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Wiederaufbau Ahrtal – Regierung und Landkreis verurteilen Diskreditierung von Fluthelfern

Ahrweiler/Mainz – Die rheinland-pfälzische Landesregierung und der Landkreis Ahrweiler haben Fluthilfe-Organisationen wie den Helfer-Stab gegen Anfeindungen in Schutz genommen. Die Arbeit der privaten Initiativen – ob haupt- oder ehrenamtlich – sei unverzichtbar für die Bewältigung der Katastrophe gewesen und bilde bis heute eine maßgebliche Säule für einen gelingenden Wiederaufbau.

„Initiativen wie der Helfer-Stab haben ab dem Zeitpunkt der Katastrophe Großes geleistet. Beim Aufräumen wurde angepackt, Betroffene wurden betreut und bis heute werden wichtige Beratungen angeboten. Mich erschreckt die Schärfe, mit der diese Menschen und ihr Engagement derzeit angegangen werden. Die Diskreditierung von Helferinnen und Helfern weisen wir als Landesregierung klar zurück“, sagte Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß.

Es sei auch richtig gewesen, dass Landesbehörden und Kommunen Aufträge an die Helfer-Initiativen vergeben hätten, so Steingaß weiter. „In den ersten Wochen nach der Flut war zügige und unkomplizierte Hilfe das A und O. Gerade deshalb hat die Landesregierung es ermöglicht, dass Aufträge schnell und ohne langwierige Ausschreibungen vergeben werden konnten. Die privaten Helferinnen und Helfer waren vor Ort, kannten die Situation und waren gewillt, weiter anzupacken – deshalb war es folgerichtig, diese auch zu beauftragten. Das gilt übrigens nicht nur für den Helfer-Stab, sondern auch für viele andere Helfer“, so Steingaß weiter.

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) arbeitet mit dem Helfer-Stab im Rahmen der Umsetzung der Aufbauhilfe RLP 2021 sehr gut zusammen. „Unser Ziel und unser Auftrag durch die Landesregierung waren es, parallel zum Start der digitalen Antragstellung in unserem Portal Ende September 2021 für die Menschen im Ahrtal die Möglichkeit für eine unterstützte Antragstellung zu schaffen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Infopoints unterstützen im Auftrag der ISB die von der Flut betroffenen Menschen bei der Antragstellung und den weiteren Bearbeitungsprozessen wie beispielsweise der Abschlagszahlung und dem Mittelabruf“, bekräftigte ISB-Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Link. „Alle in den Infopoints beschäftigten Personen wurden in den Programmen der Aufbauhilfe durch uns geschult, wir stehen darüber hinaus in digitalen Meetings und durch Besuche vor Ort im regelmäßigen Austausch und können die kompetente Betreuung in den Infopoints sicherstellen.“

„Wir als Kreis Ahrweiler betonen ausdrücklich, dass die Arbeit von Initiativen wie dem Helfer-Stab maßgeblicher Bestandteil der Hilfe im Ahrtal nach der Flutkatastrophe war und immer noch ist. Umso unverständlicher sind persönliche Angriffe, die auf die Diffamierung einzelner Helferinnen und Helfer abzielen. Die von den engagierten Unterstützern unter anderem organisierten Infopoints dienen im betroffenen Kreisgebiet weiterhin als wichtige Anlaufstelle. Seit den ersten Tagen nach der Flut stellen sie Hilfe für Betroffene bereit, die die Kommunen zum damaligen Zeitpunkt nur bedingt leisten konnten“, sagte Cornelia Weigand, Landrätin im Kreis Ahrweiler. „Außerdem kam es darauf an, unter extremen Voraussetzungen akute logistische Probleme zu lösen, beispielsweise bei der Beschaffung von dringend benötigtem Equipment und Material professionell und gut strukturiert zu agieren. Das ist einigen Initiativen wie dem Helfer-Stab glücklicherweise in vielerlei Hinsicht gelungen. Wie andere Akteure, die auf mittel- bis langfristige Hilfe abzielen, sind sie nach wie vor eine wertvolle Unterstützung für die Menschen vor Ort. Deshalb danken wir allen Fluthilfe-Initiativen, die uns nach der Hochwasserkatastrophe geholfen haben und dies auch weiterhin tun.“

Zum Hintergrund: Die ADD hatte nach der Übernahme der Einsatzleitung mit der m2a artitude Betriebs GmbH von Missy Motown, der Geschäftsführerin des Helfer-Stabes, einen Vertrag zur Besetzung der Info-Points geschlossen, an denen Flutbetroffenen im Rahmen der Katastrophenhilfe wichtige Informationen erhalten konnten. Nach Beendigung der Einsatzleitung durch die ADD wurde der Vertrag auf den Landkreis Ahrweiler umgeschrieben. Dieser Vertrag wurde Ende 2022 gekündigt. Derzeit gibt es vertragliche Vereinbarungen der ISB mit m2a artitude zur personellen Betreuung und Organisation der Info-Points für Beratungs- und Unterstützungsleistungen insbesondere zu den Förderprogrammen der Aufbauhilfe RLP 2021 sowie zur Organisation und dem Betrieb der Aufsuchenden Hilfe. Die baufachliche Erstberatung, die derzeit durch Architektinnen und Architekten an den Info-Points angeboten wird, ist ein Angebot des Kreises Ahrweiler, das aus Mitteln des Wiederaufbaufonds finanziert wird.

Der Helfer-Stab ist eine gemeinnützige Organisation, die anlässlich der Naturkatastrophe 2021 im Ahrtal gegründet wurde. Aufgabe des Helfer-Stabs ist, als Brücke zwischen freiwilliger Hilfe, großen Hilfsorganisationen und öffentlichen Behörden zu fungieren, um so Hilfsaktionen zu koordinieren.

 

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Wirtschaft

Ausstellung Werte 2023 bietet perfekten Rahmen für traditionelle Handwerkskunst

Region/Koblenz/Bendorf – Mit einem Mix aus Handwerk, Kunst und Kulinarik lädt die Ausstellung „Werte“ am heutigen Samstag, 22. und Sonntag, 23. April, im Denkmalareal der Sayner Hütte in Bendorf ein. In einem „Werte“-Bereich der Handwerkskammer (HwK) Koblenz haben Handwerksbetriebe die Möglichkeit, sich und ihre Leistungen dem Publikum zu präsentieren.

Um die Vielfalt des Handwerks vor Augen zu führen, haben renommierte Handwerksunternehmen der HwK Koblenz für die Dauer der Ausstellung in einer ganzen Halle ihre Werkstätten zum Schauen und Staunen eingerichtet. Profis verschiedenster Fachrichtungen sind vor Ort und zeigen, was sie können und wie sie arbeiten.

Ob Drechsler, Buchbinder, Kürschner oder Fotografen: Die Besucher können bei vielen Gewerken live zusehen, wie handwerkliche Kunst entsteht. Die Betriebe führen dabei auf faszinierende Art vor, wie kulturelles Erbe bewahrt werden kann. Auch fachkundigen Rat zu den Fragen der Gäste geben die Experten gern. Für die jüngsten Besucher gibt es vor Ort unter anderem die Gelegenheit, bei einer Firma für natürliches Bauen ihre Baumeisterqualitäten zu testen. Im Innen- und Außenbereich des Hüttenareals warten neben kulinarischen Angeboten erstmals internationale Künstler auf ihr Publikum.

Die Ausstellung Werte ist samstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Informationen gibt es auch unter: www.werte-ausstellungen.de

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Kunst & Kultur

„Welttag des Buches“ wird mit einem Leseabend in der Stadtbücherei Alsdorf gefeiert

Alsdorf – Am 23. April ist es wieder so weit: Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte am UNESCO-Welttag des Buches ein großes Lesefest. 1995 hatte die UNESCO den 23. April zum „Welttag des Buches“ erklärt, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Auch in der Stadtbücherei Alsdorf wird dieses Ereignis gefeiert, und zwar am Donnerstag, 27. April, ab 19.30 Uhr.

Gestaltet wird dieser Abend unter der Glaskuppel der Bücherei auf der ersten Etage der Stadthalle am Denkmalplatz von den Vorlesepaten. Dazu gehören der Bühnenhörspieler Wolfgang Rosen, Karina Gjurovski, Marie-Luise Fröbel, Keziban Yilmaz, Dagmar Junk, Dr. Johannes Kiehl, Wiltrud Tramnitz und Judith Neugebauer. Sie alle wollen den Besucherinnen und Besuchern viele Geschichten schenken und ihnen einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend bescheren. Es werden die unterschiedlichsten Bücher vorgestellt und es gibt verschiedene Lesetipps, da ist für jeden etwas Interessantes dabei. Der Eintritt ist kostenfrei, allerdings ist eine Anmeldung unter 02404/93950 oder per mail unter stadtbuecherei@alsdorf.deerforderlich. (apa)

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Kunst & Kultur

Mehrtägige Mai-Feierlichkeiten in Kall starten bereits am heutigen Samstag 22. April

Kall – Bestechlichkeit hat weiter Tradition – Das Kaller Maigeloog pflegt noch immer einen über 100 Jahre alten Brauch – Rund 200 Maipaare werden „verkuppelt“ und am Vorabend des 1. Mai öffentlich ausgerufen – Gegen die Spende einer Kiste Bier werden Sonderwünsche erfüllt – Das Singen von Haus zu Haus findet bereits am 22. April statt – Maifeier mit Umzug, Musikkapelle, Pferdekutsche und Ball im Saal Gier.

Sie pflegen noch immer den über 100 Jahre alten Kaller Brauch, und sie sind bemüht, diesen auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. Das ist das Ziel von David Dietsch, der „Hötjong“ des Kaller Maigeloogs ist, das derzeit mitten in den Vorbereitungen für die mehrtägigen Mai-Feierlichkeiten in Kall steckt, die in diesem Jahr erstmals schon eine Woche früher, nämlich am Samstag, 22. April, mit dem traditionellen Maisingen offiziell beginnen.

Bisher fand dieses Singen („He komme de Kaller Knechte…“) von Haus am Vorabend des Maifeiertages statt, während die Kaller Bevölkerung am Feuer auf dem Maiplatz den Beginn des Wonnemonats feierte. „Wir vom Geloog waren dann zum Singen unterwegs, so dass unsere Gäste allein feiern mussten“, so Hötjong David Dietsch. Auch weil das Geloog an diesem Abend mit der Herrichtung von vielen Maibäumen beschäftigt sei, habe man sich aus zeitlichen Gründen zu der Verlegung des Singens entschieden.

Dietsch kann derzeit immerhin noch auf über 25 Junggesellen verweisen, die im Geloog mitarbeiten. Dabei ist es keinesfalls so, dass die Junggesellen nur für die Vorbereitung der Maifeier zuständig sind. Die engagierte Truppe ist auch im August zur Stelle, wenn es gilt, den Kirmesknochen auszugraben und diesen unter der Begleitung der Kaller Musikkapelle zum Kirmesplatz zu bringen. Und auch andere Kaller Vereine können bei ihren Veranstaltungen auf die Unterstützung des Maigeloogs setzen

Hötjong Davis Dietsch ist bereits mehrere Jahre im Amt, ebenfalls sein Stellvertreter Marc Lange. Beisitzer im Geloog sind Daniel Schade und Moritz Wirtz, während Simon Derichs für die Kassengeschäfte und Phillip Uhlemann für die Schriftführung zuständig sind.

Schon seit Februar sind die Junggesellen des Geloogs damit beschäftigt, die Maifeiern vorzubereiten und auf einer geheimen Liste die Maipaare zusammenzustellen, die am Vorabend des Maifeiertages vom Felsen an der Gemünder Straße ausgerufen werden. Dieses „Verkuppeln“ von Kaller Mädchen ab 16 Jahren und Kaller Jungen ab 18 Jahren zu Maipaaren ist ein über 100 Jahre alter Brauch in Kall. In der Vergangenheit sind dadurch auch schon etliche Ehen entstanden.

Rund 200 Paare und das Maikönigspaar werden nach wochenlangen Recherchen des Geloogs auf die Mailiste gebracht, wobei die Beratungen im Vereinslokal Gier hinter verschlossener Tür stattfinden. Die fertige Liste der „verkuppelten“ Paare hütet Hötjong David Dietsch Pütz im verschlossenen Koffer, der auch während der einwöchigen Präsenz des Geloogs am Maifeuer nahe dem Hallenbad ein wichtiges Utensil ist.

Denn sobald das Geloog auf dem Maiplatz seine Zelte aufgeschlagen hat, hat jeder Kaller Junggeselle noch die Chance, sein Begehren, mit welcher Herzdame er gern auf der Mailiste stehen würde, erfüllt zu bekommen. Gegen eine Kiste Bier ist das Geloog nämlich gerne bereit, spezielle Wünsche zu erfüllen und die Maipaar-Liste zu ändern. Die Bestechlichkeit des Geloogs hat in Kall ebenso Tradition wie der alte Maibrauch selbst.

Junge Frauen dagegen haben keine Möglichkeit, sich ihren Wunschprinzen mit Hilfe einer Kiste Bier zu ergattern: Damenbesuch ist im Geloogs-Lager am Hallenbad bis zum Beginn der Maifeier nicht nur unerwünscht sondern absolut tabu.

„Wir werden wieder einen stattlichen Baum auf dem Maiplatz aufstellen“, verspricht Hötjong David Dietsch. Alle Kaller Jungmänner ab 16 Jahren sind deshalb eingeladen, das Geloog am Mittwoch, 26. April, beim Abholen des Baumes aus dem Wald und beim Aufstellen auf dem Maiplatz zu unterstützen.

Die Feierlichkeiten zum 1. Mai beginnen mit dem „Singen von Haus zu Haus“ am Samstag, 22. April, ab 14 Uhr. Einen Tag später, am 23. April, um 18 Uhr, findet in der Pfarrkirche die traditionelle Mei-Messe statt, zu der alle Kaller eingeladen sind. Am Montag, 24. April, beginnt um 9 Uhr morgens der Aufbau des Maiplatzes am Hallenbad. Mittwochs, 26. April trifft sich das Geloog um 15 Uhr am Maiplatz, um den Maibaum im Wald abzuholen. Zum Aufbau des Platzes und zum Abholen des Baumes hofft das Geloog auf die tatkräftige Unterstützung vieler Kaller Jungen im Alter ab 16 Jahren.

Das Ausrufen der rund 200 Maipaare vom Felsen an der Gemünder Straße beginnt am Sonntag, 30. April, um 15 Uhr. Höhepunkt des Ausrufens ist die Verkündigung des Maipaares, dessen Identität bis dahin streng geheim gehalten wird. Während des Ausrufens findet eine große Tombola statt, zu der Kaller Firmen und Geschäfte zahlreiche Preise gestiftet haben, und die damit auch das große Engagement der Kaller Junggesellen zum Erhalt des alten Brauches honorieren.

Nach dem Ausrufen der rund 200 Maipaare und der Verkündung des Königspaares, treffen sich Vereine und die Kaller Bevölkerung zum gemütlichen Beisammensein am Feuer unter dem Maibaum neben dem Hallenbad.

Höhepunkt der Mai-Feierlichkeiten ist der große Umzug am Montag, 1. Mai, um 13 Uhr. Vom Maiplatz aus wird der Maikönig in einer Kutsche und unter Begleitung aller Maipaare und der Musikkapelle Kall  zum Haus der Maikönigin gefahren, wo auch Bürgermeister Hermann-Josef Esser und Ortsvorsteher Stefan Kupp dem Königspaar ihre Aufwartung machen. Nach einem Umtrunk und einem Walzertanz des Königspaares startet der Festzug zum traditionellen Maiball im Saal Gier. Des Geloog hofft, dass sich auch die Kaller Bevölkerung wieder rege an den Maifeierlichkeiten beteiligt. (Reiner Züll)

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Tourismus

Der Ahrtal-Tourismus als Impulsgeber und Projekt-Koordinator hat seine Hausaufgaben gemacht

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Tourismuskonzept: Ideenkatalog vorgestellt – Sachstandsbericht bei Mitgliederversammlung des Ahrtal-Tourismus. Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung des Ahrtal-Tourismus stand der Sachstandsbericht zum Tourismuskonzept 2025 Ahrtal ganz oben auf der Tagesordnung. Vorsitzender Christian Lindner begrüßte die Versammlung und berichtete: „Der Ahrtal-Tourismus als Impulsgeber und Projektkoordinator hat seine Hausaufgaben gemacht und kann nun den Ideenkatalog aus der bisherigen gemeinsamen Arbeit mit Touristikern aus allen Kommunen und den touristischen Betrieben sowie unter Einbindung der Politik von Kommunen, Kreis und Land präsentieren.“

Bürgermeister Guido Orthen sprach in seinem Grußwort stellvertretend für die Kommunen der Ahrtal-Kooperation vom Tourismuskonzept als „Lichtblick“ für das Ahrtal. Zu Gast war auch Dr. Ralf Teepe vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, welches durch seine finanzielle Unterstützung die Konzeptentwicklung finanziell unterstützt.

Im Ideenkatalog finden sich Projekte und Maßnahmen wieder, welche in den vergangenen Monaten in den einzelnen Themenwerkstätten erarbeitet wurden und sich nach Empfehlung des Gutachters, der ift Freizeit und Tourismusberatung GmbH (ift) am besten dazu eignen würden, auf die erarbeiteten Ziele der Tourismusstrategie einzuzahlen. Zur Erinnerung: Als übergeordnetes Ziel wurde im vergangenen Jahr durch Befragung von Gästen und Einwohnern sowie durch Workshops in allen Ahrtal-Kommunen der folgende Leitgedanke zusammengefasst: Das Ahrtal soll DIE nachhaltige und innovative Natur- und Weinregion in Deutschland werden. Darüber hinaus soll das Ahrtal für ein starkes „Wir-Gefühl“, für Premium-Qualität und beste Gastlichkeit sowie für einen perfekten Lebensraum für alle Generationen und zufriedene Fachkräfte stehen. Das alles unter dem Aspekt „Nachhaltigkeit“.

Gutachter Jan-F. Kobernuß und seine Kollegin Katja Stefanis  von der ift stellten in ihrem gemeinsamen  Vortrag die möglichen Projekte und Maßnahmen vor, die insbesondere den Bereich Infrastruktur betreffen. Während sich hier zum einen naheliegende Maßnahmen wie die Aufwertung der Wanderwege, die Etablierung des Ahr-Radweges als Benchmark für Nachhaltigkeit und Qualität und die Ausweisung von Cross-Country-Strecken wiederfinden, gibt es für den Bereich Freizeit-Infrastruktur innovative Leitideen. Ein Grundgedanke ist, Bergerlebniswelten mit neuen Natur-Erlebnissen von überregionaler Strahlkraft zu schaffen. So wäre beispielsweise eine Hängebrückenverbindung zwischen dem Rotweinwanderweg und dem AhrSteig wünschenswert. Auch die Idee zum Skywalk am Rotweinwanderweg in Ahrweiler, der bereits schon einmal im Rahmen der Planungen zur abgesagten Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler im Gespräch war, sollte nach Empfehlung des Gutachters wieder aufgegriffen werden.

Unter dem Stichwort „Kultur, Museen“ sind die Ideen zu einem „ICCA – International Crisis Center Ahr“ als Wissenschafts- und Besucherzentrum sowie ein Flutmuseum aufgeführt. Für den Bereich Gesundheit stehen die Ahr-Thermen als Leitprojekt sowie die Attraktivierung des zentralen Kurbereichs in Bad Neuenahr ganz oben auf der Liste. Das Thema Ahrwein könnte sich beispielsweise in Ahrwein-Museumsstationen in den einzelnen Weinorten und Betrieben sowie in einer Gebiets-Vinothek wiederfinden. Die vorgestellten Projekte und Maßnahmen werden nun in einem nächsten Schritt von der ift auf Machbarkeit geprüft. Derzeit rechnet der Ahrtal-Tourismus damit, das abschließende Konzept Anfang Juli präsentieren zu können.

Geschäftsführer Christian Senk: „Wir als Ahrtal-Tourismus liefern das Konzept, das zur Erreichung unserer Ziele erforderlich wäre. Und das Bottom-Up, als Extrakt aus allen gemeinsamen Arbeitsschritten und mit Empfehlung externer Fachleute. Die Umsetzung von einzelnen Maßnahmen ist dagegen eine ganz andere Sache. Sie liegt bei den einzelnen Vorhaben-Trägern, die erst noch gefunden werden müssen, z.B. den Kommunen oder möglichen Investoren.“ Daher sei ein wesentlicher Punkt auch, wie mögliche Maßnahmen überhaupt finanziert werden könnten. „Hier benötigt das Ahrtal enorme Unterstützung, um zukünftig als Tourismusregion bestehen zu können“, sagt Senk. „Im Tourismus reicht Wiederaufbau langfristig nicht aus! Das Ahrtal muss sich mit Innovation und Nachhaltigkeit neu positionieren. Das geht nur mit neuen Angeboten und Maßnahmen!“ Nun müsse allerdings zunächst noch abgewartet werden, was die Machbarkeitsstudie der ift ergibt und dann heiße es ab Sommer: Wer macht was? Woher könnten Gelder kommen? Und welche Maßnahmen wären in ersten Schritten auch mit heutigen Mitteln bereits umsetzbar?

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung stellte der Geschäftsführer die Wirtschafts- und Marketingpläne des Ahrtal-Tourismus für 2023 vor. Zentraler Dreh- und Angelpunkt bleibt weiterhin die „We AHR open“-Kampagne. Hierzu gab es bereits ein Imagevideo sowie Clips geöffneter Betriebe, die über das Jahr weiter fortgeführt werden. Großflächige Außenwerbung und Spotify-Kampagnen stehen ebenfalls neu auf der Agenda, um einem breiten Publikum das Ahrtal als Tourismusregion trotz der Auswirkungen der Flut, nahe zu bringen. Ein weiteres Marketinginstrument ist das neue Ahrtal-Mobil, die rollende Tourist-Information mit vielen Infos und Produkten aus dem Ahrtal. Es hatte bereits erste Einsätze bei Events wie beispielsweise den Uferlichtern oder Messen wie der ADFC-Radtouristik und wird nun bei weiteren Anlässen sowohl regional als auch überregional für die Bewerbung des Ahrtals im Einsatz sein.

Besonderes Augenmerk liegt auch auf den Veranstaltungen und Events, die nach wie vor als Publikumsmagneten und Komm-Gründe funktionieren. Zum ersten Mal seit drei Jahren wird an Pfingsten der Weinmarkt der Ahr wieder Gäste anlocken. Das Ahrtaler Gipfelfest kehrt nach zurück auf die Gipfel des Ahrtals und bietet nach Corona- und Flutbedingter Pause erneut ein Vor-Ort-Programm an. Der AhrWeinWalk als im vergangenen Jahr neu aufgelegtes Wander- und Weinevent wird an Christi-Himmelfahrt weitergeführt.

Auch der Start der digitalen Gästekarte Bad Neuenahr-Ahrweiler zum 15. Mai war Thema in der Mitgliederversammlung. Sie bildet die technische Grundlage für eine Ahrtal-Card im Rahmen einer Ahrtal-App. Derzeit arbeitet der Ahrtal-Tourismus an der Entwicklung einer Progressive Web App, um das Thema Digitalisierung im Tourismus weiter voran zu bringen.

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Stolberger Sportgutschein geht in die zweite Runde

Stolberg – Über 2000 Grundschulkinder erhalten ab dem 24. April ihren neuen Sportgutschein. Das Prinzip bleibt altbewährt: Die Kinder können sich aus der Broschüre einen der teilnehmenden Vereine aussuchen. Beim ersten Training geben sie den Gutschein beim Verein ab, der diesen wiederum beim Stadtsportverband zur Auszahlung einreicht. Die Kinder erhalten mit dem Gutschein in aller Regel eine kostenlose Jahresmitgliedschaft im ausgewählten Sportverein.

„Der Sportgutschein ist damit eine Win-Win-Situation: Er fördert die sportliche Aktivität der Kinder unabhängig vom Geldbeutel der Eltern und fördert gleichzeitig die Jugendarbeit der Vereine“, erklärt Bürgermeister Patrick Haas.

Insgesamt beteiligen sich in diesem Jahr 17 Vereine an dem Sportgutschein. Von Fußball über Handball, Tennis, Radsport, Kampfsport, Tischtennis, Turnen, Schwimmen, Tanzsport und Handball bis hin zu Schach ist ein breites Bündel an Sportarten vertreten. Das Angebot gilt noch bis zu den Sommerferien.

Bürgermeister Haas betont die soziale und gesellschaftliche Bedeutung des Projektes: „Der Sportgutschein für Grundschulkinder war nicht umsonst schon im Wahlkampf eines meiner Herzensthemen. Aus meiner eigenen Lebensgeschichte weiß ich sehr gut, dass Sport und Bewegung für die soziale, gesundheitliche und körperliche Entwicklung eines Kindes eine enorme Bedeutung haben.“

Die erste Ausgabe des Sportgutscheins vor zwei Jahren wurde von nur sehr wenigen Grundschulkindern genutzt. Das lag jedoch nicht am mangelnden Interesse, sondern an dem wenige Tage nach der Gutscheinverteilung verhängten Corona-Lockdown. „In diesem Jahr“, so der Bürgermeister, „bin ich davon überzeugt, dass wir mit diesem Angebot viele Kinder für unsere Sportvereine begeistern können.“

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Bistum Trier – Heilig-Rock-Tage am heutigen Freitag starten mit Gottesdienst

Region/Trier – „Wer gute Gründe hat zu glauben, dass es über das Hier und Heute hinaus eine Zukunft gibt, wird auch Kraft für die Gegenwart gewinnen.“ Mit diesem mutmachenden Wort hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am heutigen Freitag, 21. April die Heilig-Rock-Tage 2023 eröffnet. Sie stehen unter dem Leitwort „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“. Sicher frage sich manch einer, ob man angesichts der Weltlage, aber auch der Situation im Bistum Trier überhaupt ein Bistumsfest feiern könne, sagte Ackermann. Es sei jedoch möglich, weil es nicht um ein Fest gehe, „das wir uns ausgedacht hätten. Wir feiern den Tag, die Tage, die Gott gemacht hat: Tage, die auch dem Dunklen und den Abgründen des Lebens standhalten; weil Gottes Sohn aus dem tiefsten Leid, dem Tod, errettet worden ist“.

Das Leitwort, das dem „Trostbrief“ des Propheten Jeremia an das Volk Israel in der babylonischen Verbannung entstammt, wolle „Mut und Hoffnung“ geben, betonte der Bischof. Beides sei nötig angesichts der Kriegs- und Krisensituationen auf der Erde, angesichts der unübersehbaren Herausforderungen des Klimawandels. Er denke aber natürlich auch „an unser Bistum, das in den letzten Tagen – wie schon so oft in den letzten Jahren – bittere Nachrichten zu verkraften hat, die uns allen an die Nieren gehen“.

Da tue eine solche Zusage wie das Prophetenwort gut – oder werde vielleicht auch als zu vollmundig empfunden, fragte Ackermann. Damals stimmte Jeremia auf eine lange Zeit des Exils ein und forderte die Israeliten auf, die Situation anzunehmen, nicht auf schnelle Veränderung zu schielen und nicht der „guten alten Zeit“  nachzutrauern. In die heutige Zeit übersetzt, bedeute das Wort: „Geht konstruktiv und positiv mit der Situation um. Auch in dieser Situation wird Gott bei euch sein.“ Das verhindere nicht, dass die Gegenwart schwer und belastend sei, beschäme und traurig mache. „Aber wir wissen, wie sehr wir im Hier und Heute immer auch leben vom Blick auf das, was wir erwarten dürfen.“

Es brauche also keine große Fantasie, um zu entdecken, dass das diesjährige Leitwort der Heilig-Rock-Tage ein „gutes und herausforderndes Wort“ sei: „Es fordert uns heraus, die Situation anzunehmen, in die wir als gläubige Gemeinschaft gestellt sind.“ Es fordere heraus, nicht in Selbstmitleid zu versinken oder den „vermeintlich glorreichen Zeiten der Vergangenheit“ nachzutrauern. „Es fordert uns heraus, an Gottes Gegenwart zu glauben.“ Dafür sei der Heilige Rock ein Symbol. Die Tunika Christi verweise über sich hinaus auf das Leben und die Zukunft, die Gott schenkt.

Auch der Exarch der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche in Deutschland, Bischof Bohdan Dzyurak, feierte den Gottesdienst mit. Ackermann sagte, die Gottesdienstgemeinde sei den griechisch-katholischen Gläubigen „hier bei uns wie auch allen Menschen in der Ukraine, die nach wie vor unter dem schrecklichen Krieg leiden, in Gebet und Solidarität“ verbunden. Besonders begrüßte der Bischof im Gottesdienst neue Bistums-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter.

Zu den Konzelebranten gehörte der Aachener Bischof und frühere Trierer Weihbischof Dr. Helmut Dieser, der auch beim Abendlob am Eröffnungstag mitwirkte. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Speyerer Domsingknaben unter Leitung von Domkantor Joachim Weller sowie als Kantor Domkapellmeister Thomas Kiefer und Josef Still und Ulrich Krupp an den Orgeln.

Das Bistum Trier feiert vom 21. bis 30. April die Heilig-Rock-Tage. Das Bistumsfest steht bei seiner 23. Auflage unter dem Leitwort „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“; Pilgerinnen und Pilger, verschiedene Zielgruppen und alle Interessierten sind zu einem bunten Programm aus Gottesdienst und Gebet, Kunst und Kultur, inhaltlicher Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen sowie Begegnung und Austausch eingeladen. Das Programm ist unter www.heilig-rock-tage.de zu finden.

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„App durch die Eifel“- Symbolische Übergabe des neuen Mitfahrportals für den Eifelkreis an Landrat Kruppert

Bitburg – Als ländlich geprägter Raum ist im Eifelkreis Bitburg-Prüm die individuelle Mobilität immer noch stark mit dem Auto als primäres Verkehrsmittel verknüpft. Im Jahr 2014 hat die Verbandsgemeinde Speicher und ihre Arbeitsgruppe zur Mobilität im ländlichen Raum damit begonnen, alternative Mobilitätsangebote zu schaffen und eine Reihe türkisfarbener „Mitfahrbänke“ aufgestellt. Diese Mitfahrbänke und ihre (analogen) Anzeigetafeln ermöglichen es Einwohnern und Reisenden, passierenden Fahrern ihren Mitfahrwunsch und ihre Fahrziele anzuzeigen. Auf diese Weise leisten die mittlerweile 32 Bänke schon jetzt einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und dem gesellschaftlichen Miteinander im Eifelkreis.

Um das Angebot der Mitfahrerbänke für die Bürgerinnen und Bürger im Eifelkreis noch zugänglicher zu machen und zu erweitern, wurde eine Web-Applikation entwickelt, welche Fahrtanbieter und Mitfahrsuchende digital verknüpft. Die Anwendung soll insbesondere die Planbarkeit und Flexibilität des Mitfahrbank-Konzeptes nachhaltig verbessern und über die Mitfahrbänke hinaus als neue Mitfahrplattform im Eifelkreis etabliert werden.

So ist es innerhalb der App beispielsweise möglich, Mitfahrten auch von anderen Orten abseits der traditionellen Mitfahrbänke zu organisieren, z.B. von Bushaltestellen oder Mitfahrparkplätzen. Eine intuitive Nutzeroberfläche mit einer übersichtlichen Kartendarstellung und Routingfunktion machen die App auch für den technisch wenig versierten Anwender leicht bedienbar. So soll die Anwendung Anbieter und Suchende noch unkomplizierter und zuverlässiger zusammenbringen.

Möglich gemacht hat diese digitale Umsetzung die finanzielle Unterstützung der Toyota Mobility Foundation, welche sich bereits in der Vergangenheit im Eifelkreis engagiert hat.

Begleitet wurde die Programmierung der Firma DevLabor von Mitarbeitern der VGV Speicher und des dort gegründeten Arbeitskreis Mobilität, der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm sowie des Verkehrsverbund Region Trier. Betreiber der „App durch die Eifel“ wird die Kreisverwaltung sein.

Mit der Präsentation während der Veranstaltung „So geht Klimaschutz im Eifelkreis“ am 20.04.2023 in der Stadthalle Bitburg haben alle Bürgerinnen und Bürger zum ersten Mal die Möglichkeit, sich ohne viel Aufwand zu registrieren und Mitfahrgelegenheiten einzustellen bzw. zu nutzen. Landrat Andreas Kruppert: „Die App-durch-die-Eifel wird einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens im Eifelkreis und damit zum Klimaschutz leisten. Für die Mobilitätsmöglichkeiten im Eifelkreis bietet diese Lösung einen interessanten Mehrwert. Ich freue mich auf viele Nutzerinnen und Nutzer.“

Weitere Informationen zur Anwendung und Handhabung werden auf dem Klimaschutzportal des Eifelkreises (https://bitburg-pruem.klimaschutzportal.rlp.de) veröffentlicht.

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„Clever mobil“ wird auf die Städteregion Aachen ausgeweitet

Aachen – Vor drei Jahren ins Leben gerufen, folgt jetzt der nächste große Schritt: Das Programm „Clever mobil“ wird auf die Städteregion Aachen ausgeweitet, um über die Stadtgrenzen Aachens hinaus Fahrt aufzunehmen. Initiiert wurde es ursprünglich unter dem Namen „Aachen clever mobil“ von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen und der Stadt Aachen. Mittlerweile haben sich dem Netzwerk 20 Unternehmen aus dem Stadtgebiet Aachen mit rund 25.000 Beschäftigten angeschlossen, um ihre betriebliche Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Ziel ist es, die Nutzung des ÖPNV, des Fahrrads und weiterer nachhaltiger Alternativen zu stärken sowie Fahrten des motorisierten Individualverkehrs zu vermeiden, zu verlagern und zu bündeln.

Sibylle Keupen, Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen, ist von „Clever mobil“ überzeugt: „Obwohl das Erfolgsprojekt von der Europäischen Union und dem Land NRW nicht mehr gefördert wird, ist es uns so wichtig, dass wir es weiterführen und verstetigen wollen. Wir haben die programmeigene Webseite www.go-clever-mobil.de erstellen lassen, um das entstandene Netzwerk noch besser bewerben zu können, den gemeinsamen Charakter zu unterstreichen und den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität zu beschleunigen. Die Webseite soll zur zentralen Anlaufstelle für ‚Betriebliches Mobilitätsmanagement‘ in der Region Aachen werden. Dieses Programm ist die perfekte Ergänzung zum Netzwerk ‚Regionale Mobilitätswende‘ (NEMORA). Die 3. Regionale Mobilitätskonferenz in Alsdorf ist der passende Anlass, die Fortführung bekannt zu geben.“

Um die Unternehmen bestmöglich zu beraten, analysiert das Programmbüro „Clever mobil“, wo Mitarbeitende wohnen und befragt sie zu ihrem Mobilitätsverhalten. So werden Pendlerbewegungen erfasst, aus denen wiederum Handlungsempfehlungen für die Unternehmen abgeleitet werden.

Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier sieht die Ausweitung von „Clever mobil“ als wichtigen nächsten Schritt der Mobilitätswende: „Die Erreichbarkeit von Gewerbestandorten und das Realisieren von attraktiven Alternativen für Pendlerinnen und Pendler sind für eine zukunftsfähige Mobilität im Zusammenspiel zwischen dem Oberzentrum Aachen und den Städten und Gemeinden der Städteregion Aachen eine zentrale Aufgabe in der Mobilitätswende.“

Wie wichtig eine intelligente Steuerung von Verkehrsströmen ist, unterstreicht Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen: „Die Mobilitätswende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Auf dem Weg zur Arbeit kann jeder einen Beitrag dazu leisten.“ Vor allem mit Blick auf die bevorstehende Sperrung der A544 und den Neubau der Haarbachtalbrücke seien gute betriebliche Mobilitätskonzepte unerlässlich, um dem drohenden Verkehrskollaps entgegenzusteuern. „Genau da setzt ‚Clever mobil‘ an“, betont Bayer.

Als neue Kernpartner sind nun auch die Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG (ASEAG) und der Aachener Verkehrsverbund (AVV) mit im Boot. „Wir wollen als regionaler Mobilitätsdienstleister unser Know-how und unsere Erfahrung in das Projekt einbringen. Mitarbeitende der teilnehmenden Unternehmen haben im Rahmen der Mobilitätstestwochen die Chance, Alternativen zum Pkw über die Mobilitäts-App movA kostenfrei zu testen“, sagt Dr. Kathrin Driessen, Bereichsleiterin Mobilität und Qualität bei der ASEAG. Im vergangenen Jahr wurden über „Clever mobil“ knapp 2.000 Testmöglichkeiten – von ÖPNV-Tickets über Pedelecs bis hin zu E-Autos und E-Scootern – vermittelt.

„Wir freuen uns, wenn moderne, umweltbewusste Unternehmen auch die klimafreundliche Mobilität ihrer Mitarbeitenden fördern – auf dem Weg zur Arbeit und auch in der Freizeit. Das neue Deutschland-Jobticket im AVV bietet hier eine der besten und zugleich kostengünstigsten Optionen. Gemeinsam mit unserem Partner ASEAG beraten und unterstützen wir Betriebe bei der Einführung des Jobtickets“, sagt Hans-Peter Geulen, Geschäftsführer des AVV.

„Clever mobil“ richtet sich an alle Unternehmen aus Aachen und der Städteregion. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen inklusive Ansprechpartner zum Programm sind unter www.go-clever-mobil.de aufbereitet.

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Einzigartiger Rettungswagen für den Kreis Düren – Mit Wasserstoff Menschenleben retten

Düren – Landrat Wolfgang Spelthahn und Franz Baus, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens, haben einen „Letter of Intent“, also eine Absichtserklärung, für die Fertigung eines mit Wasserstoff betriebenen Rettungswagens im Rettungsdienst des Kreises Düren unterzeichnet. Damit sollen ganz neue Wege bestritten werden.

„Ein Wasserstoff-Rettungswagen sendet genau das richtige, sichtbare Signal an die Öffentlichkeit. Wenn wir einen mit Wasserstoff betriebenen Rettungswagen auf die Straßen des Kreisgebietes bringen, dann sehen die Menschen, dass diese Antriebsform in der alltäglichen Praxis funktioniert“, schilderte Landrat Wolfgang Spelthahn bei der feierlichen Unterzeichnung der Erklärung im Forum Seen & Entdecken des Kreises Düren. Er fügte hinzu, dass die Vorzüge schnell erlebbar werden müssten und schwere Nutzfahrzeuge sich besonders für die Nutzung von Wasserstoff eignen würden. Wo könnte das besser gelingen, als in der Wasserstoff-Modellregion, dem Kreis Düren?

Während zum Fuhrpark des Rettungsdienstes des Kreises Düren schon jetzt ein kleines Wasserstoff-Fahrzeug gehört, steht nun ein Wasserstoff-Rettungswagen im Fokus – ein landesweit außergewöhnliches Pilotprojekt. Dafür wird das Fahrgestell von der Firma Quantron angepasst, der Rettungswagen-Koffer von der Firma B.A.U.S. ausgebaut, ein Patiententragesystem von der Firma Stryker konzipiert und die MAXIS-Gruppe überblickt in enger Zusammenarbeit alle technischen Komponenten. Der Rettungsdienst des Kreises Düren unterstützt die gesamte Umsetzung und Realisierung des Projektes.

Neben den Vorgaben, die ein Rettungswagen erfüllen muss, gibt es gewisse Parameter, wie beispielsweise eine andere Kühlung des Wasserstoffs, die beim Bau des neuen Wasserstoff-Rettungswagens eine große Rolle spielen. „Wir befinden uns auf einem spannenden Weg und die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs steht bei uns an erster Stelle. Wir bauen den Rettungswagen der Zukunft und müssen gleichzeitig noch am Produkt lernen“, erklärt Franz Baus. Die Fertigstellung des Wasserstoff-Rettungswagens soll möglichst schnell erfolgen.