulf Sicher, der unter anderem in Golbach lebte und im Jahr 2011 mit nur 48 Jahren viel zu früh verstarb.

Eines seiner Bilder, das als Dauerleihgabe der Familie Scheuer im Rathausflur neben dem Bürgermeisterbüro zu sehen ist, geht nun als Schenkung von Elvira und Norbert Scheuer in den Besitz der Gemeinde über. „Das wissen wir sehr zu schätzen“, bedankt sich Bürgermeister Hermann-Josef Esser, „und freuen uns, das Bild so auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten.“ Familie Scheuer ist sich sicher, dass die Schenkung ganz im Sinne von Wulf Sicher gewesen wäre.

Das Gemälde ist eines der wenigen großformatigen Werke des Künstlers, der immer eng mit Kall, der Eifel und ihren Menschen verbunden war. Es soll nun weiterhin an prominenter Stelle im Rathaus ausgestellt werden.

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News

Neues Fahrzeug kommt am bundesweiten Warntag in Eschweiler zum Einsatz

Eschweiler – Das Eschweiler Sirenennetz wird immer dichter. Mittlerweile gibt es an 19 Standorten im Stadtgebiet Anlagen, die die Bevölkerung im Ernstfall alarmieren. Das soll zukünftig auch am Blaustein-See und in Aue der Fall sein, wo die für den Bevölkerungsschutz zuständige Städteregion Aachen bald Sirenen installieren wird.

Wie es klingt, wenn in Eschweiler die Sirenen heulen, ist am gestrigen bundesweiten Warntag wieder demonstriert worden. Seit 2020 findet dieser am zweiten Donnerstag im September statt. Und doch gab es gegenüber den Vorjahren einen Unterschied: Erstmals waren zu Demonstrationszwecken auch Warnfahrzeuge der Städteregion im Einsatz – eines davon auf dem Eschweiler Markt. Mit ihrer Unterstützung soll die Bevölkerung im Falle einer Katastrophe oder eines Naturereignisses noch besser und direkter informiert werden. Insgesamt sollen zehn Fahrzeuge angeschafft und zwei von ihnen in Eschweiler stationiert werden.

Nadine Leonhardt begrüßt das ausdrücklich. „Es ist gut, dass die Warnsysteme weiter optimiert werden. Wir haben in der Vergangenheit erlebt, wie wichtig es ist, die Bevölkerung warnen zu können.“ Der Katastrophenschutz liege zwar grundsätzlich in der Zuständigkeit der Städteregion. „Die Stadt Eschweiler arbeitet als Kommune aber eng mit ihr zusammen.“ Das war auch am heutigen Warntag nicht anders: Zu dem neuen Auto der Städteregion gesellte sich auf dem Markt ein städtisches Fahrzeug mit mobiler Sirene.

Die Städteregion Aachen betreibt seit 2019 den Aufbau eines flächendeckenden Sirenensystems zur Warnung der Menschen in den neun Kommunen des Altkreises. Bis zum Ende dieses Jahres sind die bisher geplanten 157 Sirenen fertiggestellt, im kommenden Jahr sollen weitere Standorte realisiert werden. Der Sirenenausbau kostet insgesamt rund drei Millionen Euro. Die Stadt Aachen ist eigenverantwortlich für den Katastrophenschutz und verfügt über ein bestehendes Netz funktionstüchtiger Sirenen.

Weitere Informationen zur Warnung der Bevölkerung gibt es auf der Homepage der Stadt Eschweiler: https://service.eschweiler.de/detail/-/vr-bis-detail/dienstleistung/25650/show

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Politik

Solberger Bürgermeister Patrick Haas zum Scheitern des Grundschul-Lehramtsstudiums an der RWTH Aachen

Stolberg – Bürgermeister Patrick Haas äußert sich zur Absage der RWTH Aachen an die Einführung des Grundschullehramtsstudiums wie folgt: „Die Entscheidung der RWTH Aachen, das Grundschullehramtsstudium in Aachen nicht einzuführen, betrübt mich sehr. Die Ausbildung von Grundschullehrkräften in unserer Region sollte angesichts des jetzt schon riesigen Lehrermangels an unseren Grundschulen in der Landesregierung und auch an der RWTH absolute Priorität haben. Dass die Einführung des Studiums am Ende am Ende an vergleichsweise wenig Geld scheitert, ist völlig unverständlich, kurzsichtig und schadet der Bildung unserer Kinder.

RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger spricht öffentlich davon, dass die Universität in dieser Frage „Vernunft walten lassen“ müsse. Vernünftig wäre es jedoch gewesen, sich nicht selbst den Boden zu entziehen und dazu beizutragen, unsere Kinder so zu bilden, dass die RWTH auch in Zukunft noch gut vorausgebildete Studierende aus der Region Aachen erhält.

Es ist zweifellos sehr wichtig, dass die RWTH qualitativ hochwertige und mit Fördermitteln ausgestattete Studiengänge wie Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen anbietet. Aber wer soll diese Studiengänge demnächst belegen, wenn wir die sehr schlechte Fachkräfteentwicklung an unseren Grundschulen in der Region einfach so weiterlaufen lassen? Am Ende sparen wir bei der Bildung unserer Kleinsten. Wir werden gegenüber den Regionen, in denen Grundschullehrkräfte ortsnah ausgebildet werden, noch weiter zurückfallen als wir es aktuell ohnehin schon sind. Das ist niemandem vernünftig zu erklären.

Besonders ärgert mich, dass wir in den vergangenen Jahren der Exzellenz-Universität RWTH Aachen aus der Region mehrfach und überparteilich Unterstützung angeboten haben. Ich habe selber Gespräche mit anderen Universitäten hinsichtlich möglicher Kooperationen geführt und sowohl der RWTH Aachen als auch der Landesregierung Hilfe bei der Suche nach Räumlichkeiten ggf. auch in Stolberg angeboten, letztmalig noch im März dieses Jahres. Auch die Stadt Aachen und die StädteRegion Aachen haben immer wieder Unterstützung angeboten. Stets wurde die Hilfe dankend abgelehnt, verbunden mit dem Versprechen, dass das Vorhaben auch alleine realisierbar sei. Die nun erfolgte Absage ist damit ein noch größerer Schlag ins Gesicht und bestätigt den Eindruck, dass RWTH und Land die Ausbildung von Grundschullehrkräften in unserer Region von Anfang an nicht wirklich umsetzen wollten. Diese Entscheidung darf nicht das letzte Wort sein.

Wir gehen in unseren Grundschulen schon jetzt mit großen Schritten darauf zu, dass die Mehrheit der dort tätigen Lehrkräfte Quereinsteiger sind. Wichtig ist mir die Feststellung, dass diese Quereinsteiger hervorragende Arbeit leisten und sehr wertvoll sind. Die Wahrheit ist aber auch, dass wir mit diesen engagierten Menschen nur ein kaputtes System am Laufen halten.“

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Mechernicher Badminton-Legende Michael Oversberg hat sein Racket an den Nagel gehängt

Mechernich-Lorbach – Lorbacher Dr. Michael Oversberg (81) brachte es vom Federball-Straßenspieler zum Europameister und World-Masters-Sieger – Eine Vitrine voller Pokale und Medaillen, in der auch der erste Federballschläger noch zu finden ist.

„Nein, ich spiele nicht nur, um fit zu bleiben, ich spiele um zu gewinnen“, sagt Dr. Michael Oversberg (81), pensionierter Sonderpädagoge und Schulleiter aus Lorbach. Und er fügt hinzu: „Das Gewinnen macht mir Spaß. Es ist die Bestätigung, dass ich immer noch gut bin, einer der schnellsten – besonders in meiner Altersklasse -, und dass sich der Trainingsaufwand gelohnt hat.“

Oversberg wurde als Deutscher in Breda in der Provinz Nord-Brabant geboren – die Mutter Holländerin, der Vater ein seit vielen Jahren in Breda lebender Deutscher. Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte er als ehemaliger Wehrmachtsangehöriger nicht zurück in die Niederlande. Da zogen Mutter und Sohn 1950 nach Düren. „Dort lernte ich auf der Straße, Federball zu spielen“, erzählt Michael Oversberg dem Mechernicher „Bürgerbrief“.

Mit 13, 14 Jahren bekam er seinen ersten Schläger. Im Mai 1957 gründete sich der 1. Badminton-Club Düren e.V.: „Schon im September wurde ich Mitglied, drei Monate später spielte ich mein erstes Turnier…“

Zwölf Punkte Vorsprung

„Ich hatte in Elmar Gerhards einen Super-Mentor. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich so weit gekommen bin“, erzählt der ehemalige Leiter der St.-Michael-Schule für Erziehungshilfe des Kreises Euskirchen in Strempt. Gerhards war zu der Zeit bester Spieler des Clubs und förderte seinen Badminton-Nachwuchs mit einer äußerst wirkungsvollen Taktik: „Beim Spiel um fünfzehn Punkte gab er mir anfangs zwölf Punkte Vorsprung, dann nach und nach immer weniger. Es hat zwei Jahre gedauert, bis ich ihn besiegt habe – danach hat er nie wieder gegen mich gewonnen.“

So erging es auch allen anderen Spielern des 1. BC Düren: 23 Jahre lang war und blieb der Eifeler, der bis zu dreimal die Woche zum Training und Spielen nach Düren fuhr, Vereinsmeister im Herreneinzel.

Wie stark der Jungspund Mitte der sechziger Jahre war, zeigt, dass er bei den clubinternen Handikap-Turnieren auch dann noch siegte, wenn er seinen Gegnern – auch denen aus seiner ersten Mannschaft – 14  Punkte vorgeben musste. Ein Satz ging zu der Zeit bis 15 Punkte. Oversberg war einfach nicht zu schlagen.

Auch heute noch fährt der Lorbacher zum Trainieren in die Rur-Metropole, auch wenn seine internationale Badminton-Karriere 2019 mit den Weltmeisterschaften im polnischen Kattowitz zu Ende ging. Dort holte Dr. Michael Oversberg mit seinem langjährigen Partner Heiner Hanrath aus Krefeld die Bronzemedaille.

Im gleichen Jahr wurde das Gespann Westdeutscher- und Deutscher Meister. „Nach 66 Jahren und unzähligen Erfolgen im Mannschaftssport, bei kleinen und großen Turnieren verabschiede ich mich vom Leistungssport“, sagt Oversberg: „Aber nicht aus eigenem Antrieb… Für Leute meines Alters werden eben keine offiziellen Turniere mehr angeboten.“

Europameister in Innsbruck

Sein erster Schläger aus den fünfziger Jahren liegt neben jenem Racket im Trophäenschrank, mit dem er Europameister- und Weltmeistertitel holte. 50 Medaillen entstammen alleine seinen Siegen und Platzierungen bei Westdeutschen Meisterschaften, 20mal Gold, 15mal Silber und 15mal Bronze.

Bei Deutschen Meisterschaften holte Dr. Michael Oversberg zehn erste, zweite und dritte Plätze. Die Zahl seiner Siege alleine, im Doppel vor allem mit Heinz Gehrke aus Bottrop, im Mixed unter anderem mit Ehefrau Brigitte Oversberg, einer gebürtigen Viersenerin, und in der Mannschaft bei Offenen Turnieren hat er nicht gezählt.

Mit seiner Frau gewann er dreimal das internationale Ehepaarturnier in Unkel am Rhein. Mit seiner Turnier-Mixed–Partnerin Elke Kregel aus Erftstadt  hat er rund ein Jahrzehnt lang kein einziges Spiel auf Landesebene verloren. Weitere 28 Platzierungen waren der Lohn für den nicht nur in seiner Altersklasse schnellsten Spieler bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften.

Seine größten Siege feierte der heute 81-Jährige bei den Westdeutschen Badminton-Meisterschaften 2015 in Solingen, wo er alle drei Titel gewann: im Herreneinzel, im Herrendoppel und im gemischten Doppel. Bei den Deutschen Meisterschaften 1992 in Neustadt an der Weinstraße wurde Oversberg Deutscher Meister im Herrendoppel, Vizemeister im Herreneinzel und kam im Mixed auf Rang drei. Bei den Europameisterschaften 1999 in Innsbruck wurde er nach Siegen bei den Westdeutschen und Deutschen Meisterschaften Sieger im Herrendoppel.

Bei den World Masters 2009 in Sydney gewann der Eifeler Badmintoncrack das Herrendoppel und wurde Vizemeister im Herreneinzel. Die World-Masters-Games sind eine internationale Sportveranstaltung ähnlich den Olympischen Spiele für Seniorensportler/innen. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Kattowitz errang Dr. Michael Oversberg zum Abschluss Bronze im Herrendoppel.

„Sport ist für mich Entspannung. Während meiner Berufstätigkeit war es die einzige Zeit, in der ich weder an die Schule, noch an irgendwelche anderen Dinge gedacht habe. Die volle Konzentration auf das Spiel ist pure Entlastung“, erklärte Oversberg im Interview.

Beste Mannschaft, die Düren hatte

Auch der feste Wille zum Sieg sei da kein Widerspruch zu, so der 81-Jährige: „Das schränkt meine entspannte Konzentration nicht ein, sondern ist ihr sogar noch förderlich.“ Es gehe ihm wirklich ums Gewinnen, nicht um Pokale und Medaillen, und Preisgeld hat er in all den Jahren nie bekommen – „bis auf zehn Euro in einem Ranglistenturnier“. Ideell haben ihm der Sport und das Gewinnen hingegen unvergessliche Gefühle und Erinnerungen verschafft, die er nicht missen möchte.

Bis heute gehört ein Mannschaftsbild des 1. BC Düren mit ihm, Gerda Brüls, Charly Diemer, Luise und Elmar Gerhards sowie Peter Hoßdorf zu seinen liebsten Erinnerungsstücken: „Wir waren meines Wissens die erfolgreichste – nur aus Dürenern bestehende  – Mannschaft in der Vereinsgeschichte und spielten schon Anfang der sechziger Jahre in der zweithöchsten deutschen Spielklasse überhaupt, der Landesliga.“

Brigitte und Michael Oversberg haben 1974 in Lorbach neu gebaut. 29 Jahre lang war er Rektor der Schule für Erziehungshilfe des Kreises Euskirchen. Zwischenzeitlich trainierte er von Lorbach aus Badmintonmannschaften des TV Kall und des VfL Kommern.

Dort gab er auch sein Geheimrezept für das Gewinnen von Turnieren weiter: „Durch Zufall und Können… Man muss ein Turnier  „nur“ ein-, zweimal gewinnen, danach wird man auf Eins gesetzt und gewinnt weitere Turniere, weil man nun in der Regel zunächst schwächere Gegner zugelost bekommt.“

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„Hygo“ vergeben – Kreis Düren würdigt mit Wasserstoffpreis herausragende Persönlichkeiten

Düren – Der Kreis Düren hat zum dritten Mal den „Hygo“, den Wasserstoffpreis, vergeben. In den Kategorien „Young Researchers“, „Hydrogen Champion“ und „Start Up Innovation“ wurden drei hervorragende Preisträger ausgezeichnet, die als Vorbild in ihrer Branche das wichtige Zukunftsthema voranbringen. Bei der von Landrat Wolfgang Spelthahn moderierten Gala in der Kulturmuschel des Brückenkopf Parks Jülich wurden die Erfolge vor mehr 100 geladenen Gästen gewürdigt und gefeiert.

„Wir freuen uns sehr, mit unserem Preis das Thema Wasserstoff (H2) noch weiter ins Bewusstsein der Menschen zu rücken“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. „Unser Kreis ist und bleibt Energiekreis. Die Gewinner zeigen, dass wir zuverlässig mit Wasserstoff in Richtung Zukunft steuern können und dass es funktioniert.

Eine Fachjury hat die Preisträger ausgewählt. Gewinner in der Kategorie „Young Researchers“, also junge Forschende, ist Marvin Schmidt. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Thermodynamik mobiler Energiewandlungssysteme an der RWTH Aachen. Für seine Masterarbeit entwickelte er einen digitalen Zwilling eines Brennstoffzellenfahrzeugs, um Alterungseffekte zu analysieren. Brennstoffzellen wandeln Wasserstoff um, sodass daraus Strom für den Antrieb von Fahrzeugen gewonnen werden kann. Seine Arbeit liefert wichtige Daten, um die Lebensdauer und Effizienz von Brennstoffzellen und somit auch von Wasserstofffahrzeugen zu verbessern. Ein wichtiger Beitrag für nachhaltige Mobilität. Die Laudatio hielt Dr. Stefan Sterlepper von der RWTH Aachen; er betonte die Notwendigkeit von Netzwerken für erfolgreiche Innovationen und wünschte sich eine „Koalition der Willigen“, um die Herausforderungen zu meistern.

Als „Start Up Innovation“ wurde der Gründer von „TLK Energy GmbH“, Manuel Gräber, ausgezeichnet. Er verbindet seine Leidenschaft für erneuerbare Energien mit einem fundierten Hintergrund in Maschinenbau. Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte Lösungen an, die Kunden aus verschiedenen Branchen ermöglichen, ihren Energiebedarf effizient und umweltfreundlich zu decken. Mit einem hochqualifizierten Team von Simulationsspezialisten unterstützt TLK Energy Unternehmen aus Bereichen wie Kälte und Wärmepumpentechnik, Wasserstoffproduktion, Lebensmittelproduktion, Chemie und Automobilindustrie. Laudator Dennis Bauer (Neuman & Esser) bescheinigte dem Preisträger viel Leidenschaft und Unternehmergeist – hervorragende Eigenschaften für den H2-Preis des Kreises Düren.

Markus Schewitza, Geschäftsführer von Air Liquide Advanced Technologies GmbH, hat den Hygo als „Hydrogen Champion“, als etabliertes Unternehmen, bekommen. Sein Geschäftsführerkollege Oliver Meier hat den Preis stellvertretend gegengenommen. Markus Schewitza hat bei Air Liquide bedeutende Fortschritte in der Wasserstofftechnologie erzielt. Das Unternehmen betreibt im Rhein-Ruhr-Gebiet das größte Wasserstoffnetz in Deutschland. Die Pipeline erstreckt sich über 240 km und beliefert Großabnehmer in dieser Region.  „Ein Champion braucht Ziele, Ausdauer und ein gutes Lernverhalten“, sagte Tim Evison (Messer Group), der die Laudatio hielt. Ebenso gute Eigenschaften, um einen Kreis Dürener H2-Preis zu gewinnen.

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Wärme aus der Tiefe – NRW fördert wichtige Vorerkundung für Geothermie-Projekt der Stadtwerke Aachen AG

Region/Düsseldorf/Aachen – Viele Regionen in Nordrhein-Westfalen bieten gute Voraussetzungen, um klimafreundliche Wärme aus der Tiefe zu gewinnen. Damit Kommunen, Stadtwerke und Unternehmen diese nutzen können, hat das Land im April 2024 im Rahmen des „Masterplan Geothermie NRW“ umfangreiche Förderprogramme gestartet. Nun beginnt die Umsetzung: Die Stadtwerke Aachen AG (STAWAG) wird mittels seismischer Messungen detailliert die Potenziale der mitteltiefen und tiefen Geothermie im Raum Aachen für die Einbindung in die kommunale Wärmeversorgung untersuchen. Die NRW.BANK hat im vollständig digitalen Antragsprozess 810.000 Euro Landesmittel für die seismische Erkundung des Untergrunds bewilligt.

Die Vorerkundungen sind ein wichtiger Schritt bei der Aufstellung der kommunalen Wärmeplanung. Hierzu hat die Landesregierung kürzlich den Entwurf des Landeswärmeplanungsgesetzes vorgelegt, mit dem die Gemeinden im Land die Möglichkeit erhalten, ihre Wärmepläne eigenständig zu erstellen.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Die Stadtwerke Aachen gehen den nächsten Schritt, wollen den Schatz unter unseren Füßen heben und investieren in die Wärmewende. Ich freue mich, dass das Land dieses Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Masterplan Geothermie unterstützen kann. So bringen wir die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen gemeinsam voran und legen die Grundlagen für eine bezahlbare erneuerbare Wärmeversorgung. Mit dem Masterplan Geothermie NRW haben wir als erstes Bundesland eine umfassende Strategie vorgelegt, um das enorme Potenzial der Erdwärme zügig und sicher zu erschließen – eine unerschöpfliche und klimaneutrale Energiequelle, die wir heute noch zu wenig nutzen. Bis 2045 wollen wir bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs klimaneutral mit Geothermie decken.“

Dr. Christian Becker, Vorstand der STAWAG: „Mit ehrgeizigen Zielen und konkreten Maßnahmen bringen wir seit Jahren die Energie- und Wärmewende voran. Dazu planen wir eine Umstellung der Fernwärme: Spätestens 2030 soll sie kohlefrei und möglichst klimafreundlich produziert werden. Wir setzen dabei auf einen Mix aus Wärmeauskopplungen, Groß-Wärmepumpen, effizienten Blockheizkraftwerken und Tiefengeothermie. Bereits heute nutzen wir die schon bei den Römern beliebten heißen Thermalquellen in Aachen für Raumwärme. Dank der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalens können wir nun einen großen Schritt weitergehen und die Potenziale der Tiefengeothermie untersuchen lassen.“

Gabriela Pantring, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK: „Kommunale Stadtwerke sind zentrale Akteure für das Gelingen der Klimawende. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Infrastrukturen aufzubauen, mit denen Nordrhein-Westfalen klimaneutral wird. Genau darum geht es bei dem Tiefengeothermie-Projekt der STAWAG in Aachen, das wir gemeinsam mit dem Land unterstützen und fördern. Hier wird eine klimaneutrale Energie- und Wärmequelle erschlossen und parallel entstehen sichere Arbeitsplätze. Anders gesagt: Hier wird Zukunft für NRW gestaltet.“

Die STAWAG hat bereits Vorarbeiten geleistet und will nun den Untergrund nordöstlich von Aachen Richtung Stolberg erkunden. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 1,6 Millionen Euro. Die Erkundung soll voraussichtlich im Herbst 2025 starten und eine Strecke von insgesamt 18 Kilometern umfassen.

Die seismischen Messungen funktionieren wie eine Ultraschall-Untersuchung und werden mit Hilfe von sogenannten Vibro-Trucks durchgeführt. Die Messfahrzeuge senden über Vibrationen Schallwellen in den Untergrund, die an den gesuchten Gesteinsformationen reflektiert werden. Die Reflektionen werden von Aufnahmegeräten erfasst und in ein Untergrund-Modell überführt. Dieses wird anschließend für die weitere Planung verwendet und erhöht die Sicherheit für eine erfolgreiche Bohrung. Dadurch werden Investitions- und Zeitpläne für die Erschließung der Geothermie kalkulierbar.

Hintergrund

Abhängig von der Tiefe gibt es für die Nutzung der Geothermie verschiedene Möglichkeiten. So kann die oberflächennahe Geothermie bis zu einer Tiefe von 400 Metern zur Versorgung von Einfamilienhäusern oder auch von Quartieren dienen – flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen.

Weitere Optionen bieten die mitteltiefe Geothermie von 400 bis 1.500 Metern sowie die tiefe Geothermie ab 1.500 Metern. Hier wird das hydrothermale Verfahren angewendet, bei dem natürlich vorkommendes Tiefenwasser durch eine Förderbohrung an die Oberfläche gepumpt wird. Dort gibt das heiße Wasser seine Energie über Wärmetauscher an den Energieverbraucher ab – beispielsweise Industriebetriebe oder Gewächshäuser. Anschließend wird das Wasser über eine zweite Bohrung wieder in die Tiefe zurückgeleitet.

Der Flächenverbrauch und der Eingriff ins Erdreich sind dabei minimal, sodass Schäden am Grundwasser oder unerwünschte Erdbewegungen äußerst unwahrscheinlich sind. Nordrhein-Westfalen bietet nach jetzigem Stand beste Voraussetzungen für eine breite Nutzung der Geothermie. Die Erdwärme kann damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Wärmewende leisten. Weitere Informationen zum Masterplan Geothermie finden Sie hier.