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Benefiz-Kunstauktion ein großer Erfolg – Knapp 6.500 Euro für die Flutopfer

Wachtberg-Ließem – „Bald ist Weihnachten… und wenn Sie dann ohne Korallenkette dastehen?“, derart enthusiastisch legte sich Alfred Schneider als Auktionator ins Zeug, dass dieser Spruch zum „Running Gag“ des Abends wurde.

Sein fulminanter Einsatz bei der Vorstellung der Exponate hat sich gelohnt, dazu die große Mitbieter- und Kaufbereitschaft des Publikums. Knapp 6.500 Euro kamen bei der von den Künstlerinnen und Künstlern der diesjährigen Wachtberger Kulturwochen initiierten Benefiz-Kunstauktion zugunsten der Flutopfer im Rhein-Sieg-Kreis und an der Ahr zusammen. Insgesamt 71 zu versteigernde Positionen listete der kurzfristig erstellte Katalog zur Auktion auf, darunter Bilder unterschiedlicher Größe und Technik, von Öl, Acryl, Aquarell, Pastell über Linoldruck bis hin zu Enkaustik und Fotografie. Skulpturen und Objekte aus Bronze, Keramik, Gips, Pappmaché, Draht und Holz standen ebenso im Bieterstreit wie Bücher und Schmuck. Selbst Privatvorstellungen von Musikern und Literaten konnten ersteigert werden.

Mit Kunst Gutes tun… und das mit viel Spaß

Mit über 80 Besuchern war der Köllenhof in Ließem, wo die Auktion am letzten Augustsonntag stattfand, mehr als gut gefüllt. „Mit einer derart großen Resonanz haben wir gar nicht zu hoffen gewagt“, freuten sich dann auch Künstlerin Susanne Feldes, die die Idee zur Auktion hatte, und Marlies Frech als die für Kultur und maßgeblich für die Organisation der Wachtberger Kulturwochen und der nun erstmals ausgerufenen Auktion verantwortliche Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung. Und dann ging es auch schon Schlag auf Schlag… und das im wahrsten Sinne des Wortes. Alfred Schneider, Vorsitzender des Wachtberger Kulturfördervereins KuKiWa, schwang als Auktionator äußerst lustvoll seinen großen Holzhammer und bewies schon zu Beginn viel Kreativität in seiner neuer Rolle. Eine Aufgabe, die, wie er im Vorfeld eingeräumt hatte, auch für ihn eine Premiere sei. Gleich der Verkauf des ersten zu ersteigernden Objekts, eine verschlammte Weinflasche aus einem überfluteten Keller an der Ahr, Sinnbild dieser jüngsten Unwetterkatastrophe, entwickelte sich äußerst spannend, gingen doch Gebot und Gegengebot wie Pingpongbälle von der einen zur anderen Seite über die Köpfe der Besucher hinweg. Das Tempo hielt Schneider bei, Schlag auf Schlag wurden die weiteren Kunstwerke aufgerufen, am Auktionstisch präsentiert und an den Meistbietenden verkauft. Schneiders Spaß an der Aktion war ungebremst, mal pries er Bilder oder Objekte an, die doch „als Paar zusammengehören“ oder „zur einen noch die andere Dose“, oder, mit Blick auf bevorstehende Festtage, „zur Kette doch auch noch der Armreif“ und erst Weihnachten, ohne Korallenkette?!!

Bürgermeister Jörg Schmidt dankte den Gästen für deren tatkräftige Mitwirkung und allen Beteiligten, besonders aber Alfred Schneider für dessen vehementen Einsatz als Auktionator sowie allen Künstlerinnen und Künstlern für die gespendeten Kunstwerke. Nur einige wenige Arbeiten wechselten übrigens nicht den Besitzer. Insgesamt war die Veranstaltung ein großer Erfolg, so dass schon Fragen aufkamen, wann denn die nächste Auktion stattfinden würde.

Künstlerinnen und Künstler, von denen Werke in der Auktion zur Versteigerung anstanden: Annette Arndt alias Amelie Flow, Gudrun Berger, Norbert Bogusch, Band „One more cup of coffee“, Svetlana Bragina, Gitta Briegleb, Monika Clever, Manuela Damian, Gisela Dauster, Ernst Doll, Susanne Feldes, Michael Franke, Susanne Fuß alias Susanne Thomas, Irene Gantke, Gabi und Stefan Gessendorfer, Ingrid Griego, Sabine Güster, Michale Holstein, Ludwig Kessel, Catherin Klausch, Maria Kontz, Sia Korthaus, Ute Krueger, Ina Lehnertz, Wilfried Lülsdorf, Martina Mager, Beate Meffert-Schmengler, Ursula Mettbach, Birgit Pleines, Helga Raaf, Regine Reinelt, Uwe Riecken, Johanna Rupprecht, Werner Siebigteroth, Irmgard Treimer, Karin Weiss, Hiltrud Westheide, Dörte Winkler, Elisa und Robert Wittbrodt, Margret Zimpel. (mm)

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„Gemeinsam Eifel“ – 20.000 Euro von Urfey

Mechernich – Mechernich-Stiftung und „Gemeinsam Eifel“ erhalten Spende des Kommerner Elektronik-Fachmarkts Euronics, um Menschen zu helfen, die mit der Hochwasserkatastrophe in Not geraten sind.

„Helfen, wo wirklich Menschen in Not sind“, lautet das Selbstverständnis der Mechernich-Stiftung und „Gemeinsam Eifel“. Jetzt wurden die beiden Hilfsorganisationen von „Euronics“ aus Kommern mit einer großen Spende bedacht. Marianne und Vanessa Urfey überreichten insgesamt 20.000 Euro. Dabei waren sie privat mit ihrem Mann Heinrich selbst von der Hochwasserkatastrophe schwer betroffen. Das hielt die Familie Urfey dennoch nicht ab, in der eigenen Not an andere zu denken.

5.000 Euro gingen an die Mechernich-Stiftung, 15.000 Euro an „Gemeinsam Eifel“. „Schon seit Jahren pflegen wir eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, sagte Mechernich-Stiftungs-Vorsitzender Ralf Claßen. Denn vier Mal hat Familie Urfey die Mechernich-Stiftung bereits mit fünfstelligen Beträgen unterstützt. „Da habe ich vollstes Vertrauen. Das ist immer korrekt gelaufen“, lobt Marianne Urfey.

Sie ist nah dran an den Betroffenen: „Wir haben in unserem Geschäft mitbekommen, wie viele nicht versichert sind. Auch bei unseren Auslieferungen von Waschmaschinen und anderen Geräten sehen wir tagtäglich viel Leid. Aber wir sehen auch die Fortschritte und das wollen wir unterstützen.“

„Jeder Euro ein Lichtblick“

„Jeder Euro ist ein Lichtblick“, bedankt sich Ralf Claßen. Bis Freitag, 17. September können noch Anträge auf Hilfe bei der Mechernich-Stiftung abgegeben werden. „Wir machen kein Gießkannenprinzip. Wir schauen, wo Menschen im Stadtgebiet Mechernich sind, die das Geld dringend brauchen.“ Dabei werde als Grundlage eine Bewertungsmatrix genutzt, die auch soziale Faktoren berücksichtigt.

Stefan Michels, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Gemeinsam Eifel“, ist ebenso dankbar: „Wir freuen uns, dass wir bedacht wurden.“ Der Verein sei schließlich noch recht jung, sorge aber über ein gutes Netzwerk schon jetzt dafür, dass das Geld bei denjenigen ankommt, die es bitter nötig haben. Die Solidarität der Gemeinschaft nach dem Hochwasser habe ihn und seine Mitstreiter inspiriert den Verein zu gründen. Stefan Michels: „Jeder kennt jeden hier in Region, der eine hat Not, der andere kann helfen. Das ist Eifel und das wollen wir in dem Verein auch leben.“

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Peter Steingass erhält Silbertaler der Stadt Alsdorf

Alsdorf – Überraschung und Freude waren ihm ins Gesicht geschrieben. Aus den Händen von Bürgermeister Alfred Sonders erhielt Peter Steingass – nunmehr geschiedener Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing Alsdorf e.V. – bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins in den Seminarräumen der Stadthalle den Silbertaler der Stadt Alsdorf und durfte sich ins Gästebuch eintragen.

Über zehn Jahre war Peter Steingass Vorsitzender des Vereins, der neben der Organisation und Durchführung der großen Stadtfeste wie Frühlingsfest oder Europafest sowie dem Weihnachtsmarkt an der Burg noch an zahlreichen Aktionen, etwa „Sauber Alsdorf“ oder „Aldorfer Stadtgespräche“, federführend beteiligt war und ist. „Wer vorne steht, dem bläst auch schon mal ein strammer Wind ins Gesicht. Aber du hast in all den Jahren auf deine freundliche Weise und mit viel Geduld deinen Mann gestanden“, lobte der Bürgermeister. „Dafür möchte ich dir persönlich, aber auch im Namen deiner Heimatstadt, in der du so viel bewirkt hast, Danke sagen.“

Vor dieser Überraschung hatte es bereits eine weitere gegeben. Stefan Heffels, der mit einstimmigem Votum der anwesenden Mitglieder zum Nachfolger von Peter Steingass ins Amt des Vorsitzenden gewählt wurde, überreichte dem geehrten die Urkunde zum Ehrenvorsitz. „Im Namen der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing möchte auch ich dir für deinen unermüdlichen Einsatz für den Verein und für die Stadt danken“, sagte Stefan Heffels.

Diesem schlossen sich der Geschäftsführer Holger Bubel (im Amt bestätigt), der neu gewählte Schatzmeister Nijaz Ganic sowie die Beisitzer Waltraud Vorrath und Jörg Bosten, die den Vorstand komplettieren, an. Peter Steingass verschwindet aber nicht ganz von der Bildfläche. Als Mitglied des Partnerschaftskomitees der Stadt Alsdorf wir er ehrenamtlich die Freundschaften zu den Partnerstädten St. Brieuc, Brunssum und Hennigsdorf mit ausgestalten. (apa)

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Gedenk-Veranstaltung am Freitag 17. September 2021 auf dem Marienplatz in Gemünd

Schleiden – Gedenkveranstaltung mit gemeinschaftlichem Ausklang. Mit einer Gedenkveranstaltung am Freitag, dem 17. September 2021 ab 18:00 Uhr auf dem Marienplatz in Gemünd, möchte die Stadt Schleiden an die Nacht zum 15. Juli erinnern, den bei der Flut Verstorbenen gedenken aber auch Gelegenheit geben, sich auszutauschen.

Neben den Pfarrern Phillip Cuck und Erik Schumacher wird auch Bürgermeister Ingo Pfennings einige Worte an die Besucher richten. Im Anschluss sollen Gespräche und ein gegenseitiger Austausch den gemeinsamen Abend bestimmen. Für die Bewirtung sorgen die Metzgerei Heck und die Freiwillige Feuerwehr Gemünd.

Aus Anlass der Gedenkfeier hat der aus Einruhr stammende Musiker Frank Wiesen, einige seiner Kollegen aus Aachen, Köln und Euskirchen in die Eifel eingeladen. Für jeden der fünf Musiker war es selbstverständlich und eine Herzensangelegenheit, bei dieser Veranstaltung unentgeltlich mitzuwirken und so den Flutopfern und Helfern ein paar schöne Stunden zu bereiten. Die Musiker werden den Abend von circa 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr musikalisch begleiten. Gegen 21:30 Uhr soll die Gedenkveranstaltung dann ihr Ende finden.

„Die Geschehnisse der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 werden für immer in unser aller Gedächtnis bleiben: Neun geliebte Menschen haben ihr Leben in den Fluten verloren, die Leid und Zerstörung über unsere Region gebracht haben. Nachdem die akute Krisenphase nun langsam ausklingt, ist es an der Zeit innezuhalten und gemeinsam ihrer zu gedenken. Zum Verarbeiten der Geschehnisse gehören aber unbedingt auch Gespräche, um das Erlebte miteinander aufzuarbeiten. Deswegen war es mir wichtig, im Anschluss ein gemütliches Beisammensein anzubieten“, so Bürgermeister Ingo Pfennings. „Gemeinsam sind wir stark!“

Die Gedenkveranstaltung wird unter den am Tag gültigen Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung.  In Wartebereichen besteht eine Maskenpflicht.

 

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2000 Euro aus einer spontanen Sammlung für die Flutopfer an die Mechernich-Stiftung

Mechernich/Minden – Erst Manpower, dann Spenden. Hilfe von Rotem Kreuz zu Rotem Kreuz: DRK-Ortsverein Stemwede bei Minden war zuerst mit Einsatzmannschaft im Hochwassereinsatz am Bleiberg.  Zu einer nicht alltäglichen virtuellen Scheckübergabe an die gemeinnützige Mechernich-Stiftung kam es vergangenen Freitagabend nach Dienstschluss im Mechernicher Rathaus. Stiftungsvorsitzender und Stadtdezernent Ralf Claßen nahm einen symbolischen Überweisungsträger über 2000 Euro für die Hochwasseropfer in der Stadt am Bleiberg entgegen.

Parallel konnten die Mindener und Mechernicher Rotkreuzler sich selbst und die jeweils anderen rund 300 Kilometer entfernten Kameraden über Zoombildschirm sehen, links das DRK Stemwede mit Rotkreuzleiterin Susanne Altvater (vorne v.l.) und Einsatzleiterin Sabine Brandt, außerdem Günter Baumert, Natascha Bergen, Uwe Altvater, Anne Nergen, Cassandra Tacke und Lasse Fuchs – rechts (v.r.) DRK-Bereitschaftsleiter Sascha Suijkerland, der stellvertretende Rotkreuzvorsitzende und Diakon Manfred Lang sowie Stadtdezrenent und Stiftungsvorsitzender Ralf Claßen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Das Geld hatten die Angehörigen des Roten Kreuzes in Stemwede, Kreis Minden-Lübbecke im NRW-Regierungsbezirk Detmold, zusammengetragen. Es handelte sich um Einnahmen aus dem Rotkreuzshop „SiebenSachen“, die aufgestellte Spendendose während der Öffnungszeiten im Testzentrum und eine kleine Aufstockung durch den Rotkreuz-Ortsverein Stemwede.

Über das Geld freute sich nicht nur Stiftungsvorsitzender Ralf Claßen, sondern auch der Mechernicher Rotkreuz-Bereitschaftsführer Sascha Suijkerland und Diakon Manfred Lang, der stellvertretende Rotkreuz-Ortsvereinsvorsitzende von Mechernich. Sascha Suijkerland hatte am Tag und am Wochenende nach der Jahrhundertflut in der Eifel gemeinsam mit den DRK-Kameraden aus Stemwede im Einsatz gestanden.

Einsatzeinheit Minden 03 vor Ort

„Unsere Einsatzkräfte haben seither einen persönlichen Bezug zu Mechernich und Bad Münstereifel, wo etwa je 15 unserer Leute der Einsatzeinheit Minden 03 nach dem Hochwasser mit angepackt und geholfen haben“, berichtete Rotkreuzleiterin Susanne Altvater.

Obwohl der Ortsverein sehr klein sei, sei es gelungen, 2000 Euro für Mechernich zu sammeln, so die Stemweder DRK-Vorsitzende, die zusammen mit Einsatzleiterin Sabine Brandt, Günter Baumert, Natascha Bergen, Uwe Altvater, Anne Nergen, Cassandra Tacke und Lasse Fuchs bei der virtuellen Spendenübergabe dabei war.

Ralf Claßen berichtete, dass in der Stadt Mechernich 1300 Haushalte vom Hochwasser betroffen waren. 700 Familien, Einzelpersonen und Firmen hätten der Mechernich-Stiftung Geld zur Soforthilfe und Hilfe zur Verfügung gestellt. „Von fünf bis 100.000 Euro“, so Ralf Claßen, insgesamt etwa 640.000 Euro, sodass die gemeinnützige Bürgerstiftung mit Geldern des Kreises insgesamt fast eine Dreiviertelmillion Euro an Bedürftige vergeben könne.

„Im Dienst der Menschlichkeit“

„Im Dienste der Menschlichkeit“, ergänzte eine bescheidene Susanne Altvater: „Das ist ganz in unserem Sinne und der des Roten Kreuzes.“ Als sie sagte „Dann sind wir sicher eine der kleinsten Spenden?!“, verneinte Claßen energisch: „Ganz und gar nicht! Im Gegenteil – Ihre Spende ist sehr großzügig… Hier  zählt jeder Euro, jeder Cent, der hilft!“

Nach Sachspenden gefragt, zum Beispiel Möbel, sagte Ralf Claßen, das sei ein schwieriges Feld: „Vielleicht in ein paar Wochen und Monaten, wenn die Häuser wieder abgetrocknet sind, neuer Putz und Estrich eingebracht… Im Augenblick haben wir für Sachspenden gar keine Lagerkapazitäten, bis auf »weiße Ware«, Kühlschränke, Waschmaschinen, Gefriertruhen, Trockner – was wir noch brauchen können, sind Bautrockner, Kabeltrommeln, Heizungsradiatoren…“

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Großartige Resonanz beim Benefizbasar – „VordAHReifel hilft!“ in Ettringen

Ettringen/Vordereifel – Vergangenes Wochenende stand die Hochsimmerhalle in Ettringen gänzlich unter dem Motto „VordAHReifel hilft!“. An beiden Tagen konnten interessierte Besucher gespendete Gegenstände erwerben, um den Betroffenen der Flutkatastrophe im Juli zu helfen.

Neben Bekleidung und Schuhen aller Art für Damen, Herren und Kinder waren auch diverse Haushaltsartikel, Babyausstattung sowie viele Kinderspielsachen und -bücher erhältlich. Foto: Verbandsgemeinde Vordereifel

Alle Artikel waren Spenden von der Sammelaktion der Verbandsgemeinde Vordereifel in Reudelsterz, wovon viele Güter bereits ins Ahrtal gebracht wurden. „Es ist nahezu bestürzend, wenn man die unzähligen guten und funktionsfähigen Gegenstände sieht, die aus unserem alltäglichen Leben gespendet wurden und dieser Überfluss an Artikeln eigentlich gar nicht wirklich vermisst wird. Ein paar Gegenstände weniger machen da überhaupt nichts aus“, stellte Sophia Spitzley vom Orga-Team berührt fest.

Zudem wurden im Foyer der Hochsimmerhalle noch Kaffee und Kuchen zum Verkauf angeboten. Letztere nahmen zahlreiche Besucher auch gerne mit nach Hause, so dass an beiden Tagen mehr als 50 Kuchen über die Theke gingen.

Der Erlös des Basars kommt den Geschädigten der Starkregen- und Hochwasserkatastrophe zugute. Wie viele Einnahmen genau erzielt wurden, ermitteln die Organisatoren derzeit noch. Fest steht bereits jetzt, dass es ein gut vierstelliger Betrag sein wird.

Bürgermeister Alfred Schomisch zeigt sich begeistert über den regen Besucherandrang, aber auch vom großen Engagement der Ettringer Vereine: „Vielen Dank für die zahlreichen helfenden Hände bei der Umsetzung dieser tollen Aktion! Ich bin stolz über diese selbstlose Einsatzbereitschaft der Helfer. Aber schlichtweg sprachlos macht mich die Spendenbereitschaft der Besucher.“

Die örtlichen Vereine und die Ortsgemeinde Ettringen unterstützten den von der Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel organisierten Benefizbasar großzügig, sowohl personell als auch mit zahlreichen Kuchenspenden.

Mit von der Partie waren die Feuerwehr Ettringen und der DRK Ortsverein (Getränkeverkauf), die Kfd-Frauen und die Showtanzgruppe Ettringen (Kaffee- und Kuchenverkauf), der JSV 1900/26 e.V. und die Karnevalsgesellschaft (Empfangsdienst) sowie die Hochsimmergarde und weitere freiwillige Helferinnen und Helfer (Basaraufsicht).

„Als mich die Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel anfragte, ob sie die Hochsimmerhalle als Lager- und Austragungsort für den Basar nutzen darf, stand es für mich ganz außer Frage diese tolle Idee in vollen Zügen zu unterstützen,“ äußerte sich der Ortschef Werner Spitzley.

Die jetzt noch übrigen Sachen werden wohltätigen Organisationen überreicht.

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Neues Kurhaus Aachen – Knifflige Statikfragen sind gelöst – Sanierungsarbeiten nehmen wieder richtig Fahrt auf

Aachen – Das Neue Kurhaus ist seit jeher ein Gebäude mit einer spannenden und wechselvollen Geschichte. Unzählige, zum Teil bis heute unbekannte Anekdoten und Ereignisse haben sich hinter den historischen Gemäuern an der Monheimsallee abgespielt. Und auch in den Gemäuern mussten die städtischen Gebäudeexperten gemeinsam mit dem beauftragten Generalplaner in den vergangenen Monaten – in dem Fall unliebsame – Überraschungen hinnehmen. Denn vor allem bei rund 40 Decken im denkmalgeschützten Kurhaus stellten sich komplexe Fragen zur Statik.

Die Stadt Aachen informiert über den Sachstand beim Großbauprojekt. Fragen zur Statik von rund 40 Räumen und Decken haben die Fachleute in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Lösungen und Fahrplan stehen nun fest. Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Nach intensiven Untersuchungen und Umplanungen, die weiterhin mit allen Beteiligten intensiv vorangetrieben werden, liegen nun erste Lösungen für das weitere Vorgehen auf dem Tisch. Somit können die Sanierungsarbeiten beim Großprojekt „Revitalisierung des Neuen Kurhauses“ bald wieder richtig Fahrt aufnehmen. Dies verkündeten der städtische Beigeordnete Prof. Dr. Manfred Sicking, der technische Geschäftsführer des städtischen Gebäudemanagements Klaus Schavan und Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf am Montag, 13. September, im Rahmen eines Pressetermins vor Ort.

Ein Ort für alle Aachener*innen

Das Eurogress wird als Hauptnutzer mit den Flächen im neuen Kurhaus seine Kapazitäten und Möglichkeiten für Kongresse und Veranstaltungen deutlich steigern können. „Wir freuen uns vor allem darauf, die Tradition des Neuen Kurhauses als einen der beliebten Treffpunkte für Aachenerinnen und Aachener wie auch für Gäste unserer Stadt wiederzubeleben. Hier wurde miteinander gesprochen, gegessen und getrunken. Hier wurden besondere private Momente ebenso wie große gesellschaftliche Ereignisse zelebriert. So soll es auch nach dem Abschluss der Arbeiten wieder werden“, sagte eine zuversichtliche Kristina Wulf mit Blick auf das neue Kapitel in der wechselvollen Geschichte des Neuen Kurhauses.

Auch Manfred Sicking zeigte sich erfreut, dass nun gute Lösungen auf dem Tisch liegen. „Das Neue Kurhaus ist ein ganz besonderes Gebäude der Stadt Aachen. Die Entscheidung, wie es künftig genutzt werden soll, haben sich Verwaltung und Politik nicht leicht gemacht. Wichtig ist es nun, das Ziel im Blick zu behalten. Wir wollen eine neue attraktive Adresse für unsere Stadt und für alle Menschen schaffen.“

40 Räume und Decken unter die Lupe genommen

Stets den Fokus auf das Ziel hatte vom Start weg das städtische Gebäudemanagement. Daher war es dessen technischem Geschäftsführer Klaus Schavan und seinem Kurhaus-Team rund um Projektleiter Gerd Gerards enorm wichtig, eine im wahren Wortsinn tragfähige Lösung für die Anfang 2021 aufgekommenen Statikfragen zu finden. „Das ist uns gelungen“, sagte Schavan zufrieden. Der Prozess dahin war und ist durchaus für alle beteiligten Akteure herausfordernd, gab Schavan zu.

Man habe mit dem beauftragten Generalplaner Höhler + Partner um jede Detailfrage gerungen und sei weiterhin im ständigen und konstruktiven Austausch, um das Großprojekt weiter voranzubringen. Es wurden zusätzliche externe Fachleute hinzugezogen, Untersuchungen und Umplanungen vorgenommen. Das Ergebnis: Mit niedrigschwelligen Eingriffen in das Gebäude kann die Deckenstatik in allen Bereichen dauerhaft hergestellt werden. 40 Räume samt ihrer Decken wurden dafür genauestens unter die Lupe genommen. „Erst nach der grundlegenden Entkernung, als das Oberflächenmaterial von den Decken abgetragen war, konnten wir in einzelnen Rohdecken die Risse feststellen“, erklärte Projektleiter Gerd Gerards. Das Neue Kurhaus wurde vor über 100 Jahren errichtet. Beim Bau sind damals, so schlussfolgern die Fachleute heute, offensichtlich „kreative Lösungen“ angewandt worden. Konkret: Es wurde weniger Stahl eingebaut, als selbst nach damaligen Statikberechnungen hätte verwendet werden müssen.

Für die vorhandenen baulichen und statischen Defizite wurde jede einzelne Decke individuell untersucht, um einen Komplettabriss und Neuaufbau dieser Decken als historischer Bausubstanz zu verhindern. Durch Umplanung von Räumen zur Reduzierung der Auflasten, durch Reduzierung von Techniklasten unterhalb der Decken, sowie bei Bedarf durch nachträgliche Stützkonstruktionen, die denkmalgerecht eingebaut werden müssen, wurden Lösungen entwickelt. Auf diesem Wege konnten circa 750 Quadratmeter historisch wertvolle Deckenflächen und circa 350 Quadratmeter untergeordneter Deckenflächen vor dem Abriss gerettet und erhebliche Kosten und weitere Zeitverzögerungen verhindert werden.

Projektleiter Gerards. „Bei all diesen Maßnahmen standen die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, die Bedarfe der künftigen Nutzer, der Erhalt denkmalwerter Substanz sowie die Entwicklung möglichst wirtschaftlicher Lösungen im Vordergrund.“

Trotz statischer Probleme Fortschritte in der Sanierung

Verwaltung und Planer setzen alles daran, dass die Revitalisierung des Gebäudes bis Ende 2024 abgeschlossen werden kann. Höchste Priorität hatte und hat bei allen Planungen, sowohl die Qualität der Revitalisierung des Neuen Kurhauses als auch den Kostenrahmen zu sichern. Das Gebäudemanagement der Stadt geht aktuell davon aus, dass die Kostenberechnung von rund 50 Millionen Euro zu halten ist.

Neben den zu lösenden statischen Herausforderungen hat sich in den vergangenen Monaten hinter den Mauern des Neuen Kurhauses dennoch viel getan: Zu Beginn standen umfangreiche Schadstoffsanierung und Entkernungsarbeiten an. Parallel wurden aufwendige denkmalpflegerische Arbeiten vorgenommen. Zudem wurden Rohbauarbeiten im hinteren Gebäudebereich begonnen. Unter archäologischer Begleitung werden derzeit Aushubarbeiten für den künftig benötigten Sprinklertank sowie eine Erweiterung des Untergeschosses durchgeführt.

Die weiteren Beauftragungen unterschiedlichster Gewerke laufen nun mit Hochdruck an. „Wir sind zuversichtlich, dass es im Neuen Kurhaus bald schon wieder vor Bauarbeitern wimmelt und wir mit großen Schritten vorankommen“, sagte Klaus Schavan.

Clubnutzung im Untergerschoss

Neben der Schwerpunkt-Nutzung durch das Eurogress im kompletten Erdgeschoss und in größeren Teil des ersten Geschosses ist darin auch die Vermietung an externe Gewerbetreibende auf der ersten Etage vorgesehen. Im Untergeschoss – im einstigen Spielautomaten-Bereich des Casinos – wird auf rund 270 Quadratmetern der Musikbunker-Verein mit einem Kulturprogramm das Neue Kurhaus zusätzlich beleben. Die Aachener Politik hatte dem Musikbunker im Frühsommer 2021 den Zuschlag als künftigen Pächter gegeben.

Ein Gebäude mit einer mehr als 100-jährigen Geschichte

Das Neue Kurhaus in Aachen liegt seit über 100 Jahren sehr malerisch im Kurpark der Stadt Aachen und beherrscht die Szenerie gemeinsam mit dem angrenzenden Hotel Quellenhof sowie dem Eurogress. Im Jahr 1916 eröffneten Kurhaus befanden sich zwei Konzertsäle, Lesesäle, Raucherzimmer, Gesellschafts- und Spielräume sowie zwei so genannte Frauensäle. Zu den gastronomischen Einrichtungen gehörten ein Speisesaal sowie ein Weinsalon und mehrere Kaffeeräume.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude schwer beschädigt. Nach der Wiederherstellung erfolgte am 5. Februar 1953 die Wiedereröffnung mit einer Karnevalssitzung. Das Haus war seitdem Veranstaltungsort für Konzerte und Karnevalsevents, unter anderem auch für die Veranstaltung „Orden wider den tierischen Ernst“, bis 1976 die neugegründete Spielbank Aachen einzog. Seit Auszug der Spielbank im Jahr 2015 steht das Gebäude leer.

Mit der Sanierung des Neuen Kurhauses verfolgt die Stadt Aachen das Ziel, in Anlehnung an das ursprüngliche Konzept wieder eine attraktive Veranstaltungsstätte für die Bürger*nnen dieser Stadt zu schaffen, den Gemeinschaftssinn zu stärken und Gemeinschaft auch leben zu können. Insofern soll die Tradition des Neuen Kurhauses wiederaufleben. Es soll zukünftig wieder für Veranstaltungen aller Art nutzbar sein.

Weitere Infos zum Neuen Kurhaus: www.aachen.de/neueskurhaus.

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Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Kreis Düren – Jury bereist seit gestern die Dörfer

Düren – Wie kann das eigene Dorf zukunftsfähig bleiben? Welche kreativen Ideen und Konzepte gibt es, um den ländlichen Raum unter anderem im sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich gut aufzustellen? Diese Fragen stellen sich rund 25 Dörfer im Kreis Düren, die sich für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ angemeldet haben. Eine Fachjury ist seit dem 13. September unterwegs, um die teilnehmenden Dörfer zu besuchen und die Ideen und Konzepte der Bewohner genauer unter die Lupe zu nehmen.

„Im Kreis Düren gibt es ein enormes Zukunftspotenzial. Besonders der Strukturwandel fordert es, gute Ansätze und Lösungen zu finden. Ich freue mich, dass die Dörfer sich engagiert dafür einsetzen, auch in der Zukunft gut aufgestellt zu sein“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Zwei Wochen lang wird die Fachjury von Dorf zu Dorf reisen. Jedes Dorf stellt ihren Ort mit seinen Stärken und Schwächen vor und zeigt die Entwicklungspotenziale auf. Bewertet wird nach festgelegten Kriterien, die unter anderem die Konzeptentwicklung und die Verbesserung der Infrastruktur in den Fokus stellen, aber auch Ideen zur Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens. Neu in diesem Jahr ist das Kriterium des Gesamteindrucks, bei dem die Fortschritte für die Entwicklung des Dorfes und das Engagement der Dorfgemeinschaft eine wichtige Rolle spielen. Die sechs Personen starke Jury besteht aus Peter Wackers (Amtsleiter Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Stolberg), Monika Dahmen (Landfrauen Düren-Jülich), Günther Hieke (Förster a.D.), Axel Buch (Bürgermeister a.D.), Steffen Krüger (Stabsstelle Strukturwandel, Planung und Entwicklung, Gemeinde Inden ) sowie Josef Kranz (Bürgermeister a.D.). Die Organisation des Wettbewerbes im Kreis Düren übernehmen Anne Schüssler und Anna Hecker vom Amt für Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung des Kreises Düren.

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wird auf Kreis-, Landes- und Bundesebene ausgetragen. Der Wettbewerb im Kreis Düren ist auch ein Vorentscheid für den Landeswettbewerb, denn zwei Dörfer können sich für den Landeswettbewerb qualifizieren. Dieser wird nach den Sommerferien in NRW 2022 stattfinden.

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Für die Mechernich-Stiftung kamen 2.500 Euro zusammen

Mechernich-Lessenich – Lobenswertes Lessenich! „Wir hatten spontan zum Reibekuchenessen am Dorfgemeinschaftsraum eingeladen“, berichtete Lessenichs Ortsbürgermeister Marco Kaudel. Gefeiert wurde ein kleines Fest fröhlicher Momente, aber gleichzeitig auch der Hochwasseropfer in Mechernich gedacht und für sie gesammelt. 2.500 Euro überreichten die Organisatoren jüngst an Ralf Claßen, den Vorsitzenden der Mechernich-Stiftung, zu treuen Händen.

Rund 165 Lessenicher kamen zum Reibekuchenessen. Foto: Marco Kaudel/pp/Agentur ProfiPress

Der Einladung zum Zusammensein waren mehr als 165 Lessenicher gefolgt. „Alle haben fleißig Reibekuchen gegessen und darüber hinaus zusätzlich gespendet. Der Karnevalsverein die Kühlbachjecken und die Dorfgemeinschaft Lessenich haben Beiträge aus den Vereinskassen dazugegeben, so dass wir nun auf das stolze Ergebnis von 2.500 Euro kommen“, so Kaudel. Auch die Junggesellen unterstützten die Veranstaltung tatkräftig.

„Hoffnung für die Zukunft“

„Ein ganz großes Dankeschön an die Lessenicher für Ihre Hilfsbereitschaft und Solidarität. Das ist sehr schön, in diesen Zeiten mitzuerleben und gibt uns allen Hoffnung für die Zukunft, das gemeinsam schaffen zu können“, sagte Ralf Claßen zu den Organisatoren gewandt bei der Spendenübergabe im Rathaussaal: „Ich finde es ganz toll, was Lessenich da auf die Beine gestellt hat. Absolut lobenswert.“

„Die vergangenen Wochen werden uns wohl immer in Erinnerung bleiben, vielen stecken sie noch immer in den ‚Knochen‘, da das Hochwasser auch vor Lessenich nicht Halt gemacht hat“, sagte Marco Kaudel. Mit dem Fest habe man auch wieder etwas Normalität und Heiterkeit in den Alltag der Menschen bringen wollen. Für die Gäste spielte der Lessenicher Musikverein.

Das Reibekuchenessen war zuvor vom Ortsbürgermeister mit einer kleinen Ansprache eröffnet worden. Er dankte allen Helfern, die aus dem Ort und für den Ort im Einsatz waren oder sogar immer noch sind. Auch eine Schweigeminute für die Opfer der Flutkatastrophe wurde eingelegt. Eines der Opfer in Bad Münstereifel, eine junge Frau, komme gebürtig aus Lessenich und war stark im Dorf verbunden.

Der Erlös sei ganz bewusst in die Hände der Mechernich-Stiftung gelegt worden, betonte Kaudel bei der Scheckübergabe: „Das möchte sich von uns keiner auferlegen, zu entscheiden, wer bekommt 100, wer 500 Euro.“ Die Mechernich-Stiftung verteilt die Gelder an Betroffene im Stadtgebiet nach einer Bewertungsmatrix, die vorrangig soziale Faktoren, Einkünfte, Kinder, Familienstand und auch „versichert oder nicht versichert“ berücksichtigt.

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Erstes digitales „Festival der Vielfalt“ in Aachen

Aachen – Der „Tag der Integration“ hat zum ersten Mal in Form eines digitalen „Festivals der Vielfalt“ stattgefunden. Im Mittelpunkt stand die „Teilhabe“ in allen Lebensbereichen. Poetry Slam, Musik und Diskussionen bildeten ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Preisverleihung des Poetry Slam Wettbewerb: Die Moteratoren Lukas Knoben (links) und Abdul Chahin (rechts) gratulieren den Zweit- und Drittplatzierten Wolfgang Hellebrandt und Marcel von Laufenberg (2. und 3. v. l.). Foto: © Jeanette Tinn

„Vielfalt lebt aus der Teilhabe und aus der Teilgabe“, so hat Oberbürgermeisterin Sybille Keupen die zahlreichen Zuschauer*innen am Donnerstag, 9. September,  auf YouTube beim ersten digitalen „Festival der Vielfalt“ begrüßt. Holger Brantin vom Katholikenrat der Stadt Aachen ergänzte: „Ich lade Sie herzlich ein, teilzuhaben an dieser Veranstaltung. Bringen Sie sich ein, kommen Sie mit uns in den Dialog.“

Stadt Aachen und Bistum Aachen stellten beim „Festival der Vielfalt“ das Thema Teilhabe ganz in den Mittelpunkt. Live gestreamt aus der digitalChurch in Aachen führte Moderator Dieter Haak die zahlreichen Zuschauer*innen durch ein buntes Programm, welches aus verschiedenen Blickwinkeln kreativ, ernsthaft, aber auch lustig und laut der Frage nachging: Was bedeutet Teilhabe eigentlich? Wo und wie habe ich an und in der Gesellschaft teil?

Aachener*innen konnten sich beteiligen

Bereits im Vorfeld konnten sich alle Aachener*innen mit kurzen Videostatements beteiligen, was Teilhabe aus der eigenen Sicht bedeutet. So individuell die zahlreichen Antworten auch waren, ergab sich die gemeinsame Erkenntnis, dass Teilhaben alle Lebensbereiche und alle Menschen gleichermaßen betrifft – oder betreffen sollte – und für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft von fundamentaler Bedeutung ist.

Im „Wohnzimmer-Gespräch“ griffen Elisabeth Kaneza, Aachener Politikwissenschaftlerin und Gründerin der Kaneza Foundation for Dialogue and Empowerment e.V., und Ahmet Sinoplu, Diplom-Sozialarbeiter und Trainer für rassismuskritische und diversitätsbewusste Bildungsarbeit, das Thema erneut auf. Es wurde diskutiert, wie man teilhat, was es dazu braucht und wo sie besonders gut klappt, aber auch wo Menschen Unterstützung brauchen. Über einen Chat konnte das Publikum seine Fragen und Anmerkungen an die beiden stellen. So konnten beispielsweise direkt Fachbegriffe geklärt werden: „Empowerment bedeutet Selbstermächtigung“, erläuterte Sinoplu, „und wenn ich selbst eine Migranten*innen-Organisation gründe, ist das ein Ort von Empowerment, wo man Selbstwirksamkeit erleben, Gesellschaft mitgestalten und gleichzeitig auch Inspiration für andere Menschen sein kann, die ähnliche Zugehörigkeiten und/oder Erfahrungen haben. Deswegen sind solche Orte im Kontext der demokratischen Vielheit und Vielfalt notwendig, um auch unterschiedliche Farben in diesem Puzzle zu haben“.

Immer mit dabei: Gebärdendolmetscher*innen unter anderem vom Hörgeschädigtenzentrum Aachen, welche die ganze Veranstaltung übersetzten und so auch einen Beitrag zu mehr Teilhabe leisteten. Für gute Stimmung und Gänsehaut sorgten die Songs von I Finton, der mit seiner Stimme das Publikum zu überzeugen wusste.

Erfahrungsberichte im Poetry Slam

„Ich ging zu meinem ersten richtigen Job und musste mich jeden Tag erneut fragen, was heute wohl auf dem Menüplan steht: Rassismus, Sexismus, Diskriminierung, Body Shaming, Mobbing – you name it“, resümierte Erini Kalta ihre Erfahrungen in ihrem Poetry Slam, mit dem sie im Wettbewerb den ersten Platz erreichen konnte. Sie macht damit deutlich, dass das Thema Teilhabe in allen Lebensbereichen eine wesentliche Rolle spielt und wie viele Hürden im Alltag echte Teilhabe erschweren. Mit viel Mut und Wortgeschick erzählten die Poetry Slammer*innen sehr persönliche Geschichten, mal traurig und mal witzig und frech, über Ausgrenzungen und Vorurteile, über Rassismuserfahrungen und Empowerment, aber auch über die Frage, wie eigentlich ein Mann heute zu sein hat. Und so kam auch Abdul Chahin mit einem Augenzwinkern zum dem Schluss: „Auf der einen Seite soll ich der eisenharte Mann sein, auf der anderen Seite male ich eigentlich immer noch sehr gerne Mandalas aus.“

Der Stream wurde bereits mehr als 680 mal aufgerufen. Die Veranstaltung kann weiterhin jederzeit auf dem YouTube-Kanal der Stadt Aachen unter https://www.youtube.com/watch?v=lEImS98LLxA angeschaut werden.