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Wechseljahre der Frau: Welche Rolle spielt die Hormon-Ersatztherapie? – Dienstag, 13. Juli Telefon-Sprechstunde

Region/Mayen-Koblenz – Fachärztin des MVZ Mittelrhein informiert am Dienstag, 13. Juli, in einer Telefonsprechstunde. Das Eintreten der Wechseljahre bedeutet eine gewaltige hormonelle Umstellung im Leben einer jeden Frau. Hitzewallungen, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen sind unter anderem Begleiterscheinungen, die während dieser Zeit auftreten können. Viele Frauen leiden stark unter den Symptomen und verspüren eine verminderte Lebensqualität. Eine Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern und den Frauen mehr Lebensqualität zurückzugeben, ist die Hormonersatztherapie, bei der fehlende Hormone künstlich ersetzt werden.

In einer Telefonsprechstunde am Dienstag, 13. Juli, gibt Mihaela Popova, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, zum Einsatz und Ablauf der Hormonersatztherapie, Auskunft. Zwischen 17 und 18 Uhr ist sie unter Telefon 0261 499-1451 zu erreichen. Die Fragen können neben Deutsch auch in Englisch, Bulgarisch und Russisch gestellt werden.

Die Telefonberatung ist ein Angebot des GK-Mittelrhein, um auch in Zeiten der Corona bedingten Kontaktbeschränkungen in gewohnt kompetenter Weise mit Patienten und Interessierten in den Austausch zu gehen. Abgedeckt werden ausgewählte Themen der Informationsreihe „Patienten fragen – GK-Mittelrhein antwortet“. Wie kann man mitmachen? Einfach im genannten Zeitraum die angegebene Telefonnummer wählen, mit etwas Glück durchkommen und die gewünschte Frage zum Thema stellen.

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„Eichhörner“ frönen 25km/h-Lust

Vussem – Vussemer Frauen und Männer hat das Zweitaktfieber gepackt – Mofa-Fahren „entschleunigt“ – Tüfteln und schrauben gehört dazu – Erster Auffahrunfall – Neuer Vussemer Verein von Ex-Junggesellen gegründet – Ellen Vogels Hercules-Traum wird (endlich) wahr.

Mofa-Fahren ist nicht nur was für „coole Männer“, sondern auch was für Frauen, sagen, v.l.: Ellen Vogel, Lena Bruns und Katharina Kreuzmann. Vorne die zehnjährige Paula, die sehnsüchtig darauf wartet 15 zu werden, um den Führerschein für das motorisierte Fahrrad machen zu können. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Junggesellen haben ein großes Problem: Nach der Hochzeit sind sie dem Single-Verein quasi entwachsen. Was man(n) dann macht? Einen Alt-Junggesellenauffangverein gründen? „Nee“, formiert sich eindeutig Protest. In Vussem frönen sie lieber einer neuen Leidenschaft: dem Mofa-Fahren. Gemeinsam mit Frauen, denn das weibliche Geschlecht ist bei der Bande genauso willkommen. Als Untersatz wurden Vehikel aus früheren Zeiten entmottet und ausgewählte Oldtimer kurzerhand im Internet ersteigert. Der typische Zweitaktduft der Fahrräder mit Hilfsmotoren zieht in Vussem nun immer häufiger durch die Lüfte.

Jugenderinnerungen werden wach angesichts des Fuchsschwanzes am Lenkrad, dem Hand rechts oder links rausstrecken, wenn man abbiegen will, dem Treten des Pedals zum Starten. Aber sind wir ehrlich: Damals war es für die Jugend vor allem das Symbol für Glückseligkeit, es war die Chance dem eigenen, engen Dorfradius zu entfliehen, ohne Eltern mobil zu sein, ein Gefühl von grenzenloser Freiheit – zumindest solange man das nötige Kleingeld zum Tanken hatte. Heute wiegen andere Eigenschaften der „Mopeds“ oder „Töfflis“ wie sie die Schweizer liebevoll nennen. „Es entschleunigt“, so Tobias Kreuzmann (36), wenn man mit 25 km/h durch die Lande fährt.

Letztlich sind er und seine Kumpels aus der Nachbarschaft, Tim Ohles (23) und Swen Bruns (33) „Schuld“ am Zweitaktfieber. Das Vussemer Trio hat die Idee geboren. Sie sind die Gründungsmitglieder des Vereins, der sich „Evil Eichhorns Mofasport Bande“ taufte. „Die Idee war schon lange da. Uns hat aber die zeitliche Ressource gefehlt, das umzusetzen. Das ist tatsächlich eine ganze Menge Arbeit.“ Nicht das Fahren an sich, sondern vielmehr den Untersatz fahrbar zu machen. Denn, so Kreuzmann: „Die Mopeds werden selten in gutem Zustand gekauft, sondern eher mit viel Fleiß und Liebe parat gemacht.“

„Etwas verwahrlost“

Tobias Kreuzmann brauchte sein 40-Jahre-altes eingemottetes Gefährt, eine Hercules Prima 4S „nur“ reaktivieren. 20 Jahre wartete das gute Stück in Mamas Gartenhaus auf die nächste Ausfahrt. „Etwas verwahrlost“, wie Kreuzmann zugibt. Tim Ohles und Swen Bruns taten es ihm gleich und gruben ihre Vehikel ebenfalls aus. Dann wurde gemeinsam geschraubt und getüftelt, die ersten Touren rund um Vussem und in die Eifel gestartet, sogar 180 Kilometer nach Bad Breisig absolviert und nicht zuletzt ein eigenes Mofa-Vereins-Manifest geschrieben mit Verhaltensregeln und „was wir so vorhaben“, sagt Kreuzmann.

Der Verein wuchs und wuchs, fast von alleine. Vor der Haustür, unter Freunden, Nachbarn und Passanten traf man leicht auf Gleichgesinnte im Herzen. „Geil, Mofa!“, höre man dann. „Sobald einer mal nur testweise die Straße hoch und runtergefahren ist, hat es ihn gepackt“, berichtet Ohles. Bruns beschreibt: „Ist wie Fahrradfahren, nur halt nicht so anstrengend.“ Technikwissen benötige man als Vereinsmitglied nicht zwingend: „Wer nicht schrauben kann, dem wird geholfen.“

So wird Mofa für Mofa neu aufgebaut, lackiert, jedoch soweit wie möglich im Original belassen. Fehlende Ersatzteile werden nicht nur im Internet gesucht und ersteigert: „Es gibt tatsächlich auch gute Shops“, so Kreuzmann. Für einst gängige „Hercules“-Maschinen bekäme man fast alles, für „Solo“ sei es vergleichsweise schwerer. Letztere, ein ebenfalls deutscher Hersteller, hat heute nur noch Klein- und Flugmotoren, Pflanzenschutz- und Blasgeräte sowie Trennschleifer im Programm.

„Aus Versehen“

Unter den Vereinsmitglieder-Mofas sei ohne Zweifel das schönste restaurierte Hercules von Lena Bruns mit Baujahr 1976. „Aus Versehen“, sei sie auf das Schmuckstück gestoßen. „Ohne wirklich hinzugucken, habe ich bei der Suche im Internet auf das Angebot geklickt“, sagt sie lachend. Heute erst ist ihr klar, dass sie mit ihrem Glück ein richtiges Schnäppchen ersteigert hat. „Top in Schuss“, sei das Moped. Einen extra Mofa-Führerschein habe sie nicht. Mit ihrem Autoführerschein sei das Zweitaktmotorfahren mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h aber inklusive.

Sie sei sofort angefixt gewesen, als ihr erstmals der Plan vom Mofa-Club zu Ohren gekommen war. „So coole Hobbies gibt es immer nur für Männer“, beneidete sie die „Jungs“ zunächst bis sie hörte, dass auch Frauen selbstverständlich mitmachen dürfen und sollen. Im Moment ist die Verteilung ausgewogen, sechs Frauen, sechs Männer, schwingen sich in den „Sattel“ der kleinmotorigen Fahrräder. „Mega“, sagt sie, sei die erste Tour mit den Gleichgesinnten gewesen.

Schon von weitem sind die „Eichhörnchen“ zu sichten, nicht nur, weil sie meist im Rudel fahren, sondern an ihrem gemeinschaftlichen Vereinsoutfit: Hemd, schwarz-weiß-kariert für die Männer, pink-weiß-kariert für Frauen, das Vereinslogo ziert den Rücken, selbstgemachte Pins (wie es sie in den 80er-Jahren gab) die Ärmel.

Erster Auffahrunfall

Trotz, dass der Verein noch jung ist, haben sie alle jetzt schon viel zu erzählen. Der erste Auffahrunfall innerhalb der Gruppe an einer Ampel ist erlebt. Und mehr, sagt Carsten Vogel: „Wir könnten auch eine Statistik anfangen, wie viele Mofas auf so einer Ausfahrt nicht nur ausfahren, sondern auch wieder heimkommen.“ Sind halt alles Oldtimer, mit denen gefahren wird. „Neu gibt es die gar nicht mehr“, fügt Bruns erklärend hinzu. 19.254 Kilometer stehen auf dem Tacho von Lutz Gülden und seiner Herkules Prima 5 – er hat damit die meisten.

„Was das Schöne am Verein ist, wir sind nicht mehr wie bei den Junggesellen an eine Altersstruktur gebunden“, sagt Ohles. Auch die zehnjährige Paula wartet jetzt schon sehnsüchtig darauf, endlich 15 zu werden, um den Mopedführerschein zu machen.

Aber auch Träume macht der Verein wahr – wie bei Ellen Vogel: „Ich habe 1979 den Führerschein gemacht und dann hatte ich eine blaue Peugeot. Die wollte ich aber eigentlich gar nicht. Viel lieber wäre mir eine Hercules gewesen.“ Das Peugeot-Modell war aber nun mal günstiger und mit Nebenjobs finanzierbar gewesen. Jetzt, mit 58 Jahren, endlich, besitzt sie ihr Traummofa und düst damit glücklich mit den anderen „Eichhörnern“ durch die Lande.

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Sporthilfe RLP und LSB verabschieden ihre Spitzenathlet*innen auf digitalem Weg in Richtung Olympische und Paralympische Spiele in Tokio

Region/Mainz – Die olympische Flamme hat gerade Tokio erreicht – und auch die rheinland-pfälzischen Spitzenathlet*innen sind schon Feuer und Flamme für das Mega-Ereignis in Fernost: Das wurde am Freitagabend deutlich, als der Landessportbund und die Sporthilfe RLP das TEAM TOKIO Rheinland-Pfalz auf digitalem Weg in Richtung Olympische und Paralympische Spiele verabschiedete.

Eine digitale Verabschiedung – das hatte es noch nie gegeben in der Geschichte des rheinland-pfälzischen Sports. 19 Athlet*innen wurden im Studio in der Rheinallee zugeschaltet oder präsentierten sich in Videobotschaften, in denen sie sich auch für die famose Unterstützung durch die Sporthilfe RLP sowie deren Partner, Sponsoren und Kuratoren bedankten. Einzig Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul stand im Stau, konnte so kein Statement mehr abgeben – und verpasste während der Live-Sendung auch die freundliche Botschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Mit Slalomkanutin Ricarda Funk sowie den Ruderern Richard Schmidt und Jason Osborne sind drei Medaillenkandidat*innen bereits vor Ort in Japan. „Es regnet hier wie sau“, lieferte Funk in ihrer Videobotschaft gleich einen aktuellen Wetterbericht. Die Europameisterin und Weltcupgesamtsiegerin peilt bei ihrer Olympia-Premiere ebenso Edelmetall an wie Osborne, der direkt nach Olympia Radprofi wird. Athletensprecher Schmidt verriet, dass er der sich mit der Nationalmannschaft seit einer Woche im Land der aufgehenden Sonne befindet. „Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, es ist schwülwarm hier“, berichtete der Olympiasieger, der nach eigener Aussage „voller Vorfreude“ ist. Genauso wie die vier „Zweikämpfer“ Jasmin Grabowski, Martyna Trajdos (beide Judo), Denis Kudla (Ringen) und Jonathan Horne (Karate). Während 91-Kilo-Mann Kudla im Gespräch mit dem Moderator und SWR-Sportexperten Christian Döring live aus dem Trainingslager in Litauen verriet, wie er bis zu seinem ersten Kampf „noch vier Kilo runterschrubben“ will, machte der hünenhafte Karate-Weltmeister Horne deutlich: „Für mich ist es ein Riesending, dass ich an den Spielen teilnehmen kann. Und ich bin mir sehr sicher, dass ich gut abschneiden werde.“

Das kann Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer nicht von sich behaupten – denn die Deutsche Meisterin vom AV 03 Speyer hat sich am Mittwoch bei einer Kniebeuge einen Bandscheibenvorfall zugezogen. „Blöder Zeitpunkt – aber ich versuche, optimistisch zu bleiben“, kommentierte Schweizer, deren großes Ziel Paris 2024 bleibt. Wie Schweizer war auch Radsportlerin Hannah Ludwig überraschend nominiert worden. Die Frau vom RSC Stahlross Wittlich war aus Benelux zugeschaltet. Teamsprinter Timo Bichler präsentierte sich nach seinem schweren Sturz im Herbst bestens erholt und durchaus zuversichtlich.

Einiges vorgenommen haben sich auch die Leichtathlet*innen. Die Stabhochspringerin und promivierte Psychologin Lisa Ryzih („Ab 4,80 bis 4,90 Meter wird man erst um die Medaillen mitspringen können“), Stabhochspringer Oleg Zernikel („Um unter die Ersten zu kommen, muss man vielleicht sogar sechs Meter springen“) und Zehnkämpfer Kai Kazmirek („Man muss um die 8.600 Punkte hinlegen, um die die Medaillenränge zu kommen – es wird ein Kampf über zwei Tage“) gaben passgenaue Einschätzungen, was nötig sein wird, um Edelmetall zu schnappen. Und plauderten nebenbei noch aus dem Nähkästchen. Zernikel, als Kind in Kasachstan groß geworden und als Aussiedler nach Deutschland gekommen, erzählte, dass das das Paket mit seiner 86-teiligen Olympiaausstattung noch immer nicht eingetroffen ist. Speerwerfer Julian Weber rekapitulierte, es sei „ein Riesenschock“ gewesen, als er im Mai positiv auf Corona getestet worden war. „Wohl falsch positiv“, wie sich später herausstellte.

Dass in Tokio keine Zuschauer zugelassen sind, bedauern die RLP-Asse durch die Bank. „Das ist natürlich unheimlich schade“, konstatierte Florettfechter Peter Joppich, der schon zum fünften Mal unter den olympischen Ringen aktiv ist – und keine Prognose wagte, was sein Abschneiden anbelangt. Ganz anders als Sitzvolleyballer Francis Tonleu, der im Gegensatz zu den anderen Para-Sportler*innen Hanne Brenner, Dr. Angelika Trabert und Heiko Wiesenthal nicht persönlich mit dem Moderator sprechen konnte, dafür aber eine herzliche Grußbotschaft sandte. „Für mich ist das eine Art Traum, in Tokio dabei zu sein“, formulierte der Andernacher, der „unbedingt Gold mit nach Hause bringen“ will – und eigentlich keine Zweifel hegt, dass dies gelingen wird. Dass er überhaupt von Gold träumen könne, habe er „euch Sponsoren zu verdanken – ihr habt immer an uns geglaubt“. Joppich zeigte sich wie auch Zernikel („Die Sporthilfe hat mich immer sehr gut unterstützt – ohne sie würde ich nicht hier vor der Kamera sitzen, sondern wäre jetzt vielleicht KfZ-Mechatroniker“) begeistert vom tollen Grußpaket der Sponsoren meinte mit Blick auf die Sporthilfe RLP: „Ich genieße die Förderung schon sehr lange – ohne sie wäre es gar nicht möglich, an der Spitze mitzumachen“. Horne befand: „Die Unterstützung der Sporthilfe ist mehr als wichtig – ich bin dankbar, dass es sie gibt.“

Solche Worte hörten die Kuratoren, Sponsoren und Förderer der Sporthilfe natürlich gerne. „Für uns war es wichtig, dass wir auch in der Corona-Krise ein zuverlässiger Partner des Sports und auch der Spitzensportler*innen sind“, betonte Jürgen Häfner, Stiftungsvorstand und Geschäftsführer von Lotto RLP, stellvertretend für die vielen engagierten Unterstützer. „Kommt gesund wieder“, rief Elke Rottmüller, Vorsitzende des Vorstands der Sporthilfe RLP, allen Tokio-Fahrern zu. „Wir werden euch einen tollen Empfang bereiten.“ Dies bekräftigten die für Leistungssport zuständige LSB-Vizepräsidentin und Bahnsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte („Es kribbelt bei mir und ich hätte Lust, mit nach Tokio zu fliegen“) sowie LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick, der von einem „schönen Tag“ und einem „besonderen Gefühl“ sprach und klarstellte: „Wir müssen nicht immer nur von Medaillen reden. Unsere Athlet*innen messen sich mit den besten der Welt – wenn jede/r seine beste Leistung bringt, ist das schon ganz toll.“

Die Veranstaltung kann on demand unter https://www.youtube.com/watch?v=QzbXVODDLNI verfolgt werden.

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Schritt für Schritt wird das „Durchstarten in Aachen“ aufgebaut

Aachen – Sie waren Kinder oder Jugendliche, als sie ihr Spielzeug, Kameraden, Nachbarn, oft die ganze Familie verlassen mussten. Manchen von ihnen gingen auf ihrer Odyssee die Eltern verloren, andere wussten nicht einmal mehr ihren Namen, viele sind traumatisiert. Heute blicken die inzwischen herangewachsenen Mädchen und Jungen einer ungewissen Zukunft entgegen. „Mit dem Status ‚geduldet‘ steht ihnen offiziell kein geförderter Deutschkurs zu, sie werden zwar versorgt, aber nicht konkret integriert“, weiß Iris Kreutzer, Leiterin der Geschäftsführenden Stelle eines besonderen Projekts beim Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration der Stadt Aachen. Mit dem Programm „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“, einer Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen, das dafür 50 Millionen Euro ausgibt, hat sich in ihren Augen eine Tür geöffnet. Es bietet den 18- bis 27-jährigen aus Ländern wie Afghanistan, dem Irak, den Westbalkanländern, Guinea, Bangladesch oder Pakistan, eine reelle Chance auf ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben.

Das NRW-Projekt, das man Ende 2019 startete und das nach Stagnation durch die Corona-Pandemie bis Mitte 2023 verlängert wird, ist in seinem Umfang und seiner Fülle von Bestimmungen Respekt einflößend, doch Iris Kreutzer hat viel Erfahrung, unterstützende Vorgesetzte und ein gutes Team. Insgesamt wirken 73 Städte und Kreis mit.

„Ohne Sprache geht gar nichts“

Für die Region wandelte man das Motto um in „Durchstarten in Aachen. Qualifizierung und Sprachtraining für junge Geflüchtete“ und nennt dabei sofort das Kernanliegen. „Ohne Sprache geht gar nichts“, betont Iris Kreutzer. „Hinzukommen Schreiben und Lesen, wer vielleicht die Schrift seiner Kultur beherrscht, kommt häufig nicht klar mit dem, was man hier in der lateinischen Schrift bewältigen muss. Weiterhin ist für viele Alphabetisierung dringend notwendig.“

Gemeinsam mit engagierten Kooperationspartner*innen entwarf man in Aachen einen Handlungsrahmen aus sechs praktikablen Förderbausteinen, die kombinierbar sind und so nicht nur die Integration verbessern, sondern gleichfalls für junge Erwachsene die Möglichkeit bieten soll, in absehbarer Zeit ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Schritt für Schritt wird das „Durchstarten“ aufgebaut. Der Beginn ist stets ein Beratungsgespräch mit einem(r) Teilhabemanager*in, bei Bedarf ein ganz individuelles Coaching, gefolgt von berufsbegleitender- oder berufsvorbereitender Qualifizierung und Sprachförderung, sowie Schulabschlüssen. Die Stadt erhält dafür ein Fördervolumen von 545.524 Euro. Zusätzlich fördert sie je nach Baustein mit einem Eigenanteil von 20 Prozent. Ins Spiel kommt zudem ein Innovationsfond für besondere, innovative Maßnahmen, den das Land zusätzlich finanziert.

„Durchstarten funktioniert nur gemeinsam“

„Durchstarten funktioniert nur gemeinsam. Die Bereitschaft zur Mitwirkung ist in Aachen sehr hoch“, betont Iris Kreutzer. Neben dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Aachen übernehmen langjährig erfahrene Qualifizierungsträger und Einrichtungen Verantwortung. Mit dabei sind Picco Bella gGmbH, Sozialwerk Aachener Christen, low-tec gemeinnützige Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Düren mbH, QualiTec GmbH der Handwerkskammer Aachen, Sprachenakademie Aachen gGmbH, Volkshochschule Aachen (College), Jugendberufshilfe Stadt Aachen sowie die Berufskollegs Mies-van-der-Rohe, Käthe Kollwitz, Gestaltung und Technik der Städteregion.

Wir sind gut vernetzt, arbeiten mit Jobcenter und Agentur für Arbeit zusammen. Ich selbst bin seit langem aktiv im Arbeitskreis Arbeitsmarkt, dem die Kammern angehören, das nutzen wir und haben dadurch überall Ansprechpartner*innen“, berichtet Iris Kreutzer.

Die Zielgruppe musste ermittelt werden

Mit Schaffung dieser Strukturen entwickelten sich klare Wege des Handelns. „Jeder Mensch ist unterschiedlich in seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten“, sagt die Organisatorin. Zunächst galt es allerdings, die Zielgruppe überhaupt zu ermitteln, was der Datenschutz stark einschränkte. „Unglaublich, allein in NRW sind es rund 23.000 junge Menschen, aber es ist nicht so einfach, sie zu finden“, weiß Iris Kreutzer. Da im eigenen Fachbereich Einblick in das Ausländerzentralregister möglich ist und die Sozialdienste, die in den städtischen Übergangsheimen aktiv sind, sehr mit unterstützen, konnten bisher in Aachen 46 Frauen und 182 Männer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren in das Projekt aufgenommen werden.

„Die Teilnahme ist freiwillig und beginnt bei uns mit einem persönlichen Gespräch. Ich weiß, dass das vielen schwerfällt, weil sie bereits häufig mit Ämtern zu tun hatten und ihnen jeder Kontakt mit Behörden zunächst Angst macht, aber das ist bereits der erste Schritt in der zukünftigen Entwicklung zur Selbsthilfe.“ Bereits im ersten Gespräch wird klar, dass es meist die mangelnden Sprachkenntnisse oder fehlenden Qualifikationen sind, die jungen Geflüchteten im Wege stehen. „Sie haben keinen Anspruch auf einen Integrationskurs, die Schwierigkeiten kommen spätestens, wenn es um einen Job oder eine Ausbildung geht“, weiß Iris Kreutzer.

Ratgeber, die unterstützend zur Seite stehen

Die Teilhabemanger*innen und Coaches haben viel Erfahrung. Sie wissen, dass es wichtig ist, wie man mit den Leuten umgeht, dass man sie respektiert“.

Die Teilhabemanger*innen wiederum arbeiten sehr eng mit den Coaches zusammen. „Ein Coach hat maximal 20 Klienten, um die er oder sie sich kümmern, man schätzt für etwa ein halbes Jahr“. Der erste und wichtigste Schritt: Vertrauen schaffen. Der zweite Schritt: Dem Gegenüber signalisieren, dass man da nicht jemanden hat, „der alles macht“, sondern einen Ratgeber, der unterstützend zur Seite steht. Sie helfen, dass sich die jungen Ratsuchenden mit ihren eigenen Stärken und Fähigkeiten auseinanderzusetzen, helfen ihre Potenziale zu erkennen. Sie unterstützen auch beim Ausfüllen von Formularen, bei Wegen zu Ämtern oder anderen wichtigen Terminen. Iris Kreutzer: „Wir fördern, damit diese jungen Menschen mittelfristig ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten können. Ebenso fordern wir aber auch. Wer sich freiwillig gemeldet hat, dann aber mehrfach nicht zu den Terminen oder Maßnahmen erscheint ist „raus“. Andere können nachrücken“.

„Durchstarten in Aachen“ bietet jungen Geflüchteten eine Vielzahl an Qualifizierungen und Unterstützungsmöglichkeiten, von denen ein Großteil der bisher 228 aktiven Personen sehr erfolgreich profitiert.

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Auch im Kreis Euskirchen „Freies Impfen“ im Impfzentrum Marmagen ab Montag, 11. Juli

Euskirchen – Ab Montag Corona-Impfung ohne Termin im Regionalen Impfzentrum. Die Zeit des Impfstoffmangels ist auch im Kreis Euskirchen vorbei. Mittlerweile verfügt das Impfzentrum in Marmagen über ausreichend Corona-Impfstoff, so dass ab dem kommenden Montag „Freies Impfen“ ohne Terminbuchung angeboten wird! Montags bis samstags von 15 bis 19 Uhr kann jeder Impfwillige ab 16 Jahren ohne Termin ins Regionale Impfzentrum des Kreises Euskirchen kommen, um sich dort impfen zu lassen. Mehr als der Personalausweis und – wenn vorhanden – das gelbe Impfheft sind nicht notwendig.

Aufgrund der hohen Liefermengen kann zudem jeder vor Ort seinen Impfstoff frei wählen. „Es war noch nie so einfach wie jetzt, sich impfen zu lassen“, sagt Landrat Markus Ramers. „Und eine hohe Impfquote ist das beste Mittel, um möglichst gut durch eine vierte Corona-Welle zu kommen.“

Zweitimpflinge müssen beachten, dass zwischen der ersten und zweiten Impfung mindestens vier Wochen liegen. Auch Genesene, deren Erkrankung vor mindestens sechs Monaten war und die daher nur eine Impfung benötigen, können sich impfen lassen. Es wird dringend darum gebeten, nicht wahrgenommene Termine bei der niedergelassenen Ärzteschaft oder im Impfzentrum abzusagen.

„Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu immunisieren“, so Landrat Ramers. „Wir hoffen, dass viele Menschen, gerne auch Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren, diese Möglichkeit wahrnehmen. Ihre zweite Impfung könnte dann noch in den Sommerferien erfolgen, so dass zu Schuljahresbeginn der vollständige Impfschutz vorhanden ist.“

Wer lieber einen festen Termin buchen und eventuelle Wartezeiten vermeiden möchte, kann dies natürlich nach wie vor über die Kassenärztliche Vereinigung tun: entweder telefonisch unter 0800 116 117 01 oder online unter www.116117.de.

Für Kurzentschlossene lohnt sich zudem täglich ein Blick auf die Reststoff-Börse des Kreises Euskirchen. Hier werden täglich überzählige Impfdosen aus nicht wahrgenommenen Terminen bzw. aus angebrochenen Vials zur Buchung freigegeben. Wer über diesen Weg spontan einen Impftermin bucht, erhält zur Bestätigung kurzfristig einen Anruf des Impfzentrums. https://corona.kreis-euskirchen.de/restdosen

Der Kreis Euskirchen bereitet aktuell auch mobile Impfangebote vor.

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Nächsten Montag sind Impfungen ohne Termin im Kreis Düren möglich

Düren – Impfungen ohne Termin! Das ist am kommenden Montag, 12. Juli, im Impfzentrum des Kreises Düren möglich. Von 16 bis 20 Uhr können alle ab 16 Jahren ohne vorherige Terminvereinbarung  ins Impfzentrum Am Ellernbusch 18-20 in Düren kommen und sich die wichtige Impfung geben lassen.

„Ich appelliere an jeden, der bisher die Möglichkeit einer Impfung noch nicht wahrgenommen hat, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen, um sich und andere zu schützen“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn auch mit Blick auf die Delta-Variante. Impfen sei der einzige und beste Weg aus der Krise.  „Auch, wenn viele schon geimpft sind, darf die Motivation nicht nachlassen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, auch wenn die Zahlen niedrig sind.“ Das Angebot, sich ohne Termin impfen zu lassen, ist möglich, da kommende Woche deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

Weitere Impfangebote für die nächste Woche sind in der Planung, damit möglichst viele Menschen schnell den Schutz erhalten können. Der Kreis Düren wird rechtzeitig darüber informieren.

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„Inzidenzstufe 0“ auch in der StädteRegion Aachen ab dem heutigen Freitag, 09. Juli

StädteRegion Aachen – In der StädteRegion Aachen gilt ab heute die in der neuen Coronaschutzverordnung NRW neu eingeführte „Inzidenzstufe 0“. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist heute für die StädteRegion Aachen eine Inzidenz von 4 aus. Die Sieben-Tage-Inzidenz des Landes liegt bei 6.

Ab heute, 9. Juli, gilt eine angepasste Coronaschutzverordnung. Neu ist die „Inzidenzstufe 0“, die in Kreisen oder kreisfreien Städten greift, in denen seit mindestens fünf Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 10 unterschritten ist. Das ist in Stadt und StädteRegion Aachen nach den relevanten Daten des RKI ohne Unterbrechung seit dem 23. Juni 2021 der Fall. Einige der neuen Lockerungen greifen auch erst dann, wenn ebenfalls für das Land NRW die Inzidenzstufe 0 (auch hier seit mindestens fünf Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 10 unterschritten) gilt. Das ist ebenfalls gegeben.

Damit greifen ab heute viele weitere Lockerungen. Im Einzelnen sind das für die Stufe 0 (Sieben-Tage-Inzidenz 0-10)

Kontaktbeschränkungen    

  • Keine Beschränkungen
  • Mindestabstände als Empfehlung

Außerschulische Bildung

  • Kontaktdaten erheben, im Übrigen keine Beschränkungen

Kinder-/ Jugendarbeit         

  • Bei Ferienfreizeiten einmalige Testpflicht zu Beginn des Angebots, bei Kinder- und Jugendreisen zu Anfang und Ende des Angebots, ansonsten keine Einschränkungen mehr

Kultur

  • Bei Veranstaltungen (Theater, Kino, Konzert) wahlweise Test oder Sitzplan nach Schachbrettmuster, im Übrigen keine Beschränkungen
  • Ab 5.000 Zuschauerinnen/Zuschauern Test und Hygienekonzept erforderlich
  • Besuch von Museen usw. ohne Einschränkungen (Tragen einer Maske wird weiterhin empfohlen)
  • Musikfestivals etc. schon vor dem 27.08. zulässig

Sport 

  • Sportausübung ohne Beschränkungen
  • Sportveranstaltungen bis zu 25.000 Zuschauer, max. 50 Prozent der Kapazität.
  • Bis 5.000 Zuschauer außen ohne weitere Beschränkungen, innen mit Test oder Sitzplan im Schachbrettmuster und einer max. Auslastung von 33 Prozent der Kapazität.
  • Ab 5.000 Zuschauerinnen/Zuschauern Test und Hygienekonzept erforderlich

Freizeit          

  • Keine Beschränkungen, Kontaktnachverfolgung aufgehoben (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)
  • Betrieb von Clubs und Diskotheken innen erlaubt, mit Konzept, Kontaktnachverfolgung und Test

Einzelhandel 

  • Wegfall der flächenmäßigen Begrenzungen (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)
  • Maskenpflicht bleibt bestehen

Messen/ Märkte       

  • Keine Beschränkungen (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)

Tagungen/ Kongresse        

  • Keine Beschränkungen

Private Veranstaltungen     

  • Bei mehr als 50 Teilnehmenden Testpflicht, dann keine Beschränkungen. Ohne Test müssen Mindestabstände und Maskenpflicht ab 50 Teilnehmenden weiter beachtet werden.

Partys

  • Bei mehr als 50 Teilnehmenden Testpflicht, dann keine Beschränkungen.

Große Festveranstaltungen           

  • Mit Test erlaubt (wenn auch für das Land die Inzidenzstufe 0 gilt)

Gastronomie

  • Keine Einschränkungen, solange Abstand oder Abtrennung zwischen Tischen. Bedienpersonal mit Test (Selbsttest genügt) oder Maske.

Beherbergung/ Tourismus 

  • Kontaktnachverfolgung bleibt bestehen, Testerfordernis nur noch bei Gästen aus Gebieten mit einer Inzidenz über 10

    Da bei den niedrigen Zahlen schon kleinere Ausbrüche einen relevanten Effekt auf die Inzidenzen haben, hat das Land geregelt, dass eine automatische Hochstufung in die Inzidenzstufe 1 (mit allen bis gestern gültigen Regelungen) erst vorgenommen wird, wenn der Wert einer Sieben-Tages-Inzidenz von 10 wieder acht Tage hintereinander überschritten wird.

    Die Coronaschutzverordnung gilt bis zum 5. August. Die aktuellen Regelungen und die gesamte Verordnung findet man unter: https://www.land.nrw/corona

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Kehrpflicht in Mechernich

Mechernich – Ortsbürgermeister und Ordnungsamts-Chefin weisen auf Kehrpflicht hin, die regelt, dass samstags der Besen zu schwingen ist – Rinne und Bürgersteige sind sauber zu halten – Unrat und Kehrricht sofort zu beseitigen – Satzung und Liste der befreiten Straßenzüge sind unter www.mechernich.de abrufbar.

„Es trägt nicht zum Ortsbild bei“, stellt Schützendorfs Ortsbürgermeister Guido Lange unumwunden fest. Und meint damit, die mit Laub, Staub oder Dreck beladenen Gossen und angrenzenden Bürgersteige – nicht nur in seinem Dorf.

In der jüngsten Online-Konferenz der Ortsbürgermeister klagten die Vertreter ihr Leid, dass Bürger immer häufiger ihre Kehrpflicht nicht immer ernst nehmen würden. Früher sei es gute Sitte samstags die Straße vor der eigenen Haustüre zu kehren, heute müsse man immer häufiger an diese Pflicht erinnern und diskutieren.

Aber die Straßenreinigungssatzung der Stadt Mechernich – auch abrufbar unter www.mechernich.de – ist eindeutig. Unter Paragraph3 regelt sie klar „Art und Umfang“ der Reinigungspflicht. „Da ist genau beschrieben, was man machen muss“, betont auch Ordnungsamts-Chefin Silvia Jambor.

Regelmäßig

Speziell Fahrbahn und Gehweg sind demnach an Samstagen und an Tagen vor Feiertagen zu säubern. Dabei wird jahreszeitlich unterschieden: vom 1. April bis 30. September bis spätestens 19 Uhr, vom 1. Oktober bis 31. März bis spätestens 17 Uhr. Kehrricht und Unrat sind sofort zu entfernen und dürfen nicht vor Nachbargrundstücken, Kanälen oder Hydranten zurückgelassen werden.

„Wir legen sicher niemanden auf den Samstag fest, aber es muss wöchentlich und damit regelmäßig gemacht werden“, so Jambor weiter. Wenn nicht, kann die Stadt auch Bußgelder verhängen. Zuvorderst sind die Eigentümer des Hauses verantwortlich, gegebenenfalls geben sie diese Pflicht aber weiter an die Mieter.

„Manche Bürger nehmen die Kehrpflicht trotz Ansprache aber einfach nicht wahr“, so Lange: „Auch ist es besonders ärgerlich für die Anwohner, die der Kehrpflicht nachkommen und dann die Verschmutzungen derjenigen abbekommen, die nicht kehren.“

Welche Anlieger welcher Straßenzüge zu kehren haben, ist in einer Liste festgehalten – straßengenau. Sie ist der Satzung angehangen. „Es gibt letztlich nur wenige Ausnahmen. Wenn überhaupt, sind das Ortsdurchfahrten an Bundes- und Kreisstraßen.“ Zu den Ausnahmen gehören die Roggendorfer Landstraße, auch in Weißenbrunnen, sowie die Wallenthaler Straße in Denrath, außerdem die Friedrich-Wilhelm-Straße und im weiteren Verlauf die Heerstraße und Rathergasse in der Kernstadt. Dort übernimmt die Stadt bzw. der städtische Bauhof die Pflicht.

Straße, Bürgersteig & Rinnstein

„Überall anders muss der Anlieger reinigen“, betont Jambor. „Bis zur Straßenmitte mitsamt Bürgersteig und Rinnstein. Und Unkraut muss auch entfernt werden.“ Ortsbürgermeisterin von Harzheim, Petra Schneider, appelliert: „Es wäre schön, wenn sich einfach jeder im Ort daranhält.“ Bei Regen verstopften sonst schneller die Kanaleinläufe. Außerdem sei es solidarisch. Blätter, Dreck, Unrat verteilten sich schnell im Dorf.

„Ich stelle auch fest, dass sich neue Mitbürger dieser Pflicht überhaupt nicht bewusst sind“, fügt Björn Wassong, Ortsbürgermeister von Weyer hinzu. In Städten übernehme die Pflicht nämlich regelmäßig eine Kehrmaschine. Und auch ein Irrglaube geistere häufig als Gerücht durch die Gassen, nämlich, dass man Straßenreinigungsgebühren bezahle und deshalb nicht den Besen schwingen müsste.

Damit räumt Silvia Jambor auf: „Der Posten ‚Winterdienst und Straßenreinigungsgebühren‘ auf der Abrechnung beinhaltet, wo selber gekehrt werden muss, nur die Gebühren für den Winterdienst und nur dieser wird auch berechnet.“

Um „seine“ Bürger für ein sauberes Weyer zu gewinnen hat Björn Wassong sogar einen Flyer entwickelt und verteilt. „Wir machen Weyer (noch) schöner…“. Darin informiert er über das ehrenamtliche Engagement seiner Dorfverschönerungstruppe und appelliert: „Wenn jeder die Straße und den Gehweg vor seiner eigenen Haustür kehrt, leistet jeder einen kleinen Beitrag zum großen Ganzen!“

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Bürgermeister für den Frieden: Die Kupferstadt Stolberg zeigt Flagge gegen Atomwaffen

Stolberg – Dieses Jahr begehen die deutschen „Mayors for Peace“ am Flaggentag ein Doppeljubiläum: Vor 25 Jahren, am 8. Juli 1996, veröffentlichte der Internationale Gerichtshof in Den Haag ein bemerkenswertes Rechtsgutachten. Der Gerichtshof stellte fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Zudem stellte der Gerichtshof fest, dass eine völkerrechtliche Verpflichtung besteht, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.“ Damit steht das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes gleichsam am Anfang eines „Nach-Nuklearen“ Zeitalters. Um an dieses wegweisende Gutachten zu erinnern wurde vor 10 Jahren der so genannten Flaggentag in Deutschland eingeführt. Mittlerweile beteiligen sich deutschlandweit immer mehr Städte an der Aktion, rund 400 Bürgermeister*innen zeigen am 8. Juli Flagge gegen Atomwaffen. Zahlreiche Friedensinitiativen begleiten diesen Tag mit vielfältigen Aktionen.


v.l. Bürgermeister Patrick Haas mit Wolfgang Cornely beim Flaggenhissen. Foto: Tobias Schneider / Kupferstadt Stolberg

In diesem Jahr steht der im Januar in Kraft getretene Atomwaffenverbotsvertrag im Fokus des Flaggentages. Die Atommächte haben den Vertrag nicht unterzeichnet, und auch Deutschland ist dem Verbotsvertrag bislang nicht beigetreten. Weltweit appellieren die Mayors for Peace daher an ihre jeweiligen Staaten, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen, so auch in Deutschland an diesem Flaggentag.

Bürgermeister Patrick Haas, der sich heute gemeinsam mit Wolfgang Cornely als Vertreter von Amnesty International und der Stolberger Gruppe Z an der Aktion für eine atomwaffenfreie Welt beteiligt, erklärt:

„Noch immer verfügen die Atommächte über schätzungsweise 13.080 Atomwaffen. Waffenarsenale werden modernisiert und mehr Nuklearwaffen als bisher einsatzbereit gehalten. Das ist eine nicht hinnehmbare Entwicklung. Daher setzen wir uns als Bürgermeister am Flaggentag für die Abschaffung der Atomwaffen und einen Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag ein. Als ersten Schritt auf diesem Weg sollte Deutschland als Beobachter an der Vertragsstaatenkonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag in 2022 teilnehmen.“

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Insektenhotel für die Integrative Kindertagesstätte der Lebenshilfe Prüm e.V.

Prüm – Gemeinsam mit dem Energieversorger E.ON und dem EIFEL Strom hat die Regionalmarke EIFEL ein beispielhaftes Projekt realisiert. Insgesamt 16 Kindertagesstätten in der Eifel haben Insektenhotels erhalten. Dadurch soll den Kindern schon frühzeitig Wissen über die Umwelt und die heimischen Tierarten vermittelt werden.

Gebaut und montiert wurden die ansehnlichen Insektenhotels von der Europäischen Werkstätten Cooperation (EuWeCo) in Weinsheim.

Das Insektenhotel für die Integrative Kindertagesstätte in Prüm wurde jetzt durch den Geschäftsführer der Regionalmarke EIFEL, Markus Pfeifer, an Vertreter der Lebenshilfe Prüm und der Integrativen Kindertagesstätte, im Beisein von begeisterten Kindern offiziell übergeben.

Markus Pfeifer betonte bei der Übergabe, dass es der Regionalmarke EIFEL ein besonderes Anliegen sei, bei den Kindern schon früh ein Bewusstsein für die Umwelt zu vermitteln und gleichzeitig den Insekten einen geschützten Unterschlupf zum Nisten und Überwintern zu bieten. Schon seit vielen Jahren setze sich die Qualitätsmarke für den natur- und Umweltschutz in der Region ein.

Als 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Prüm, bedankte sich Aloysius Söhngen auch im Namen von Geschäftsführer Guido Kirsch und Vorstandsmitglied Mathilde Weinandy, herzlich für die beispielhafte Aktion der Regionalmarke EIFEL und ihren Partnern. Die Begeisterung bei den Kindern zeige, dass diese wertvolle Initiative auf großes Interesse schon bei den Kleinsten sorge.

Die Leiterin der Kindertagesstätte, Beatrix Hermann dankte ebenso herzlich und berichtete, dass die Kinder mit regem Interesse beobachten, was alles so um das neue Insektenhotel kreucht und fleucht.