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Eier in Rheinland-Pfalz – Eiererzeugung boomt in Rheinland-Pfalz

Region/Koblenz – Das Ei ist bekanntlich ein Symbol des höchsten christlichen Festes, des Osterfestes. Es steht im Christentum für die Auferstehung Jesu Christi und ist zu Ostern vielerorts bei Festen, Feiern und auf dem Frühstückstisch nicht wegzudenken.

Das Hühnerei ist aber auch Teil der landwirtschaftlichen Lebensmittelerzeugung. Dabei ist festzustellen, dass sich die Eierproduktion bei Landwirten in Rheinland-Pfalz zunehmender Beliebtheit erfreut. Mittlerweile sorgen über 900.000 Hühner in spezialisierten Betrieben mit Hennenhaltung in Rheinland-Pfalz für die Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Eiern. Daneben gibt es viele kleine Bestände, die der Eigenversorgung oder auch einer begrenzten regionalen Versorgung dienen. Diese werden von den statistischen Erhebungen nicht erfasst.

Wurden 2011 noch 160 Millionen Eier im Jahr in Rheinland-Pfalz erzeugt, sind es heute, laut Statistischem Landesamt, bereits 260 Millionen, die in den spezialisierten Hennenhaltungsbetrieben mit mindestens 3.000 Haltungsplätzen produziert werden. Dennoch sind es zu wenige Eier, um alle Rheinland-Pfälzer mit Eiern aus der Region zu versorgen. Der Selbstversorgungsgrad beträgt hier gerade einmal 27 Prozent. Damit liegt Rheinland-Pfalz deutlich unter dem bundesweiten Selbstversorgungsgrad von 72 Prozent. Deutschland ist kein Selbstversorger, sondern importiert weiterhin Eier aus dem Ausland, wo auch andere Haltungsformen und Praktiken als in Deutschland zugelassen sind. Beispielsweise ist das Töten männlicher Küken seit 1. Januar dieses Jahres in Deutschland verboten, in den anderen Staaten hingegen weiterhin erlaubt.

Insgesamt ist die Bodenhaltung die dominierende Haltungsform in Rheinland-Pfalz, gefolgt von der Freilandhaltung. In den 70 Betrieben mit spezialisierter Hennenhaltung leben 69 Prozent der Hühner in Bodenhaltungs- und 24 Prozent in Freilandhaltungssystemen. Die ökologische Erzeugung von Eiern gewinnt dabei weiter an Bedeutung. Mittlerweile werden elf Prozent aller Eier im Land ökologisch produziert.

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Bischof Ackermann predigte an Karfreitag im Trierer Dom

Region/Trier – „Der Blick auf Jesus am Kreuz ist so etwas wie ein offenes Fenster auf den Menschen in seiner Schwachheit, in seiner Zerbrechlichkeit, in seinem Ausgeliefertsein.“ Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Predigt am Karfreitag, 15. April im Trierer Dom betont. Der Blick auf Jesus am Kreuz versperre nicht den Blick auf andere, sondern öffnet ihn.

Ackermann erklärte, in der Liturgie des Karfreitags kehrten die Gläubigen immer wieder zum ursprünglichen Geschehen im Jerusalem des Jahres 33 zurück, weil sie überzeugt seien, dass es sich bei Jesus Christus eben nicht bloß um das Schicksal eines einzelnen, individuellen Menschen handele. „Wir schauen auf ihn und wollen mitfühlen mit ihm, weil wir glauben, dass Jesus derjenige ist, der nicht für sich, sondern ganz für die Anderen gelebt und gelitten hat. So haben Menschen in seiner Nähe dies erfahren. Er war und ist der Mensch für andere. In seiner Existenz ist er ganz Pro-Existenz.“ Wer also auf Jesus, den Gekreuzigten schaue, fixiere sich nicht bloß auf ein einzelnes Individuum in der Geschichte, sondern schaue auf den Menschen schlechthin. Deshalb sei das Wort „Ecce Homo! Seht, der Mensch!“, das Pilatus sagt, als er den gegeißelten Jesus der Menge zeigt, ein solch prophetisches Wort, „wenn wahrscheinlich auch ungewollt“.

Daher sei es gut und wichtig, dass an Karfreitag, aber auch an den Ostertagen, in Verkündigung und Öffentlichkeit auch „Menschen in Karfreitagssituationen unserer Zeit vorgestellt werden“. Ackermann nannte unter anderem die Menschen, die im Krieg in der Ukraine in den bombardierten Städten unter den Trümmern einen erbärmlichen, einsamen Tod sterben, oder die Menschen, die „in unserer Zeit über Tage hilflos auf dem Mittelmeer treiben und schließlich ertrinken, ohne dass jemand jemals wieder von ihnen hört“.

So öffne der Blick auf Jesus am Kreuz auch den Blick auf den Menschen auf dieser Erde, im Hier und Heute: „Der Blick auf Jesus lässt uns, so meine ich, sogar offener werden für das Leid der Menschen. Denn er kann uns Mut machen“, sagte Ackermann. Zwar sähen wir äußerlich betrachtet nichts anderes als jemanden, der ungerecht leidet und mit dem Tod ringt. „Doch mit den Augen des Glaubens dürfen wir schon weiter sehen, dürfen wir schon den Sieg des Lebens ahnen.“ Der Blick auf den Gekreuzigten sei nicht nur der Blick auf den Menschen – Ecce Homo! –, er sei auch Blick auf Gott: Ecce Deus! Seht, da ist Gott! Seht, so ist Gott!

„Der Blick auf Jesus ist also auch das offene Fenster auf Gott hin, und damit ist es das offene Fenster auf Rettung hin. Der Blick auf Jesus am Kreuz ist das Versprechen, dass dies nicht das letzte Bild vom Menschen und das letzte Wort über ihn ist. Das letzte Wort heißt Ostern.“ Der österliche Glaube – richtig verstanden – gebe die Kraft, „nicht auszuweichen, nicht wegzuschauen, sondern auszuhalten. Denn er gibt eine Perspektive. Er zeigt uns das Licht am Ende des Tunnels“.

Am Ende der Feier brachten Bischof Ackermann und die Gottesdienstgemeinde das Kreuz nach altem Trierer Brauch in die Grablege auf dem Altar in der benachbarten Trierer Liebfrauenkirche. (JR)

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Tourismus

Tausende Besucher an Karfreitag erwartet – Nürburgring unterstützt Polizei und Ordnungsamt

Nürburg – Der Karfreitag ist ein inoffizieller Feiertag für die Auto-Tuner-Szene. In ganz Deutschland treffen sich die Enthusiasten an verschiedenen öffentlichen Plätzen. Auch am Nürburgring wird dieses Jahr wieder mit mehreren tausend Besuchern gerechnet, die sich an diesem Tag an der Strecke zusammenfinden. Mit einem umfangreichen Aufgebot an Ordnern und Sicherheitspersonal engagiert sich die Betreibergesellschaft der Rennstrecke, um die Maßnahmen und Besuchersteuerung des Ordnungsamtes und der Polizei zu unterstützen. In enger Abstimmung mit den Behörden steht hierbei auch der Schutz der Region und der Natur vor Lärm und Müll im Fokus.

Obwohl an Karfreitag keine Veranstaltung am Nürburgring stattfindet, kommen Tausende. Die Faszination der weltweit bekannten Rennstrecke hat sie an diesem Tag auch für die Tuner zum beliebten Ausflugsziel gemacht. Für den Nürburgring, das Ordnungsamt und die Polizei steht deshalb vor allem eines auf dem Programm: Die vielen Besucher entsprechend zu steuern, aufzuklären und bei Verstößen diese auch zu ahnden.

Um den Verkehr und die Ortslagen zu entlasten, wird in diesem Jahr die B412 in Abstimmung mit den Verantwortlichen der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, des Landesbetrieb Mobilität, der Kreisverwaltung Ahrweiler und der Polizeidirektion Mayen für den Durchgangsverkehr geöffnet bleiben. Der Nürburgring unterstützt durch umfangreiche Parkmöglichkeiten, um ausreichend Entlastungsflächen zur Verfügung zu stellen und Staubildungen bestmöglich zu verringern. Ein breites Aufgebot an Ordnern und zusätzlichem Sicherheitspersonal wird zudem das absolute Grill- und Campingverbot kontrollieren.

Verkehrsverstöße werden konsequent geahndet
Insgesamt ist mit einem hohen Verkehrsaufkommen im Bereich der Hauptzufahrtsstraßen zum Nürburgring, in der Stadt Adenau und in den umliegenden Ortschaften zu rechnen. Im Fokus der Polizei stehen mögliche Verkehrsverstöße – hierbei wird insbesondere auf die Verkehrssicherheit und die Vorschriftsmäßigkeit der Fahrzeuge, sowie das Verhalten der Fahrer geachtet. Die klare Botschaft der Ordnungshüter: Wer sich „daneben“ benimmt muss mit Konsequenzen rechnen. Dies können ganztägige Platzverweise, Fahrzeugsicherstellungen oder im Einzelfall auch die Beschlagnahmung des Führerscheins sein. Verkehrswidriges Parken außerhalb ausgewiesener Flächen führt in letzter Konsequenz zum kostenpflichtigen Abschleppen der Fahrzeuge.

Osterferien für große und kleine Nürburgring-Fans
Nürburgring-Fans haben auch über den Karfreitag hinaus täglich die Möglichkeit, die Strecke bei den Touristenfahrten unter die eigenen Räder zu nehmen oder in der ring°kartbahn und in der eSports Bar zum Rennfahrer zu werden. Das Erlebnismuseum ring°werk zeigt allen Besuchern die schönsten Momente aus 95 Jahren Nürburgring und bietet darüber hinaus actionreiche Mitmachangebote. Wer Live-Musik und gutes Essen mag, ist beim Oster Soul Brunch im Nürburgring Congress Hotel bestens aufgehoben. Darüber hinaus lohnt sich ein Besuch im “LUCIA – il pollo italiano“, dem Bitburger Gasthaus oder im Devil`s Diner.

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Junior Award – Jury ermittelte in Daun beste Wettbewerbs-Beiträge

Daun – In diesem Jahr findet nach Corona bedingter Verschiebung wieder das Krimifestival „Tatort Eifel“ statt (16. bis 24. September) und mit ihm der beliebte Wettbewerb „Junior Award“. Kinder und Jugendliche aus Rheinland-Pfalz waren erneut dazu aufgerufen, einen Kurzkrimi des bekannten Krimiautors Ralf Kramp zu Ende zu schreiben. Wie schon bei den vergangenen Ausgaben lautete das Motto: Es geht auch ohne Mord und Totschlag. Insgesamt gingen in diesem Jahr 113 Einsendungen in den beiden Altersklassen 9 bis 13 Jahren und 14 bis 20 Jahren bei den Organisatoren ein.

Am Dienstag, 12. April ermittelte die Jury in Daun die Gewinner:innen, die bei einer feierlichen Preisverleihung am 17. Mai 2022 um 16 Uhr in der Gonsberg Lounge in Mainz bekannt gegeben werden. Alle Teilnehmer:innen erhalten noch eine persönliche Einladung. Die achtköpfige Jury freute sich sehr, als neues Jurymitglied Hannah Peters begrüßen zu können. Mit der Gewinnerin von 2019 in der Altersgruppe 14 bis 20 Jahre sitzt nun zum zweiten Mal eine frühere Preisträger:in in dem Entscheidungsgremium.

„Es hat der Jury wieder sehr viel Freude bereitet, die spannenden und kreativen Einsendungen der Kinder und Jugendlichen zu lesen. Und es ist schön zu sehen, dass Corona keine signifikante Auswirkung auf das Interesse am ,Junior Award‘ hatte, denn die Zahl der eingereichten Beiträge entspricht der der vergangenen Jahre“, sagt Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann. So gingen 119 Beiträge in 2015, 131 Einreichungen in 2017 und 135 in 2019 ein.

Der „Junior Award“ wird ausgerichtet von der Kreisverwaltung des Landkreises Vulkaneifel, dem Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz und der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Unterstützt wird er von der Stiftung MedienkompetenzForum Südwest, dem SWR und vielen weiteren Partnern.

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Manege frei – Die Kita Purzelbaum tauscht Spielzimmer gegen Zirkus

Düren – Die 30 Kinder der Kita Purzelbaum aus Jülich haben sich zu echten Zirkusartistinnen und Artisten gewandelt, als sie Anfang April in der Manege den Zirkus Liaison tatkräftig bei der Vorstellung unterstützt haben. Der Zirkusdirektor Alfons Spindler und seine beiden Töchter boten zuvor eine spannende Projektwoche mit Zirkuspädagogik für die Kinder an, in der fleißig für die große Vorstellung am Wochenende geübt wurde.

Jedes Kind hat etwas Besonderes dazu beigetragen, dass die große Show gelingen kann. Zirkuspädagogik ist barrierefrei, weil dort jedes Kind, ob mit oder ohne Handicap, egal woher es kommt und was es schon kann, seinen Platz findet. Der Wechsel in eine andere Rolle ist eine neue Lebenserfahrung. Über sich hinauszuwachsen und mit Applaus belohnt zu werden, stärkt enorm das Selbstbewusstsein. Das merkten sowohl die Kita-Mitarbeitenden als auch die erfahrenen Zirkusprofis. Hier wurden Grenzen überwunden, neue Talente entdeckt und dabei stärkten und stützten die Kinder sich gegenseitig.

Während der bunten und lebensfrohen Vorstellung begeisterten die kleinen und großen Dompteure mit ihren „Raubtieren“, die sich als gelehrige und geschickte Ziegen entpuppten. Egal ob Seiltanz, tierische Tricks mit Hunden, Musikclowns oder Reifenakrobatik – das Publikum feierte die Artisten des Zirkus, die dank der Hilfe der Kitakinder eine tolle Show abgeliefert haben. Tosender Applaus schallte durch das Zirkuszelt. Diese Tage bleiben sicherlich noch lange in schöner Erinnerung und wurden zu einem bedeutsamen Erlebnis für Groß und Klein.

 

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Westenergie und Stadt Adenau pflanzen Klimabäume an

Adenau – Westenergie und die Stadt Adenau haben acht klimaresistente Bäume auf verschiedenen Grünflächen der Stadt sowie auf dem Gelände der Kita in Adenau gepflanzt. Die Bäume verschönern das Stadtbild und sorgen insbesondere für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität. Die Pflanzung ist Teil der Aktion „1.000 Klimabäume für unsere Kommunen“, die sich über das gesamte Versorgungsgebiet der Westenergie in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen erstreckt. Die verwendeten Baumarten Stadtbirne, Säulenbuche und Esskastanie gelten nach derzeitigem Forschungsstand als besonders stressresistent und sind damit künftigen klimatischen Veränderungen gewachsen.

„Mit der Pflanzung der Klimabäume setzen wir ein Zeichen für mehr Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit in der Stadt. Für uns war schnell klar, dass wir uns an der Aktion von Westenergie beteiligen möchten. Wir freuen uns nun, dass die Bäume einen so schönen Platz in Adenau bekommen haben“, sagte Arnold Hoffmann, Stadtbürgermeister von Adenau.

Patrick Ley, Kommunalmanager bei Westenergie, betonte: „Gemeinsam mit unseren Partnerkommunen wollen wir den Ausbau einer grünen Infrastruktur und die Erreichung der Klimaziele vorantreiben. Die nachhaltige Pflanzung von Klimabäumen ist ein wichtiger Beitrag dazu.“

Westenergie hat die Aktion „1.000 Klimabäume für unsere Kommunen“ im Sommer 2021 gestartet und Städte und Kommunen dazu aufgerufen, ihr Interesse an einer Teilnahme zu bekunden und damit bis zu zehn der besonderen Bäume erhalten zu können. 125 positive Antworten gingen schließlich ein. Um gemeinsam den ersten Geburtstag von Westenergie zu feiern, hat sich das Unternehmen entschieden, allen 125 Städten und Kommunen Klimabäume zukommen zu lassen. Insgesamt pflanzt das Energieunternehmen mit den Partnerkommunen somit 1.250 Klimabäume ein.

 

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200 Paare auf der geheimen Liste – Kaller Maibrauch

Kall – Zwei Jahre klang mussten sie aufgrund der Corona-Pandemie auf die Pflege des alten Kaller Maibrauchs verzichten. Umso glücklicher sind die Junggesellen des Maigeloogs in diesem Jahr wieder loslegen zu können, um den Kallern wieder eine schöne  Maifeier zu bieten. Direkt nach Karneval hat das Geloog um ihren „Hötjong“ David Dietsch und dessen Stellvertreter Marc Lange begonnen, die Maifeierlichkeiten vorzubereiten.

„Als wir 2020 nach Karneval mit der Planung der Maifeiern begonnen hatten, machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung“, blickt David Dietsch auf den Beginn der Misere zurück. Um dennoch auf sich aufmerksam zu machen, startete das Geloog eine Spendenaktion zugunsten der Kaller Hilfsgruppe Eifel, deinen Erlös von rund 1800 Euro erbrachte.

Die Hoffnung, im Jahr 2021 wieder Maifeierlichkeiten abzuhalten, erfüllte sich nicht. Corona hielt die Eifel weiter im Griff. Als einzig mögliche Aktivität stellten die Geloogsjungen am Vorabend des Maifeiertages stattliche Maibäume vor ihrem Stammlokal, der Gaststätte Gier, sowie bei mehreren Sponsoren auf.

„In diesem Jahr scheint es endlich wieder was zu werden“, freut sich David Dietsch. Nach Karneval habe sich das Geloog mit Ortsvorsteher Stefan Kupp getroffen, um abzuklären, was möglich sei. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Maifeier stattfinden könne. Von  der Gemeinde habe das Geloog große Unterstützung bekommen, äußerte sich Hötjong Dietsch dankbar. Der Platz am Hallenbad, der durch die Brückenbaustelle und den Folgen des Hochwassers im vergangenen Jahr nicht zugänglich war, sei für die Maifeierlichkeiten hergerichtet worden.

Anfang März luden David Dietsch und Marc Lange die Vorstandsmitglieder Simon Derichs (Kassenwart), Jens Hecker (Schriftführer), Daniel Schade (Beisitzer) und Zeugwart Alexander Schade zur ersten Sitzung ein. Seit gut sechs Wochen trifft sich nun das Geloog, dem rund 40 Junggesellen angehören, in der Gaststätte Gier hinter verschlossener Tür, um auf einer geheim gehaltenen Liste die Maipaare zusammenzustellen, die am Vorabend des Maifeiertages vom Felsen an der Gemünder Straße öffentlich ausgerufen werden.

Es ist ein Brauch, der in der Eifel einzigartig ist, und der eine mehr als 100-jährige Tradition hat. Durch das „Verkuppeln“ von Kaller Mädchen ab 16 Jahren und Kaller Jungen ab 18 Jahren zu Maipaaren sind in der Vergangenheit auch schon etliche Ehen entstanden.

„Rund 200 Paare“, so Hötjong David Dietsch,  werden nach wochenlangen Recherchen des Geloogs auf die Mailiste gebracht, wobei die Beratungen im Vereinslokal Gier hinter verschlossener Tür stattfinden. Die fertige Liste hütet David Dietsch im stets verschlossenen Geloogs-Koffer, der ab dem 25. April, während der Präsenz des Geloogs am Maifeuer nahe dem Hallenbad eine große Rolle spielt.

Ab dann hat jeder Kaller Junggeselle noch die Chance, sein Begehren, mit welcher Herzdame er gern auf der Mailiste stehen würde, erfüllt zu bekommen. Gegen eine Kiste „Stubbis“ ist das Geloog nämlich gerne bereit spezielle Wünsche zu erfüllen.  Das Geloog ist bestechlich, und das schon seit mehr als 100 Jahren. .

Junge Frauen dagegen bekommen diese Möglichkeit nicht, denn  Damenbesuch ist im Geloogs-Lager bis zum Beginn der Maifeier nicht nur unerwünscht sondern absolut tabu.

„Wir werden wieder einen großen Baum auf dem Maiplatz aufstellen“, verspricht David Dietsch. Alle Kaller Jungmänner ab 16 Jahren seien deshalb eingeladen, das Geloog beim Aufbau des Maiplatzes, beim Abholen des Baumes aus dem Wald und beim Aufstellen auf dem Maiplatz zu unterstützen.

Die Feierlichkeiten zum 1. Mai beginnen am Sonntag, 24. April, um 18 Uhr, mir einer Maimesse in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Am Montag 25. April beginnt das Geloog um 9 Uhr mit dem Aufbau des Maiplatzes. Zum  Abholen des Maibaumes aus dem Wald treffen sich die Junggesellen am Dienstag, 26. April, um 15 Uhr.

Das Ausrufen der rund 200 Maipaare beginnt am Samstag, 30. April, ab 14 Uhr vom Felsen an der Gemünder Straße. Höhepunkt des Ausrufens ist die Verkündigung des Maipaares, dessen Identität bis dahin streng geheim gehalten wird. Das Verkünden der Maipaare wird begleitet von einer großen Tombola, für die Kaller Geschäftsleute schöne Preise gestiftet haben.

Nach dem öffentlichen Ausrufen der Maipaare teilen sich die Geloogsjungen in Gruppen auf und ziehen zum traditionellen Maisingen („He komme die Kaller Knechte…“) von Haus zu Haus um Spenden zu sammeln. Derweil treffen sich Vereine und die Bevölkerung zum gemütlichen Beisammensein am Feuer auf dem Maiplatz.

Höhepunkt der Maifeier ist der große Umzug am Sonntag, 1. Mai, um 13 Uhr. Vom Hallenbad aus wird der Maikönig, unter Begleitung der Musikkapelle Kall, in einer Kutsche zum Haus der Maikönigin gefahren, wo auch Bürgermeister Hermann-Josef Esser und Ortsvorsteher Stefan Kupp den Majestäten ihre Aufwartung machen. Nach einem Umtrunk und einem Walzertanz des Königspaares auf der Straße startet der Festzug zum Maiball im Saal Gier. Des Geloogs und der Ortsvorsteher hoffen, dass die Sonne den Maipaaren zulacht und dass sich auch die Kaller Bevölkerung rege an den Maifeierlichkeiten beteiligen. (Reiner Züll)

 

 

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Jahresgespräch der Freundschafts-Kreise Mayen und Uherské Hradiště in München

Mayen – Nach der langen Corona-Pause fand im April wieder das Jahresgespräch der Freundschaftskreise aus Uherské Hradiště und Mayen sowie Vertretern der beiden Stadtverwaltungen in München statt. Für Uherské Hradiště nahmen Bürgermeister Stanislav Blaha, die Vorsitzende des Freundschaftskreises Blanka Rašticová und vom Büro des Bürgermeisters Adéla Tuhá teil. Sie trafen auf Oberbürgermeister Dirk Meid, Fachbereichsleiter Uwe Hoffmann, die städtische Mitarbeiterin Julia Velten und den Vorsitzenden des Freundschaftskreises Rainer Dartsch.

„Eine Freundschaft lebt von Treffen und den gemeinsamen Aktivitäten, welche aufgrund von Corona leider lange Zeit nicht möglich war. Ich freue mich sehr dass das Treffen nun nach langer Zeit stattfinden konnte und ich die Delegation aus Uherské Hradiště in München kennenlernen durfte.“, so Oberbürgermeister Dirk Meid.

Das Gespräch zwischen den tschechischen und deutschen Freunden wurde genutzt, um einen Blick zurück auf die vergangenen Jahre zu werfen und kommende Ereignisse und Projekte miteinander abzustimmen und zu planen.

2024 jährt sich die Partnerschaft der beiden Städte bereits zum 30. mal.

Auch in diesem Jahr wird eine kleine Delegation aus Uherské Hradiště anreisen, um gemeinsam das 40. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Mayen und Godalming in Mayen zu feiern.

Diese und viele weitere gemeinsame Aktivitäten werden auch 2022 zum aktiven Austausch und einer noch engeren Freundschaft zwischen Mayen und Uherské Hradiště beitragen.

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Wirtschaft

IHK Aachen fordert deutlich mehr Tempo bei der Energiewende

Aachen – Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine müssen die Pläne für einen vorgezogenen Kohleausstieg 2030 neu bewertet werden. Die Kapazitäten der Kohlekraftwerke im Rheinischen Revier müssen länger als Sicherheitsreserve vorgehalten werden, um auf Engpässe bei Gaslieferungen reagieren zu können. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Energiesicherheit im Kern- und Wirkungsraum des Rheinischen Reviers“, die von den Industrie- und Handelskammern Aachen, Köln und Mittlerer Niederrhein in Auftrag gegeben worden ist.

„Versorgungssicherheit und die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts dürfen nicht gefährdet werden, letztlich sind gut bezahlte Arbeitskräfte davon abhängig“, sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. Die Politik müsse ein glaubhaftes Zeichen für die Versorgungssicherheit setzen, zum Beispiel durch ein Moratorium zum vorgezogenen Kohleausstieg. Bayer warnt, dass die bisherigen Planungen zum Kohleausstieg auch auf die Nutzung von russischem Gas setzen und diese Voraussetzung durch den Krieg nicht mehr gilt.

Bayer fordert: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss endlich massiv beschleunigt werden. Bisherige Denkmuster und kleine Anpassungen sind nett, werden der massiven Herausforderung aber in keinster Weise gerecht. Die Planungs- und Genehmigungsprozesse müssen drastisch vereinfacht und verkürzt werden.“ Ob das verabschiedete „Osterpaket” der Bundesregierung die notwendige Beschleunigung schafft, wird derzeit geprüft. Denn auch das „Osterpaket“ hat seinen Ursprung vor dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine.

„Wir brauchen deutlich mehr Tempo bei der Energiewende“, betont Bayer. „Einzelinteressen, Bräsigkeit und Kleinteiligkeit dürfen wir uns nicht mehr leisten. Unser großes gemeinsames Ziel lautet: Wir werden ein klimaneutraler, international wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen – ein Morgen-Land.“ Für das Rheinische Revier sei es deshalb wichtig, zügig Flächen für erneuerbare Energien festzulegen. Bei der Ausweisung dürften die kommunalen Gebietskörperschaften von der Landesregierung nicht alleine gelassen werden.

Die aktuelle Studie belegt: Beim Strom sind Unternehmen aus Industrie und Gewerbe schon jetzt vermehrt von Netzschwankungen betroffen. Mehrere der rund 50 befragten Unternehmerinnen und Unternehmer klagen über eine Verschlechterung der Versorgungsqualität und -sicherheit. Teil dieses Problems ist, dass die sogenannte „gesicherte Leistung“ bei Photovoltaik-Anlagen 0 und bei Windkraft weniger als 10 Prozent beträgt, während sie bei Kohle- und Gaskraftwerken bei 90 Prozent liegt. Vor allem bei einer „Dunkelflaute“ – in Zeiträumen, in denen die Sonne nicht scheint und gleichzeitig weitgehend Windstille herrscht – sorgt die fehlende gesicherte Leistung von Photovoltaik- und Windenergie für Probleme im Netz. Zusätzlich wird es immer herausfordernder, die notwendige Spannung und Frequenz im Netz aufrechtzuhalten, denn auch sie werden durch die Braunkohlekraftwerke im Rheinischen Revier maßgeblich unterstützt. Die Systemleistung dieser Kraftwerke zu ersetzen, benötigt Zeit.

Bei der Energiewende im Rheinischen Revier müssen deshalb nicht nur die erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden. Auch die Netzkapazität muss gesteigert werden. Eine Verschlechterung der Versorgungssicherheit, selbst geringe Netzschwankungen, können in der Industrie zu erheblichen Produktionsausfällen und Anlagenschäden führen. Bayer resümiert: „Eine sichere Stromversorgung ist auch während der Transformation unseres Energiesystems enorm wichtig.“

Eine weitere Erkenntnis der Studie: Die Wirtschaft in der Region ist wegen des sehr hohen Preisniveaus und des sinkenden Vertrauens in eine dauerhaft sichere Energieversorgung äußerst beunruhigt. Mit Blick auf die Diskussion, russisches Erdgas zu boykottieren, stellt die Untersuchung fest, dass viele Unternehmen, die derzeit auf Gas für Prozesswärme angewiesen sind, ihre Produktionsprozesse nicht kurzfristig umstellen können. Sollten sie von der Gasversorgung abgeschnitten werden, müssten sie ihre Produktion einstellen. Manche Anlagen würden dabei irreversibel geschädigt. Schon allein deshalb sollte Gas nur dann zur Stromerzeugung eingesetzt werden, wenn es aus unterschiedlichen Quellen ausreichend zur Verfügung steht.

Die Untersuchung „Energiesicherheit im Kern- und Wirkungsraum des Rheinischen Reviers“ ist von der SME Management GmbH in Elsdorf-Heppendorf durchgeführt worden. Die Autorinnen und Autoren haben dafür eine Vielzahl von Studien zum Rheinischen Revier ausgewertet und rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von vornehmlich mittelständischen Unternehmen aus den Bezirken der IHKs Aachen, Köln und Mittlerer Niederrhein befragt. Die Studie ist im Internet unter www.aachen.ihk.de/energiesicherheit abrufbar.

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Ankommen und Willkommen – Ukrainische Geflüchtete in der Gemeinde Wachtberg

Wachtberg – Seit mehreren Wochen ist Krieg in der Ukraine. Viele Menschen sind auf der Flucht. Auch in der Gemeinde Wachtberg sind Personen aus der Ukraine angekommen. Etwa 125 ukrainische Geflüchtete, vor allem Frauen und Kinder, wohnen in Wachtberg bei Freunden, Familie, Bekannten und Kollegen, aber auch bei Wachtbergern, die Zimmer in ihren Wohnungen anboten, um vor dem Krieg geflüchtete Menschen aus der Ukraine bei sich aufzunehmen.

Die Hilfsbereitschaft der Wachtberger Bürger ist beeindruckend und groß. Wachtberger, die Menschen aus der Ukraine bei sich zu Hause aufgenommen haben, unterstützen diese bei den Behördengängen, bei erstem Spracherwerb, beim Kennenlernen Wachtbergs und beim Zurechtfinden in dieser für alle neuen Situation und den damit verbundenen Herausforderungen.

Die Gemeindeverwaltung steht unterstützend zur Seite, beantwortet Fragen, gibt Informationen weiter, vermittelt, hilft bei Antragsstellungen. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Voreifel werden nach den Osterferien zwei bis drei Einstiegskurse Deutsch für jeweils 10 bis 15 Teilnehmer/innen starten. Mit großer Unterstützung des Bürgervereins in Werthhoven wird ein Kurs im Pössemer Treff stattfinden – Schulkinder können, während die Mütter lernen, dann möglicherweise am Angebot des Jugendtreffs teilnehmen. Ein bis zwei weitere Sprachkurse sind darüber hinaus in Niederbachem geplant. Finanziert werden zwei dieser Sprachkurse durch die Gemeinde Wachtberg.

Schnell wurde im Henseler Hof in Niederbachem ein Treff für Ukrainer, Gastfamilien und ehrenamtliche Unterstützer organisiert. Ein erster fand am 22. März statt, ein zweiter am 06. April. Alle zwei Wochen sollen hier Begegnungen ermöglicht werden. Wahrscheinlich kann auch in Villip mit Unterstützung des Ökumenischen Arbeitskreises und der katholischen Kirche ein weiterer Treff eingerichtet werden. Ziel der Treffs ist es, Ukrainer untereinander zu vernetzen, ihnen Gelegenheiten zu geben, sich kennenzulernen, auszutauschen, auch die Gastgeber untereinander bekannt zu machen, Fragen zu beantworten, Informationen weiterzugeben, Bedarfe zu ermitteln und Angebote der Unterstützung zu machen. So konnten bei den ersten Treffen durch die Telekom bereitgestellte SIM-Karten verteilt, Anträge für Deutschkurse der VHS ausgefüllt werden, die ZUGABE stellte sich vor, durch die ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit Engagierten wurden gebrauchte und wieder aufbereitete Fahrräder ausgegeben, es gab leckeren Kuchen und Kaffee, es fanden viele Gespräche statt und die Kinder hatten Freude an gespendeten Spielsachen und Gummibärchen.

Der SV Niederbachem und der Niederbachemer Karnevalsverein laden Kinder ein zum Fußballspielen und Tanzen, Outdoorangebote für Familien werden von zwei ehrenamtlich Engagierten organisiert und durchgeführt.

Am 24. April wird es eine Wachtbergrundfahrt mit Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring in Zusammenarbeit mit dem Busunternehmen Faßbender aus Wachtberg für ukrainische und afghanische Geflüchtete geben.

„Wachtberg4help“ – eine ehrenamtliche Initiative aus Werthhoven sammelt Spenden für die Ukraine und bringt diese an die ukrainisch-polnische Grenze. Was genau gebraucht wird, wird stets aktualisiert auf der Facebookseite der Initiative veröffentlicht.

Das ehrenamtliche Team vom Kleiderpavillon in Wachtberg-Ließem stellt Anziehsachen und andere Dinge beim ersten Besuch der Ukrainer kostenfrei und danach für sehr wenig Geld zur Verfügung.

All dies stellt nur eine kleine Auswahl des Engagements dar – es gibt noch viel mehr, was hier nicht aufgezählt wurde. Und es wird gemeinsam gestemmt und geleistet – Wachtberger Institutionen und Bürger packen mit an, bringen sich ein. So kann es gelingen.

Sollten Sie Fragen haben und/oder Informationen benötigen, so wenden Sie sich bitte per E-Mail an: hilfe.ukraine@wachtberg.de oder schauen Sie auf die Internetseite: www.wachtberg.de .