Kategorien
Top-Themen

Das Aachener Krönungsmahl findet am 25. Oktober im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt

Aachen – Die Festrede beim Aachener Krönungsmahl dreht sich um das Thema „Europa inmitten zahlreicher Krisen“  – um dieses Kernthema kommt im Moment niemand herum. Deshalb widmet sich das Aachener Krönungsmahl 2024 am 25. Oktober auch genau diesem Thema. Festredner des Abends ist Dr. Géza Andreas von Geyr, der die Bundesrepublik bei der NATO vertritt.

Der Lebenslauf des 1962 in Bayern geborenen Historikers liest sich spannend: Studium in München, Auslandaufenthalt in den USA, dann Eintritt in den diplomatischen Dienst. Nach Stationen in Marokko und Brüssel sowie der Außen- und Sicherheitspolitischen Abteilung im Bundeskanzleramt dann Botschafter in Moskau. Von 2019 bis 2023 leitet von Geyr die bundesdeutsche Vertretung in Russland, bevor er zur NATO nach Brüssel wechselt. Eine Vita, die – besonders in der aktuellen politischen Situation – spannende politische Einblicke aus erster Hand verheißt. Von Geyr kann Putins Russland erklären, ohne es „verstehen“ zu wollen.

Das Aachener Krönungsmahl findet seit vielen Jahren traditionell im Oktober im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. So auch in diesem Jahr. In Erinnerung an das prunkvolle Mahl bei der Krönung von Karl V. im Jahre 1520 entwickelte der Rathausverein Aachen vor über 20 Jahren gemeinsam mit dem Hotel Quellenhof und der finanziellen Hilfe zuverlässiger Sponsor*innen ein modernes und zeitgemäßes Krönungsmahl. Die Idee: Auf höchstem Niveau kulinarisch genießen und damit gleichzeitig den Rathausverein Aachen unterstützen.

Der Abend startet gegen 18 Uhr mit einem Champagner-Empfang im Weißen Saal und im Werkmeister-Gericht. Anschließend wird im Krönungssaal ein opulentes Vier-Gänge-Menü serviert. Auf der Speisekarte stehen Eifeler Rauchsaibling oder geräucherte Rote Beete, jeweils mit Burrata, Kefir und frischen Kräutern, dann eine geschmorte Blumenkohl-Suppe und zum Hauptgang entweder Kalbsschulter „36 Stunden“ mit Kürbis und Sellerie oder – als vegetarische Variante – marinierter Tofu samt gelber Beete, Erbsenpüree und Safran-Chips. Gekrönt wird das Menü durch einen Karlsschmarrn an Vanillesauce, bunten Beeren und Apfelmus. Und ja, in diesem Jahr wird es wieder die großen, silbernen Kerzenleuchter auf den Tischen geben, die im letzten Jahr von einigen vermisst wurden. Den Abschluss bildet, inzwischen zur lieben Gewohnheit geworden, das Nachtcafé ab 23 Uhr, wieder in den unteren Räumen.

Das Krönungsmahl ist jedoch nicht nur für seine kulinarischen Genüsse in außergewöhnlichem Ambiente bekannt, sondern auch wegen seines erstklassigen Unterhaltungsprogramms. Vor und nach der Festrede können sich die Gäste auf musikalische Impressionen freuen. Wie gewohnt auf allerhöchstem Niveau durch Preisträger der Deutschen Stiftung Musikleben – in diesem Jahr durch Elias David Moncado (Violine) und Simon Haje (Klavier). Sie werden Debussy in den Mittelpunkt ihrer Darbietungen stellen.

Der Rathausverein erwartet in diesem Jahr rund 200 Gäste zum Krönungsmahl. Wer Interesse hat, am 25. Oktober teilzunehmen, kann sich unter der Mail-Adresse kroenungsmahl@mail.aachen.de an die städtische Protokollabteilung wenden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Anmeldung im Internet unter www.rathausverein-aachen.de/kroenungsmahl direkt online abzuschicken.

Kategorien
Top-Themen

Katholische Kita gGmbH Trier stellt sich vielen Herausforderungen – Größter Träger in Mosel- und Eifelregion

Region/Trier – Als größter Träger von Einrichtungen in der Mosel- und Eifelregion betreut die gemeinnützige Gesellschaft 13.430 Kinder in 151 Einrichtungen. Als „Einrichtungen mit Vorzeigecharakter“ und „vorbildlich im Bistum Trier“ hat Generalvikar Ulrich von Plettenberg die Kindertagesstätten der katholischen Kita gGmbH Trier bezeichnet. Als größter Träger von Einrichtungen in der Mosel- und Eifelregion betreut die gemeinnützige Gesellschaft 13.430 Kinder von null Jahren bis zum Schulalter in 151 Einrichtungen. Plettenberg war zu Gast auf der 25. Gesellschafterversammlung der katholischen Kita gGmbH Trier im Robert-Schuman-Haus, wo sich über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus den Kirchengemeinden (den Mitgesellschaftern des Trägers), auf den neusten Stand bringen ließen. Auch wenn die vorwiegend weiblichen Mitarbeitenden in den Einrichtungen jeden Tag ihr Bestes geben, um die Kleinsten zu betreuen und im Spielen und Lernen zu begleiten, steht der Träger dennoch vor vielen Herausforderungen, wie bei der Versammlung am 25. September deutlich wurde.

Fachkräftemangel als Dauerthema

Ein Dauerthema ist der Fachkräftemangel, dem die Gesellschaft versucht, mit Präsenz auf Bildungsmessen und Werbung zu begegnen, erklärte Konrad Berg, Geschäftsführer der katholischen Kita gGmbH Trier. Das verdeutliche auch die rückläufige Zahl der Freiwilligendienstleistenden und Berufspraktikanten von 84 im Jahr 2023 auf 75 in diesem Jahr. Seit das neue Kita-Gesetz  2021 in Kraft getreten ist, das einen Rechtsanspruch auf sieben Stunden durchgehende Betreuung mit Mittagessen vorsieht, beschäftige vor allem der Ausbau von Küchen, Schlaf- und Speiseräumen die Einrichtungen. Während der Rechtsanspruch schon gilt, haben die Kitas bis 2028 Zeit für den Ausbau ihrer Kapazitäten bekommen. Frust bei den Eltern entstehe jedoch nicht nur, wenn der Anspruch auf einen Platz mit Mittagessen noch nicht erfüllt werden könne, sondern auch wegen der Änderung der Betreuungszeiten.

Seine Kollegin, Geschäftsführerin Cordula Scheich, verdeutlichte das am Beispiel der Kita in Föhren, einer großen Einrichtung mit rund 200 Kindern. Wer früher einen Ganztagsplatz hatte, konnte sein Kind innerhalb der Öffnungszeiten abholen, wann es eben passte. Halbtagsplätze waren ohne Mittagessen vorgesehen. Das neue Gesetz ordne die Kinder aber Zeitkohorten zu – mit festen Bring- und Abholzeiten und einem warmen Mittagessen für alle. Auch der Personalschlüssel berechne sich danach. So gelinge es nicht immer, sich am Bedarf der Eltern zu orientieren. Es sei nicht möglich, ein Kind auch mal über die sieben Stunden hinaus zu betreuen, wenn sich die Eltern verspäteten. Für die Leitungen bedeute das einen hohen Planungsaufwand bei vielen unterschiedlichen Abholzeiten. Außerdem sei es nicht möglich, kreative Betreuungsmodelle anzubieten mit unterschiedlichen Betreuungszeiten an verschiedenen Tagen, wenn etwa Großeltern aufpassen könnten. Feste Zeiten an allen fünf Tagen seien vorgegeben. Trotzdem habe es die Kita gGmbH Trier geschafft, ihr Angebot an Ganztagsplätzen auf 89,7 Prozent zu erhöhen.

In seinem Grußwort fasste Ulrich von Plettenberg zusammen, was die Professionalität der katholischen Kita gGmbH Trier seines Erachtens ausmache: zum einen die Organisationsform als große Gesellschaft, was bezüglich Verwaltung, Personal und Qualitätsstandards viele Vorteile mit sich bringe. Immer wieder erhalte er interessierte Nachfragen aus anderen Bistümern, in denen bis heute oft noch die Verantwortung bei einzelnen Kirchengemeinden liege. Zweitens die enge Zusammenarbeit zwischen dem Diözesan-Caritasverband und dem Bistum über das gemeinsame Steuerungsbüro: Hier laufe viel Lobbyarbeit im Sinne der Kitas bei Kommunen und Land, Verhandlungen über Bau- und Betriebsträgerschaften und die pastorale Begleitung und Weiterbildung der Mitarbeitenden. Zum dritten existiere ein professionelles Qualitätsmanagement durch den Caritasverband und das Rahmenleitbild. Die Einrichtungen zeigten jeden Tag durch ihre Arbeit, dass die hier formulierten Werte zum Wohle der Kinder und ihrer Familien nicht nur auf dem Papier existierten, sondern spürbar und greifbar würden. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Struth, Leiter des Bereichs Kinder, Jugend und Bildung im Bischöflichen Generalvikariat, dankte ausdrücklich den Tausenden Mitarbeitenden der Kitas. „Mir liegt besonders am Herzen, den Auftrag und die wichtige Rolle der Kitas in unserem Bistum als Orte von Kirche herauszustellen. Kürzlich habe ich die provisorische Kita in Kordel eingesegnet – ein prägendes Erlebnis. Viele Menschen waren bei dieser Wiedereröffnung nach der Flutkatastrophe von Emotionen ergriffen. Es war ein wichtiger Beitrag, dass wir uns für einen solchen Ort einsetzen, wo Glauben und Leben sich verbinden und die Menschen Heimat finden.“

Mehr Informationen gibt es unter: www.kita-ggmbh-trier.de 

Kategorien
Top-Themen

„Ruck geben und Blut spenden“ – Das Rote Kreuz zeichnet im Kommerner „Stollen“ 36 verdiente Lebensretter aus

Mechernich – DRK-Kreisvorsitzender Karl-Werner Zimmermann: „Hundert Blutspenden helfen 300 Menschen“ – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick: „Bei vollen Terminkalendern in schnelllebiger Zeit ist es vielen zu lästig, auch noch zur Blutspende zu gehen“ – Der erste Bürger oder sein Stellvertreter kommt seit 25 Jahren, also seit er im Amt ist, regelmäßig zu den Blutspenderehrungen des Roten Kreuzes, „weil es mir ein Bedürfnis ist, Ihnen schlichtweg dafür Danke zu sagen, dass Sie sich so für Ihre Mitmenschen einsetzen“, sagte Dr. Hans-Peter Schick auch am Mittwochabend im Kommerner Gasthaus „Stollen“, wo 36 verdiente Lebenssaftspender ausgezeichnet wurden.

13 Lebensretter für je 25 Spenden, 13 für 50, achtmal 75 und je einmal 100 und 125 Blutspenden waren auszuzeichnen vom Kreisgeschäftsführer und Ortsvereinsvorsitzenden Rolf Klöcker und der Blutspenderbeauftragten Edeltraud Engelen. Auch Rotkreuz-Kreisvorsitzender Karl Werner Zimmermann war da, um zu danken und den Dank von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auszurichten, den er am Vortag getroffen hatte.

„Die Schere zwischen Blutbedarf und tatsächlichen Blutspenden klafft immer weiter auseinander“, so die appellierende Bitte Rolf Klöckers, per Mund-zu-Mund-Propaganda für neue weitere Blutspender im Bekannten- und Kollegenkreis zu werben. 50 Blutkonserven werden bei einem schweren Motorradunfall gebraucht, die doppelte Menge bei der Langzeitbehandlung eines chronisch Kranken.

Blutplättchen halten nur vier Tage

„Eine Blutspende hilft bis zu drei Patienten“, so Karl Werner Zimmermann, weil der wertvolle und nicht künstlich herzustellende Lebenssaft in verschiedene Teilfraktionen aufgespalten wird: Plasma, rote Blutkörperchen, Blutplättchen und so weiter. „Plasma ist bis zu zwei Jahre haltbar und kann eingelagert werden“, so ein Werbespot des Fernseharztes „Doc Esser“ fürs Rote Kreuz, der eingespielt wurde: „Blutplättchen halten nur vier Tage…“

Etwa ein Drittel bis die Hälfte der 36 zu Ehrenden waren persönlich zur Feierstunde in den Kommerner „Stollen“ gekommen, um mit Urkunden, Ehrennadeln und Präsenten bedacht zu werden. Alle zusammen haben bislang 1800 Spenden a einem halben Liter Blut abgegeben, also 900 Liter, fast ein Kubikmeter.

Statistischer Spitzenreiter war Ulrich Volmer mit 125 Spenden. Heiko Bernhard Trapp (hundert Spenden) wurde post mortem geehrt. Je 75 Blutspenden abgegeben haben Karl-Heinz Schwarz, Jörg Bodenhausen, Joachim Vossel, Bernhard Franzen, Christine Greuel-Heiroth, Frank Schriever und Eva-Maria Eich.

Für 50 Blutspenden mit Urkunde, Ehrennadel, einem Präsent des Roten Kreuzes und zwei Flaschen Wein von Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick ausgezeichnet wurden Kerstin Martina Knapp, Oksana Reiter, Kerstin Mießeler, Johannes Bützler, Karin Elfriede Balg, Frank Rang, Ludger Selker, Jens Bädorf, Dr. Gabriele Keus, Stefan Schmitz, Stefanie Braun, Therese Feyen und Hubert Bous.

Bislang 25 Mal zur Ader gelassen und ausgezeichnet wurden Inga Janßen, Johanna Söhnchen, Bianca Herschbach, Kristina Ackermann, Achim Schulz, Wolfgang Duhm, Gerd Josef Jannes, Stefan Jöbges, Erhard Pützer, Mike Bauernschmidt, Hans-Peter Keßeler, Simon Mertens, und Carlo Breuer.

Klares Land-Stadt-Gefälle

Was die Blutspenderhäufigkeit im Vergleich zur Einwohnerzahl anbetrifft, liege Mechernich im oberen Drittel des Rotkreuz-Kreisverbandes Euskirchen, sagte Ortsvereinschef und Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker: „Insgesamt gibt es ein klares Land-Stadt-Gefälle.“ Auf dem Land sei die Notwendigkeit von Blutspenden als lebensrettende Maßnahmen für Mitmenschen in den Köpfen und Herzen präsenter als in den Ballungsräumen.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick sagte: „Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, alle haben volle Terminkalender und setzen ihre eigenen Prioritäten.“ Es sei „weniger die Angst vor dem kleinen Nadelpicks“, die viele Zeitgenossen von der notwendigen Blutspende abhielten, sondern es liegt daran, dass es vielen von uns „zu lästig ist, bei all dem, was wir sonst noch vorhaben, auch noch zur Blutspende zu gehen“.

„Springen Sie über den eigenen Schatten, geben Sie sich einen Ruck, retten Sie anderer Leute Leben“, so die Blutspenderbeauftragte und stellvertretende Kreisvorsitzende Edeltraud Engelen: „80 Prozent von uns sind irgendwann einmal in ihrem Leben auf eine Blutspende angewiesen, aber nur vier Prozent spenden“. Rolf Klöcker: „Ginge jeder Bundesbürger nur einmal im Jahr zur Blutspende, hätten wir keinen Blutkonservenmangel mehr!“

Kategorien
News Top-Themen

80 Millionen Euro Investition – Vertrag unterzeichnet – „Startschuss“ für Neubau des Nelly Pütz-Berufskollegs

Düren – Es ist das finanziell größte Bauprojekt, das der Kreis Düren jemals realisiert hat: der Neubau des Nelly-Pütz-Berufskollegs im neuen Innovationsquartier am Dürener Bahnhof. Nun wurde im Kreishaus der Vertrag mit dem sogenannten Generalübernehmer, also dem Unternehmen, das plant und baut, unterzeichnet.

„Es ist heute ein besonderer Moment“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. „Die Braunkohle geht – die Bildung bleibt: Wir investieren weiter in die Köpfe der Menschen.“ Das Nelly Pütz-Berufskolleg, dessen Träger der Kreis Düren ist, biete viele gute Bildungsgänge für wichtige Berufszweige wie Erzieherinnen und Erzieher sowie in der Pflege.

Generalübernehmer für das richtungsweisende Projekt ist Goldbeck, ein Konzern mit Hauptsitz in Bielefeld. Das international tätige Unternehmen hat schon einige Bauprojekte im Kreis realisiert, darunter die Arena Kreis Düren, die in diesem Herbst 20 Jahre alt wird. „Uns zeichnet eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aus“, betonte bei der Vertragsunterzeichnung Hans Walter Klein, Geschäftsführer der Goldbeck West GmbH. Der Konzern beschäftigt insgesamt circa 12.000 Mitarbeitende. Die kreiseigene Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) mit Geschäftsführer Peter Kaptain an der Spitze setzt das Projekt um.

„Wir stehen in den Starlöchern“, sagten Landrat und Geschäftsführer unisono. Im Dezember 2026 soll die Schule bezugsfertig sein. „Ende August wurde der Bauantrag bei der Stadt Düren eingereicht und nun hoffen wir auf ein möglichst unproblematisches und zügiges Baugenehmigungsverfahren, damit es Anfang des kommenden Jahres los gehen kann“ so Ralf Linde von Goldbeck-West weiter.

Fünf Geschosse, 20.000 Quadratmeter Fläche, rund 80 Millionen Euro Investition. Die Hälfte der Investition wird vom Land NRW aus dem Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Aus- und Weiterbildungszentren im Rheinischen Revier gefördert. Das sind wesentliche Eckdaten des Neubaus in unmittelbarer Nähe zum Dürener Bahnhof. Das Land als Zuschussgeber ist sehr an einer zügigen Umsetzung des Projektes interessiert. Die neue Schule soll rund 1600 Schülerinnen und Schülern Platz bieten. Eine Kindertagespflege, eine Sporthalle und ein Parkplatz für 300 Fahrräder gehören zum Projekt dazu. Notwendig wird der Bau auch, weil die jetzigen Platzkapazitäten an der Zülpicher Straße in Düren bei weitem nicht mehr ausreichen.

Kategorien
Top-Themen

Wärme aus der Tiefe – NRW fördert wichtige Vorerkundung für Geothermie-Projekt der Stadtwerke Aachen AG

Region/Düsseldorf/Aachen – Viele Regionen in Nordrhein-Westfalen bieten gute Voraussetzungen, um klimafreundliche Wärme aus der Tiefe zu gewinnen. Damit Kommunen, Stadtwerke und Unternehmen diese nutzen können, hat das Land im April 2024 im Rahmen des „Masterplan Geothermie NRW“ umfangreiche Förderprogramme gestartet. Nun beginnt die Umsetzung: Die Stadtwerke Aachen AG (STAWAG) wird mittels seismischer Messungen detailliert die Potenziale der mitteltiefen und tiefen Geothermie im Raum Aachen für die Einbindung in die kommunale Wärmeversorgung untersuchen. Die NRW.BANK hat im vollständig digitalen Antragsprozess 810.000 Euro Landesmittel für die seismische Erkundung des Untergrunds bewilligt.

Die Vorerkundungen sind ein wichtiger Schritt bei der Aufstellung der kommunalen Wärmeplanung. Hierzu hat die Landesregierung kürzlich den Entwurf des Landeswärmeplanungsgesetzes vorgelegt, mit dem die Gemeinden im Land die Möglichkeit erhalten, ihre Wärmepläne eigenständig zu erstellen.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Die Stadtwerke Aachen gehen den nächsten Schritt, wollen den Schatz unter unseren Füßen heben und investieren in die Wärmewende. Ich freue mich, dass das Land dieses Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Masterplan Geothermie unterstützen kann. So bringen wir die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen gemeinsam voran und legen die Grundlagen für eine bezahlbare erneuerbare Wärmeversorgung. Mit dem Masterplan Geothermie NRW haben wir als erstes Bundesland eine umfassende Strategie vorgelegt, um das enorme Potenzial der Erdwärme zügig und sicher zu erschließen – eine unerschöpfliche und klimaneutrale Energiequelle, die wir heute noch zu wenig nutzen. Bis 2045 wollen wir bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs klimaneutral mit Geothermie decken.“

Dr. Christian Becker, Vorstand der STAWAG: „Mit ehrgeizigen Zielen und konkreten Maßnahmen bringen wir seit Jahren die Energie- und Wärmewende voran. Dazu planen wir eine Umstellung der Fernwärme: Spätestens 2030 soll sie kohlefrei und möglichst klimafreundlich produziert werden. Wir setzen dabei auf einen Mix aus Wärmeauskopplungen, Groß-Wärmepumpen, effizienten Blockheizkraftwerken und Tiefengeothermie. Bereits heute nutzen wir die schon bei den Römern beliebten heißen Thermalquellen in Aachen für Raumwärme. Dank der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalens können wir nun einen großen Schritt weitergehen und die Potenziale der Tiefengeothermie untersuchen lassen.“

Gabriela Pantring, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK: „Kommunale Stadtwerke sind zentrale Akteure für das Gelingen der Klimawende. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Infrastrukturen aufzubauen, mit denen Nordrhein-Westfalen klimaneutral wird. Genau darum geht es bei dem Tiefengeothermie-Projekt der STAWAG in Aachen, das wir gemeinsam mit dem Land unterstützen und fördern. Hier wird eine klimaneutrale Energie- und Wärmequelle erschlossen und parallel entstehen sichere Arbeitsplätze. Anders gesagt: Hier wird Zukunft für NRW gestaltet.“

Die STAWAG hat bereits Vorarbeiten geleistet und will nun den Untergrund nordöstlich von Aachen Richtung Stolberg erkunden. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 1,6 Millionen Euro. Die Erkundung soll voraussichtlich im Herbst 2025 starten und eine Strecke von insgesamt 18 Kilometern umfassen.

Die seismischen Messungen funktionieren wie eine Ultraschall-Untersuchung und werden mit Hilfe von sogenannten Vibro-Trucks durchgeführt. Die Messfahrzeuge senden über Vibrationen Schallwellen in den Untergrund, die an den gesuchten Gesteinsformationen reflektiert werden. Die Reflektionen werden von Aufnahmegeräten erfasst und in ein Untergrund-Modell überführt. Dieses wird anschließend für die weitere Planung verwendet und erhöht die Sicherheit für eine erfolgreiche Bohrung. Dadurch werden Investitions- und Zeitpläne für die Erschließung der Geothermie kalkulierbar.

Hintergrund

Abhängig von der Tiefe gibt es für die Nutzung der Geothermie verschiedene Möglichkeiten. So kann die oberflächennahe Geothermie bis zu einer Tiefe von 400 Metern zur Versorgung von Einfamilienhäusern oder auch von Quartieren dienen – flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen.

Weitere Optionen bieten die mitteltiefe Geothermie von 400 bis 1.500 Metern sowie die tiefe Geothermie ab 1.500 Metern. Hier wird das hydrothermale Verfahren angewendet, bei dem natürlich vorkommendes Tiefenwasser durch eine Förderbohrung an die Oberfläche gepumpt wird. Dort gibt das heiße Wasser seine Energie über Wärmetauscher an den Energieverbraucher ab – beispielsweise Industriebetriebe oder Gewächshäuser. Anschließend wird das Wasser über eine zweite Bohrung wieder in die Tiefe zurückgeleitet.

Der Flächenverbrauch und der Eingriff ins Erdreich sind dabei minimal, sodass Schäden am Grundwasser oder unerwünschte Erdbewegungen äußerst unwahrscheinlich sind. Nordrhein-Westfalen bietet nach jetzigem Stand beste Voraussetzungen für eine breite Nutzung der Geothermie. Die Erdwärme kann damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Wärmewende leisten. Weitere Informationen zum Masterplan Geothermie finden Sie hier.

Kategorien
Top-Themen

Erfolgreicher Start des Klimaschutzportals im Landkreis Mayen-Koblenz

Region/Mayen-Koblenz – Das Klimaschutzportal des Landkreises Mayen-Koblenz sowie der kreisangehörigen Verbandsgemeinden und Städte ist jüngst gestartet. In dem neuen Portal tragen die Klimaschutzmanager ihre Aktivitäten und Klimakennzahlen ein und geben hilfreiche Tipps wie Energie eingespart werden kann und welche Maßnahmen im Rahmen des Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes umgesetzt werden können. Ob eine Übersicht zu aktuellen Förderprogrammen, Car-Sharing-Angebote, investive Maßnahmen im Klimaschutz, der Fokus auf die Ausrichtung zu einem klimaneutralen Landkreis wie auch die Klimawandelanpassung werden auf dem Portal dargestellt. Alle Kommunen im Landkreis haben zudem die Möglichkeit, die eigenen Schwerpunkte und Maßnahmen, wie auch anstehende Events und Ansprechpartner, gebündelt darzustellen.

„Der Landkreis Mayen-Koblenz engagiert sich gemeinsam mit den Verbandsgemeinden und Städten seit vielen Jahren aktiv im Klimaschutz. Mit den neuen Klimaschutzportalen der Energieagentur RLP bündeln wir nun unsere Aktivitäten, Maßnahmen und Zielsetzungen, ergänzt auch um die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Somit machen wir unseren Einsatz für eine klimafitte Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis noch transparenter und greifbarer“, betont Landrat Dr. Alexander Saftig.

Klimakennzahlen dürfen natürlich nicht fehlen

Im Jahr 2020 wurden kreisweit insgesamt 2,2 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen (THG) von Privatleuten, der Wirtschaft und dem Verkehrsbereich in die Atmosphäre entlassen. Das sind etwa neun Tonnen pro Person, bei Einrechnung der Erneuerbaren Energien. Viele Tonnen der umweltschädlichen Treibhausgase könnten eingespart werden, beispielsweise durch eine energetische Sanierung, durch Nutzung des Fahrrades anstelle des Autos oder durch energieeffiziente Waschmaschinen. Allerdings nur, wenn jeder mithilft. Durch Zubau von Photovoltaikanlagen könnten rund 1,2 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen vermieden werden. Dies ist rund dreieinhalbmal so viel wie 2020 an Treibhausgas-Emissionen durch den kompletten Stromverbrauch im Landkreis Mayen-Koblenz verursacht wurden.

Wer befüllt die Klimaschutzportale mit Inhalten?

Befüllt werden die Seiten des Klimaschutzportals Mayen-Koblenz von den Klimaschutzmanagern der Kommunen im Landkreis. Hauptansprechpartner ist das Klimaschutzmanagement des Landkreises Mayen-Koblenz. Die Website-Vorlage wurde von der Energieagentur Rheinland-Pfalz und der Universität Koblenz-Landau gemeinsam im 2019 bis 2022 vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und das Land Rheinland-Pfalz geförderten KomBiReK-Projekt entwickelt.  KomBiReK steht für „Kommunale THG-Bilanzierung und regionale Klimaschutzportale in Rheinland-Pfalz“. Die Energieagentur unterstützt zusätzlich mit der Bereitstellung von Daten und kostenfreien Lizenzen für die Bilanzierung der eigenen Treibhausgasemissionen und Energieverbräuche.

Haben andere Regionen auch ein Klimaschutzportal?

Bereits 2021 wurden die ersten Klimaschutzportale in den Landkreisen Bad Dürkheim, Germersheim, Südliche Weinstraße und der Stadt Landau/Pfalz veröffentlicht und seither in den Regionen gut angenommen. So konnten im Kreis Südliche Weinstraße die Bürger Corona konform über wichtige Themen im Klimaschutzprozess online abstimmen und damit die Energiezukunft ihrer Heimat mitbestimmen. Insgesamt werden zum Ende des Jahres Klimaschutzportale in elf Landkreisen und einer kreisfreien Stadt aktiv sein.

Der Link führt Interessierte direkt zum neuen Portal mayen-koblenz.klimaschutzportal.rlp.de. Weitere Projektinfos sowie Links zu weiteren Klimaschutzportalen gibt es unter  klimaschutzportal.rlp.de oder www.energieagentur.rlp.de sowie www.earlp.de

Kategorien
Top-Themen

Vereint in Trauer und Hoffnung – Kall gedachte der Flutkatastrophe 2021

Kall – Zerstörung, Trauer und Solidarität, aber auch Wiederaufbau, Hoffnung und Zusammenhalt – „Es war Freitag, der 16. Juli 2021. Der Himmel war blau, ein paar Wolken. Es war warm, und der Tag versprach ein wunderbarer Sommertag zu werden – zumindest am Himmel.“ Mit diesen Worten erinnerte Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, beim Gedenkfest der Gemeinde Kall an die Flutkatastrophe vor gut drei Jahren. Denn, so sprach die Ministerin weiter: „In der Hälfte der nordrhein-westfälischen Kommunen sah das auf der Erde anders aus.“ Ina Scharrenbach war damals – ganz ohne Kameras und in Gummistiefeln – schon am 2. Tag nach der Flutnacht u.a. nach Kall gekommen, machte sich vor Ort ein Bild und sprach mit den Menschen.

Darauf war zuvor auch Pfarrer Hajo Hellwig zu Beginn der Gedenkveranstaltung auf dem Bahnhofsvorplatz bei einem ökumenischen Gottesdienst eingegangen, den er gemeinsam mit Pastor Christoph Ude zelebrierte.

Pfarrer Hellwig war, so berichtete Bürgermeister Hermann-Josef Esser später, mit dem Pastorat selbst von der Flut betroffen.

Der Geistliche erinnerte an die Nacht, den langen Regen, der langsam die Straßen füllte und Treppen hinaufstieg, gurgelte und rauschte – und schließlich alles mit sich riss. „Menschen verloren ihre Heimat, kämpften um ihr Leben oder das von Angehörigen oder Fremden“, so Pfarrer Hellwig und führte fort: „Und dann kamen die ersten Helfer, Nachbarn zunächst, dann Angehörige und schließlich zahlreiche Helfer/innen.“ Pastor Ude ergänzte, dass wenn auch viele äußerliche Wunden verheilt und Schäden behoben seien, die Flutnacht sich den Menschen auch in Kall ins Gedächtnis und in die Seele gebrannt habe. Er appellierte auch dafür, solidarischer mit unserem Lebensraum umzugehen: „Als ein Teil der Schöpfung Gottes können wir nur mit ihr leben, nicht gegen sie.“

Im Rahmen des Gottesdienstes entzündete Ministerin Scharrenbach gemeinsam mit Landrat Markus Ramers sowie Bürgermeister Hermann-Josef Esser drei Kerzen. Sie standen für die drei Menschen aus Kall, die in der Nacht auf den 15. Juli 2021 ums Leben gekommen waren. Einen stimmungsvollen Rahmen dazu schuf der Chor St. Nikolaus um Kantorin Holle Goertz, der den Gottesdienst begleitet.

„Ich freue mich besonders“, so Bürgermeister Hermann-Josef Esser, „dass so viele Menschen hier sind, die selbst von der Flut betroffen waren.“ Und, in Richtung der anwesenden Mitglieder der Feuerwehr sowie weiterer Hilfsorganisationen wie DLRG, Bundeswehr, Diakonie und Malteser: „Auch viele derer, die am 14. Juli und in den Tagen danach Herausragendes geleistet haben.“ Darunter auch die Feuerwehr aus Bredenbeck, die zum Gedenkfest eine Abordnung gesandt hatte.

Neben all jenen galt sein Dank auch seinem Team in der Verwaltung: „Wir hatten kein Rathaus mehr“, blickte Esser zurück, „keinen Strom, kein Wasser, keine EDV, das Erdgeschoss war völlig zerstört.“ Dennoch sei der Dienst an den Kaller Bürger/innen unmittelbar wiederaufgenommen worden. Der Bürgermeister erinnerte auch an den vielfältigen Einsatz des Bauhofs, inklusive der Einrichtung eines Spendenlagers in Kooperation mit der Firma Brucker. Für die Organisation des Gedenkfestes dankte der Bürgermeister Rathausmitarbeiterin Laura Möhrer.

Die Unterstützung der Landesregierung, allen voran Ministerin Ina Scharrenbachs „auch hinter den Kulissen“ im Rahmen des Wiederaufbaus wertschätzte der Bürgermeister mit den Worten: „Das ist nicht selbstverständlich.“

Dem schloss sich auch Landrat Markus Ramers an und verwies auf über 30 Milliarden Euro, die Bund und Land für den Wiederaufbau bereitgestellt hätten. Für die Gemeinde Kall, konkretisierte Ministerin Scharrenbach, waren insgesamt rund 86,5 Millionen Euro insb. für die gemeindliche Infrastruktur und flutbetroffene Privatpersonen bewilligt worden. Dieser Betrag, so die Ministerin, soll nun wie in allen NRW-Kommunen um jeweils 10 Prozent aufgestockt werden zur Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen. Schließlich hielt sie fest: „Dies ist auch ein Tag, an dem Sie stolz sein dürfen auf das Erreichte in den letzten drei Jahren – denn das ist eine ganze Menge.“

Landrat Markus Ramers betrachtete die Geschichte der Flut „auch als eine Geschichte der Solidarität und der Hoffnung“. Er erinnerte auch an die Kaller Feuerwehr, die in der Flutnacht ihr Gerätehaus verlor und die Einsätze aus einer provisorischen Einsatzzentrale heraus koordinierte. „Trotzdem haben Sie – oft selbst von der Flut betroffen – nur daran gedacht, wie Sie den Menschen in Kall helfen können“, sprach er in Richtung des Kaller Wehrleiters Harald Heinen. Ähnliches gelte auch für die Solidarität in Nachbarschaften und von fremdem Helfern. Ramers ermutigte die Kaller/innen mit der Zuversicht auf diese Gemeinschaft, hoffnungsvoll in die Zukunft zu gehen.

Symbolisch schien da, was nun folgte: Gemeinsam eröffneten Land, Kreis und Kommune im Beisein auch von Manfred Poth, in der Kaller Verwaltung federführend zuständig für den Wiederaufbau, und Projektleiter Christoph Graf die gerade wiederaufgebaute Brücke Weiherbenden.

Mit der Musikkapelle Kall um den Vorsitzenden Stefan Reinders und unter der Leitung von Friedhelm Schorn ging das Gedenken über in ein Bürgerfest. Für den Getränkeausschank sorgte die KG „Löstige Bröder“, fürs leibliche Wohl zudem „Luis Imbiss“ und das Café Linn nebst den anliegenden Geschäften. Während des gesamten Festes bot das Rewe-Center ein buntes Kinderprogramm. Die Erlöse aus dem Flut-Gedenkfest gehen als Spende an die Hilfsgruppe Eifel.

Dass auch die Ministerin und der Landrat noch erstaunlich lange mit den Kaller/innen feierten, fiel manch einem positiv auf. Da schien sich einmal mehr zu bewahrheiten, was Ministerin Scharrenbach zuvor über Kall gesagt hatte: nämlich, dass hier „dem sichtbaren Chaos Geborgenheit entgegengebracht wurde, dass der sichtbaren Zerstörung Zusammenhalt entgegengebracht wurde und dass gegen Einsamkeit Gemeinsamkeit gestellt wurde.“

 

Kategorien
Top-Themen

Stadt Aachen lädt ein zum Aktionstag „Hochwasser“ am 6. September in Kornelimünster

Aachen – Klimafolgen wie erhöhte Hochwasser- und Starkregengefahr gehen alle an. Die Stadt lädt zusammen mit der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim und den Hochwasserschutzinitiativen Friesenrath, Hahn, Kornelimünster und Sief zu einem Aktionstag „Hochwasser“ am Freitag, 6. September, auf den Korneliusmarkt in Kornelimünster ein. Der Aktionstag steht unter dem Motto „Erinnern, Erfahren, Ermutigen“ und soll Hochwasservorsorge zum Anfassen anbieten.

Los geht es mit dem Hochwasserexperten Reinhard Vogt, den früheren Leiter der Hochwasserschutzzentrale Köln. Denn eines ist klar: Für Hauseigentümer*innen ist Hochwasserschutz am effektivsten, wenn er gemeinsam geschieht und ganze Straßenzüge geschützt werden. Interessierte Hauseigentümer*innen können also mit dem Fachmann über die verschiedenen Möglichkeiten des Hochwasserschutzes vor Ort sprechen und sich Tipps geben lassen. Der Rundgang mit Vogt beginnt um 13 Uhr auf dem Korneliusmarkt und dauert rund zwei Stunden.

Das öffentliche Programm des Aktionstages auf dem Korneliusmarkt beginnt um 16 Uhr. Verschiedene Institutionen, Vereine, Verbände und Hochwasserschutzinitiativen informieren darüber, wie sich die Menschen vor Hochwasser schützen können. Mit dabei sind das Forum Hochwasserschutz, der Katastrophenschutz, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die Hochwasserschutzinitiativen (HSI) aus Friesenrath, Hahn, Kornelimünster und Sief, Fluthilfe, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt (AWO), Malteser und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) sowie das Hochwasserkompetenzcentrum (HKC) mit seinem Info-Mobil. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen beteiligt sich an einem Bürger*innen-Dialog. Parallel dazu gibt es auch einen Hochwasser-Workshop speziell für Kinder.

Um 18 Uhr folgen Impulsvorträge zu den Themen Private Hochwasservorsorge und Privater Hochwasserschutz.

Kategorien
Gesundheit Top-Themen

Erstmals wieder Masern-Fälle im Kreis Euskirchen

Euskirchen – Im Kreis Euskirchen gibt es aktuell acht bestätigte Masern-Fälle bei Kindern. Nach Angaben des Kreis-Gesundheitsamtes sind u.a. zwei Familien mit mehreren Kindern betroffen, so dass in den nächsten Tagen mit weiteren Fällen zu rechnen ist.

Die Ansteckung erfolgte mutmaßlich außerhalb des Kreises Euskirchen bei einem privat organisierten Ferienlager. „Wir müssen davon ausgehen, dass auch weitere Kinder und junge Erwachsene aus dem Kreis Euskirchen an den Ferienveranstaltungen teilgenommen haben, so dass mit weiteren Erkrankungsfällen zu rechnen ist“, sagt Christian Ramolla, der im Gesundheitsamt Infektionspatienten betreut.

Betroffen sind ausschließlich Kinder. Bisher war es nicht erforderlich, besondere Maßnahmen in Schulen oder Kindertageseinrichtungen zu veranlassen. Alle Kinderarztpraxen, sonstige Arztpraxen und Krankenhäuser im Kreis Euskirchen sind informiert worden.
In den vergangenen Jahren hat es nur sehr wenige Masernfälle im Kreisgebiet gegeben. Zuletzt waren in 2018, 2019 und 2020 jeweils ein Masernfall aufgetreten. Hintergrund ist eine sehr hohe Durchimpfungsrate von rund 97 Prozent bei der Schuleingangsuntersuchung.

In Deutschland ist die Masernimpfung verpflichtend für Kinder, die eine Kita bzw. die Grundschule besuchen. „Die Impfung bietet einen umfassenden Schutz“, so Ramolla. „Das heißt, wer geimpft ist, muss sich keine Sorgen um eine Ansteckung machen.“

Allgemeine Hintergrund-Information zu Masern

Bei den Masern handelt es sich um eine hoch ansteckende Infektionskrankheit. Erreger ist das Masernvirus, das durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) oder über den Luftweg durch Tröpfchen sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen wird. Masernviren wurden nach Kontamination noch nach zwei Stunden in der Luft nachgewiesen. Ansteckungen von Personen, die sich in den gleichen Räumen aufgehalten hatten wie ein an Masern Erkrankter, ohne dass ein direkter Kontakt stattgefunden hatte, wurden beschrieben. Ein direkter Kontakt ist also nicht für die Übertragung der Masern erforderlich.

Das Masernvirus besitzt eine Ansteckungsfähigkeit von über 90 %, das heißt über 90 % der mit dem Virus in Kontakt gekommenen Personen, die über keine ausreichende Immunität verfügen, erkranken.
Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits vier Tage vor Auftreten des typischen Hautausschlags (Exanthem) und hält bis vier Tage nach Auftreten des Exanthems an. Unmittelbar vor Erscheinen des Exanthems ist sie am größten.

Die Masernvirusinfektion bedingt eine vorübergehende Immunschwäche, die Monate bis möglicherweise Jahre andauern kann. In dieser Zeit besteht eine erhöhte Empfänglichkeit für nachfolgende Infektionen. Häufig werden im Zusammenhang mit den Masern bakterielle Superinfektionen, wie eine Mittelohrentzündung, Bronchitis und Lungenentzündung sowie Diarrhöen beobachtet. Eine besonders schwerwiegende Komplikation ist die akute Gehirnentzündung, zu der es in etwa 1 von 1000 Fällen kommt. Bei etwa 10-20% der Betroffenen endet sie tödlich, bei etwa 20-30% muss mit dauerhaften Schäden des Zentralen Nervensystems (ZNS) gerechnet werden. Darüber hinaus gibt es weitere schwerwiegende Erkrankungen.

Wie kann man sich vor Masern schützen?

Die erste MMR-Impfung sollte im Alter von 11-14 Monaten erfolgen. Die empfohlene Zweitimpfung kann 4 Wochen nach der ersten Masernimpfung erfolgen und soll im Alter von 15, spätestens 23 Monaten verabreicht werden.

Eine einmalige MMR-Standardimpfung für Erwachsene sollte bei allen nach 1970 geborenen ungeimpften bzw. in der Kindheit nur einmal geimpften Personen ≥18 Jahre oder nach 1970 geborenen Personen ≥18 Jahre mit unklarem Impfstaus nachgeholt werden.

Kategorien
Top-Themen

NRW-Wirtschafts-Ministerin Mona Neubaur startet Dahlemer Windpark

Dahlem – In den letzten Wochen sind im Teilprojekt Windpark Dahlem V weitere 3 Windenergieanlagen in der Gemeinde Dahlem in Betrieb gegangen. Damit ist über 12 Jahre nach den entsprechenden Beschlüssen des Gemeinderates das gesamte geplante Windpark-Projekt mit 18 Windenergieanlagen in der Gemeinde Dahlem abgeschlossen.

Aus diesem Anlass hatte Bürgermeister Jan Lembach die für Energie zuständige NRW-Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur nach Dahlem eingeladen. Zusammen mit rund 50 Gästen aus Politik, Verwaltungen und Energie-Fachleuten wurde die letzte Anlage offiziell und feierlich gestartet.

Nach der Begrüßung blickte Bürgermeister Jan Lembach zunächst zurück auf den erfolgreichen und zügigen Start der ersten 10 Windenergieanlagen im Baasemer Wald bereits Ende 2016.

Diese Anlagen haben seither rund 750 Mio. kWh umweltfreundlichen Windstrom erzeugt. Dann folgte ein beschwerlicher Weg der Genehmigungsverfahren und gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Naturschutzverbänden bis zur Fertigstellung von 5 weiteren Anlagen 2022 und bis zum aktuellen Abschluss mit 3 Anlagen in 2024.

Trotz aller Erschwernisse können sich die Gemeinde mit den Bürgerinnen und Bürgern und die Fa. Dunoair über den erfolgreichen Abschluss des nachhaltigen Windenergieprojektes freuen. Und auch die weiteren nachhaltigen Energiekonzepte in der Gemeinde stellte Bürgermeister Jan Lembach vor:

Geplante Freiflächen-PV-Anlagen, PV-Anlagen auf den Dächern und zur Selbstversorgung gemeindlicher Gebäude, den geplanten Batteriegroßspeicher, den hohen Anteil an E-Fahrzeugen und weitere Energieprojekte. Insgesamt ist die Gemeinde Dahlem in den letzten Jahren zum Vorreiter und positiven Beispiel für die Umsetzung der Energiewende in der Region und in NRW geworden

Moritz Martin vom Windenergieunternehmen Dunoair fasste für die anwesenden Gäste das Projekt auch zahlenmäßig zusammen: 18 Windenergieanlagen mit 70 MW Anlagenleistung können pro Jahr rund 175 Mio. kWh Windstrom erzeugen. Das entspricht einem Durchschnittsverbrauch Strom von rund 140.000 Menschen.

Moritz Martin dankte der Gemeindeverwaltung für die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung.

Die NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur lobte die Projekte und Initiativen in der Gemeinde Dahlem und dankte der Gemeindeverwaltung für den umfassenden Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung. Sie wird das Engagement und die Erfolge der kleinen Gemeinde Dahlem mitnehmen in das Land NRW. „Dahlem ist Modellkommune und Rollenvorbild bei der Umsetzung der Energiewende in NRW“, so die Ministerin. „Was treibt die Gemeinde an, dass Sie sich so für die nachhaltige Energie einsetzt?!“.

Über die positiven und lobenden Worte freuten sich auch die anwesenden Mitglieder des Gemeinderates und natürlich die Kolleginnen und Kollegen der Gemeindeverwaltung. Es ist die Bestätigung für die geleistete und in Teilen sehr herausfordernde Arbeit in den zurückliegenden Jahren.

Mitarbeiter Erwin Bungartz, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und seit 15 Jahren in der Gemeindeverwaltung federführend für die Umsetzung der Windenergie und die weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Dahlem erhielten einen verdienten Sonderapplaus für den fortwährenden und nimmermüden Einsatz.

Mit Blick auf die zukünftigen Ausbauziele der Landesregierung bei der Windenergie in NRW sagte Ministerin Neubaur zu, dass die bisherigen Leistungen der Gemeinde Dahlem bei den zukünftigen Anforderungen berücksichtigt werden.