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Beeindruckende Vernissage der Ausstellung des italienischen Künstlers Rinaldo Greco in Wittlich

Wittlich – „Diese Bilder, die ich vor zwei Tagen betrachten durfte, beweisen erneut die Aussage des Philosophen Peter Sloterdijk, dass „Handwerk und Denkwerk, manus und ingenium“ gemeinsam das Kunstwerk ergeben“, erklärte Bürgermeister Joachim Rodenkirch in seiner Begrüßung zur Vernissage der Ausstellung „Rinaldo Greco. Lichter und Schatten – Jenseits der Oberfläche“ dem Publikum, in welchem sich zahlreiche professionell Kunstinteressierte auch aus Bonn, Bad Kreuznach, Mainz und Trier befanden.

Weiter erinnerte sich Joachim Rodenkirch an so manche vergangene Ausstellung des letzten Jahrzehntes in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus. Professor Gerhard Vormwald, der große Pariser und Düsseldorfer Fotograf, hatte z.B. den Musikerinnen Dr. Anne Kaftan und Ulrike Zavelberg, die die Vernissage mit Bachs Goldberg Variationen in aufwühlenden Interpretationen einleiteten, den Namen eines seiner Bilder, „Fliegendes Holz“, geschenkt. Und so nennt sich die Formation bis heute. An Dietrich Wenzel, den großen Leipziger Zeichner habe er angesichts der Portraits Rinaldo Grecos denken müssen und auch an Michael Triegel, dessen rätselhaftes Gemälde „Deus absconditus“ vor einigen Jahren dort hing, wo aktuell Grecos ebenso geheimnisvolle Interpretation von Leonardo da Vincis Abendmahl zu sehen ist.

Die Ausstellung zeigt drei Themen: Blumen, Portraits und sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Bürgermeister Rodenkirch schilderte, wie gerade die Bilder des letzten Themas ihn ergriffen und berührt hätten. Unrecht derart ästhetisch zu zeigen, sei eine Herausforderung für die Betrachterin und den Betrachter, könne irritieren, verstören und ergreifen, sei aber eine Ebene für die Diskussion und Aufarbeitung.

Auf Marcel Duchamp und sein Pissoir, das dieser vor über 100 Jahren (1917) zum Kunstwerk erklärte, kam Dr. Richard Hüttel, der Kurator der Ausstellung, zu Beginn seiner Rede zu sprechen. Er beschrieb die Entwicklung der Kunst in der westlichen Welt ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Diskussionen, wer eigentlich definieren dürfe, was Kunst sei und was nicht, die in ihrer Zeit berechtigten Provokationen und darauffolgende Vernachlässigung der Ausbildung der künstlerischen Techniken in den Akademien. Dass teuer bezahlte Künstler sich öffentlich damit brüsten, nicht zeichnen zu können, sei mehr als fragwürdig.

Wie anders hingegen die Ausbildung an italienischen Kunsthochschulen, wo die talentierten Studierenden noch die Techniken der alten Meister ebenso von Grund auf erlernen müssen wie die des 20. und 21. Jahrhunderts. So Rinaldo Greco, der sein Studium an der Kunsthochschule in Reggio Calabria begann, um sein Diplom dann an der Akademie in Brescia, Norditalien, abzulegen.

Die Blumenbilder Grecos zeigen Pflanzen, die schöner sind, als die Natur sie schaffen kann, so empfindet der Betrachter, die Betrachterin auf den ersten Blick. Beim genauen Hinsehen erkennt man unterschiedliche Lebensmomente der Blume: hier kleine Knospen, dort strahlende Blüten und weiter unter sich beugende welke Blütenblätter. Die Schönheit in ihren Metamorphosen wird komprimiert in einer einzigen Darstellung weiter und größer als die nur augenscheinliche Ästhetik. Die Portraits gerade der Gesichter alter Menschen spiegeln ein ganzes Leben wieder und erzählen die Geschichten eines Daseins.

Hüttel ging natürlich auch auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der letzten Jahre ein und schilderte seine Bewunderung, dass ein Künstler es wage, diese schrecklichen Ereignisse bildnerisch zu thematisieren. Er erinnerte aber auch daran, dass in den 1980er Jahren in politisch links orientierten Kreisen die Sexualität des Kindes „entdeckt“ wurde; verstörende Sätze über angeblich flirtende und sich anbietende Kinder finden sich nicht nur in zeitgenössischen Schriftstücken.

„Fliegendes Holz“ unterbrach die harmonischen Goldberg Variationen mit schrillen, lauten, disharmonischen Passagen – eine perfekte musikalische Interpretation der Ausstellung, ergreifend Schönes neben ergreifend Schrecklichem.

135 Besucherinnen und Besucher betrachteten in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus im Anschluss die Gemälde Rinaldo Grecos und tauschten ihre Empfindungen aus.

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Juni 2022 zu sehen (montags bis samstags: 9 bis 17, sonn- und feiertags: 14 bis 17 Uhr).

Rahmenprogramm

  • Vortrag: Die Schönheit des Alters in der Bildenden Kunst von Albrecht Dürer bis Rinaldo Greco (Dr. Richard Hüttel), Donnertag, 7. April 2022, 18.00 Uhr
  • Vortrag: „Kaiserkron und Päonien rot“ – Blumenmalerei von Anna Sybylla Merian bis Rinaldo Greco (Dr. Barbara Mikuda-Hüttel), Donnertag, 5. Mai 2022, 18.00 Uhr

Weitere Informationen unter info@kulturamt.wittlich.de oder 06571/1466-0

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Unterricht in sicherer Umgebung – Katholische Schulen engagieren sich für ukrainische Geflüchtete

Trier/Bitburg/Koblenz – Durch das Kriegsgeschehen in der Ukraine sind auch viele Kinder auf der Flucht, die in Deutschland Schutz suchen. Einige katholischen Schulen im Bistum Trier bereiten sich darauf vor, geflüchtete Kinder und Jugendliche zu unterrichten und stellen Solidaritätsaktionen auf die Beine. Mit dabei sind etwa die Förderschule St. Josef in Trier, die Kooperative Gesamtschule St. Matthias in Bitburg sowie die Koblenzer Schulen St. Franziskus (Realschule Plus und Fachoberschule) und das Bischöfliche Cusanus-Gymnasium.

Seit dem 11. März besuchen vier Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren die Koblenzer St. Franziskus-Schule in Trägerschaft des Bistums Trier. „Es war für uns keine Frage, dass wir gerade als christliche Schule helfen müssen!“, betont Daniel Bongers, Schulleiter der Realschule Plus und Fachoberschule.

Die Kinder nehmen wie ihre gleichaltrigen Mitschülerinnen und Mitschüler an der St. Franziskus-Schule am Unterricht teil, erhalten allerdings morgens jeweils einige Stunden eigenen Deutschunterricht. „Ein Konzept, das sich schon bei der Aufnahme von Geflüchteten im Jahr 2015 bewährt hat“, berichtet Schulleiter Bongers. Dafür konnten zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden. Man habe schon im Vorfeld geschaut, in welchen Klassen es russisch und ukrainisch sprechende Kinder gebe, damit es für die ankommenden Mädchen und Jungen leichter sei, auch in den Klassen Kontakte und eine Art Paten zu finden. „Die neuen Schüler haben sofort gezeigt, wie froh sie sind, wieder in einem sicheren Umfeld zur Schule gehen zu können und eine neue schulische Heimat zu finden“, schildert Bongers seine Eindrücke. Die Anfrage, geflüchtete Kinder an der Schule zu unterrichten, kam über den langjährigen Schulelternsprecher Achim Kern. Auch die Schülervertretung möchte den Betroffenen des Krieges helfen. Die Gruppe hat unterschiedliche Aktionen gestartet und will am Elternsprechtag unter anderem über eine Tombola Spendengelder sammeln.

Auch das Bischöfliche Cusanus-Gymnasium bereitet sich darauf vor, geflüchtete Kinder und Jugendliche zu unterrichten. Der Schulleiter des Cusanus-Gymnasiums berichtet: „Für die Unterstützung Geflüchteter haben wir eine Spendenbox aufgestellt.“ Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums sind darüber hinaus zu weiteren Aktionen aufgerufen, wie dem Erstellen von persönlichen Friedensbildern, die in einer Ausstellung präsentiert werden sollen. Alle Jahrgangsstufen beteiligen sich an einer Foto-Aktion in Form der Friedenstaube. Ein gemeinsames Friedensgebet der Schule hat ebenfalls stattgefunden.

Die Schulgemeinschaft der Förderschule St. Josef Trier startete am 4. März eine Spendenaktion für den Verein Humanitäre Hilfe Trier e.V. Im Kollegium kamen spontan 800 Euro Spendengelder zusammen, die mit den Schülern gemeinsam für Hilfsgüter eingesetzt wurden, berichtet Lehrerin Andrea Müller. „Im Rahmen eines kurzfristigen Projekttages kauften die Oberstufenschülerinnen und -schüler Hygieneartikel, haltbare Lebensmittel und Babyartikel, die sortiert, verpackt und beschriftet wurden. Diese Kisten wurden dann gemeinsam zur Sammelstelle transportiert. Das restliche Geld wurde auf das Spendenkonto des Vereins überwiesen.” Während die älteren Schüler die Einkäufe erledigten, bastelten die unteren Klassen Friedenstauben, die den Zaun um die Schule herum schmücken.

An der Kooperativen Gesamtschule St. Matthias in Bitburg sammelte die Schulgemeinschaft Lebensmittel für eine regionale Hilfsaktion in Seffern. Erste Anfragen, ukrainische Kinder in der Schule aufzunehmen, liegen bereits vor, berichtet Direktor Joachim Schmitt: „Damit Kindern aus der Ukraine eine bestmögliche Integration an unserer Schule gelingen kann, muss auch ein Deutsch-Intensivkurs installiert werden. Über die Schulabteilung des Bistums konnten wir inzwischen einen solchen Sprachkurs einrichten, den wir hoffentlich bald anbieten können. Weitere Aktionen sind in der Planung.(red/jf/ih)

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IHK-Kulturstiftung Aachen spendet 200.000 Euro an Deutsch-Niederländisches Jugendwerk

Aachen – Gisela Kohl-Vogel, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer haben einen Scheck der IHK-Kulturstiftung Hermann Heusch in Höhe von 200.000 Euro an den Förderkreis Deutsch-Niederländisches Jugendwerk e.V. (DNJW) in Aachen überreicht. Die Spende nahm Ingmar Moust, Projektleiter des DNJW, entgegen.

Anlass der Spende ist die Auflösung der Kulturstiftung. Sie wurde 1992 von Mitgliedsunternehmen der IHK Aachen gegründet, um regionale kulturelle Aktivitäten in Verbindung mit der IHK zu fördern. Heute sind die Industrie- und Handelskammern grundsätzlich vom Gesetzgeber angehalten, sich ausschließlich auf ihre direkten wirtschaftsbezogenen Aufgaben zu konzentrieren. Die Vollversammlung der IHK Aachen hat deshalb beschlossen, das Vermögen der aufgelösten Stiftung an drei Kulturinstitutionen aus der Region zu spenden.

„Unsere Vertreter der regionalen Wirtschaft haben das DNJW ausgewählt, weil es junge Menschen aus Deutschland und den Niederlanden zusammenbringt und somit einen entscheidenden Beitrag zur grenzüberbrückenden Freundschaft und Zusammenarbeit leistet“, sagt Kohl-Vogel. „Die Niederlande sind der wichtigste Handelspartner Nordrhein-Westfalens. Daher ist es besonders wichtig, die Beziehungen zu unseren Nachbarn zu pflegen, zu fördern und zu stärken.“

„Für diese sehr großzügige Spende möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Sie ermöglicht es uns, unsere wichtige Arbeit weiterzuführen und den Austausch zwischen jungen Menschen in Deutschland und den Niederlanden zu fördern“, betont Moust. „Derzeit werden die meisten Projekte mit Fördergeldern vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Um jedoch auf breiter Ebene junge Menschen zu erreichen, benötigen wir auch eigene Mittel. Schön wäre jetzt noch, einen Schirmherrn oder eine Schirmherrin zu finden, um unsere Arbeit bekannter zu machen und damit unseren Wirkungskreis zu erweitern.“

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‚De Zuckertoni‘ bald in der Reichskronen-Apotheke Dr. Schlags in Mayen zu sehen

Mayen – Er ist ein Mayener Original und war zu Lebzeiten mit seinem Pferde- und später dem Leiterwagen nicht aus dem Stadtbild wegzudenken. Das Bürgerbühnen-Projekt der Burgfestspiele Mayen erweckte ihn 2021 wieder zum Leben: Anton ‚Toni‘ Kohlhaas – besser bekannt als ‚De Zuckertoni‘ – eroberte die Kleine Bühne der Burgfestspiele. Die speziell für das Projekt angefertigte Puppe wird bald in einem Schaufenster der Reichskronen-Apotheke Dr. Schlags zu sehen sein.

Oberbürgermeister Dirk  Meid, Fachbereichsleiter Uwe Hoffmann und Petra Schumacher, Stellvertretende Intendantin der Burgfestspiele, übergaben die Puppe und ein Gemälde von Künstler Carl Jessen leihweise an Stephanie Recker von der Reichskronen-Apotheke. Dr. Schlags: „Wir freuen uns, dass ,De Zuckertoni`, der in unserer Apotheke noch persönlich bekannt war, auf diese Weise ins Stadtbild zurückkehrt und sicher viele Erinnerungen wecken wird“.

„Ich freue mich, dass wir durch diese Leihgaben unseren Dank für die besondere Unterstützung der Burgfestspiele Mayen in diesem Jahr zum Ausdruck bringen können. Außerdem bin ich sicher, dass diese Aktion den Mayener Bürgerinnen und Bürgern viel Freude machen wird“, so Oberbürgermeister Dirk Meid.

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Rathaus Mechernich – In den Farben der Ukraine

Mechernich – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick: „Menschen in Freiheit und Demokratie werden ihre Lebensform immer gegen Tyrannen und Diktatoren verteidigen“ – Die Farben der Ukraine, blau und gelb, schmücken seit einigen Tagen einen der Fahnenmasten vor dem Mechernicher Rathaus. „Es sind die Farben unserer demokratischen westlichen Lebensart und unserer Freiheit geworden“, sagt Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick in seiner Rede zum virtuellen Jahresempfang der Stadt Mechernich im April, die gestern aufgenommen wurde.

Die weltbekannte Mechernicher Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf in den Farben der Freiheit und der Ukraine. Archivfoto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auch die Bruder-Klaus-Kapelle, ein in der ganzen Welt bekanntes Sakralgebäude aus der Stadt Mechernich, einst von Peter Zumthor entworfen, leuchtet vor blauem Frühlingshimmel im Hintergrund und gelbem Raps im Vordergrund in den Farben der Freiheit.

In seiner Jahresansprache sagt Dr. Hans-Peter Schick: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, der Ukrainekrieg hat unsere westliche Welt kräftig aufgerüttelt. Wer hätte im 21. Jahrhundert bei uns noch damit gerechnet, dass in Mitteleuropa gut ein Dreivierteljahrhundert nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein großes europäisches Land nach Hitlermanier einen kleineren Nachbarn überfallen würde?“

„Und das nur“, so Dr. Schick: „weil vor allem die jungen Menschen in der Ukraine in einer funktionierenden Demokratie nach westlichem Vorbild und mit dem Recht auf Menschenwürde, Freiheit und uneingeschränkte Meinungsäußerung leben wollen.“

Die Menschen in der Ukraine kämpften für gemeinsame Ideale wie Freiheit und Demokratie und glaubten an eine Zukunft in einem vereinten Europa. Der Bürgermeister: „Hoffen wir mit ihnen, dass ihr Glaube und ihre Ideale Berge versetzen…“

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Bereits mehr als 230 aus der Ukraine geflüchtete Menschen in Jülich

Jülich – Seit Beginn der Hilfsaktion steht die Verwaltung in engem Austausch mit der ukrainischen Community in Jülich, mit privaten und bürgerschaftlichen Initiativen sowie mit Bürgerinnen und Bürgern, die sich engagieren. Zunächst lag der Fokus darauf, Hilfsgüter in die Ukraine zu schicken. Nun ist verstärkt auch Hilfe für die bereits in Jülich angekommenen Flüchtlinge notwendig.

Mehr als 230 aus der Ukraine geflüchtete Menschen sind in kurzer Zeit in Jülich angekommen. Viele kamen zunächst vor allem über private Initiativen oder aufgrund von verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Beziehungen gerade in unsere Stadt. Zwischenzeitlich erfolgen Zuweisungen von ukrainischen Flüchtlingen über die entsprechenden Landesbehörden. Damit hat Jülich aktuell deutlich mehr ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, als nach der Zuweisungsstatistik zurzeit vorgegeben wären.

Entsprechende Hilfsangebote werden sukzessive aufgebaut. Neben der Unterbringung, Verpflegung und Versorgung mit den wichtigsten Dingen des täglichen Lebens, sind unter anderem Gesundheitsversorgung, Deutschkurse, Kinderbetreuung und Schulunterricht zu organisieren.

Dank der enormen Hilfsbereitschaft der Jülicher Bevölkerung und der engagierten Arbeit der offiziellen Stellen wurde bereits viel erreicht. Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die sich seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine hier vor Ort engagiert haben.

Die schnell wachsende Zahl der Geflüchteten stellt die Stadtverwaltung vor große Herausforderungen. Denn sie ist auch zuständig für viele andere in unserer Stadt lebende Bedürftige und auch für Geflüchtete, die aus anderen Regionen der Welt weiterhin zu uns kommen. Ziel aller Bemühungen ist es, hier keine Unterschiede zu machen und alle in Jülich auf Hilfe Angewiesenen gemäß der Zuständigkeit der Verwaltung gleichermaßen zu unterstützen.

Der in Jülich vorhandene Wohnraum zur Unterbringung Geflüchteter ist schon jetzt weitgehend belegt. Es ist völlig unklar, wie lange dieser Krieg noch dauern wird, so dass mit einer langfristigen Unterbringung der Geflüchteten zu rechnen ist.

Die Verwaltungen müssen sich in kurzer Zeit um eine wachsende und besonders große Anzahl von Geflüchteten/Vertriebenen durch den Krieg in der Ukraine kümmern. Die vorgegebenen Strukturen für die Aufnahme stellen sicher, dass die öffentlichen Verwaltungen in Deutschland handlungsfähig bleiben. Dazu ist es auch wichtig, dass Geflüchtete, die bereits in Jülich privat untergebracht sind, sich umgehend bei der Stadt Jülich anmelden: sozialamt@juelich.de. Dieses strukturierte Vorgehen dient dem Wohle Aller.

Erste Anlaufstelle für Geflüchtete, die Nordrhein-Westfalen erreichen, ist die Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge NRW in 44791 Bochum, Gersteinring 52, Tel. 02931 / 82 66 00. Dort werden diese Personen als Geflüchtete registriert und von dort erfolgt die Zuweisung in Kommunen in NRW, die noch Aufnahmekapazität haben.

Informationen dazu auf: https://www.bra.nrw.de/integration-migration/ukraine-krieg.

Dort gibt es auch Antworten auf häufig gestellte Fragen der ankommenden Flüchtlinge in deutscher (https://www.bra.nrw.de/integration-migration/fluechtlinge-nrw/informationen-fuer-fluechtlinge/haeufig-gestellte-fragen) und ukrainischer (https://www.bra.nrw.de/integration-migration/fluechtlinge-nrw/informationen-fuer-fluechtlinge/rozpovsyudzheni-zapitannya-ukrainskiy) Sprache.

Wer auf privatem Wege weitere Personen aus der Ukraine holen möchte, muss unbedingt vorher eigenverantwortlich klären, wo diese Personen längerfristig Unterkunft finden. Alternativ sollte der Transport zur Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge NRW in Bochum geplant werden.

„Die Situation ist vergleichbar mit Sportlern, die sehr schnell und gut in den Sprint gestartet sind und nun auf der Strecke erfahren, dass es sich um einen Marathon handelt“, gibt Bürgermeister Fuchs zu bedenken. „Wir müssen unser Handeln der Situation anpassen, damit uns nicht auf der Strecke die Puste ausgeht.“

Dazu gehört auch Überlegungen für die Unterbringung von Flüchtlingen in Notunterkünften anzustellen. Denn auch bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen und der zu ahnenden vollständigen Belegung der Wohnungen, müssen zugewiesene Flüchtlinge untergebracht werden.

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Für Geflüchtete – Stadt Aachen richtet Infopoint am Aachener Hauptbahnhof ein

Aachen – Die Stadt Aachen richtet kurzfristig einen Infopoint auf dem Vorplatz des Aachener Hauptbahnhofs ein. Dort finden schutzsuchende Menschen, die aus der Ukraine kommen, eine erste gut sichtbare Anlaufstelle. Der Infopoint nahm am gestrigen Freitag, 25. März seinen Betrieb auf. Ab 17 Uhr standen die Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bereit, um Geflüchtete in Empfang zu nehmen, sie mit ersten Informationen und einem Getränk zu versorgen, um sie anschließend an eine der städtischen Erstunterbringungsstandorte zu vermitteln. Der Infopoint ist werktags wie am Wochenende von 7 Uhr in der Früh bis 2 Uhr in der Nacht besetzt. Neben dem DRK sind wochentags auch städtische Angestellte als Ansprechpartner*innen vor Ort.

Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration, erklärt: „Die aktuelle Flüchtlingskrise ist sehr dynamisch und verläuft ganz anders als das, was wir 2015 erlebt haben. Die Menschen aus der Ukraine kommen zu nahezu jeder Tages- und Nachtzeit in Aachen an. Sie kommen oft einzeln oder in kleinen Gruppen. Einige kommen mit dem Auto an, viele erreichen Aachen aber auch mit dem Zug.“ Damit gerade dort am Hauptbahnhof die Menschen direkt – gerade auch in den späten Abendstunden – eine erste Anlaufstelle finden, ist der Infopoint eingerichtet worden. Die Feuerwehr Aachen hat hierfür ihren rund sieben Meter langen roten „Sozial-Container“, der ansonsten bei längeren Brand- und Hilfseinsätzen verwendet wird, auf dem Bahnhofsvorplatz positioniert. Ein großes Banner mit der Aufschrift „Infopoint Ukraine“, einer ukrainischen Flagge und dem Hinweis auf weitere Online-Infos unter www.aachen.de/aachenhilft zeigt allen Ankommenden ab heute Nachmittag, dass ihnen an dieser Stelle geholfen wird.

„Die direkte Ansprechstelle hilft allen – vor allem den Geflüchteten, aber auch uns von Behördenseite“, sagt Frankenberger. Oftmals strandeten in den vergangenen Wochen die Schutzsuchenden zunächst auf dem Bahnhofsplatz. Sie wendeten sich dann in einem ersten Schritt an die Bundespolizei. Über Umwege wurde so dann erst der Bereitschaftsdienst der Sozialbehörde benachrichtigt und konnte unterstützen. „Diese Lücke schließen wir nun mit dem Infopoint. So können wir den Menschen direkt helfen und sie zügig in eine Aufnahmeeinrichtung bringen“, so Frankenberger.

Parallel entsteht dank der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Aachen momentan auf dem Sportplatz Siegel eine Zeltstadt. Seit Donnerstag, 24. März läuft der Aufbau des Ankunftszentrums für Geflüchtete auf Hochtouren. Die Stadt Aachen nimmt ihre Rolle als sicherer Hafen für Menschen in Not ernst. Seit Kriegsbeginn in der Ukraine haben sich über 2000 Menschen bei der Verwaltung gemeldet. Das Ankunftszentrum auf Siegel soll als temporäre Großunterbringung dabei helfen, die große Herausforderung zu meistern. Das Ankunftszentrum in Burtscheid soll Anfang April in Betrieb gehen. Zuvor lädt die Stadt am Dienstag, 29. März, 19 Uhr, zu einer Bürger*innen-Information vor Ort ein (Sportplatz Siegel, Robert Schumann-Straße 50). Weitere Infos: www.aachen.de/aachenhilft.

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Zahl an immunisierten Mitarbeitenden in der Pflege und Eingliederungs-Hilfe steigt weiter an

Region/Mainz – Einrichtungen der Pflege und Eingliederungshilfe in Rheinland-Pfalz haben erneut eine gestiegene Quote an immunisierten Mitarbeitenden in der Corona-Pandemie gemeldet. Das zeigen neue Angaben aus dem Monitoring des Sozialministeriums, das alle zwei Wochen neue Daten abfragt. Zum Stichtag des 18. März – und damit erstmals zu einem Tag, als die einrichtungsbezogene Impfpflicht bereits in Kraft getreten war – waren in Einrichtungen der Pflege 96,4 Prozent der Mitarbeitenden vollständig geimpft oder genesen, von denen rund 78 Prozent geboostert sind. In Einrichtungen der Eingliederungshilfe sind 93,9 Prozent der Mitarbeitenden vollständig geimpft oder genesen, von denen 81,6 Prozent eine Auffrischimpfung erhalten haben. Aus der Pflege hatten zum Stichtag 422 Einrichtungen ihre Zahlen gemeldet, aus der Eingliederungshilfe 219.

Sozialminister Alexander Schweitzer sagte: „Die Quote an Immunisierten in den Einrichtungen liegt in Rheinland-Pfalz schon lange in der bundesweiten Spitzengruppe. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Bereitschaft, sich impfen zu lassen und damit die Gesundheit von vulnerablen Menschen so gut wie möglich zu schützen.“

Seit dem 16. März müssen auch die Einrichtungen der Pflege und Eingliederungshilfe die bei ihnen tätigen Beschäftigten melden, die weder einen Impfausweis, einen Genesenenausweis noch eine ärztliche Bescheinigung wegen einer Kontraindikation zur Covid-19 Impfung vorgelegt haben. Die rheinland-pfälzischen Gesundheitsämter werden nach Eingang diese Meldungen sichten und diese Personen auffordern, einen der vorgenannten Nachweise innerhalb einer bestimmten Frist bei dem Gesundheitsamt vorzulegen. Sofern dieser Aufforderung nicht Folge geleistet wird, droht diesen Personen zum einen ein Bußgeld und zum anderen kann das Gesundheitsamt ein Betretungs- oder Tätigkeitsverbot gegenüber diesen Personen aussprechen.

Aus Einrichtungen der Pflege, Eingliederungshilfe und der Beruflichen Rehabilitation hat es bis Ende dieser Woche Meldungen von 2994 Personen gegeben, die die Bedingungen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht bislang nicht erfüllen. Dies sei vor dem Hintergrund von rund 100.000 Beschäftigten in diesen drei Bereichen ein Anteil von rund 3 Prozent. „Dieser Wert deckt sich mit unseren bisherigen Erhebungen, die eine hohe Immunisierung in diesen Berufsgruppen bestätigt haben. Die Einrichtungen, die Gesundheitsämter und das Land haben sich gut aufgestellt, sollte es tatsächlich in Einzelfällen zu Betretungs- und Tätigkeitsverboten kommen“, sagte Sozialminister Alexander Schweitzer.“

Mit Blick auf das steigende Infektionsgeschehen bundesweit warnte Schweitzer aber vor wachsenden Ausfällen von Mitarbeitenden, die sich in Quarantäne begeben müssen. Das Land behalte die Lage im Blick und stehe dazu in Austausch mit der Pflegegesellschaft. „Daher halten wir auch weiterhin den Freiwilligenpool der Landespflegekammer für Unterstützungsmaßnahmen offen. Ich appelliere an alle geimpften Pflege- und Betreuungskräfte, aber auch an Freiwillige, sich dort zu melden, wenn sie Einrichtungen unterstützen möchten“, betonte Schweitzer.

Bereits während der zweiten Welle im Winter 2020/2021 konnten Freiwillige in den Einrichtungen wertvolle Unterstützung leisten, in denen sich Mitarbeitende auf Grund von Infektionen in Quarantäne begeben mussten.

Die zentrale Meldestelle für den Freiwilligenpool der Pflegekammer findet sich unter https://corona.pflegekammer-rlp.de/zentrale-meldestelle-freiwilligen-pool.html

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Malteser Hilfsdienst startet Betrieb seines Fluthilfebüros in Bad Münstereifel

Bad Münstereifel – Materielle und psychosoziale Unterstützung für Betroffene des Juli-Hochwassers. Ab dem 1.4.2022 geht der Malteser Hilfsdienst offiziell mit seinem Fluthilfebüro an den Start. Am Standort Im goldenen Tal 10 werden in wohnlich ausgestatteten Bürocontainern ab diesem Zeitpunkt Beratungsgespräche und Hilfestellungen bei der Beantragung der Sofort- und Einzelfallhilfe durch die Hilfsorganisation angeboten.

Die Stadt Bad Münstereifel hatte die Malteser gebeten, auf der zur Verfügung gestellten Fläche eine Anlaufstelle einzurichten und die Hilfeleistungen dort zu koordinieren. Hier kann Betroffenen der Jahrhundertflut vom Sommer vergangenen Jahres dringend notwendige Unterstützung geboten werden. Die Stadt freut sich, dass den Bürgerinnen und Bürgern mit der Eröffnung des Fluthilfebüros ein weiteres Unterstützungsangebot zur Verfügung steht. Neben unbürokratisch erhältlichen Soforthilfen in Höhe von 2500 Euro haben hochwassergeschädigte Menschen durch die spendenfinanzierte Einzelfallhilfe auch die Möglichkeit, sich unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 20 Prozent ihres durch die Flut entstandenen Schadens ersetzen zu lassen.

Ein Antrag auf staatliche Wiederaufbauhilfe, der unabhängig davon bis zu 80 Prozent der privaten Hochwasserschäden ausgleichen kann, sollte idealerweise zuvor bereits gestellt worden sein. Bei Fragen rund um die Beantragung der staatlichen Wiederaufbauhilfe unterstützen die Malteser jedoch ebenfalls, soweit dies notwendig sein sollte. Für Menschen, die nach den Erlebnissen während der Flut auch einen Bedarf an psychosozialer Unterstützung haben, wird es darüber hinaus die Möglichkeit von Beratungs- und Entlastungsgesprächen durch qualifizierte Psychologen sowie Seelsorge geben. „Wir freuen uns sehr, die flutbetroffenen Menschen mit unseren verschiedenen Hilfsangeboten unterstützen zu können“, sagt der Projektleiter der Malteser Fluthilfe in der Diözese Köln, Alexander Schott.

In Kooperation mit der Hilfsorganisation ADRA soteria hatten die Malteser insgesamt vier Bürocontainer für die Fluthilfe nach Bad Münstereifel gebracht, um den Betroffenen bestmögliche Beratungen rund um Fluthilfeleistungen bieten zu können. Beide Organisationen sind Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland hilft (ADH). Infos unter der Hotline: 06723/685578 oder fluthilfe.bad-muenstereifel@malteser.org

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Neue Löschfahrzeuge für die Feuerwehren Densborn und Stadtkyll

Gerolstein – Die Freiwilligen Feuerwehren in unserer Verbandsgemeinde haben besonders im zurückliegenden Jahr gezeigt, welch wichtigen Beitrag sie für unsere Bürgerinnen und Bürger leisten. Wir freuen uns deshalb, dass wir erneut zwei Wehren in unserer Verbandsgemeinde mit neuen Fahrzeugen stärken bzw. Ersatz beschaffen können.

Das neue Mannschaftslöschfahrzeug der FFW Densborn. Foto: VG Gerolstein

Die Freiwillige Feuerwehr Densborn hat im Januar, nach knapp sieben Monaten Lieferzeit, ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) erhalten. Das MAN-Fahrgestell mit Doppelkabine und 130 KW/177 PS entspricht der EURO 6-Norm. Besonderheit: Ein intergriertes Abbiegeassistenzsystem erhöht die Verkehrssicherheit. Der Aufbau konnte bei der Schmitz Feuerwehrtechnik GmbH in Farnstädt/Sachsen-Anhalt erworben werden. Dadurch wurden 46.000 Euro gegenüber dem Haushaltsansatz gespart. Die Gesamtkosten liegen bei 209.000 Euro. „Das Fahrzeug unterstützt unsere Einsätze hauptsächlich im Bereich der Unteren Kyll“, so Uwe May, stellvertretender Wehrleiter und zugleich Wehrführer der Feuerwehr Densborn.

Die Freiwillige Feuerwehr Stadtkyll verfügt seit Anfang März wieder über ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF 10). Das Vorgänger-Fahrzeug hatte bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 Totalschaden erlitten. „Wir freuen uns sehr, dass wir kurzfristig Ersatz beschaffen konnten“, so Wehrführer Frank Brehme. „Als mannschaftsstarke Stützpunkt-Wehr braucht Stadtkyll für seine ca. 25 Einsätze im Jahr ein Fahrzeug, das unseren vielseitigen Einsätzen gerecht wird. Mit der Wiss GmbH & Co. KG Feuerwehrfahrzeuge Herbolzheim hatten wir einen zuverlässigen und leistungsstarken Partner, der die Konstruktion des Fahrzeuges auf unsere Bedürfnisse angepasst hat.“

Das Mercedes-Benz Atego-Fahrgestell verfügt über 200 KW/271 PS und entspricht ebenfalls der EURO 6-Norm. „Das Lagerfahrzeug LF 20 KatS war ursprünglich für das Bundesland Schleswig-Holstein vorgesehen und wurde für uns auf ein HLF 10 umgerüstet.“ Das HLF verfügt über einen Löschwassertank mit einer Kapazität von 1.200 Liter und ist sowohl für Brandeinsätze als auch für die technische Hilfeleistung optimal ausgerüstet. Die Kosten von ca. 300.000 Euro werden durch die Versicherungsleistungen bzw. die Förderung aus Mitteln des Wiederaufbaus nach Flutkatastrophe vollumfänglich finanziert.