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Saisonstart mit dem Motorrad – Das richtige Feeling finden

Region/Stuttgart – Im Frühjahr wächst die Spannung: Viele Motorradfahrer sitzen in den Startlöchern, um nach der langen Winterpause endlich wieder durchzustarten. Doch zum Saisonbeginn steigen auch die Unfallzahlen rasant an. Damit der Einstieg gelingt, haben die Experten von DEKRA einige Tipps zusammengestellt.

  • Im Frühjahr steigen die Unfallzahlen stark an
  • Es gilt, das Gefühl für die Maschine auffrischen
  • Je länger die Pause, umso wichtiger ist ein Sicherheitstraining

„Im Frühjahr nimmt die Zahl der Motorradunfälle wieder stark zu und erreicht in den Sommermonaten ihren Höhepunkt“, erklärt Luigi Ancona, Unfallforscher und Motorradexperte bei DEKRA. Im Jahr 2020 verteilten sich knapp 90 Prozent aller Motorradunfälle mit Personenschaden auf die Monate März bis Oktober. „Über den Winter verlernt man das Motorradfahren zwar nicht, aber es ist wie bei der ersten Abfahrt auf Skiern: Man muss sich erst wieder etwas ‚eingrooven‘ und das Feeling für die Maschine auffrischen. Wie stark beschleunigt und verzögert sie, wieviel Abstand brauche ich, wie drücke oder lege ich das Bike in die Kurve?“

Nicht der Euphorie hingeben
Die erste Ausfahrt ist deshalb nicht geeignet, sich gleich wieder der Euphorie hinzugeben. „Lasst es gemütlich angehen“, rät der Experte. „Am Ende der Saison fühlt man sich sicher, doch nach der Winterpause braucht es etwas Zeit, bis die Automatismen wieder greifen und das Gefühl für die Maschine wieder da ist.“

Vorsicht ist auch deshalb angesagt, weil viele andere Verkehrsteilnehmer die schmalen, beschleunigungsstarken Bikes anfangs noch nicht auf der Rechnung haben – damit sind gefährliche Situationen vorprogrammiert. Außerdem besteht im Frühjahr erhöhte Rutschgefahr durch Schmutz und Splittreste bei teils noch niedrigen Temperaturen.

Der Unfallforscher erinnert daran, dass Biker – bezogen auf den Fahrzeugbestand – doppelt so häufig verunglücken wie Autofahrer. Ohne Knautschzone und nahezu ungeschützt sind sie zudem weitaus schwereren Unfallfolgen ausgesetzt als Auto-Insassen. Das Risiko, ums Leben zu kommen, war im Jahr 2020 auf dem Motorrad laut amtlicher Statistik im Schnitt viermal so hoch wie im Pkw, wiederum bezogen auf den Fahrzeugbestand in Deutschland. Wenn man dazu noch berücksichtigt, dass die Fahrleistung von Motorrädern insgesamt wesentlich geringer ist, fällt die Risikobilanz noch deutlich ungünstiger für die Zweiräder aus.

Viele Kollisionen mit Pkw
Häufigster Unfallgegner von Motorradfahrern ist der Pkw mit einem Anteil von 79 % Prozent bei Zusammenstößen mit einem weiteren Verkehrsteilnehmer. Mehr als jeder dritte verunglückte (34 %) und getötete (36 %) Biker kam bei einem Alleinunfall, also ohne fremde Beteiligung, zu Schaden. Bei gut jedem fünften Unfall mit Personenschaden (22 %) war „nicht angepasste Geschwindigkeit“ des Motorradfahrers die Ursache, gefolgt von zu geringem Abstand, Fehlern beim Überholen und falscher Straßenbenutzung. Dem höchsten Unfallrisiko sind junge Biker unter 35 Jahren ausgesetzt.

„Man tut sich auf jeden Fall immer etwas Gutes, wenn man sich vorab in einem geschützten Bereich warmfährt und die Basics auffrischt: Ausweichen, Gefahrenbremsung, Slalomfahrt, stationäre Kreisfahrt – alles Bestandteile der praktischen Fahrprüfung“, meint DEKRA Experte Ancona. „Diese Fahrmanöver lassen sich optimal zu Saisonbeginn bei einem Fahrsicherheitstraining auffrischen.“ Eine anbieterneutrale Übersicht gibt es beispielsweise beim Institut für Zweiradsicherheit unter https://www.ifz.de/training/trainingsanbieter/.

Wiedereinsteiger: Andere Zeiten
„Ganz besonders profitieren von einem Fahrsicherheitstraining die vielen Wiedereinsteiger, die nach Karriere- oder Familienpause das Bike – gerade auch in der Pandemie – erneut entdeckt haben. Man kann nicht einfach dort weitermachen, wo man vor Jahren oder Jahrzehnten aufgehört hat“, betont der Motorradexperte. „Je länger die aktive Zeit zurückliegt, umso wichtiger ist es, die Fahrtechniken und das Gefühl für die Maschine systematisch aufzufrischen.“

Etwas Selbstkritik kann dabei nicht schaden. Hat sich meine körperliche Verfassung verändert? Wie sieht es in punkto Leistungsfähigkeit und Reaktionsvermögen aus? Oft geht das Handling der Maschine nicht mehr so locker von der Hand wie in jüngeren Jahren. Für manchen stellt sich gar die Frage: Passt das Bike aus Sturm- und Drang-Zeiten noch zum geplagten Rücken, oder verspricht ein gemütlicher Cruiser nicht letztlich mehr Genuss? Wer sich ein neues Motorrad zulegen möchte, sollte unbedingt auf das Thema ABS achten. Es ist seit 1. Januar 2016 für neue Modelle Pflicht und bringt einen großen Sicherheitsgewinn.

Auch Technik und Ausrüstung müssen stimmen
Last but noch least braucht zum Saisonstart auch die Maschine einen technischen Check. Unverzichtbar ist die Überprüfung von Bremsen, Reifen und Flüssigkeitsfüllständen – bis hin zur Kontrolle der sicherheitsrelevanten Elektronik anhand der On-Board-Diagnose. Fehlt noch eine Sichtung von Kombi, Protektoren, Stiefeln, Handschuhen und Helmvisier. Im Frühjahr kann es noch empfindlich kalt sein, dafür könnte das „Zwiebelprinzip“ die Lösung sein.

Weitere Informationen zum Saisonstart geben die DEKRA Experten auch online unter: https://www.dekra.de/de/tipps-fuer-biker/.

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Austellung STADT – LAND – GARTEN am Sonntag 27. März im LVR- Freilicht-Museum Kommern

Mechernich-Kommern – WILDE VIELFALT zwischen Küchengarten und Feldflur Wiedereröffnung der Ausstellung im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Pünktlich zum Frühlingsbeginn wird am 27. März 2022 im LVR-Freilichtmuseum Kommern die Ausstellung „Stadt, Land, Garten – WILDE VIELFALT zwischen Küchengarten und Feldflur“ in der Scheune Sechtem (Baugruppe Eifel) wiedereröffnet. An diesem Tag informiert ein Stand über das Projekt „WILDE VIELFALT im Museum“ und lädt kleine und große Gäste zum Mitmachen am Quizrad ein. Als Gewinn winkt regionales Wildpflanzensaatgut aus dem Rheinland für eine Miniatur-Blühfläche im Garten oder auf dem Balkon.

Tandem-Ausstellung: Vom Küchengarten zur Kulturlandschaft

Durch die Ausstellung zieht sich ein „grüner“ Faden: Ausgehend von der Kulturgeschichte des bäuerlichen und vorindustriellen Nutzgartens spannt „Stadt, Land, Garten“ den Bogen bis zu neuen experimentellen Formen des Urban Gardening.

Im zweiten Teil der Ausstellung, „WILDE VIELFALT im Museum“, weitet sich der Blick in die umgebende Kulturlandschaft auf artenreiche Wildkräuter und ihre Funktionen für Menschen, Tiere und den Naturhaushalt. Dieser Bereich stellt das 2020 begonnene Projekt der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft als Projektträger mit dem LVR-Freilichtmuseum Kommern als Kooperationspartner vor.

Einblick in den Museumsalltag: Renovierung in der Scheune

In einem kleinen Bereich der Ausstellung gibt es einen besonderen Einblick in die Museumsarbeit: Im Verlauf des Winters wurden Schäden am Fachwerk der Scheune Sechtem festgestellt, an deren Beseitigung die Zimmerleute des Museums arbeiten. Um die Schau dennoch zeigen zu können, heißt es für die Museumsgäste: „Trotz Renovierung geöffnet!“

Über die aktuellen Zutrittsregelungen informieren Sie sich bitte auf der Homepage des Freilichtmuseums.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

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Beeindruckende Vernissage der Ausstellung des italienischen Künstlers Rinaldo Greco in Wittlich

Wittlich – „Diese Bilder, die ich vor zwei Tagen betrachten durfte, beweisen erneut die Aussage des Philosophen Peter Sloterdijk, dass „Handwerk und Denkwerk, manus und ingenium“ gemeinsam das Kunstwerk ergeben“, erklärte Bürgermeister Joachim Rodenkirch in seiner Begrüßung zur Vernissage der Ausstellung „Rinaldo Greco. Lichter und Schatten – Jenseits der Oberfläche“ dem Publikum, in welchem sich zahlreiche professionell Kunstinteressierte auch aus Bonn, Bad Kreuznach, Mainz und Trier befanden.

Weiter erinnerte sich Joachim Rodenkirch an so manche vergangene Ausstellung des letzten Jahrzehntes in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus. Professor Gerhard Vormwald, der große Pariser und Düsseldorfer Fotograf, hatte z.B. den Musikerinnen Dr. Anne Kaftan und Ulrike Zavelberg, die die Vernissage mit Bachs Goldberg Variationen in aufwühlenden Interpretationen einleiteten, den Namen eines seiner Bilder, „Fliegendes Holz“, geschenkt. Und so nennt sich die Formation bis heute. An Dietrich Wenzel, den großen Leipziger Zeichner habe er angesichts der Portraits Rinaldo Grecos denken müssen und auch an Michael Triegel, dessen rätselhaftes Gemälde „Deus absconditus“ vor einigen Jahren dort hing, wo aktuell Grecos ebenso geheimnisvolle Interpretation von Leonardo da Vincis Abendmahl zu sehen ist.

Die Ausstellung zeigt drei Themen: Blumen, Portraits und sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Bürgermeister Rodenkirch schilderte, wie gerade die Bilder des letzten Themas ihn ergriffen und berührt hätten. Unrecht derart ästhetisch zu zeigen, sei eine Herausforderung für die Betrachterin und den Betrachter, könne irritieren, verstören und ergreifen, sei aber eine Ebene für die Diskussion und Aufarbeitung.

Auf Marcel Duchamp und sein Pissoir, das dieser vor über 100 Jahren (1917) zum Kunstwerk erklärte, kam Dr. Richard Hüttel, der Kurator der Ausstellung, zu Beginn seiner Rede zu sprechen. Er beschrieb die Entwicklung der Kunst in der westlichen Welt ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Diskussionen, wer eigentlich definieren dürfe, was Kunst sei und was nicht, die in ihrer Zeit berechtigten Provokationen und darauffolgende Vernachlässigung der Ausbildung der künstlerischen Techniken in den Akademien. Dass teuer bezahlte Künstler sich öffentlich damit brüsten, nicht zeichnen zu können, sei mehr als fragwürdig.

Wie anders hingegen die Ausbildung an italienischen Kunsthochschulen, wo die talentierten Studierenden noch die Techniken der alten Meister ebenso von Grund auf erlernen müssen wie die des 20. und 21. Jahrhunderts. So Rinaldo Greco, der sein Studium an der Kunsthochschule in Reggio Calabria begann, um sein Diplom dann an der Akademie in Brescia, Norditalien, abzulegen.

Die Blumenbilder Grecos zeigen Pflanzen, die schöner sind, als die Natur sie schaffen kann, so empfindet der Betrachter, die Betrachterin auf den ersten Blick. Beim genauen Hinsehen erkennt man unterschiedliche Lebensmomente der Blume: hier kleine Knospen, dort strahlende Blüten und weiter unter sich beugende welke Blütenblätter. Die Schönheit in ihren Metamorphosen wird komprimiert in einer einzigen Darstellung weiter und größer als die nur augenscheinliche Ästhetik. Die Portraits gerade der Gesichter alter Menschen spiegeln ein ganzes Leben wieder und erzählen die Geschichten eines Daseins.

Hüttel ging natürlich auch auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der letzten Jahre ein und schilderte seine Bewunderung, dass ein Künstler es wage, diese schrecklichen Ereignisse bildnerisch zu thematisieren. Er erinnerte aber auch daran, dass in den 1980er Jahren in politisch links orientierten Kreisen die Sexualität des Kindes „entdeckt“ wurde; verstörende Sätze über angeblich flirtende und sich anbietende Kinder finden sich nicht nur in zeitgenössischen Schriftstücken.

„Fliegendes Holz“ unterbrach die harmonischen Goldberg Variationen mit schrillen, lauten, disharmonischen Passagen – eine perfekte musikalische Interpretation der Ausstellung, ergreifend Schönes neben ergreifend Schrecklichem.

135 Besucherinnen und Besucher betrachteten in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus im Anschluss die Gemälde Rinaldo Grecos und tauschten ihre Empfindungen aus.

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Juni 2022 zu sehen (montags bis samstags: 9 bis 17, sonn- und feiertags: 14 bis 17 Uhr).

Rahmenprogramm

  • Vortrag: Die Schönheit des Alters in der Bildenden Kunst von Albrecht Dürer bis Rinaldo Greco (Dr. Richard Hüttel), Donnertag, 7. April 2022, 18.00 Uhr
  • Vortrag: „Kaiserkron und Päonien rot“ – Blumenmalerei von Anna Sybylla Merian bis Rinaldo Greco (Dr. Barbara Mikuda-Hüttel), Donnertag, 5. Mai 2022, 18.00 Uhr

Weitere Informationen unter info@kulturamt.wittlich.de oder 06571/1466-0

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LIEDER VOM FRIEDEN – Großes Benefizkonzert am Samstag 09. April 2022

Niederzissen/Brohltal – Für dieses Konzert haben sich ein dutzend Musiker zusammengefunden, um Lieder und Stücke aus unterschiedlichen Genres und Zeiten gemeinsam zu spielen und so ihrer Wut, Trauer, Entsetzen und Empathie mit den Menschen Ausdruck zu geben, die unter dem Ukrainekrieg zu leiden haben. Musiker wie Joachim Archie Grams, Toddo & Coleen, Marco Wrobel, Kevin Kurth, Jürgen Reinert, Willi Wall, Laura Schwarz, Senta Krämer, Björn Melcher, Cordula Klein und Poetry Slamerin Leonie Stauffer möchten diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Joachim Grams aus Remagen, genannt Archie spielt an diesem Abend den akustischen Bass. Im Alter von elf Jahren bekam er seine erste Gitarre geschenkt und seitdem ist er von Saiteninstrumenten infiziert. Mit 20 kaufte er sich seinen ersten Bass. In diversen lokalen Bands hat er sich einen Namen gemacht und zurzeit ist er in drei Formationen aktiv: Bei den PolkapoyZ, die mit ihrem Polka-Comedy-Rock schon viele Erfolge feiern konnten, als Gründer und einziges Mitglied des One-Man-Rock-Pop Projekt Gramsophonic und er spielt zusammen mit Marco Wrobel die musikalische Komponente der Autorenlesung von Christiane Flöck „Sagen und Legenden aus der Eifel“. „Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr mich der Krieg in der Ukraine schockiert und ängstigt und wie sehr Herr Putin mich anwidert“, sagt Joachim Grams. Deshalb ist er froh, wenigstens einen kleinen Beitrag zur Hilfe leisten zu können, in dem er sich musikalisch bei diesem Benefizkonzert einbringe.

Cordula Klein, Bassistin aus Leidenschaft, ist in einer musikalischen Familie aufgewachsen und hatte großes Glück sich an einigen Instrumenten ausprobieren zu können. Ihre Leidenschaft zur Bassgitarre hat die Erzieherin in der Brohltal Musikschule gefunden. Aktiv ist sie mit Toddo und Coleen bei Great Appeal Landrock. Musik verbindet – gibt Hoffnung, Kraft, Mut, Zuverischt und so viel mehr. Sie setzt ein Zeichen, rückt zusammen und auch Cordula Klein möchte ein Zeichen setzen: Für den Frieden.

Musik ist ihr Leben: Seit vielen Jahrzenten ist Toddo in verschiedenen Formationen auf Tour und fasziniert aktuell zusammen mit seiner Partnerin Coleen mit ihrer bei Great Appeal, auch bekannt als Toddo & Coleen, ihr Publikum. Während Coleen mit ihrer einprägsamen Stimme überzeugt spielt Toddo alles was Saiten hat. Seine langjährige Erfahrung und sein Können gibt er auch gerne in der Brohltalmusikschule weiter. Das Konzert ist eine gute Gelegenheit mit dem zu helfen, was sie am besten können: Musik.

Laura Schwarz hat schon immer gerne gesungen und vor 17 Jahren beschlossen, dass sie damit auf die Bühne möchte. „Es ist wichtig, dass Menschen geholfen wird. Und warum nicht mit etwas helfen, was einem selber Freude bereitet.

Senta Krämer ist Dozentin für Violine am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg. Seit letztem Jahr wohnt sie im schönen Burgbrohl. Zur Violine gekommen ist sie durch ihren Vater, der ihr von klein auf das schöne Instrument nähergebracht hat. Sie war einige Jahre Konzertmeisterin der Münchner Kammeroper und gewann den internationalen Kottmann Preis der Stadt Frankfurt. „Warum ich am Konzert teilnehme? „Weil Musik die Sprache ist, die Menschen verbindet und Grenzen überwindet.

Björn Melcher ist zur Musik gekommen, weil es immer sein Traum war selbst zu musizieren. Heute ist er Gitarrist, singt und schreibt eigene Songs. Bei dem Benefizkonzert macht er mit, weil er es für eine gute Sache hält anderen Menschen zu helfen.

Willi Wall kommt aus Kasachstan, 63 Jahre alt und lebe in Deutschland
seit 1989. Zur Musik kam er als kleiner Junge durch seinen älteren Bruder, der ihm die ersten Akkorde beibrachte. Er ist dabei, weil er so den Menschen in der Not am besten helfen kann!

Jürgen Reinert ist seit über 30 Jahren Schlagzeuger und hat an der Los Angeles Music Academy (heute Los Angeles College of Music) studiert. In Laufe der Jahre hat er mit vielen Künstlern der nationalen und internationalen Musikszene zusammengearbeitet. Seit 25 Jahren ist er Schlagzeuglehrer, sowie Gründer und Inhaber von „drums-remagen.de“.

Kevin Kurth ist Drummer der Rockbands WildRider und Steelpreacher. Als Sohn eines Rock-Gitarristen kam das ganz automatisch. Bei diesem Konzert mitzuwirken ist ein kreativer Weg ein Statement zur grausamen Situation in der Ukraine zu setzen.

Poetry-Slamerin Leonie Stauffner schreibt nun seit ungefähr acht Jahren und hat zu Beginn ihrer Studienzeit begonnen, auch auf Bühnen aufzutreten Worte zu sprechen und auszutauschen ist eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Mit ihren Texten möchte sie Gedankenanstoßen. Sei es, um andere Perspektiven zu verstehen und ins Gespräch zu kommen, um die Gedanken schweifen zu lassen oder um sich wieder zu finden.

Last but not least: Initiator Marco Wrobel, ein Singer/Songwriter, der mit einer Gitarre in der Hand geboren wurden und sie auch nicht mehr hergibt.

„Als ich die Idee zu diesem Konzert hatte ging es mir darum den Menschen in der Ukraine zu helfen. Heute weiß ich, dass es viel mehr ist: Eine Möglichkeit für alle die helfen wollen sich einzubringen, gemeinsam Entsetzen, Wut und Trauer auszudrücken und endlich mal wieder vor Publikum zu spielen.“

Beginn des Konzertes ist 19.30 Uhr. Einlass ist ab 18.45 Uhr. Es wird bewusst kein Eintritt erhoben, damit es sich jeder leisten kann diesem Konzert beizuwohnen. Dafür werden am Eingang und im Saal Spendenboxen aufgestellt, um für direkte Hilfe in der Ukraine zu sammeln. Veranstaltet wird das Benefizkonzert vom Vereins- und Kulturausschuss Oberzissen.

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Unterricht in sicherer Umgebung – Katholische Schulen engagieren sich für ukrainische Geflüchtete

Trier/Bitburg/Koblenz – Durch das Kriegsgeschehen in der Ukraine sind auch viele Kinder auf der Flucht, die in Deutschland Schutz suchen. Einige katholischen Schulen im Bistum Trier bereiten sich darauf vor, geflüchtete Kinder und Jugendliche zu unterrichten und stellen Solidaritätsaktionen auf die Beine. Mit dabei sind etwa die Förderschule St. Josef in Trier, die Kooperative Gesamtschule St. Matthias in Bitburg sowie die Koblenzer Schulen St. Franziskus (Realschule Plus und Fachoberschule) und das Bischöfliche Cusanus-Gymnasium.

Seit dem 11. März besuchen vier Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren die Koblenzer St. Franziskus-Schule in Trägerschaft des Bistums Trier. „Es war für uns keine Frage, dass wir gerade als christliche Schule helfen müssen!“, betont Daniel Bongers, Schulleiter der Realschule Plus und Fachoberschule.

Die Kinder nehmen wie ihre gleichaltrigen Mitschülerinnen und Mitschüler an der St. Franziskus-Schule am Unterricht teil, erhalten allerdings morgens jeweils einige Stunden eigenen Deutschunterricht. „Ein Konzept, das sich schon bei der Aufnahme von Geflüchteten im Jahr 2015 bewährt hat“, berichtet Schulleiter Bongers. Dafür konnten zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden. Man habe schon im Vorfeld geschaut, in welchen Klassen es russisch und ukrainisch sprechende Kinder gebe, damit es für die ankommenden Mädchen und Jungen leichter sei, auch in den Klassen Kontakte und eine Art Paten zu finden. „Die neuen Schüler haben sofort gezeigt, wie froh sie sind, wieder in einem sicheren Umfeld zur Schule gehen zu können und eine neue schulische Heimat zu finden“, schildert Bongers seine Eindrücke. Die Anfrage, geflüchtete Kinder an der Schule zu unterrichten, kam über den langjährigen Schulelternsprecher Achim Kern. Auch die Schülervertretung möchte den Betroffenen des Krieges helfen. Die Gruppe hat unterschiedliche Aktionen gestartet und will am Elternsprechtag unter anderem über eine Tombola Spendengelder sammeln.

Auch das Bischöfliche Cusanus-Gymnasium bereitet sich darauf vor, geflüchtete Kinder und Jugendliche zu unterrichten. Der Schulleiter des Cusanus-Gymnasiums berichtet: „Für die Unterstützung Geflüchteter haben wir eine Spendenbox aufgestellt.“ Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums sind darüber hinaus zu weiteren Aktionen aufgerufen, wie dem Erstellen von persönlichen Friedensbildern, die in einer Ausstellung präsentiert werden sollen. Alle Jahrgangsstufen beteiligen sich an einer Foto-Aktion in Form der Friedenstaube. Ein gemeinsames Friedensgebet der Schule hat ebenfalls stattgefunden.

Die Schulgemeinschaft der Förderschule St. Josef Trier startete am 4. März eine Spendenaktion für den Verein Humanitäre Hilfe Trier e.V. Im Kollegium kamen spontan 800 Euro Spendengelder zusammen, die mit den Schülern gemeinsam für Hilfsgüter eingesetzt wurden, berichtet Lehrerin Andrea Müller. „Im Rahmen eines kurzfristigen Projekttages kauften die Oberstufenschülerinnen und -schüler Hygieneartikel, haltbare Lebensmittel und Babyartikel, die sortiert, verpackt und beschriftet wurden. Diese Kisten wurden dann gemeinsam zur Sammelstelle transportiert. Das restliche Geld wurde auf das Spendenkonto des Vereins überwiesen.” Während die älteren Schüler die Einkäufe erledigten, bastelten die unteren Klassen Friedenstauben, die den Zaun um die Schule herum schmücken.

An der Kooperativen Gesamtschule St. Matthias in Bitburg sammelte die Schulgemeinschaft Lebensmittel für eine regionale Hilfsaktion in Seffern. Erste Anfragen, ukrainische Kinder in der Schule aufzunehmen, liegen bereits vor, berichtet Direktor Joachim Schmitt: „Damit Kindern aus der Ukraine eine bestmögliche Integration an unserer Schule gelingen kann, muss auch ein Deutsch-Intensivkurs installiert werden. Über die Schulabteilung des Bistums konnten wir inzwischen einen solchen Sprachkurs einrichten, den wir hoffentlich bald anbieten können. Weitere Aktionen sind in der Planung.(red/jf/ih)

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IHK-Kulturstiftung Aachen spendet 200.000 Euro an Deutsch-Niederländisches Jugendwerk

Aachen – Gisela Kohl-Vogel, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer haben einen Scheck der IHK-Kulturstiftung Hermann Heusch in Höhe von 200.000 Euro an den Förderkreis Deutsch-Niederländisches Jugendwerk e.V. (DNJW) in Aachen überreicht. Die Spende nahm Ingmar Moust, Projektleiter des DNJW, entgegen.

Anlass der Spende ist die Auflösung der Kulturstiftung. Sie wurde 1992 von Mitgliedsunternehmen der IHK Aachen gegründet, um regionale kulturelle Aktivitäten in Verbindung mit der IHK zu fördern. Heute sind die Industrie- und Handelskammern grundsätzlich vom Gesetzgeber angehalten, sich ausschließlich auf ihre direkten wirtschaftsbezogenen Aufgaben zu konzentrieren. Die Vollversammlung der IHK Aachen hat deshalb beschlossen, das Vermögen der aufgelösten Stiftung an drei Kulturinstitutionen aus der Region zu spenden.

„Unsere Vertreter der regionalen Wirtschaft haben das DNJW ausgewählt, weil es junge Menschen aus Deutschland und den Niederlanden zusammenbringt und somit einen entscheidenden Beitrag zur grenzüberbrückenden Freundschaft und Zusammenarbeit leistet“, sagt Kohl-Vogel. „Die Niederlande sind der wichtigste Handelspartner Nordrhein-Westfalens. Daher ist es besonders wichtig, die Beziehungen zu unseren Nachbarn zu pflegen, zu fördern und zu stärken.“

„Für diese sehr großzügige Spende möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Sie ermöglicht es uns, unsere wichtige Arbeit weiterzuführen und den Austausch zwischen jungen Menschen in Deutschland und den Niederlanden zu fördern“, betont Moust. „Derzeit werden die meisten Projekte mit Fördergeldern vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Um jedoch auf breiter Ebene junge Menschen zu erreichen, benötigen wir auch eigene Mittel. Schön wäre jetzt noch, einen Schirmherrn oder eine Schirmherrin zu finden, um unsere Arbeit bekannter zu machen und damit unseren Wirkungskreis zu erweitern.“

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Corona-Infektion – Was gilt es zu beachten? – Gesundheitsamt Mayen-Koblenz beantwortet die häufigsten Fragen

Region/Mayen-Koblenz – Aktuell erreichen viele Fragen aus der Bevölkerung das Gesundheitsamt Mayen-Koblenz zu den Corona-Themen Absonderung, Tests und Genesenen-Bescheinigungen. Nachfolgend liefert das Gesundheitsamt daher Antworten zu den häufigsten Fragen:

  1. Was mache ich bei einem positiven Selbsttest?

Fällt ein selbst durchgeführter Corona-Test positiv aus, muss sich die positiv getestete Person unverzüglich absondern und einen Schnelltest (PoC-Antigentest) durch geschultes Personal in einer Testeinrichtung oder einen laborbasierten PCR-Test vornehmen lassen (es gibt keine Pflicht zur Durchführung eines PCR-Tests). Ist auch das Ergebnis dieses Tests positiv, hat sich die positiv getestete Person weiterhin in Isolation zu begeben. Außerdem sind diejenigen Personen in Kenntnis setzen, mit denen sie engen Kontakt hatte.

  1. Wie lange dauert die Absonderung?

Corona-positive Personen und enge Kontaktpersonen sind verpflichtet, sich für 10 Tage in Isolation zu begeben. Der Tag der Testung wird als erster Tag der Isolation gewertet. Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist ab Tag 7 möglich, sofern vorher eine Symptomfreiheit von mindestens 48 Stunden am Stück bestand. Berechnet wird die Dauer der Isolation folgendermaßen:

Beispiel:

  • Abstrich bzw. letzter Kontakt zum Infizierten am 20. März (Tag 1)
  • reguläres Isolationsende: 29. März
  • Freitestung ab 7. Tag (26. März) möglich, sofern vorher 48 Stunden am Stück Symptomfreiheit bestand.
  1. Wann erhalte ich eine Genesenen-Bescheinigung?

Nur, wenn die Corona-Infektion mittels PCR-Test nachgewiesen wurde, wird automatisch ein Genesenenbescheid versendet. Ein positiver PoC-Test (Schnelltest mit Zertifikat) reicht dafür nicht aus.

  1. Wie lange ist diese gültig?

Die Genesenen-Bescheinigung ist erst ab dem 28. Tag nach dem positiven Testabstrich gültig. Sofern die genesene Person ungeimpft ist, ist in Deutschland die Bescheinigung bis zum 90. Tag nach dem Abstrich befristet. Sollte die genesene Person mindestens eine Impfung haben, wird keine Genesenenbescheinigung benötigt.

  1. Wann erhalte ich eine Quarantäne-Anordnung?

Mittels PCR-Test positiv getestete Personen erhalten ihr offizielles Isolationsschreiben unaufgefordert per Post, nachdem dem Gesundheitsamt die entsprechende Labormeldung übermittelt wurde. Aufgrund der hohen Fallzahlen erfolgt dies aktuell mit ein paar Tagen Verzögerung. Zu beachten ist, dass ein positives PCR-Ergebnis vom Gesundheitsamt benötigt wird, um das Schreiben ausstellen zu können.

Bei einem positiven Schnelltest mit Zertifikat (PoC-Test), kann die entsprechende Bescheinigung per E-Mail an corona@kvmyk.de, unter Beifügung des Zertifikats über das positive Ergebnis, beim Gesundheitsamt beantragt werden. Ein Screenshot aus der Corona-Warnapp reicht nicht aus.

  1. Wer ist enge Kontaktperson? Wer muss in Quarantäne?

Enge Kontaktpersonen sind alle Menschen, die sich länger als 10 Minuten ohne adäquaten Schutz (medizinische oder FFP2-Maske) im Nahbereich (weniger als 1,5 Meter) aufgehalten haben oder die sich mit der infizierten Person länger als 10 Minuten im selben, nicht ausreichend belüfteten Raum, unabhängig vom eingehaltenen Abstand, mit oder ohne adäquaten Schutz, aufgehalten haben.

  1. Wer ist von der Absonderungspflicht befreit?
  • Minderjährige
  • Personen mit Auffrischungsimpfung (Booster)
  • frisch vollständig geimpfte Personen (Zweitimpfung ist mehr als 14 Tage, aber nicht länger als 3 Monate her)
  • frisch genesene Kontaktpersonen (Infektion innerhalb der letzten 3 Monate)
  • genesene Personen, die mindestens eine weitere Impfung haben
  1. Wie erhalten Kontaktpersonen einen Nachweis zur Absonderung?

Nur Kontaktpersonen, die nicht von der Absonderungspflicht befreit sind, erhalten Verfügungen, nachdem die positiv getestete Person dem Gesundheitsamt in einer E-Mail an kontaktperson19@kvmyk.de die Kontaktdaten ihrer Kontakte übermittelt hat. Hierfür soll die entsprechende Vorlage verwendet werden. Diese und weitere Informationen zur Quarantäne findet man unter www.kvmyk.de/corona-info

9. Was mache ich, wenn meine Corona-Warn-App rot ist?

Ruhe bewahren und überlegen, mit wem der Kontakt stattgefunden haben könnte. Vor allem bei Symptomen sollte man umgehend einen qualifizierten Schnelltest an einer Teststation machen lassen.

  1. Wo kann ich mich testen lassen?

Teststellen findet man unter www.corona.rlp.de/de/testen/

Antworten zu vielen weiteren Fragen gibt es unter www.kvmyk.de/corona-info sowie www.corona.rlp.de

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‚De Zuckertoni‘ bald in der Reichskronen-Apotheke Dr. Schlags in Mayen zu sehen

Mayen – Er ist ein Mayener Original und war zu Lebzeiten mit seinem Pferde- und später dem Leiterwagen nicht aus dem Stadtbild wegzudenken. Das Bürgerbühnen-Projekt der Burgfestspiele Mayen erweckte ihn 2021 wieder zum Leben: Anton ‚Toni‘ Kohlhaas – besser bekannt als ‚De Zuckertoni‘ – eroberte die Kleine Bühne der Burgfestspiele. Die speziell für das Projekt angefertigte Puppe wird bald in einem Schaufenster der Reichskronen-Apotheke Dr. Schlags zu sehen sein.

Oberbürgermeister Dirk  Meid, Fachbereichsleiter Uwe Hoffmann und Petra Schumacher, Stellvertretende Intendantin der Burgfestspiele, übergaben die Puppe und ein Gemälde von Künstler Carl Jessen leihweise an Stephanie Recker von der Reichskronen-Apotheke. Dr. Schlags: „Wir freuen uns, dass ,De Zuckertoni`, der in unserer Apotheke noch persönlich bekannt war, auf diese Weise ins Stadtbild zurückkehrt und sicher viele Erinnerungen wecken wird“.

„Ich freue mich, dass wir durch diese Leihgaben unseren Dank für die besondere Unterstützung der Burgfestspiele Mayen in diesem Jahr zum Ausdruck bringen können. Außerdem bin ich sicher, dass diese Aktion den Mayener Bürgerinnen und Bürgern viel Freude machen wird“, so Oberbürgermeister Dirk Meid.

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Rathaus Mechernich – In den Farben der Ukraine

Mechernich – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick: „Menschen in Freiheit und Demokratie werden ihre Lebensform immer gegen Tyrannen und Diktatoren verteidigen“ – Die Farben der Ukraine, blau und gelb, schmücken seit einigen Tagen einen der Fahnenmasten vor dem Mechernicher Rathaus. „Es sind die Farben unserer demokratischen westlichen Lebensart und unserer Freiheit geworden“, sagt Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick in seiner Rede zum virtuellen Jahresempfang der Stadt Mechernich im April, die gestern aufgenommen wurde.

Die weltbekannte Mechernicher Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf in den Farben der Freiheit und der Ukraine. Archivfoto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auch die Bruder-Klaus-Kapelle, ein in der ganzen Welt bekanntes Sakralgebäude aus der Stadt Mechernich, einst von Peter Zumthor entworfen, leuchtet vor blauem Frühlingshimmel im Hintergrund und gelbem Raps im Vordergrund in den Farben der Freiheit.

In seiner Jahresansprache sagt Dr. Hans-Peter Schick: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, der Ukrainekrieg hat unsere westliche Welt kräftig aufgerüttelt. Wer hätte im 21. Jahrhundert bei uns noch damit gerechnet, dass in Mitteleuropa gut ein Dreivierteljahrhundert nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein großes europäisches Land nach Hitlermanier einen kleineren Nachbarn überfallen würde?“

„Und das nur“, so Dr. Schick: „weil vor allem die jungen Menschen in der Ukraine in einer funktionierenden Demokratie nach westlichem Vorbild und mit dem Recht auf Menschenwürde, Freiheit und uneingeschränkte Meinungsäußerung leben wollen.“

Die Menschen in der Ukraine kämpften für gemeinsame Ideale wie Freiheit und Demokratie und glaubten an eine Zukunft in einem vereinten Europa. Der Bürgermeister: „Hoffen wir mit ihnen, dass ihr Glaube und ihre Ideale Berge versetzen…“

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Bereits mehr als 230 aus der Ukraine geflüchtete Menschen in Jülich

Jülich – Seit Beginn der Hilfsaktion steht die Verwaltung in engem Austausch mit der ukrainischen Community in Jülich, mit privaten und bürgerschaftlichen Initiativen sowie mit Bürgerinnen und Bürgern, die sich engagieren. Zunächst lag der Fokus darauf, Hilfsgüter in die Ukraine zu schicken. Nun ist verstärkt auch Hilfe für die bereits in Jülich angekommenen Flüchtlinge notwendig.

Mehr als 230 aus der Ukraine geflüchtete Menschen sind in kurzer Zeit in Jülich angekommen. Viele kamen zunächst vor allem über private Initiativen oder aufgrund von verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Beziehungen gerade in unsere Stadt. Zwischenzeitlich erfolgen Zuweisungen von ukrainischen Flüchtlingen über die entsprechenden Landesbehörden. Damit hat Jülich aktuell deutlich mehr ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, als nach der Zuweisungsstatistik zurzeit vorgegeben wären.

Entsprechende Hilfsangebote werden sukzessive aufgebaut. Neben der Unterbringung, Verpflegung und Versorgung mit den wichtigsten Dingen des täglichen Lebens, sind unter anderem Gesundheitsversorgung, Deutschkurse, Kinderbetreuung und Schulunterricht zu organisieren.

Dank der enormen Hilfsbereitschaft der Jülicher Bevölkerung und der engagierten Arbeit der offiziellen Stellen wurde bereits viel erreicht. Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die sich seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine hier vor Ort engagiert haben.

Die schnell wachsende Zahl der Geflüchteten stellt die Stadtverwaltung vor große Herausforderungen. Denn sie ist auch zuständig für viele andere in unserer Stadt lebende Bedürftige und auch für Geflüchtete, die aus anderen Regionen der Welt weiterhin zu uns kommen. Ziel aller Bemühungen ist es, hier keine Unterschiede zu machen und alle in Jülich auf Hilfe Angewiesenen gemäß der Zuständigkeit der Verwaltung gleichermaßen zu unterstützen.

Der in Jülich vorhandene Wohnraum zur Unterbringung Geflüchteter ist schon jetzt weitgehend belegt. Es ist völlig unklar, wie lange dieser Krieg noch dauern wird, so dass mit einer langfristigen Unterbringung der Geflüchteten zu rechnen ist.

Die Verwaltungen müssen sich in kurzer Zeit um eine wachsende und besonders große Anzahl von Geflüchteten/Vertriebenen durch den Krieg in der Ukraine kümmern. Die vorgegebenen Strukturen für die Aufnahme stellen sicher, dass die öffentlichen Verwaltungen in Deutschland handlungsfähig bleiben. Dazu ist es auch wichtig, dass Geflüchtete, die bereits in Jülich privat untergebracht sind, sich umgehend bei der Stadt Jülich anmelden: sozialamt@juelich.de. Dieses strukturierte Vorgehen dient dem Wohle Aller.

Erste Anlaufstelle für Geflüchtete, die Nordrhein-Westfalen erreichen, ist die Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge NRW in 44791 Bochum, Gersteinring 52, Tel. 02931 / 82 66 00. Dort werden diese Personen als Geflüchtete registriert und von dort erfolgt die Zuweisung in Kommunen in NRW, die noch Aufnahmekapazität haben.

Informationen dazu auf: https://www.bra.nrw.de/integration-migration/ukraine-krieg.

Dort gibt es auch Antworten auf häufig gestellte Fragen der ankommenden Flüchtlinge in deutscher (https://www.bra.nrw.de/integration-migration/fluechtlinge-nrw/informationen-fuer-fluechtlinge/haeufig-gestellte-fragen) und ukrainischer (https://www.bra.nrw.de/integration-migration/fluechtlinge-nrw/informationen-fuer-fluechtlinge/rozpovsyudzheni-zapitannya-ukrainskiy) Sprache.

Wer auf privatem Wege weitere Personen aus der Ukraine holen möchte, muss unbedingt vorher eigenverantwortlich klären, wo diese Personen längerfristig Unterkunft finden. Alternativ sollte der Transport zur Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge NRW in Bochum geplant werden.

„Die Situation ist vergleichbar mit Sportlern, die sehr schnell und gut in den Sprint gestartet sind und nun auf der Strecke erfahren, dass es sich um einen Marathon handelt“, gibt Bürgermeister Fuchs zu bedenken. „Wir müssen unser Handeln der Situation anpassen, damit uns nicht auf der Strecke die Puste ausgeht.“

Dazu gehört auch Überlegungen für die Unterbringung von Flüchtlingen in Notunterkünften anzustellen. Denn auch bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen und der zu ahnenden vollständigen Belegung der Wohnungen, müssen zugewiesene Flüchtlinge untergebracht werden.