Kategorien
Top-Themen

„Frühere Eifelhöhen Klinik Marmagen in 72 Stunden einsatzbereit“

Kreis Euskirchen/Marmagen, 04.09.2020  – Corona-Notfallpläne für die frühere Eifelhöhenklinik Marmagen vorgestellt: Covid-19-Patienten mit leichten Symptomen und nicht infizierte Kranke sollen getrennt voneinander behandelt werden – Zweites Testzentrum neben Mechernich – Ambulante Pflege – 142 Betten plus 30 provisorische Zimmer, die das THW in der Turnhalle einrichten könnte.

„Hoffentlich wird das nie der Fall sein“, hoffte Manfred Poth, der Allgemeine Vertreter von Landrat Günter Rosenke bei einem Ortstermin in der früheren Reha-Klinik in seinem Heimatort, bei dem unter anderem Ex-Kreisbrandmeister und Rettungsdienstchef Udo Crespin, der Mechernicher Hausarzt Frank Gummelt, DRK-Einsatzleiter Stephan Schmitz und THW-Chef Daniel Schwarzer erläuterten, wie sie die Eifelhöhenklinik im Notfall binnen 72 Stunden wieder in Betrieb nehmen wollen.

Der Arzt Frank Gummelt (r.) gibt Auskunft über das im Notfall geplante neben Mechernich kreisweit zweite Corona-Testzentrum in Marmagen. Bereits 15 Ärzte haben sich für dessen Betrieb prophylaktisch freiwillig gemeldet. Foto: Zimmermann/DRK/pp/Agentur ProfiPress

Nur im Katastrophenfall

Wie soll die Klinik konkret genutzt werden, wenn der Kreis Euskirchen und die Region Aachen, Bonn und Köln von der befürchteten zweiten Corona-Welle überrollt werden, fragt sich der Redakteur Bernd Zimmermann in den Tageszeitungen „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Kölnische Rundschau“.

Nun: Es sollen dort Covid-19-infizierte Patienten mit leichten Symptomen sowie nicht infizierte Personen getrennt voneinander behandelt werden. Auch könnte neben Mechernich eine zweite Teststelle eingerichtet werden.

„Was passiert, wenn die bestehenden Systeme aus Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen an den Rand des Kollaps geraten?“, fragt sich Bernd Zimmermann weiter: Dann treten ehrenamtliche Kräfte der „nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr“ in Aktion, unter anderem DRK, Malteser, Johanniter, DLRG, THW und die Feuerwehren.

Neben den professionellen Katastrophenschützern aus der Kreisverwaltung Euskirchen sind dann auch die Bundeswehr und die Stiftung EvA aus Schleiden, die DRK-Schwesternschaft sowie die Ärzteschaft mit im Boot. Wie Manfred Poth erläuterte, soll dieses Einsatzszenario aber erst im Katastrophenfall aufgerufen werden.

Die ehemalige Rehaklinik, so Poth, sei laut Kreistagsbeschluss als Entlastungseinrichtung für stationäre medizinische Betreuung, stationäre und ambulante Pflege und gegebenenfalls auch ambulante medizinische Versorgung angemietet worden.

Wie der Kreis die Corona-Krise bei stark steigenden Infektionszahlen bewältigen will, und welche Organisationsstrukturen dahinterstehen, erläuterte Martin Fehrmann, Leiter der Abteilung 38, die für die Gefahrenabwehr im Kreis Euskirchen zuständig ist.

Der Krisenstab des Kreises müsse dafür sorgen, dass für das Alltagsgeschäft von Feuerwehr und Rettungsdienst trotz der steigenden Anforderungen durch Corona ausreichend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Genauso müsse aber auch der durch die Pandemie erhöhte Personal- und Materialbedarf sichergestellt werden, so Fehrmann.

142 Betten, Nasszellen, EKG

Kreisbrandmeister Peter Jonas erläuterte, dass der Kreis mit Hilfe seines Krisenstabes versuche, zur Bewältigung der Krise den bestmöglichen Rahmen zu schaffen. Da gebe es Fachberater, etwa im Gesundheitsamt, oder technischen Input, der vom Technischen Hilfswerk oder über das Verbindungskommando der Bundeswehr geleistet werden könne.

Der ehemalige Kreisbrandmeister Udo Crespin erläuterte, warum die Katastrophenschützer im Kreis die leerstehende Reha-Klinik ins Zentrum ihrer Pandemie-Planungen genommen haben. Dort gebe es einen intakten Gebäudekomplex mit kompletter Einrichtung, also eingerichteten Einzelzimmern nebst Nasszellen und 142 Betten, eine medizinische Abteilung mit Ultraschall sowie EKG und die Möglichkeit, das Personal unter Einbeziehung von Synergieeffekten ressourcen-schonend einzusetzen.

„Wir können unsere Helfer nicht mehrfach verplanen. Wir müssen versuchen, sie effektiv einzusetzen“, so Crespin. Er zeigte auf einer Videowand, wie die Eifelhöhen-Klinik als Krankenhilfe- und Pflegehilfe-Einrichtung für nicht an Corona erkrankte Patienten und Pflegebedürftige genutzt werden könnte.

Zudem gebe es in einem vorgelagerten Trakt ein Test- und Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten, das von der Kreisärzteschaft betrieben werden soll. Crespin stellte klar, dass das bisherige System im Kreis zu keiner Zeit an die Belastungsgrenze gelangt oder unter Volllast gefahren worden sei. Man müsse jedoch für den Fall planen, in dem durch ein rasantes Ansteigen von Fallzahlen Überbelastungen aufträten.

Rotes Kreuz federführend

Als Kooperationspartner hat der Kreis für den Betrieb der Krankenhilfe-Einrichtung in Marmagen das Rote Kreuz (DRK) im Kreis Euskirchen gefunden. DRK-Bereitschaftsleiter Stefan Schmitz erläuterte, seine ehrenamtlichen Mitarbeiter seien geschult im Umgang mit Kranken. Sobald die Einrichtung ans Netz gehe, werde die Verpflegungseinheit des DRK die Versorgung der Menschen übernehmen.

Als Partner für die Pflegehilfe-Einrichtung stellte Malte Duisberg von EvA, der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, seine Organisation vor. EvA werde dann kurzfristig einen weiteren Pflegestützpunkt in Marmagen eröffnen. Man suche aber noch Freiwillige, die man für den Katastrophenfall schule.

Vor der anschließenden Besichtigung des Gebäudekomplexes verteilten Mitarbeiter FFP-2-Masken an alle Besucher. Denn man werde den Mindestabstand nicht überall einhalten können, hieß es. Im Nebentrakt, so Frank Gummelt, werde ein Test- und Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten eingerichtet.

15 Ärzte freiwillig gemeldet

Dafür hätten schon 15 Ärzte ihre Bereitschaft zur Teilnahme erklärt. In der Turnhalle, so der Schleidener THW-Ortsbeauftragte Daniel Schwarzer, könne man mit Abtrennwänden binnen 48 Stunden 30 beleuchtete Kabinen für Patienten installieren. Den Strom beziehe man über das Netz der Reha-Klinik oder im Bedarfsfall durch Aggregate.

Im Bettenhaus sahen die Gäste ein komplett eingerichtetes Krankenzimmer mit Bett, Matratze, Mobiliar und TV. Auf den Stationen gibt es in einzelnen Räumen noch die Möglichkeit, Besprechungen abzuhalten oder Funkmeldeempfänger aufzuladen. „Das ist alles komplett ausgestattet und muss nicht erst mühevoll eingerichtet werden. Die Einrichtung ist mit einer Vorlaufzeit von 48 bis 72 Stunden einsatzbereit“, konstatierte der Rettungsexperte Udo Crespin.

Die NRW-Landesregierung, so Manfred Poth, habe das Projekt Eifelhöhen-Klinik genehmigt. Die nur für den Katastrophenfall vorgesehene Krankenhilfe- oder Pflegehilfe-Einrichtung stehe auch für benachbarte Landkreise oder die Städteregion Aachen im Bedarfsfall zur Verfügung. Diese müssten dann aber ihr eigenes Personal mitbringen. Denn das könne der Kreis nicht für andere Gebietskörperschaften vorhalten, so Poth.

Kategorien
Wirtschaft

Hinterland GmbH aus Oberzissen fertigt Möblierung für Talksendung von Maybrit Illner

Oberzissen, 04.09.2020 – Im Januar 2020 startete Maybrit Illner ihre ZDF-Talk-Sendung im neuen Studio-Design. Das mittelständige Unternehmen Hinterland GmbH aus Oberzissen hat dafür die Möblierung im Studio hergestellt und nach Berlin geliefert.

Geschäftsführer Andreas Strebel erklärt Bürgermeister Johannes Bell (rechts) und Ortsbürgermeister Christof Bürger (links) am Mustertisch die einzelnen Fertigungsschritte für den Studiotisch von Maybrit Illner.
Bild: Verbandsgemeinde Brohltal

Bürgermeister Johannes Bell, Oberzissens Ortsbürgermeister Christof Bürger und Wirtschaftsförderer Peter Engels besuchten jetzt das Unternehmen, um sich vor Ort über das Projekt zu informieren. Geschäftsführer Andreas Strebel empfing die Besucher und stellte dabei das junge und kreative Unternehmen vor und gab einen Einblick in das Projekt „Studiomöblierung Maybritt Illner“.

„Trotz voller Auslastung hat unser Unternehmen den Auftrag in vorgegebener Zeit erledigt“, so Andreas Strebel. Ein Tisch aus Mineralwerkstoff gefertigt mit über 2 Meter Durchmesser ist das Herzstück des Studios. Auf dem großen beleuchteten Podest kommt das besondere Möbelstück hervorragend zur Geltung. Ergänzend wurden dazu noch eine Reihe von Einzeltischen und ein Loungetisch für Sondersitzungen hergestellt. Der zentrale Tisch misst an seiner stärksten Stelle 40 Millimeter und die Tischkante läuft zum Rand hin auf 10 Millimeter aus. „Bei so einer filigranen Form war die besondere Herausforderung, die Aussteifung hinzubekommen. Wir mussten uns da Stück für Stück rantasten“, berichtet Andreas Strebel. Der Auftrag hat dem Hinterland-Team neben der Perfektion bei der Herstellung auch logistische Herausforderungen abverlangt. Es stand ein fester Termin für die Endabnahme in Berlin von Anfang an im Kalender. Die komplette Studioausstattung wurde mit einem 40-Tonner LKW in maßgeschneiderten Transportboxen in das Studio nach Berlin gebracht. Die Montage in Berlin war kein Problem mehr und die Abnahme erfolgte ohne Mängel. Jetzt erstrahlt jeden Donnerstag – Abend die Polittalkrunde im ZDF an einem besonderen Tisch „Made im Brohltal“.

Im Jahr 2015 siedelte sich das Unternehmen Hinterland GmbH in den Räumlichkeiten des ehemaligen Fensterbaubetriebes Krischer in Oberzissen an. Hier führt das Unternehmen die Tradition der Entwicklung von Innovationen weiter und widmet sich der Herstellung designorientierter und hochwertiger Möbel.

Aus der eigenen Ideenschmiede von Hinterland entstehen so Unikate und Serienmöbel aus den Werkstoffen Holz, Mineralwerkstoff und Designmaterialien die aus Holzwerkstoffen bestehen. Dabei kommt modernste Software und Technik in der Auftragsvorbereitung und Produktion, wie 3D Simultanfräsen mit einer 5-Achs CNC Robot Maschine zum Einsatz. Durch diese Technologie besteht die Möglichkeit Kundenwünsche 1 zu 1 zu zeichnen zu visualisieren und herzustellen.

Das Produktspektrum von Hinterland umfasst neben den Sonderanfertigungen für Studio-Designs auch Küchen, Badmöbel, Ladenbau und Ausstellungsmöbel für Messen.

Bürgermeister Johannes Bell, Ortsbürgermeister Christof Bürger und Wirtschaftsförderer Peter Engels zeigten sich begeistert und beeindruckt von dem besonderen Auftrag des Oberzissener Unternehmens, welches zurzeit sieben Mitarbeiter, davon ein Holzmechaniker in Ausbildung, beschäftigt. Mit Stolz stellten die Beteiligten fest, dass regelmäßig ein großes Publikum auf ein besonderes Produkt „Made im Brohltal“ schaut und gratulierten zu dem gelungenen Werk. Für die Zukunft wünschten sie dem Unternehmen den Zuschlag für weitere innovative Aufträge bei ähnlichen Projekten, um die sich das Unternehmen derzeit bewirbt.

Kategorien
News

Neurologie im Mayener Krankenhaus wird ausgebaut

Mayen, 04.09.2020 – Die Klinik für Innere Medizin in Mayen hat Verstärkung bekommen. Seit 1. August ist der Neurologe und Sozialmediziner Dr. Marcus Mondroch dort tätig. Der 47-jährige Facharzt verstärkt als Leiter der Sektion für Neurologie und Oberarzt der Inneren Klinik das Team der Akutgeriatrie. Bis zu seinem Wechsel in das St. Elisabeth war der gebürtige Dortmunder im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Katholischen Klinikums Koblenz bereits ambulant in Mayen tätig.

Eine eingehende neurologische Untersuchung ist für Dr. Marcus Mondroch die Grundlage seiner Arbeit in der Geriatrie. Die leitende Oberärztin der Abteilung, Dr. Jeni Alecu, freut sich über die fachliche Unterstützung. Foto: GK Mittelrhein/St. Elisabeth Krankenhaus Mayen

Sein Wissen rund um mehr als 100 Milliarden Nervenzellen, die unsere Bewegung, unsere Sprache, unser Denken und Fühlen steuern, kommt somit vielen Patienten im St. Elisabeth zugute. Ziel ist die Schaffung eines neurogeriatrischen Schwerpunktes innerhalb der Akutgeriatrie in Mayen. „In der Altersmedizin sind fast die Hälfte der Diagnosen neurologisch-psychiatrisch. Daher braucht die Geriatrie einen interdisziplinären Ansatz unter Beteiligung verschiedener Fachrichtungen und dazu gehört auch die Neurologie“, so der dreifache Familienvater.

Dr. Marcus Mondroch verfügt zudem über eine Ermächtigung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, so dass auch eine ambulante Behandlung von neurologischen Erkrankungen im St. Elisabeth möglich ist. „Es war mir ein persönliches Anliegen, die ambulante Versorgung von neurologischen Patienten in Mayen und Umgebung, nach dem Wegfall der Zweigpraxis des MVZ Katholisches Klinikum Koblenz, zumindest in Teilen weiter sicherzustellen.“

 

Kategorien
News

Standortbedeutende Sportstätte für die Region fertiggestellt

Daun, 04.09.2020 – Vergangenen Freitag wurden die umfassenden Erneuerungsarbeiten an der Tartanbahn im Dauner Wehrbüsch-Stadion unter Beteiligung zahlreicher Vertreter aus den Schulen der Region, aus der Stadt Daun, der Verbandsgemeinde Daun, des Landrates, der Firma Cordel-Bau aus Wallenborn und des TUS 05 Daun e.V. feierlich ihrer Bestimmung übergeben.

Der 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Otmar Monschauer hat es in seiner Begrüßung betont. Die Verbandsgemeinde Daun ließ sich die Erneuerung mehr als eine dreiviertel Million Euro kosten. Das Land hat die Erneuerung mit knapp 200.000 Euro bezuschusst. Die Nutznießer dieser phantastischen, neuen Sportanlage sind die Kita’s, die Schulen der Region in und um Daun, der TUS 05 Daun e.V. und benachbarte Sportvereine.

Wie sind die Zeiten ändern zeigt sich ganz deutlich bei den Kosten. 1991 kostet der erste Tartanbelag noch 776,000 DM. Das Land bezuschusste damals den Neubau mit 442.000 DM, der Landkreis mit 208.000 DM. Heute kostet der Belag fast das Gleiche in Euro. Das Land gibt fast das Gleiche in Euro als Zuschuss. Nur der Landkreis hat sich dieses Mal nicht an den Kosten beteiligt. Durch die Umwelteinflüsse und Benutzung war die Beschichtung der alten Kunststoffbahnen nach fast 30 Jahren verschlissen. Darüber hinaus hatte sich der Kunststoffbelag in einigen Bereichen von dem darunter liegenden Asphalt gelöst und es hatten sich Risse im Kunststoff gebildet.

Sportstättenbau-Spezialist Firma Cordel aus Wallenborn hatte die Ausschreibung gewonnen. Firma Cordel ist spezialisiert für den Bau von Kunstrasenplätzen und Tartanbahnen. Die „TechniSat-Arena“ mit dem Kunstrasenplatz in direkter Nachbarschaft zum Wehrbüsch-Stadion wurden ebenfalls von Firma Cordel errichtet.

Baubeginn war Ende März 2020. Der alte Tartanbelag wurde in Bahnen herausgefräst. Die 400 Meter Laufstrecken und die Halbkreisflächen hinter den Toren wurden vollständig ausgetauscht. Auch der Einbau einer neuen Rasenfläche hat sich während der Bauphase angeboten. Bedingt durch Corona und Co. hat sich die Eröffnung der Sportanlage um etwa drei Monate verzögert. Aber jetzt ist sie fertig und kann wieder bespielt werden.

Landrat Heinz-Peter Thiel: „Wer hat’s erfunden? Die Schweitzer haben es erfunden“. Die erste Tartanbahn in Europa wurde 1968 im Stadion Letzigrund in Zürich eingebaut. Die Tartanbahn im Dauner Wehrbüsch-Stadion ist nach der Erneuerung bereits der zweite Belag dieser Art Kunststofflaufbahnen im Wehrbüsch-Stadion, wusste der Landrat bei seinem Grußwort zu berichten. Thiel: „Das Wehrbüsch-Stadion ist eine standortbedeutende Sportstätte für die Region“. Als Schulträger der Gymnasien im Landkreis ist das Wehrbüsch-Stadion für uns sehr wichtig.

Die neue Kunststoffbahn („Tartanbahn“ genannt) wird in der Leichtathletik vor allem für Lauf- und Sprungwettbewerbe genutzt. Im Dauner Wehrbüsch-Stadion wurden die beiden Halbkreissegmente hinter den Fußballtoren aus dem glichen Material für die Nutzung als Kleinspielfelder für Basketball, Volleyball und andere Ballsportarten installiert.

Die Laufbahnen – sechs an der Zahl – durften eine maximale Längenabweichung von zwei Zentimeter nicht übersteigen. Auf den Geraden sind es sieben Laufbahnen.  Auch musste die Höhennivellierung exakt neu ausgerichtet sein, um den Vorschriften des internationalen Leichtathletikverbandes voll und ganz gerecht zu werden.

Kategorien
News

Gemeinschafts-Ausstellung im Rathaus Kreuzau vom 1. September bis 30. Oktober 2020

Kreuzau, 04.09.2020 – 40 beeindruckende Bilder der drei Künstlerinnen Iwona Mattern, Nicoline Rieck und Monika Klumb sind in der Ausstellung „Malerei im Rausch der Fantasie und Wirklichkeit“ im Kreuzauer Rathaus bis zum 30. Oktober 2020 während den Öffnungszeiten zu besichtigen.

Die drei Künstlerinnen sind Schülerinnen von der Malerin Marie-Luise „Malu“ Klein, die seit über 30 Jahren an der VHS Rur-Eifel in Düren sowie in Belgien, Österreich und in der Schweiz Malerei unterrichtet. Im Atelier in Soller sind Iwona Mattern, Nicoline Rieck und Monika Klumb seit vielen Jahren Frau Kleins Stammgäste. Im Rathaus Kreuzau präsentieren die drei nun, was sie von ihrer erfahrenen Kursleiterin gelernt haben. Sie zeigen, in verschiedenen Maltechniken auf Leinwand gebracht, eine Auswahl an floralen Bildern, faszinierenden Tiermotiven, beeindruckenden Landschafts- und Portraitbilder sowie abstrakte Motive.

Auf unterschiedlichen Wegen sind die drei Künstlerinnen zur Malerei gekommen. Iwona Mattern hat mit Wasserfarben und Bleistift in der Schulzeit ihre Leidenschaft zur Kunst entdeckt. Inspiriert vom US-amerikanischen Maler Bob Ross entbrannte wieder ihr Interesse für das Malen, der sie nun eifrig nachgeht. Nicoline Rieck hatte erst mit dem Einrichten und Gestalten ihres Hauses die Malerei für sich entdeckt und malt nun seit 2006 in der Malakademie. Monika Klumb kam während einer Reha auf den Geschmack der Kunst. Die Freude und die Neugier mit verschiedensten Maltechniken neue Bilder zu erschaffen ist mittlerweile ein fester Bestandteil in ihrem Leben geworden.

„Lebendig erfrischend“, so äußerte sich Bürgermeister Ingo Eßer beeindruckend über die Ausstellung und sprach den Damen ein großes Kompliment aus.

Alle Interessierten können sich die Bilder bis zum 30. Oktober 2020 zu den Öffnungszeiten montags bis freitags von 8.30 bis 12.00 Uhr, dienstags von 13.30 bis 16.00 Uhr sowie donnerstags von 13.30 bis 17.00 Uhr im Rathaus Kreuzau, Bahnhofstraße 7, 52372 Kreuzau ansehen. Aufgrund der aktuellen Situation darf die Rathausausstellung nur mit einem Mund-Nasen-Schutz betreten werden.

Kategorien
Top-Themen

Landrat Spelthahn: „Kreis Düren produziert bald seinen eigenen grünen Wasserstoff“

Kreis Düren, 04.09.2020 – Das ist landesweit einzigartig: Der Kreis Düren wird bald eigenen grünen Wasserstoff herstellen. „Wir werden im Brainergy-Park eine große Solaranlage errichten und einen Elektrolyseur, in dem Wasserstoff produziert werden kann“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn heute (3.9.) bei der Vorstellung des Projekts vor zahlreichen Vertretern aus Wissenschaft, Forschung, Verwaltung und Politik.

Die Veranstaltung, die unter strengen Corona-Regeln im Brainergy-Park in Jülich stattfand, ist die Fortsetzung und Bestandteil einer Strategie, die Landrat Spelthahn mit dem Kreis Düren seit langem verfolgt. „Wasserstoff ist die Technik der Zukunft. Deshalb freue ich mich, dass nun auch Bund und Land umfangreiche Förderprogramm aufgelegt haben, um lokale Projekte zu unterstützen.“

Der Kreis ist dabei, den Öffentlichen Nahverkehr auf Elektromobilität umzustellen und dabei auch auf Wasserstoffantriebe zu setzen. Erst in der vergangen Woche nahm der Landrat von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst eine 1,3 Millionen Euro schwere Förderung für die ersten fünf Wasserstoffbusse im Kreis Düren entgegen. „Dieser Weg ergibt aber nur Sinn, wenn wir auch auf grünen Wasserstoff setzen“, betonte der Landrat. Deshalb wird im Brainergy-Park ein großer Solarpark gebaut, in dem der Strom produziert wird, der zur Herstellung von Wasserstoff benötigt wird. Damit trage der Kreis zu einem nachhaltigen Umweltschutz bei. Landrat Wolfgang Spelthahn erinnerte an das große Klimaschutzprogramm, das weit mehr als 100 Maßnahmen umfasst und einstimmig vom Kreistag beschlossen wurde. Bis 2035 soll der Kreis Düren klimaneutral sein, die Kreisverwaltung bis 2025.

Baubeginn für die Solaranlage mit rund 18 000 Modulen und den Elektrolyseur, der in etwa so groß ist wie zwei längere Container, ist im kommenden Jahr. Investiert werden zirka 16 Millionen Euro. Bis Ende 2022 soll alles stehen. Mit der PV-Anlage kann der Kreis Düren seinen eigenen Bedarf für die Wasserstoffbusse und die zunächst geplanten vier Wasserstoffzüge decken (9 Megawatt). Grundsätzlich ist die Anlage erweiterbar, so dass noch größere Mengen grüner Wasserstoff hergestellt werden können. Immer wieder werde er gefragt, wo Wasserstofffahrzeuge betankt werden können, sagte der Landrat. Im Gewerbegebiet „Im großen Tal“ in Düren wird die erste Wasserstoff-Tankstelle im Kreis Düren entstehen, vier weitere seien geplant, sagte der Landrat.

Bei der Veranstaltung im Brainergypark heute sprachen verschiedene Experten zu den Chancen und Möglichkeiten, die die Zukunftstechnologie Wasserstoff bietet.

Michael Theben vom NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie stellte die Wasserstoffstrategie auf Landes- und Bundesebene vor. Der Leiter der Abteilung Klimaschutz bescheinigte dem Kreis Düren, „als Wasserstoff-Region schon sehr weit zu sein und nannte NRW „das Wasserstoff-Land“.

Prof. Bernhard Hoffschmidt, Technischer Geschäftsführer Brainergy Park und Direktor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt am Institut für Solarforschung, stellte das zukunftsweisende Konzept des Brainergy-Parks vor. „Wir haben Rückenwind durch den Strukturwandel“, sagte Hoffschmidt. Mehr als 70 Prozent der Flächen des Brainergy-Parks seien bereits reservier beziehungsweise angefragt.

Georg Schmiedel, Geschäftsführer der F&S Solar, die die Solaranlagen errichten wird, informierte über die lokale Wasserstoff-Produktion und den PV-Park, der „drei Mal so groß wird wie der Park in Inden“. Die Energiewende werde aus dem Kreis Düren und Deutschland in die Welt getragen. Thomas Gaksch (Linde AG) und Andreas Schmuderer (Siemens AG) beschäftigte sich ebenfalls mit der Vor-Ort-Produktion von grünem Wasserstoff. Beide Unternehmen zeigen Interesse, den Elektrolyseur zu bauen. Rainer vor dem Esche, Geschäftsführer des Jülicher Unternehmens NPROXX kündigte an, dass sein Unternehmen, das Wasserstofftanks herstellt, in Zukunft stark investieren und Arbeitsplätze schaffen wolle. „Wir schaffen gemeinsam die Wasserstoffwende“, sagte der Manager.

Eine Talkrunde mit Prof. Christian Sattler (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt), Dr. Martin Robinius (Forschungszentrum Jülich) und Dr. Johannes Sackmann (RWTH Aachen / Institut für Textiltechnik) zeigte zusätzliche Perspektiven auf, die sich dem Kreis Düren als Wasserstoff-Region bieten. „Wir haben brillante Köpfe und gute Ideen“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn zum Schluss. Beides gelte es weiter zu nutzen – getreu dem Motto der Veranstaltung: Mit Wasserstoff Richtung Zukunft.

Kategorien
Wirtschaft

Neue Ladesäule für Elektroautos im Unternehmerpark Wiesbaum

Wiesbaum, 04.09.2020 – Die Verbandsgemeinde Gerolstein geht beim Ausbau der Elektromobilität voran und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Daher ist eine öffentliche Ladestation für Autostrom von innogy Westenergie im Unternehmerpark Wiesbaum im HIGIS Ring 5 in Kooperation mit dem Energieversorgungsunternehmen aufgestellt worden. Zur offiziellen Inbetriebnahme der neuen Ladesäule kamen Stefan Mertes, Wirtschaftsförderer der Verbandsgemeinde Gerolstein, Bernhard Jüngling, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes IGP Wiesbaum und Kommunalbetreuer Thomas Hau von innogy Westenergie zusammen.

„Wir nehmen als Verbandsgemeinde unseren Auftrag ernst, eine Vorbildfunktion beim Ausbau der Zukunftstechnik Elektromobilität auszuüben. Wir freuen uns, dass wir im Unternehmerpark Wiesbaum mit diesem Angebot einen Anreiz für mehr emissionsarme und leise Fahrzeuge geben können. Der Unternehmerpark liegt sehr verkehrsgünstig und ist somit ein idealer Standort zum Aufladen von Elektrofahrzeugen“, erklärte Bernhard Jüngling.

Kommunalbetreuer Thomas Hau freut sich über die partnerschaftliche Zusammenarbeit: „Die neuen Ladesäulen von innogy Westenergie sind ein weiterer wichtiger Schritt für den Ausbau der Elektromobilität in der Region. Wir wollen allen Autofahrern den Umstieg auf die schadstoffarme und CO2-freie Elektromobilität durch ein dichteres Netz an Ladeinfrastruktur leichter machen.“

Die Ladesäulen von innogy Westenergie haben jeweils zwei 22-kW-Ladepunkte, die das gleichzeitige Aufladen von bis zu zwei Elektrofahrzeugen möglich machen. Abgerechnet wird entweder über einen Autostromvertrag, per Ladekarte oder per PayPal bzw. Kreditkarte. innogy Westenergie übernimmt bei allen Ladesäulen die Installation, Wartung und den Betrieb der Technik. Ebenso kümmert sich das Unternehmen um die Bereiche Abrechnung, die Endkundenhotline und um die Strombeschaffung aus regenerativen Energiequellen.

innogy Westenergie hat als Deutschlands führender Ladenetzbetreiber Fördermittel des Bundes für den Aufbau von neuen Ladesäulen erhalten. Die Förderung stammt aus dem „Bundesprogramm Ladeinfrastruktur“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Die Ladesäulen lassen sich allerdings nicht alleine durch das Förderprogramm des Bundes sowie Investitionen von innogy Westenergie aufstellen. Deswegen sind bei verschiedenen Standorten zusätzlich die Kommunen oder Werbepartner beteiligt. Über das Programm PauLe (Parken und Laden elektrisch) von innogy Westenergie haben Unternehmen die Möglichkeit, die Aufstellung von Ladesäulen finanziell zu unterstützen und so die Elektromobilität in ihrer Heimat voranzutreiben.

Kategorien
News

Ein etwas anderer VulkanBike – Veranstalter trotzen der Pandemie

Daun, 04.09.2020 –  Wenn am 12. September um 9 Uhr am Dauner Marktplatz der Startschuss zum VulkanBike Eifel-Marathon fällt, dann wird einiges anders sein als letztes Jahr. Aber: Das Top-Sportevent findet statt und die Macher küren sogar einen Deutschen Meister auf dem E-MTB – erstmals in Deutschland.

Danke an alle Unterstützer

Das Orga-Team bedankt sich bei allen Partnern, die auch dieses Jahr voll hinter dem VulkanBike stehen. Neben dem Hauptsponsor Nürburg Quelle sind das die Kreissparkasse Vulkaneifel, Haibike, innogy, das GesundLand Vulkaneifel, inMEDIA und die Lotto-Stiftung Rheinland-Pfalz.

Das große Finale steigt dieses Jahr virtuell Nach der Zieldurchfahrt beim VulkanBike gibt es eine weitere Änderung: Die Siegerehrung findet nicht auf der Bühne statt. Am 13. September um 17 Uhr startet auf der Facebook-Seite des Events die große Abschlussparty. Neben der virtuellen Siegerehrung wird es auch tolle Gewinnspiele, atemberaubende Bilder von der Strecke und Live-Musik von der angesagten Band „Tonsport“ geben.

Anmeldung läuft

Die Anmeldung für den etwas anderen VulkanBike ist online. Auf der Homepage haben die Organisatoren ein mehrsprachiges PDF zu allen coronabedingten Änderungen veröffentlicht. www.vulkan.bike

Kategorien
News

GK-Mittelrhein eröffnet Physiotherapie-Schule in Mayen – Begehrte Ausbildung startet schulgeldfrei

Mayen, 03.09.2020 – Physiotherapeut – für viele junge Menschen ein Traumberuf. Doch die Hürden waren groß, um sich diesen Traum zu verwirklichen. Zum einen sind die Ausbildungsplätze begrenzt und zum anderen musste dafür Schulgeld bezahlt werden. Seit kurzem hat sich einiges verändert, nicht nur im Ausbildungsberuf, sondern auch im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein: Am 1. September 2020 eröffnete der Maximalversorger eine Physiotherapieschule in Mayen. Hier stehen für drei Ausbildungsjahre insgesamt 83 Plätze schulgeldfrei zur Verfügung. Dazu gibt es bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr ein Gehalt von über 1.000 Euro brutto.

Natalie Waldforst, Direktorin des Bildungs- und Forschungsinstituts Mittelrhein (BFI), strahlt bei der Begrüßung des ersten Jahrgangs, der in Mayen seine Ausbildung startet: „Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt eine eigene Schule haben! Damit wollen wir in Mayen und unseren weiteren Einzugsgebieten attraktive und hochwertige Ausbildungsplätze anbieten. So können wir selbst für qualifizierten Nachwuchs im eigenen Haus sorgen und aktiv einen Beitrag zur allgemeinen Fachkräftesicherung in diesem Berufszweig leisten.“ Das BFI ist unter anderem für die Aus-, Fort- und Weiterbildung am GK-Mittelrhein zuständig und in der Forschung tätig.

Was lernen die Schüler in der Ausbildung zum Physiotherapeuten? Sie lernen, wie das menschliche Skelett aufgebaut ist, aber auch, wie Muskeln und Sehnen verbunden sind und zusammenarbeiten. Das ist das Basiswissen, um später Patienten behandeln zu können. Die wesentliche Aufgabe von Physiotherapeuten ist es, durch geeignete Verfahren die Patienten entsprechend anzuleiten, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit ihres Körpers weiterzuentwickeln, zu erhalten oder wiederherzustellen – und das in ganz unterschiedlichen Altersgruppen. Da die Bewegungsfähigkeit unfall-, alters- oder krankheitsbedingt eingeschränkt sein kann, wird vom Kleinkind bis zum Hochbetagten behandelt. Die dreijährige Ausbildung ist im Blocksystem aufgebaut und gliedert sich in einen schulischen und einen praktischen Teil.

Die theoretische Ausbildung findet an der Schule in Mayen statt. Die praktische Ausbildung am Patienten erfolgt dann wohnortnah an einem der fünf Krankenhausstandorte des GK-Mittelrhein, in der ambulanten Physiotherapie sowie bei weiteren Kooperationspartnern. Dabei wird eng mit Rehafit zusammengearbeitet. Die 100-prozentige Tochtergesellschaft des GK-Mittelrhein ist an allen Unternehmensstandorten in Koblenz, Mayen, Boppard und Nastätten vertreten. Hier betreuen die Teams aus Physio-, Ergo- und Sporttherapie sowie Logopädie stationäre sowie ambulante Patienten mit nahezu allen therapeutischen Behandlungstechniken und sorgen so für einen nahtlosen Übergang zwischen stationärer Akut- und ambulanter Nachbehandlung. Am Ev. Stift St. Martin befindet sich zudem ein Ambulantes Rehazentrum. „Die Arbeit als Physiotherapeut ist unglaublich vielfältig und ganz nah am Menschen. Der Job setzt nicht nur umfassende Kenntnisse der Behandlungstechniken voraus, sondern auch viel Fingerspitzengefühl, denn soziale und psychologische Aspekte spielen für den Behandlungserfolg ebenfalls eine wichtige Rolle“, erklärt Frank Haas, Physiotherapeut und Geschäftsbereichsleiter von Rehafit.

Verantwortlich für die Schule in Mayen ist Thorsten Becker-Agelidis. Er freut sich auf die neuen Herausforderungen, die auf ihn zukommen. Das GK-Mittelrhein wünscht dem Schulteam sowie allen Azubis einen erfolgreichen Start!

Weitere Informationen und Beratung zur Ausbildung zum Physiotherapeuten im GK-Mittelrhein erteilt das BFI unter 0261 499-1802 sowie www.karriere-gk.de. Bewerbungen sind ganzjährig möglich.

Kategorien
News

Landkreis Mayen-Koblenz und Hochschule Koblenz schließen Pilotprojekt ab – Siedlungsstruktur in MYK beleuchtet

KREIS MYK, 03.09.2020 – In ländlichen Regionen wirkt sich der demografische und soziale Wandel besonders stark auf kleine Gemeinden aus: Abwanderung, steigendes Durchschnittsalter, Verlust von Infrastrukturen und sozialem Zusammenhalt, funktionale und bauliche Defizite in den Ortskernen sowie Leerstände sind die Folge. Um die aktuellen Entwicklungen nachzuvollziehen und zu verstehen sowie auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet zu sein, führte der Landkreis Mayen-Koblenz gemeinsam mit der Hochschule Koblenz ein Pilotprojekt am Beispiel der Gemeinde Nachtsheim sowie der Stadt Bendorf durch. Dabei war es das primäre Ziel, auszuloten, welche Themen für einen Ort wirklich relevant und zukunftsweisend sind. Das Projekt ist nun abgeschlossen und verspricht neue Impulse für die Entwicklung ländlicher Regionen.

„Das Projekt wurde mittels einer Fokusanalyse durchgeführt. Sie ist eine stark praxisorientierte Untersuchung zur Ortsentwicklung und hilft Zukunftsthemen und Ziele zu definieren und daraus Strategien abzuleiten“, erklärt Professor Peter Thomé von der Hochschule Koblenz, Inhaber der Innovationsprofessur „Strategien ländlicher Räume“.

Der zuletzt durchgeführte Schritt des Projektes bestand darin, dass Studenten der Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen und Sozialwissenschaften Projekt- und Seminararbeiten erarbeiteten, welche die Potentiale der zuvor durchgeführten Fokusanalyse aufgriffen und praxisnah weiterentwickelten. Dazu wurde in Nachtsheim angedacht, eine ortsbildprägende Hofanlage umzubauen und zum altersgerechten Wohnen inklusive Betreuung zu nutzen. Ein weiteres Thema war die Idee eines Mehrfunktionenhauses, das zum Beispiel Dorfladen, Arztpraxis und  Vereinsräume innehat.

In Bendorf wurde der Schwerpunkt auf eine Neukonzeptionierung des „Alten Kinos“ gelegt und die beispielhafte und kreative Weiterentwicklung des innerstädtischen Blockbereichs zwischen Hauptstraße, Bachstraße, Erlenmeyerstraße und Luisenstraße betrachtet. Die beiden Kommunen wurden gemeinsam mit der Hochschule ausgesucht. Nachtsheim steht repräsentativ für den ländlich und Bendorf für den städtisch geprägten Raum entlang der Rheinschiene. Beide Regionen haben unterschiedliche Herausforderungen zu bewältigen. So stehen kleinere Gemeinden im ländlich geprägten Raum im ständigen Wettbewerb mit den Ballungsgebieten. Sie müssen sich als attraktiver Standort zum Leben und Arbeiten präsentieren. Dagegen kommt Klein- und Mittelstädten wie Bendorf die Aufgabe zu, als Stabilisatoren in den Regionen zu wirken. Zudem gilt es gerade in diesem Raum, den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Stadtgesellschaft zu stärken. „Dadurch, dass beide Regionen beleuchtet wurden, sind viele Erkenntnisse auf vergleichbar strukturierte Kommunen im Landkreis übertragbar“, sagt Alois Astor, Leiter der Dorferneuerung.

Der bisherige Projektablauf

Zu Beginn des Projektes wurden statistische Daten ausgewertet, Kartenmaterial analysiert und Ortsbegehungen durchgeführt. Um konkrete Stärken einer Gemeinde zu identifizieren und mögliche Potentiale zu entwickeln, wurden daraufhin Interviews mit sogenannten Schlüsselpersonen wie Bürgermeistern, Wehrleitern, Unternehmern und Verwaltungsmitarbeitern durchgeführt. Bei den Interviews standen vor allem die Themen Flächenpotenziale, Bauen und Sanieren, das soziale Miteinander, Nahversorgung sowie Infrastruktur im Fokus. Die gesammelten Daten sowie die Erkenntnisse aus den Gesprächen bildeten die Grundlage für den nächsten Schritt – die Beteiligung der übrigen Bevölkerung. „Persönliche Gespräche mit Menschen, die den Ort von Grund auf kennen, sind für den Prozess enorm wichtig und gewinnbringend“, sagt  Professor Thomé.