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Starkregen-Front über Stolberg – Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Stolberg – Der Krisenstab ist zusammengetreten. Die Lage wird laufend beurteilt. Eine Starkregenfront zieht derzeit über die StädteRegion Aachen hinweg. Viele Keller sind bereits vollgelaufen, einige Nebenstraßen sind bereits überflutet, beispielsweise der Wendehammer der Straße

Foto: Tobias Schneider / Kupferstadt Stolberg

Im Schnorrenfeld in Atsch. Die Pegelstände der Flüsse sind kritisch und müssen laufend beobachtet werden. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Stolberg, des THW Stolberg und des Technischen Betriebsamtes sind derzeit im Dauereinsatz. Zudem bewertet ein in dieser Nacht einberufener Krisenstab aus Feuerwehr, THW, Bürgermeister Haas und dem städtischen Ordnungsamt die Lage laufend neu.
Der Regen soll laut Prognosen noch den ganzen Tag sowie die kommende Nacht andauern. Wir halten Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

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Weihbischof unschuldig? – Kerpener Schöffengericht verhängt Strafbefehl über neun Monate auf Bewährung

Kerpen/Aachen/Eifel – Anwälte kündigen Einspruch an – Handelte Dr. Johannes Bündgens (65) bei umstrittenen Überweisungen im Auftrag der alten Dame, die zu ihm nach Aachen ziehen wollte? Zwei Bemerkungen vom Rand der Gerichtsverhandlung gegen den Aachener Weihbischof Dr. Johannes Bündgens Dienstagmorgen vor dem Amtsgericht Kerpen vorab – die erste aus dem Mund seines Anwalts Christof Püschel vor reichlich Medienvertretern: „Mein Mandant hat sich aus gesundheitlichen Gründen heute hier nicht gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe verteidigen können. Ich gehe davon aus, dass wir gegen die Entscheidung Einspruch einlegen. Gehen Sie bitte davon aus, dass mein Mandant unschuldig ist.“

Weihbischof Dr. Johannes Bündgens (65) als Referent vor den Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Aachener Bistumsregion Eifel im Kloster Steinfeld. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die zweite Bemerkung am Rande machte ein Prozessbeobachter aus der Reihe der zum Prozess erschienenen Journalisten: „Das ist nicht die mildeste Strafe, die Weihbischof Bündgens hätte herausholen können, falls er sich verteidigt hätte.“ Doch das tat der in Eschweiler geborene und aufgewachsene und in Rom studierte und promovierte Theologe aus den erwähnten gesundheitlichen Gründen nicht.

So lautete das Urteil des Kerpener Schöffengerichtes einstweilen auf Einstellung des Verfahrens in einem Teil der Anklage, für den überwiegenden Teil der angeblich veruntreuten 127.999,50 Euro verhängte das Gericht einen Strafbefehl.

Der beinhaltet neun Monate Freiheitsentzug zwei Jahre auf Bewährung. Weihbischof Bündgens müsste sich demnach zwei Jahre straffrei führen, dann wäre das Urteil gegen ihn aus der Welt. Zusätzlich soll er – falls der Strafbefehl Rechtskraft erlangt – 5000 Euro Geldbuße an den Kinderschutzbund Kerpen zahlen.

Bereitwillig gab ein Mann (r. unkenntlich) auf dem Gerichtsflur den Journalisten Interviews, der sich als Ratgeber der mutmaßlich Geschädigten Marga K. bezeichnete. Er hatte den „Fall Bündgens“ ins Rollen gebracht – nach eigenen Angaben auf die Frage eines „Bekannten vom Finanzamt“ hin, warum die alte Dame keine Steuern zahle… Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Kronzeuge“ vor laufender Kamera

Das Verfahren war in weniger als anderthalb Stunden abgewickelt. Im Zuschauerraum saß ein in den Medien mitunter als „Gärtner“ bezeichneter Mann, der sich hernach bereitwillig vor laufenden Fernsehkameras als „Berater“ der angeblich Geschädigten Marga K. interviewen ließ. Er hatte den „Fall Bündgens“ ins Rollen gebracht.

Und zwar, wie er selbst vor Journalisten zugab, auf Bitten eines „Bekannten vom Finanzamt“, der „sich gewundert hatte, dass die ältere Dame keine Steuern zahle“. Bei seinen „Ermittlungen“ auf eigene Faust will der Mann auf Unregelmäßigkeiten auf dem Konto der vermögenden Dame gestoßen sein, über die er die Behörden informierte.

Der „Fall“ der inzwischen an Demenz erkrankten Dame wurde zunächst eine Sache fürs Familiengericht, das den „Ermittlungen“ und möglicherweise auch Mutmaßungen des selbsternannten „Beraters“ und mutmaßlichen Kronzeugen Glauben schenkte. Die alte Dame bekam einen gesetzlichen Betreuer. Aus dem Familiengerichtsverfahren entwickelte sich dann aber fast automatisch ein Vorwurf der Untreue gegen den Aachener Weihbischof.

Bündgens hatte sich bereits seit 2010 nach Aussagen der Haushälterin und anderer Menschen rührend um die gläubige, vermögende und spendenfreudige alte Dame gekümmert. Immer wieder war der Kirchenmann nach diesen Einlassungen Marga K. bei der Abwicklung von Spenden behilflich.

Bischof schoss Spende vor

Im Sommer 2017 trat er sogar selbst in finanzielle Vorleistung bei  Spendenwünschen, die Magda K. ihm gegenüber zum Ausdruck brachte. Mit der Zeit entstand „ihr sehnlichster Wunsch“, so zitierte das Gericht eine Aussage der Haushälterin, zu Weihbischof Bündgens nach Aachen zu ziehen.

Für einen Hauskauf stellte sie ihm die eingangs erwähnte Summe zur Verfügung. Leider wurde das daraus erwachsende Wohnrecht, so die von Weihbischof Bündgens beteuerte Absprache, aber nicht rechtzeitig im Grundbuch verbrieft, weil die Dame inzwischen wegen ihrer fortschreitenden Altersdemenz die Geschäftsfähigkeit eingebüßt hatte.

Daraus wiederum entwickelte sich der Vorwurf, Bündgens, der zahlreiche Überweisungen für die alte Dame abgewickelt hatte, habe diesmal bei Überweisungen „in vier Tranchen“ in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Insgesamt stand im Gerichtsverfahren die Summe von 142.999,50 Euro zur Rede. Der geringere Teil – eine Spende an Ordensfrauen – erwies sich als zweifelsfrei. Der entsprechende Teil des Verfahrens wurde am Dienstag eingestellt.

Für den überwiegenden Teil von 127.999, 50 wurde der erwähnte Strafbefehl verhängt, der einstweilen noch keine Rechtskraft besitzt und gegen den Rechtsanwalt Christof Püschel Einspruch angekündigt hat.

Mit der sehr frommen und vermögenden Marga K. in Verbindung gekommen war Bischof Dr. Johannes Bündgens im Zusammenhang mit angeblichen Erscheinungen der „Seherin“ Manuela S. in Sievernich. In den frühen 2000er entstand dort eine Gebetsgemeinschaft „Blaue Oase“, die auch auf Kirchenseite mit großer Skepsis beobachtet wurde.

Kirchlicher Ordnungshüter in Sievernich

Der damalige Aachener Diözesanbischof Dr. Heinrich Mussinghoff schickte den zu der Zeit amtierenden Pfarrer von Heimbach als „geistlichen Begleiter“ und damit als Aufpasser und Regulator der expandierenden Frömmigkeitswelle in die Gemeinde Vettweiß.

Dieser Pfarrer wurde am 20. Mai 2006 im Hohen Dom zu Aachen zum Bischof geweiht, behielt aber seine Aufgabe in Sievernich einstweilen bei – auch die seit 2003 gepflegte Verbindung zu Marga K. blieb bestehen.

Die Vorwürfe, die jetzt vor Gericht erörtert wurden, beziehen sich auf einen Zeitraum zwischen Dezember 2017 und Januar 2018. Frau K. ist im März 2020 verstorben. Weihbischof Dr. Johannes Bündgens hat alle zur Rede stehenden Beträge im Einvernehmen mit ihrem gesetzlichen Betreuer zu Lebzeiten von Frau K. zurück überwiesen.

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Dreyer/Hubig/Hoch stellen Landesstrategie für einen sicheren Herbst vor

Region/Mainz – Die Sommerferien stehen vor der Tür und die niedrigen Inzidenzen ermöglichen wieder mehr Alltag zu Beginn der Urlaubssaison. „Viele Menschen freuen sich auf freie Tage, auf Erholung und Entspannung. Es liegt jetzt auch an jedem und jeder Einzelnen, verantwortungsvoll durch den Sommer zu gehen, damit wir – anders als im vergangenen Jahr – nicht auf eine neue Welle zusteuern. Die Landesregierung unternimmt alles, damit auf einen guten Sommer auch ein guter Herbst folgt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Vorstellung der Herbststrategie. Mit Programmen für einen sicheren Schulstart, einer massiven Ausweitung der Impfkapazitäten und einer breit angelegten Informationskampagne gehe man in die kommenden Wochen. „Wir arbeiten dabei ganz eng mit unseren Kommunen dafür, dass es nicht wieder zum Lockdown und vor allem nicht zu Schulschließungen kommt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Vorstellung der Herbststrategie.

Wendepunkt erreicht

„Wir haben einen Wendepunkt erreicht: Ab August haben wir endlich genügend Impfstoff. Mit Sonderimpfaktionen für junge Menschen und demnächst auch mit Impfbussen schaffen wir einen schnellen und unbürokratischen Zugang zur Schutzimpfung. Die Corona Schutzimpfung schützt den Einzelnen vor einer schweren Erkrankung und sie schützt die ganze Gesellschaft vor einem neuen Lockdown. Eine hohe Impfrate bedeutet weniger schwere Krankheitsverläufe, somit droht dem Gesundheitssystem keine so schnelle Überlastung. Deswegen: ‚Ich schütze Dich, Du schützt mich‘ gilt auch beim Impfen. Ich appelliere an alle, die sich impfen lassen können: Tun Sie‘s auch für die Kinder und für alle, die sich nicht impfen lassen können“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter. Kinder und Jugendliche hätten auf vieles verzichtet, um ältere und erkrankte Menschen zu schützen. „Jetzt können wir ihnen unsere Solidarität zeigen.“ Auch die Informationsoffensive werde nochmals ausgebaut. „Mit unseren Informationen gehen wir dahin, wo wir die Menschen bislang nicht so gut erreicht haben. Dazu identifizieren wir gemeinsam mit der kommunalen Familie Regionen, Stadtviertel und Personengruppen mit einer niedrigen Impfquote. Die Informationen bieten wir in verschiedenen Sprachen an. In dieser Woche starten wir mit einer Radiokampagne – auch in Türkisch. Zudem stellt die Landesregierung auf www.corona.rlp.de unter ‚Information in your language‘ wichtige Informationen in verschiedenen Sprachen bereit“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Neue Warnstufe notwendig

„Die Inzidenz bleibt ein wichtiger Warnfaktor, aber wir müssen neu justieren. Je höher die Impfquote, desto weniger wird es schwere Verläufe geben. Wir müssen jetzt die Situation in den Krankenhäusern stärker einbeziehen. Ich halte eine bundeseinheitliche Lösung für notwendig“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Maßnahmenpaket für sicheren Schulbetrieb nach den Sommerferien

„An unseren Schulen werden die Hygieneregeln hervorragend umgesetzt. Das zeigt auch eine Studie des rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamts, die das Infektionsgeschehen an Schulen kontinuierlich auswertet. In Abstimmung mit den Experten der Universitätsmedizin Mainz sowie des rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamtes passen wir die Hygienemaßnahmen fortlaufend an. Unser Ziel ist der Schulstart in voller Präsenz, deshalb hat die Landesregierung weitere weitreichende Maßnahmen beschlossen“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig.

Zusätzlich 12 Millionen Euro – Förderprogramm für Raumlufthygiene

„Zusätzlich zum bereits im Herbst 2020 aufgelegten Förderprogramm über 6 Millionen Euro unterstützen wir mit einem neuen zusätzlichen 12 Millionen Euro-Förderprogramm die Schulträger dabei, weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Frischluftzufuhr umzusetzen“, so Stefanie Hubig. „Damit stellen wir insgesamt 18 Millionen Euro für Raumlufthygiene in Schulen bereit.“ Maßnahmen könnten entlang der Empfehlungen des Umweltbundesamtes beispielsweise der Umbau von Fenstern sein, die Anschaffung von CO²-Messgeräten, der Einbau von ventilatorgestützten Zu- und Abluftsystemen oder mobile Luftreinigungsanlagen in Räumen, wo nicht ausreichend gelüftet werden kann. „Insgesamt hat die Landesregierung damit 18 Millionen Euro für Maßnahmen zur Raumlufthygiene für die Schulträger zur Verfügung gestellt. Zudem können Luftfilteranlagen auch im Rahmen von Schulbaumaßnahmen gefördert werden. Ergänzend zum Landesgeld stehen über das Investitionsprogramm des Bundes zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder bis zu 36 Millionen Euro für Rheinland-Pfalz zur Verfügung. Weitere Fördermöglichkeiten für Schulen und Kindertageseinrichtungen bestehen über das Bundesprogramm Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von Raumlufttechnischen Anlagen in Öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten. Und wir wissen, dass viele Schulträger bereits von den Fördermöglichkeiten Gebrauch gemacht haben“, erklärte Hubig.

Teststrategie für den Herbst – zwei Präventionswochen, danach anlassbezogene Tests

Schülerinnen und Schüler mussten sich bislang zwei Mal pro Woche testen lassen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu können. Diese Testungen werden im Rahmen von zwei Präventionswochen bis zum 10. September 2021 fortgeführt. Danach greift grundsätzlich ein anlassbezogenes Testkonzept. „Das anlassbezogene Testkonzept sieht vor, dass bei konkret auftretenden Infektionen getestet wird. Wenn die regionale Inzidenz oder weitere Faktoren, wie eine besondere Krankheitslast einen Schwellenwert überschreiten, kann auch anlasslos getestet werden. Über den Sommer wird die Gesundheitsministerkonferenz gemeinsam mit dem RKI an solchen neuen Kennziffern arbeiten. Für uns als Land wäre es wünschenswert, wenn hier bundesweit einheitliche Kriterien gelten. Zusätzlich finden als Vergleichsmonitoring regelmäßige Testungen an 20 ausgewählten Schulen statt“, so die Bildungsministerin.

Nach den Ferien kann in den ersten beiden Präventionswochen neben den Tests in Abhängigkeit von den dann geltenden Regelungen auch wieder eine Maskenpflicht am Platz gelten, um das Einschleppen von Corona durch Reiserückkehrer zu verhindern. Informationen dazu gehen den Schulen rechtzeitig vor dem Schulstart zu.

Personal in Schulen und Kitas hatte konkretes Impfangebot

Lehrkräfte und Erzieher und Erzeherinnen konnten sich bereits im Frühjahr für eine Corona-Schutzimpfung registrieren lassen. Alle, die sich bis Ende des aktuellen Schuljahrs für eine Impfung registriert haben, werden bis zum Schuljahresstart 2021/2022 vollständig geimpft sein. Die Landesregierung bittet alle diejenigen Mitarbeitenden in Schulen und Kitas, die noch nicht geimpft sind, sich im Interesse der Kinder für eine Impfung zu entscheiden.

193 Millionen Euro für Vertretungs- und Förderunterricht

„Es ist nicht nur eine Aufgabe, die Kinder vor einer Corona-Infektion zu schützen. Es ist auch unser Ziel, die Folgen für die Bildungskarriere zu bekämpfen. Mit knapp 130 Millionen Euro Landesmitteln und zusätzlichen 63 Millionen Bundesgeld aus dem ‚Corona-Aufholprogramm‘ haben wir Corona-bedingte Vertretungseinsätze sowie die stärkere Förderung von Schülerinnen und Schülern finanziert“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bildungsministerin Stefanie Hubig weiter.

Hochschulen können für den Herbst wieder mit einem Präsenzbetrieb planen

Die rheinland-pfälzischen Hochschulen bereiten für das kommende Wintersemester wieder mehr Lehrformate in Präsenz vor. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium haben die Hochschulen Grundlagen für eine Öffnung der Bildungseinrichtungen vereinbart. Ausgangspunkt hierfür wird die 3-G-Regel sein, so dass für Geimpfte, Genesene und Getestete Präsenzveranstaltungen wieder möglich sein werden. Die Impfkampagne für junge Erwachsene und Studierende, die an sechs Hochschulstandorten durchgeführt wird, unterstützt dieses Vorhaben, so Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch: „Wer sich jetzt im Juli impfen lässt, kann gut geschützt ins Wintersemester starten. Eine hohe Impfquote unter den Studierenden ist der einfachste Weg zu mehr Normalität an den Hochschulen.“

Impfstatus

„Die Impfkampagne schreitet weiter gut voran und der Wartepool in Rheinland-Pfalz leert sich. Im Wartepool befinden sich (Stand 12.07) nur noch rund 8.000 Menschen. Alle Registrierte, die sich aktuell noch im Wartepool befinden, werden bis Ende Juli einen Impftermin erhalten. Das verdeutlicht, dass der Wendepunkt der Pandemie und insbesondere der Impfkampagne bald erreicht ist“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch. Stand heute haben bereits mehr als 2,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger ihre Erst-, und rund 1,7 Millionen ihre Zweitimpfung erhalten.

Zukunft der Impfzentren

Um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und die Schutzimpfungen weiter voranzutreiben, passt Rheinland-Pfalz die Impfstrategie an. „Die Impfzentren haben sich in einer Phase massenhafter und Prioritätsvorgaben folgender Impfungen als wichtige und stabile Säule der Nationalen Impfstrategie erwiesen“, betonte Gesundheitsminister Clemens Hoch. Diese Phase sei nun vorbei. Es gehe jetzt um aufsuchende und niedrigschwellige Angebote. Mobile Impfteams des Landes stehen dazu weiterhin unverändert zur Verfügung. Deshalb wird das Land die Impfzentren grundsätzlich zum 30. September schließen. Neun Impfzentren bleiben im Bereitschaftsbetrieb (Stand-by-Betrieb), um eine zeitnahe Nutzung problemlos möglich zu machen. „Bereits jetzt leisten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte eine hervorragende Arbeit. Wir gehen jetzt in eine neue Phase der Pandemiebekämpfung über. Hier wollen wir die Regelversorgung beim Impfen zukünftig durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie eine Stärkung der mobilen Impfteams und Sonderimpfaktionen abdecken“, erklärte Hoch.

Den nächsten Schritt in der Impf-Kampagne stellt die Öffnung der Impfzentren ab dem 1. August dar. So werden Impfungen ohne vorherige Terminvergabe möglich werden. Eine Steigerung der Flexibilität für Impfwillige soll weiterführend dazu dienen, den Impf-Fortschritt voranzutreiben. Darüber hinaus wird bereits ab dem 14. Juli ein Ampel-System und die freie Wahl des Impfzentrums eingeführt, um allen Impfwilligen den Status ihres nächstgelegenen Impfzentrums anzuzeigen und ein flexibles Impfangebot machen zu können. „Dies ist ein weiterer Schritt, um den Menschen noch mehr niedrigschwellige und unkomplizierte Angebote zu machen und die Hürden für eine Schutzimpfung abzubauen“, sagte der Gesundheitsminister. „Damit kommen wir dem Ziel einer breiten Immunisierung immer näher.“

Stand 3. Impfungen

Nach aktuellen Erkenntnissen sind in diesem Jahr Auffrischungsimpfungen allenfalls für vulnerable Gruppen, wie Menschen in Alten- und Pflegeheimen oder für Personen über 80 Jahren notwendig. Eine notwendige Auffrischungsimpfung kann durch die gute Struktur der niedergelassenen Ärzte sowie durch den bewährten Einsatz mobiler Impfteams gewährleistet werden. „Die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer können sicher sein, dass die Landesregierung ausreichend Kapazitäten für Auffrischungsimpfungen vorhält und auch kurzfristig auf Änderungen reagieren kann“, so Clemens Hoch.

Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche

Grundsätzlich ist durch die Zulassung eines ersten Impfstoffs das Impfen von Kindern und Jugendlichen möglich. Die Ständige Impfkommission empfiehlt dies für 12- bis 17-Jährige mit besonderem Risiko. Darüber hinaus ist ein Impfen auf persönlichen Wunsch möglich, jedoch ist hier ein ärztliches Beratungsgespräch notwendig.

Sollten impfwillige Kinder und Jugendliche beziehungsweise deren Erziehungsberechtigte nicht innerhalb von zwei Wochen einen Impftermin in einer Kinderarztpraxis ihres Vertrauens bekommen können, wird die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz ab Montag, 19. Juli 2021, versuchen, bei der Terminvermittlung über ihren Patientenservice 116117 behilflich zu sein. Für eine Vermittlung über die Nummer 116117 ist es notwendig, erstens eine Kinderarztpraxis zu benennen, die den Impfwunsch abgelehnt hat, und zweitens die persönlichen Daten der Impfwilligen zur Vermittlung an eine Kinderarztpraxis mitzuteilen.

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IHKs lehnen Installations-Pflicht im geplanten Solargesetz ab

Region/Koblenz/Mainz/ Ludwigshafen/Trier – Der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien ist aus Sicht der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern eine wichtige Säule für eine wirtschaftsverträgliche Energie- und Klimapolitik, die geprägt sein sollte von Anreizen, einer schlanken Bürokratie und Planungssicherheit. „Die rheinland-pfälzische Wirtschaft investiert bereits seit Jahren in den Umwelt- und Klimaschutz, eine Installationspflicht von vermeintlich rentablen Solaranlagen ist dabei nicht zielführend“, so Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Der entsprechende Gesetzesentwurf des sogenannten „Solargesetzes“ von SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP sieht ab 1. Januar 2023 in Rheinland-Pfalz eine Installationspflicht von Solaranlagen auf gewerblichen Neubauten und Parkplatzflächen vor. Die vorgesehene Installationspflicht könnte sich nachteilig auf die mittelfristigen Investitions- und Expansionspläne vieler rheinland-pfälzischer Unternehmen auswirken und die Standortattraktivität des Landes schmälern. Zudem entsteht mit dem Solargesetz weitere Bürokratie für die Unternehmen, da beispielsweise Befreiungen bei technischer oder wirtschaftlicher Unzumutbarkeit grundsätzlich durch den Antragsteller nachgewiesen werden müssen. Kritisch sehen die IHKs auch, dass die Bestimmungen mit einer weitreichenden sogenannten „Verordnungsermächtigung“ unter Umgehung eines weiteren Gesetzgebungsverfahrens technisch noch verschärft werden können.

„Wirtschaftlich rentable Photovoltaik-Anlagen werden von der überbordenden Bürokratie und nicht von der Investitionsbereitschaft der Unternehmerinnen und Unternehmern ausgebremst. Wir erhalten regelmäßig Anfragen von Betrieben, die in Photovoltaik investieren wollen, aber von den zahlreichen Auflagen abgeschreckt werden. Beispiele hierfür sind etwa das Marktstammdatenregister, Redispatch 2.0 und die Eigenstromversorgung. Hier besteht aus Sicht der IHKs großer Handlungsbedarf“, so Rössel.

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Landrat Wolfgang Spelthahn: „Ich freue mich auf unsere Wasserstoff-Busse“

Düren – Zur Jahreswende ist es soweit: Dann werden die ersten Wasserstoffbusse durch den Kreis Düren rollen. „Damit kommen wir unserem Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein, wieder ein Stück näher“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn vergangenen Freitag vor dem Aufsichtsrat (AR) der Rurtalbus GmbH.

Derzeit steht dem Kreis Düren ein Wasserstoffbus zu Testzwecken zur Verfügung. Die AR-Vertreter konnten das Fahrzeug des portugiesischen Herstellers Caetano besichtigen und machten eine Probefahrt durch die Dürener Innenstadt. „Ich freue mich sehr, dass wir bis Januar die ersten H2-Busse auf die Straßen des Kreises Düren bringen“, sagte der Landrat.

Die Anschaffung der Busse nach einer europaweiten Ausschreibung fügt sich ins Wasserstoff-Konzept des Kreises Düren. Mittelfristig wird der gesamte Busverkehr auf Wasserstoff-Antrieb umgestellt. Jedes Jahr kommen nun fünf H2-Busse hinzu, sagte der Geschäftsführer der Rurtalbus GmbH, Jan-Oliver Mau. Sein Geschäftsführungskollege Nick Asbach hob den hohen und modernen Standard der Busse hervor.

Zum H2-Konzept des Kreises gehört außerdem die Produktion von umweltfreundlichem grünen Wasserstoff am Brainergypark in Jülich und der Bau von Wasserstofftankstellen im gesamten Kreisgebiet. „Wir machen mit diesen Projekten sichtbar, wie und wo sich Wasserstoff ganz konkret vor Ort einsetzen lässt“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. „Wir haben eine Vision und verwirklichen sie nach und nach.“

Der Caetano-Bus hat eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern und wird die nächsten drei Wochen von der Kreis eigenen Rurtalbus GmbH eingesetzt und getestet. Das Fahrzeug kann in neun Minuten geladen werden und fasst bis zu 87 Personen. Die fünf Busse, die im Dezember und Januar in den Kreis Düren geliefert werden, kosten knapp drei Millionen Euro, wovon rund die Hälfte aus Fördermitteln des Landes finanziert wird. „Das ist heute ein besonderer Tag“, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn. „Wir setzen unsere Elektromobilitäts-Strategie kontinuierlich um.“

Im vergangenen hatte die Rurtalbus bereits die ersten fünf Elektrobusse mit Batteriebetrieb für kürzere Strecken in den Verkehr gebracht hat, nun folgen mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge für längere Wege.

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Spendenübergabe der Stiftungen der Kreissparkasse Bitburg-Prüm

Bitburg-Prüm – Die Spendenübergabe fand auch in diesem Jahr im Freien statt. So hatte die Sparkasse nicht wie gewohnt in ihr Kundenzentrum eingeladen, sondern auf die Freitreppe des St. Willibrord Gymnasiums in Bitburg.

Soziale und kulturelle Aspekte tragen wesentlich zur Lebens- und Standortqualität unserer Region bei. Es ist beeindruckend, wie viele Bürgerinnen und Bürger sich aktiv für ihre Mitmenschen einsetzen und ehrenamtliches Engagement zeigen. Dieses Engagement unterstützt die Kreissparkasse Bitburg-Prüm auch mit den von ihr ins Leben gerufenen drei Stiftungen, die mit einem Kapital in Höhe von 7,7 Mio Euro ausgestattet sind. Als regional verankertes und gemeinwohlorientiertes Unternehmen übernimmt die Sparkasse seit mehr als 160 Jahren Verantwortung im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

So hat sie mit der Ausschüttung der Erträge der drei Stiftungen: der Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung und der jüngsten – der Naturschutzstiftung – erneut Kindergärten, Schulen und Vereine sowie zahlreiche Kunst- und Kulturprojekte, Maßnahmen zur Denkmalpflege, karitative Einrichtungen und den Naturschutz mit einem Betrag von 190.000 Euro unterstützt. Die Gelder kamen 146 verschiedenen Projekten zu Gute.

„Mit ihren Stiftungen hat die Sparkasse ein klares Ziel vor Augen“, so der Kreisbeigeordnete Helmut Fink, „sie engagiert sich dort, wo ihre Kunden und Mitarbeiter zu Hause sind – hier im Eifelkreis Bitburg-Prüm.“

Von diesem Gedanken inspiriert hat die Kreissparkasse Bitburg-Prüm ihre drei Stiftungen mit den Schwerpunkten Jugend und Soziales, Kultur- und Denkmalpflege sowie Naturschutz gegründet.

Die Erträge der drei Stiftungen kommen ausschließlich förderungswürdigen Initiativen im Eifelkreis Bitburg-Prüm zugute. Diese regionale Begrenzung ist im Stiftungszweck fest verankert und damit auch für die Zukunft festgeschrieben. „Die Zuwendungen unserer Stiftungen sind oftmals ein wichtiger Baustein für die Finanzierung vieler gesellschaftlich bedeutsamer Vorhaben“, betonte Ingolf Bermes, Vorsitzender des Vorstandes, im Rahmen der feierlichen Übergabe der Spendenzusagen am Juli 2021.

Insgesamt konnte die Sparkasse seit Bestehen ihrer Stiftungen rund 7,4 Mio. Euro für über 4.000 verschiedene Initiativen ausschütten.

Die Bandbreite der Förderung ist dabei so vielfältig wie das soziale und kulturelle Engagement in der Region. Damit partizipieren überall im Geschäftsgebiet der Kreissparkasse Bitburg-Prüm Menschen jeder Generation und Bevölkerungsgruppe am Erfolg der Sparkasse.

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Gesundheits-Ministerium NRW startet „Woche des Impfens“ ab Montag, 12. Juli

Region/Düsseldorf – Vielfältige Impfangebote in den Regionen und Impfen ohne Terminvergabe in den Impfzentren. Minister Laumann: Wir setzen auf kreative Impfangebote in den Kreisen und kreisfreien Städten. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW teilt mit: Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium startet am kommenden Montag, 12. Juli 2021 die „Woche des Impfens“. Die Kreise und kreisfreien Städte sind zum einen zu diesem Zweck dazu aufgerufen, möglichst niedrigschwellige Impfangebote ohne Terminvergabe zum Beispiel an viel frequentierten Orten wie Einkaufsstraßen, Sportstätten oder Shopping-Centern zu schaffen. Die Landesregierung wird die Kreise und kreisfreien Städte bei der Ausstattung zum mobilen Impfen, wie bereits in der Vergangenheit auch, unbürokratisch unterstützen.

Zum anderen sind in den nordrhein-westfälischen Impfzentren künftig Impfungen auch ohne Termin möglich. Wer diese Möglichkeit wahrnehmen möchte, sollte sich vorab darüber informieren, ob Impfen ohne Termin im jeweiligen Impfzentrum bereits ab Montag angeboten wird. Grundsätzlich stehen in den Impfzentren die mRNA-Impfstoffe der Firmen BioNTech und Moderna zur Verfügung. Die bereits vereinbarten Termine bleiben bestehen: Bürgerinnen und Bürger, die das Impfzentrum mit einem Termin aufsuchen, werden vorrangig geimpft.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Wir haben den Wendepunkt der Impfkampagne erreicht: In den vergangenen Wochen und Monaten haben die begrenzt verfügbaren Impfdosen das Impfgeschehen gebremst. Das hat sich inzwischen geändert. Nun sind genügend Impfdosen vorhanden. Jeder ab 16 Jahren kann sich daher nun auf vielfältigen Wegen impfen lassen. Wir wollen maximale Flexibilität schaffen. Und auch die Kreise und kreisfreien Städte dürfen gerne kreativ werden. Einige sind bereits mitten in den Planungen. Es gibt bereits Städte, die bei Diskomusik und alkoholfreien Cocktails impfen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Genauso muss es laufen.“

Trotz nach wie vor rund 80.000 Impfungen pro Tag in Nordrhein-Westfalen und steigender Impfquoten haben die Impfzentren eine rückläufige Nachfrage nach Impfterminen festgestellt. Insbesondere in der kommenden Woche stehen noch rund 300.000 Termine zur Verfügung. Die sinkende Nachfrage in den Impfzentren trifft auf eine aktuell gute Impfstoffverfügbarkeit. Ziel der neuen Angebote vor Ort ist es, diejenigen Menschen zu erreichen, die sich bislang noch nicht um einen Impftermin bemüht haben oder unentschlossen sind. Die mobilen Angebote vor Ort können variieren, da die Kreise und kreisfreien Städte diese eigenständig durchführen. Das Land wird die entsprechenden Impfdosen dafür bereitstellen. Ob die Zweitimpfung vier Wochen später an der gleichen Örtlichkeit oder alternativ im Impfzentrum stattfinden wird, erfahren die geimpften Personen bereits unmittelbar bei der Erstimpfung.

Gesundheitsminister Laumann: „Es freut mich sehr, dass die Kreise und kreisfreien Städte so viel Engagement an den Tag legen und flexibel auf neue Entwicklungen reagieren. Allen, die daran beteiligt sind, gilt mein herzliches Dankeschön – auch den Beschäftigten in den Impfzentren, die es nicht immer leicht hatten. Gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen hat man auch dort schnell zum Beispiel auf die Umstellung der Zweitimpfungen bei AstraZeneca reagiert. Das ist nicht selbstverständlich, und ich weiß, wie viel Einsatz dahintersteckt.“

Das Gesundheitsministerium wird die „Woche des Impfens“ mit der Kampagne #Beatthevirus in den sozialen Medien unterstützen, die kurzfristig auf das Thema „Impfen“ umgestellt wird.

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AHA-Regeln und Testen als Pandemiebremse

Region/Mainz – Ministerpräsidentin Malu Dreyer stellt mit Forscherteam neue Ergebnisse der großen Gutenberg COVID-19 Studie vor. Nach neun Monaten intensiver Forschung haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Gutenberg COVID-19 Studie (GCS) der Universitätsmedizin Mainz, eine der größten und umfassendsten Studien ihrer Art in Deutschland, wichtige neue Erkenntnisse gewonnen. Diese sind ein entscheidender Baustein, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie und Wege zu ihrer Bewältigung besser abschätzen zu können. Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch betonten bei der Vorstellung in der Staatskanzlei die Relevanz der Studie, die Aufschluss unter anderem zur Dunkelziffer des Infektionsgeschehens, der Bedeutung der Schutzmaßnahmen und der Testungen sowie zu den sozialen und seelischen Auswirkungen der Pandemie gebe. An der Präsentation in der Staatskanzlei nahmen neben dem Sprecher der Studienleitung, Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild, auch der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, und der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, teil.

„Wissenschaft ist der Schlüssel für die Herausforderungen unserer Zeit. Die Forschungserfolge der vergangenen Jahrzehnte haben es beispielsweise dem Mainzer Unternehmen BioNTech möglich gemacht, innerhalb eines dreiviertel Jahres einen vollkommen neuen Impfstoff zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Die Früchte der Wissenschaft erntet man nicht unbedingt schnell. Ein langer Atem zahlt sich auch in der Forschungsförderung aus. Darauf basiert auch die Gutenberg Gesundheitsstudie, auf die die GCS aufsetzt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die nun zutage geförderten Ergebnisse hätten nicht nur in der Rückschau einen hohen Erkenntnisgewinn, sondern sie lieferten notwendige Fakten, um das kommende Vorgehen daran auszurichten.

So ist eine der Kernaussagen der Studie, dass mehr als 40 Prozent aller mit SARS-CoV2 Infizierten nicht von ihrer Infektion wissen. „Wir haben in Rheinland-Pfalz sehr schnell auf flächendeckende Testangebote gesetzt. Mit unserem Projekt ‚Testen für Alle‘ hatten wir mehr als 1.700 Teststellen im ganzen Land eingerichtet. Hier konnten viele Infektionen entdeckt werden, die sonst verborgen geblieben wären, und die Ausweitung der Pandemie so gebremst werden“, so die Ministerpräsidentin.

Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass gerade die recht niedrigschwelligen Vorgaben wie die AHA-Regeln in der Praxis einen hohen Nutzen haben. „Menschen, die häufiger Maske getragen oder sich häufiger an die Abstandsregeln gehalten haben, haben sich im Rahmen der Studie auffällig seltener infiziert. Das bestätigt auch, dass unser Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz mit Maske und Co. eine richtige Entscheidung war und mit Sicherheit zur Reduktion der Infektionszahlen deutlich beigetragen hat“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Eine weitere Aussage der Studie ist gerade für die Impfkampagne, die sich nun an einem Wendepunkt befindet, von großer Bedeutung, erläuterte die Ministerpräsidentin. „Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass eine besonders schutzbedürftige Gruppe, nämlich die Menschen mit niedrigerem sozioökomischen Status, eine niedrigere Impfquote aufweisen. Genau hier wollen wir gezielt ansetzen. Wir planen stärker dahin zu gehen, wo die Impfquote niedrig ist und viele Menschen zusammenkommen. Dort wollen wir unbürokratisch, unkompliziert und schnell Schutzimpfungen anbieten. So hoffen wir, passgenaue Angebote vor allem für die zu machen, für die das bisher nicht so möglich war – und damit die Impfquote im Land weiter zu erhöhen.“ Ministerpräsidentin Malu Dreyer lobte dabei ausdrücklich, dass die Studie auf einem so breiten Datenfundament steht. „Seit 2007 werden Gesundheitsdaten von 15.000 Personen aus Rheinhessen erhoben. Die Gutenberg Gesundheitsstudie ist damit eine der größten lokalen Gesundheitsstudien der Welt geworden. Mit unserer Förderung auf Landesebene sowie durch die Förderung im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung können wir Mittel für die Gutenberg COVID-19 Studie zur Verfügung stellen, die direkte Erkenntnisse zum pandemischen Geschehen für unser Land liefern und darüber hinaus noch eine Strahlkraft über die rheinland-pfälzischen Grenzen hinaus erzeugen können.“

Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch schloss sich den Worten an. „Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen in die praktische Anwendung gebracht werden, um so den größtmöglichen Mehrwert für unser Leben zu sichern. Wir können als Land langfristig von den Ergebnissen der Gutenberg COVID-19 Studie profitieren“, sagte Hoch. „Der große Nutzen der jetzigen Ergebnisse ist ein weiterer Nachweis, welch große Bedeutung die Universitätsmedizin Mainz für unser Bundesland und die Rhein-Main-Region besitzt. Die Universitätsmedizin leistet angesichts der Pandemie Herausragendes. Und sie ist ein wesentlicher Baustein des kreativen und lebendigen Forschungsumfeldes in Mainz, das die Möglichkeiten geschaffen hat, einen Erfolg wie BioNTech möglich zu machen.“ Hoch kündigte darüber hinaus an, dass die Studie fortgeführt werden solle. „Wir nutzen dazu weiter die Fördermöglichkeit des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. In der kommenden Phase soll die Universitätsmedizin bis zum 30. Juni 2023 mit einem Fördervolumen von knapp 1,5 Millionen Euro unterstützt werden. Es soll dann die detaillierte Auswertung der vorliegenden Daten und Biomaterialien sowie die zusätzlichen Datenerhebungen bezüglich neuer Aspekte, wie Impfungen, Mutationen und Langzeitfolgen erarbeitet werden.“

„Die Corona-Pandemie hat den Stellenwert der Universitäten für die Entwicklung unserer Gesellschaft deutlich in das Bewusstsein gerückt. Gerade Mainz als international renommierter Standort für die Lebenswissenschaften wurde seiner gesellschaftlichen Verantwortung in der Pandemie gerecht. So auch mit der Gutenberg COVID-19 Studie“, erklärte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Georg Krausch. „Einzigartig bei dieser Studie ist die sehr große repräsentative Stichprobe der Bevölkerung in Verbindung mit der Verfügbarkeit vielfältiger epidemiologischer Daten sowie Bioproben zu jedem einzelnen Teilnehmer. So werden die generierten Erkenntnisse wichtige Informationen auch für den Umgang mit zukünftigen Pandemien liefern.“

„Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher haben unglaublich schnell auf die neuen Forschungsfragen reagiert und diese wichtige Studie ins Leben gerufen. Es erfüllt mich mit Dank und Stolz zu sehen, wie diese Studie zum Wohle der Gesellschaft und ihrer Gesundheit jetzt schon Früchte trägt und auch zukünftig tragen wird,“ unterstrich der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, die besonderen Leistungen der Forscherteams. Und ergänzte: „Gerade ihre Aktualität, ihre Interdisziplinarität und die Tatsache, dass sie auf der sehr erfolgreichen Gutenberg Gesundheits-Studie aufsetzt, sind ein deutlicher Beleg dafür, dass die Universitätsmedizin Mainz patientenorientiert forscht und die gewonnenen Erkenntnisse wichtig sind.“

Der koordinierende Studienleiter Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild verdeutlichte das Potenzial der Gutenberg COVID-19 Studie: „Wir verfolgen langfristig das Ziel, mit den Analysen zu den Auswirkungen der SARS-CoV2-Pandemie auf die Bevölkerungsgesundheit Ansätze für die Bekämpfung der Infektion zu identifizieren. Unsere Studie bietet hierzu die besondere Möglichkeit, vielschichtige und tiefgreifende Auswertungen durchzuführen. Neben den umfangreichen Informationen, die wir unter anderem mit Interviews, Fragenbögen und einer Web-App ermittelt haben, können wir auch auf Biomaterialproben, die klinisch-molekulare Untersuchungen zur SARS-CoV-2-Infektion erlauben, beispielsweise aus Blut, Stuhl oder auch dem Tränenfilm der Studienteilnehmenden, zurückgreifen. Zudem stehen umfassende, seit 2007 erhobene Vordaten der Gutenberg Gesundheits-Studie zu den Studienteilnehmenden zur Verfügung, die für eine Bewertung der Gesundheit im Verlauf besonders wichtig sind. Viele aktuelle Untersuchungsergebnisse sind auf unserem Studien-Dashboard online einsehbar, und zahlreiche wissenschaftliche Analysen werden in den kommenden Monaten folgen. Wir danken sehr herzlich für die Unterstützung und Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz, den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE / REACT-EU), die ReALity-Initiative der Lebenswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und das Nationale Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin, die die Durchführung des Projektes erst möglich gemacht haben.“

Aus der interdisziplinären Gutenberg COVID-19 Studie der Universitätsmedizin Mainz gehen zum Abschluss ihrer ersten Projektphase zahlreiche wichtige Erkenntnisse über die kurz- und langfristigen Folgen der SARS-CoV-2-Pandemie auf die Bevölkerungsgesundheit hervor.

Die multimodal erhobenen Daten der 10.250 Studienteilnehmenden im Alter von 25 bis 88 Jahren der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen sind repräsentativ für die Untersuchungsregion. Erfasst wurden unter anderem Informationen zur körperlichen und seelischen Gesundheit, den ergriffenen Präventionsmaßnahmen sowie über den Alltag, die Lebens-, Arbeits- und Wohnbedingungen und die Lebensqualität der Menschen während der Pandemie. Ihre Analyse lässt Rückschlüsse zu auf das lokale Pandemiegeschehen und liefert zudem Erkenntnisse, die grundsätzlich relevant sind für die Pandemiebekämpfung.

So lieferte die Untersuchung wichtige Hinweise zur Dunkelziffer hinsichtlich des Infektionsgeschehens. Bei etwa 3,7 Prozent der Teilnehmenden wurde bis Anfang April eine vergangene oder akute, wissentliche oder bislang nicht diagnostizierte Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dies entspricht basierend auf den schon vorliegenden Daten bis Anfang Juli, aktuell einem Anteil von ungefähr 6,3 Prozent in der Bevölkerung. Der Lagebericht des Dashboards des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom 02. Juli 2021 beschreibt im Vergleich einen Anteil von 4,6 Prozent wissentlicher Infektionen in Deutschland. Etwa 42 Prozent der betroffenen Menschen wussten demnach nicht von ihrer vergangenen Infektion. Männer waren häufiger unwissend infiziert, ebenso ältere Studienteilnehmende: Der Höchstwert lag bei etwa 63 Prozent bei den 75- bis 88-Jährigen. Der hohe Anteil an unerkannten Infektionen verdeutlicht, dass eine systematische Testung wichtig ist, um eine Ausbreitung des Virus und damit auch eine mögliche erneute Infektionswelle frühzeitig erkennen zu können.

Derzeit zeigt sich allerdings, dass sich die Bevölkerung immer seltener testen lässt. Insbesondere in den Gruppen der vollständig geimpften und genesenen Personen ist die Anzahl der Testungen rückläufig: Betrug die Testrate der Personen, die bereits über einen vollständigen Impfschutz verfügten, Ende April 2021 knapp 30 Prozent, so sank der Wert auf aktuell rund 15 Prozent. Da jedoch auch in diesen Personengruppen potenzielle Infektionsträger sind, müssen sie in die regelmäßige Testung weiterhin eingebunden werden, um andere Personen zu schützen und ein bestmögliches Frühwarnsystem zu gewährleisten.

Die Einhaltung der AHA-Regeln reduziert das SARS-CoV-2-Infektionsrisiko. Die Studienergebnisse zeigen eindeutig, dass das ständige Einhalten des Mindestabstandes eine effektive Präventionsmaßnahme ist. Für die Studienteilnehmenden, die konsequent den Mindestabstand gewahrt haben, betrug das Infektionsrisiko die Hälfte von dem der Probanden, die selten oder nie die Abstandsregeln beachtet haben. Förderlich für den Schutz vor einer Infektion sind aber auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und Home-Office: Bei jenen Personen, die regelmäßig einen Mund-Nasen-Schutz trugen, fand sich ein um 34 Prozent niedrigeres Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion im Vergleich zu Personen, die ihn nie oder nur selten trugen. Bei Berufstätigen, die ausschließlich im Home-Office arbeiteten, zeigte sich ein um rund 31 Prozent niedrigeres Infektionsrisiko im Vergleich zu Erwerbstätigen ohne Home-Office. Die Daten unterstreichen die Effektivität der Präventionsmaßnahmen und ihre Bedeutung in der Pandemiebekämpfung.

Das Forscherteam der Universitätsmedizin Mainz konnte in der Bevölkerungsstichprobe keine Anzeichen dafür finden, dass Kinder im Haushalt das Infektionsrisiko mit dem Corona-Virus erhöhen. Für dieses Risiko ist jedoch die Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen von Bedeutung: So liegt der Anteil einer SARS-CoV-2-Infektion bei Haushalten, in denen vier oder mehr Personen zusammenleben, verglichen mit Zwei-Personen-Haushalten um etwa 30 Prozent höher.

Menschen mit niedrigerem sozioökomischen Status sind eine besonders schutzbedürftige Gruppe. Sie haben ein höheres Infektionsrisiko – weniger aufgrund ihres Verhaltens, sondern eher aufgrund ihrer Lebensverhältnisse. Eine Ursache hierfür sind unter anderem prekäre Wohnverhältnisse: Diese Betroffenen weisen ein 1,6-fach erhöhtes Infektionsrisiko auf. Die niedrigere Impfbereitschaft und Impfquote weisen auf ein Optimierungspotenzial für die Steuerung der Impfkampagne für diese Personengruppe hin. In diesem Kontext ist es auch von Bedeutung, dass das durchschnittliche Nettoeinkommen bei rund 16 Prozent der Bevölkerung gesunken ist und dies insbesondere wiederum die einkommensschwächeren Haushalte stärker betrifft: In der armutsgefährdeten Einkommensgruppe ist das Einkommen bei mehr als jeder vierten Person gesunken. Einkommensverluste lagen in den einkommensstarken Gruppen wiederum nur bei etwa jeder sechsten Person vor – bei allerdings auch gleich häufigen Vorkommen von Einkommenssteigerungen.

Weitere Studienleiter der Gutenberg COVID-19-Studie sind Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Psych. Manfred Beutel (Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie), Univ.-Prof. Dr. Karl Lackner (Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin), Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel (Direktor des Zentrums für Kardiologie, Kardiologie I), Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (Direktor der Augenklinik und Poliklinik) und Univ.-Prof. Dr. Konstantin Strauch (Direktor des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik).

Weitere Informationen zur Studie: www.gutenberg-covid19.de sowie GCS Dashboard

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„Mayors for peace“: Flagge weht erstmals am Aachener Rathaus

Aachen – Endlich war es soweit: Nachdem bereits am 22. Januar die „Mayors for peace“-Flagge an Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und die stellvertretende StädteRegionsrätin, Elisabeth Paul, überreicht wurden,  ist sie heute, Donnerstag, 8. Juli am internationalen „Mayors for peace“-Tag, am Aachener Rathaus erstmalig mit einer Hochbühne ausgefahren und gehisst worden.

Vier mal 2,5 Meter gegen Atomwaffen: Seit heute weht die „Mayors for peace“-Flagge am Aachener Rathaus. Foto: © Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Bürgermeisterin Hilde Scheidt erklärt: „Der heutige Tag ist nicht nur ein Zeichen gegen Atomwaffen, sondern auch gegen das stattfinden von Atomwaffenmanövern und Atomenergie. Die Flagge stellt ein Bekenntnis der Stadt Aachen dar, denn Öffentlichkeit kann man nur in der Öffentlichkeit selbst herstellen.“ Die vier Meter breite Flagge soll voraussichtlich für eine Woche das Rathaus verzieren.

Auch Elisabeth Paul verkündet: „Mit Freude feiern wir heute nicht nur den 25sten Jahrestag der Entscheidung des Gerichtshofs für Menschenrechte in Den Haag. In diesem Jahr ist auch endlich der Atomwaffenverbotsvertrag der UNO in Kraft getreten. Dafür setze ich mich schon seit vielen Jahren ein. Deshalb ist es mir auch persönlich sehr wichtig, dass heute in Aachen und auch vor dem Haus der StädteRegion die Flaggen der ‚Mayors for peace‘ gehisst werden. Wir zeigen Flagge als Zeichen für die Regierungen, die Forderung der Bevölkerung nach einer atomwaffenfreien Welt wahrzunehmen, zu respektieren und in nationales Recht umzuwandeln.“

40 bis 60 Atomsprengköpfe rund um Aachen

Dr. Odette Klepper, von den Aktionsbündnissen „Deutsche Sektion der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V.“ (IPPNW) und „Keine Atombomben rund um Aachen“, erläutert: „Atomwaffen sind in unserer Welt irgendwie versteckt, die Bevölkerung bekommt es nicht mit. Die Waffen werden immer schneller und kleiner, die Vorwarnzeit geringer und Algorithmen entscheiden über das Einschlagsziel.“ In einem Umkreis von unter 100 Kilometern um Aachen werden 40 bis 60 Atomsprengköpfe gelagert, auch das belgische Atomkraftwerk Tihange liegt nur 64 Kilometer entfernt.

Kristina Blömer, von der Internationalen Katholischen Friedensbewegung pax christi Aachen, betont, dass sie „den Druck aus der Bevölkerung transportieren und weiterleiten“ möchten, ähnlich, wie dies auch zum Thema Tihange zu überregionalen Aktionen und Berichterstattungen führte. Deshalb habe man sich auch am „Aachener Appell“ beteiligt, der nachdrücklich auf diese aktuelle, nukleare Bedrohung aufmerksam machen soll.

„Mayors for peace“

Die 1982 durch Takeshi Araki, dem damaligem Bürgermeister von Hiroshima, gegründete Organisation „Mayors for peace“, hat sich den Weltfrieden und die globale atomare Abrüstung zum Ziel gesetzt.

Aktionsbündnis „Keine Atombomben rund um Aachen“

Das Aktionsbündnis „Keine Atombomben rund um Aachen“ möchte Deutschland zum Beitritt des in diesem Jahr in Kraft getretenen UNO Atomwaffenverbot-Vertrags bewegen. Das Bündnis besteht aus der DFG-VK Gruppe Aachen (Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegener*innen), pax christi Aachen, VVN/Bda Aachen (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) und der IPPNW Aachen.

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Für mehr Attraktivität und Qualität: Voreifelbahn wird ausgebaut und elektrifiziert

Region/Rheinbach/Köln – NVR gründet mit Partnern das Bündnis Voreifelbahn und stellt Planungen bei Online-Konferenz mit Hendrik Wüst, Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, vor +++ 100 Millionen Euro wurden bereits investiert. Der Nahverkehr Rheinland (NVR) und die Deutsche Bahn (DB) planen den Ausbau und die vollständige Elektrifizierung der Strecke von Bonn über Euskirchen bis nach Bad Münstereifel.

Die sogenannte Voreifelbahn hat große Bedeutung für die Anbindung der Kreise Rhein-Sieg und Euskirchen an das Ballungszentrum Bonn. Am Mittwoch, 07. Juli 2021, hat Verkehrsminister Hendrik Wüst MdL an einer interkommunalen Voreifelbahn-Konferenz mit allen Projektbeteiligten teilgenommen. Zum Abschluss der Konferenz wurde zudem eine Urkunde zur Gründung des „Bündnisses Voreifelbahn“ unterzeichnet: Damit soll der Ausbau des wichtigen Infrastrukturprojektes noch stärker vorangetrieben werden.

Teilnehmende der Onlinekonferenz und Vertreter*innen der Bündnispartner. Foto: NVR GmbH/Smilla Dankert

„Eine moderne Verkehrspolitik ist der beste Klimaschutz. Deshalb muss Deutschland wieder Bahnland werden. Dafür brauchen wir eine bessere Schieneninfrastruktur, gerade im ländlichen und suburbanen Raum. Der Ausbau der Voreifelbahn wird künftig den Rhein-Sieg-Kreis und den Kreis Euskirchen noch besser an das Ballungszentrum Bonn anbinden und wird für Pendler eine echte Alternative zum Auto. So wird Mobilität in Nordrhein-Westfalen besser, sicherer und sauberer“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst MdL.

v.l. während der Talkrunde zu sehen: Christian Golenia (DB Netz AG), Landrat Sebastian Schuster, Moderatorin Brigitte Mackscheidt, NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober und Landrat Markus Ramers. Foto: NVR GmbH/Smilla Dankert

NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober: „Wir wollen noch besser werden und Angebotsqualität und Zuverlässigkeit deutlich erhöhen. Die Streckenabschnitte zwischen Alfter-Witterschlick und Meckenheim-Kottenforst sowie zwischen Rheinbach und Swisttal-Odendorf sollen auf einer Gesamtlänge von rund 12 Kilometern zweigleisig ausgebaut werden. Hierdurch erhöht sich die Betriebsqualität, da sich entgegenkommende Züge störungsfrei begegnen können.“

„In Summe sorgen die Maßnahmen für eine deutliche Attraktivitätssteigerung für die Voreifelbahn. Durch die geplanten Ausbaumaßnahmen wird die Streckenkapazität spürbar erhöht, wodurch die Taktverdichtung erst ermöglicht wird. Die Züge der Voreifelbahn werden dann zudem leiser und umweltfreundlicher unterwegs sein“, erläutert Christian Golenia, Leiter Betrieb, Fahrplan, Vertrieb und Kapazitätsmanagement Region West bei der DB Netz AG. Eine im Auftrag des NVR erstellte Machbarkeitsstudie bescheinigt dem Ausbau der Voreifelbahn ein herausragend gutes Nutzen-Kosten-Verhältnis.

Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner ist überzeugt: „Der Einstieg in das Projekt der S 23 konkretisiert die für die Bundestadt Bonn bedeutsamen S-Bahn-Planungen für eine gute Anbindung Bonns und ihre noch engere Verknüpfung mit dem Umland. Der Ausbau und die Elektrifizierung der Voreifelbahn werden einen nachhaltigen positiven Impuls für die Region bringen.“

Für den Rhein-Sieg-Kreis sagte Landrat Sebastian Schuster: „Die Voreifelbahn ist bekanntermaßen ein wichtiger Baustein für die schnelle Anbindung eines Teils des linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreises an das Oberzentrum Bonn. Mit dem »Bündnis Voreifelbahn« geben alle Beteiligten noch einmal ein deutliches Signal für den erforderlichen Ausbau. Ich verspreche mir von diesem Streckenausbau neben der Beschleunigung auch eine Verbesserung bei der Zuverlässigkeit.“

Der Euskirchener Landrat Markus Ramers sagte: „Die Verkehrswende in der Region kann uns nur gelingen, wenn wir gemeinsam intensiv den Ausbau der klimafreundlicheren Schiene vorantreiben. Und das auch bis in die Fläche. Durch den Ausbau erlangt die Voreifelbahn mehr Attraktivität und Qualität. Somit steigert er auch die Attraktivität des Kreises Euskirchen als Wohn- und Wirtschaftsstandort.“

Infrastrukturausbau bringt neue Impulse für die Region
Geplant ist, dass an der gesamten Strecke Oberleitungen installiert werden und in Euskirchen ein sogenanntes Umrichterwerk errichtet wird, um die Voreifelbahn mit Strom zu versorgen. Nach dem Ausbau soll der Takt der Voreifelbahn, in deren Verbesserung bereits mehr als 100 Millionen Euro investiert wurden, verdichtet werden: Auf dem Streckenabschnitt Bonn – Euskirchen soll sie künftig im 20-Minuten-Takt (statt alle 30 Minuten) fahren. Zwischen Bonn und Rheinbach soll der in der Hauptverkehrszeit bestehende 15-Minuten-Takt zu einem 10-Minuten-Takt verdichtet werden. Bad Münstereifel soll weiterhin im Stundentakt bedient werden. Für den skizzierten Leistungsausbau sollen spurtstarke Elektrotriebfahrzeuge sorgen, deren Einsatz die Fahrtzeit zwischen Bonn und Euskirchen verkürzen wird.

Hintergrund Bündnis Voreifelbahn
Das Bündnis Voreifelbahn will den Ausbau der Voreifelbahn über die Grenzen von Gebietskörperschaften und Parteien hinweg vorantreiben. Ihm gehören neben dem NVR und der DB der Rhein-Sieg-Kreis, der Kreis Euskirchen, die Städte Bonn, Meckenheim, Rheinbach, Euskirchen und Bad Münstereifel sowie die Gemeinden Alfter und Swisttal an.