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Hinter dem Ofen hervorlocken – „Sportwelt Schäfer“ setzt auf Gesundheit und Leistungs-Fähigkeit

Bad Münstereifel/Mechernich-Kommern – Der Fitness-Fachmann aus Mechernich lud Euskirchens Landrat Markus Ramers zum Gespräch ein. Bewegung ist Franz-Peter Schäfers Fachgebiet. Sein Trainingszentrum „Sportwelt Schäfer“ setzt auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Neben der Heilbehandlung ist damit Prävention das „A und O“ des Geschäftsbetriebs und der Standorte in Bad Münstereifel und Mechernich. Jetzt schlägt Franz-Peter Schäfer aber angesichts einer beunruhigenden Entwicklung jedoch Alarm.

Sport ist wichtig für die körperliche und seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, sagt Franz-Peter Schäfer (r.), Gründer und Geschäftsführer der Sportwelt Schäfer. Deshalb suchte er das Gespräch mit Landrat Markus Ramers, um ihn seine ersten Ideen für moderne Sportkonzepte im Kreis, das auf Kooperationen baut, zu erläutern. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Sport verliert für die Breite der Kinder und Jugendlichen fatalerweise immer mehr an Bedeutung. Junge Menschen bewegen sich eindeutig zu wenig“, warnt der Fachmann. Das habe fatale Folgen auf die physische und seelische Gesundheit, aber auch gesellschaftliche Konsequenzen. Denn Sport in der Gemeinschaft fördere auch das soziale und teamfähige Miteinander. „Nichts schult besser fürs Leben“, so Franz-Peter Schäfer. Der Nachwuchs müsse allein deshalb intensiver an den Sport und die Vereine herangeführt werden. Sogar als eine „gesellschaftliche Aufgabe“ wertet es Schäfer.

Ruder herumreißen

Um das Ruder herumzureißen und die Kinder wieder „hinter dem Ofen hervorzulocken“ will der Fitness-Fachmann sich tatkräftig im Kreis Euskirchen engagieren und Impulse setzen. „Ein modernes Sportangebot ist dann erfolgreich, wenn es Perspektiven bietet, die den Sporttreibenden motivieren, und gleichzeitig einen hohen Freizeitwert darstellt. Der in der Gesellschaft steigende Anspruch, dass alles Begeisterungsfähigkeit erzeugen sollte, lässt sich nur durch Kooperationen und damit die Nutzung verschiedener Ressourcen und Kompetenzen realisieren“, so Franz-Peter Schäfer.

In einem ersten Schritt hat er Landrat Markus Ramers deshalb in die Sportwelt Schäfer nach Bad Münstereifel eingeladen, um ihm seine Ideen und Ansätze zu erläutern. Bei dem Vier-Augen-Gespräch schlägt Franz-Peter Schäfer ihm vor, mit einem „runden Tisch“ zu starten, mit allen Beteiligten und Mistreitern, darunter kommerzielle Sportanbieter, Städte und Kommunen, Schulen sowie deren Lehrer, Verbände und Sportbünde, wie zum Beispiel der Kreissportbund.

Neue Wege beschreiten

Ziel müsse sein, gemeinschaftlich Projekte und Veranstaltungen zu initiieren, neue Wege zu beschreiten und vor allem an einem Strang zu ziehen, Fähigkeiten und Angebote zu bündeln, um Synergieeffekte zu nutzen. Bewegung drinnen und draußen müsse mehr an Bedeutung erhalten. „Gerade jetzt, wo die Flut für so viele Menschen ein Neuanfang bedeutet“, betont der Sportexperte, stünden die Vorzeichen gut.

Bisher stünden Schulsport, Vereinssport und qualifizierte Trainingszentren meist voneinander losgelöst nebeneinander. Jede Einzelaktion verpuffe viel zu schnell. „Es gilt die vielen Synergie-Potentiale zum Wohle der Menschen zu nutzen“, fordert Schäfer. So stellte er selbst nach der Flutkatastrophe Räume in seiner Sportwelt für den Schulsport der Bad Münstereifeler Realschule und des Angela Gymnasiums zur Verfügung, damit zumindest der Unterricht in diesen Fächern nicht ausfallen muss.

„Klima des Miteinanders“

„Im Kreis Euskirchen müsste ein neues Klima des Miteinanders unterschiedlicher Sportorganisationen entstehen“, so Schäfer, der schon Halbmarathons, Mini-EMs und Mini-WMs organisierte, nicht um selbst Profit daraus zu ziehen, sondern vor allem die Gesellschaft zu animieren, Sport wieder als wichtigen Teil der Freizeit und Gesunderhaltung zu betrachten und Spaß daran zu haben. Institutionen oder Personengruppen könnten sich so „kooperierend und koordinierend“ um Kinder und Jugendliche und deren Entwicklung kümmern. Die Bezugspersonen (Trainer, Lehrer, …) müssten gestärkt und sensibilisiert werden.

Landrat Markus Ramers sieht er dabei mit im Boot als wichtiger Impulsgeber in der Region. Was alles bei Sportwelt Schäfer möglich ist, zeigte ihm Franz-Peter Schäfer in den Bad Münstereifeler Räumlichkeiten bei einer kurzen Führung – die Geräte, das Verständnis von „Medical Fitness“ bis „Life-Style-Fitness.“ Dazu gehöre auch Spaß haben, Schmerzen loswerden, Pfunde verlieren, Stress reduzieren, Kraft steigern und Immunabwehr stärken. Wofür Sport eben alles gut sein kann.

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Zu Gast im Rathaus Brohltal

Niederzissen – Nachwuchskünstlerin Nele Falckenberg – Ausstellung wird bis Ende des Jahres verlängert. Seit dem 21. Oktober 2021 heißt es im Foyer des Rathauses der Verbandsgemeinde Brohltal in Niederzissen erneut „Zu Gast im Rathaus“. Nach der Niederzissener Künstlerin Christel Lenzgen, stellt nun eine ehemalige Malschülerin von ihr ihre Werke aus. Die Nachwuchskünstlerin Nele Falckenberg zeigt einen Querschnitt durch ihre Kunst.

Die 15-jährige Schülerin malt schon, seit sie einen Stift halten kann. Bereits mit vier Jahren besuchte sie als Malschülerin einmal die Woche das Atelier Lenzgen, bis sie mit zehn Jahren wegen Terminüberschreitungen gezwungen war, dort aufzuhören. Kurz danach wurde die Malschule dann auch geschlossen. Seit 2018 ist sie nun als Malschülerin bei Steffi Hartung in der Malschule Hartung ART in Kempenich. Dort hat sie dann auch neue Techniken erlernt, zum Beispiel ist das Graffiti sprühen eines der dortigen Lerninhalte. Leider gab es erst coronabedingt eine neue Unterrichts-Zwangspause und nun kann Nele auch wieder nicht am Malunterricht teilnehmen, da sie zum PJG in Ahrweiler geht und derzeit der Unterricht am Nachmittag stattfindet. Sie ist aber guter Dinge, dass es sich im nächsten Jahr wieder normalisiert.

Die Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal freut sich sehr, dass die Ausstellung auch in der für Kunst- und Kultur momentan eher schwierigen Zeit, so einen großen Zuspruch findet und verlängert daher den Ausstellungszeitraum bis Ende dieses Jahres. Die Kunstausstellung kann unter Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen im Foyer zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.

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Lions-Club Bonn-Rhenobacum unterstützt die Gemeinschafts-Grundschule Merl

Meckenheim – Spende soll einen Ausflug auf die Eisbahn ermöglichen. Die Corona-Krise dauert seit nunmehr knapp zwei Jahren an. Ein Zeitraum, in dem vor allem Kinder die Auswirkungen der Pandemie zu spüren bekommen haben. An jene Schülerinnen und Schüler, die besonders stark unter Corona leiden mussten, wendet sich eine außerschulische Bildungsmaßnahme der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Meckenheim-Merl, die der Lions-Club Bonn-Rhenobacum sehr gerne unterstützt. Mit einer Spende in Höhe von 425 Euro fördert das Hilfswerk der Lions das Projekt „Extrazeit zum Lernen“.

„Wir freuen uns, dass wir nach der Unterstützung der OGS-Freizeitmaßnahme an der Katholische Grundschule in Merl im Sommer mit 375 Euro jetzt erneut einen Beitrag zu einem Stück Normalität in der schulischen Betreuung beitragen können. Unsere Spende wird für Auflockerung im schulischen Alltag und für Freude in den Herzen sorgen sowie insbesondere Kindern mit Corona-bedingten Problemen bei der Bewältigung der jetzt schwierigen Situation helfen“, betonte der Präsident des Lions-Clubs Michael F. Firmenich bei der Spendenübergabe in der GGS Merl.

Geplant ist in den Winterferien ein Ausflug auf eine Schlittschuhbahn. „Wir wollen ein gemeinschaftliches Erlebnis schaffen. Die Spende ermöglicht uns genau das: Den Kindern ein besonderes Angebot zu schenken. Dafür gebührt dem Lions-Club ein dickes Dankeschön“, sagte Barbara Bienentreu, die Leiterin der GGS Merl. Zum wiederholten Mal führt die Gemeinschaftsgrundschule eine Ferienbetreuung durch. Ziel ist es nicht nur, den Lernstoff aufzuholen und das digitale Lernen zu forcieren, sondern auch, den Mädchen und Jungen eine unbeschwerte Zeit zu bescheren.

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Infopoints – 80 Architektinnen und Architekten beraten zum Wiederaufbau im Ahrtal

Ahrweiler – Rund 80 Architektinnen und Architekten sind beauftragt, an den Infopoints in den von der Unwetterkatastrophe betroffenen Städten und Gemeinden Erstberatungen anzubieten. Dazu hat der Kreis- und Umweltausschuss unter Vorsitz des Ersten Kreisbeigeordneten Horst Gies MdL jetzt die notwendigen Beschlüsse gefasst.

Gies erklärt: „Bürgerinnen und Bürger können sich an den Infopoints darüber informieren, welche baulichen Aspekte bei der Wiederherstellung der Gebäude und den entsprechenden Anträgen für den Wiederaufbaufonds zu beachten sind.“ Eine individuelle Planungsleistung erfolge hingegen ausdrücklich nicht, da dies von den Bauherren privat beauftragt werden muss und anschließend über den Aufbaufonds abgerechnet werden kann. Es sei wichtig, das Beratungsangebot an den Infopoints laufend zu überprüfen und auf eine sich ändernde Nachfrage zu reagieren. „Unser Ziel ist es, die Beratung so lange fortzuführen, wie der Bedarf besteht“, betont Gies.

Bereits seit dem 1. Oktober 2021 sind Architektinnen und Architekten in den Ortsgemeinden und Stadtteilen eingesetzt, um dort ratsuchende Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen. Die Beratungskosten für den Kreis belaufen sich pro Woche auf rund 115.000 Euro und sollen ebenfalls über den Wiederaufbaufonds erstattet werden.

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Der Impfbus im Eifelkreis – Heute Dienstag 16. November in Prüm

Bitburg – Weitere Termine und wichtige Hinweise. Im Rahmen weiterer Sonderimpfaktionen besteht für Bürgerinnen und Bürger ab 12 Jahren die Möglichkeit zur Corona-Erst- oder Zweitimpfung ohne Anmeldung. Zudem werden Drittimpfungen ermöglicht.

Aufgrund des zu erwartenden großen Andrangs und der Witterung wurde für den Einsatz des Impfbusses am Montag, den 29. November in Bitburg, mit dem Katastrophenschutzzentrum in der Else-Kallmann-Straße ein neuer Standort festgelegt.

Der Impfbus ist am:

Heute/Dienstag, 16.11., in Prüm
Parkplatz zwischen dm- und Netto-Markt, Bahnhofstraße 45-47
8:00 bis 16:00 Uhr

Freitag, 26.11., in Speicher
Sporthalle des Schulzentrums, Wiedenhofen 15b
9:00 bis 17:00 Uhr

Montag, 29.11., in Bitburg – Neuer Standort:
Katastrophenschutzzentrum, Else-Kallmann-Straße 16
Parkmöglichkeit auf dem Robert-Schuman-Platz (Alte Kaserne)
8:00 bis 16:00 Uhr

Dienstag, 30.11., in Neuerburg
Gesundheitszentrum, Bitburger Str. 17
9:00 bis 17:00 Uhr

Mitzubringen sind lediglich Personalausweis, Impfpass, Krankenkassenkarte und, falls vorhanden, Medikamentenplan. Eingesetzt werden die Impfstoffe der Hersteller BioNTech/Pfizer und Johnson & Johnson. Unter 18-Jährige müssen von einer erziehungsberechtigten Person begleitet werden. Da die Impfbusse nicht stufenlos zugänglich sind, wird in unmittelbarer Nähe barrierefrei eine Impfung ermöglicht. Bitte sprechen Sie direkt die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Impf-Teams vor Ort an.

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Deutscher Roter Kleiderladen seit fünf Jahren beliebter Anlaufpunkt in Alsdorf

Alsdorf – Bereits seit fünf Jahren ist der „Deutsche Rote Kleiderladen“ eine gute Adresse in Alsdorf für Damen-, Herren- und Kinderbekleidung. An fünf Tagen pro Woche bietet das ehrenamtliche Team an der Cäcilienstraße 9 neben Bekleidung für Kinder, Damen und Herren auch Spielzeug zum Verkauf an.

Berechtigt zum Kauf sind alle Bürgerinnen und Bürger, wobei Familien mit geringem Einkommen und Personen mit Migrationshintergrund den Schwerpunkt bilden. „Erfreulich ist die steigende Anzahl der Kunden, die finanziell solide ausgestattet sind und unsere qualitativ gute Ware zu schätzen wissen“, sagte Leiterin Brigitte Hinkelmann bei einer kleinen Feierstunde, bei der auch Bürgermeister Alfred Sonders viele lobende Worte für das Engagement des Teams fand, das aktuell aus rund 40 Personen besteht. „Der Deutsche Rote Kleiderladen wird hervorragend angenommen. Dieser Erfolg muss als Teamleistung gesehen werden!“

Die zum Verkauf angebotenen Waren sind ausschließlich Spenden aus der Bevölkerung. „Erfreulicherweise bekommen wir auch vereinzelt Spenden von Neuware aus der hiesigen Geschäftswelt“, sagte Brigitte Hinkelmann. „Auch vor dem Hintergrund einer verstärkten Fokussierung auf Nachhaltigkeit ist insbesondere der Verkauf und damit die Wiederverwendung von Bekleidung ein wichtiger Faktor geworden.“ Hierbei müsse auch berücksichtigt werden, dass die Verkaufspreise der Waren in vielen Fällen nur einen symbolischen Wert darstellen, um das Selbstbewusstsein und die Selbstachtung der Kunden zu stärken.

Geöffnet ist der Deutsche Rote Kleiderladen, Cäcilienstraße 9, montags und mittwochs von 10 bis 18 Uhr; dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 13 Uhr sowie jeden ersten Samstag im Monat von 11 bis 14 Uhr. Telefonisch erreichbar ist der Laden unter 02404/9565811. (apa)

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RLP Minister Lewentz: Polizeibeamte erhalten Booster-Impfung polizeiintern

Region/Mainz – Um die alleine über die Impfzentren der Polizei erzielte hohe Impfquote von 81 Prozent zu stabilisieren, wird allen Bediensteten auch die Möglichkeit der Booster-Impfung polizeiintern angeboten. Darüber informierte Innenminister Roger Lewentz, der das Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik (PP ELT) erneut mit der Durchführung beauftragt hat. Am 29. November starten die Booster-Impfungen.

„Rund 11.000 Angehörige der Polizei Rheinland-Pfalz sind in diesem Jahr polizeiintern geimpft worden. Diese Entscheidung hat sich ausgezahlt und auch mit der Booster-Impfung wollen wir polizeiintern dafür sorgen, die Funktionsfähigkeit der Polizei weiterhin sicherzustellen“, so Innenminister Roger Lewentz.

In der Polizei Rheinland-Pfalz kommen die Impfstoffe von Biontech und Moderna zum Einsatz. Lewentz dankte dem medizinischen Gesamtkoordinator und Leiter der Zentralstelle für Gesundheitsmanagement im PP ELT, Dr. Stefan Brill, sowie allen Beteiligten, die auch die Booster-Impfung polizeiintern möglich machen.

Zusätzlich zur polizeiinternen Impfquote von 81 Prozent haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Hausärzten und kommunalen Impfzentren impfen lassen, sodass die Gesamtimpfquote noch höher liegen dürfte. Diejenigen, die sich bisher noch gar nicht für eine Impfung entschieden haben, können die Entscheidung zur sogenannten „Erstimmunisierung“ auch im Zuge der Booster-Impfungen treffen und diese innerhalb der Polizei erhalten.

Rheinland-Pfalz war eines der wenigen Bundesländer, das in eigenen polizeilichen Zentren bereits Ende Februar 2021 Impfungen durchführte. Das PP ELT war bereits Ende November 2020 von Seiten des Innenministeriums beauftragt worden, die Planungen der polizeiinternen Impfungen aufzunehmen und diese zu organisieren.

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Modernes Ehrenamt

Euskirchen – Generationen-Genossenschaft GenoEifel deckt jetzt den gesamten Kreis Euskirchen ab – Ursula Eßer-Lennartz übernimmt neue Geschäftsstelle in Euskirchen in den Räumen des Diakonischen Werkes (Kaplan-Kellermann-Straße 12) – Sprechzeiten dienstags von 10 bis 12 Uhr und nach Termin.

„Die Geschäftsstelle in Euskirchen war der letzte Fleck, der auf unserer Karte gefehlt hat. Jetzt bespielen wir als Generationengenossenschaft GenoEifel eG den Kreis Euskirchen in seiner gesamten Fläche“, freut sich Koordinatorin Corinne Rasky. Zwar war das neue Büro schon Ende April eröffnet worden, doch mit der Flutkatastrophe musste die GenoEifel zwischenzeitlich auf andere Räume ausweichen. Seit Oktober hat nun Ursula Eßer-Lennartz als Projektmitarbeiterin die Geschäftsstelle übernommen und startet mit Elan in ihre neue Aufgabe.

„Dieses Projekt ist so schön. Es gibt hier unwahrscheinlich viele nette Menschen, die bereit sind zu helfen“, sagt Ursula Eßer-Lennartz. Denn das ist das Anliegen der GenoEifel: Hilfe suchende und Hilfe anbietende Menschen in der Region zusammenzubringen. Sie schafft eine generationsübergreifende Selbsthilfe-Gemeinschaft, die Hilfen im Alltag vermittelt. Das können zum Beispiel die Mitfahrgelegenheit und Begleitung zum Arzt, die Hilfe im Garten oder das Erklären des PCs und des Smartphones sein, aber auch Kinderbetreuung durch Leih-Omas und -Opas der GenoEifel oder das Gesellschaft leisten in Form von spielen, spazieren gehen oder einfach nur zuhören sind sehr gefragt.

Helfer und Hilfesuchende im Stadtgebiet zusammenbringen

Vor fast fünf Jahren ist die GenoEifel als gefördertes Projekt in der Leader-Region Eifel gestartet und hat im Frühjahr die Zweigstelle GenoZülpicherBörde in der dortigen Leader-Region gegründet. Während damit die ländlichen Regionen im Kreis Euskirchen abgedeckt werden konnten, musste die Kreisstadt selbst zunächst ausgeklammert werden, da sie aufgrund ihrer städtischen Struktur keiner Leader-Region angehört. Dank eines Sponsorings der Volksbank Euskirchen konnte aber nun endlich auch im Zentrum von Euskirchen ein Büro der GenoEifel eröffnet werden, das Helfer und Hilfesuchende aus dem gesamten Stadtgebiet zusammenbringen möchte.

In der Geschäftsstelle, die in den Räumen des Diakonischen Werkes in der Kaplan-Kellermann-Straße 12 untergebracht ist, steht jeden Dienstag von zehn bis zwölf Uhr Ursula Eßer-Lennartz allen Mitgliedern, Helfern und Hilfesuchenden der GenoEifel zur Verfügung. Anliegen werden darüber hinaus telefonisch unter 02251-705979 oder per E-Mail an euskirchen@GenoEifel.de entgegengenommen.

„Ich möchte eine Arbeit machen, die mich erfüllt und hoffe, damit möglichst vielen Menschen helfen zu können“, sagt Ursula Eßer-Lennartz. Schon jetzt hat sie im Stadtgebiet Euskirchen ein Netzwerk von 40 Mitgliedern, auf deren Hilfsangebote sie zurückgreifen kann. Insgesamt zählt die GenoEifel aktuell rund 600 Mitglieder, die in diesem Jahr bereits 2.200 Helferstunden absolviert haben.

So funktioniert die Hilfe im Alltag

Um Mitglied bei der GenoEifel oder der GenoZülpicherBörde zu werden, wird einmalig ein Genossenschaftsanteil von 50 Euro fällig (der bei Austritt zurückerstattet wird) sowie ein monatlicher Beitrag von 3,33 Euro. Hilfesuchende Mitglieder melden ihren Hilfebedarf bei der GenoEifel, ein passender Helfer wird zeitnah vermittelt. Pro Helferstunde gehen neun Euro an die GenoEifel, davon werden sechs Euro als Aufwandsentschädigung an den Helfer weitergegeben. Dieses Geld kann der Helfer ausgezahlt bekommen oder auf einem Stundenkonto ansammeln und es später abrufen, wenn er selbst Hilfe benötigt.

Für Menschen, die Mitglied werden möchten, sich aber den Jahresbeitrag oder den Helferstundenbeitrag nicht leisten können, gibt es einen Hilfsfonds, der von privaten und gewerblichen Spendern oder regionalen Stiftungen bestückt wird. Die GenoEifel legt Wert darauf, alle Helfer persönlich kennenzulernen. Darüber hinaus müssen sie ein erweitertes Führungszeugnis ablegen und eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Über die GenoEifel sind sie unfall- und haftpflichtversichert. Corinne Rasky beschreibt die GenoEifel als moderne Form des Ehrenamtes: „Jeder kann selbst entscheiden, ob und was er einbringen möchte.“

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„Ist durch Krieg etwas besser geworden?“

Mechernich – Norbert Arnold vom Sozialwerk der Communio in Christo war Festredner am Volkstrauertag in Mechernich: Appell für ein „gutes Land“, das aus der völligen Zerstörung heraus die Demokratie erlernte – und nun auch verteidigen muss.

„Werden wir nicht müde, an unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung festzuhalten und aufrecht zu den Menschenrechten zu stehen“, appellierte der Festredner Norbert Arnold, Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Werden wir nicht müde, an unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung festzuhalten und aufrecht zu den Menschenrechten zu stehen“, appellierte Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo, beim, Volkstrauertags-Gedenken am Ehrenmal an der Alten Kirche in Mechernich.

Werner Zeyen (v.l.) für die Kolpingfamilie sowie die Fahnenjunker der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, der Barbarabruderschaft, von Prinzengarde, Festausschuss Mechernicher Karneval und KC „Bleifööss“ senken ihre Standarten zu Ehren der Gefallenen und Zivilopfer. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Dort hatten sich einmal mehr hundert Menschen, vor allem Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine, des Roten Kreuzes, der Freiwilligen Feuerwehr und eine Ehrenformation der Bundeswehr zum Gedenken an die Gefallenen, Bomben- und Zivilopfer und die Opfer der Gewaltherrschaft eingefunden.

„Der Krieg in Afghanistan ist beendet. Ist es deswegen besser geworden?“, fragte Norbert Arnold rhetorisch seine Zuhörer: „Nein, im Gegenteil, nun ist auch noch das wenige Gute zunichte gemacht worden, was der westliche Militäreinsatz ermöglicht hat: Frauenrechte, Zugang zu Bildung, freie Presse, internationaler Austausch, Entfaltung von Kunst, Literatur, Musik…“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Norbert Arnold lenkte den Blick auf zeitgenössische Kriege und Konflikte, würdigte den Einsatz der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und beklagte gleichzeitig die menschlichen Tragödien und das Leid, das durch den überhasteten Truppenabzug der USA am Hindukusch ausgelöst wurde.

„Menschen als politische Waffe“

So aussichtslos und verfahren wie die Situation dort, in Syrien oder auch im zynischen Flüchtlingspoker von Lukaschenko in Belarus sei („Er setzt das Elend von Menschen als politische Waffe gegen Europa und somit auch gegen die Demokratie ein“), so lohne sich doch auch ein Blick in die eigene Geschichte, um Hoffnung zu begründen, so Arnold.

„Die Erfolgsgeschichte unseres Landes ist unfassbar, wenn man sich die Situation Deutschlands am 8. Mai 1945 vor Augen führt. Das Land war besiegt, zerbombt, moralisch vor aller Welt diskreditiert“, sagte der Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo: „Das immerhin gibt Hoffnung auch jenen Ländern, deren Lage heute aussichtslos zu sein scheint.“

Zukunft nehme selten den erwarteten Verlauf und kenne im Schlechten, aber manchmal auch im Guten Wendungen, die unvorstellbar waren. Bei allem, was an der Bundesrepublik zu kritisieren sei, scheine ihm die jüngere Geschichte Deutschlands ein solches Wunder zu sein und er „möchte auch an unsere Kinder und jeden Mitbürger appellieren, sich dieses Glücks bewusst zu sein. Wir leben in einem guten Land…“

Pfarrer Erik Pühringer segnete die Gedenktafeln des Ehrenmals mit 523 Namen von Kriegstoten aus dem Kernort Mechernich, Bundeswehr-Kommandeur Dirk Hagenbach und Standortfeldwebel Stabsfeldwebel Rainer Paulsen legten einen Kranz für die Streitkräfte der Bundesrepublik und Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und sein früherer Stellvertreter Wolfgang Weilerswist als Vertreter des Vereinskartells einen Kranz für die Zivilgemeinde Mechernich und ihre Bürger nieder.

Während die Bergkapelle unter der Leitung von Uli Poth das Lied vom guten Kameraden und die Nationalhymne anstimmte, senkten Werner Zeyen für die Kolpingfamilie sowie die Fahnenjunker der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, der Barbarabruderschaft, von Prinzengarde, Festausschuss Mechernicher Karneval und KC „Bleifööss“ ihre Standarten zu Ehren der Gefallenen und Zivilopfer.

„Das wenige Gute zunichte gemacht“

Norbert Arnold gedachte in seiner Ansprache ausdrücklich nicht nur jener Mechernicher, deren Namen auf dem Ehrenmal verzeichnet sind: „Gleichzeitig haben wir Menschen vor Augen, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind und deren Namen nicht aufgezeichnet werden.“ Er rief auch jene in Erinnerung, die sich und ihrem Schicksal selbst überlassen worden seien wie die 38 Millionen Afghanen.

Arnold zitierte den Kölner Schriftsteller Navid Kermani: „Ich kann mich nicht erinnern, dass mich in den letzten Jahren politisch etwas so sehr mitgenommen hätte wie die Bilder der Menschen, die sich an die abhebenden amerikanischen Flugzeuge klammerten und aus hunderten Metern wie Steine zu Boden fielen.“

„Der Krieg in Afghanistan ist beendet. Ist es deswegen besser geworden?“, fragte Norbert Arnold rhetorisch seine Zuhörer: „Nein, im Gegenteil, nun ist auch noch das wenige Gute zunichte gemacht worden, was der westliche Militäreinsatz ermöglicht hat: Frauenrechte, Zugang zu Bildung, freie Presse, internationaler Austausch, Entfaltung von Kunst, Literatur, Musik, um nur einiges zu nennen.“

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Auch der Flutopfer gedacht

Kall – Nebel lag am Volkstrauertag über dem Soldatenfriedhof in Steinfeld, wo die zentrale Gedenkfeiert der Gemeinde Kall für die Opfer der beiden Weltkriege stattfand. Doch auch den Opfern von Gewalt und Terror auf aller Welt sowie des schlimmen Hochwassers im Juli dieses Jahres wurde gedacht.

Nebel lag über dem Soldatenfriedhof in Steinfeld, wo die Gedmeinde Kall in einer Feierstunde nicht nur der Toten beider Weltkriege gedachte, sondern auch an die Opfer der Flutkatastrophe im Juli erinnerte. Foto: Reiner Züll

Nach einen Hochamt in der Basilika des Klosters Steinfeld erfolgte der Gang zum Friedhof, wo Ansprachen und die Kranzniederlegung stattfanden. Teilnehmer der Feier, die unter dem Kommando des Leiters der Feuerwehr der Gemeinde Kall, Gemeindebrandinspektor Harald Heinen, stand, waren Vertreter der Gemeinde und der Kirchen, die Feuerwehren aus Kall und Wahlen, das DRK Kall, die St. Rochus-Bruderschaft Wahlen, die Musikapelle Urft und die Reservisten-Kameradschaft Dahlem, die den Kranz zur Gedenkstätte trug. Die Zahl der Ratsmitglieder hielt sich allerdings in Grenzen.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser rief in seiner Gedenkrede die Bürger auf, dankbar zu sein und wachsam zu bleiben. Foto: Reiner Züll

Bürgermeister Hermann-Josef Esser hielt die Gedenkrede, in der er allen Beteiligten der Gedenkfeier dankte. Esser erinnerte daran, dass der Erste Weltkrieg fast auf den Tag genau vor 103 Jahren am 11. November 1918 geendet habe, der zweite im Mai 1945. Die Zeitzeugen des ersten Wiederaufbaus lebten alle nicht mehr und auch die Generationen, die die Heimat damals nach dem zweiten Krieg wieder neu errichtet hätte, würden zunehmend weniger.

Bürgermeister Esser: „Man mag sich die Umstände nicht vorstellen, unter denen die Menschen damals den Wiederaufbau angehen mussten, einige zum zweiten Mal in ihrem Leben. Es fehlte an allem: Geld, Material, Gerätschaften – und häufig auch Nahrung“. Man sei diesen Generationen heute zu großem Dank verpflichtet.  Sie hätten die Grundlagen geschaffen für ein Leben in Frieden.

Die Bilder nach der Flutkatastrophe erinnerten an Fotos vom Ende des zweiten Weltkrieges. Die heutigen Voraussetzungen für einen Wiederaufbau seien ungleich besser als damals. Dennoch stelle der Wiederaufbau eine bisher ungeahnte Herausforderung an. „Aber wir sind in der Pflicht gegenüber unseren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, mit dem Wiederaufbau deren Erbe zu bewahren“, sagte der Bürgermeister, der allen Menschen dankte, die den Flutopfern nach der Katastrophe geholfen hätten. Aus ganz Deutschland seien Helfer nach Kall gekommen.

Die hiesigen ehrenamtlichen Organisationen wie Feuerwehr und DRK hätten ihre Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt. „Die Vertreter des DRK und der Freiwilligen Feuerwehr darf ich daher hier und heute erneut herzlich begrüßen und darf Ihnen meinen tiefempfundenen Dank aussprechen“, so Esser. Wenn es auch am Volkstrauertag nicht üblich sein möge, so bat der Bürgermeister die Anwesenden dennoch um einen Applaus für alle Helfer und ehrenamtlichen Kräfte. Diesem Wunsch kamen die Teilnehmer der Gedenkfeuer gerne nach.

Leider seien den Helfern aber auch schmerzlich unsere Grenzen aufgezeigt worden. „Drei Tote in der Gemeinde sind zu
beklagen, viele Angehörige der Feuerwehren und anderer Rettungs- und Hilfsorganisationen im Rheinland verloren in der Katastrophennacht ihr Leben. Auch ihrer gedenken wir heute“, so der Bürgermeister, der mahnte: „Neben dem Dank sind wir auch der Wachsamkeit verpflichtet- gegenüber den Generationen vor uns, ebenso unter den Menschen heute, im Miteinander in Staat und Gesellschaft“.

Man müsse wachsamer werden gegenüber der Natur und der Nutzung begrenzter Ressourcen unserer einzigen Erde, man müsse wachsam bleiben im Umgang untereinander. Esser: „Nach der Flut haben mir viele Menschen gesagt, man erkenne jetzt, was wichtig sei im Leben: die einfachen Dinge, die man zum Leben braucht, das Miteinander, die Gesundheit“.

Leider aber schlage bei einigen das Pendel wieder in eine andere Richtung. Esser: „Erneut machen sich Ungeduld, Anspruchsdenken, Egoismus und die Jagd nach den letzten fünf Prozent an Geld, Macht oder Prestige breit. Dabei sind es Achtsamkeit und Empathie, die in den kommenden Monaten und Jahren entscheidend sein werden für ein friedliches Miteinander in unserer Gemeinde und der Gesellschaft insgesamt“.

Besondere Wachsamkeit erfordere auch das Engagement gegen Extremismus, Nationalismus, Verfolgung, Terror und rechter Gewaltherrschaft.  Es sei unerträglich, dass Netzwerke des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes unverändert weiter beständen und die Strukturen hinter den drei Haupttätern bis heute nicht aufgeklärt seien.

Esser erinnerte auch an die Flucht von Menschen vor Krieg, Terror und Vertreibung. Hier sei auch zukünftig volles Engagement und Wachsamkeit gefordert. Ein schlimmes Beispiel spiele sich derzeit an der Grenze von Belarus und Polen ab. Esser: „Die Bilder von hungernden, frierenden und instrumentalisierten Menschen an der Grenze zum totalitär beherrschten Belarus dürfen uns im
wahrsten Sinne des Wortes nicht kalt lassen. Die Aufnahme und Betreuung geflüchteter Menschen ist und bleibt für die von der Flut betroffenen Gemeinden eine besondere Herausforderung“.

Der Bürgermeister äußerte sich überzeugt, dass es, wie bereits in den Jahren nach 2015, gelingen werde, diese Aufgabe in der Gemeinde Kall zu meistern, und zwar im Miteinander von ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung und weiteren engagierten Institutionen.

Esser Rede schlossen sich Gebete des Steinfelder Paters Georg Herr und Musikvorträge des Musikvereins Urft an. Soldaten der Reservistenkameradschaft Dahlem legten den Kranz am Ehrenmal nieder. Mit der Nationalhymne endete die Gedenkfeier.