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Mega-Jackpot geknackt – 110 Millionen Euro gehen nach Nordrhein-Westfalen

Region/Münster – Riesen-Jubel in Nordrhein-Westfalen: Eine noch unbekannte Person räumte bei Eurojackpot rund 110 Millionen Euro ab. Der Mega-Jackpot ist geknackt: Mit exakt 110.213.537,30 Euro wurde in der Ziehung am Freitag (20. Mai) der bisher höchste Gewinn der europäischen Lotterie Eurojackpot erzielt. Als einziger Spielteilnehmer oder Spielteilnehmerin hat eine noch unbekannte Person aus Nordrhein-Westfalen die Gewinnzahlen 4-22-28-32-47 inklusive der beiden Eurozahlen 1 und 2 richtig vorhergesagt (Chance 1 : 140 Mio.). Eine Eurojackpot-Gewinnsumme von 110 Millionen Euro ist in diesem Bundesland noch nie ausgezahlt worden.

Weitere Glückspilze

In der 14. Ziehung der jetzt beendeten Jackpotphase gibt es in der zweiten Gewinnklasse fünf weitere Glückspilze, die sechsstellige Beträge erzielten. Jeweils 674.126,50 Euro werden nach Baden-Württemberg (2), Hamburg, Dänemark und Finnland überwiesen.

Zweiter Jackpotgewinn nach Produktänderung

Der aktuelle Gewinn ist der zweite geknackte Jackpot nach der Produktänderung bei Eurojackpot Ende März. Zuletzt wurde der Jackpot am 1. April getroffen. An diesem Tag gingen 24,8 Millionen Euro nach Niedersachsen. Insgesamt kann der Jackpot sogar die Maximalsumme von 120 Millionen Euro erreichen.

  1. Jackpotphase geht zu Ende

Mit dem Jackpotgewinn am 20. Mai endet auch ein Jubiläum. Diese Jackpotphase war die 100. seit Start der Lotterie im März 2012.

Nächste Ziehung

Auch wenn der Jackpot geknackt wurde, auf einen zweistelligen Millionengewinn können Tipper weiterhin hoffen – und zwar schon am kommenden Dienstag (24. Mai). Denn seit Ende März gibt es neben dem Freitag diesen zweiten Ziehungstag pro Woche. Dann startet Eurojackpot erneut mit zehn Millionen Euro im obersten Rang. Die Spielteilnahme ist bis Dienstagabend um 19 Uhr in den Lotto-Annahmestellen sowie im Internet unter www.eurojackpot.de möglich (je nach Bundesland kann der Annahmeschluss abweichen).

 

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Stadtwerke Mechernich prüfen Kanalgebühren

Mechernich/Oer-Erkenschwick – Musterprozess eines Bürgers aus Oer-Erkenschwick gegen seine Kommune hat möglicherweise auch Auswirkungen auf die Berechnungsgrundlagen in den übrigen Städten und Gemeinden. „Die Abwasserbescheide für 2022 müssen möglicherweise auch am Bleiberg korrigiert werden“, sagte Erster Beigeordneter Thomas Hambach dem „Bürgerbrief“. Ursache entsprechender Untersuchungen sei ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichts NRW in Münster.

Ein Bürger aus Oer-Erkenschwick hatte vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster ein Musterverfahren wegen unzulässiger Berechnungsgrundlagen der Gebühren angestrengt und gewonnen. „Inwieweit jetzt eine Anpassung an die neue Gesetzeslage nötig ist, kann erst auf der Grundlage der konkreten Urteilsbegründung des OVG ermittelt werden“, sagte Teamleiter Dietmar Kluge von den Stadtwerken Mechernich.

Nach Mitteilung des Städte- und Gemeindebundes NRW sei gegenwärtig noch offen, ob die beklagte Kommune Oer-Erkenschwick Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegt. Im Moment gebe es nur eine Pressemitteilung des OVG mit noch recht pauschalen Aussagen.

Thomas Hambach: „Die Stadt Mechernich hat bis zur Erstellung der Spitzabrechnung Anfang nächsten Jahres genügend Zeit, um die veränderte Gesetzeslage zu prüfen und diese im Gebührenbescheid umzusetzen und zu berücksichtigen.“

Muss Gesetz geändert werden?

Der Mann aus Oer-Erkenschwick hatte gegen die Abwassergebühren geklagt, die seine Stadtverwaltung 2016 erhoben hatte. Das OVG prüfte den Vorwurf und stellte fest, dass die Gebühren im konkreten Fall insgesamt um rund 18 Prozent überhöht waren. Bei 599 Euro Gebühren, die der Kläger bezahlen musste, wären das rund 108 Euro zu viel.

Das Gericht befand, es seien „grundlegende Kalkulationsfehler gemacht worden. Die Abwassergebühren setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen – neben den anfallenden Betriebskosten unter anderem aus dem sogenannten „Abschreibungswert“ und den aktuellen Zinsen.

Die beklagte Stadtverwaltung hatte bei der Abschreibung der Entwässerungsanlagen immer den Neuwert geltend gemacht. Und sie hatte zu hohe Zinsen zugrunde gelegt. Bislang war diese Rechnung in Kommunen üblich und entsprach auch dem Kommunalabgabengesetz. Durch das OVG-Urteil könnte dieser Passus im Gesetz jetzt kippen – was Konsequenzen nicht nur für Oer-Erkenschwick hätte.

Denn das Urteil gilt jetzt als Musterverfahren und könnte eine Änderung der Landesgesetze zur Folge haben. Was auch Folgen für die Gebührenzahler am Bleiberg hätte. Welche genau, konnten Dietmar Kluge, der Teamleiter der Stadtwerke, und Thomas Hambach, der stellvertretende Stadtverwaltungschef, noch nicht sagen. Möglicherweise sei aber auch hierzulande kalkulatorisch ein zu hoher Zinssatz genommen worden.

Im Kommunalministerium, das letztlich für eine Gesetzesänderung zuständig ist, gibt man sich bislang schmallippig: Das Urteil sei weitreichend und müsse erst intensiv geprüft werden. Aber schon jetzt räumt ein Sprecher ein: „Eine Prüfung schließt auch mögliche Veränderungen an landesgesetzlichen Grundlagen ein“.

Urteilsbegründung abwarten

Allerdings bleibe erstmal abzuwarten, ob Oer-Erkenschwick tatsächlich Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben will. Ob das geschehe, dazu könne die Stadt derzeit noch keine Aussage machen, heißt es auf Nachfrage. Zunächst wolle man das schriftliche Urteil einschließlich Begründung abwarten, so ein Sprecher.

Dennoch: Bei den Kommunen in NRW herrsche seit dem OVG-Urteil „Anspannung“, sagt Philipp Stempel, Sprecher beim Städte- und Gemeindebund NRW. Seit 1994 hätten die Kommunen sich bei ihren Gebührenabrechnungen auf das geltende Gesetz gestützt. „Jetzt muss vielleicht alles neu berechnet werden.“

Klar sei: Das Gebührenrecht schreibe vor, dass die Städte bei den Gebühren keinen Gewinn machen dürfen. „Es dürfen nur so viele Gebühren erhoben werden, dass die Kosten der Einrichtung gedeckt sind.“ Bei den Abwassergebühren ist die Materie aber komplex: Bisher gab das Gesetz vor, dass Anschaffungs- und Betriebskosten und auch die Zinssätze der letzten 50 Jahre gemittelt werden, um die aktuellen Gebühren zu berechnen.

Dabei wird der sogenannte „Wiederbeschaffungswert“, also der Neuwert der Technikanlagen, zugrunde gelegt, aber auch die über die Jahre schwankenden Zinsen, die beispielsweise in der 1970er Jahren viel höher waren als heute. „Und: Das Kanalnetz ist in 50 Jahren deutlich gewachsen“, sagt Stempel. Die Kalkulation sei also äußerst kompliziert.

Das OVG kam nun dem Schluss, dass die Kommunen bei der Kalkulation ihrer Abwassergebühren nur die Zinsen der letzten zehn Jahre zugrunde legen dürfen. Bei der Abschreibung vom Wiederbeschaffungszeitwert müssten außerdem die realen Zinsen berücksichtigt werden.

Während Oer-Erkenschwick bisher einen Zinssatz von 6,52 Prozent zugrunde legte, dürfte der laut OVG derzeit nur bei 2,42 Prozent liegen. „Nach Vorlage aller notwendigen Unterlagen werden wir das auch für Mechernich nachprüfen“, so der Erste Beigeordnete.

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Erste Gewerbe-Immobilie in Aachen wird Flüchtlings-Unterkunft

Aachen – Seit Kriegsbeginn Ende Februar 2022 wurden insgesamt 1.638 geflüchtete Menschen aus der Ukraine in Aachen aufgenommen, davon leben aktuell 1.021 Personen in städtischen Unterkünften. Als Notunterbringung sind im Stadtgebiet elf Turnhallen mit insgesamt 367 Menschen belegt. Im Ankunftszentrum Siegel leben derzeit 56 Menschen. Rund 3.300 Geflüchtete aus der Ukraine erhalten über den städtischen Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration Asylbewerberleistungen – davon rund ein Drittel Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Über die Notunterbringung hinaus wurden in den vergangenen Wochen intensiv an der Aktivierung von unterschiedlichen Gewerberäumen gearbeitet. Als erste Gewerbeumnutzung wurde jetzt die untere Etage des Gebäudes des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB NRW) an der Adenauerallee 210 fertig eingerichtet. Dort werden ab sofort die ersten von maximal 50 geflüchtete Menschen aus den Turnhallen Königsstraße und Peliserkerstraße untergebracht. „Mein herzlicher Dank gilt dem BLB, der uns diese Immobilien mietfrei zur Verfügung stellt“, sagt Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen beim Pressetermin vor Ort an der Adenauerallee. „Ich bin sehr froh, dass wir hier eine gute Unterkunft für die geflüchteten Menschen gefunden haben und den Schüler*innen bald wieder Sport und Bewegung in den Turnhallen ermöglichen können“.

Darüber hinaus hat die Stadt Aachen insgesamt 167 Wohnungen der gewoge für ukrainische Flüchtlinge angemietet. Von privaten Eigentümern wurden aktuell 195 Wohnungen angeboten, von denen bereits 107 Wohnungen belegt und 50 in einer konkreten Vermittlung sind. „Die Hilfsbereitschaft der Aachener*innen ist wirklich enorm“, betonte die Oberbürgermeisterin. Und weiter: „Da wir nicht wissen, wie sich die Zahl der in Aachen Schutz suchenden Menschen entwickeln wird, benötigen wir weiterhin Wohnraum für Geflüchtete. Wir bitten daher alle Eigentümer*innen, uns Wohnraum zu melden, der zur Verfügung gestellt werden kann. Jede Wohnung zählt.“

Ebenfalls auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen zur Bereitstellung von weiteren Gewerbeimmobilien zur Unterbringung von Geflüchteten. Kurzfristig können so ein städtisches Gebäude in der Händelstraße, die ehemalige Kita in der Albert-Einstein-Straße sowie die frühere Hauptschule am Kronenberg bezogen werden. In den nächsten Tagen ziehen auch die ersten geflüchteten Menschen in die ehemalige Kletterhalle in der Kurbrunnenstraße ein. Quasi im Gegenzug sollen dann sukzessive weitere Turnhallen freigezogen werden.

Bei der Beratung der geflüchteten Menschen übernimmt das Kommunale Integrationsmanagement darüber hinaus eine zentrale Rolle. Hier wurden seit Februar 1.013 persönliche und 2.440 telefonische Beratungsgespräche geführt; darüber hinaus konnten die Mitarbeiter*innen 1.718 Kontakte per E-Mail zählen.

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Junge Menschen sind die Basis für die Zukunft des Ehrenamts im Sport

Region/Mainz/Ingelheim – Sportjugend des LSB Rheinland-Pfalz vergibt 20 Stipendien für junges Engagement im Sport. Sportvereine sind Lernorte für Mitbestimmung, Teilhabe und ehrenamtliches Engagement. Bereits sehr früh können junge Menschen im Sportverein Erfahrungen sammeln und sich aktiv in die Vereinsarbeit einbringen. Dabei ist es auch immer wichtig, dass die erfahrenen Vereinsmitglieder ihr Wissen weitergeben und Beteiligungschancen eröffnen. Nur wenn die Beteiligung von jungen Menschen aktiv gefördert wird, kann die Einbindung in die Vereinsstruktur gelingen. Das StipS-Stipendium der Sportjugend des LSB Rheinland-Pfalz unterstützt pro Kalenderjahr 20 junge Ehrenamtliche bis 27 Jahre mit 100 Euro im Monat.

„Mit dem StipS-Stipendium möchten wir junges Ehrenamt im Sport sichtbar machen und junge Menschen, die sich im besonderen Maße für den Sport in Rheinland-Pfalz engagieren, fördern“, betont Martin Hämmerle, Abteilungsleiter bei der Sportjugend des LSB. Junge Menschen wollen sich engagieren. Man muss sie nur ausprobieren lassen. Engagement-Möglichkeiten im Verein sind dabei sehr vielseitig. „Neben den bekannten Möglichkeiten sich als Trainer*in oder Jugendleiter*in zu engagieren, ist zum Beispiel auch ein Engagement als Schieds- bzw. Wettkampfrichter eine Möglichkeit sich zu betätigen“, sagt Martin Hämmerle. „Auch die digitalen Medien- und Kommunikationskanäle bieten Chancen junge Menschen in die Vereinsarbeit zu integrieren“, so Hämmerle weiter.

In einem Ehrenamt können sich junge Menschen Fähigkeiten und Kenntnisse aneignen, welche sie auch im Ausbildungs- und Berufsleben anwenden können. Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Einsatzbereitschaft sind dabei wichtige Eigenschaften, die im Ehrenamt im Sport vermittelt werden. „Gerade jetzt ist es wichtig, die gesellschaftliche Stellung des Ehrenamts deutlich herauszustellen. Durch die Corona-Pandemie haben die Sportvereine nicht nur Mitglieder verloren, sondern teilweise auch die ehrenamtlichen Helfer*innen“, sagt Martin Hämmerle. Das Ehrenamt ist es jedoch, welches einen reibungslosen Ablauf im Sportverein und die Erstellung von Angeboten erst möglich macht.

Junge Menschen bis zum 27. Lebensjahr haben die Chance auf das StipS-Stipendium

 Die Sportjugend des LSB Rheinland-Pfalz sucht auch in diesem Jahr wieder die engagiertesten jungen Ehrenamtlichen im Sport für das StipS-Stipendium. Junge Menschen bis zum 27. Lebensjahr haben die Chance auf eine Förderung in Höhe von 100 Euro im Monat über einen Zeitraum von einem Jahr (12 Monate). Noch bis zum 15. Juni können sich junge Rheinland-Pfälzer*innen über das Bewerbungsportal der Sportjugend für ein Stipendium bewerben. Die Sportjugend des LSB Rheinland-Pfalz ist gemeinsam mit den regionalen Sportjugenden Rheinland, Pfalz und Rheinhessen die größte Jugendorganisation in unserem Bundesland. Die Förderung und Darstellung von jungem Ehrenamt im Sport ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit. In den kommenden Tagen werden einzelne  Stipendiat*innen über den Instagram-Kanal der Sportjugend vorgestellt und liefern einen Einblick in ihren Alltag als junge Engagierte im Sport.

Ansprechpartner bei der Sportjugend des LSB Rheinland-Pfalz ist Steffen Grummt, E-Mail: grummt@sportjugend.de, Tel.: 06131/2814-352. Weitere Infos unter www.sportjugend.de/stipendium/

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Menschen retten will geübt sein

Euskirchen – Eine großangelegte Katastrophenschutzübung unter starker Beteiligung des Roten Kreuzes fand am Wochenende in der Zuckerfabrik von Pfeiffer & Langen in Euskirchen statt. Die beiden im Kreisgebiet erscheinenden Kölner Tageszeitungen berichteten.

Eine großangelegte Katastrophenschutzübung unter starker Beteiligung des Roten Kreuzes fand am Wochenende in der Zuckerfabrik von Pfeiffer & Langen in Euskirchen statt. Die beiden im Kreisgebiet erscheinenden Kölner Tageszeitungen berichteten darüber. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Ihr Korrespondent Stephan Everling schreibt: „Das Szenario in der Fabrikhalle wirkt verstörend. Hilferufe und Schmerzensschreie aus allen Richtungen. Zwischen den Produktionsanlagen und auf Treppen liegen bewusstlos Verletzte, die scheinbar aus mehreren Wunden bluten…“

„Die Einsatzkräfte, die als erste die Halle betreten, um die Lage zu sondieren“, fährt der Autor fort, „werden von verzweifelten Opfern bedrängt“. „Warum hilft denn niemand, bitte komm doch einer“, rufen sie, oder „Bitte helft mir“. Es mutet fast an, als verbreite sich Panik.

Das ist in Wirklichkeit natürlich nicht der Fall. Die Rettungskräfte haben zwar nicht auf Anhieb, aber recht bald alles unter Kontrolle. Immer mehr Feuerwehrleute dringen in die Halle vor und verschaffen sich einen Überblick. Überall liegen die gekonnt für die Übung zurechtgemachten „Opfer“. Auch das Verhalten von Patienten mit derartigen Verletzungen und Verbrennungen haben die Darsteller einstudiert.

Für die Helfer bietet sich bei solchen Übungen ein möglichst realistisches Bild. Wem zuerst helfen? Was muss als Nächstes getan werden? Wohin mit den Geborgenen? Es müssen mehr Ärzte und Rettungssanitäter vor Ort gebracht werden. Nerven behalten, klare Entscheidungen treffen…

200 Frauen und Männer im Einsatz

Damit die Einsatzkräfte nicht in einer echten Gefahrensituation überfordert werden, wird regelmäßig geübt – auch im großen Stil wie diesmal in der Zuckerfabrik mit 200 „Mann“, worunter sich natürlich auch Rot-Kreuz- und Feuerwehrfrauen befanden. „Es ist das erste Mal seit Corona, dass wir eine so große Übung fahren, erklärt Rainer Brück, Koordinierender Leiter Rettungsdienst im Kreis.

Im Normalbetrieb wird zweimal im Jahr im Verbund von Rotem Kreuz, Rettungsdienst, THW, Feuerwehr und Notärzten trainiert. Es gibt feste Strukturen, aber sie müssen geübt werden, so Rainer Brück: „Solche Lagen sind nicht das tägliche Brot!“ Allein das Abstellen der Fahrzeuge stellt ein Problem dar: Wer steht bei einem solchen Einsatz wo am besten? Und wie versorge ich in der Anrückphase die Opfer, wenn noch nicht genug Material und Personal vor Ort ist?

Mit dem Bildungszentrum Euregio der Malteser in Aachen war noch ein weiterer Partner vor Ort im Rotkreuzzentrum Kreis Euskirchen/Eifel am Jülicher Ring. Seit Dienstag findet dort ein Kurs für Leitende Notärzte statt. Einige Teilnehmer beteiligten sich aktiv an der Übung, andere als fachlich geschulte Beobachter.

Stephan Everling schreibt im „Kölner Stadt-Anzeiger“ und in der „Kölnischen Rundschau“: „Seit zehn Jahren sorgen die Ehrenamtler von der Opferdarstellung des Jugendrotkreuzes des DRK-Kreisverbandes Euskirchen für ein möglichst realistisches Ambiente. Dazu gehören nicht nur Verletzungen, die auch einem Filmset zur Ehre gereichen würden, sondern auch Darstellung der menschlichen Reaktionen in einer Extremsituation wie Schock, Panik, Verzweiflung oder Angst.“

„Verletzte“ klammern sich an Retter

„Gespannt beobachtete Sabine Eschweiler vom JRK, wie die Feuerwehrleute durch die Halle gingen und versuchten, einen Überblick über die Lage zu gewinnen, während die Opferdarsteller sich verzweifelt schreiend an sie klammerten. »Das ist schwer auszuhalten, wenn die Einsatzkräfte am Anfang den Eindruck erwecken, sie würden sich nicht kümmern. Ich finde, das machen die Darsteller richtig gut«, sagte Eschweiler den Tageszeitungen.

25 Verletztendarsteller waren über zwei Stockwerke verteilt worden. Während die 13 Darsteller im Untergeschoss schnell gefunden wurden, war auf der Metalltreppe und im Obergeschoss mehr Akribie erforderlich. „Das dauert aber“, stöhnt Burkhard Kühn. Neben einer beeindruckenden „Knochenverletzung“ an der Schulter ragt aus seinem Rücken ein Rohrende, das auf eine Lungenverletzung hindeutete.

„Ich spiele immer die, die im Ernstfall nicht die größten Überlebensaussichten hätten“, erklärte der Rotkreuzler aus der Mechernicher Bereitschaft dem Reporter. Kühn hat Übung mit solchen Übungen und ist seit Anfang vor zehn Jahren schon dabei. „Es gibt eine richtige Mimenausbildung“, erzählt er. Um sechs Uhr sei er an diesem Morgen aufgestanden, dann habe es noch ein gemeinsames Frühstück gegeben, bevor es ans Schminken ging.

Lernprozess: Nie ganz perfekt

Auch seine Frau Jessica, ebenfalls seit zehn Jahren dabei, wartete hinter einer Maschine auf die Retter: „Verletzte darzustellen ist interessant, dann kann man die Kollegen beobachten, wie sie unter Druck reagieren.“ „Eine Übung läuft nie ganz perfekt“, berichtete Aileen Jungmann: „Es ist ein Lernprozess!“

„Wir machen öfter kleinere Übungen in der Zuckerfabrik“, erklärte Martin Fehrmann, der Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr beim Kreis Euskirchen. Er ist für die Zusammenarbeit mit Pfeiffer & Langen dankbar. „So eine Übung ist natürlich auch in unserem Sinne“, bestätigte Guido Degen von der Zuckerfabrik: „Auf so einem Gelände ist es wichtig, zu wissen, was wo ist, nicht nur die Löschteiche“. Weil die Einsatzkräfte häufig wechselten, müsse oft geübt werden.

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Mayen präsentiert sich beim Festumzug am Rheinland-Pfalz-Tag am Sonntag 22. Mai

Mayen – Am Sonntag, dem 22. Mai 2022, findet der diesjährige Festumzug zum Rheinland-Pfalz-Tag in Mainz statt. Auch die Stadt Mayen wird, wie schon in den vergangenen Jahren, wieder mit einem Festwagen auf dem größten Landesfest vertreten sein. In diesem Jahr ist der Festwagen an 56. Stelle zu finden, dieser steht unter dem Motto „Mayen – Stadt der Bienen“ und wird wieder durch die ‚Jeckeje Pänz‘ gestaltet.

Auf dem aufwendig gestalteten Festwagen werden das Wahrzeichen der Stadt, die Genovevaburg und ein übergroßer Bienenkorb, welcher von zahlreichen Bienen umkreist wird, zu sehen sein.

Der Wagen wird von den ‚Jeckeje Pänz‘ begleitet, unterstützt durch eine bunt gemischte Gruppe bestehend aus Mitgliedern der ‚Lewe Mädcha vom Gevelsberg‘ und der ‚Blaue Funken‘. Im wahrsten Sinne des Wortes „ins Rollen“ bringen den Festwagen auch in diesem Jahr die Schaustellerbetriebe Wingender, die sowohl das Zugfahrzeug als auch den Anhänger stellen.

„Ich möchte mich ganz herzlich bei den Vereinen und den Schaustellerbetrieben Wingender für ihr Engagement und ihren Einsatz bedanken. Der Rheinland-Pfalz Tag ist eine schöne Möglichkeit zur Bewerbung unserer Stadt und allem was sie zu bieten hat“, so Oberbürgermeister Dirk Meid.

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Bürger-Workschops zu Hochwasser-Schutz und Dorferneuerung für alle 57 Ortschaften von Bad Münstereifel

Bad Münstereifel – Bürgermeisterin lädt Bürger*innen der 57 Orte zu insgesamt sieben Workshops ein – Neben Stadtwerken und städtischem Citymanagement nehmen Experten des Erftverbandes und „Die Gewässer-Experten“ teil –  Viele Infos und Ideen zu Wiederaufbau der Gewässer, Hochwasserschutz und Dorfentwicklung. Zwei Bürger-Workshops haben bereits unter großer Beteiligung für Mahlberg, Langscheid, Kop Nück und Vollmert sowie Arloff und Kirspenich stattgefunden.

„Die Menschen treibt die Sorge um: Wie können wir uns vor dem nächsten Hochwasser wappnen? Was unternehmen die Behörden, um vor einem erneuten Extremereignis zu schützen? Und wie stellen wir unsere Dörfer für die Zukunft nachhaltig und zukunftsstark auf?“, beschreibt Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian die Situation der Anwohner*innen in den 57 Ortschaften von Bad Münstereifel. „Mit unseren Workshops möchten wir informieren, aber auch in den aktiven Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern kommen, die mit den Folgen der Flut bis heute zu kämpfen haben.“

Seit Monaten sind die Stadtwerke in enger Zusammenarbeit mit dem Erftverband und dem Fachbüro „Die Gewässer-Experten“ aktiv, um akute Gefahrenpunkte zu identifizieren und zu entschärfen. „Viele Schäden konnten bereits beseitigt werden“, sagt Frauke Kramer von den Gewässer-Experten. So wurden Gewässerstrecken geräumt und instandgesetzt, vielerorts Gehölzarbeiten durchgeführt und in Arloff ist zum Beispiel der Regenwasserkanal Holzgasse in die Erft nun freigespült. „Jetzt geht die Schadensbeseitigung systematisch weiter.“

Hochwasserrückhaltebecken in Eicherscheid voll funktionsfähig

Auch Daniel Bittner und seine Kolleg*innen vom Eftverband berichten auf den Workshops, dass die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten an der Erft im Stadtgebiet weitestgehend abgeschlossen sind. „In den kommenden Wochen wird es an einigen Stellen noch kleinere Nachbesserungen geben. Das Hochwasserrückhaltebecken Eicherscheid ist wieder im automatischen Betrieb und voll funktionsfähig.“ Der Erftverband nimmt an fünf von sieben Terminen teil – überall dort, wo die Erft entlang fließt. „Wir freuen uns über die Möglichkeit, im Rahmen der gemeindeübergreifenden Hochwasserschutzkooperation direkt mit den Anwohnern in Kontakt zu treten. Die wertvollen Hinweise und Ideen nehmen wir gerne auf und sind dankbar für den konstruktiven Austausch“, ergänzt die Pressesprecherin des Verbandes, Ronja Thiemann.

Hochwasserschutz entlang von Erft und Ahr

Das gemeindeübergreifende Hochwasserschutzkonzept entsteht unter Federführung des Erftverbandes, denn die Gewässer auf dem Bad Münstereifeler Gemeindegebiet liegen im Einzugsgebiet von Erft und Ahr. Zum Konzept gehören die Schaffung natürlicher Retentions- und Überflutungsbereiche sowie die Renaturierung von Gewässerläufen. Es gibt sogar einzelne Privatleute, die die Bereitschaft zeigen, Flächen für Retention zur Verfügung zu stellen. Alles mit dem Ziel, den Gewässern mehr Raum zu geben, um mögliche Hochwasserwellen zu verzögern und abzuschwächen. Dazu gehört auch der Bau neuer Rückhaltebecken an geeigneten Standorten. Beim Hochwasserschutz sind aber auch die Bürger*innen gefragt, indem sie hochwasserangepasst bauen oder ihr Haus baulich gegen Hochwasser nachrüsten.

Was braucht unser Dorf?

In den Workshops kommen auch zahlreiche Ideen zur Dorfentwicklung zur Sprache. Darunter etwa der Wunsch nach Einrichtungen und Plätzen, die den Zusammenhalt stärken – wie ein Treffpunkt für Jugendliche, ein Begegnungs-Café oder eine gestärkte Ortsmitte mit verbesserter Nahversorgung. Präsent war auch das Thema Verkehr: Kreisverkehre, Tempo 30, E-Ladesäulen und Carsharing-Angebote waren hier nur einige der Vorschläge. „Die Wünsche und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger haben wir dokumentiert und werden sie bei den weiteren ISEK-Maßnahmen zur Erneuerung der Ortschaften berücksichtigen“, sagt Dr. Sven Wörmer vom städtischen Citymanagement. „Außerdem werden wir die bereits vorhandenen Steckbriefe der Ortsteile entsprechend aktualisieren.“

Weitere Bürger-Workshop-Termine

Die Informations- und Workshopreihe geht weiter. Der nächsten Termine:

  • Workshop: Freitag, 20. Mai, 15:00-17:00 Uhr: Eicherscheid, Nöthen und Hohn usw.
  • Workshop: Freitag, 3. Juni, 15:00-17:00 Uhr: Iversheim, Kalkar und Eschweiler
  • Workshop: Donnerstag, 9. Juni, 18:00-20:00 Uhr: Rupperath, Mutscheid usw.
  • Workshop: Donnerstag, 23. Juni, 18:00-20:00 Uhr: Effelsberg, Houverath usw.
  • Workshop: Donnerstag, 30. Juni, 18:00-20:00 Uhr: Kernstadt usw.

Wo die Workshops jeweils stattfinden, wird noch rechtzeitig bekannt gegeben. Welche Ortschaften welchem Workshop zugeteilt sind, ist der beigefügten Grafik zu entnehmen.

Übrigens: Bürgerinnen und Bürger, die noch aussagekräftiges Bildmaterial von der Flut haben, können dieses weiterleiten an: bam@gewaesser-experten.de.

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Unwetter für 19. und 20. Mai angekündigt

Region – Amtliche UNWETTERWARNUNG vor SCHWEREM GEWITTER mit ORKANBÖEN, HEFTIGEM STARKREGEN und HAGEL. Aktuell warnt der Deutsche Wetterdienst vor aufziehenden Gewittern, orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten um 110 km/h (31m/s, 60kn, Bft 11) sowie heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 25 l/m² und 40 l/m² pro Stunde und Hagel mit Korngrößen um 2 cm.

Die Wetterlage soll sich heute zunehmend verschlechtern und gegen Abend einen vorläufigen Höhepunkt erreichen. Nach vorrübergehender Beruhigung wird ab der zweiten Nachthälfte wieder mit einer Zunahme der Windstärken und Regenmengen gerechnet.

Die lokale Eingrenzung der erwarteten „Schlechtwetterzellen“ ist schwierig. Zwar weiß man, dass etwas kommt, aber eben nicht genau wo. Bitte beachten Sie die aktuellen Hinweise des Deutschen Wetterdienstes.

https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_gemeinden/warnWetter_node.html?ort=J%C3%BClich

https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/warn-app-nina_node.html;jsessionid=EE311701B2DE04F2896BC9A51E7994FD.live352

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Kliniken für Handchirurgie Schleiden und Mechernich fusionieren zum 1. Juni 2022

Schleiden/Mechernich – Patient*innen profitieren von einem gestärkten Leistungsangebot im Krankenhaus Schleiden. Zum 1. Juni 2022 schließen sich die handchirurgischen Kliniken der Krankenhäuser Mechernich und Schleiden zur gemeinsamen Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie am Standort Schleiden zusammen.

Zukünftig sollen handchirurgische Patient*innen schwerpunktmäßig an diesem Standort versorgt werden. Das operative Leistungsspektrum wird dadurch deutlich erweitert. Nach mehr als 20 Jahren, in denen Chefarzt Dr. Peter Funke die Klinik für Plastische, Ästhetische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie leitete, verabschiedet er sich in den Ruhestand. Mit Dr. Thomas Giefer, Chefarzt der Klinik für Handchirurgie in Mechernich, übernimmt ein erfahrener Chirurg Funkes Nachfolge.

Bereits von 2002-2004 war Dr. Giefer im Krankenhaus Schleiden tätig. Bei der feierlichen Verabschiedung im Schloss Schleiden am 18. Mai 2022 erfolgte bereits die offizielle Staffelstabübergabe für die Klinikleitung. „Ich freue mich sehr, die Arbeit meines Kollegen fortzuführen. Die Handchirurgie in Schleiden genießt weit über die
Region hinaus einen hervorragenden Ruf, den wir zukünftig unterstreichen wollen – mit einem kompetenten und starken Ärzteteam, das ein breites Therapiespektrum inkl. moderner Operationstechniken beherrscht“, erklärt Dr. Giefer.

Mit dem Zusammenschluss der Kliniken setzt die Geschäftsführung die bereits angekündigte Kompetenzbündelung und Schwerpunktsetzung im operativen Leistungsangebot des Gesundheitsverbundes Kreiskrankenhaus Mechernich GmbH in die Tat um. „Mit der Zusammenlegung der beiden hochspezialisierten und
modernen Abteilungen am Standort Schleiden entsteht eines der größten handchirurgischen Zentren in der Region.

Das Team wird unter der Leitung von Herrn Dr. Giefer weiterhin eine umfassende Patientenversorgung auf höchstem medizinischen Niveau anbieten. Gleichzeitig wird hierdurch der Krankenhausstandort in
Schleiden weiter gestärkt und ausgebaut“, erklärt Geschäftsführer Martin Milde die Entscheidung.

Bewährte Vorgehensweisen in Diagnostik und konservativer wie operativer Therapie bleiben bestehen, das Sprechstundenangebot wird jedoch angepasst. Im Krankenhaus Mechernich wird es weiterhin eine
Sprechstunde geben, jedoch in reduzierter Form. Neben bestimmten Notfalleingriffen führt das neunköpfige Ärzteteam um Dr. Giefer hier auch weiterhin jegliche Eingriffe bei Klein- und Vorschulkindern durch.

Die übrigen operativen Maßnahmen finden ab 1. Juni 2022 – ebenso wie die Beratung und Behandlung in der Plastischen Chirurgie – am Standort Schleiden statt. Das schließt auch schwerste Verletzungen der Hand durch Arbeits- oder Wegeunfälle mit ein. Planbare ambulante Operationen erfolgen weiterhin im gewohnten Umfang im Ambulanten OP-Zentrum in Zülpich. Die neue Strukturierung ermöglicht Patient*innen somit auch weiterhin eine komfortable regionale Vor-Ort-Präsenz.

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Wieder viele helfende Hände bei „Sauber Alsdorf“

Alsdorf – Mehr als zufrieden zeigten sich die Organisatoren der Aktion „Sauber Alsdorf“, die ihr Ende mit dem Anfang des Frühlingsfestes auf dem Denkmalplatz in der Alsdorfer Innenstadt fand. Bei einer kräftigen Erbsensuppe, gesponsert von der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing Alsdorf, hatten sich zahlreicher Helferinnen und Helfer eingefunden, um die letzten Müllsäcke zur fachgerechten Entsorgung zusammen zu tragen.

Satte neun Tonnen wilden Mülls wurden von rund 1000 Sammlerinnen und Sammlern in einer Woche aus dem Stadtbild entfernt. „In diesem Jahr waren es neben den Schulen besonders viele private Sammler, die sich beteiligt haben“, berichtet Claudia Kiziloglu, Mitarbeiterin vom Eigenbetrieb Technische Dienste (ETD), die in diesem Jahr zum ersten Mal alleine die Verantwortung für die Organisation und Durchführung von „Sauber Alsdorf“ übernommen hatte.

Nahezu alle Müllzangen seien an die Bürgerinnen und Bürger ausgegeben worden, sagt sie. Zufrieden zeigte sich auch Bürgermeister Alfred Sonders: „Ich bin immer wieder begeistert, mit welchem Enthusiasmus unsere Alsdorferinnen und Alsdorf mitmachen. Das zeigt, wie sehr ihnen die Sauberkeit ihrer Stadt am Herzen liegt.“ Dass dieses Bewusstsein auch in die Köpfe der Menschen geht, die ihren Abfall illegal entsorgen, das hoffen nicht nur die Veranstalter von „Sauber Alsdorf“. Denn die Kosten der Entsorgung dieses wilden Mülls tragen letztendlich alle Bürgerinnen und Bürger. (apa)