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Der Sonne entgegen – Helmut Zierl liest aus seinem Buch „Follow the Sun

Bad Münstereifel – Der Sommer meines Lebens“ – Lit.Eifel-Lesung am Freitag, 5. November, 19.30 Uhr, in der Aula der Fachhochschule für Rechtspflege NRW in Bad Münstereifel. Helmut Zierl ist vielen aus dem Fernsehen bekannt, zur Lit.Eifel kommt er jetzt aber nicht als Schauspieler, sondern als Schriftsteller. Am Freitag, 5. November, 19.30 Uhr, liest er in der Aula der Fachhochschule für Rechtspflege NRW (Schleidtalstraße 3, 53902 Bad Münstereifel) aus seinem Buch „Follow the Sun – Der Sommer meines Lebens“. Der Eintritt zur Lit.Eifel-Veranstaltung kostet zwölf Euro, ermäßigt sechs Euro.

1971, Lütjensee in der norddeutschen Provinz: Helmut Zierl ist 16 und steht mit seinem Armeesack an der Autobahnauffahrt Richtung Süden. Erst hat ihn die Schule rausgeschmissen, dann auch noch sein Vater. Und er denkt sich: Einfach der Sonne entgegen, mit 300 Mark in der Tasche den Sinn des Lebens suchen.

Was folgt, sind drei Monate voller Liebe, Sex und Drogen, eine geballte Ladung Lebenserfahrung, die ihn an seine Grenze bringt. Er hat interessante Begegnungen in Brüssel und Amsterdam, lebt in den Tag hinein und erlebt einige Abstürze in seinem Umfeld. Drei Monate, die dem Leben des bekannten Schauspielers eine neue Richtung gaben. Sein Buch widmete Helmut Zierl „all den Zerbrochenen, den Liegengebliebenen, den Gestrandeten, den Fehlgeleiteten, die mir damals begegnet sind.“

Schulverweis, Rausschmiss, Leben auf der Straße

Helmut Zierl, geboren 1954 in Meldorf, direkt an der Nordsee. Nach der sechsten Klasse lebte er in Lütjensee, einem Dorf in unmittelbarer Nähe Hamburgs. Mit sechzehn Jahren flog er von der Schule, es folgten der Rausschmiss zu Hause und drei Monate Leben auf der Straße. Danach Versöhnung, Mittlere Reife und Aufnahme am Hamburgischen Schauspielstudio Hiltburg Frese.

Mehreren Jahren am Theater in Hannover folgte eine Karriere, vornehmlich als TV-Schauspieler. Er spielte die Hauptrolle in mehr als 70 Fernsehspielen, oftmals als charmanter Sonnyboy. 2019 erhielt er den Sonderpreis der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen für seine Theater-Leistungen.

Tickets zur Lit.Eifel-Lesung gibt es unter anderem online bei Ticket Regional. Weitere Informationen und Vorverkaufsstellen gibt es im Internet unter www.lit-eifel.de. Es gelten die aktuellen Vorschriften der Corona-Schutzverordnung.

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„Einfach besonders…“

Zülpich – 2021 wird die Lebenshilfe HPZ 50 Jahre jung. HPZ steht für Heilpädagogisches Zentrum. Der Name ist selbsterklärend. Die Lebenshilfe kümmert sich um behinderte Menschen jeden Alters in allen Lebenslagen, stationär, temporär und ambulant. Jedem nach seinen Bedürfnissen und Erfordernissen. „Integration ist bei uns die normalste Sache der Welt“, so Geschäftsführer Rolf K. Emmerich.

„Besonders“ sei nicht nur die Klientel der 600 Betreuten – auch die Mitarbeiter seien aus besonderem Holze geschnitzt, so der Mann an der Spitze der gemeinnützigen GmbH: „Was man bei uns hat, ist viel mehr als nur ein Job!“ Die engagierte Crew mit Fachleuten aller Disziplinen kümmert sich um 600 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer vom Kleinkind bis zum Greis.

„Einfach besonders“ ist der Slogan eines sozial-karitativen Unternehmens, das seit einem halben Jahrhundert existiert und mit Rolf K. Emmerich erst vom zweiten Geschäftsführer seiner Geschichte geleitet wird. Im Jubiläumsjahr 2021 macht sich das Haus mit Schwerpunkt in Bürvenich und neuem Beratungszentrum plus HPZ-eigener Akademie und Zentralverwaltung in Geich (beides Stadt Zülpich) allerdings zur Wachablösung bereit.

Wachablösung in Vorbereitung

Neben Rolf K. Emmerich, der 1984 ins Unternehmen eintrat, sind die Prokuristen Philipp Krosch und Christian Pfaff in die Leitung der gemeinnützigen Gesellschaft mbH mit 300 Mitarbeitern an 16 Standorten eingetreten. Das sind doppelt so viele Fachkräfte wie noch Mitte der 2000er Jahre, als die Lebenshilfe HPZ gGmbH über drei Standorte verfügte.

Die Entwicklung des Unternehmens war bis dahin kontinuierlich, seither hat sie enorm an Fahrt aufgenommen. Vor allem mit der Dezentralisierung von Wohngruppen in vielen Städten und Gemeinden, wo die Schützlinge der Lebenshilfe in teils kommunalen Immobilien je nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten Selbständigkeit erfahren und Unterstützung bekommen.

Dass die Lebenshilfe HPZ bereits 1976 von ihrem Gründer und ersten Geschäftsführer Willy Emmerich zu einer gemeinnützigen GmbH gemacht und nicht als „e.V.“ weitergeführt wurde, war ein „superinnovativer Schritt“, so Sohn Rolf, der diese Entwicklung zur erstklassig „gerateten“ Gemeinnützigkeits-„Firma“ und als Ansprechpartner geschätztes Vorzeigeunternehmen nach der Jahrtausendwende erst möglich gemacht habe.

Ansprechpartner der Ministerien

Rolf K. Emmerich und seine Crew bieten ganzheitliche Angebote im Kreislauf des Lebens vom Kind bis zum Senior für Menschen mit Behinderung in den Kreisen Euskirchen, Düren und Rhein-Erft. Unter anderem sind das Kinder- und Jugendwohnen, Inhouse-Unterricht im Förderzentrum in Kooperation mit der Hans-Verbeek-Schule Euskirchen, Kurzzeitwohnen bis 27 Jahre, Autismus-Ambulanzen und Beratungszentren, Seniorenhaus Barbarahof HPZ zusammen mit der Kreiskrankenhaus Mechernich GmbH, Mobiler sozialer Dienst, Wohnstätten, Familienunterstützender Dienst, Heilpädagogisches Beratungszentrum und Ambulant Betreutes Wohnen.

Vor 50 Jahren übernahm Vater Willy Emmerich als amtierender Landesgeschäftsführer NRW der Lebenshilfe e.V. in Köln das Kinder- und Jugendheim in Bürvenich vom Kreis Düren und legte damit den Grundstein für das spätere Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Lebenshilfe.

Der Jülicher hatte ein „Näschen“ dafür, dass Bürvenich im Zuge der kommunalen Neugliederung 1972 zum neuen Kreis Euskirchen geschlagen würde – und machte den Deal mit der damaligen Dürener Kreisspitze perfekt. Zunächst pachtete der Landesverband NRW e.V. das Gelände als Schulungs- und Erholungsheim. Es diente auch der Kindererholung und Mutter-Kind-Kuren.

Nachdem es dem Landesverband 1975 mit Hilfe der damaligen „Aktion Sorgenkind“ (heute „Aktion Mensch“) gelang, die gesamte Anlage mit Gebäuden und Inneneinrichtung für 830.000 D-Mark zu kaufen, war der Weg für den ganz großen Schritt frei: Am 19. März 1976 machte Willy Emmerich das Heilpädagogische Eingliederungszentrum zum eigenen Unternehmen, zur gemeinnützigen GmbH.

Vom Verein zur gGmbH

„Ein revolutionärer und bis heute nachwirkender Akt“, so Rolf K. Emmerich, der von Kindesbeinen an und als BWL-Student an der Seite des Vaters mit dem Unternehmen verwuchs, aber den „Alten“ nie zu kopieren versuchte. Nach dem erfolgreichen BWL-Studium an der TH in Aachen, wollte Emmerich Junior zunächst im Zweitstudium am Juridicum in Bonn weitermachen.

Doch inzwischen hatte er den ganzen Betrieb in Bürvenich mit Hilfe eines EDV-Spezialisten und Freundes auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt und aus dem Effeff kennen gelernt. Er steckte voller Ideen und Tatendrang und entwickelte einen anderen, ebenso erfolgreichen Führungsstil und erweiterte Strategien.

Andere Dinge habe er einfach übernommen, weil sie genial waren, so Rolf K. Emmerich: „Mein Vater holte damals bekannte Gesichter in den Aufsichtsrat – Bürgermeister, Anwälte, Industrielle. Und er verschaffte der Behindertenarbeit im Kreis Euskirchen, nicht zuletzt durch die kommunalen Patenschaften im Rahmen der von dem Journalisten Otto Becker moderierten »Gala Tolbiac« ungeahnte Popularität.“ Dabei habe die Lebenshilfe HPZ nie nur ihr eigenes Ding verfolgt, sondern immer im Verbund mit den Nordeifelwerkstätten, dem Kreis und seinen elf Kommunen.

Bereits 1973 hatte Emmerich sen. mit der Kurzzeitunterbringung von Kindern und Jugendlichen begonnen, noch heute ist Kurzzeitwohnen für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung oder Diagnose aus dem Autismus-Spektrum ein wichtiges Standbein und fast ein Alleinstellungsmerkmal unter den anderen Einrichtungen im Rheinland.

Die späten 1970er Jahre bis Anfang 1990 war die Entwicklung der Lebenshilfe HPZ vor allem von Um-, Neu- und Erweiterungsbauten geprägt und die Anzahl der Plätze stieg stetig. Es entstand eine neue Wohnstätte für 40 Erwachsene in Bürvenich, das Kinderheim wurde erweitert und die Anzahl der Plätze mehr als verdoppelt.

Eine Erfolgsgeschichte

In Schleiden entstand ein Heim für 48 Schwerstmehrfachbehinderte mit Therapieräumen und in Schmidtheim ein Kinderheim für 15 schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder. 1983 wurde das bisherige Hausmeisterhaus in Bürvenich zur Außenwohngruppe für fünf Personen mit etwas geringerem Hilfebedarf ausgebaut.

Beim 40jährigen Jubiläum vor zehn Jahren berichtete ein Bewohner, wie man dort – praktisch im eigenen „Häuschen im Grünen“ – gemeinsam „jeder sein Ding machen“ könne. Damit ging nach mehreren Umzügen durch verschiedene Einrichtungen ein jahrelang gehegter sehnlicher Traum in Erfüllung. Seine Erfolgsgeschichte, die die Lebenshilfe HPZ mit ihrer weit vernetzten Struktur möglich gemacht hat, ging nachher noch weiter: Der Mann zog später zusammen mit seiner Lebensgefährtin in eine eigene Wohnung im Rahmen des Betreuten Wohnens.

So legte man in Bürvenich zu Beginn der 1980er Jahre den Grundstein für das, was erst nach der Jahrtausendwende zum Konzept „ambulant vor stationär“ wurde. Über die weitere nach 2005 beschleunigte Entwicklung des Jubiläums-Unternehmens Lebenshilfe HPZ berichten wir in der nächsten Folge.

Rolf K. Emmerich abschließend: „Wir haben nie nur nach dem ökonomischen und pädagogischen Erfolg geschielt, sondern haben versucht, ein ganzheitliches Unternehmen von Menschen und mit Menschen für Menschen zu entwickeln. Ich glaube, es ist im Laufe von fünf Jahrzehnten gelungen, eine dezentrale Einrichtung entstehen zu lassen, in der Menschen mit und ohne Behinderung im besten Sinne zusammenkommen und zusammenleben.“

Dazu habe man nicht nur, aber auch eine eigene Karnevalsgesellschaft gegründet und das Sommerfest als zweite Bürvenicher Dorfkirmes entwickelt: „Gesellschaftliche Integration ist bei uns das Normalste von der Welt!“ (ml)

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Die Senioren-Vertretung der Stadt Euskirchen startet wieder durch

Euskirchen – Die Arbeit der verschiedenen Gruppen der Seniorenvertretung Senioren in Euskirchen (SIE) hat unter der Pandemie und der Flutkatastrophe gelitten. Die Seniorenvertretung als kommunales Organ wirkt aktiv an der Verbesserung der Lebenssituation älterer Bürgerinnen und Bürger mit.

Diese Arbeit stellt sich dabei transparent und demokratisch dar. Aufgabe dieser Seniorenvertretung ist eine aktivierende Seniorenarbeit und Interessenvertretung, bei der die Stadtverwaltung lediglich Moderationsaufgaben übernimmt. Die Vertretung der Senioren soll in politische Entscheidungsprozesse der Fachausschüsse, welche die Vorberatung für den Stadtrat wahrnehmen, möglichst im Vorfeld eingebunden werden.

In 2020 musste das jährliche Plenum der Seniorenvertretung wegen der Pandemie abgesagt werden. In diesem Jahr sorgte die Flutkatastrophe dafür, dass der Termin ausfallen musste.

„Auch die Arbeit der Gruppen war während der Pandemie nur eingeschränkt möglich“, berichtet Marie-Theres Kastenholz, die Sprecherin der Projektgruppe Politik. Man habe sich darum bemüht, den Mitgliedern zu vermitteln, wie man an Online-Sitzungen teilnimmt und so versucht, regelmäßige Treffen stattfinden zu lassen. Dabei haben die Senioren stattliche Teilnehmerzahlen zusammen bekommen – allerdings nicht die Zahlen, die man bei den Präsenztreffen hatte.

Doch da will man schleunigst wieder hin. Die ersten Sitzungen haben bereits wieder in Präsenz stattgefunden. Zur nächsten Sitzungsperiode Ende Oktober/Anfang November hoffen Marie-Theres Kastenholz und Hans-Werner Pütz, der stellvertretende Sprecher der Projektgruppe Politik, darauf, dass man an alte Zeiten anknüpfen kann. Deshalb wurden nun mehrere Veranstaltungen angesetzt:

So wird für den 9. November 2021 um 16 Uhr eine Infoveranstaltung im Ratssaal zum Thema „Häusliche Pflege – Möglichkeiten und Variationen“ geplant.

In Zusammenarbeit mit dem DRK-Mehrgenerationenhaus lädt SIE jeden 2. Sonntag im Monat ab 14.30 Uhr zum „Klöncafé“.

Außerdem halten DRK, SIE und die Verbraucherzentrale jeden 2. Donnerstag im Monat einen „Smartphone Stammtisch“ ab. Von 14.30 – 16.00 Uhr haben Senioren hier die Möglichkeit, Fragen zum Umgang mit dem Handy zu klären und sich über Möglichkeiten im Umgang mit dem Handy zu informieren.

Beide Kooperationsveranstaltungen finden im Café Henry, Kommerner Str. 39 in Euskirchen (Eingang auch über den Penny-Parkplatz) statt. Vorab-Anmeldungen nimmt Sabine Heines, Koordinatorin DRK-Mehrgenerationenhaus, entgegen unter sheines@drk-eu.de oder 0160-90125840

Aufgrund der Infektionsschutzrichtlinien wird darauf hingewiesen, dass der Zutritt nur nach den 3G-Regeln gewährt werden darf.

Im kommenden Frühjahr hoffen alle, das ausgefallene Plenum nachholen zu können.

Nicht nur der Bericht über die vergangene Zeit und die Ergebnisse der Arbeit, sondern auch die Wahlen der Sprecherin oder des Sprechers der Projektgruppe Politik und der Vertretung stehen an, die die Senioren der Stadt offiziell in den nächsten Jahren vertreten werden.

Zum Plenum werden die Senioren der Stadt fristgerecht von BM Sacha Reichelt und der Sprecherin Marie-Theres Kastenholz eingeladen.

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Seit über 60 Jahren Bäckermeister – Wilhelm Becker aus Speicher erhält Diamantenen Meisterbrief

Speicher/Prüm/Trier – Im April 1961 legte Wilhelm Becker an der Handwerkskammer zu Köln seinen Meisterbrief im Bäckerhandwerk ab. Heute, 60 Jahre später, blickt der 87-Jährige auf ein bewegtes Berufsleben zurück.

Kürzlich erhielt er zu Hause in Speicher Besuch von dem Vizepräsidenten der Handwerkskammer (HWK) Trier, Bernd Elsen, und dem Vorsitzenden Kreishandwerksmeister Raimund Licht, ebenso Bäckermeister, von der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region (KH MEHR). Sie überreichten Becker den Diamantenen Meisterbrief. „Dieser Meisterbrief ist ein Zeichen der Wertschätzung für ein langes Berufsleben“, so der HWK-Vizepräsident Elsen und weist auf die anstehende Ehrungsstunde der KH MEHR für Goldene Meister am 30. November in Daun hin.

Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister, die 1970 oder 1971 ihre Meisterprüfung abgelegt haben, können in dieser Feierstunde den Goldenen Meisterbrief erhalten.

Die Anwärter sind aufgerufen sich zeitnah zu melden, damit der Goldene Meisterbrief erstellt werden kann.

Ansprechpartner für die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifelkreis: Kreishandwerkerschaft MEHR, Christian Weirich, Tel. 06551 9602-13, E-Mail: cweirich@das-handwerk.de

Ansprechpartner für den Landkreis Trier-Saarburg und die Stadt Trier: Handwerkskammer Trier, Gerhard Hilsamer, Telefon 0651 207-361, E-Mail: ehrungen@hwk-trier.de

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Wirtschaft

Handwerks-Konjunktur im Norden von Rheinland-Pfalz erholt sich

Region/Koblenz – Stimmung hellt sich auf trotz Störung bei den Lieferketten – Zahl der Handwerksbetriebe um 400 auf 20.700 gestiegen. Die Einschätzung der Geschäftslage wird in diesem Herbst von vielen Handwerksbranchen wieder deutlich positiver bewertet. Das ergibt sich aus dem jüngsten Konjunkturbericht der Handwerkskammer (HwK) Koblenz unter 2.800 Betrieben. Diese positive Stimmung wird vornehmlich von den Ergebnissen der Bau- und Ausbaubetriebe dominiert. Im Frühjahr 2021 war die Stimmung noch verhaltener: 73 Prozent der befragten Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage als gut und befriedigend. Im Herbst 2021 sehen die Zahlen deutlich besser aus: 92 Prozent beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut und befriedigend. Zum gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 85 Prozent (vor Corona im Herbst 2019: 94 Prozent).

„Damit verzeichnen wir zum Vorjahr ein Plus von sieben Prozent. Das Handwerk hat sich damit grundsätzlich erholt und als krisensicher gezeigt, auch wenn die Bilanz in den verschiedenen Branchen unterschiedlich ausfällt“, kommentieren HwK-Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich die vorliegenden Zahlen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Corona-Pandemie über den Winter durch die erreichte Impfquote nicht weiter verstärkt und es zu keinen weiteren einschneidenden betrieblichen Einschränkungen kommt. Dennoch sind auch weiterhin Betriebe verschiedener Bereiche von den Maßnahmen und Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Deutliche Probleme bereitet dem Handwerk zudem das gestiegene Ausmaß der Lieferkettenstörungen bei vielen Rohstoffen, Materialien und Vorprodukten. Trotz allem blicken wir insgesamt optimistisch in die Zukunft und auf die Ergebnisse der aktuellen Befragung. Diese lassen insgesamt auf eine stabile wirtschaftliche Entwicklung hoffen“, so die Kammerspitze.

Für das nächste Quartal erwarten 89 Prozent der befragten Betriebe, dass sich die Geschäftslage verbessert oder zumindest gleichbleibt. Insgesamt ist die Zahl der bei der HwK eingetragenen Handwerksbetriebe in den ersten zehn Monaten des Jahres von 20.300 auf nun ca. 20.700 gestiegen.

„Zutiefst betroffen sind wir von der Flutkatastrophe im Ahrtal, bei der auch sehr viele Handwerksbetriebe zerstört wurden. Viele davon sind gerade dabei ihren Betrieb wieder aufzubauen, um die Geschäftstätigkeit im Herbst oder zum Winter wieder aufnehmen zu können. Diese Betriebe sind bei der aktuellen Konjunkturbefragung nicht berücksichtigt. Hier werden sich die konjunkturellen Auswirkungen erst in den nächsten Monaten zeigen. Neben den Soforthilfen des Landes können von den Betrieben nun seit Ende September die Aufbauhilfen des Landes und des Bundes beantragt werden. Hierzu beraten die Berater der HwK Koblenz die betroffenen Betriebe und bieten Unterstützung in der Beantragung, auch vor Ort in der Ahr-Akademie, an“, geht die HwK auf die besondere Situation des Ahr-Handwerks ein.

Konjunkturergebnisse nach Branchen: Bauberufe melden weiterhin beste Zahlen

Wieder geben die Bau- und Ausbaugewerbe im 3. Quartal 2021 die beste Geschäftslagebeurteilung ab. Von den befragten Betrieben in den Bauhandwerken wie Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker oder Straßenbauer und von den Betrieben der Ausbauhandwerke wie Tischler, Maler, Installateure und Heizungsbauer, Elektrotechniker oder Fliesenleger melden 97 Prozent eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage.

Alle von den befragten Betrieben der Nahrungsmittelhandwerke wie Bäcker, Konditoren, Fleischer geben an, mit ihrer Geschäftslage zufrieden zu sein. Bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf wie Feinwerkmechaniker, Kälteanlagenbauer, Metallbauer, Gebäudereiniger sind es 84 Prozent, 88 Prozent bei den Kfz-Betrieben und 89 Prozent bei den Betrieben der Gesundheitsgewerbe wie Augenoptiker, Zahntechniker, Hörakustiker und Orthopädietechniker, die eine gute oder befriedigende Geschäftslagebeurteilung melden. Die niedrigsten Werte geben weiterhin die personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe wie Friseure, Kosmetiker, Fotografen oder Schuhmacher an. Hier sind die Betriebe am stärksten von den Corona-Maßnahmen betroffen. 77 Prozent der personenbezogenen Dienstleistungsbetriebe beurteilen die Geschäftslage im Herbst 2021 als gut oder befriedigend. Viele der betroffenen Handwerksbetriebe konnten durch die Beantragung der Überbrückungshilfen ihren Liquiditätsengpass abmildern und das Unternehmen weiterführen.

Betriebsauslastung und Umsatzentwicklung verbessert

Die Beurteilung der Betriebsauslastung und Umsatzentwicklung im nördlichen Rheinland-Pfalz hat sich verbessert, einzelne Konjunkturindikatoren tendieren seitwärts oder leicht nach oben. 83 Prozent (Vorjahreswerte in Klammern: 78 %) der Befragten melden, dass sie zu mindestens 70 Prozent ausgelastet sind. Dies liegt zwar noch unter den Werten der Jahre 2019 und 2018, aber wieder auf einem guten Niveau. Der Auftragsvorlauf ist leicht von 10,4 Wochen auf jetzt 11,6 Wochen gestiegen.

Die Ergebnisse der Konjunkturindikatoren „Auftragseingang und Umsatzentwicklung“ liegen im Herbst 2021 ebenfalls über den Vorjahreswerten. Konstante oder gestiegene Werte im Auftragseingang geben 82 Prozent (75 %) der befragten Betriebe an. In den kommenden drei Monaten gehen 86 Prozent (80 %) von einem gleichen oder höheren Auftragseingang aus. 79 Prozent (76 %) der Handwerker melden aktuell höhere oder gleiche Einnahmen. Für das nächste Quartal gehen 85 Prozent (72 %) von einer stabilen oder positiven Umsatzentwicklung aus. Der Preisdruck für die Betriebe ist aufgrund der Materialengpässe stark angestiegen. Diese können derzeit nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden. Aktuell berichten 87 Prozent (34 %) über steigende Einkaufspreise, 48 Prozent können höhere Verkaufspreise bei ihren Kunden durchsetzen (16 %).

Investitionsbereitschaft und Beschäftigungssituation stabil

Das Investitionsklima im Kammerbezirk Koblenz bleibt auf einem guten Niveau. Derzeit investieren 54 Prozent (57 %) der befragten Betriebe eine durchschnittliche Summe von 34.000 Euro (29.000 Euro). In der aktuellen Umfrage geben 82 Prozent (72 %) der Unternehmen höhere oder gleich hohe Investitionen an. In den nächsten drei Monaten planen 74 Prozent (61 %) der Befragten Investitionen in mindestens gleicher Höhe wie im Vorquartal vorzunehmen. Hierin sind auch Investitionen der Handwerker in die zunehmende Digitalisierung enthalten, um die Arbeitsabläufe im Handwerk weiter zu modernisieren oder zu automatisieren und den Mitarbeitern mobiles Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Hierzu gibt es interessante Zuschussprogramme des Landes. Die Digitalisierungsberater der HwK Koblenz informieren Mitgliedsbetriebe kostenfrei zu diesen Themen.

Im Personalbereich nehmen in diesem Herbst 71 Prozent (72 %) der Befragten keine Veränderungen vor, 18 Prozent (17 %) stellen Mitarbeiter ein, 11 Prozent (11 %) nehmen Entlassungen vor. Im kommenden Quartal planen 77 Prozent (80 %) keine personellen Veränderungen vorzunehmen, 10 Prozent (10 %) befürchten, Stellen abbauen zu müssen, 13 Prozent (10 %) der Befragten möchten zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Beratungsangebot der HwK Koblenz

Mit passgenauen Beratungsleistungen unterstützt die HwK ihre Mitgliedsbetriebe, ob in betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Fragen, technologischen Transformationsprozessen, Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen, Verstärkung der Nachhaltigkeit oder zu den aktuellen Themen rund um die Corona-Richtlinien und die Hochwasserhilfen.

Informationen zu Einzelheiten der Herbstbefragung 2021 bei der Handwerkskammer Koblenz,
Tel. 0261/ 398-251, beratung@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de

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Wiedereröffnung des KSK-Beratungs-Centers in Schleiden

Schleiden – Es können wieder nahezu alle Services und Beratungsangebote genutzt werden – Barrierefreiheit aktuell noch nicht möglich. Seit dem gestrigen Mittwoch, 20. Oktober 2021, hat das Beratungscenter Schleiden (Blumenthaler Str. 12, 53937 Schleiden) der Kreissparkasse Euskirchen wieder für den Kundenverkehr geöffnet.

In den letzten Wochen wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, schnellstmöglich den Normalbetrieb wieder herzustellen – mit Erfolg. Ab diesem Zeitpunkt können in Schleiden wieder nahezu alle Services und Beratungsangebote genutzt werden. Wegen der flutbedingt hohen Anzahl von Kundenanliegen wird das Beratungscenter bis auf Weiteres an fünf Tagen pro Woche geöffnet.

Einschränkungen gibt es aktuell bei der Barrierefreiheit des Beratungscenters. Wegen der weiter andauernden Sanierung des Erdgeschosses wurden Service-und Beratungsbereiche in das erste Obergeschoss verlegt. Der im Gebäude befindliche Aufzug wurde durch die Flutkatastrophe so stark beschädigt, dass er auch weiterhin nicht nutzbar ist. Der Zugang ist nur über den Nebeneingang des Gebäudes möglich.

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Kostbarer Brauch im Haus Effata

Blankenheim/Mechernich – Bewohner der Seniorenpflegeeinrichtung in Blankenheim feierten Erntedank mit festlichem Gottesdienst und gesegneten Weckbrötchen. In den letzten warmen Tagen leeren sich die Felder und die Speisekammern füllen sich. Der Abschluss der Ernte wird auch im Haus Effata der Communio in Christo festlich begangen. Für die Menschen ist das Erntedankfest ein kostbarer Brauch im Wechsel der Jahreszeiten.

Mit den Gaben der Natur wurde der Altar geschmückt. Foto: Anita Leyendecker/CIC/pp/Agentur ProfiPress

„Wunderschön wurde der Altar geschmückt, mit den Gaben der Natur, Blumen, Feldfrüchten und selbst gebackenem Brot. Feierlich wurde der Gottesdienst zelebriert“, berichtet Anita Leyendecker vom Sozialen Dienst im Haus Effata. Pater Dr. Innocent Dim aus Nigeria segnete die Gaben, dankte Gott und wünschte, dass alle Menschen auf dieser Erde jederzeit genug Nahrung haben.

Zum Ende der heiligen Messe wurden zuvor gesegnete, frischgebackene Weckbrötchen an die Bewohner verteilt und mit Dank angenommen.

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Mehr als 80 neue Sirenen für das Ahrtal

Ahrweiler – Bevölkerung soll zukünftig einfacher und effektiver gewarnt werden können. In der jüngsten Sitzung des Kreistags haben die Mitgliederinnen und Mitglieder  einstimmig beschlossen, die Firma Helin GmbH aus Hagen mit der Planung und dem Aufbau eines elektronischen Sirenenwarnnetzes für die ahranliegenden Gemeinden zu beauftragen. Die Kosten für Planung und Aufbau belaufen sich voraussichtlich auf rund zwei Millionen Euro. Die Kreisverwaltung wird darüber hinaus in einem nächsten Schritt die nicht unmittelbar vom Hochwasser betroffenen Kommunen des Landkreises betrachten sowie die Kostensituation und eine entsprechende Finanzierung abklären.

„Unser Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern wieder ein Stück Sicherheit zurückzugeben. Der Bereich der Ahr hat aufgrund seiner Lage dabei natürlich oberste Priorität, aber auch die anderen Kommunen im Kreis werden wir nicht aus den Augen verlieren“, betont der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL.

Die derzeitigen Planungen sehen vor, dass rund 80 neue, auf elektronischer Basis arbeitende Sirenenanlagen im Ahrtal benötigt werden – davon 22 als Ersatz für zerstörte Sirenenanlagen. Die neuen Sirenen sind für Fälle eines Stromausfalls akkugepuffert und können auch Sprachdurchsagen aussenden. Somit könnten nach Aussenden des Warntons auch weitere Handlungsanleitungen zum Verhalten oder empfohlenen Maßnahmen an die Bevölkerung übermittelt werden.

Das Land Rheinland-Pfalz hat bezüglich der Kosten für Planung und Aufbau eine hundertprozentige Förderung aus Mitteln des Bundesförderprogramms für ein neues Sirenennetz sowie aus Geldern des Landes zugesagt.

Zum Hintergrund: Ein zentrales Element des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes ist die Warnung der Bevölkerung. Neben der Warnung, zum Beispiel durch appbasierte Lösungen oder Durchsagen per Lautsprecher, gilt die Warnung mittels Sirenen noch immer als die einfachste, aber auch und gerade in der Fläche als die wirksamste Variante. Im Schadensgebiet entlang der Ahr (Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr, Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig) gibt es grundsätzlich nur Motor-Sirenen mit einem Signal zur Feuerwehralarmierung. Versorgt werden sie mit Strom, jedoch ohne Notstromversorgung oder Batteriepufferung. Einige Sirenenstandorte sind zudem durch die Flut komplett weggefallen, in einzelnen Teilorten gab es darüber hinaus bisher keine Sirene, weil es dort auch keine Feuerwehreinheit zur Alarmierung gab und gibt.

Die bereits landesweit in Gang gesetzte Umstellung auf die digitale Alarmierungstechnik, mit der auch Warnsignale mittels Sirenen ausgesandt werden können, kommt für den Kreis Ahrweiler zu spät. Deshalb soll – auch mit Blick auf den bevorstehenden Winter und mögliche Hochwasser an der Ahr und ihren Zuflüssen – so schnell wie möglich eine Warnmöglichkeit per Sirenen geschaffen werden und gleichzeitig der restliche Landkreis bezüglich Sirenenwarnung nicht aus den Augen verloren werden.

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Feuerwehr-Spende aus Ostrau

Kall/Ostrau– Nachdem das Feuerwehrgerätehaus in Kall durch die Flut zerstört worden war, kam Hilfe aus dem Osten – Zu Spendenübergabe brachten die Kameraden aus Sachsen auch ihren Bürgermeister mit – Zwei Schecks über 3000 und 4300 Euro überreicht – Ein Knoten verbindet.

Vor der verhängnisvollen Flutnacht zum 15. Juli hatte keiner etwas von dem anderen gewusst. Doch das änderte sich, als in ganz Deutschland über die sozialen Medien von der Zerstörung in der Gemeinde Kall berichtet wurde. Vor allem die Tatsache, dass die Feuerwehr selbst durch die Zerstörung ihres Gerätehauses zum Flutopfer geworden war, bewegte viele Feuerwehren im Lande. So auch die Feuerwehr aus der Gemeinde Ostrau, die mit knapp 4000 Einwohnern etwa so groß wie der Zentralort Kall ist.

Sowohl die Gemeinde Ostrau mit ihrem Bürgermeister Dirk Schilling als auch die Feuerwehr, mit ihrem Vorsitzenden Mario Thomas an der Spitze, riefen zu Spenden für die Flutopfer und für die Kaller Feuerwehr auf. Die Feuerwehr aus Ostrau veranstaltete Ende August ein großes Fest, dessen Erlös für die Kollegen aus Kall bestimmt. Für die Kaller um ihren Löschzugführer Daniel Rütz war es dann  auch Frage, mit einem Teil der Mannschaft zum Fest nach Sachsen zu reisen.

„Da wächst nach der Flutkatastrophe etwas Schönes zusammen”, ist sich der Kaller Löschzugführer Daniel Rütz sicher, nachdem es jetzt ein Wiedersehen mit den Feuerwehrkollegen aus der Stadt Ostrau gegeben hatte. Die Feuerlöscher aus der nördlichsten Gemeinde Mittelsachsens waren zum Kameradschaftsabend des Löschzugs Kall nach Keldenich gekommen. Sie auch ihren Bürgermeister Dirk Schilling gleich mit in die Eifel gebracht, um Spenden für die von der Flut gebeutelte Feuerwehr in Kall zu überbringen.

Eingangs des Kameradschaftsabends hieß Bürgermeister Hermann-Josef Esser in der Begrüßungsrede seinen Amtskollegen aus Sachsen herzlich willkommen und kündigte an, das Schilling mit seiner Feuerwehr „nachher die Bühne entern  wird, um uns etwas Gutes zu tun“. Das tat Schilling dann schließlich mit seinem Feuerwehr-Vorsitzenden Mario Thomas, um zwei Spendenschecks an Löschzugführer Daniel Rütz und Gemeinde-Wehrchef Harald Heinen zu übergeben.

Mario Thomas berichtete, wie er von der verheerenden Flut in Kall und dem schweren Schicksal des Löschzugs Kall durch die aktive Berichtserstattung von Anke Latz, der Ehefrau eines Kaller Feuerwehrmannes, in den sozialen Medien und den damit verbundenen Spendenaufruf erfahren habe. Auch ein Aufruf der Kaller Feuerwehrfrau Jana Kurtensiefen über das Internetportal Facebook sei in Sachsen angekommen.

Für ihn und seiner Feuerwehr habe festgestanden, den Kallern helfen zu wollen. Da es auch im Osten des Landes Überschwemmungen gegeben habe, habe man in Ostrau auf den Einsatz zum Helfen gewartet. Zum Einsatz sei es nicht gekommen, und so habe für ihn und seine Kameraden aber festgestanden: „Wir wollen den Kallern helfen“. So sei die Idee geboren worden, am 28. August einen Benefiz-Abend mit Showeinlagen zu veranstalten.

Mit großer Freude habe man die Kaller Kollegen beim Fest begrüßt und erste Freundschaftsbande geknüpft. „Die Gäste aus Kall haben natürlich zur positiven Gestaltung des Abends beigetragen“, berichtete Mario Thomas, der schließlich einen Spendenscheck über 3000 Euro für den Löschzug Kall an Daniel Rütz.

Man habe die Ostrauer am Benefiz-Abend aufgefordert, für den guten Zweck kräftig zu Essen und zu Trinken, berichtete Bürgermeister Dirk Schilling, der seitens der Gemeinde Ostrau einen Scheck über 4.259,86 Euro übergab. Nach der Flutkatastrophe in vielen Teile des Landes habe auch die Gemeinde Ostrau zu einer Spendenaktion für Flutopfer aufgerufen mit dem Ziel, keine große Organisation zu unterstützen sondern gezielt zu helfen. Und da sei die geschädigte Feuerwehr Kall eine gute Adresse gewesen.

Im Verlauf des Abends wurden weitere Bekanntschaften mit den Kollegen aus Sachsen geschlossen. Vom Löschzug wurden Anke Latz und Jana Kurtensiefen, denen die Wehr durch die Spendenaufrufe in den sozialen Medien eine große Gesamtspendensumme zu verdanken hat, mit Blumen und Einkaufsgutscheinen bedacht. „Das haben sich mehr als verdient“, resümierte Löschzugführer Daniel Rütz. (Reiner Züll)

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Baustart für die erste Wasserstoff-Tankstelle im Kreis Düren ist erfolgt

Düren – Busse und Pkw können bald in Düren mit Wasserstoff an der Shell Tankstelle „Im großen Tal 1“ auftanken. Landrat Wolfgang Spelthahn, Falk Schulte-Wintrop (H2 MOBILITY) und Josef Busch, Geschäftsführer des Shell Markenpartner-Unternehmens PM Pfennings, haben jetzt in einer gemeinsamen Stellungnahme anlässlich des Baustarts der neu entstehenden H2-Tankstelle im Gewerbegebiet auf die Möglichkeiten von Wasserstoff im Transportsektor hingewiesen. Bauherrin und Betreiberin ist die H2 MOBILITY Deutschland, die Technik stammt von Air Liquide.

Wasserstoff dient derzeit vor allem der Betankung von Elektro-Fahrzeugen mit Brennstoffzelle. Ihre Vorteile: kein Lärm, keine Schadstoffe, aber gleiche Nutzung, Geschwindigkeit und Reichweite wie bei Fahrzeugen mit Otto- oder Dieselmotor. Wasserstofffahrzeuge verfügen über Reichweiten von 500 bis 700 Kilometern und tanken in nur drei bis fünf Minuten, Busse benötigen, wie herkömmliche Busse auch, ca. 15 Minuten zum Auftanken und erzielen damit ca. 300 Kilometer Reichweite. Mittelfristig wollen aber vor allem auch die Hersteller von Nutzfahrzeugen entsprechende Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb auf den Markt bringen.

Die Fertigstellung der Wasserstofftankstelle in Düren ist für Ende des Jahres 2021 geplant. Sie liegt verkehrsgünstig an der Autobahn A4 und ergänzt die bisher 18 Wasserstofftankstellen in NRW. Der Kreis Düren hat Stand heute fünf Wasserstoffbusse bestellt und setzt selbst bereits zwei H2-Fahrzeuge in seinem Fuhrpark ein. Die ersten fünf Wasserstoff-Busse werden bis Januar 2022 im Kreis Düren eintreffen und verkehren. Ab dann werden jedes Jahr fünf weitere Busse hinzukommen. Auch der Fuhrpark des Kreises Düren wird mit weiteren H2-Fahrzeugen ausgebaut.

Zudem fahren mittlerweile auch einige Kommunen wie Nörvenich und Jülich sowie Privatunternehmen Wasserstoffautos. Darüber hinaus wird der Kreis Düren im nächsten Jahr auf der Basis von Sonnenenergie mit der Produktion von grünem Wasserstoff im Brainergy-Park in Jülich beginnen.

Landrat Wolfgang Spelthahn: „Heute ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht, denn wir sind fest von der Wasserstofftechnologie überzeugt und planen, vier weitere H2-Tankstellen verteilt über das gesamte Kreisgebiet zu bauen.“

PM Pfennings setzt ebenfalls auf Wasserstoff und plant im Landkreis Düren den Bau einer H2-Station, speziell für den Schwerlastverkehr: „Gerade für schwere Anwendungen bietet Wasserstoff die größten Vorteile – kurze Betankungszeiten, große Reichweiten und niedriges Gewicht“, so Josef Busch.

„Mit der Station in Düren schließen wir die Versorgungslücke zwischen Köln und Aachen und damit auf dem Weg nach Belgien und in die Niederlande“, sagte Falk Schulte-Wintrop, für die strategische Unternehmensentwicklung bei H2 MOBILITY verantwortlich. Bundesweit gibt es derzeit bereits 91 Wasserstoffstationen.

Um mit Wasserstoff in Deutschland auftanken zu können, benötigt man die H2 MOBILITY-Card, die einfach online unter www.h2.live bestellt werden kann.

Der Bund fördert den Bau der Wasserstofftankstelle in Düren über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffellentechnologie (nip) mit etwa 1,3 bis 1,4 Millionen Euro.