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UKRAINE-Krieg – Biodiversitäts-Flächen machen keine hungernden Menschen satt

Region/Koblenz – Das Bundeslandwirtschaftsministerium will die Flexibilität, die das EU-Maßnahmenpaket vorsieht, nicht nutzen. Das hat die Hauspitze des BMEL gestern zur Freigabe der Ökologischen Vorrangflächen (ÖFV) durch die EU zur Ernährungssicherung vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, mitgeteilt. Damit sollen deutsche Landwirte, anders als ihre Kollegen in anderen EU-Mitgliedstaaten, auf brachliegendem Acker keine Ackerfrüchte für die Nahrungsmittelproduktion anbauen können.

Geändert werden kann dies nur, wenn sich im Bundesrat Mitte April eine Mehrheit der Bundesländer finde, die die Nahrungsmittelproduktion auf den Brachen erlauben will. Das wäre aber zu spät. „Die Landwirte können nur jetzt Ackerfrüchte aussäen und nicht erst Mitte April, wenn dann womöglich der Bundesrat anders entscheide“, betont Horper. Die Hauspitze des BMEL beweise damit, dass der fachliche Hintergrund fehle, wie Ackerbau bzw. Landwirtschaft funktioniere, kritisiert der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau Michael Horper.  Mit jedem Tag ohne Gewissheit, was erlaubt sei, würde das Zeitfenster zur Aussaat z.B. von Sommergetreide etc. kleiner. Auch die Verfügbarkeit des Saatgutes und die Wetterverhältnisse würden eine Rolle spielen. Die Landwirte seien zu tiefst verärgert über diese Fehlentscheidung des BMEL. Biodiversitätsflächen können man nun mal nicht essen und sie machten auch nicht satt – auch nicht, wenn man Veganer sei, stellt Horper fest.

Horper zeigt sich auch sehr verwundert, weshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium den Analysen der Folgen des Ukrainekrieges der EU-Kommission nicht folge, wonach es „jetzt an der Zeit sei, dass Europa sich solidarisch zeige und die Ukraine, ihre Bevölkerung und Landwirtinnen und Landwirte, genauso wie die schwächsten, nahrungsmitteleinführenden Länder unterstützen müssten, in denen die Preise deutlich steigen und Nahrungsmittel knapp werden könnten“. Auch die Welthungerhilfe zeige sich bekanntlich in „großer Sorge“ hinsichtlich der Folgen des Krieges für die Entwicklungs- und Schwellenländern: „ Gerade die Ärmsten in vielen Ländern des Globalen Südens werden von den gravierenden Engpässen auf dem Weltmarkt und den explodierenden Nahrungsmittelpreisen besonders betroffen sein“.

Mit dieser Haltung verzichte das Bundeslandwirtschaftsministerium bewusst auf die Chance, im Zuge des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen wegfallenden Ernten, hierzulande mehr Lebensmittel zu produzieren, so Horper. Eine solche Fehlentscheidung könne nun mal in der Landwirtschaft nicht zurückgenommen werden, was heute nicht gesät wird, kann morgen nicht geerntet werden.

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Simmerather Bürgermeister Goffart zu Besuch bei aus der Ukraine geflüchteten Menschen

Simmerath – Helferplattform „Simmerather helfen“ ins Leben gerufen. Dankbarkeit und Respekt für die Hilfsbereitschaft im Vordergrund. Mittlerweile sind über 80 ukrainische Bürgerinnen und Bürger in Simmerath angekommen. Eine Unterkunft für diese Menschen stellt Familie Steffens in Simmerath bereit. Hier lebt seit zwei Wochen das ukrainische Ehepaar Didorenko zusammen mit zwei erwachsenen und einer minderjährigen Tochter sowie zwei Enkelsöhnen.

Bürgermeister Bernd Goffart war vor Ort, um sich ein Bild von der Situation der Menschen zu machen. Die Familie drückte in erster Linie ihre Dankbarkeit und ihren Respekt gegenüber den unzähligen Helferinnen und Helfern und auch gegenüber der deutschen Regierung aus. Innerhalb von nicht einmal zwei Tagen war die leerstehende, unmöblierte Wohnung mit unzähligen helfenden Händen bewohnbar gemacht worden.

„Die Situation in der Ukraine ist für uns unvorstellbar, umso wichtiger ist es uns, dass Sie sich hier willkommen fühlen“, so Bürgermeister Goffart. Diesbezüglich können schon kleine Gesten viel bewirken, so hatte sich Mutter Olena besonders darüber gefreut, dass bei der Ankunft ein Strauß Tulpen als Willkommensgeste auf dem Tisch gestanden hatte. Emotional realisieren konnte die Familie das Geschehene bisher jedoch selbst nicht.

Auch Sorgen kamen bei dem Besuch zur Sprache. Die Familie versucht sich best- und schnellstmöglich zu integrieren. Familie Steffens versucht dabei zu unterstützen wo es geht. So kann Tochter Sofiia bereits zur Grundschule gehen und konnte dort trotz Sprachbarriere schon neue Freundschaften schließen. Die Sprache ist auch für die anderen Familienmitglieder ein wichtiges Thema. Aktuell lernen sie mit Hilfe von Apps auf dem Smartphone, wollen aber sobald möglich Sprachkurse besuchen und auch arbeiten gehen. Alle behördliche Vorarbeit ist bereits in die Wege geleitet, daher heißt es vorerst warten.

Bürgermeister Goffart weiß das Engagement der vielen hilfsbereiten Menschen in Simmerath, wie das der Familie Steffens, sehr zu schätzen und hofft, dass sich noch mehr Menschen finden, die Wohnraum und Unterstützung anbieten. „Ohne ehrenamtliche Hilfe können wir diese Krise nicht stemmen, der Krieg ist noch nicht vorbei und es werden weitere Menschen in Simmerath ankommen“. Daher appelliert der Bürgermeister an die Simmerather Bevölkerung, sich auch weiterhin zu engagieren um Menschen wie der Familie Didorenko eine Perspektive zu bieten.

Helferplattform „Simmerather helfen“

Um Hilfsangebote besser koordinieren zu können, wird die Plattform „Simmerather helfen“ ins Leben gerufen. Hierzu findet am Mittwoch, den 30. März, um 19 Uhr eine Zoom-Videokonferenz statt, zu der sich Interessierte über jschmitz@gemeinde.simmerath.de anmelden können. Die Zugangsdaten zur Veranstaltung werden am Tag vorher versendet. Weitere Informationen hierzu auch auf www.simmerath.de.

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„Bosau hilft“ nach der Flut – Anreise, Unterkunft, Verpflegung und Ausflüge inklusive

Mechernich/Bosau – Zeltlager in Schleswig-Holstein für 100 Kinder und Jugendliche aus Mechernich und Euskirchen – Flutbetroffene sollen sich zeitnah anmelden. Zerstörung und Leid nach der Flutkatastrophe für ein paar Tage vergessen – mit diesem Ziel stampfte die Initiative „Bosau hilft“ nur zwei Wochen nach dem verheerenden Hochwasser ein Camp für flutbetroffene Kinder und Jugendliche am Plöner See aus dem Boden. 120 Helfer vom Technischen Hilfswerk (THW), vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und von verschiedenen Feuerwehren haben in Bosau (Kreis Ostholstein) mit angepackt.

Im vergangenen Sommer hatte sich ein großes Betreuer-Team zusammengefunden, um die flutbetroffenen Kinder und Jugendlichen beim Zeltlager der Initiative „Bosau hilft“ zu unterstützen. Foto: Alexander Daum/pp/Agentur ProfiPress

Auch in diesem Jahr soll es wieder ein Zeltlager geben: von Freitag, 29. Juli, bis Sonntag, 7. August, sollen Kinder und Jugendliche aus dem Flutgebiet Euskirchen und Mechernich einen kostenlosen Urlaub im schleswig-holsteinischen Bosau ermöglicht bekommen.

Das Team um Alexander Daum steckt bereits mitten in den Vorbereitungen. 100 Kinder zwischen 9 und 16 Jahren sowie fünf bis sechs Betreuer aus Mechernich und Euskirchen sollen an dem Zeltlager teilnehmen dürfen.

Anmeldungen werden noch bis Ende April entgegengenommen von Alexander Daum per E-Mail an alexander.daum1@gmx.de sowie telefonisch oder per WhatsApp an 01 74-6 24 53 08 und von Ela Rübenach per E-Mail an elaruebenach@hotmail.com sowie telefonisch oder per WhatsApp an 01 71-6 03 63 45. Da nur eine begrenzte Anzahl teilnehmen kann wird um zeitnahe Anmeldung gebeten.

Camp am Plöner See

„Viele Eltern aus dem Gebiet haben dieses Jahr leider nicht die Möglichkeit, ihren Kindern einen Urlaub zu ermöglichen,“, erklärt die Initiative, die im vergangenen Sommer ein Zeltlager für Kinder und Jugendliche aus Stolberg, Eschweiler und Erftstadt realisiert hatte.

Auch in diesem Jahr ist für die Teilnehmer des Camps alles inklusive: An- und Abreise mit dem Bus, Unterkunft, Verpflegung und Ausflüge zum Beispiel in den Hansapark oder in den Tierpark Hagenbeck. Eindrücke vom Zeltlager 2021 gibt es auf der Facebookseite „Bosau hilft / Camp ‘22“.

 

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Landkreis Mayen-Koblenz sponsert 500 Notfalldosen für Bewegungs-Gruppen

Region/Mayen-Koblenz – Notfalldosen – Lebensretter im Kühlschrank. Sie stehen in der Kühlschranktür, doch es befindet sich nichts Essbares darin: Notfalldosen enthalten wichtige medizinische und persönliche Daten, die im Fall der Fälle Leben retten können. 500 solcher Notfalldosen stellt der Landkreis Mayen-Koblenz nun den zahlreichen älteren Teilnehmenden am Projekt Bewegung in die Dörfer kostenlos zur Verfügung.

Immer mehr Menschen haben zu Hause einen Notfall- und Impfpass, einen Medikamentenplan, eine Patientenverfügung und vieles mehr – eine sehr gute Entwicklung. Nur ist es für Retter oft unmöglich herauszufinden, wo diese Notfalldaten in der Wohnung aufbewahrt werden. Um dies zu vermeiden, gibt es die Notfalldose. Treffen die Retter bei jemandem zu Hause ein und sehen auf der Innenseite der Wohnungstür und dem Kühlschrank den Aufkleber „Notfalldose“, kann die Notfalldose umgehend aus Kühlschranktür entnommen werden und notfallrelevante Informationen sind sofort verfügbar. Grund genug für den Landkreis Mayen-Koblenz, aktiv für den Lebensretter zu werben. „Durch die persönliche Ansprache der Bewegungsbegleiterinnen und Bewegungsbegleiter werden viele ältere Menschen gezielt auf dieses Angebot hingewiesen und sicherlich noch einmal mehr motiviert, eine Notfalldose mit wichtigen Infos sichtbar bei sich zu Hause bereitzustellen“, sagt Lea Bales, Gleichstellungsbeauftrage bei der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz.

Nachdem die Rückmeldungen aus den Bewegungsgruppen ausgesprochen positiv ausfielen und fast alle Bewegungsgruppen das Angebot dankend annahmen, konnten rund 500 Notfalldosen an die Teilnehmenden der Bewegungsgruppen verteilt werden.

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Wirtschaft

Digital Markets Act öffnet Tür zu fairem Wettbewerb auch für IT-Mittelstand

Region/Aachen/Berlin – Der vergangene Woche im Trilog zwischen Rat, Parlament und Kommission beschlossene Digital Markets Act (DMA) ist ein Meilenstein auf dem Weg in ein digital souveränes Europa. Für die mittelständisch geprägte Digitalwirtschaft öffnet das Gesetz die Tür zu einem offeneren Markt und einem fairen Wettbewerb.

Dabei zahlt der Digital Markets Act aus Sicht des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) unmittelbar auf das wichtige Ziel ein, die digitale Transformation unabhängiger, nach eigenen Regeln und mithilfe europäischer Technologien zu gestalten.

„Lange konnten große Tech-Konzerne ihre dominante Stellung am Markt durch Lock-In-Effekte zementieren und so die Entwicklung der digitalen Transformation maßgeblich bestimmen. Mit dem DMA müssen sich diese ‚Gatekeeper‘ fortan in Europa einem fairen Wettbewerb um das beste Produkt stellen“, erklärt Frank Karlitschek, Vizepräsident des BITMi. Für die vielen innovativen Unternehmen des IT-Mittelstands bedeutet dies mehr Teilhabe bei der Gestaltung der digitalen Transformation.

So müssen sich Messenger-Dienste in Zukunft auch für andere Anbieter öffnen und Kommunikation anwendungsübergreifend ermöglichen. Auf neuen Geräten müssen dem Anwender nun außerdem Auswahlmöglichkeiten über die vorinstallierten Browser oder E-Mail-Programme gegeben werden.

„Insgesamt wird die digitale Souveränität dadurch auf allen Ebenen massiv gestärkt: Staat, Wirtschaft und Gesellschaft profitieren durch den verbesserten Wettbewerb um das beste Produkt künftig von mehr Innovation und Auswahlmöglichkeit zwischen digitalen Lösungen“, so Karlitschek.

Entscheidend wird nun sein, dass die Durchsetzung des neuen Regelwerks sichergestellt wird. Der BITMi begrüßt daher die Möglichkeit der Kommission, den Gatekeepern bei Verstößen empfindliche Sanktionen aufzuerlegen. Wichtig ist, dass dies konsequent umgesetzt wird und dafür ausreichende Ressourcen zur Verfügung stehen.

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Deutschkurse mit Kinderbetreuung für Frauen in Mayen

Mayen – Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Integration ist der Erwerb der deutschen Sprache. Angebote zur Sprachförderung gibt es viele. Doch eine Zielgruppe bleibt aus einem einfachen Grund oftmals unberücksichtigt: Frauen mit kleinen Kindern. In der Vergangenheit scheiterten viele junge und motivierte Frauen daran, dass die Kinderbetreuung während der Sprachkurse nicht gesichert werden konnte. An diesem Punkt setzte eine Arbeitsgruppe, bestehend aus der katholischen Familienbildungsstätte Mayen, der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr und der Kreisvolkshochschule Mayen-Koblenz (KVHS) an. Als Ergebnis wurde ein Sprachkursangebot geschaffen, das Frauen das Lernen der deutschen Sprache ermöglicht, indem parallel eine Kinderbetreuung angeboten wird.

Dank des Engagements der beteiligten Kooperationspartner ist es gelungen, die bestehenden Hürden aus dem Weg zu räumen. So hat die Familienbildungsstätte geeignete Räume und eine Betreuungskraft zur Verfügung gestellt, die Caritas neben einem Kursraum insbesondere die Ansprache der Zielgruppe übernommen und die KVHS Mayen-Koblenz als Bildungsträger die Konzeption und Finanzierung der Kurse organisiert. Der erste Kurs konnte bereits 2020 starten, im Herbst 2021 folgten dann zwei weitere. „Es ist schön zu sehen, wie gern die Frauen das Angebot annehmen, mit großem Engagement lernen und Fortschritte machen“, sagt Beata Kobylarz-Winn, pädagogische Leiterin der KVHS, die neben der beruflichen und sozialen Integration der Frauen selbst auch die positiven Auswirkungen auf den Bildungserfolg ihrer Kinder betont: „Wenn die sprachlichen Barrieren abgebaut werden, funktioniert der Austausch zwischen den Eltern und den Bildungseinrichtungen, die die Kinder besuchen, auch besser.“

Derzeit laufen die Planungen für Folgekurse, die ab Ende April starten werden. Geplant sind ein Alphabetisierungskurs mit Kinderbetreuung, ein A2-Kurs und weitere Deutschkurse nach Bedarf. Die erste Informationsveranstaltung mit Anmeldemöglichkeit findet am Donnerstag, 31. März, um 15 Uhr, in der Albert Schweitzer Realschule plus, Joignystraße 5, Mayen, statt. Dort werden individuelle Bedarfe besprochen und weitere Details bekannt gegeben.

Weitere Informationen zum Kursangebot gibt es telefonisch unter 0261/108-123 oder www.kvhs-myk.de

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Eine Ära ging zu Ende – Marlies Lottermoser in Mechernich verabschiedet

Mechernich – Volle Kirche, großer Bahnhof für die scheidende katholische Kindergartenleiterin Marlies Lottermoser (63) in St. Johannes Baptist – Zwei Generationen bestritten das Programm – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick: „Nachbarin und Berufene“.

Beim Empfang für Marlies Lottermoser im Johanneshaus (v.l.) Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, TuS-Präsident und Ratsherr Dr. Peter Schweikert-Wehner, Festausschuss-Präsident Albert Meyer und sein Vereinskollege Gerd Jannes. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Einen ganz großen und auch großartigen Abschied bescherten Kinder und Erwachsene der scheidenden Kindergartenleiterin Marlies Lottermoser (63) in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Dort leitete Pfarrer Erik Pühringer einen ökumenischen Wortgottesdienst, der in großen Teilen von Marlies Lottermosers ehemaligen Schützlingen gestaltet wurde.

Einen ganz großen und auch großartigen Abschied bescherten Kinder und Erwachsene der scheidenden Kindergartenleiterin Marlies Lottermoser (r.) in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Und zwar nicht nur von solchen, die noch immer die Kindertagesstätte St. Johannes Baptist der Caritas Lebenswelten gGmbH direkt neben der Pfarrkirche besuchen, sondern auch von deren Eltern, die ebenfalls schon bei der aus Mechernich-Bescheid stammenden Montessori-Erzieherin in den Kindergarten gegangen waren.

Zum Auftakt sang der neue Kinderchor um den Kirchenmusiker Erik Arndt, dann Marlies Lottermosers Kindergartenkinder unter der Leitung ihrer Nachfolgerin Eva Zimmers: „Gestern, heute und morgen bin ich geborgen in Deiner Hand“. Dann schenkten die „Pänz“ ihrer „Lotti“ einen ganzen Blumengarten mit äußerst symbolträchtigen Gewächsen, die sie einzelnen in einen mit Erde gefüllten Bollerwagen setzten.

Blumen als Symbole

Und zwar „gelbe Tulpen für Freundschaft, Lavendel für Ruhe und Ausgeglichenheit, Gänseblümchen für Langlebigkeit, Sonnenblumen für Fröhlichkeit, Veilchen für Schüchternheit, Efeu für Beständigkeit, Margariten für Natürlichkeit und Orangenrosen für Kreativität“, wie die Kinder jeweils dazu sagten. Und dazu die Weisheit: „Kinder wachsen im Kindergarten wie Pflanzen im Garten und die Kinder kommen heutzutage – wie die Pflanzen – auch aus fernen Ländern der Erde.“

Wie der biblische Feigenbaum im Gleichnis, dem man Zeit und pflegliche Behandlungen zugestehen muss, damit er Früchte trägt, so Pfarrer Erik Pühringer in seiner Predigt, erreiche man auch im Umgang mit Kindern, wie Marlies Lottermoser zeitlebens demonstriert habe, die besten Ergebnisse mit Geduld und Ruhe.

Bei den Fürbitten wurde nicht nur die Kindergartenleiterin und Erzieherin Marlies Lottermoser in den Blick genommen, sondern auch die Frau, Mutter und Oma. Auch Ehemann Helmut, die Söhne Mirco und Marcel, Schwiegertöchter und Enkelkinder waren sowohl in der Kirche als auch beim anschließenden Empfang im Johanneshaus mit von der Partie.

Vor Pastor Pühringers Schlusssegen bedankten sich Fahnenabordnungen kirchlicher Mechernicher Vereine, aber auch von TuS und Rotem Kreuz bei Marlies Lottermoser, die am Bleiberg eine „Institution“ gewesen sei und als solche auch in Erinnerung bleibe, so Marcel Hembach als Chef des Vereinskartells, der in Feuerwehruniform gratulierte. Aus den Händen von Festausschuss-Präsident Albert Meyer erhielt die scheidende Kindergartenleiterin einen Karnevalsorden.

Pilgerkreuz als Staffelholz

Ihrerseits gab Marlies Lottermoser das Pilgerkreuz des Kindergartens im Gottesdienst an ihre Nachfolgerinnen Heidi Zander und Eva Zimmer weiter. Erstere war bislang Chefin der Kita St. Nikolaus in Kall und übernimmt nach Marlies Lottermosers offiziellem Ausscheiden Ende März die Bereichsleitung beider Caritas-Lebenswelten-Kindergärten im Kreis Euskirchen, also Mechernich und Kall. Eva Zimmer, die sich bereits seit 2006 an Marlies Lottermosers Seite um die integrative Gruppe beziehungsweise heilpädagogische Gruppe in Mechernich kümmert, wird Standortleiterin in Mechernich.

Furioses Finale in der Kirche war Lotti Krekels Evergreen „Mir schenken der Ahl e paar Blöömche“ – und zwar als Rap der Kinder– und danach als gewaltige Orgelimprovisation von Erik Arndt. Beim Empfang im Johanneshaus sagte Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der im selben kleinen Dorf Bescheid lebt wie auch Marlies Lottermoser: „Deine Arbeit war nicht nur Beruf, sondern Berufung, insofern hast Du alles richtig gemacht. Wer einer Tätigkeit nachgeht, die er liebt, muss niemals arbeiten…“

Marlies Lottermosers Chef Guido Rothkopf, der Geschäftsführer der Caritas Lebenswelten gGmbH mit Sitz in Eschweiler, die im Bistum Aachen insgesamt elf Kindertagesstätten betreibt, und Bereichsleiterin Susanne Antunes schenkten der nach über 40 Jahren aus dem kirchlichen Dienst scheidenden Kindergartenleiterin die Patenschaft über einen Beleuchtungsengel in der Chorhalle des Aachener Domes. Und mit dem Bekenntnis nach 36 Jahren Mechernich, seit 2006 in den Caritas-Lebenswelten: „Eine Ära geht zu Ende…“

Außerdem verriet Rothkopf denen, die es noch nicht wussten, durch Abspielen der Filmmusik aus den unsterblichen Agatha-Christie-Filmen mit Margret Rutherford den Spitznamen Marlies Lottermosers, nämlich „Miss Marple“.

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Auftakt des zweiten Zukunfts-Dialogs der Smarten Region MYK10 – Save the Date!

Mendig/Region – Wie möchten wir künftig in unserem Landkreis leben, wohnen, uns fortbewegen und arbeiten? Wo wollen wir überhaupt hin? So lauten die zentralen Fragen des zweiten Zukunftsdialogs der Smarten Region MYK10. In einem kreisweiten Online-Dialog können alle Menschen, die im Kreisgebiet wohnen, arbeiten oder auf andere Weise hier verwurzelt sind, digital teilnehmen, sich austauschen und mitdiskutieren. Der zweite Zukunftsdialog der Smarten Region MYK10 wird am 29. März im Rahmen einer Online-Auftaktveranstaltung eröffnet.

Aktuelle Informationen, eine offizielle Einladung, die Agenda sowie Anmeldemöglichkeiten werden demnächst veröffentlicht. Merken Sie sich jetzt schon den Termin zum Auftakt des zweiten Zukunftsdialogs und gestalten Sie die Zukunft unseres Landkreises mit!

Die Verbandsgemeinde Mendig ist Teil der „Smarten Region MYK10“ des Landkreises Mayen-Koblenz. Im Zuge des Förderprogramms „Smart Cities“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie der KfW werden hier vor Ort zukunftsweisende analoge und digitale Strategien sowie innovative Lösungen für alle Daseinsbereiche entwickelt und erprobt. 

 Hier geht es zur Anmeldung: https://eveeno.com/239637791

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Hand in Hand in Sinzig – Von der Schule zum Gesellenstück

Sinzig – Jugendsozialarbeit im AW-Kreis auf neuen Wegen – 20 Jugendliche werden vom Schulabschluss bis zum Ausbildungsende begleitet. Unter dem Motto „From School to Future“ (von der Schule in die Zukunft) wurde jetzt in Sinzig ein Pilotprojekt gestartet, in dem rund 20 junge Menschen vom Schulabschluss bis zum Ausbildungsende beziehungsweise Gesellenbrief von einer festen Ansprechpartnerin begleitet werden.

„Diese Art der Jugendsozialarbeit ist innovativ im Ahrkreis“, betont Siglinde Hornbach-Beckers, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung Ahrweiler. „‘From School to Future‘ ist eine von mehreren Maßnahmen, die vom ‚Runden Tisch zum (Wieder-)Aufbau der sozialen Infrastruktur‘, ein kreisweiter Zusammenschluss sozialer Träger nach der Flutkatastrophe an der Ahr, initiiert wurde. Die daraus entstandene Initiative ‚Schule, Handwerksberuf(ung), Ausbildung‘ brachte dieses Projekt auf den Weg“, so Hornbach-Beckers. Es richte sich an junge Menschen, die die Abschlussklasse einer Förderschule oder Realschule plus besuchen.

Zum Informationsabend trafen sich jetzt Eltern, Jugendliche, Schulleitungen und Initiatoren im Haus der offenen Tür (HoT) des Bistums Trier in Sinzig, Träger des Projektes. Die dort beschäftigte sozialpädagogische Fachkraft Ulrike Michelt ist seit Anfang Februar mit Schülerinnen und Schülern der Janusz-Korczak-Schule (JKS, Förderschule) und der Barbarossaschule (Realschule plus) in Sinzig im Gespräch. Zudem steht sie im engen Kontakt mit Schulleitungen und Lehrkräften der beteiligten Schulen sowie den Eltern. „In einem ersten Schritt geht es darum, sich kennen zu lernen und einen passenden Ausbildungsplatz im Handwerk zu finden“, erläuterte sie.

Gemeinsam mit den Jugendlichen bereitete Ulrike Michelt auch den Infoabend vor, von der Gestaltung der Projekttafeln bis zur Moderation des Abends. „Die Jugendlichen beider Schulen sind schnell zusammengewachsen“, stellte sie fest. Das bestätigen auch Morgaine (17) aus Gönnersdorf und Paula (16) aus Bad Breisig. „Anfangs waren wir alle etwas zurückhaltend. Schon nach den ersten gemeinsamen Treffen sind wir richtig gut klargekommen“, erzählten sie. Beide haben schon konkrete berufliche Vorstellungen und freuen sich – wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler – über die Unterstützung, auch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Derzeit sind wir in Gesprächen mit Innungen und Handwerksbetrieben, aber auch mit Einzelhändlern und anderen Gewerbetreibenden“, so Ulrike Michelt. „Wir freuen uns über weitere Betriebe, die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und Projektpartner werden möchten.“

„Super, dass junge Menschen über diese Findungsphase in der Ausbildung sozialpädagogisch begleitet werden“, sagte Uta Erlekampf, Konrektorin der Barbarossaschule. „Das ist ein guter neuer Aspekt für die Ausbildung und motiviert. Als Auszubildende sind die Beteiligten in der Gemeinschaft und fühlen sich nicht alleingelassen.“
Auch ihr Kollege Andreas Schmitt, seit eineinhalb Jahren Leiter der JKS, ist überzeugt: „Die Begleitung während der Ausbildung wirkt sich positiv aus, gibt Stabilität und hilft, die Herausforderungen zu schaffen. Wir unterstützen das sehr und freuen uns, dabei zu sein“, so Schmitt. Dieses Projekt passe gut ins schulische Konzept.

Begeistert zeigt sich Petra Klein, HoT-Leiterin und Mitglied der „Initiative Jugendsozialarbeit – Schule, Handwerksberuf(ung), Ausbildung“.

„Auf diesem Weg werden Jugendliche als Beteiligte in der Entwicklung ihrer Interessen und Stärken nachhaltig unterstützt. Das ist der richtige Weg.“

„Ermöglicht wurde „From School to Future“ durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Sponsoren“, ergänzte Fachbereichsleiterin Siglinde Hornbach-Beckers: „Die Globus Stiftung fördert das Projekt mit 60.000 Euro, die SWR-Herzenssache und die Lotto-Stiftung Rheinland-Pfalz mit je 10.000 Euro. Dafür sind wir außerordentlich dankbar.“

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Ernte-Versicherungen im Weinsektor – Anträge können noch bis 15. April gestellt werden

Wittlich – Winzer, die eine Mehrgefahrenversicherung abschließen, können aus dem EU-Programm einen Prämienzuschuss erhalten. Die Höhe der Unterstützung wird ab diesem Jahr von 50 Prozent auf 80 Prozent der gezahlten Versicherungsprämie, jedoch höchstens 300 Euro je Hektar, angehoben. Unterstützungen unter 200 Euro je Antrag werden nicht gewährt.

Rheinland-Pfalz hatte die Förderung der Mehrgefahrenversicherung im Weinbau 2021 eingeführt, weil Wetterrisiken wie Hagel und Frost gerade im Weinbau enorme Ernteverluste mit sich bringen können.

Unterstützungsfähig sind Prämien für Mehrgefahrenversicherungen, die Ertragsverluste und Qualitätseinbußen im Weinsektor mindestens durch die Risiken Hagel und Frost absichern. Die Risiken müssen in einem Kombivertrag versichert sein.

Bezuschusst werden Prämienzahlungen, die bis spätestens 30. Juni des Jahres, für das die Unterstützung beantragt wird, erfolgt sind. Darüber hinaus ist bis spätestens 10. Juli ein Versicherungsnachweis über das Bestehen der Mehrgefahrenversicherung bei der zuständigen Kreisverwaltung einzureichen. Für jeden Versicherungsvertrag ist ein separater Antrag auf Unterstützung einzureichen.

Abweichend vom Antragsjahr 2021 wird die Unterstützung ausschließlich bei elektronischer Übermittlung der unterstützungsrelevanten Antragsdaten durch das Versicherungsunternehmen an die zuständige Stelle gewährt. Dies dient der Verwaltungsvereinfachung und Entlastung. Der Antragsteller muss daher per Unterschrift auf dem Antragsformular bestätigen, dass er mit dem elektronischen Datenaustausch zwischen Versicherungsunternehmen und zuständiger Behörde einverstanden ist. Nähere Informationen und Erläuterungen zum Verfahren, Antragsformular sowie ausführliches Merkblatt zum Download, sind unter https://mwvlw.rlp.de/de/themen/weinbau/foerderung/ernteversicherungen-im-weinsektor-mehrgefahrenversicherung/ zu finden.

Anträge sind bis spätestens 15. April 2022 mit dem entsprechenden Formular bei der Kreisverwaltung, Fachbereich Veterinärdienst, Landwirtschaft und Weinbau, Sebastian Wagner, Telefon: 06571 14-2417, E-Mail: Sebastian.Wagner@Bernkastel-Wittlich.de, zu stellen.