Kategorien
Top-Themen

Katastrophale Lage an Sauer und Kyll

Region/Trier-Land – Mehr als 4.000 Einsatzkräfte helfen – 3 Tage Katastrophenalarm im Kreis – Riesige Hilfsbereitschaft. Am vergangenen Mittwoch hat anhaltender Starkregen in der Eifel zu Überschwemmungen an der Sauer und an der Kyll geführt. Innerhalb kurzer Zeit stiegen die Pegel auf neue Rekordhöhen und überfluteten ganze Gemeinden. Am schlimmsten wurde die Gemeinde Kordel an der Kyll getroffen. Mehr als 300 Häuser standen im Wasser, 600 Einwohner waren betroffen. Auch in Ralingen, Wintersdorf und Langsur verwüstete das Wasser Gebäude. Trotz hoher Sachschäden waren bis zum Wochenende keine Toten zu beklagen.

Höchste Alarmstufe

Innerhalb kürzester Zeit stiegen die Pegel an. Während es in anderen Teilen des Kreises bei lokalen Überflutungen ohne größere Schäden blieb, wurde bald klar, dass Kyll und Sauer auf neue Rekordhöhen ansteigen würden. Noch am Mittwochabend wurde von Landrat Günther Schartz mit der Alarmstufe 5 der Katastrophenalarm ausgerufen. Die Technische Einsatzleitung (TEL) des Kreises errichtete in der Feuerwache Konz unter Leitung von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Christoph Winckler ein Krisenzentrum ein. Rund um die Uhr wurden von hier die Einsätze an beiden Flüssen koordiniert und zahlreiche Hilfskräfte herbeigerufen. Erst am Sonntagabend konnte die TEL, die rund um die Uhr im Einsatz war, die Einsatzleitung an die Verbandsgemeinden übergeben. Schon früh war klar, dass trotz der Schäden im nördlichen Landkreis auch Hilfe in den noch schlimmer betroffenen Gebieten an der Ahr und der Nordeifel geleistet werden musste. Bereits am ersten Abend setzte sich ein Bereitschaftszug Richtung Salmtal in Bewegung. Am Sontag und Montag wurden weitere Einheiten in das Katastrophengebiet an der Ahr verlegt.

Kritisch war die Lage in Kordel, wo mit Hilfe der Bundeswehr ein überflutetes Altenheim evakuiert werden musste. Landrat Günther Schartz zeigte sich von der Leistung der Hilfskräfte beeindruckt: „Feuerwehren aus den zahlreichen Gemeinden aus ganz Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Bundeswehr, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, DLRG und viele mehr haben sofort fantastisch zusammengearbeitet. Besonders die Unterstützung durch Fachkräfte des Regierungsbezirks Karlsruhe war hierbei eine unschätzbare Hilfe. Allen Helferinnen und Helfern danke ich im Namen der Betroffenen für diese Hilfeleistung. Mein Dank gilt aber auch den Bürgerinnen und Bürgern selbst, die angepackt, sich gegenseitig geholfen und eine unglaubliche Hilfs- und Spendenbereitschaft gezeigt haben,“ so Schartz.

Mit den Überflutungen einher ging ein lang anhaltender Stromausfall in weiten Teilen der VG Trier-Land. Auch die Trinkwasserversorgung wurde unterbrochen. Erst ein mit Mühe herbei geschafftes Notstromaggregat setzte die Trinkwasserpumpen wieder in Gang und füllte die Hochbehälter.

Zwischenzeitlich hatte die Einsatzleitung des Kreises in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land, Michael Holstein, weitere Einsatzkräfte angefordert. Oberste Priorität hatte zunächst die Rettung von Menschenleben. Gerüchte über in der reißenden Sauer treibende Personen bestätigten sich nicht, so dass bis Redaktionsschluss keine Meldungen über Tote oder vermisste Personen vorlagen.

Mit sinkenden Pegeln begannen zunächst die Arbeiten an der Wiederherstellung der Strom- und Trinkwasserversorgung. Dann starteten die Aufräumarbeiten. Am Freitag und Samstag wurden ungezählte Ladungen von Müll und Schutt durch Feuerwehr, THW, private Firmen und Landwirte abgefahren, um Zugang zu allen Straßen und Gebäuden zu schaffen.

Zugleich hob eine überwältigende Hilfs- und Spendenbereitschaft der Kreisbevölkerung an. Sachspenden wurden in kürzester Zeit im Bürgerhaus Aach und in Kenn zusammengetragen.

Während all der Arbeiten begleitete Landrat Günther Schartz, der sich entweder in den betroffenen Gemeinden oder im Krisenstab aufhielt, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oppositionsführer Christian Baldauf bei Besuchen in Kordel.

Am Sonntag zeichnete sich eine Entspannung der Lage im Kreis ab. Das Krisenzentrum in Konz wurde Montagfrüh abgebaut. „Jetzt gilt es dort zu helfen, wo eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes die Menschen getroffen hat“, so Schartz. Seit Anfang der Woche werden Hilfskräfte aus dem Kreis an die Ahr verlegt. Für die kommenden Tage zeichnet sich ab, dass die Hilfeleistungen in der Katastrophenregion an der Ahr und anderen Gebieten der Nordeifel konzentriert werden müssen.

„Für mich war es gerade bei den Gesprächen mit den Betroffenen vor Ort überwältigend zu erleben, wie man sich trotz persönlicher Betroffenheit gegenseitig hilft“, sagt Schartz.

Soforthilfe für Hochwasseropfer

Spendenkonto

Inhaber: Verbandsgemeinde Trier-Land

IBAN: DE13 5855 0130 0001 1273 80

BIC: TRISDE55XX

Kategorien
Top-Themen

Westnetz arbeitet mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromnetze im Landkreis Ahrweiler

Ahrweiler/Saffig – Zerstörte Infrastruktur erschwert Arbeiten im Landkreis Ahrweiler. Verteilnetzbetreiber stellt Stromversorgung im Ahrtal zum Teil provisorisch her. Teilweise kompletter Wiederaufbau der Netzinfrastruktur erforderlich. Durch die Flutkatastrophe im Landkreis Ahrweiler ist die Netzinfrastruktur in vielen Ortschaften zusammengebrochen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Westnetz arbeiten seit dem vergangenen Mittwoch mit Hochdruck an der Wiederversorgung der betroffenen Orte und der Wiederherstellung der Stromnetze. Das Unwetter hat im Landkreis enorme Schäden in der Stadt Sinzig und in Orten der Verbandsgemeinden Altenahr und Adenau angerichtet. Derzeit sind noch rund 10.000 Einwohner von einer Versorgungsunterbrechung betroffen. Westnetz hat jedoch innerhalb kürzester Zeit im Netzgebiet der Rauschermühle rund 80 Prozent der vom Unwetter betroffenen Gebiete wieder provisorisch mit Strom versorgen können.

In Sinzig sind zurzeit vier Ortsnetzstationen außer Betrieb und somit rund 1.000 Einwohner ohne Strom. Der Verteilnetzbetreiber hat in den letzten Tagen bereits einzelne Stadtteile von Sinzig provisorisch wieder mit Strom versorgt und wird die Störung der nicht funktionsfähigen Ortsnetzstationen sukzessive beheben.

Im Ahrtal hat Westnetz die Wiederversorgung einzelner Ortsgemeinden aufgrund der Zerstörung der Infrastruktur noch nicht vollständig wiederherstellen können. Darunter zählen die Ortschaften Ahrbrück, Altenahr, Antweiler, Dernau, Dümpelfeld, Insul, Mayschoß, Müsch, Rech und Schuld. Zahlreiche Stromanlagen existieren nicht mehr oder sind stark beschädigt. Wo noch vorhandene Anlagen nach sinkendem Wasserstandpegel wieder betreten werden können, sind vor einer Zuschaltung Vorbereitungen nötig. Die Anlagen müssen auf Schäden kontrolliert, die technischen Betriebsmittel gereinigt oder auch getrocknet und auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Wo nötig, müssen Anlagenteile repariert oder ersetzt werden. Diese Vorbereitungen sind zwingend notwendig für eine zuverlässige Wiederversorgung und Voraussetzung für sicheres Arbeiten in elektrischen Anlagen. Ein Großteil der Stromanlagen wurde jedoch durch die Flut im Ahrtal komplett vernichtet.

Westnetz ist bestrebt, die unversorgten Ortsgemeinden, wo möglich, mit provisorischen Anlagen zu versorgen. Denn der Wiederaufbau eines festen und stabilen Stromnetzes entlang der Ahr wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Netzmonteure bauen zurzeit in Dernau eine mobile Schaltanlage auf, welche eine durch die Flutwelle vernichtete Ortsnetzstation ersetzen soll. Die mobile Schaltanlage ermöglicht wiederum eine Zuschaltung weiterer Stationen, so dass der Strom in Teilbereichen von Dernau voraussichtlich bald wieder fließen kann. In der Ortsgemeinde Fuchshofen wurde bereits am Sonntag eine Stromversorgung provisorisch wiederhergestellt. Die nächsten Tage wird Westnetz die Arbeiten zur Wiederversorgung in den Ortschaften entlang der Ahr schrittweise fortsetzen, sofern die Straßenverhältnisse es zulassen.

Aktuell hat Westnetz die Anzahl der Monteure im Katastrophengebiet weiter aufgestockt. Zusätzliche Kollegen und Kolleginnen aus dem Konzern und Partnerunternehmen unterstützen die Arbeit im Katastrophengebiet. Grund dafür: Nach den Arbeiten an den Knotenpunkten muss jede einzelne Anlage bis hin zu den einzelnen Haushalten persönlich in Augenschein genommen werden. Nur so kann eine gefahrlose und stabile Wiederanschaltung garantieren werden.

Der Verteilnetzbetreiber Westnetz ist in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden, mit örtlichen Krisenstäben und den Behörden. Die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Anwohnerinnen und Anwohner hat höchste Priorität. Westnetz bittet alle Bürgerinnen und Bürger den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, da die Versorgung vorerst nur provisorisch aufgebaut werden kann.

Kategorien
Top-Themen

RLP Ministerin Daniela Schmitt setzt Vergaberecht für betroffene Gebiete aus

Region/Mainz – Die Rheinland-Pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt hat für die von den verheerenden Hochwasserschäden betroffenen Kommunen das Haushaltsvergaberecht zunächst bis zum Jahresende ausgesetzt. Damit können öffentliche Aufträge schneller und unbürokratischer vergeben werden.

„Das Land und die Kommunen stehen bei dem Wiederaufbau der betroffenen Gebiete vor einer Herkulesaufgabe. Mit den Erleichterungen im Vergaberecht können viele Aufträge, die zur Wiederherstellung der öffentlichen Infrastruktur notwendig sein werden, schnell und unbürokratisch vergeben werden. Damit leisten wir einen Beitrag zur schnellen Beseitigung der Schäden und einem zügigen Wiederaufbau“, sagte Wirtschaftsministerin Schmitt.

Das Haushaltsvergaberecht für Beschaffungen, die zur Bewältigung der unmittelbaren und mittelbaren Folgen der Flutkatastrophe dienen, wird zunächst bis Ende des Jahres 2021 ausgesetzt. Damit müssen keine förmlichen Vergabeverfahren durchgeführt werden.

Auch für öffentliche Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte können Leistungen schnell und effizient insbesondere über das Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb beschafft werden. So ist es denkbar, dass Angebote formlos und ohne Beachtung konkreter Fristvorgaben eingeholt werden können und sogar nur ein Unternehmen angesprochen werden kann, sollten es die Umstände – wie aktuell – erfordern.

Die Aussetzung des Haushaltsvergaberechts vor dem Hintergrund des unvorstellbaren Ausmaßes der Schäden gilt für die betroffenen Landkreise Ahrweiler, Mayen-Koblenz, Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, Vulkaneifel und die kreisfreie Stadt Trier.

„Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen bereit, um Fragen der betroffenen Landkreise und Kommunen zu beantworten, wie Vergabeverfahren rechtssicher und beschleunigt durchgeführt werden können“, sagte Ministerin Schmitt

Kategorien
Top-Themen

Rückkehr in evakuierte Ortsteile in der Stadt Euskirchen

Euskirchen – Die Bezirksregierung hat die Staumauer der Steinbachtalsperre abschließend geprüft. Die Bürgerinnen und Bürger aus den evakuierten Orten können heute Montag, 19. Juli in ihre Orte zurückkehren. Dabei ist folgendes zu beachten:

Die Orte können erst nach Aufhebung der Betretungsverbote aufgesucht werden:

Palmersheim: Betretungsverbot bis 10 Uhr
Flamersheim: Betretungsverbot bis 12 Uhr
Schweinheim: Betretungsverbot bis 14.30 Uhr

Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, zunächst die Anlaufstellen in ihren Orten anzusteuern.

In Palmersheim ist die Anlaufstelle am Dorfgemeinschaftshaus, in Flamersheim an der Grundschule und in Schweinheim am Pferdehof Brock.

Es ist wichtig, dass beim Aufräumen umgehend verdorbene Lebensmittel in verschlossenen Tüten in Rest- und Biotonnen gesammelt werden, sofern vorhanden. Zusätzlich sollen noch Container bereitgestellt werden.

Kategorien
Top-Themen

Ministerpräsident Armin Laschet hält Ansprache an Bürgerinnen und Bürger anlässlich der Unwetter-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen

Region/Düsseldorf – Ministerpräsident Laschet: Wenn man alles verloren hat, ist das Einzige, was einem bleibt, die Hilfe der Anderen. Die Staatskanzlei teilt mit: Anlässlich der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen wendet sich Ministerpräsident Armin Laschet in einer Ansprache am heutigen Sonntag, 18. Juli 2021, an die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen. Die fünfminütige Ansprache wird um 19.55 Uhr im WDR Fernsehen ausgestrahlt.

Die Ansprache im Wortlaut: Wenn man alles verloren hat, ist das Einzige, was einem bleibt, die Hilfe der Anderen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, was ich in den letzten Tagen gesehen und gehört habe, übersteigt jede Vorstellungskraft. Die Bilder unserer verwüsteten Heimat werden uns alle nicht mehr loslassen.

In welcher Geschwindigkeit und mit welcher Wucht die Wassermassen Existenzen zerstört und Leben vernichtet haben, ist unvorstellbar und doch Realität.

Und die Katastrophe ist noch nicht vorbei. Noch immer sind zehntausende Menschen ohne Strom oder Trinkwasser, immer noch sind über 20.000 Helferinnen und Helfer im Einsatz, viele Menschen gelten noch als vermisst. An vielen Orten steht noch das Wasser, viele Häuser sind akut einsturzgefährdet – und ich bitte Sie eindringlich: bringen Sie sich nicht in Gefahr!

In Nordrhein-Westfalen haben mindestens 46 Menschen ihr Leben verloren, in unserer ganzen Region mit Rheinland-Pfalz, Belgien und den Niederlanden sind es inzwischen mehr als 200.

Ich denke an Oliver Diehl, 46 Jahre alt, Feuerwehrmann in Altena. Als er auf dem Weg war, Menschen zu retten, wurde er selbst von den Fluten weggerissen.

Ich habe heute mit seiner Frau gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass ihr Mann jungen Menschen Werte vermitteln wollte. Er wollte ein Vorbild sein. Er ist noch mehr. Er ist ein Held. Er steht stellvertretend für die Tausenden, die jeden Tag ihren Dienst tun und Leib und Leben riskieren. Und er ist nicht der einzige Helfer, der ums Leben gekommen ist.

Vor einigen Tagen traf ich eine junge Frau in Stolberg, die mich in die Wohnung ihrer Mutter führte. Ein einziger Trümmerhaufen. Sie lebte von den Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann, die Möbelstücke, die Fotoalben, sie hat alles verloren.

Heute hat mir der Bürgermeister von Stolberg erzählt, dass er sie getroffen hat – sie ist bereits wieder unterwegs, um anderen Menschen zu helfen.

In Erftstadt brach ein Pferdebesitzer in Tränen aus, als er mir erzählte, wie er noch untertauchend versucht hat, die Pferdeboxen zu öffnen, damit die Tiere herausschwimmen konnten.

Und das alles passiert auch noch mitten in der Pandemie. Viele Menschen, die durch Corona ohnehin schon vereinsamt sind, hatten Hoffnung geschöpft – ihnen hat die Flut auch noch das letzte unter den Füßen weggerissen. Auf diese Menschen müssen wir jetzt besonders achten.

Ich bin tief beeindruckt über die beispiellose Hilfsbereitschaft in unserem Land Nordrhein-Westfalen. Menschen stehen zusammen – in den großen und den kleinen Schicksalen.

Zu Hunderten gehen die Menschen in die Katastrophengebiete, mit Pumpen, Generatoren, Wasserfässern – oder einfach nur mit Lappen, Besen und Schaufel und packen an.

Selten ist mir der Sinn des Wortes „Mit-Bürger“ so deutlich geworden. Es ist bürgerlich sich für das Wohl der anderen einzusetzen – nicht nur an sich zu denken, sondern an die Gemeinschaft. Dieses bürgerschaftliche Engagement, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder im Verein, von manchen zuweilen belächelt, ist lebensrettend.

Es macht mich daher wütend, wenn ich höre, dass gerade jetzt Menschen in ihre verwüsteten Häuser zurückkehren und feststellen, dass Plünderer das wenige gestohlen haben, was ihnen noch geblieben ist.

In Eschweiler sind drei Verdächtige verhaftet worden. Sie sitzen bereits in Untersuchungshaft. Wir werden ein solches Verhalten nicht dulden.

Als Land tun wir alles, um jetzt die direkten Auswirkungen der Katastrophe in den Griff zu bekommen. Die Krisenstäbe tagen rund um die Uhr.

Die Wunden dieser Tage werden wir aber noch lange spüren. Der Wiederaufbau wird Monate, ja Jahre dauern.

Eine Katastrophe von nationaler Tragweite braucht auch eine schnelle nationale Antwort. Daran arbeite ich unter Hochdruck mit den Kolleginnen und Kollegen in der Landes- und der Bundesregierung. Mit den Vertretern der betroffenen Städte und Gemeinden will ich in dieser Woche zusammenkommen, um zu beraten, wie wir die Finanzhilfen ausgestalten, um schnell unsere Heimat wiederaufzubauen.

Drei Dinge sind jetzt wichtig:

Erstens: Wir müssen akut und in der Not helfen. Das tun wir – mit allem, was wir können, so schnell es geht.

Zweitens müssen wir alles tun, um unsere Heimat vor künftigen Unwetterereignissen zu schützen. Wir müssen Dämme bauen, Rückhaltebecken, Wasserreservoirs, Flächen renaturieren – Schutz nicht nur am Rhein, sondern auch an den großen und den vielen kleinen Flüssen überall im Land.

Kurz: Natur, Umwelt, Leib und Leben schützen – quasi das Immunsystem unserer Heimat stark machen, damit wir besser gegen Wetterextreme gewappnet sind.

Und drittens: Die Häufigkeit und die Wucht solcher Katastrophen sind auch eine Folge des Klimawandels. Den müssen wir hier und weltweit schneller und konsequenter bekämpfen. Das Klima gewährt keinen Aufschub.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Bundespräsident hat gestern gesagt, dass vielen nur eines geblieben ist: die Hoffnung – und die dürfen wir jetzt nicht enttäuschen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft, halten Sie durch. Ich verspreche Ihnen, wir lassen Sie nicht allein!

Kategorien
Top-Themen

Besuch der Bundeskanzlerin in Schuld im Kreis Ahrweiler

Schuld/Region/Mainz – Ministerpräsidentin Malu Dreyer dankte Bundeskanzlerin Angela Merkel für deren Besuch in den vom Hochwasser besonders getroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz. Nachdem bereits Vizekanzler Olaf Scholz vor Ort war, sei dies ein wichtiges Signal der Solidarität mit den Hochwasseropfern und den betroffenen Regionen. „Das Leid ist unfassbar. Wir trauern um die Toten. Unsere tiefe Anteilnahme gilt denen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Wir leiden mit denen, die ihr Zuhause verloren haben, die Schutt und Schlamm aus ihren Häusern und Wohnungen schaffen müssen und oftmals gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Es ist wichtig, dass sie wissen, dass Bund und Land hinter ihnen stehen. Ich bin Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz deshalb sehr dankbar für deren Besuch. Das ist ein wichtiges Signal der Hoffnung“, sagte die Ministerpräsidentin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich ebenfalls tief betroffen von den schockierenden Bildern in Schuld. “Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist”, sagte die Bundeskanzlerin an die Opfer des Hochwassers gerichtet, “wir stehen an Ihrer Seite”.

Sie versprach, dass Bund und Länder Hand in Hand arbeiten werden, “um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen in dieser wunderschönen Gegend”. Glücklicherweise sei Deutschland ein starkes Land. “Wir werden uns dieser Naturgewalt entgegenstemmen – kurzfristig, aber auch mittel- und langfristig”. Die Bundesregierung werde am Mittwoch ein Programm für schnelle Hilfen verabschieden.

Beeindruckt zeigte sich die Bundeskanzlerin von der enormen Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft für die betroffenen Regionen. Es sei beruhigend, zu sehen, wie die Menschen in dieser Situation zusammenhalten. Bauunternehmer, Landwirte, Einzelhändler, Freiwillige Feuerwehren aus dem ganzen Land, Privatpersonen: Zu Hunderten hätten sich die Menschen auf den Weg in das Katastrophengebiet gemacht um, anzupacken. „Es sind so viele, dass nicht alle koordiniert werden konnten. Ihnen will ich sagen: Wir brauchen Sie alle! Aber es funktioniert nicht mit allen zur gleichen Zeit“, sagte Malu Dreyer. Schäden beseitigen, Aufräumen, Wiederaufbauen, das alles werde noch lange Zeit brauchen. „Ich bitte Sie: Vergessen Sie die Not hier auch dann nicht“, appellierte die Ministerpräsidentin tiefbewegt an die vielen Hilfswilligen. Ausdrücklich dankte sie den Rettungs- und Einsatzkräften für deren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Situation. „Sie leisten Großes und das Land ist Ihnen für Ihren großartigen Einsatz zutiefst dankbar“, so Malu Dreyer.

„Gemeinsam mit der Ministerpräsidentin konnte ich Bundeskanzlerin Merkel heute in der Verbandsgemeinde Adenau das Ausmaß der Zerstörung zeigen, das die Unwetter-Katastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz angerichtet hat. Derzeit beklagen wir 112 Tote und knapp 700 Verletzte, zahlreiche Menschen gelten nach wie vor als vermisst. Noch nie hat eine Naturkatstrophe unser Land in einem solch schlimmen Ausmaß getroffen. Etliche Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz“, sagte Innenminister Roger Lewentz.  Der Landrat des Landkreises Ahrweiler habe die Landesregierung am Samstag darum gebeten, die Einsatzleitung für den Katastrophenschutz im Bereich Bad Neuenahr-Ahrweiler zu übernehmen, da die Herausforderungen mittlerweile die Möglichkeiten des örtlichen Katastrophenschutzes überstiegen. „Dieser Bitte sind wir umgehend nachgekommen. Seit Samstagabend wird die Einsatzleitung von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion als zuständiger Landesbehörde für den Katastrophenschutz wahrgenommen. Da die Landesbehörde bereits seit Freitag mit massiver Führungsunterstützung in die laufenden Einsätze des Landkreises eingebunden war, konnte ein unverzüglicher Übergang der Einsatzleitung erfolgen“, so der Innenminister.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer empfing Bundeskanzlerin Angela Merkel in der besonders von dem Hochwasser betroffenen Ortschaft Schuld. Gemeinsam mit Innenminister Roger Lewentz, Klimaschutzministerin Anne Spiegel und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt informierte sie die Bundeskanzlerin über die Hilfsmaßnahmen der Landesregierung und besprach mit den Verantwortlichen vor Ort weitere Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung. „Die Landesregierung steht an Ihrer Seite und wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, Ihnen zu helfen, Leid zu mindern, Schäden zu reparieren und Strukturen wieder aufzubauen“, betonten Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Klimaschutzministerin Anne Spiegel und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt.

Die Ministerpräsidentin wies außerdem auf die Anstrengungen des Landes im Bereich des Hochwasserschutzes hin. „Wir tätigen seit Jahren erhebliche Investitionen in den Hochwasserschutz: Allein in den vergangenen 25 Jahren flossen insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro in diesen Bereich“, sagte die Ministerpräsidentin. Im Ahrtal seien in abflussverbessernde Maßnahmen in der Ahr sowie in lokale Rückhaltungen für einzelne Ortslagen rund 16 Millionen Euro investiert worden.

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, beschrieb das enorme Ausmaß der Schäden in Schuld: „Ganze Häuser sind weggespült, Straßen meterhoch voll mit Bäumen, Schutt und Unrat, fast alle Brücken hier in Schuld sind beschädigt oder ganz kaputt und unpassierbar. Die Ahr hat die Landschaft und das Ortsbild fast unkenntlich gemacht.“ Er wies darauf hin, dass die Schäden an Infrastruktur und Privatem sich nach einer ersten Schätzung auf rund 48 Millionen Euro beliefen. „Als Bürgermeister der Ortsgemeinde Schuld appelliere ich an Sie, Frau Bundeskanzlerin und Frau Ministerpräsidentin: Wir brauchen die Unterstützung jetzt und für den Rest des Jahres. Wir sind auf die Hilfe der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks angewiesen, wir brauchen jede Hand, jede Schaufel und die seelische Betreuung, um das hier zu bewältigen“, so Lussi.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Guido Nisius, betonte, dass es nicht nur Wochen, sondern Monate dauern werde, bis in den Ortschaften insbesondere an der Ahr wieder halbwegs bewohnbare Zustände herrschten. Trotzdem zeigte er sich zuversichtlich, dass die betroffenen Ortschaften wiederaufgebaut würden. „Wir Eifler hier im Adenauer Land, wir schwätzen nicht lange, wir handeln und wir packen an! Wir verzeichnen eine unglaubliche Hilfsbereitschaft – die Menschen stehen gerade in der Krise zusammen“, so Nisius. Allerdings benötige man weiter unbedingt Hilfe. „Die medizinische Grundversorgung, wie wir sie jetzt wiederhergestellt haben, muss erhalten bleiben. Zudem benötigen wir als akute Hilfe einen Hubschrauber mit Winde“, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Er lud die Bundeskanzlerin, die Ministerpräsidentin und den Innenminister ein, die Region nach den Aufbauarbeiten noch einmal als Gast zu besuchen. „Gerne würde ich Ihnen dann auch die wunderschönen Seiten unserer Hocheifelregion zeigen“ so Nisius.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte, dass die Not der betroffenen Regionen eine Verpflichtung für das ganze Land sei. „Wir dürfen die Menschen nicht alleine lassen. Es ist unsere Verpflichtung, als solidarisches Gemeinwesen zusammen zu stehen und zu helfen. Hier ist bereits sehr vieles geleistet worden. Das ehrenamtliche Engagement, die Welle der Hilfsbereitschaft sind beeindruckend, aber es gibt noch sehr viel zu tun. Es wird Wochen, Monate, wenn nicht Jahre dauern bis die Schäden behoben sind. Schmerz und Leid werden viele für den Rest ihres Lebens begleiten. Wir werden sie in ihrer Not und ihrem Schmerz nicht allein lassen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Kategorien
Top-Themen

Rheinland-Pfalz erweitert psychosoziale Hilfen für Betroffene der Unwetter-Katastrophe

Region/Mainz – „Wir wollen die Menschen, die durch das katastrophale Unwetter den Verlust eines Menschen betrauern, selbst in existentielle Not geraten sind oder durch die Naturgewalten ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, nicht allein lassen. Rheinland-Pfalz baut daher die psychosoziale Beratung und Unterstützung für Betroffene der Unwetterkatastrophe aus“, kündigten Sozialminister Alexander Schweitzer und der Opferschutzbeauftragte Detlef Placzek gemeinsam mit Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig an.

Das Land werde in Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologischen Beratungsdienst und der Landespsychotherapeutenkammer ein telefonisches Therapieangebot schaffen, das Hilfesuchende unterstützt. Anruferinnen und Anrufer der Hotline werden entweder von Psychologinnen und Psychologen telefonisch beraten oder ihnen wird ein Therapieplatz vermittelt. „Wir erleben in diesen Tagen auf vielen Ebenen ein sehr gutes und enges Netzwerk der Unterstützung. Die gute Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen und Partnern zeigt sich darin, dass wir unkomplizierte Hilfsangebote für die Betroffenen der Katastrophe anbieten können. Rheinland-Pfalz steht zusammen“, sagte Sozialminister Alexander Schweitzer und dankte allen Beteiligten.

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig informierte, dass Psychologinnen und Psychologen des Pädagogischen Landesinstituts für das Angebot zur Verfügung stehen: „Wir brauchen jetzt schnelle und unbürokratische Hilfe für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Erwachsenen, die unter den Folgen der Hochwasserlage leiden. Unsere Schulpsychologinnen und Schulpsychologen stehen bereit, um Hilfesuchende zu unterstützen und mit ihnen das Erlebte zu verarbeiten. Ich danke der Leiterin des Pädagogischen Landesinstituts, Frau Dr. Pikowsky, sehr für ihr Engagement und ihre schnelle Zusage.“

„Um eine schnelle Vermittlung von Psychotherapieplätzen anzubieten haben viele Psychotherapeuten innerhalb der betroffenen Landkreise zusätzliche Kapazitäten angemeldet. Dieses Unterstützungsangebot kann die von der Katastrophe betroffenen Menschen begleiten und bei der Verarbeitung der Geschehnisse helfen“, so Detlef Placzek, Opferbeauftragter der Landesregierung.

Hotline für psychologische Beratung und Vermittlung eines Therapieplatzes

Wer von der Unwetterkatastrophe betroffen ist und psychologische Beratung oder einen Therapieplatz bei einem Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz sucht, kann sich ab Montag von 9 bis 16 Uhr an die folgende Hotline Nummer wenden: 0800 5758767.

Hotline zur psychosozialen Akutbetreuung

Zur psychosozialen Akutbetreuung steht Betroffenen zudem weiterhin unter der Hotline Nummer 0800 0010218 qualifiziertes Fachpersonal in dem Bereich des Krisen- und Notfallmanagements zur Verfügung.

Kategorien
Top-Themen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Malu Dreyer am heutigen Sonntag im Unwettergebiet

Ahrweiler/Adenau/Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt am heutigen Sonntag, 18. Juli, in die Verbandsgemeinde Adenau, um sich  gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer sowie den rheinland-pfälzischen Ministern Roger Lewentz (Innen), Anne Spiegel (Klimaschutz) und Daniela Schmitt (Wirtschaft) ein Bild von der Lage zu machen. Im Anschluss an einen Besuch im Eifeldorf Schuld, das schwer von der Unterwetterkatastrophe getroffen wurde, wird es in Adenau Statements zur aktuellen Lage und den Eindrücken vor Ort geben.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Schuld, Helmut Lussi, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Guido Nisius, und Vertreter von Bundeswehr, Polizei und Katastrophenschutz sind vor Ort.

Kategorien
Top-Themen

Update 11.05 Uhr ++ und Pressekonferenz zur dramatischen Lage im Kreis Ahrweiler

Ahrweiler – Am heutigen Samstagmorgen stellt sich die Lage in den überfluteten Gebieten im Kreis Ahrweiler immer noch sehr angespannt dar. Ein Großteil der Bevölkerung ist nach wie vor von der Infrastruktur komplett abgeschnitten. Mittlerweile ist es den Einsatzkräften vor Ort gelungen, auch Dank dem Einsatz von schwerem Gerät durch THW und der Bundeswehr, alle betroffenen Ortschaften zumindest zu erreichen. Hier sind aktuell auch fußläufig Erkundungstrupps von Feuerwehr, THW, Bundeswehr und Sanitätsdienst unterwegs. In einigen Ortslagen sind mehr als die Hälfte der Gebäude zerstört. Das Krankenhaus Maria-Hilf in Bad Neuenahr wurde vollständig evakuiert und alle Patienten in umliegende Krankenhäuser verlegt.

Im Einsatz sind rund 1300 Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die außerordentliche Hilfsbereitschaft der Bürger und Bürgerinnen, die nicht betroffen sind ist immens. Gezielte Hilfsangebote werden unter hochwasserhilfe@kreis-ahrweiler.de gesammelt und koordiniert.

Die Polizei erhöht ihre Präsenz im gesamten Einsatzgebiet, um die Anwohner und Betroffenen vor Plünderung und unnötigem Hochwassertourismus zu schützen.

Laut Wettervorhersage des Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz fallen aktuell die Wasserpegel im betroffenen Gebiet. Zudem werden laut Wetterprognose keine weiteren Niederschläge erwartet.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat für den Mittag eine Pressekonferenz und eine Besichtigung der Ortslage Ahrweiler angekündigt.

Kategorien
Top-Themen

RLP Minister Schweitzer: Bereitstellung von Netzangebot ist dringlichste Aufgabe

Region/Mainz – „Die unübersichtliche Lage in den von Unwetter betroffenen Regionen wird dadurch erschwert, dass die Kommunikationsmöglichkeiten aktuell noch immer nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Es ist höchste Zeit, dass die Unternehmen der Telekommunikationsbranche hier schnell und mit allen Kräften aktiv werden. Wir brauchen eine verlässliche Infrastruktur für die Kommunikation in der Region“, betonte Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer.

Dies habe er gestern in Telefonaten mit Vertretern der großen Telekommunikationsunternehmen deutlich gemacht. „Ich erwarte, dass die Unternehmen alles daransetzen, insbesondere die Versorgung über das Mobilfunknetz zeitnah wiederherzustellen“, so Schweitzer.