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AOK engagiert sich in der Ausbildung junger Menschen

Region/Eisenberg – Drei Tage Programm mit Eröffnung im Dynamikum Pirmasens, Kennenlernen und Workshops für die 48 neuen Auszubildenden und 2 Dual Studierenden – 11 stammen aus dem Saarland. Insgesamt bildet die AOK Rheinland-Pfalz/ Saarland 144 Azubis und 8 Dual Studierende in drei Jahrgängen aus.

Jungen Menschen eine sichere, hochqualitative Ausbildung als Einstieg in ihre Zukunft bieten zu können ist eine Herzensangelegenheit der AOK. Vor Ort werden die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den jeweiligen Teams kollegial an die verschiedenen Aufgaben herangeführt und in die Teams integriert.

„Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland wünscht allen neuen Kolleginnen und Kollegen einen guten Start bei der Gesundheitskasse! Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen können in mehreren Abschnitten die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder bei der AOK kennenlernen und sich für die Zeit nach der Ausbildung orientieren. Wir, als Gesundheitskasse, stellen uns auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zukunftssicher auf und legen zugleich höchstes Augenmerk auf die Einhaltung der gebotenen Corona-Bestimmungen“, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse anlässlich der Eröffnungsveranstaltung in Pirmasens.

Das theoretische Wissen der dualen Ausbildung wird im AOK-Bildungszentrum in Eisenberg/Pfalz in Kooperation mit der Berufsbildenden Schule Donnersbergkreis vermittelt. Für das Duale Studium ist die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland Kooperationspartner der DHBW Mannheim. In den letzten zehn Jahren haben rund 500 Auszubildende und Dual Studierende ihre AOK-Ausbildung abgeschlossen. Das macht die AOK zu einem der größten Ausbildungsbetriebe in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Aktuell können sich Interessenten um einen Ausbildungsplatz zum 30. August 2023 bewerben – die AOK sucht für alle Regionen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland Azubis sowie Dual Studierende für Eisenberg. Weitere Auskünfte zur Ausbildung gibt es unter Ausbildung und Karriere | AOK – Die Gesundheitskasse.

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Große Resonanz auf 17. Kreis Düren Tage

Düren – Rund 2000 Bürgerinnen und Bürger haben am vergangenen Freitag und Samstag im Rahmen der 17. Kreis Düren Tage Münster besucht. Für sie stand ein attraktives Programm auf der Tagesordnung. Unter anderem gab es eine Stadtrundfahrt und den Besuch einiger Sehenswürdigkeiten.

An beiden Tagen fuhren die Bürger mit einem Zug der Rurtalbahn in die westfälische Stadt. Am Samstag war auch Landrat Wolfgang Spelthahn mit dabei, er wurde zusammen mit Herbert Häner (Rurtalbahn) und den Teilnehmenden aus dem Kreisgebiet von Bürgermeisterin Maria Winkel begrüßt. Der Landrat wünschte allen einen interessanten Besuch mit der Möglichkeit, Neues zu entdecken und sich untereinander auszutauschen.

Die von der Rurtalbus und der Sparkasse unterstützen Kreis Düren Tage sind fester Bestandteil im Programm des Kreises Düren für seine Bürgerinnen und Bürger. „Ich freue mich immer wieder über die hervorragende Resonanz, die wir auf dieses Angebot erhalten“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Und die Rückmeldungen waren sehr positiv. An beiden Tagen verlebten die Bürgerinnen und Bürger spannende Stunden, die so schnell nicht in Vergessenheit geraten.

 

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Stresstest zum Stromsystem – BMWK stärkt Vorsorge zur Sicherung der Stromnetz-Stabilität im Winter 22/23

Region/Berlin – Wirtschafts- und Klimaminster Habeck „Wir tun alles, was nötig ist – Einsatzreserve für Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim wird eines von mehreren Elementen“. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben heute die Ergebnisse des zweiten Netzstresstests (zweite Sonderanalyse Winter 22/23) vorgelegt. Sie hatten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz von Mitte Juli bis Anfang September 2022 in einer Sonderanalyse die Sicherheit des Stromnetzes für diesen Winter unter verschärften äußeren Bedingungen untersucht.

Anlass dafür war, dass aufgrund der Dürre im Sommer, des Niedrigwassers in den Flüssen, des aktuellen Ausfalls rund der Hälfte der französischen Atomkraftwerke und der seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine insgesamt angespannten Lage auf den Energiemärkten eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren bestehen, die unter bestimmten Umständen zu einer Kumulation von Risiken führen. Der zweite Stresstest untersucht daher verschiedene Szenarien und nimmt die Netzsituation in den Blick, insbesondere auch das Zusammenspiel mit den europäischen Nachbarländern, da die Situation Deutschlands durch die geographische Lage und die Verbindungsleitungen zu elf europäischen Ländern besonders von der Entwicklung in Europa abhängt.

Der zweite Netzstresstest kommt zu dem Ergebnis, dass stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem im Winter 22/23 zwar sehr unwahrscheinlich sind, aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Daher werden eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen empfohlen, damit es auch in diesen sehr unwahrscheinlichen Szenarien nicht zu einer kurzzeitigen Lastunterdeckung oder Stromausfällen aufgrund von Netz-Stresssituationen kommt. Die im Stresstest empfohlen Maßnahmen sind zum Teil bereits umgesetzt oder in Umsetzung, z.B. die Nutzung von Kraftwerksreserven und die Marktrückkehr von Kohlekraftwerken. Weitere Maßnahmen sind in der unmittelbaren Vorbereitung und werden mit einer dritten Novelle des Energiesicherungsgesetzes (EnSiG 3.0) umgesetzt, u.a. die zusätzliche Stromproduktion in Biogasanlagen sowie Maßnahmen zur Höherauslastung der Stromnetze/Verbesserung der Transportkapazitäten.

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck erklärte zu den Ergebnissen: „Wir haben in Deutschland eine sehr hohe Versorgungssicherheit im Stromsystem. Wir haben genug Energie in und für Deutschland; wir sind ein Stromexportland. Aber wir sind Teil eines europäischen Systems, und dieses Jahr ist in ganz Europa ein besonderes Jahr. Der russische Angriff auf die Ukraine hat zu einer angespannten Situation auf den Energiemärkten geführt, und wir setzen alles daran, eine Gasmangellage zu vermeiden. In Frankreich fällt derzeit rund die Hälfte der Atomkraftwerke aus. Die Dürre im Sommer hat die Wasserstände in Flüssen und Seen reduziert, was die Wasserkraft in Nachbarländern schwächt und auch bei uns den Transport von Kohle zu den Kraftwerken erschwert, die wir aufgrund der angespannten Gaslage nutzen müssen. Und der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Stromnetzausbau wurden in den letzten Jahren stark gebremst, besonders negativ macht sich das im Süden unseres Landes bemerkbar. Die großen Krisen – Krieg und Klimakrisen – wirken sich sehr konkret aus. Wir haben also eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren, und der Sommer hat das mit der Trockenheit noch mal deutlich verschärft. Unter bestimmten Umständen und in ganz bestimmten Situationen können sich diese Risiken bündeln. Wegen all dieser Risiken können wir nicht sicher darauf bauen, dass bei Netzengpässen in unseren Nachbarländern genug Kraftwerke zur Verfügung stehen, die kurzfristig unser Stromnetz mit stabilisieren,“ sagte Habeck.

Er betonte: „Es ist weiterhin sehr unwahrscheinlich, dass es zu Krisensituationen und Extremszenarien kommen wird. Aber als Minister, der für die Versorgungssicherheit zuständig ist, tue ich alles, was nötig ist, um die Versorgungssicherheit vollumfänglich zu gewährleisten. Daher haben wir etliche Maßnahmen, die der Stresstest als notwendig erachtet, bereits in der Umsetzung, wie beispielsweise die Marktrückkehr der Kohlekraftwerke. Andere Maßnahmen im Netzbereich, wie vor allem die Verbesserung der Transportkapazitäten im Stromnetz, werden wir mit einer dritten EnSiG-Novelle lösen und noch diese Woche die Abstimmungen hierzu starten.“

Der Minister erklärte: „Die Ergebnisse des Stresstests bedeuten aber auch, dass wir zur Absicherung für den Notfall für den Winter 22/23 eine neue zeitlich und inhaltlich begrenzte AKW-Einsatzreserve aus den beiden südlichen Atomkraftwerken Isar 2 und Neckarwestheim schaffen. Die beiden AKW Isar 2 und Neckarwestheim sollen bis Mitte April 2023 noch zur Verfügung stehen, um falls nötig, über den Winter einen zusätzlichen Beitrag im Stromnetz in Süddeutschland 2022/23 leisten zu können. Das heißt auch: Alle drei derzeit in Deutschland noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke werden planmäßig Ende 2022 regulär vom Netz gehen. Am Atomausstieg, wie er im Atomgesetz geregelt ist, halten wir fest. Neue Brennelemente werden nicht geladen und Mitte April 2023 ist auch für die Reserve Schluss. Die Atomkraft ist und bleibt eine Hochrisikotechnologie und die hochradioaktiven Abfälle belasten zig nachfolgende Generationen. Mit der Atomkraft ist nicht zu spielen. Eine pauschale Laufzeitverlängerung wäre daher auch im Hinblick auf den Sicherheitszustand der Atomkraftwerke nicht vertretbar. Mit der Einsatzreserve tragen wir den Risiken der Atom-Technologie und der Sondersituation im Winter 22/23 Rechnung. So können wir im Fall der Fälle agieren. Die AKW-Einsatzreserve ist eine zielgenaue Antwort.“

Habeck hob hervor: „Die Situation im Stromsystem in diesem Winter ist nicht mit der im Winter 2023/24 zu vergleichen. Für das nächste Jahr werden die Grundbedingungen andere sein, weil durch die längere Vorlaufzeit bereits beschlossene Maßnahmen stärker wirken und noch weitere umgesetzt werden können. Wir erhöhen die Gas-Importkapazität über schwimmende LNG-Terminals (FSRU) zum Winter 23/24 so stark, dass keine Gasmangellage an den Gaskraftwerken mehr zu befürchten ist. Wir steigern bis dahin die Verfügbarkeit von Strom aus Biogas-Anlagen und aus Erneuerbaren-Anlagen. Das Gleiche gilt für die Leistungsfähigkeit der Stromnetze, die Kraftwerkskapazitäten und flexible Lasten. Damit werden bis 2023/24 die Unsicherheitsfaktoren dieses Winters deutlich reduziert und die Versorgungslage verbessert.“

Näher zum Stresstest:

Der zweite Stresstest wurde von den vier Übertragungsnetzbetreibern im Zeitraum von Mitte Juli bis Anfang September 2022 durchgeführt. Im Vergleich zur ersten Sonderanalyse (März bis Mai 2022) wurden die Annahmen zu den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auf den Energiemarkt aus Vorsorgegründen deutlich verschärft und stufenweise hochskaliert. Zusätzlich berücksichtigen die Berechnungen weitere mögliche Engpässe in der Kraftwerksverfügbarkeit.

Die Analyse umfasst drei kritische Szenarien (kritisches Szenario +, sehr kritisches Szenario ++ und Extremszenario +++), die deutlich von den Referenzszenarien aus den gesetzlich vorgeschriebenen Analysen zur Stromversorgungssicherheit von Ende April 2022 abweichen. Auch im Vergleich zum ersten Stresstest vom Mai 2022 wurden die Annahmen zur Kraftwerksverfügbarkeit und zu Brennstoffpreisen noch einmal deutlich verschärft und je nach Szenario hochskaliert. Damit liegen der Gesamtbewertung für die Stromversorgungssituation insgesamt fünf Szenarien zugrunde – von Basisszenario der gesetzlich vorgeschriebenen Bedarfsanalyse bis hin zum Extremszenario in diesem zweiten Stresstest.

Für die drei Szenarien des zweiten Stresstests wurden in Stufen mögliche Auswirkungen einer unterschiedlich kritischen Lage auf den Energiemärkten auf den Stromsektor in Deutschland und Europa untersucht. In der neuen Berechnung wurden u.a. folgende Annahmen zugrunde gelegt:

  • Ein großer Teil der französischen Atomkraftwerke kehrt nicht bis zum Winter an den Markt zurück. Im Extremszenario (+++) steht nur die Leistung von knapp zwei Drittel der französischen Atomkraftwerke zur Verfügung.
  • Nur ein Teil der möglichen Kraftwerke kehrt nach dem Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz an den Markt zurück – je nach Szenario in unterschiedlichem Ausmaß.
  • Das Niedrigwasser in den Flüssen schränkt Steinkohlelieferungen weiter ein. Die Steinkohlekraftwerke können also auch bei Verbrauchsspitzen deutlich weniger Strom produzieren, im Extremszenario am wenigsten.
  • Ein Viertel (+) bis die Hälfte (+++) der Kraftwerksleistung der Netzreserve ist nicht betriebsbereit.
  • Im kritischen Szenario ist ein Viertel der Gaskraftwerke in Süddeutschland nicht verfügbar, im Extremszenario sogar die Hälfte.
  • Die Stromnachfrage von Heizlüftern erhöht die Verbrauchsspitzen im Gigawatt-Bereich.
  • Der Gaspreis als Eingangsgröße der Berechnungen wurde in allen drei Szenarien einheitlich auf 300 EUR/MWh erhöht.

Der zweite Stresstest zeigt im Ergebnis: Eine stundenweise krisenhafte Situation im Stromsystem im Winter 22/23 ist zwar sehr unwahrscheinlich, kann aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden. Damit es aber im kommenden Winter zu keinerlei Lastunterdeckungen oder Stromausfällen aufgrund von Netz-Stresssituationen kommt, sind zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung der Netzsicherheit nötig.

Konkret zeigen die Ergebnisse der Berechnungen, dass in einigen Regionen des europäischen Strommarktes in einigen Szenarien die Nachfrage ohne zusätzliche Maßnahmen nicht vollständig gedeckt werden kann. Im sehr kritischen Szenario (++) und dem Extremszenario (+++) treten solche Situationen für sehr kurze Zeiträume, das heißt einige wenige Stunden im Jahr, auch in Deutschland auf.

Im besonderen Fokus stand bei dem Stresstest vor allem die Frage, ob und in welchem Ausmaß es zu Engpässen im Stromnetz kommt. Ergebnis ist hier, dass es – bedingt durch den verzögerten Netzausbau und fehlende Erzeugungskapazitäten im Süden – in allen drei Szenarien Netzengpässe geben kann. Zur Behebung dieser Netzengpässe sind Kraftwerke aus dem Ausland (Redispatchkraftwerke) nötig, teilweise im deutlich größeren Umfang als bisher errechnet und eingeplant. Da die Versorgungslage in ganz Europa unter anderem in Folge von Dürre, Niedrigwasser und den Problemen bei französischen Atomkraftwerken angespannt ist, ist äußerst unsicher, ob diese Kraftwerksleistung bei den europäischen Partnern tatsächlich zur Verfügung stehen kann.

Daher kommt der zweite Stresstest zum Ergebnis, dass es aus Gründen der Vorsorge ein Bündel von Maßnahmen braucht, um Netzengpässe zu vermeiden. Dazu werden eine Reihe von Lösungsansätzen zur Entschärfung von kritischen Situationen empfohlen, die kombiniert werden sollten – eine Maßnahme allein reicht nicht. Wichtige Beiträge zur Netzsicherheit sind eine höhere Auslastung der bestehenden Netze durch eine Beschleunigung des geplanten witterungsabhängigen Freileitungsbetriebs, eine bessere Nutzung verschiedener Kraftwerke und Kraftwerksreserven sowie vertragliches Lastmanagement. Diese Maßnahmen sollten zwingend und dringend umgesetzt werden.

Für das sehr kritische Szenario ++ wurde in einer zusätzlichen Berechnung der mögliche Effekt einer Verfügbarkeit der drei Atomkraftwerke Emsland, Isar und Neckarwestheim im Stromnetz untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Wenn man die drei Atomkraftwerke verfügbar hält, kann dies in Stresssituationen im Stromnetz nur einen begrenzten Beitrag leisten. Zur Stabilisierung des Stromnetzes würden die drei AKW in einem sehr kritischen Szenario den Bedarf an Redispatchkraftwerken im Ausland nicht um die Nennleistung der AKW senken, sondern nur um 0,5 GW. Es bleibt auch dann ein Redispatchbedarf im Ausland von 4,6 GW (im gerechneten Szenario ++ besteht ohne AKW ein Redispatchbedarf im Ausland von 5,1 GW). Redispatchkraftwerke sind Kraftwerke, die dem deutschen Markt kurzfristig Strom zum Ausgleich von Netzengpässen zur Verfügung stellen können. Es würde zudem – gemessen am Gesamtgasverbrauch – nur minimal Gas eingespart. Insgesamt besitzt Atomenergie im Vergleich zu den anderen dringenden Maßnahmen eine untergeordnete Rolle, um in kritischen Situationen die Netzsicherheit zu gewährleisten. Es bleiben auch bei einer Nutzung der drei verbleibenden Atomkraftwerke deutliche Eingriffe in den Kraftwerkspark nötig, um die Netzsicherheit zu gewährleisten.

Näher zur Einsatzreserve:

Da der mögliche Beitrag der Atomenergie nach den Berechnungen des zweiten Stresstests begrenzt ist und Atomenergie weiterhin eine Hochrisikotechnologie ist, muss eine besonders sorgfältige und zielgenaue Ausgestaltung erfolgen, nicht zuletzt um den hohen verfassungsrechtlichen Hürden des Art. 20a GG Rechnung zu tragen. So verpflichtet Art. 20a GG den Staat in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung zu schützen. Die Risiken, die die Nutzung der Atomenergie zur Stromerzeugung mit sich bringt und die Lasten, die durch Atommüll für künftige Generationen entstehen, sind daher nur dann vertretbar, wenn eine genaue Interessenabwägung erfolgt und der Grund für die Nutzung von Atomenergie genau dargelegt wird.

Daher spricht sich Minister Habeck für eine zielgenaue AKW-Einsatzreserve aus, die sowohl zeitlich als auch in ihrem Anwendungsbereich begrenzt ist. Die AKW-Einsatzreserve hat die Risiken der Atomenergie im Fokus und trägt der Sondersituation im Winter 2022/23 Rechnung und ist damit zeitlich begrenzt bis Mitte April 2023. Der Anwendungsbereich ist inhaltlich begrenzt auf die südlichen Kraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim. Nur für diesen Zeitraum und nur für die zwei süddeutschen AKWs ist ein eng konditionierter Notfalleinsatz der AKWs zur Abwehr einer konkreten Gefahr für die Versorgungssicherheit erforderlich und damit im Rahmen der Verfassung eine noch vertretbare Entscheidung des Gesetzgebers. Für den norddeutschen Raum sind hingegen andere, weniger risikoreiche Instrumente einsetzbar. So können hier kurzfristig zusätzliche Ölkraftwerke in Form von Kraftwerksschiffen sogenannten „Power-Barges“ eingesetzt werden. Diese stehen für Isar 2 und Neckarwestheim nicht zur Verfügung.

Die Einsatzreserve aus Isar 2 und Neckarwestheim soll zudem bewusst als Reserve ausgestaltet werden und nur dann eingesetzt werden, wenn zu befürchten ist, dass die anderen Instrumente nicht ausreichen, um eine Versorgungskrise abzuwenden. Die Ausgestaltung der Einsatzreserve wird die notwendigen technischen Anforderungen der Atomkraft berücksichtigen. Eine Verlängerung über Mitte April 2023 hinaus oder eine Wiederbelebung im Winter 23/24 ist aufgrund des Sicherheitszustands der AKW und den grundsätzlichen Erwägungen zu den Risiken der Atomkraft ausgeschlossen.

Die Einsatzreserve soll im Energiesicherungsgesetz geregelt werden. Sie setzt zudem voraus, dass keine Abstriche von den üblichen Sicherheitsanforderungen gemacht werden. Entsprechend ist eine belastbare Prüfung des Sicherheitszustandes nötig.

Um zu entscheiden, wann die Reserve abgerufen wird, wird ein Monitoring der Bundesnetzagentur zur Bewertung der Strommarkt- und Netzsituation frühzeitig die Entwicklungen im Stromsystem (Kohlevorräte, Kraftwerkverfügbarkeiten, Gasverfügbarkeit etc.) aufzeigen. Auf diese Weise soll eine Analyse der stromseitigen Versorgungssicherheit anhand unterschiedlicher Indikatoren ermöglicht werden. Diese dient dann als Grundlage für die Entscheidung über eine mögliche Aktivierung der AKW-Einsatzreserve. Es werden u. a. die Parameter überwacht, die in den Stresstest-Szenarien kritische Markt- und Netzsituationen nach sich ziehen. Ziel sollte eine Bewertung der Gesamtsituation und eine frühzeitige Bewertung alternativer Maßnahmen sein.

Bei kritischen oder fragwürdigen Entwicklungen erfolgt unverzüglich eine vertiefte Analyse mit der Bundesnetzagentur und den Übertragungsnetzbetreibern. Nach Vorschlag des BMWK soll die Bundesnetzagentur die Empfehlung für den Abruf der Reserve im Fall der Fälle aussprechen; die Entscheidung soll dann über Regierungsverordnung mit Widerspruchsmöglichkeit des Bundestages erfolgen. Die Wiederanfahrgenehmigung erteilt die zuständige Atomaufsichtsbehörde.

 

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Klassenpodium für Eifeler HRT-Team auf dem Hockenheimring

Meuspath/Nürburg – Beim vorletzten Saisonlauf im Endurance Cup der Fanatec GT World Challenge Europe Powered by AWS auf dem Hockenheimring hat sich das Haupt Racing Team Platz zwei im Gold Cup gesichert. Hubert Haupt (GER), Arjun Maini (IND) und Florian Scholze (GER) verpassten den Klassensieg im Mercedes-AMG GT3 #5 von MANNOL nur knapp, durften sich aber über ihr zweites Saisonpodium im umkämpften Gold-Cup-Klassement freuen.

Eine überzeugende Leistung gelang auch Al Faisal Al Zubair (OMA), Axcil Jefferies (ZIM) und Fabian Schiller (GER) in der #777 von Al Manar Racing by HRT: Sie beendeten das Drei-Stunden-Rennen als 13. der Gesamtwertung, gleichbedeutend mit Rang fünf im Silver Cup. Das Fahrzeug mit der #4, im Komplettdesign von Teampartner PAUL und pilotiert von Jannes Fittje GER), Jordan Love (AUS) sowie Alain Valente (SUI), musste das Rennen nach einem Kontakt mit einem Konkurrenten, der zu einem Defekt führte, frühzeitig beenden.

Das letzte Rennwochenende im Endurance Cup der GT World Challenge Europe findet vom 30. September bis 2. Oktober auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya statt.

 

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Netzwerk im rheinland-pfälzischen Hotel- und Gastgewerbe wächst und plant weitere Aktivitäten

Region/Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier – IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz: Das Netzwerk „Working Family“ unterstützt familiengeführte Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe in Rheinland-Pfalz bei der Bindung und Gewinnung von Mitarbeiter*innen. In gemeinsamen Workshops und Schulungen wurden aufmerksamkeitsstarke Aktionen geplant, definiert und umgesetzt, um potenzielle Bewerber*innen auf das Netzwerk und die vielfältigen Berufe für Einsteiger, Quereinsteiger und Fachkräfte in den Familienbetrieben hinzuweisen.

42 Betriebe machen mit

Mittlerweile haben sich landesweit 42 Betriebe dem Netzwerk Working Family angeschlossen, die Hand in Hand arbeiten und gemeinsam die gleichnamige starke Arbeitsgebermarke mit Leben füllen. „Der Konsens aller Mitgliedsbetriebe und das große Engagement bei allen Treffen und bei den Aktionstagen sind sehr motivierend“, sagt Albrecht Ehses, Geschäftsführer der IHK Trier und Ansprechpartner der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern (IHKs) Rheinland-Pfalz. Vor allem sie beeindruckend, dass die Betriebe ohne Berührungsängste agierten und die gemeinsamen Ziele in den Vordergrund stellten, sagt Ehses. Auf dieser Basis wurde das gemeinsame Markenbild entwickelt und die digitale Plattform www.working-family.de online gestellt. Diese bietet Informationen rund um die Betriebe und die Berufe sowie eine umfangreiche Stellenbörse für potenzielle Bewerber. Darüber hinaus gibt es einen internen Bereich, der den teilnehmenden Betrieben hilfreiche Tools, Checklisten und Werbemittel bereitstellt.

„Die Initiative „Working Family“ kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und hilft mit, die gemeinsame Tourismusstrategie 2025 des Landes mit Leben zu erfüllen und dabei engagierte und attraktive Familienunternehmen in den Fokus zu stellen“, sagt Wirtschafts- und Tourismusministerin Daniela Schmitt. Daher unterstütze das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz das Fachkräfteprojekt auch im Jahr 2022 mit 100.000 € als Vollfinanzierung. „Im Zusammenspiel mit der einzelbetrieblichen Förderung, Restart- und Highlight-Kampagnen und weiteren Impulsinvestitionen sind wir in diesen herausfordernden Zeiten in der Lage, für die Tourismuswirtschaft des Landes wertvolle nachhaltig wirkende Akzente zu setzen.“

Auch für die IHK-Arbeitsgemeinschaft ist das Engagement in dem Projekt „Working Family“ zielführend und ein weiterer Baustein, das Image der Hotel- und Gaststätten-Berufe zu verbessern und für Familienbetriebe als attraktive Arbeitgeber zu werben. „Bereits vor der Coronapandemie galt der Fachkräftemangel bremst die dringend nötige Erholung der Branche. „Vereinzelt gebe es jedoch Lichtbliche und die Zahl der aktuell eingetragenen Ausbildungsverhältnisse erreiche in einzelnen Berufen wieder die Zahlen aus dem Vor-Coronajahr 2019. Ein Grund dafür sieht Glockauer in der Rekrutierung junger ausländischer Interessenten, aber auch in vielfältigen Aktivitäten wie der Initiative „Working Family“.

Hier bespielen zahlreiche Aktionen die breit gefächerte Imagekampagne auf allen relevanten digitalen Kanälen. Google; Social Media und flankierende Aktionen, die von den Betrieben in Eigenregie durchgeführt werden, zählen hierzu.

Weiter geht es im Herbst 2022 mit der Working Family Podcast-Serie „Eh, was geht?“, die speziell auf die Belange junger Menschen ausgerichtet ist. Die Idee dahinter: Azubis erzählen was das Arbeiten in Working Family Betrieben ausmacht und warum sie sich für diesen Berufsweg entschieden haben.

„Unser Jahres-Highlight wird ein „Tag der offenen Tür“ sein, der am 8. November 2022 parallel in allen Working Family Betrieben stattfinden wird“, erzählt Alexander Wurster, Geschäftsführer des Parkhotel Schillerhain in Kirchheimbolanden. „Hier präsentieren wir allen Interessierten, welche Berufe in dem jeweiligen Betrieb ausgeübt werden., wie die Ausbildung abläuft und wie das Zusammenspiel aller Tätigkeiten funktioniert“.

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Symbolträchtiges Geschenk für Alsdorfer Bürgermeister Alfred Sonders

Alsdorf – Grubenlampe erinnert im Dienstzimmer von Alfred Sonders an Bergbauvergangenheit. Mit einem symbolträchtigen Geschenk hat das Grube Anna Bergbauinformationszentrum – kurz GABI e.V. – Bürgermeister Alfred Sonders zu dessen 40-jährigem Dienstjubiläum gratuliert. „Nach 40 Jahren Dienst in der Alsdorfer Stadtverwaltung, nach nunmehr fast 13 Jahren Amtszeit als Bürgermeister und beinahe 30 Jahre nach dem Ende des Bergbaus wird es Zeit für eine Veränderung“, sagte GABI-Vorsitzender Hans-Georg Schardt mit einem Augenzwinkern bei der Übergabe des Geschenks.

Denn nun ziert eine Grubenlampe das Büro von Bürgermeister Alfred Sonders und erinnert damit symbolträchtig an die stolze Bergbauvergangenheit der Stadt. So eine hat Alfred Sonders noch nicht besessen, seit er 1982 seine Ausbildung in der Verwaltung begann. Nach der Ausbildung war er zunächst im Amt für Öffentlichkeitsarbeit tätig, es folgte 1988 eine Station im Amt für Strukturförderung und Wirtschaftsförderung sowie ab 1989 eine Tätigkeit im Amt für Sport und Kultur. Ab 1992 war Alfred Sonders erneut im Amt für Öffentlichkeitsarbeit tätig und übernahm 2000 die Geschäftsführung der Alsdorfer Freizeitobjektegesellschaft (Foga), die die Stadthalle und den Tierpark betreut. Seit dem 21. Oktober 2009 ist er Bürgermeister der Stadt Alsdorf.

Das Bergbauinformationszentrum legt Wert auf die Feststellung, dass es sich dabei nicht um irgendeine Grubenlampe handelt. Es sei kein Replikat, sondern eine Grubenlampe, die über viele Jahre zur Ausrüstung eines Bergmanns auf der Grube Anna gehört habe. Somit habe sie einen besonderen symbolischen Wert. Zudem trage sie dazu bei, so Hans-Georg Schardt, dass ein nicht länger hinzunehmender Zustand beendet sei. Vor einiger Zeit habe Alfred Sonders selbst in einem privaten Gespräch darauf hingewiesen, dass es in seinem Büro keine Grubenlampe gebe. „Das kann so nicht bleiben“, war sich der GABI-Vorstand einig und hat in seinen Beständen nach einer Grubenlampe gesucht, „die der neuen Aufgabe im Büro des Bürgermeisters würdig ist“.

Für die Bergleute sei das Grubenlicht unter Tage ein Stück Zuversicht und Geborgenheit gewesen. Zugleich habe es Orientierung gegeben. „Wir hoffen, dass unser Geschenk dies auch in der heutigen Zeit symbolisieren kann“, bemerkte GABI-Vorsitzender Schardt. Denn nach 13 Jahren Amtserfahrung als Bürgermeister seien die Aufgaben nicht leichter geworden. Im Gegenteil stehe auch die Kommunalpolitik vor einem Berg von Problemen angesichts des Überfalls Russlands auf die Ukraine und die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen bis auf die kommunale Ebene hinab. „Vielleicht gibt das Grubenlicht Ihnen Kraft und Zuversicht, wie früher die Bergleute in schwierigen Situationen Herausforderungen zu meistern“, wünscht das Grube Anna Bergbauinformationszentrum Bürgermeister Alfred Sonders. (apa)

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Wandern und Laufen am Krufter Waldsee – Rund um den Laacher See mit dem 17. PSD Bank-Cup

Laacher See – Dieser Einladung sind nicht nur viele Wanderer gefolgt, auch einige Läufer*innen nutzten die 6 und 12 km Strecken als Trainingslauf. 50. Mal veranstaltete der TV 1896 Kruft e. V. mit Special Olympics Rheinland-Pfalz das beliebte Event. Aus nah und fern sind die Gäste angereist. So auch die Walker und Läufer der LG Laacher See, die mit 25 Mitgliedern die Runden um den Krufter Waldsee absolvierten.

Start und Ziel war am Waldsee. Für Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Fußkranke konnten die zwei km Strecke bei Bedarf auch mehrmals gehen. Diese war nicht so anspruchsvoll wie die beiden anderen Rundkurse. Jeder kam hier auf seine Kosten. Das sommerliche Wetter tat seins ebenfalls dazu. Überwiegend wurde im schattigen Wald gegangen oder gelaufen.

Für wenig Startgeld erhielten die Teilnehmer zusätzlich ein Los. Namhafte Sponsoren unterstützen die Veranstaltung, sodass jeder Aktive bei der Verlosung gewann. Ganz beliebt waren die Obst- und Kartoffelkörbe, die von Hofläden in Kruft gespendet wurden. Auch sonstige wertvolle Preise gab es zu gewinnen.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. So gab es Steaks mit Bratkartoffeln und ein leckeres Kuchenbüfett animierte dazu, dass man ein Stück mehr kaufte. Groß und Klein hatten Spaß und genossen die angenehme Atmosphäre am Krufter Waldsee.

Der Volkslauf „Rund um den Laacher See“ findet am Sonntag, den 18.09.2022 wieder auf dem Klosterparkplatz am Laacher See statt. Die Vorbereitungen gehen in die Endphase. Die LG Laacher See freut sich auf viele Gäste.

Anmeldung unter www.laacher-see-lauf.de

Information und Auskunft:
Daniela Ringel, 0170-5550446
Klaus Jahnz, 0175-2962172

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„Handwerk ist Wissen und Können“ – Über einhundert neue Fachkräfte in Hetzerath losgesprochen

Prüm/Hetzerath – Bis auf den letzten Platz gefüllt war Ende August die Bürgerhalle in Hetzerath. Die Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück Region (KH MEHR) hatte zur großen Lossprechungsfeier eingeladen. Hier erhielten die neuen Gesellinnen und Gesellen ihre Prüfungszeugnisse im Beisein von zahlreichen Gästen aus Politik, Gesellschaft, den Ausbildungsbetrieben und Familien überreicht.

Im Bereich Bernkastel-Wittlich sind somit 106 neue Fachkräfte aus acht handwerklichen Ausbildungsberufen in den Gesellenstand erhoben worden. Unter ihnen 24 Prüfungsbeste. Sie haben in der Gesamtnote mit mindestens „gut“ abgeschnitten.

„Handwerk ist Wissen und Können“, führte der Vorsitzende Kreishandwerksmeister Raimund Licht in seiner Ansprache aus. Für ihn waren die neuen Gesellinnen und Gesellen eindeutig „die Stars“ des Abends. Er ließ auch keinen Zweifel daran, dass mit einer handwerklichen Ausbildung das beste Fundament für eine berufliche Zukunft mit Jobgarantie gelegt ist.

Die 106 neuen Fachkräfte teilen sich auf folgende Handwerksberufe und Innungen auf:

Schreiner/innen (Tischler/innen) – Schreiner-Innung Bernkastel-Wittlich, Metallbauer/innen für Konstruktionstechnik – Metallbauer- und Feinwerkmechaniker-Innung Bernkastel-Wittlich, Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-Heizung- und Klimatechnik – Innung für Sanitär-Heizung- und Klimatechnik Bernkastel-Wittlich, Kraftfahrzeugmechatroniker/innen für  Personenkraftwagentechnik oder für Nutzfahrzeugtechnik – Kfz-Innung Bernkastel-Wittlich-Bitburg, Dachdecker/innen – Dachdecker-Innungen Westeifel, Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich, Elektroniker/innen für Energie- und Gebäudetechnik – Innung für Elektro- und Gebäudesystemtechnik Bernkastel-Wittlich, Maurer/innen – Baugewerbe-Innung MEHR, Maler/innen und Lackierer/innen für Gestaltung und Instandhaltung – Maler- und Lackierer-Innung Bernkastel-Wittlich.

Insgesamt erhalten in diesen Tagen im Bereich der KH MEHR an den drei Festorten Hetzerath, Bitburg und Daun über 300 neue Fachkräfte ihre Prüfungszeugnisse, von vielen auch noch Gesellenbrief genannt. „Wir beglückwünschen alle Junghandwerkerinnen und Junghandwerker zu ihrem Abschluss und danken allen Beteiligten, also den Ausbildungsbetrieben, den Prüfungsausschüssen, den Lehrpersonen, aber auch den Eltern, für das Vermitteln von Wissen und Können an die nächste Generation im Handwerk“, sagt der Geschäftsführer der KH MEHR, Dirk Kleis.

Liste der Prüfungsbesten und deren Ausbildungsbetriebe von der Feier in Hetzerath

Anlagenmechaniker für Sanitär-Heizung- und Klimatechnik

Oliver Meier – Sebastian Kranz  Heizung & Sanitär, Landscheid

Sebastian Sponholz – Krewer GmbH Heizung-Klima-Sanitär, Wittlich

Maurice Frank – Lörsch GmbH & Co KG Sanitär Heizung Solar Bäderausstellung, Lieser

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Michel  Menten – Elektro Konrath Inh. Bernhard Konrath, Zell-Barl

Metallbauer für Konstruktionstechnik

Tom Dworatzek – KBM Metallbau GmbH, Platten

Jan Liesch – Metallbau Markus Roth, Monzelfeld

Maler/innen und Lackierer/innen für Gestaltung und Instandhaltung

Alexander Bitdorf – Malerbetrieb Mechtel Inh. Marc Bauer e. K., Altrich

Thomas Lescher – Lescher + Loosen GbR Maler Meisterbetrieb, Laufeld

Lisa-Joy Pisharek – Krames Malerarbeiten Valentin Krames, Kommen

Maurer

Nico Remmy – Bauunternehmen W. Kappes GmbH, Altrich

Fabian Czeszka – Michael Schimper e. K. Bauunternehmen, Brauneberg

Tobias   Holl – Gebr. Keller GmbH Bauunternehmung, Bernkastel-Andel

Schreiner/innen (Tischler/innen)

Jens Caspari – Schreinerei Hayer Inh. Maximilian Schiffels e. K, Wittlich

Tobias   Kreb – Unilux GmbH, Salmtal

Lea Themann – Schreinerei Bauer GmbH, Wittlich

Dachdecker/innen

Kevin Caspers – Dachdeckerbetrieb Wolfgang Disch GmbH, Gillenfeld

Simon Dietzen – Dachdeckerbetrieb Valentin Dietzen Inh. Jürgen Dietzen, Prüm

Simon Disch –  Arno Billen Zimmerei Dachdeckerei GmbH, Plütscheid

Anna Dusemund – Anton Holzbau GmbH, Morbach

Robin Linsel – Bedachungs GmbH Spoden, Niehl

Noah Marx – W + S Bedachungen Christian Weber, Osburg

Niklas Ostlaender – Bedachungen Franz Hasenstab GmbH, Wittlich

Franz Weyers – Krämer Dach + Schornstein, Niederehe

Nina Weber – Berg Dach + Schiefer Inh. DDM Markus Berg, Erden

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Weihbischof Brahm hat sieben neue pastorale Mitarbeitende für das Bistum beauftragt

Region/Trier/Saarbrücken/Koblenz – Weihbischof Robert Brahm hat in einem Gottesdienst am 3. September im Trierer Dom sieben Frauen und Männer für den pastoralen Dienst im Bistum Trier beauftragt. Vier Gemeindereferentinnen (GR), ein Gemeindereferent, eine Pastoralreferentin (PR) und ein Pastoralreferent werden ab September Aufgaben in der Seelsorge, in der Verkündigung, im Religionsunterricht, in der theologischen Bildung und der Begleitung von Mitarbeitenden in den Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften, Dekanaten und Pastoralen Räumen der Diözese wahrnehmen. Die Feier stand unter dem Motto: „Er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet”.

Die neuen pastoralen Mitarbeitenden im Bistum Trier. Foto: Thewalt

Es sei ein froher und dankbarer Tag für das Bistum, so begrüßte der Weihbischof die Festgemeinde. Bezugnehmend auf die Gespräche, die er vorab mit den neuen Seelsorgenden geführt hatte, sagte er: „Sie spürten ihre persönliche Sehnsucht nach Leben, nach einer inneren Quelle, und dass es mehr geben muss, als nur von der bischöflichen Verwaltung angestellt und an einem Ort im Bistum eingesetzt zu sein. Sie spürten den Wunsch, den Menschen den Geschmack des unbekannten Gottes wieder zu schenken. Ein Geschmack, mit dem Hoffnung und Zukunft verbunden sind, der das Leben lebenswert sein lässt.” Die Kandidatinnen und Kandidaten hätten sich bewusst für die pastoralen Berufe entschieden – und das in einer Zeit, in der die Kirche durch innerkirchliche Krisen erschüttert sei, und zudem die Corona-Pandemie das alltägliche Leben erschwere. Dafür brauche es Mut, nämlich „den Mut, gegen alle Widerstände dem inneren Ruf zu folgen.” Mit Bezug auf die Lesung des Apostel Paulus an die Korinther erklärte er: „Für Paulus und die Gemeinden damals war deren Situation auch eine Herausforderung – wenn auch die Gründe dafür andere sind. Da braucht es die Vergewisserung des und der einzelnen, da braucht es das Feedback der Gruppe, da braucht es die Reflexion der eigenen Berufungsgeschichte, um – wie es damals von den christlichen Gruppen hieß – als Leute des neuen Weges in der Gesellschaft unterwegs zu sein, Hoffnung und Zukunft zu leben, die Welt, sich selbst in einem neuen Licht zu sehen.” Ein Beispiel dafür, wie man sein Leben als Zeugnis für das Licht Gottes im eigenen Herzen in dunkle Zeiten bringen könne, sei das Wirken der 1964 verstorbenen Mystikerin Madeleine Delbrêl, die sich als Sozialarbeiterin in einem atheistisch geprägten Pariser Vorort, dessen Bewohner tagtäglich um ihr Überleben kämpfen mussten, für soziale Gerechtigkeit eingesetzt habe. Delbrêl habe sich dafür entschieden, mit ihrer eigenen Freundschaft und Liebe zu Gott allen mit Freundlichkeit und einer „Haltung des inneren Christus” zu begegnen – und so Gott einen Platz unter den Menschen zu sichern. Damit gab der Weihbischof den neuen Seelsorgenden einen Rat für turbulente Zeiten mit auf den Weg: Man solle so leben und arbeiten, „dass Menschen das Wesentliche, den Kern des Evangeliums erahnen oder vielleicht sogar erkennen, und doch die Freiheit haben, selbst ihre Entscheidungen zu treffen.”

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg überreichte die Urkunden und gratulierte den neuen Seelsorgenden, um deren Beauftragung die Ausbildungsleiter Herbert Tholl (zuständig für die GR) und Steffen Stutz (bislang zuständig für PR) gebeten hatten. Zugleich verabschiedete er Stutz, dankte ihm für dessen Einsatz, und begrüßte dessen Nachfolger Florian Kunz. Die Grußworte der Berufsverbände sprachen Matthias Beer (Berufsverband der Gemeindereferent*innen im Bistum Trier) und Niklas Hirtz (Berufsverband der Pastoralreferent*innen).

Die Pastoralreferentin Elisabeth Einig, die ihre Ausbildung in den Dekanaten Saarbrücken und Dillingen gemacht hat, wird künftig im Pastoralen Raum Maifeld-Untermosel tätig sein. Der Pastoralreferent Tobias Wolff hat seine Berufseinführung in den Dekanaten Mayen-Mendig und St. Goar sowie im Pastoralen Raum Neuwied absolviert; dort wird er auch künftig eingesetzt. Die Gemeindereferentinnen Evelyn Finkler (Pfarreiengemeinschaft Merchweiler), Silvia Pfundstein (Pfarreiengemeinschaft Ottweiler-Fürth), Edith Hilden (Pfarrei St. Matthias Südliche Eifel) sowie der Gemeindereferent Robert Friedrich (PG Landscheid) werden weiterhin in der Pfarrei bzw. Pfarreiengemeinschaft tätig sein, in der sie ihre Assistenzzeit verbracht haben. Tamara Müller (vormals PG Schillingen) wechselt in die PG Wincheringen.

Zurzeit arbeiten 268 Gemeindereferentinnen und -referenten sowie 205 Pastoralreferentinnen und -referenten mit den Menschen in den Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften, Dekanaten und Pastoralen Räumen des Bistums; sie sind in verschiedenen pastoralen Feldern unterwegs, unter anderem mit Kindern und Jugendlichen, deren Eltern, Paaren und Singles, und begleiten die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. In diversen Rollen tragen sie Verantwortung in der Pastoral zusammen mit den hauptamtlich und ehrenamtlich Engagierten. Sie teilen, leben und geben Zeugnis für den christlichen Glauben und unterstützen andere dabei, den eigenen Glauben zu entdecken und ins Wort und in die Tat zu bringen, in Kirche und Welt. Ausführliche Portraits über die neuen pastoralen Mitarbeitenden gibt es hier: www.bistum-trier.de/bistum-bischof/personen-aemter/geweiht-beauftragt/pastoral-und-gemeindereferentinnen-und-referenten-2022/

Weitere Informationen gibt es unter www.bistum-trier.de/personal/ausbildung-pastoraler-berufe und beim Bistum Trier, Mustorstraße 2, 54290 Trier, Tel. 0651-7105214. E-Mail: herbert.tholl(at)bgv-trier.de. (ih)

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Inspirierende Verleihung des Aachener Ingenieurpreises an Dr. Mai Thi Nguyen-Kim

Aachen – Ein Plädoyer für die Wissenschaftskommunikation. Ein frischer Wind wehte durch den Krönungssaal, als am Samstagabend bereits zum achten Mal der Aachener Ingenieurpreis im Krönungssaal des Rathauses verliehen wurde. Denn in diesem Jahr ging die gemeinsame Auszeichnung von RWTH und Stadt Aachen an die Wissenschaftsjournalistin, Moderatorin und Bestsellerautorin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim für ihre Leistung, Wissenschaft verständlich und unterhaltsam zu vermitteln.

Die Preisträgerin überraschte mit einer sehr persönlichen Geschichte über ihre Beweggründe, Chemie zu studieren (ihr Vater ist Chemiker) und dann doch den Weg der Wissenschaftskommunikatorin einzuschlagen. „Am Abendbrottisch ging es bei uns nie um Politik, sondern eher um Chemie. Politisch wurde ich erst, als ich in den USA lebte und den Wahlkampf Trump gegen Clinton verfolgte. ‚Alternative facts‘, ‚fake news‘ und die Informationskrise sind meine größte Sorge.“

Genau deshalb sollte Wissenschaftskommunikation als „Prestige-Skill“ etabliert werden und mehr Forschende sollten dazu ermutigt werden, „authentisch und glaubhaft“ gegen „Scharlatane“ anzutreten. Auch wenn die Freude über die Aachener Auszeichnung groß gewesen sei, hätte Nguyen-Kim vor der Verleihung Sorge gehabt, dass „der Jury noch auffällt, dass ich keine Ingenieurin bin“, scherzte sie. Daher sehe sie den Preis als eine „Wertschätzung der Wissenschaftskommunikation“.

Eine inspirierende Laudatio auf die Preisträgerin hielt Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, der eine Zeit lang gemeinsam mit Nguyen-Kim die WDR-Wissenssendung „Quarks und Co“ moderierte. Nguyen-Kim sei eine „Orientierungshilfe“ mit der „authentischen Gabe, Dinge mit Witz, Schärfe und Kompetenz zu hinterfragen“. RWTH-Alumnus Yogeshwar erklärte: „Im Gegensatz zu Talkshows, in denen über Themen diskutiert wird, die keiner so richtig verstanden hat, vermittelt Mai-Thi in ihren Videos richtige Informationen.“

Yogeshwar wies allerdings auch daraufhin, dass der Grund für Nguyen-Kims Ehrung auf Eigenleistung beruht: „Insider-Sprache und Fachjargon der Wissenschaftler sind die abgrenzende Mauer zu den Menschen. Selbst innerhalb der Wissenschaft ist es ein Benefit, wenn man verständlich erklären kann. Aber das muss man lernen; am besten im Studium.“

Angefangen hat Mai Thi Nguyen-Kim ihre Karriere als Wissenschaftkommunikatorin mit dem YouTube-Kanal „maiLab“, den die ehemalige RWTH-Doktorandin der Chemie 2016 eröffnete. Was als Experiment startete – eine junge Doktorandin spricht online über Wissenschaft –, sollte Nguyen-Kim zur bekanntesten Wissenschaftsvermittlerin der Generation Social Media machen. Egal, ob naturwissenschaftliches Experiment oder verschwörungs-mythische Corona-Leugnung: Es gibt kein wissenschaftliches Thema, das die frisch ausgezeichnete Preisträgerin nicht aufgreift. Als Moderatorin von „Quarks und Co“ und „TerraX“ wurde sie einem breiten Publikum auch außerhalb der Sozialen Medien bekannt. Seit Herbst 2021 moderiert Nguyen-Kim ihre eigene Wissenschaftsshow „MAITHINK X – Die Show“ bei ZDFneo. Darüber hinaus schrieb sie zwei Bücher, „Komisch alles chemisch“ sowie „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“, und landete damit in den Bestsellerlisten ganz vorne.

Die Verleihung des Aachener Ingenieurpreises an Dr. Mai Thi Nguyen-Kim wurde zu einem klaren Bekenntnis für gute Wissenschaftskommunikation. „Die Universität ist signifikanter Teil der Stadt, und wir wollen auch dazugehören. Die RWTH kann in diesen besonderen Zeiten, die von Krisen geprägt sind, Beiträge zur Lösung liefern“, stellte Professor Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen, fest. Auch für Oberbürgermeisterin Keupen gehören Stadt und Wissenschaft eng zusammen: „Wenn man sich nicht versteht, kann man auch nichts zusammen auf die Beine stellen.“

Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, nutze den Aachener Ingenieurpreis, um sich bei Nguyen-Kim für ihr Corona-Video „Corona geht gerade erst los“ aus dem Frühjahr 2020 zu bedanken. Damals war die Ministerin noch Geschäftsführerin eines Unternehmens und nutze das bis heute 6,6 Millionen Mal angeklickte Video, um ihre Beschäftigten über die Pandemie zu informieren: „Ich bin froh, dass ich Ihnen heute Abend für dieses Video danken kann. Es braucht Wissenschaftlerinnen wie Sie, um junge Menschen für Wissenschaft und Forschung zu begeistern“, erklärte die Ministerin. Und Volker Kefer, Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), betonte: „Das, was Sie machen, fundierte Kommunikation komplexer Sachverhalte, ist extrem wichtig. Wenn wir Sie nicht hätten, müssten wir Sie erfinden.“

Wie Wissenschaft verständlich vermittelt werden kann, demonstrierte RWTH-Chemiker Eric Siemes im Dialog mit Thora Schubert. Musikalisch begleitete das Merle Böwering Trio den Abend.

Der Aachener Ingenieurpreis ist eine gemeinschaftliche Auszeichnung der RWTH und der Stadt Aachen – mit freundlicher Unterstützung des Vereins Deutscher Ingenieure VDI als Preisstifter. Jährlich ausgezeichnet wird eine Persönlichkeit, die mit ihrem Schaffen einen maßgeblichen Beitrag zur positiven Wahrnehmung oder Weiterentwicklung des Ingenieurwesens beziehungsweise der Wissenschaften geleistet hat. Die Auszeichnung wird bereits zum achten Mal verliehen. Erster Preisträger war Professor Berthold Leibinger (gestorben 2018), Gesellschafter der TRUMPF GmbH + Co. KG. Es folgten Professor Franz Pischinger, Gründer der Aachener FEV Motorentechnik GmbH, der Astronaut Thomas Reiter, der langjährige Direktor am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, Professor Manfred Weck, Professorin Emmanuelle Charpentier als Mikrobiologin und Miterfinderin der Gen-Schere CRISPR-Cas9, der Unternehmer Hans Peter Stihl und im vergangenen Jahr der Technologie-Pionier Sebastian Thrun.