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Tüfteln bis der Motor läuft in Kall

Kall – Im Reparatur-Treff des Kaller Wirkstatt e.V. werden elektrische Geräte von ehrenamtlichen Fachkräften geprüft und wenn möglich wiederinstandgesetzt. „Es könnte sein, dass der Motor eine Macke hat – dann lohnt sich die Reparatur nicht mehr“, konstatiert Peter Breitbach bei der Prüfung eines defekten Staubsaugers im Rahmen des jüngsten Reparatur-Treffs der Kaller „Wirkstatt“. Der gelernte Elektroingenieur ist Rentner und eine von drei Fachkräften, die ihr Fachwissen beim Reparatur-Treff ehrenamtlich zur Verfügung stellen.

Sein Kollege, Elektrotechniker Wolfgang Nowag, erforscht gerade das Innenleben des Kassettendecks einer HiFi-Anlage, das ein Kunde aus Olef mitgebracht hat. Über sein freiwilliges Engagement sagt er: „Ich habe mein aktives Berufsleben hinter mir und freue mich, dass ich hier noch was zu tun habe und helfen kann.“ Man hoffe immer, so Nowag, dass jedes Gerät, dass die Wirkstatt verlasse, auch wieder funktioniere, „aber immer klappt das nicht“.

Allerdings, so wirft Detlef Baldt ein: „Wir schaffen schon viel… hier, den Plattenspieler haben wir auch repariert“, berichtet er und zeigt hinter sich. Baldt ist ebenfalls ehrenamtlicher Helfer, zwar keine Fachkraft, aber „ein Alleskönner mit zwei rechten Händen“, wie er lachend erklärt.

Gerade assistiert Baldt bei der Prüfung des Staubsaugers, für dessen Reparatur Elektroingenieur Breitbach dem Kunden aus Nettersheim keine so großen Hoffnungen machen kann. „Hier ist eine Bohrung, da können wir reingehen – jetzt da dran halten“, gibt der Profi Kommandos bei der Elektroprüfung am offenen Gerät, und dann zuckt Detlef Baldt zusammen: Mit dem typischen Lärm springt der Staubsaugermotor an. Das sind gute Neuigkeiten. Breitbach vermutet, dass der Schalter defekt sein könnte, und die beiden tüfteln weiter. Der Neukunde und Staubsaugerbesitzer ist begeistert vom kostenlosen Service beim Reparaturtreff: „Es ist optimal, dass man hier prüfen lassen kann, ob sich eine Reparatur noch lohnt – und im besten Fall nimmt man das reparierte Gerät mit nach Hause.“ Zudem kann man auch noch was lernen, denn die Kunden werden in die Reparatur einbezogen.

Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser möchte das Angebot in der Gemeinde nicht missen: „Der Reparatur-Treff ist ein tolles Projekt, das sich Müllvermeidung und Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat – und dazu ganz offensichtlich noch Spaß macht.“

Wie Wirkstatt-Leiterin Anne-Marie Pickartz berichtet, gibt es den Reparatur-Treff bereits seit 2017, die letzten Jahre bis zur Flut fand er im Haus der Begegnung statt. „Seit Corona“, so Pickartz, „ist die Nachfrage nochmal gestiegen.“ Daher wurde das Angebot nun erweitert.

Die nächsten Reparatur-Treffs finden statt am Mittwoch, 12., und am Mittwoch, 19. April 2023, jeweils von 10 bis 14 Uhr im Gemeinnützigen Kaufhaus, Aachener Str. 52 in Kall.

Neben dem Reparaturprojekt hält der Wirkstatt e.V. am Kaller Standort noch ein Möbellager, eine Kleiderstube, ein Upcycling-Nähprojekt und verschiedene Beratungsangebote vor. Weitere Infos gibt es hier: www.wirkstatt-ev.de.

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Aachener Bildungsportal für Bürger*innen und Bildungs-Anbieter*innen vorgestellt

Aachen – Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat am vergangenen Dienstag, 4. April, gemeinsam mit der Leiterin der Volkshochschule (vhs) Aachen Dr. Beate Blüggel, der Leiterin der Stadtbibliothek Doris Reinwald und der Projektleiterin Kerstin Groß das Aachener Bildungsportal vorgestellt und für die Öffentlichkeit geöffnet.

Das Aachener Bildungsportal dient als regionales Vergleichsportal der Stadt Aachen für Angebote der allgemeinen, beruflichen, politischen und kulturellen Bildung. Ab sofort ist es in einer ersten Version der Öffentlichkeit unter „bildungsportal.aachen.de“ zugänglich. Die vhs hat das Portal als Teilprojekt des Förderprogramms „Digitale Modellregionen in NRW“ der Landesregierung Nordrhein-Westfalen entwickelt und wird es auch zukünftig begleiten.

„Aachen hat ein vielfältiges und großes Bildungsangebot für Menschen aller Altersstufen und Herkünfte. Leider konnten über die traditionellen Medien nicht alle erreicht werden. Es war schwierig im Dschungel der Veröffentlichungen das passgenaue Angebot zu finden, damit ist jetzt Schluss“, erläutert die Oberbürgermeisterin. Mit dem digitalen Portal soll ein breiter Zugang für Alle ermöglicht werden. Die Werbemittel waren häufig nicht barrierefrei und Angaben zum barrierefreien Zugang fehlten. Insbesondere kleinere, gemeinwohlorientierte Anbieter*innen haben es trotz eines sehr guten Angebots schwer, auf dem Bildungsmarkt sichtbar zu werden. „Im Rahmen des Förderprogramms „Digitale Modellregionen in NRW“ hatten wir die Chance das Bildungsportal für die Region umzusetzen“, ergänzt Keupen.

Als Leiterin der vhs erklärt Blüggel: „Die vhs ist offen für digitale Weiterentwicklung. Wir nutzen erfolgreich didaktische und technische Möglichkeiten digitalisierter Wissensvermittlung, um flexibel, differenziert und zeitnah auf die aktuellen Bildungsbedürfnisse und -interessen der Bürger*innen reagieren zu können. Dazu trägt das Bildungsportal optimal bei.“ Das Aachener Bildungsportal bietet ab sofort eine barrierefreie, übersichtliche Darstellung von Veranstaltungen und Medien kommunaler und privater Bildungsanbieter*innen. Es ermöglicht eine einfache Schlagwortsuche mit vielen individuellen Filtern, Anbieter*innen können sich mit Qualitätsangaben und Barrierefreiheitsinformationen vorstellen. Zusätzlich steht ein barrierefreier Bedienterminal im modernisierten Service-Center der vhs Aachen zur Verfügung, über den die Bürger*innen das Portal ebenfalls besuchen können.

Neben angebotenen Bildungs-Veranstaltungen können auch Medien über das Bildungsportal gesucht werden. „Öffentliche Bibliotheken wünschen sich einen gemeinsamen Katalog für Medien und Veranstaltungen unter einheitlicher Oberfläche. Dazu haben wir mit dem Aachener Bildungsportal jetzt zunächst immerhin eine regionale Lösung“, freut sich Bibliotheksleiterin Reinwald. Bürger*innen können hier Schlagwörter eingeben und bekommen momentan Suchergebnisse aus der Stadtbibliothek, der Onleihe, der Universitätsbibliothek RWTH Aachen sowie den Bücherinseln St. Donatus, Eilendorf, St. Katharina, St. Laurentius, St. Konrad und St. Jakob angezeigt. Sowohl bei der Suche nach Veranstaltungen, als auch nach Medien wird man unmittelbar auf die Seite des Anbieters verlinkt und kann sich dort anmelden, beziehungsweise das Medium ausleihen.

Projektleiterin Groß lädt weitere Anbieter*innen ein, ihre Angebote kostenlos im Portal zu veröffentlichen. „Das Portal ist sehr intuitiv zu bedienen. Aber wir stehen auch immer als Ansprechpartner bereit und unterstützen bei Fragestellungen“, so Groß.

Eine Evaluation, wie das Bildungsportal angenommen wird, ist im Vierteljahresrythmus geplant.

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Bereit für den Mai – Ohne »Westenergie« hätten wir das nicht realisieren können

Mechernich-Bleibuir – „Queibachjonge“, „Westenergie“ und Stadtverwaltung Mechernich sorgen für neuen Maibaumständer im „Wilden Westen“. Millimeterarbeit, viel Kraft und Teamwork haben vor dem Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ in Bleibuir einen brandneuen Maibaumständer gleichsam aus der Erde wachsen lassen. Hand angelegt haben die „Queibachjonge“, die sich wöchentlich mit Rasenmähern und Laubbläsern für ein ansehnliches Bild in der Ortsmitte einsetzen.

„Westenergie“ hat zu den Gesamtkosten von 6.000 Euro ein Drittel beigesteuert. Und zwar aus dem Maßnahmenpaket „Aktiv vor Ort“. Achim Diewald, der Kommunalkundenbetreuer der „Westenergie“, packte für den Fotografen der Agentur ProfiPress auch noch selbst mit an.

Einfach war es allerdings nicht, denn zunächst wollte der Maibaumständer nicht so, wie die Bleibuirer wollten. Die ließen sich aber nicht beirren und schafften es schließlich, ihn in das im Vorfeld durch die Floisdorfer Tiefbaufirma „Schilles“ ausgehobene Loch zu setzen. Einen Tag später wurde der Beton zur Stabilisation gegossen. Jetzt kann die nächste Mainacht kommen….

Stadt stellte Antrag

Ortsbürgermeister Walter Schumacher, der auch Vorsitzender der „Queibachjonge“ ist, sagte dem „Bürgerbrief“: „Langsam wurde es Zeit, dass was passiert…“ Die Jugendlichen hätten in vergangenen Mainächten Schwierigkeiten mit der vorherigen Vorrichtung gehabt.

„Ohne »Westenergie« hätten wir das aber nicht realisieren können“, sagte der „Sheriff“ dem Reporter: „Dafür sind wir dankbar!“ Am Anfang stand ein Antrag der Mechernicher Stadtverwaltung auf Initiative des Ortsbürgermeisters an die „Westenergie“. Darin wurde auch die Eigenleistung der Ehrenamtler ins Feld geführt, welche das Unternehmen laut Achim Diewald gerne unterstützt: „Ohne engagierte Bürger würden viele Dörfer einschlafen.“

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Vielfalt verbindet! Startschuss für das „8. Fest der Kulturen 2023“ in Jülich ist gefallen!

Jülich – Vielfalt der Kulturen „mit allen Sinnen erfahren“ – Teilnehmer treffen sich im Neuen Rathaus. Seit 2009 findet das „Fest der Kulturen“ mit großem Erfolg alle zwei Jahre statt. Auch in 2023 wird es wieder ein „Fest der Kulturen“ in Jülich geben. Unter Mitwirkung vieler engagierter Nationalitätengruppen und Einzelakteure wird sich Jülich am Samstag, dem 23. September im Rahmen des „8. Festes der Kulturen“ zeigen als eine Stadt in der Internationalität und Vielfalt gelebt werden. Die Vielfalt der Kulturen Jülichs „mit allen Sinnen erfahren“, die Bereicherung durch diese Vielfalt erleben –  das möchten die Organisatoren der Stadt Jülich mit dem Fest ermöglichen und den Bürgern nahebringen.

Ab sofort können sich interessierte Migrantenselbstorganisationen, Kulturvereine und Einzelakteure zur Teilnahme anmelden. Ein erstes Planungstreffen mit allen Akteuren wird stattfinden am Mittwoch, 19. April um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses in der Großen Rurstr. 17.

Alle Interessierten, die bei der Gestaltung des „8. Fest der Kulturen“ mitwirken möchten, sind herzlich eingeladen sich bis Ende April zu bewerben und an dem 1. Planungstreffen teilzunehmen. Informationen sind zu erhalten im Fachbereich für Sozialplanung, Demografie, Inklusion und Integration, Tel.: 02461 – 63 239 (Beatrix Lenzen) oder E-Mail: BLenzen@juelich.de

 

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Zukunft gestalten – Neue Struktur der Kreisverwaltung Düren

Düren – Strukturwandel, Klimaschutz, Wasserstoff- und Wachstumsoffensive, demografischer Wandel – das sind nur einige wichtige Themen, die der Kreis Düren auf der Agenda hat. Daher hat sich die Kreisverwaltung organisatorisch und strukturell angepasst. So sollen die Zukunftsthemen noch zielgerichteter gelenkt und gestaltet werden.

„Wir sind eine moderne Verwaltung, die keinen Stillstand kennt. Daher müssen wir uns immer wieder neu aufstellen und sind mit den jetzigen Veränderungen noch besser für die Zukunftsthemen vorbereitet“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn.

Eine Veränderung betrifft die Bildung des neuen Referats für Wandel und Entwicklung, dessen Leitung Jens Bröker übernommen hat. Er war zuvor Leiter der „Stabsstelle für Innovation und Wandel“. In dem Referat sind die Abteilungen „Regionalstrategie und Planung“ (Leitung: Dirk Lauterbach), „Klimaschutz und Mobilität“ (Anne Schüssler) sowie „Wirtschaft und Tourismus“ (Anette Winkler) zusammengefasst.

Elke Ricken-Melchert ist die neue Leiterin des Dezernats IV, dessen Aufgabenschwerpunkt im Bereich Soziales, Familie und Senioren liegt. Zuvor war sie Leiterin des „Amts für Demografie, Kinder, Jugend, Familie und Senioren“, das nun in zwei neue Organisationseinheiten aufgeteilt wurde, um die Verantwortlichkeiten zu schärfen.

Das „Amt für Kinder, Jugend und Familie“ leiten nun Hubert Brüßeler und Marita Schmitz. Das „Amt für Generationen, Demografie, Inklusion und Sozialplanung“ steht unter der Leitung von Carolin Küpper.

Eine weitere Neuerung betrifft das Hauptamt. Um dem Digitalisierungsprozess und den steigenden Anforderungen im Personalwesen gerecht zu werden, wurden zwei neue Bereiche ausgebildet. Die Organisationseinheit „Verwaltungsdigitalisierung und Organisation“ wird von Oliver Bünten geleitet, Mario Grau übernimmt die Leitung von „Personalservice und zentrale Verwaltungsaufgaben.“

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Das 30-jährige Jubiläum der Städte-Partnerschaft 2024 in Mayen

Mayen – Auch 2023 fand das Jahresgespräch der Freundschaftskreise aus Uherské Hradiště und Mayen sowie Vertretern der beiden Stadtverwaltungen in Nürnberg statt. Für Uherské Hradiště nahmen Bürgermeister Stanislav Blaha, die Vorsitzende des Freundschaftskreises Blanka Rašticová und vom Büro des Bürgermeisters Adéla Tuhá teil. Sie trafen auf Oberbürgermeister Dirk Meid, Fachbereichsleiter Uwe Hoffmann, Julia Velten, ebenfalls von der Stadtverwaltung Mayen und den Vorsitzenden des Freundschaftskreises Rainer Dartsch.

Das Gespräch zwischen den tschechischen und deutschen Freunden wurde genutzt, um einen Blick zurück auf das vergangene Jahr zu werfen und kommende Ereignisse und Projekte miteinander abzustimmen und zu planen. Darüber hinaus wurde sich über die Neuigkeiten in den beiden Städten ausgiebig ausgetauscht.

Das Treffen, welches einmal im Jahr stattfindet, dient in erster Linie der Pflege der jahrelangen Freundschaft. Diese Freundschaft hält im bevorstehenden Jahr 2024 schon sage und schreibe 30 Jahre an. Und auch das war ein Thema – das Jubiläum der Städtepartnerschaft 2024 in Mayen.

„Ich freue mich schon jetzt auf unser großes bevorstehendes Jubiläum im kommenden Jahr. Freundschaften wie diese sind – besonders in Zeiten wie diesen – nicht selbstverständlich“, so Oberbürgermeister Dirk Meid.

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Neubauprozess der Brücke „Am Markt“ in Schleiden ist erfolgreich gestartet

Schleiden – „452 Einzelmaßnahmen und 203.355.244 € Gesamtkosten allein im Bereich der kommunalen Infrastruktur zeigen, wie groß die Schäden durch die Hochwasserkatastrophe im Stadtgebiet waren. Die Planungsleistung der Brücke „Am Markt“ wurde vergeben und erste Untersuchungen, die als Grundlage für die Planung und den daraus resultierenden Bauantrag dienen, bereits abgeschlossen.

Bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 wurden auch im Gebiet der Stadt Schleiden zahlreiche Brücken massiv beschädigt – darunter auch die Brücke „Am Markt“ in Schleiden. Nachdem das Ingenieurbüro Gotthardt und Knipper aus Gemünd (GKI) unmittelbar nach der Flut die kurzfristige Verkehrs- und Standsicherheit aller Brücken bewertet hat, erfolgten im Anschluss umfangreiche Hauptuntersuchungen der befähigten Ingenieurbüros G.U.B. und GKI, die nach dem Hochwasserereignis zwingend vorgeschrieben sind.

Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Verkehrssicherheit der Brücke „Am Markt“ in Schleiden nur noch für Fußgänger gegeben ist – also für Kraftfahrzeuge vollständig gesperrt werden muss. „Wir haben verwaltungsseitig mit dem zuständigen Ingenieurbüro alle denkbaren Varianten einer weiteren Nutzung, beispielsweise die Freigabe nur für PKWs oder eine einspurige Nutzung, durchgesprochen. Aufgrund der Schwere der Schäden an der Brücke, die für Laien augenscheinlich natürlich nicht immer sichtbar sind, ist eine Nutzung über Fußgänger hinaus jedoch ausgeschlossen worden“, so Bürgermeister Pfennings. Unter anderem sind Gründungsunterspülungen und zunehmende Setzungserscheinungen festgestellt worden.

Auch die Politik habe es sich laut dem Bürgermeister nicht leicht gemacht: „Die Bedeutung der Brücke „Am Markt“ für den Kernort Schleiden ist den Ratsmitgliedern natürlich klar. Deswegen hat die für das Brückengutachten zuständige Ingenieurin den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses die Brückenschäden anhand einer Präsentation ausführlich vorgestellt und für deren Fragen zur Verfügung gestanden.“ Da dabei allen Beteiligten nochmals die Dimension der Schäden deutlich geworden seien, wurden im Anschluss die Planungsleistungen zum Ersatzneubau der Brücke „Am Markt“ und der Wiederherstellung der angrenzenden Stützwände an die Bietergemeinschaft Lansch und Steffens aus Fleringen vergeben und der Neubau höchstmöglich priorisiert.

„Der erste zwingend notwendige Arbeitsschritt, die Beprobung von Brückenfundament, Brückenmauern und umgebenden Erdreich wird seitens des Auftragnehmers vor Ostern abgeschlossen und dient als Grundlage für die fachgerechte Entsorgung der alten Brücke und die statischen Berechnungen für den Bau der neuen“, führt Waldemar Brost aus, der seit dem 1. Januar 2023 Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt der Stadt Schleiden ist. Die Planung der neuen Brücke solle spätestens in der öffentlichen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 5. September vorgestellt und im Anschluss der Bauantrag eingereicht werden. Der Abriss der alten Brücke sei für März 2024 geplant und der Neubau werde nahtlos daran angegangen. Zu guter Letzt würden dann im Herbst 2024 die Ufermauern ertüchtigt. „Wir werden versuchen, den Neubau so schnell wie möglich durchzuführen, müssen uns aber natürlich an die gesetzlichen Vorgaben für Vergabefristen halten“, so Brost.

Die durch die Sperrung erforderlichen verkehrsrechtlichen Umleitungen wurden genauso wie die Gestaltung der Sperrung im Rahmen einer Verkehrsschau festgelegt. Nach Rücksprache mit dem Straßenverkehrsamt werde die Beschilderung jedoch optimiert und ansprechender gestaltet, so der Bürgermeister.

Die Maßnahme wurde in den kommunalen Wiederaufbauplan der Stadt Schleiden aufgenommen, der durch den Stadtrat in seiner Sitzung am 23. Februar 2023 beschlossen wurde. Dieser enthält insgesamt 452 Einzelmaßnahmen zur Wiederherstellung der kommunalen Infrastruktur. Die förderfähigen Gesamtkosten belaufen sich auf 203.355.244 €. Der zugehörige Förderantrag wurde seitens der Verwaltung eingereicht und wird nun durch die Bezirksregierung Köln geprüft. Nach Erhalt des Förderbescheids wird der Rat der Stadt Schleiden im Juni im Rahmen einer erneuten Klausurtagung die Priorisierung der Maßnahmen beschließen. „452 Einzelmaßnahmen und 203.355.244 € Gesamtkosten allein im Bereich der kommunalen Infrastruktur zeigen, wie groß die Schäden durch die Hochwasserkatastrophe im Stadtgebiet waren. Für Politik und Verwaltung bedeutet dieser Wiederaufbau eine gewaltige Herausforderung, der wir uns aber in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung erfolgreich stellen werden!“, so Pfennings abschließend.

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Kunst & Kultur

„Lebenskleider“ – Hochaltar der Citykirche Aachen wird zur Kunst-Installation

Aachen – Die Kunst-Installation im Hochaltar der Citykirche Aachen ist vollendet und das letzte Bild enthüllt: Das Tondo (Rundbild) in 13 Metern Höhe zeigt die Auferstehung, den Sieg des Lebens über den Tod, der an Ostern gefeiert wird. „Auferstehung“ ist das dritte Werk des Künstlers Uwe Appold, der unter dem Titel „Lebenskleider“ zur Heiligtumsfahrt 2023 den Hochaltar in der Citykirche neu gestaltet und seit 2021 jedes Jahr ein Bild enthüllt hat.

„Nun in ihrer Gesamtheit spannen die Darstellungen von Uwe Appold noch einmal besonders deutlich den Bogen hin zu den Heiligtümern: das Kleid Mariens, die Windel Jesu, das Lendentuch Jesu und das Enthauptungstuch Johannes des Täufers: Sie spiegeln verschiedene Abschnitte eines Lebens wider: Geburt, Kindheit, Erwachsenenalter, Tod. Es sind sozusagen ‚Lebenskleider‘. Was die Stoffe heute wertvoll und einmalig macht, ist ihre Bedeutung in bestimmten Momenten im Leben dieser Menschen. Aus Alltagsgegenständen wurden erzählende Stoffe“, sagt Dompropst und Wallfahrtsleiter Rolf-Peter Cremer.

Das dritte Bild: Auferstehung

Abraham van Diepenbeeck hatte 1630 in seine Altargestaltung eine Pieta-Szene gemalt: Der tote Sohn im Schoss der Mutter. Das war folgerichtig, hatte er in dem unteren Bild die Kreuzigung und im Mittelbild die Kreuzabnahme gemalt. Das Konzept des Malers kulminierte in der Karfreitagsthematik, eingebettet in der Theologie des Barock. Uwe Appold verfolgt mit seiner Darstellung einen anderen Weg. Im unteren Bild gestaltet er das Thema der Taufe, im mittleren Bild die Allgegenwart Gottes, im oberen Abschlussbild im Tondo die Auferstehung.

Er zeigt nicht, wie gewohnt, ein leeres Grab, sondern das, was als Hülle nach der Auferstehung zurück bleibt: Totentuch und aufwärts gerichtete Wundbinden als Zeugen vom Leid, Tod und Auferstehung Christi. „Dies ist ein Hinweis auf das Ostergeheimnis in Hoffnung auf die Zukunft des Menschen“, sagt Uwe Appold. Indirekt verbindet er das Tondo in der Citykirche Aachen mit dem Turiner Grabtuch, das als Ikone, weniger als Reliquie verehrt wird, und bettet sein Bild der Auferstehung als künstlerischen Beitrag in die Heiligtumsfahrt ein.
Das Tondo (Rundbild) wurde in der griechischen und römischen Architektur als Versatzstück von Wandgliederungen verwendet. Stets wirkte es als Akzent in der Struktur von Wandflächen.
Verbreitung erfuhr es im 15. und 16. Jahrhundert nicht nur in der Architektur, sondern besonders in der Gestaltung dreistufiger Altäre, die sich in der Anmutung auf die Architektur der Zeit bezog.
In der Regel wurde das Tondo oben als Abschluss in den fassadenähnlichen Aufbau eingebracht. So auch bei dem Altar in der Citykirche mit einer Gesamthöhe von 13 Metern.
Der Kreis gilt als Symbol für die Unendlichkeit ohne Anfang und Ende, auch für den Himmel. Er hat weniger Spannung als andere geometrische Formen, er zeigt in keine Richtung, er ruht harmonisch und geschlossen in sich.

Das zweite Bild: Allgegenwart

Es zeigt den Blick auf eine perspektivische Wolke und nimmt die Betrachtenden mit auf einen überhöhten Standort. Ein starker Hell-Dunkel-Kontrast bestimmt die Komposition, wobei die helle Seite überwiegt. Fünf Strahlen steigen als Licht aus der Wolke fächerförmig empor. Die Zahl 5 steht symbolisch für die fünf Wundmale Christi am Kreuz. Im zweiten Ich-bin-Wort sagte Christus von sich Ich bin das Licht der Welt (Joh 8, 12). Der Künstler Uwe Appold verbindet die Lichtaussage mit dem Gekreuzigten. Die waagerechte Kompositionslinie, die van Diepenbeeck in seine Kreuzabnahme eingearbeitet hatte, greift Appold in seinem Bild auf. Etwa in gleicher Höhe bilden Wolken eine Ebene als Zeichen des Horizonts innerhalb der Lichtstrahlen. Gottes Allgegenwart ist unter und über allen Wolken. „Im Barock stehen Wolken für die Allgegenwart Gottes. Das war mir wichtig, zu zeigen“, erklärt Uwe Appold.

Das erste Bild: Taufe

Das schwebende weiße Taufkleid im unteren Bild erinnert an die Putten im Mittelbild der ursprünglichen Gestalt von van Diepenbeecks Hochaltar. Die Farbe Weiß wird seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil als Christusfarbe der Reinheit, Auferstehung und das Lichts verwendet. Die liturgische Farbe Violett gilt als Farbe der Buße und als Vorbereitung für hohe Feste wie Weihnachten und Ostern. Das Oval ist eine Reminiszenz an das Barock, das diese geometrische Form als Ausdruck der Ausweitung verstand und damit die Kreisform der Renaissance überwinden wollte. Das Taufkleid in der Mitte des Bildes ist kein historisches, sondern ganz neu. Bestellt aus dem Internet, so wie das viele heute vermutlich machen. Dieses neue Taufkleid steht jedem noch zu Taufenden zur Verfügung. Es ist somit auch ein Symbol des Neubeginns, der gerade in diesen Zeiten besonders wichtig ist.

Der Künstler: Uwe Appold

Uwe Appolds künstlerische Laufbahn beginnt 1962 mit einer Lehre zum Bildhauer und 1968 mit dem Abschluss für künstlerische Formgebung und Gestaltung an der Werkkunstschule Flensburg. Seit 1962 stellt der Künstler regelmäßig im In- und Ausland aus. So hatte er Ausstellungen in beinahe allen deutschen Großstädten, sein internationales Betätigungsfeld erstreckt sich auf Belgien, China, Dänemark, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Monaco, Niederlande, Polen, Spanien und die Schweiz. Seine Arbeit an den Altarbildern begann Uwe Appold 2020 mit umfangreichen Recherchen zum Werk van Diepenbeecks. Sein Bildprogramm stellt Bezüge zur historischen Malerei her, die der Künstler mit den Intentionen der Heiligtumsfahrt 2023 verbindet.
Während der Wallfahrtstage ergänzt außerdem noch eine regelmäßige Live-Performance die Installation. Bei der Performance stehen die Kleider vieler Frauen aus verschiedenen Nationen und Ländern symbolisch für die vielen Alltagsstoffe, die eine Tiefe und eine Geschichte bekommen durch die Menschen, die sie tragen – für die Vielen, die zur Heiligtumsfahrt nach Aachen kommen. Gefördert wird die Kunstinstallation „Lebenskleider“ aus Mitteln des Vermögens „Katharina und Maria Wienen“ von der Stiftung „Stiftungsforum Kirche im Bistum Aachen“. Mit der Stiftung werden nachhaltig vielfältige Aufgaben im kirchlichen Bereich unterstützt. Ebenso unterstützen die Pax-Bank, das katholischen Hilfswerk Misereor, die Evangelische Studierendengemeinde Aachen (ESG) sowie die Katholische Hochschulgemeinde Aachen (KHG).

Infobox:
Samstag 10. Juni bis Sonntag, 18. Juni (während der Wallfahrtstage)
Lebenskleider – Ausstellung und Performance
Der Künstler Uwe Appold präsentiert die drei Bildflächen des Hochaltars der Aachener Citykirche mit neuen Kunstwerken. Dazu wird es Performances mit Kleidern und Texten von Frauen aus der Einen Welt geben. Der Künstler ist währenddessen vor Ort.
Die Ausstellung in der Citykirche St. Nikolaus an der Großkölnstraße ist jeweils von 9 bis 19 Uhr geöffnet, die Performances finden täglich um 17 Uhr statt.

Mehr dazu: https://heiligtumsfahrt-aachen.de/Kunst-und-Kultur/lebenskleider/

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Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk werden am 14. Mai mit dem Karlspreis ausgezeichnet

Aachen – In Aachen arbeiten Stadt und Karlspreisdirektorium momentan intensiv an der Vorbereitung zur Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen an den ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk. Anders als in den vergangenen Jahren findet die Verleihung diesmal nicht am Himmelfahrtstag statt, sondern am Sonntag, den 14. Mai.

Weitere Details werden aktuell noch geklärt, da die Planung und Abstimmung mit allen Beteiligten aufgrund des besonderen Preisträgers und der Lage in der Ukraine sehr kompliziert ist. Infos zum konkreten Ablauf der Verleihungszeremonie gibt es daher erst sehr kurz vor dem 14. Mai. Mit der Abweichung vom traditionellen Datum soll für die internationalen Gäste des Karlspreises eine Überschneidung mit einer relevanten Veranstaltung am Folgetag verhindert werden. Unter den Gästen der Karlspreisverleihung befindet sich auch die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, die bei der Preisverleihung die Ansprache zu Ehren von Wolodymyr Selenskyi halten wird.

„Die Situation für den Karlspreis und die Vorbereitungen ist natürlich schwieriger als in den Jahren zuvor“, so Dr. Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums. „Das wussten wir, weil das der Kriegssituation geschuldet ist.“ Der Karlspreisträger und Gäste, die ihn unterstützen, würden nun einmal in einer besonderen Gefährdungssituation sein, so Linden.

Ob Wolodymyr Selenskyj, der den Preis stellvertretend für das ukrainische Volk annimmt, persönlich bei der Zeremonie im Krönungssaal des Aachener Rathauses anwesend ist, oder ob er per Videotechnik dazugeschaltet wird, ist zurzeit noch völlig offen. Die Planungen beinhalten beide Szenarien und hängen stark von der dann vorliegenden Kriegslage und den entsprechenden Sicherheitskonzeptionen ab.

Dr. Jürgen Linden: „Wir betrachten die Karlspreisverleihung 2023 als einen Akt der Solidarität mit der Ukraine. Zugleich sehen wir sie als Zeichen der Ermutigung für das ukrainische Volk und seinen Präsidenten, für die Demokratie und die Menschenrechte, vor allem aber für Leib und Leben der Menschen und die europäische Werte, die in diesem Krieg verteidigt werden.“ Linden hob besonders den unglaublichen Mut und den neuen politischen Stil von Präsident Selenskyj hervor, der die Klammer zwischen der Ukraine und der europäischen Gesellschaft bilde und zeitgleich für sein eigenes Volk die Verteidigungsbereitschaft auch in schwierigsten Zeiten hochhalte. „Gleichzeitig“, so Dr. Linden, „gibt er die Hoffnung, dass dieses Unterfangen auch erfolgreich ist.“

Sibylle Keupen ergänzt: „Wir wissen, dass wir mit der Preisverleihung nicht den Krieg beenden oder die direkten Folgen des Krieges mildern können. Doch wir wollen dem ukrainischen Volk mit dem Karlspreis demonstrieren, dass es wahrgenommen wird, dass wir an seiner Seite stehen. Das tun wir hier in Aachen mit unseren Mitteln und mit vollem Herzen.“

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Trierer Bischof Ackermann predigt an Ostern über die österliche Wahrheit

Region/Trier – Bischof Ackermann: Seit Ostern gehören Licht, Hoffnung und Friede zur Wirklichkeit dazu. „Der drückende Schleier von Leid und Tod, der über der Menschheit liegt, hat einen unwiderruflichen Riss bekommen. Durch ihn strömt das österliche Licht des göttlichen Lebens ein.“ Diese Osterbotschaft hat Bischof Dr. Stephan Ackermann der Gottesdienstgemeinde im Trierer Dom an Ostern, 9. April mit auf den Weg gegeben.

Zwar unterscheide sich an unzähligen Stellen dieser Welt der Ostersonntag von keinem anderen Tag, der geprägt ist von Leid, Gewalt und Tod, sagte Ackermann. „Die Welt steht an Ostern nicht still. Sie respektiert Ostern nicht wirklich.“ Das werde spätestens klar, wenn der Papst beim Segen „Urbi et orbi“ an die verschiedenen Kriegs- und Krisengebiete denke und etwa die Ukraine, den Jemen oder die andauernden Konflikte im Nahen Osten nenne. Dazu kämen „die Situationen, die im Privatleben die Osterfreude verdunkeln: die stillen Kriege und Auseinandersetzungen, die persönlichen Leiden und Dunkelheiten, die uns bedrücken durch Krankheit und Verlusterfahrungen“.

Doch es gelte auch das Umgekehrte: „Seit dem Ostermorgen ist auch alles Dunkle, alles Belastende, alles, was Menschen niederdrückt, nicht mehr die ganze Wirklichkeit.“ Das gelte sogar für den Tod: „Auch er ist nicht mehr die ganze Wirklichkeit, auch er hat nicht mehr das letzte Wort über die Wirklichkeit des Lebens.“ Seit Ostern gehörten das Licht, das nicht vergeht, die Hoffnung, die stärker ist als alle Resignation, der Friede, der den Hass überwinden kann, zur Wirklichkeit dazu: „Die ganze Wirklichkeit – das ist seit Ostern Dunkel und Licht, Verzweiflung und Hoffnung, Tod und Leben.“

Der „unbegreifliche Zweikampf zwischen Leben und Tod“, wie es in der lateinischen Sequenz vor dem Evangelium heiße, dauere an, „auch wenn wir als Christen der Überzeugung sind, dass der Ausgang dieses Kampfes bereits feststeht zugunsten des Lebens“. Es wäre realitätsfern, sagte Ackermann, so zu tun, als ob schon alles gut wäre. „Aber es würde auch nicht der Wirklichkeit entsprechen, wenn wir nicht glauben könnten, dass sich mit dem Tod und der Auferstehung Jesu die Situation der Welt grundstürzend geändert hat.“

Deshalb lud der Bischof die Gläubigen zu einer „österlichen Übung“ ein: sich in Situationen der Bedrängnis daran zu erinnern, dass das, „was mich – äußerlich oder innerlich – ganz in Beschlag nehmen und besetzen will, nicht die ganze Wirklichkeit ist“. Ein Gedanke, der für Bischof Ackermann „befreiend und entlastend“ wirkt – und die österliche Wahrheit ist.