Kategorien
News

Einrichtung einer Familien-Leseinsel auf dem Luisenplätzchen in Euskirchen

Euskirchen – Im Zuge der Neugestaltung des Luisenplätzchens als Ort zum Verweilen für die gesamte Familie wurde dort nun ein Büchertauschschrank mit gemütlicher Sitzfunktion für rund 250 Kinderbücher aufgestellt.

Die Kinder aus Horrheim spendeten dem neuen Bücherschrank gleich die ersten Bücher. Foto: Kreisstadt Euskirchen

Man kann dort in den Büchern lesen, sie ausleihen oder tauschen. Zusätzlich wurde durch das Aufstellen einer großen Herzliegebank und einer weiteren Herzsitzbank, an der auch Freundschaftsschlösser befestigt werden dürfen, der perfekte Rahmen geschaffen, um das Plätzchen wieder aufblühen zu lassen.

Bürgermeister Sacha Reichelt und Melanie Barth (r.) vom Fachbereich Schulen, Generationen und Soziales begrüßten den Verein aus Horrheim am Luisenplätzchen und bedankte sich für die solidarische Spendenaktion der Horrheimer. Foto: Kreisstadt Euskirchen

So soll dem historischen Ort wieder neues Leben eingehaucht werden. Familien sollen dort verweilen können und gleich in eines der dort im Bücherschrank vorhandenen Bücher versinken. Bei dem Lesestoff ist für Kinder und Jugendliche jeglichen Alters etwas dabei.

Auch Spaziergängerinnen und Spaziergänger finden hier ein kleines Leserefugium bzw. Pausenstation.

Möglich war die Umgestaltung unter anderem auch durch eine Spende des ehrenamtlichen Kinder- und Jugendfreizeitverein Horrheim e.V. Der Verein hat im Zuge eines Spendenlaufs am 10. September Geld für Kinder- und Jugendprojekte gesammelt und spendet in Regionen, die sehr von der Flut betroffen waren. Zur Verteilung der beim Lauf gespendeten Gesamtsumme hat sich der Verein an drei Gemeinden gewandt, u.a. auch an die Stadt Euskirchen. Auf diesem Wege hat die Stadt für das Projekt „Familienleseinsel“ eine stattliche Summe von 1.300 €, erhalten.

Am Samstag waren einige Mitglieder des Vereins persönlich nach Euskirchen gekommen, um die Spende am Luisenplätzchen an Bürgermeister Sacha Reichelt and Melanie Barth vom Fachbereich Schulen, Generationen und Soziales zu übergeben. Eine besondere Überraschung hatte der Verein auch noch dabei: Die Kinder und Jugendlichen aus dem Ort hatten Kinder- und Jugendbücher gespendet, die sie als Erstbestückung des Bücherschrankes zu Verfügung gestellt haben. Diese wurden von den Kindern des Vereins, die mitangereist waren, sogleich eingeräumt. Außerdem erhielt die Stadt noch spontan einen Gutschein für die Nachbeschaffung von Büchern in Höhe von 150 Euro. Bürgermeister Sacha Reichelt hängte gemeinsam mit einem der jüngsten Vertreter des Vereins das erste Vorhängeschloss an die herzförmige Bank, um die neue Freundschaft zwischen Euskirchen und Horrheim auch auf diese Weise zu festigen. Während der Spendenübergabe schnupperten auch schon die ersten Euskirchener Kinder die Bücherauswahl durch, wobei die Wahl auf die Bücher „Karl, der Krankenwagen“ und je eines aus der Reihe „Der kleine Drache Kokosnuss“ sowie „Das magische Bauhaus“ direkt einen Abnehmer und eine Abnehmerin fanden.

Kategorien
News

„Den Tagen mehr Leben geben und nicht dem Leben mehr Tage“

Region/Düsseldorf – Landesbeauftragte im Fachgespräch zu palliativer Versorgung in Nordrhein-Westfalen. Die Landesbehinderten- und -patientenbeauftragte Claudia Middendorf hat Vertreterinnen und Vertreter der Medizinischen Dienste (MD) aus Nordrhein und Westfalen sowie der Hospizbewegung und der Selbsthilfe zu einem Fachgespräch in die Landeshauptstadt eingeladen. Insbesondere wurde darüber diskutiert, wie Betroffene und Angehörige gezielter über bestehende Angebote informiert werden können. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass eine bessere Vernetzung der Beratungsstrukturen erforderlich ist und dass Selbstbestimmung bis zum letzten Lebenstag gewährleistet werden muss.

Nach fachlichen Impulsen zur Palliativ- und Hospizversorgung durch den MD Nordrhein und durch Vertreterinnen des Hospizes zum heiligen Franziskus wurde den Beteiligten viel Raum für inhaltlichen Austausch gelassen. Dabei wurde deutlich, dass Betroffene und Angehörige vielfach noch nicht ausreichend über die bestehenden Angebote der allgemeinen und spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, wie z. B. die 24-Stunden Rufbereitschaft, „Letzte Hilfe“-Kurse sowie die Unterstützung durch pflegerisches Fachpersonal informiert sind. Zur Unterstützung der Betroffenen sollten der Informationsfluss und die Zusammenarbeit verbessert werden. Hierbei sei es von Vorteil, wenn der hohe Beratungsbedarf anerkannt würde, sodass diesem ausreichend Raum gegeben werden kann. Es wurde vereinbart, zu diesen Fragestellungen weiterhin im Austausch zu bleiben, um die palliative Versorgung gemeinsam zu stärken.

Claudia Middendorf resümierte: „Es war eine fachlich und emotional bereichernde Veranstaltung. Ich danke allen Beteiligten für den guten und vor allem produktiven Austausch. Es hat sich klar gezeigt, dass es zwischen den Medizinischen Diensten und der Hospiz- bzw. Selbsthilfebewegung bedeutende Schnittmengen gibt. Wenn alle Seiten gegenseitige Unterstützung leisten, profitieren die Menschen in der palliativen Versorgung davon. Selbstbestimmung bis zum Schluss sollte dabei immer unser oberstes Ziel sein, ganz nach dem Zitat der Begründerin der modernen Hospizbewegung Cicely Saunders: ‚Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.‘ Mir war es als Landesbeauftragte, insbesondere im Nachgang des Welthospiztages, wichtig, als Netzwerkerin beide Seiten in den direkten Austausch zu bringen und damit stellvertretend den Menschen, die mit bewundernswertem persönlichem Einsatz in der Hospizarbeit tätig sind, meinen Dank auszusprechen. Wir werden den Dialog weiter führen und uns dabei stets den Leitgedanken der caritativ-diakonische Arbeit ‚Mensch sein. Mensch bleiben…auch wenn der Weg zu Ende geht.‘ vergegenwärtigen. Bei allem was wir unternehmen, muss immer der Mensch im Mittelpunkt stehen.“

Kategorien
News

Aufnahme der Erdgas-Versorgung im Ahrtal erfolgt nun kleinteiliger

Bad Neuenahr – Verbleibende Gebiete werden noch einmal unterteilt. Bei der Wiederherstellung der Erdgasversorgung im Ahrtal stößt die Energienetze Mittelrhein (enm) als Netzbetreiber nunmehr in Bereiche vor, die besonders stark von der Flutkatastrophe betroffen sind. „Die letzten 20 Prozent der Hausanschlüsse sind tatsächlich die schwierigsten“, stellt der Sprecher der evm-Gruppe, Marcelo Peerenboom, fest. Grund sind die starken Zerstörungen in den Ortsnetzen. Besonders entlang des Ahrufers sowie in der Altstadt von Ahrweiler ist es sehr aufwendig verschmutzte Leitungsabschnitte zu reparieren, zu reinigen und wieder Erdgas in die Leitungen fließen zu lassen.

Dies hat zur Folge, dass die enm von der bisherigen Praxis abweichen muss, ganze Bereiche in den einzelnen Stadtteilen wieder in Betrieb zu nehmen. Zu diesem Zweck hatte der Netzbetreiber das Stadtgebiet in Sektoren unterteilt und im Internet veröffentlicht. „Wir haben uns dazu entschlossen, diese Sektoren noch einmal sehr kleinteilig zu untergliedern, damit wir möglichst schnell wieder einzelne Hausanschlüsse in Betrieb nehmen können“, so Peerenboom. Den entsprechenden Fortschritt können Betroffene stets unter www.enm.de/hochwasser nachvollziehen. „Aufgrund dieser Kleinteiligkeit können wir ab sofort nicht mehr über die Presse und andere Kanäle die Wiederinbetriebnahme in den Sektoren veröffentlichen. Hierfür bitten wir um Verständnis. Unser Ziel ist es nach wie vor, bis Ende des Monats alle Anschlüsse wieder mit Erdgas zu versorgen“, erklärt der Sprecher.

Alle Informationen zu Wiederinbetriebnahme finden Betroffene unter www.enm.de/hochwasser.

Kategorien
News

Online-Stammtisch „Mixbecher“ heute 04. November – Als Gast diskutiert Bischof Dr. Helmut Dieser mit

Aachen – „Mixbecher“ heißt das digitale Format, in dem kreative Köpfe, ungewöhnliche Ideen und Mut zur Veränderung ihren Platz haben. Das Team der Innovationsplattform im synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozess „Heute bei dir“ organisiert den inspirierenden Online-Stammtisch einmal im Monat. In der nächsten Ausgabe am heutigen Donnerstag, 04. November, ist ab 19 Uhr auch Bischof Dr. Helmut Dieser als Gast mit dabei.

Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema Synodalität. In der Kirche hat dieses Prinzip mit dem Hören auf Gottes Geist eine spezifisch christliche Prägung. Aber auch innerhalb der Zivilgesellschaft und Wirtschaft gibt es Bestrebungen, die nach neuen Wegen möglichst hoher Beteiligung und gemeinschaftlicher Entscheidungsfindung suchen. Vor allem die Methodik der Soziokratie  ist spannend  für die Weiterentwicklung von Synodalität, weil sie den Anspruch erhebt, eine Entscheidung „ohne Verlierer“, im Konsent, herbeizuführen. Dieses Prinzip wird derzeit ganz praktisch im Synodalkreis erprobt. In diesem Gremium werden die Roadmaps der Basis-AGs beraten, auf deren Grundlage im Frühjahr 2022 Entscheidungen getroffen werden (ins Unreine formuliert, aber ich würde das hier mal aufgreifen um die Verbindung da noch  mal stärker herzustellen, sonst kommt der Synodalkreis im nächsten Absatz so aus heiterem Himmel)

Im Rahmen des Online-Stammtisches Mixbecher gibt es Gelegenheit, von den Erfahrungen mit synodalen und soziokratischen Modellen im Bistum zu lernen und sich darüber auszutauschen, die sowohl im Synodalkreis wie auch in einzelnen konkreten Gemeinden vor Ort praktiziert werden.

Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich über folgenden Link:
https://eu01web.zoom.us/j/61735877884

Kategorien
Top-Themen

Vereinbarung zur Stärkung der psychischen Gesundheit im Ahrtal unterzeichnet

Ahrweiler/Mainz – Das Land Rheinland-Pfalz, der Landkreis Ahrweiler, der Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V., die Dr. von Ehrenwall’sche Klinik und die DRK Fachklinik Bad Neuenahr haben die „Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der psychischen Gesundheit im Ahrtal“ unterzeichnet. Sie umfasst zum Aufbau und der Koordination eines gemeinsamen regionalen Traumanetzwerks unter anderem die Erfassung und Vermittlung von Angeboten und Nachfragen im Bereich der psychosozialen Versorgung, die bedarfsorientierte Planung und Entwicklung von neuen oder ergänzenden Angeboten in enger Abstimmung mit den Leistungsträgern, und eine breit angelegte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

„Das, was in dieser Nacht passiert ist, ist bis heute für viele immer noch unbegreifbar. Durch die Flutkatastrophe haben viele ihr Zuhause, ihr Hab und Gut verloren oder mussten um ihr eigenes Leben oder um das Leben von Menschen, die ihnen nahestehen bangen. Neben allen praktischen, teilweise existenziellen Folgen der Katastrophe, können solche schrecklichen Erlebnisse auch Spuren in der Psyche hinterlassen. Unser zentrales Anliegen ist, dass den Menschen die notwendigen Hilfen zur Bewältigung dieser psychischen Belastungen zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch, dass es eine Ansprechstelle vor Ort gibt, die die Bedarfe der Menschen und die Vielzahl der Angebote im Blick hat und Akteure zusammenbringt. Deshalb freut es mich, dass wir heute gemeinsam, diese Kooperationsvereinbarung unterzeichnen konnten“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch. Mit der Kooperationsvereinbarung werden im Landkreis zusätzliche personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt, um die gestiegenen Anforderungen an Vernetzung, Koordination und Planung erfüllen zu können. Damit sei ein weiterer Baustein in einer Reihe von Maßnahmen zum Wiederaufbau des Ahrtals gelegt, so der Minister. Das Land unterstützt diese Kooperation bis zum Jahr 2023 mit Mitteln in Höhe von insgesamt 183.000 Euro.

„Neben vielen anderen wichtigen Aufgaben ist die Koordinierung der bereits bestehenden psychosozialen Infrastruktur im Kreis für uns von besonderer Bedeutung und ein elementarer Baustein im Wiederaufbau unseres Ahrtals. Das alleine genügt jedoch nicht, denn durch die Flutkatastrophe werden zusätzliche Bedarfe entstehen, denen wir gerecht werden wollen und müssen. Daher freue ich mich, dass die Dr. von Ehrenwall’sche Klinik und die DRK Fachklinik Bad Neuenahr ihre fachliche Expertise in das Projekt miteinbringen und wir den Hospizverein zur Unterstützung gewinnen konnten. Wir sind als Kreis gut aufgestellt, um unserer Aufgabe professionell gerecht zu werden und alle Altersgruppen zu berücksichtigen“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL.

„Als mitgliederstärkste Bürgerbewegung im Kreis Ahrweiler ist es uns eine Verpflichtung, auch in dieser Krise für die Bürgerinnen und Bürger da zu sein. Potenziell traumatische Situationen sind als universelle Erfahrungen anzusehen, die jeden Menschen in unterschiedlichem Ausmaß in ihrem Leben trifft“, sagte Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V..

„Auch wenn die Flutkatastrophe vom 14. Juli ein apokalyptisches Ereignis war, hat es die positiven Auswirkungen, Menschen und Institutionen zusammen zu bringen, im gemeinsamen Bestreben kreative Lösungen für die Zukunft zu finden“, so Dr. med. Christoph Smolenski, Geschäftsführer der Dr. von Ehrenwall’sche Klinik.

„Die Koordinationsstelle wird helfen, die langfristige psychosoziale Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen und deren Familien im Ahrtal zu sichern“, sagte Dr. Kristian Holtkamp, Chefarzt der DRK Fachklinik Bad Neuenahr.

Kategorien
News

VDI zeichnet herausragende Hochschul-Absolventen aus

Region/Koblenz – Der VDI-Förderpreis für besondere ingenieurwissenschaftliche Abschlussarbeiten wurde in diesem Jahr vom Mittelrheinischen Bezirksverein im VDI e.V. an vier Absolventen der Hochschule Koblenz verliehen. Die Jungingenieure haben bewiesen, welch innovativer Forscher- und Entwicklergeist in der Region vorhanden ist. Unter dem Applaus des Publikums erhielten Sie vom Vorsitzenden den Bezirksvereins, Dr. Thomas Kinsky, eine Urkunde und je 300 Euro.

Johannes Bohlke plante Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Koblenz

Er ging der Frage nach, wie man die rechtsrheinischen, höher liegenden Stadtteile von Koblenz für Fußgänger und Radfahrer attraktiv an die Pfaffendorfer Brücke und somit an die Innenstadt anbinden kann. Heraus kamen drei verschiedene Entwürfe als Stahl-, Schrägseil- oder Fachwerkbrücke. In die Planung wurde die bestehende Teufelstreppe integriert sowie Anforderungen an das Weltkulturerbe berücksichtigt.

Magdalena Schoberer erstellte Erdbebenberechnungen

Sie errechnete die Erdbebensicherheit eines beispielhaften Bürogebäudes in Massivbauweise. Mit unterschiedlichem Ansatz der Bauwerkssteifigkeit hat sie das Gebäude in zwei verschiedenen Berechnungsmethoden untersucht: im vereinfachten und im multimodalen Verfahren. Dabei konnte sie nachweisen, dass die unterschiedlichen Ansätze sowie die Auswahl der Berechnungsmethode erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit mit sich bringen.

Jakob Tenholt vom Rhein-Ahr-Campus befasste sich mit Datenbrillen am Arbeitsplatz

Er untersuchte, inwiefern Mitarbeiter in ihrer körperlichen Sicherheit beeinträchtigt sind, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz anstatt mit Tablets oder Monitor mit Datenbrillen arbeiten. Er kam zu dem Ergebnis, dass der Gleichgewichtssinn durch das Tragen einer Datenbrille nur wenig beeinflusst wird, weshalb die Gefahr zu stolpern oder zu stürzen sehr gering ist. Nach seiner Studie ist daher eine Datenbrille ein verträgliches Arbeitsmittel.

Dominik Czeicke befasste sich mit Wasserstoff in Asphaltmischanlagen

Er erforschte in Kooperation mit der Firma Benninghoven, ob in Asphaltmischanlagen Wasserstoff als Energieträger verwendet werden kann. Vor dem Mischen müssen die Materialien in einer Trommel getrocknet werden, die bisher mit fossilen Brennstoffen beheizt wird. Die Studie hat ergeben, dass der Einsatz von umweltfreundlicherem Wasserstoff als Energieträger technisch möglich, bisher aber durch hohe Herstell-, Transport- und Speicherkosten noch unwirtschaftlich ist. Geeignete Förderprogramme ebnen jedoch den Weg für Pilotprojekte.

Kategorien
News

Westenergie unterstützt Notfall-Seelsorge am Nürburgring

Nürburgring – Die Notfallseelsorge der Evangelischen Kirchengemeinde Adenau am Nürburgring darf sich über eine finanzielle Unterstützung der Westenergie freuen. Das Energieunternehmen unterstützt die soziale Einrichtung mit einem Betrag in Höhe von 1.000 Euro für die Anschaffung neuer Materialien und Einsatzkleidung.

Besuchern am Nürburgring sind sie sicher oft aufgefallen, die Männer und Frauen in den früher gelben, heute violett-farbigen Jacken, beschriftet mit „Notfallseelsorge“ oder gelegentlich mit „Psychosoziale Versorgung“. „Wir sind für Sie da – das soll durch die auffällige Kleidung ausgedrückt werden“, erklärt Thomas Brost von der Notfallseelsorge. „Es ist wichtig, dass die Kleidung direkt ins Auge fällt, wenn Hilfe benötigt wird. Und alle paar Jahre muss sie eben erneuert werden. Alleine hätten wir die neue Arbeitskleidung für unsere Truppe nicht finanzieren können. Umso mehr freuen wir uns, dass Westenergie uns bei der Anschaffung finanziell unterstützt.“

Fabian Vocktmann, Regionalmanager bei Westenergie, ergänzt: „Wir schätzen die Arbeit der Notfallseelsorge sehr. Die Frauen und Männer machen einen großartigen Job. Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat uns gezeigt, dass Menschen neben technischer oder notärztlicher Hilfe in der Not auch ganz besonders seelischen Beistand benötigen. Wir freuen uns, dass wir mit der finanziellen Unterstützung einen Beitrag für die Seelsorge leisten können.“

Auch wenn der Name der Notfallseelsorge am Nürburgring der Evangelischen Kirchengemeinde Adenau eine Konfessionsgebundenheit vermuten lassen könnte, handelt es sich längst um eine ökumenisch ausgerichtete Gruppe. Gegründet wurde die Notfallseelsorge am Nürburgring im Jahre 1997 vom seinerzeitigen evangelischen Pfarrer Johannes Mann. Anlass waren die früheren Veranstaltungen von „Rock am Ring“. In der Anfangsphase traten oft Unfälle auf, nicht nur im Verkehrsbereich. Von Todesfällen betroffen waren oftmals auch kleine Kinder. Der Bedarf an speziell ausgebildeten Notfallseelsorgern war erkennbar und somit wurden geeignete Kräfte gesucht. Bei der Notfallseelsorge arbeiten Menschen, die ehrenamtlich bereit sind in ihrer Freizeit für in Not geratene Menschen da zu sein, ihnen Beistand zu geben und sie in außergewöhnlicher Lage zu betreuen, bis in der Folge weitere Hilfe organisiert werden kann.

Kategorien
News

Tank-Gutscheine als Dankeschön für Helfer im Kreis Euskirchen

Euskirchen – Auch drei Monate nach der Flutkatastrophe ist die Hilfs- und Spendenbereitschaft im Kreis Euskirchen nach wie vor groß. Viele Menschen packen tatkräftig mit an oder liefern Material – alles kostenlos für die Betroffenen. Damit die ehrenamtlichen Helfer wenigstens einen Teil ihrer Fahrtkosten erstattet bekommen, hat die Firma Aral bereits unmittelbar nach der Flut Tankgutscheine zur Verfügung gestellt, die über den Kreis Euskirchen und die Kommunen vermittelt wurden. Insgesamt hat das Unternehmen 500.000 Liter Kraftstoff in Form von Tankgutscheinen in 13 betroffenen Städten und Gemeinden von NRW und Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt.

Darüber freuten sich jetzt Pferde- und Tierfreunde aus dem Landkreis Aschaffenburg. Bereits zum zweiten Mal haben sie sich Mitte Oktober auf den weiten Weg gemacht, um dringend benötigtes Heu, Stroh, Weidematerial und andere Hilfsgüter in die Flutgebiete zu bringen. Dabei hat der Konvoi aus zehn 40-Tonnern und zwei 7,5-Tonnern diverse Pferdebetriebe, Gnadenhöfe und sonstige Tierhaltungen im Kreis Euskirchen angefahren, um das dringend benötigte Material abzuliefern – alles ehrenamtlich und alles kostenlos für die Betriebe.

Achim Blindert, der Wiederaufbaukoordinator des Kreises Euskirchen, nutzte die Gelegenheit, um den Helfern aus Aschaffenburg und Umgebung für ihre große Unterstützung zu danken und ihnen bei dieser Gelegenheit Tankgutscheine für die weite Anfahrt zu überreichen. Darüber hinaus dankte er Karl Heinz Lingscheidt, dem hiesigen Bezirksleiter der Firma Aral: „Die vielen freiwilligen Helfer vor Ort leisten wertvolle und unbezahlbare Arbeit für alle, die von der Flut schwer getroffen wurden. Mit den Tankgutscheinen können wir sie zumindest ein wenig unterstützen“, so Achim Blindert.

Kategorien
News

20. DRK-Landes-Versammlung in Wittlich

Wittlich/Mainz – Rund 600 Delegierte aus dem gesamten Rheinland-Pfalz waren am 30. Oktober 2021 zur 20. Landesversammlung des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz eingeladen, um das zukünftige Präsidium zu wählen. Diese Landesversammlung war eine besondere – musste sie aufgrund der Corona-Pandemie zweimal verschoben werden und fand nun coronabedingt in hybrider Form statt. In Wittlich trafen sich rund 100 Mitglieder, Delegierte und Ehrengäste, weitere 500 konnten sich digital zu schalten.

Der rheinland-pfälzische Rotkreuz-Präsident Rainer Kaul lobte in seiner Begrüßungs-rede das Engagement der ehrenamtlichen und hauptberuflichen Rotkreuzler*innen als vorbildlich. Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie stünden sie zuverlässig und unermüdlich an der Seite der rheinland-pfälzischen Bevölkerung, Tag und Nacht. „So hat das Rote Kreuz 2015 keinen Moment gezögert, als die rheinland-pfälzische Landesregierung in der Flüchtlingsbetreuung um Unterstützung bat. Wir handelten sofort und unverzüglich gemäß unserem Grundsatz der Neutralität und allein nach dem Maß der Not. Innerhalb kürzester Zeit betreuten rund 1.000 DRK-Helfende in 17 Erstaufnahmeeinrichtungen über 10.000 geflüchtete Menschen“, so Kaul.

Dann kam Corona. Es begann damit, dass sich Anfang Februar 2020 rund 22 freiwillige Rotkreuzhelfer*innen gemeinsam mit 122 Rückkehrer*innen aus dem chinesischen Wuhan in der Südpfalzkaserne in Germesheim in Quarantäne begaben. Von Beginn an war das Rote Kreuz fester Partner bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, ob in beim Betrieb von Fieberambulanzen, Corona-Schnelltestzentren sowie bei Testungen in Pflegeheimen, Kindertagesstätten und Schulen mit rund 2.700 Helfenden. Genauso sind wir seit Dezember 2020 fester Partner in der Impfstrategie mit unseren Mobilen DRK-Impfteams. Bis heute wurden auf diesem Wege mehr als 440.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft.“ berichtet Rainer Kaul weiter.

Und auch als die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal und Raum Trier uns alle erschütterte, waren es die Rotkreuzhelfer*innen, die keinen Moment zögerten, um in den schwersten Stunden den Menschen vor Ort nahe zu sein. So waren bei der Bewältigung, Betreuung und Nachsorge der Hochwasserkatastrophe rund 3.500 Rotkreuzhelfer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter 1.000 aus Rheinland-Pfalz im Einsatz. Bis heute hat das Rote Kreuz bis zu einer Million Mahlzeiten an die betroffenen Menschen im Ahrtal verteilt. Auch finanziell wird geholfen. Zunächst wurden durch das Soforthilfeprogramm I „Kita- und Schulstarter“ bei 2.000 Anträgen über 850.000 Euro an die Betroffenen in allen rheinland-pfälzischen Hochwassergebieten ausgezahlt. „Anschließend  haben wir das DRK-Finanzhilfen II-Programm auferlegt, das nach wie vor rege nachgefragt wird. Bislang wurden rund 1.400 Anträge gestellt und Zuschüsse von jeweils bis zu 1.500 Euro, in Härtefällen sogar bis zu 5.000 Euro ausgezahlt – insgesamt bisher rund 1.000.000 Euro“, sagt Rotkreuzpräsident Kaul.

Aber nicht nur das: Das rheinland-pfälzische Rote Kreuz ist seit vielen Jahren starker und verlässlicher Akteur im Sozialwesen – ob in Alten- und Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, seinen beiden Berufsbildungswerken oder niedrigschwelligen sozialen Angeboten vor Ort. „Wir stehen fest an der Seite aller, die unsere Hilfe brauchen, weil es für uns selbstverständlich ist“, so Kaul abschließend.

Zu den Ehrengästen der öffentlichen Veranstaltung gehörten unter anderem Roger Lewentz, rheinland-pfälzischer Innenminister, Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes sowie Gregor Eibes, Landrat  des Kreises Bernkastel-Wittlich.

„Das Deutsche Rote Kreuz ist gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen ein wichtiger Partner der Landesregierung, der aus unserer Versorgungslandschaft nicht wegzudenken ist“, sagte Innenminister Roger Lewentz. „Das gilt für den Krankenhausbereich wie für das Rettungswesen gleichermaßen. Wie belastbar die Partnerschaft ist, hat sich nicht zuletzt bei den großen Krisen gezeigt. Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie stellte das DRK in Rheinland-Pfalz zu Spitzenzeiten bis zu 20 Mobile Impfteams gleichzeitig. Diese waren eine zentrale Säule der Impfkampagne. Und auch bei der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal und anderswo war auf die Rettungskräfte des DRK Verlass. In Grafschaft wurde ein großes Versorgungszentrum eingerichtet, wo bis zur Erschöpfung Betroffene und Helfer versorgt wurden. Zudem gaben die Kräfte des DRK tausende Mahlzeiten täglich aus und packten in vielen weiteren Bereichen uneigennützig mit an. Für seine Leistungen gebührt dem DRK die große Dankbarkeit der gesamten Gesellschaft“, so Lewentz.

DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt unterstrich: „Das Ausmaß der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und die hohe Zahl von Todesopfern sind erschütternd. Es wird Jahre dauern, bis Häuser wieder aufgebaut sind und die öffentliche Infrastruktur wieder völlig intakt ist. Ohne den großartigen Einsatz der vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helferinnen und Helfer – allein vom DRK waren zeitweise bis zu 3.500 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet vor Ort im Einsatz  – wäre bei vielen Betroffenen in den ersten Tagen und Wochen gar keine Hilfe angekommen. Die Flutkatastrophe hat deutlich gezeigt, dass wir in Deutschland eine bessere Vorbereitung auf Katastrophen der unterschiedlichsten Art brauchen. Deshalb muss zum Beispiel die Zivilschutzreserve des Bundes rasch ausgebaut werden. So schnell wie möglich muss das Konzept von zehn Logistikzentren bundesweit zur Betreuung von insgesamt 50.000 Menschen in Krisenfällen umgesetzt werden.“

Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering übermittelte seine Worte in einer Videobotschaft: „Die Corona-Pandemie hat die Arbeit des DRK überschattet, zugleich aber auch gezeigt welchen extremen Belastungen die Mitarbeitenden im Rettungsdienst, den Krankenhäusern und Einrichtungen ausgesetzt sind. Die öffentliche Wahrnehmung für die Leistungen im Gesundheitswesen ist mittlerweile zurückgegangen. Deshalb danke ich heute umso mehr für ihren Einsatz. Danke auch an die ehren-und hauptamtlichen Mitarbeitenden, die in unterschiedlichsten Bereichen in der Bewältigung der Corona-Pandemie und jüngst auch in der Fluthilfe im Ahrtal im Einsatz sind und wunderbar ineinandergreifen. Hinter uns liegt eine lange Zeit, die wir uns so nicht gewünscht haben, geprägt von einem großen Maß an Hilfe und Solidarität. Das Rote Kreuz steht seit 1863 dafür ein und kann sich des Dankes und der Unterstützung des rheinland-pfälzischen Landtages stets sicher sein.“

 In den Organisationen des DRK sind ganz viele Menschen unterwegs, um uneigennützig und vielfach auch ehrenamtlich rund um die Uhr anderen Menschen in Notlagen und besonderen Lebenslagen zur Seite zu stehen. Ohne die gesamte Bandbreite der Dienstleistungen nennen zu können, möchte ich aus Sicht des Landkreises nochmals ganz besonders die Unterstützung im Rahmen der Flüchtlingskrise, der Corona-Pandemie und ganz aktuell der Nothilfe für die Flutopfer hervorheben. Hierfür kann man nur danke sagen“, sagte der Berkastel-Wittlicher Landrat Gregor Eibes.

Im Anschluss an den öffentlichen Teil legten Anke Marzi, Vorstandsvorsitzende des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz und Vorstand Manuel Gonzalez ihren Tätigkeitsbericht ab. Gemeinsam schauten sie auf die Hauptaufgabenfelder Altenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz. „Eine große Herausforderung unserer Gesellschaft ist der demografische Wandel, der sich auch in unseren Angeboten widerspiegelt“, sagte Anke Marzi. Sie blickte dabei auf die stationären und ambulanten Angebote des Landesverbandes und der Kreisverbände. Derzeit schätzen über 35.000 Kund*innen den HausnotrufService, rund 4.800 Menschen nutzen das Angebot der landesweit 23 ambulanten PflegeServices. Zudem bieten wir 640 Plätze im ServiceWohnen sowie über 1.500 in unseren 23 Alten- und Pflegeeinrichtungen/Seniorenzentren, sowie Betreuungsmöglichkeiten in neun Tagespflegen. Zugleich berichtete Marzi von den schweren Entscheidungen, die vor allem in den Pflegeeinrichtungen, wie die eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten, in Folge der Corona-Pandemie getroffen werden mussten, und wies auf den Fachkräftemangel hin, mit dem auch das Rote Kreuz umgehen muss.

DRK-Vorstand Manuel Gonzalez betonte die wesentliche Rolle der Ausbildung und Qualifizierung im Rettungsdienst und der Nationalen Hilfsgesellschaft. „Die Pandemiezeit und die Flutkatastrophe haben uns gezeigt, wie wirkungsvoll es ist, hoch professionell und eng verzahnt mit ehren- und auf hauptamtlichen Personal Krisen zum Wohl der Bevölkerung zu meistern. Auf unsere Stärke als DRK, ob personell, materiell oder konzeptionell war und ist Verlass“, so Gonzalez. Um dies auch künftig sicherzustellen wurden rund 5.300 Teilnehmende in knapp 300 Lehrgängen am DRK-Bildungsinstitut qualifiziert. Auch befinden sich an der DRK-Berufsfachschule für Rettungsdienst 320 angehende Notfallsanitäter*innen in Ausbildung. Im Jahr 2020 blickt der Rettungsdienst auf 570.000 Einsätze zurück.

„Und nicht nur im Rettungsdienst, auch in der Flüchtlingskrise, der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe – mit mehr als 9.500 Aktiven in den Bereitschaften, den Rettungshundestaffeln, der Bergwacht, 1.300 in der Wasserwacht und 4.500 jungen Menschen im Jugendrotkreuz – sind wir als Rotes Kreuz immer da.“

„Nicht zuletzt verstehen wir uns als rheinland-pfälzisches Rotes als Anwalt für Kinder und junge Menschen“, sagte Vorstandsvorsitzende Anke Marzi. Mit acht Kindertagesstätten, zwei Jugendpflegen sowie Häusern für Jugend- und Familienhilfe sowie Wohngruppen für psychisch erkrankte junge Mütter/Väter mit ihren Kindern ist der Verband mit 350 Mitarbeitenden breit aufgestellt. Zudem engagieren sich jährlich rund 800 junge Menschen im Rahmen eines Freiwilligendienstes in über 900 Einsatzstellen und 60 Tätigkeitsfeldern. Hinzu kommen rund 1.100 Ehrenamtliche in der Gemeinschaft Wohlfahrt- und Sozialarbeit und die vielen ungebundenen Helfer*innen, die verstärkt in der Pandemie über das „Team RLP“ in vielen Einrichtungen vor Ort uneigennützig im Einsatz waren.

„Unser Dank geht vor allem an die über 17.000 ehrenamtlichen und 12.000 hauptberuflichen Mitarbeitenden in den DRK-Kreisverbänden und im Landesverband, sowie an unsere 18.000 Fördermitglieder, 156.000 Blutspender*innen und vielen Förderer, die uns als Rotes Kreuz vielfältig unterstützen“, betonten Anke Marzi und Manuel Gonzalez.

 

Kategorien
News

RLP Innenminister Lewentz warnt vor Verschwörungs-Mythen

Region/Mainz – Beim „Tag der Prävention“ des rheinland-pfälzischen Innenministeriums hat Innenminister Roger Lewentz vor Hass und Hetze durch Verschwörungsmythen gewarnt. Die Leitstelle Kriminalprävention im Innenministerium ist Veranstalter des Präventionstages mit Fachvorträgen und Diskussionen zum Thema „Verschwörungsmythen: Eine Gefahr für unsere Demokratie!?“.

„Demagogen und Hetzer machen sich Verschwörungsmythen und Fehlinformationen bewusst zunutze, um Hass zu säen, Verunsicherung zu schüren und dabei ihre eigenen ideologischen oder finanziellen Interessen durchzusetzen. Teilweise sogar unter Befürwortung von Gewalt. Hinter vielen dieser scheinbar verqueren Theorien und Mythen verstecken sich rechtsextreme, antisemitische und diskriminierende Strömungen. Nicht umsonst sprechen die Sicherheitsbehörden von einem ‚Neuen Extremismus‘“, so Innenminister Lewentz im Rahmen der Veranstaltung. Verschwörungsmythen böten dafür den idealen Nährboden, da sie teils reale Sorgen und Ängste adressierten und einfache Erklärungsansätze böten. All jene zu diskreditieren, die auf solche Mythen ansprächen, greife jedoch zu kurz.

„Die Prävention gegen Verschwörungsmythen kann nur durch das Zusammenwirken vieler gesellschaftlicher Akteure gelingen. Sicherheitsbehörden, Medien, Zivilgesellschaft und Politik, aber auch jede und jeder Einzelne, ist gefordert, Hass und Hetze etwas entgegenzusetzen“, so der Minister.

Der „Tag der Prävention“ soll Antworten auf die Fragen finden, warum viele Menschen Verschwörungserzählungen glauben und wie Prävention gegen verquere und fehlgeleitete Annahmen wirkungsvoll ansetzen kann. Darüber diskutierten im Kurfürstlichen Schloss in Mainz unter anderem Dr. Marwan Abou-Taam, Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, Rolf Knieper, Fachstelle für Betroffenenstärkung und Demokratieentwicklung m*power, Alia Pagin, Medienpädagogin „Der goldene Aluhut“, und Hanne Wurzel, Bundeszentrale für Politische Bildung. Impulsreferentin zum Thema „Verschwörungsmythen: Ein Phäno­men und seine Ursachen“ war die Autorin Katarina Nocun.

Im Rahmen einer öffentlichen Plenarsitzung des Landespräventionsrates Rheinland-Pfalz stellte die Leitstelle Kriminalprävention zudem die wesentlichen kriminalpräventiven Aktivitäten der letzten beiden Jahre in Rheinland-Pfalz vor.

Den Abschluss des „Tags der Prävention“ bildeten politisches Kabarett und die Vorstellung des Projekts „Abdelkratie“ der Bundeszentrale für Politische Bildung mit Kabarettist Abdelkarim und Lobna Jamal.