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Für Nordrhein-Westfalen gilt ab dem heutigen Montag, 26. Juli die Landesinzidenzstufe 1

Region/Düsseldorf – Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW teilt mit: Da gesichert davon auszugehen ist, dass seit vergangenen Samstag, 24. Juli seit acht Tagen in Folge der landesweite Inzidenzwert über 10 liegen wird, gilt mit Wirkung vom heutigen Montag, 26. Juli 2021 für das Land Nordrhein-Westfalen wieder die Landesinzidenzstufe 1 (7-Tage-Inzidenz von über 10 bis 35). Damit greifen automatisch bestimmte Infektionsschutzmaßnahmen insbesondere mit überregionaler Bedeutung – auch in Kreisen und kreisfreien Städten, die lokal in der Inzidenzstufe 0 liegen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Auch, wenn die Inzidenzzahlen immer noch niedrig sind, haben sich die Werte seit dem 14. Juli, also innerhalb von 9 Tagen, verdoppelt. Das muss uns – neben einem deutlich über 1 liegenden R-Wert – Sorgen machen, auch wenn sich die steigenden Infektionszahlen bisher zum Glück noch nicht in den Krankenhauseinweisungen niederschlagen. Gerade im Hinblick auf die von vielen Wissenschaftlern für den Herbst prognostizierte Infektionswelle zahlt sich nun aus, dass wir die Coronaschutzverordnung mit einem Sicherheitsschirm ausgestattet haben, der uns ermöglicht, schnell, konsequent und umsichtig zu handeln. Zur Wahrheit gehört aber auch: Der beste Schutz gegen eine Infektion mit dem Coronavirus ist eine Impfung. Daher mein dringender Appell: Wenn Sie es noch nicht getan haben – lassen Sie sich impfen!“

In den Städten Düsseldorf, Hamm, Köln, Münster, Oberhausen und Solingen sowie in den Kreisen Borken, Düren und Minden-Lübbecke gilt (Stand 23. Juli 2021) bereits die lokale Inzidenzstufe 1. In der Städteregion Aachen, den Städten Krefeld und Leverkusen sowie im Oberbergischen Kreis und im Rhein-Kreis Neuss ist das ab Samstag, 24. Juli 2021, der Fall. In diesen Kommunen gelten automatisch wieder sämtliche Schutzmaßnahmen der Stufe 1, um den Infektionsanstieg möglichst schnell wieder abzubremsen. Es ist zu erwarten, dass weitere Kommunen in den kommenden Tagen in Stufe 1 rücken.

Die geltenden Schutzmaßnahmen für alle Infektionsstufen sind unter https://www.mags.nrw/coronavirus-regeln-nrw für jeden Lebensbereich übersichtlich zusammengestellt.

Die Landesinzidenzstufe 1 setzt im gesamten Land ab Montag folgende Schutzmaßnahmen wieder in Kraft:

  • Generelle Maskenpflicht in Innenräumen: Nicht nur im ÖPNV und im Einzelhandel und in Arztpraxen, sondern auch wieder in Innenräumen von Gaststätten, Museen, Zoos etc., bei Bildungsveranstaltungen, Gottesdiensten, Versammlungen, bei der Erbringung körpernaher Dienstleistungen und generell in allen für den Kundenverkehr geöffneten Innenräumen muss wieder mindestens eine medizinische Maske getragen werden.
  • Ausnahmen gelten in Stufe 1 bei Veranstaltungen mit festen Sitz- oder Stehplätzen für Geimpfte, Genesene und Getestete und – auch ohne Test – in Bibliotheken und der Gastronomie.
  • Für den Einzelhandel gilt wieder eine Flächenbegrenzung von einem Kunden je angefangene 10 Quadratmeter.
  • Bei Versammlungen/Veranstaltungen muss wieder die einfache Rückverfolgbarkeit der Teilnehmer gewährleistet werden.
  • In der Gastronomie müssen die Beschäftigten mit Kundenkontakt wieder regelmäßig einen Test machen und eine Maske tragen.
  • Bei Großveranstaltungen mit mehr als 500 Personen (Sport, Kultur, Bildung o.ä.) und für Freizeiteinrichtungen mit mehr als 2.000 Besuchern/Tag gelten insgesamt die Schutzmaßnahmen der lokalen Inzidenzstufe 1.
  • Volks- und Schützenfeste etc., Tagungen mit mehr als 1.000 Teilnehmenden und der Betrieb von Diskotheken, Clubs etc. in Innenräumen sind wieder (bis zum 27. August) untersagt.
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Soforthilfe für vom Hochwasser betroffene Unternehmen

Region/Mainz – Ministerpräsidentin Dreyer/ Wirtschaftsministerin Schmitt: Die Landesregierung stellt für die von der Flutkatastrophe betroffenen Unternehmen Soforthilfe zur Verfügung, um die Räumung und Reinigung zu unterstützen. Dies haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt bekannt gegeben. Die Höhe der Soforthilfe beträgt 5.000 Euro.

„Das Ausmaß an Zerstörung und Leid im Hochwassergebiet ist schrecklich. Wir haben Tote zu beklagen, viele Menschen haben ihr Zuhause in den Fluten verloren. Existentiell betroffen sind auch viele Unternehmen: Ladenlokale, Werkstätten, landwirtschaftliche Betriebsgüter – vieles ist zerstört. Deswegen hat die Landesregierung heute Soforthilfen für Unternehmen beschlossen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach der Ministerratssitzung. „Die Soforthilfe ist ein erster Schritt, um den Unternehmen kurzfristig Liquidität zur Verfügung zu stellen, unbürokratisch und schnell“, führte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt aus.

Die Soforthilfe wird als Pauschale in Höhe von 5.000 Euro pro Unternehmen ausgezahlt. Anträge werden von den örtlich zuständigen Verwaltungen der Kreise sowie der Stadt Trier entgegengenommen. Die „Soforthilfe Unternehmen“ wird ohne umfangreiche Prüfung gewährt. Es genügt der glaubhafte Nachweis, dass die Betriebsstätte im unmittelbaren Hochwasserschadensgebiet liegt und dass dem Antragsteller oder der Antragstellerin ein Schaden von mindestens 5.000 Euro an dieser Betriebsstätte entstanden ist.

Die Betriebs- bzw. Produktionsstätte muss räumlich getrennt von Wohnbereichen sein. Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich der Angehörigen Freier Berufe und selbstständig Tätigen sowie Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft in den Landkreisen Ahrweiler, Bitburg-Prüm, Mayen-Koblenz, Trier-Saarburg, Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und der Stadt Trier

Parallel arbeitet die Landesregierung an einem Wiederaufbauprogramm für die Unternehmen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen. Der Bund hat hier Unterstützung zugesagt.

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Soforthilfen der Kupferstadt Stolberg: Knapp 1.000.000 Euro an vom Hochwasser betroffene Menschen verteilt

Stolberg – Am Donnerstag, 22.07.2021, und Freitag, 23.07.2021, hat die Kupferstadt Stolberg in Eigenregie 921.750 Euro Bargeld an über 2.000 vom Hochwasser betroffene Einzelpersonen und Familien verteilt. Einzelpersonen erhielten 250 Euro, Familien bis 5 Personen 500 Euro und Familien ab 6 Personen 750 Euro. Insgesamt gab es drei Ausgabestellen in der Frankentalstraße in Unterstolberg, im Pfarrheim Vicht und dem Dorfplatz in Zweifall. Die Wartenden wurden in vor allem in der Innenstadt teils langen Schlangen mit Wasser und Snacks versorgt. Bundeswehr und Polizei schützten die Geldausgaben, bei denen es aber keine Zwischenfälle gab.

Der Großteil des Geldes konnte dabei vom kurz nach der Hochwasserkatastrophe eingerichteten städtischen Spendenkonto „Stolberg hilft“ verwendet werden. Rund 800.000 Euro (Stand 23.07.2021) sind auf das Spendenkonto bisher eingegangen. Im ersten Schritt konnten Menschen Geld erhalten, die ihren Wohnort in den Katastrophengebieten in der Innenstadt, Vicht oder Zweifall nachweisen konnten.

„Mit der unkomplizierten Auszahlung des Bargeldes an die betroffenen Mitbürger*innen haben wir einen ersten Schritt getan, um den Menschen, die viel verloren haben, eine erste Anschubfinanzierung zu geben. Ich bin sehr stolz auf mein Team der Stadtverwaltung, das eine solche Mammutaufgabe innerhalb kurzer Zeit geplant und umgesetzt hat“, resümiert Bürgermeister Patrick Haas. „Außerdem ist mir wichtig festzustellen: Das gespendete Geld aus ganz Deutschland versauert nicht in irgendwelchen Töpfen, sondern kommt unmittelbar und maximal unbürokratisch bei den Menschen an.“

Weitere Verteilungen in Planung

Die erste kommunale Verteilaktion soll aber nicht die letzte sein: „Wir mussten bei der ersten Geldausgabe irgendwo eine Grenze ziehen. Natürlich sind dadurch einige Menschen durch das Raster gefallen. Insbesondere für die Menschen, die nicht in den ausgabeberechtigten Stadtteilen wohnen, aber trotzdem teils immense Schäden erlitten haben, planen wir eine weitere Verteilung der städtischen Gelder.“

Die Kupferstadt Stolberg freut sich also über weitere Geldspenden auf das Konto „Stolberg hilft“.

Die Kontodaten:

Inhaber: Kupferstadt Stolberg

Sparkasse Aachen

IBAN: DE83 3905 0000 1073 7966 56

Kennwort: Stolberg hilft

Bundes- und Landeshilfen können beantragt werden

Neben der Kupferstadt Stolberg unterstützen auch Land und Bund inzwischen mit Soforthilfen vom Hochwasser betroffene Menschen. Die Dokumente für die Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibenden und weiteren Berufsgruppen stehen unter dem folgenden Link zum Download bereit: https://www.land.nrw/soforthilfe

Betroffene erhalten die Antragsvordrucke außerdem ausgdruckt in den neu eingerichteten Außenstellen der Stolberger Stadtverwaltung in Zweifall, Vicht und der Innenstadt In diesen Außenstellen müssen die Dokumente vollständig ausgefüllt später auch wieder abgegeben werden:

Innenstadt:

– AOK-Gebäude, Frankentalstraße 16 (Normale Geschäftszeiten)

– Restaurant LIVING, Kaiserplatz (täglich, 9-15 Uhr)

Vicht:

– Pfarrbüro in Vicht, Rumpenstraße 2 (Mo.-Fr. 9-15 Uhr)

Zweifall:

– Zweifall, Dorfplatz (Container) (Mo.-Fr. 10-12 Uhr und 14-16 Uhr)

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TESLA Starlink-Satellitensysteme in den Kreis Euskirchen eingeflogen

Euskirchen – Im Kreisgebiet Euskirchen sind weiterhin Teile einzelner Kommunen vom Internet abgeschnitten. Nach der Katastrophennacht hat die Firma TESLA 19 Starlink-Satellitensysteme in den Kreis Euskirchen eingeflogen, durch die punktuell eine provisorische Internetversorgung hergestellt werden kann.

Mit der tatkräftigen Unterstützung des Fernmeldedienst der Feuerwehr Köln konnten diese 19 Starlink-Satellitensysteme aufgebaut werden. Davon 16 Systeme an den Koordinierungsstellen, zum Zweck des Einsatzkräftemanagements. Drei weitere stehen als Public-Hotspots in den Gerätehäusern der Feuerwehren in Bad Münstereifel und Arloff, sowie im Dorfsaal Iversheim zu Verfügung. So können sich nun Einsatzkräfte und betroffene Personen aus den benannten Ortschaften über eine Satellitenverbindung einwählen und einen Internetzugang erhalten.

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Nothilfefonds geplant: Bistum Aachen will Betrag in zweistelliger Millionenhöhe einbringen

Aachen – Gemünd, Kall, Eschweiler, Stolberg, Schleiden, Kornelimünster: Sie waren seit der Hochwasser-Katastrophe täglich an den Krisenorten unterwegs und haben mit vielen Menschen gesprochen. Was bewegt die Betroffenen. Generalvikar Dr. Andreas Frick ist täglich an den Krisenorten der Hochwasser-Katastrophe unterwegs. Gespräche mit Betroffenen und konkrete kirchliche Hilfe vor Ort.

Die Stolberger Innenstadt Tage nach der Flutkatastrophe: aufgerissene Asphaltdecken, weggespülte Möbel und andere Erinnerungsstücke. Die Aufräumarbeiten laufen zwar auf Hochtouren, aber noch immer ist die Wucht der Flutwelle sichtbar. Foto: Bistum Aachen / Andreas Steindl

Dr. Andreas Frick, Generalvikar des Bistums Aachens, über die Verzweiflung von Opfern der Hochwasser-Katastrophe, die Kraft durch Zuhören und konkrete kirchliche Hilfen.

Es bietet sich ein so vielfältiges und zugleich erschütterndes Bild. Allerorts sind helfende Hände unterwegs und es ist eine einzigartige Solidarität spürbar. Alle packen mit an, räumen Schutt weg und sind unermüdlich im Einsatz. Aber bereits jetzt ist eine unendliche Trauer, Verzweiflung und auch Wut spürbar.  Viele haben Angehörige, Freunde oder gleich ihre gesamte Existenz verloren. Traumata entstehen. Helferinnen und Helfer sind psychisch und körperlich  am Ende. Wir dürfen nicht vergessen: Viele haben bereits in den Pandemie-Zeiten unglaubliches geleistet.  Da sein, zuhören, trösten, das spendet derzeit ein bisschen Kraft. Deshalb stehe ich mit den Kollegen Regionalvikaren in regelmäßigem Whatsapp-Kontakt, damit wir pastoral vor Ort wirksam unterstützen können. Ganz zu schweigen von unseren Notfallseelsorgerinnen und -seelsorgern, die überall im Einsatz und immer erreichbar sind. Ebenso stehen unsere Beratungszentren in Aachen und Mönchengladbach zur Verfügung.

Es geht also um mehr als finanzielle Unterstützung?
Selbstverständlich ist es wichtig, dass rasch und unbürokratisch finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Es wird noch Wochen und Monate dauern, bis die größten Schäden beseitigt sind. Von den seelischen Belastungen ganz zu schweigen. Entscheidend wird aber auch sein, wie wir als Kirche die schwierigen Phasen des Neuanfangs durch unsere Angebote und Nähe menschlich pastoral begleiten. Viele, auch kleine Unternehmer, Händler und Gastronomen  standen schon durch die Corona-Pandemie unmittelbar vor dem Aus. Nunmehr ist alles vernichtet. Wir als Bistum haben umgehend einen Solidaritätsfonds für vom Hochwasser betroffene Kinder und Familien für Spenden eingerichtet. Darüber hinaus planen wir einen weiteren Nothilfefonds, in den wir einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe einbringen. Das schüttelt man allerdings nicht gerade einmal so aus dem Ärmel. Die Caritas beginnt in der kommenden Woche mit der Auszahlung von Hilfen, die in den Kirchengemeinden, katholischen Einrichtungen und regionalen Caritas-Anlaufstellen über Formulare beantragt werden können. Alle Hilfseinrichtungen bitten zwar derzeit darum, auf Sachspenden zu verzichten. Was aber gebraucht wird, sind Kühlschränke, Trocknungsgeräte, Waschmaschinen und Herde.

In Schleiden und Kall war die Versorgung durch die mobilen sozialen Hilfsdienste der Caritas zwischenzeitlich eingebrochen.  Wie kann sichergestellt werden, dass Senioren und Bedürftige weiterhin betreut werden?
Die Pflege alter und kranker Menschen muss trotz Verwüstung weitergehen. Das ist nicht nur eine große organisatorische Aufgabe, sondern ist natürlich auch abhängig davon, ob genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Mich beeindruckt schon, mit welcher Flexibilität alle vor Ort Einsatzpläne aufstellen und die Betreuung sicherstellen. Dafür gilt allen meine große Hochachtung und tiefer Dank.

Krisenmanagement funktioniert nicht ohne Vernetzung. Wie läuft die Abstimmung zwischen Bistum, den Kommunen und der  Politik?
Sie läuft. Von Anbeginn der Flutwelle bin ich mit der Oberbürgermeisterin von Aachen Sibylle Keupen und dem Städteregionsrat Tim Grüttemeier in engem Austausch. Wir halten uns auf dem Laufenden. Kornelimünster, Stolberg und Eschweiler hat  es ja ebenso enorm getroffen. Mit den Orten verbinden mich übrigens auch persönlich viele Bezugspunkte. In Kornelimünster wurde ich getauft, in Stolberg bin ich aufgewachsen und in Eschweiler war ich lange Pfarrer. Dort geht es jetzt darum, gemeinsam mit Bund und Land  für das St. Antonius-Hospital in Eschweiler dringend eine Lösung zu finden. Generell gilt: In Krisenzeiten ist es gut, wenn vor Ort alle kirchlichen Entscheidungsträger in einem offenen Austausch mit regionalen und lokalen Verantwortlichen stehen.  Dann können schnell und sachgerecht Lösungen gefunden und Hilfen bereitgestellt werden. Und das erlebe ich derzeit in beeindruckendem Maße.

Wie stark sind kirchliche Einrichtungen von der Zerstörung betroffen?
Wir können das noch nicht endgültig beziffern. Das St.-Antonius-Hospital in Eschweiler ist von der Flut mit voller Wucht getroffen worden. Dass die Patientinnen und Patienten in dieser dramatischen Situation sicher evakuiert werden konnten, ist dem Krankenhaus-Team und allen Rettungskräften zu verdanken. Dabei ging es buchstäblich um Minuten. Auch die Kirche St. Kornelius in Kornelimünster wurde durch das Wasser extrem beschädigt. Insgesamt wissen wir bislang von 14 Einrichtungen, darunter auch das bischöfliche St.-Ursula-Gymnasium in Geilenkirchen, wo der Keller unter Wasser stand. Damit Trocknungsgeräte und Baumaterial angeschafft werden können, stellen wir kurzfristig und unbürokratisch Soforthilfen zur Verfügung, um die Handlungsfähigkeit sicherstellen zu können. Aber ehrlich gesagt, derlei Schäden in Bauten und Gebäuden verblassen angesichts des großen menschlichen Leids.

Wie kann die Trauer bewältigt werden?
Es fällt schwer, das in Worte zu fassen. Ich möchte, dass wir als Kirche da sind und die Bedürfnisse der Menschen ernst nehmen. Es hat mich ganz besonders getroffen, dass eine Abiturientin der Clara-Fey-Schule in Schleiden, die vor den Ferien noch mit  Freunden, Eltern und Mitschülern einen neuen Lebensabschnitt gefeiert hat, von den Fluten mitgerissen wurde. Auf dieses Leid habe ich auch als Priester keine Antwort. Mein tiefstes Mitgefühl und Gebet gilt den Eltern, der Familie und den Freunden. Und selbstverständlich schließe ich alle Betroffenen der Katastrophe in dieses Gedenken mit ein.

„Heute bei dir“, der Titel unter dem das Bistum Aachen einen synodalen Veränderungsprozess für die Zukunft des Bistums Aachen angestoßen hat, wirkt angesichts der Flutwelle extrem konkret. Also raus aus den theologischen Diskursen?
Wir erleben gerade, dass unser Anspruch und kirchliches Selbstverständnis einen Realitätscheck im Schnelltempo durchläuft. Das kann uns nur entschlossener machen, unserer eigentlichen Verantwortung gerecht zu werden. Die Lebenswirklichkeit von Menschen wahrzunehmen, zuzuhören und zu handeln.
Dazu gehört auch, dass wir uns als Bistum weiter verändern müssen.

Solidaritätsfonds für vom Hochwasser betroffenen Kinder und Familien
Um schnell und unbürokratisch zu helfen, hat das Bistum Aachen hat einen Solidaritätsfonds für vom Hochwasser betroffene Kinder und Familien eingerichtet. Gespendet werden kann auf das Konto der Pax-Bank: IBAN: DE72 3706 0193 1000 1000 60, BIC:GENODED1PAX. Weitere Information zu Hilfsangeboten: www.bistum-aachen.de

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Wider Willen zum Held erklärt – Innenminister Horst Seehofer und Ministerpräsident Armin Laschet erklärten den Mechernicher zum Vorbild

Mechernich-Floisdorf – Hubert Schilles (67) aus Floisdorf legte den verstopften Grundablass der Steinbachtalsperre mit seinem Bagger wieder frei und rettete Tausende, deren Existenz bedroht war. Hubert Schilles ist ein tief religiöser Mann. Und er machte auch keinen Hehl aus seinem Glauben, als er jetzt mit seinem Bagger den Grundablass der hochwasserbedingt überschwappenden Steinbachtalsperre bei Euskirchen-Kirchheim freilegte.

Innenminister Horst Seehofer und Ministerpräsident Armin Laschet erklärten den Mechernicher zum Vorbild, die Medien zum Helden. Doch der Floisdorfer bleibt bescheiden: „Das hätte jeder andere auch getan…“

Hubert Schilles zeigte vor laufenden Fernsehkameras seinen Rosenkranz, den er immer bei sich trägt. Der Chef von 57 Mitarbeitern einer Bauunternehmung, die Hubert zusammen mit seinem Zwillingsbruder Peter betreibt, wollte keinen seiner Leute in einen lebensgefährlichen Einsatz schicken.

„Ich habe mich zweimal gesegnet und bin runtergefahren“, sagte er im Fernsehen. Mit Todesverachtung, denn wenn der Staudamm gebrochen wäre, wovor alle Verantwortlichen pausenlos warnten, dann hätte es den Floisdorfer Landwirt und Unternehmer mitsamt seinem schweren Arbeitsgerät fortgerissen. „Ich hatte keinen Augenblick Angst“, so Hubert Schilles zur Deutschen Presseagentur (dpa).

„Beten musste ich nicht lernen, beten konnte ich schon, als ich vor 2012 Stammzellen meines Zwillingsbruders Peter gespendet bekam“, sagte Hubert Schilles dem Mechernicher „Bürgerbrief“. 13 Monate gaben ihm die Ärzte damals noch zu leben – neun Jahre sind inzwischen daraus geworden. Und hoffentlich kommen noch viele dazu, wünschen ihm seit der Überschwemmungskatastrophe 2021 noch ein paar Tausend Menschen mehr als vorher.

14-jährig nach Lourdes

Hubert Schilles kam bereits als 14-Jähriger durch eine Lourdes-Wallfahrt zu seiner tief-katholischen Überzeugung, die freilich schon vorher bei dem Jungen aus einer überzeugt katholischen Bauernfamilie angelegt war. „Ich wollte gerne mit Pfarrer Heinz Jumpertz und den anderen zum Marienheiligtum pilgern, aber unser Vater Anton lag krank und ich hatte kein Geld“, erinnert sich Hubert Schilles.

Da habe ihn eine Nachbarin, die krank geworden war und selbst nicht mitwallfahren konnte, auf ihre Kosten reisen lassen. Dort habe es gefunkt. 1989 wurde er Matthiaspilger – und nimmt seither mit der Bruderschaft Bürvenich-Oedekoven den beschwerlichen Fußweg nach Trier zum Grab des Heiligen Apostels Matthias auf sich.

Hubert Schilles hat drei Kinder, die alle im gemeinsamen Baubetrieb mitarbeiten – und vier Enkel. „Geht nicht, gibt’s nicht“ ist seine Devise im Betrieb. Seine Mitarbeiter schätzen die verbindliche Art von Hubert und seinen Brüdern. Sie verlangen nicht, was sie nicht auch selbst tun würden, und firmieren im weiten Kreis ihrer Bekannten und Bewunderer als „hart, aber herzlich“.

„Wenn die Wand fliegen gegangen wäre, wäre das hundertprozentig der sichere Tod gewesen“, titelte der „Stern“. Im dpa-Interview sagte der Bauer und Bauunternehmer aus der Stadt Mechernich: „Das war schon eine brisante Situation. Aber ich hatte keine Angst, weil dahinter stand ja was Großes. Nämlich, dass kein Mensch zu Schaden kommt…“

Er halte sein Handeln daher für selbstverständlich. „Man soll nicht die Brust rausdrücken. Ich bin eher der, der im Hintergrund arbeitet“, sagte der 67-Jährige. Er und sein Team aus 57 Beschäftigten seien auch nun weiter mit Aufräumarbeiten nach der Katastrophe befasst. Zurzeit fahre er immer wieder Sondermüll zur Deponie. „Kostenlos natürlich, das ist für mich Ehrensache.“

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Hochwasser – Ministerpräsidentin Dreyer: Einsätze werden weiter optimiert

Region/Mainz – Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigte sich beeindruckt von der enormen Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität mit den Opfern des Hochwassers an der Ahr. Dies habe dazu geführt, dass auch erste Erfolge sichtbar seien. Das Katastrophenmanagement stellt die Versorgung mit Hilfsgütern sicher. Schritt für Schritt machen die Hilfskräfte von Feuerwehr, THW und Bundeswehr abgeschnittene Ortschaften wieder erreichbar. Damit auch dort Aufräumen und Reparieren stattfinden kann. Die Versorgung mit Strom und Wasser sind dabei vordringlich“, sagte die Ministerpräsidentin.

Die entstandenen Schäden an der Infrastruktur würden kontinuierlich erfasst und analysiert, um den Finanzbedarf zu ermitteln sowie die Reparaturen organisieren zu können. „Wir kümmern uns nicht nur um die technische Infrastruktur, sondern gemeinsam mit den Partnern auch um die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung vor Ort“, so Malu Dreyer. In Abstimmung insbesondere mit den Krankenhäusern in der Versorgungsregion, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Landesapothekerkammer, der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz und der Landesregierung haben sich die Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken vor Ort zusammengefunden, um die Versorgung auch in dieser kritischen Situation sicherzustellen. Dabei sei auch eine Versorgung durch die ärztliche Bereitschaftspraxis Bad Neuenahr-Ahrweiler, die ab sofort auch tagsüber besetzt sei (10 bis 16 Uhr), und den Notdienst der örtlichen Apotheken eingerichtet worden. Gemeinsam arbeiteten die Partner daran, die Gesundheitsleistungen vor Ort weiter zu stärken. „Wir können nicht alle Probleme in kurzer Zeit lösen, aber wir arbeiten mit Hochdruck an einer Verbesserung der Situation in den betroffenen Gebieten“, sagte die Ministerpräsidentin.

Ein Impfbus und mobile Impfteams haben diese Woche ihre Arbeit im Hochwassergebiet begonnen und bieten Corona-Erst- und Zweitimpfungen und -Schnelltests an. Damit kann die Arbeit des betroffenen und aktuell geschlossenen Impfzentrums des Landkreis Ahrweiler und vieler niedergelassener Ärztinnen und Ärzte behelfsweise aufgefangen werden. Das Land hat 350.000 Testkits für die Region zur Verfügung gestellt.

Die Ministerpräsidentin betonte, dass ihre Landesregierung weiterhin alles tun werde, den Regionen zu helfen. „Meine Minister und Ministerinnen sind alle eng in das Katastrophenmanagement eingebunden“, sagte Malu Dreyer. Der Ministerrat stünde auch in der Sommerpause bereit, kurzfristig zusammenzutreten, um Maßnahmen zu besprechen und notwendige Entscheidungen zu treffen. „Diese Landesregierung nimmt die Not in den Hochwasserregionen sehr ernst und wird alles in ihren Kräften Stehende tun, diese zu lindern“, so die Ministerpräsidentin.

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„Ich finde dafür keine Worte“ – Es sah aus wie nach einem Krieg

Kordel – Pfarrer Mario Kaufmann fährt auf der kleinen Landstraße Richtung Kordel, es geht durch schattigen Laubwald, immer entlang der Kyll. Der kleine Nebenfluss der Mosel, der in Belgien entspringt und durch die Eifel fließt, plätschert harmlos vor sich hin. Eine Woche zuvor haben seine Wassermassen das Dorf Kordel und den Trierer Stadtteil Ehrang überrollt, Autos weggedrückt, Mauern eingerissen, Keller und Häuser geflutet – Existenzen zerstört. „Geblieben ist der nach Heizöl stinkende Schlamm, ganz viel Zerstörung und auch Fassungslosigkeit“, sagt Kaufmann.

Als die Kyll nie gekannte Höchstpegelstände im zu seiner Pfarreiengemeinschaft gehörenden Kordel erreicht, ist Kaufmann gerade zu Besuch bei seinen Eltern in der Nordeifel. „Dort haben wir schon gemerkt, dass etwas nicht stimmt, weil der kleine Dorfbach stark anstieg“, erinnert sich Kaufmann. Spät abends erreichen den Pfarrer die ersten Nachrichten seiner Mitarbeiterinnen aus Kordel: „Da gingen die Sorgen los, ich konnte mir anhand der ersten Bilder im Fernsehen ausmalen, wo das Wasser steht, dass es in unserer Kita und im Pfarrhaus ist, dass der ganze Ortskern überflutet ist.“ In Kordel habe es immer mal wieder Hochwasser gegeben, vor allem durch den Welschbilliger Bach, der durch den Ort zur Kyll fließt, aber „in diesem Ausmaß – das hat es noch nie gegeben“. Kaufmann fährt am nächsten Tag zurück nach Kordel und versucht, Bekannte und Mitarbeitende zu erreichen. „Das war nicht so einfach, da niemand Strom hatte und über Handy zunächst keiner erreichbar war.

Es war wirklich eine Katastrophen-Situation. Ich wusste auch nicht, wo unsere Leute aus dem Seniorenheim geblieben waren.“ Nach Kordel hineinfahren sei nicht möglich gewesen, Zufahrtsstraßen seien wegen mehrerer kleiner Erdrutsche gesperrt gewesen – Kordel in seiner engen Talmulde war von der Außenwelt abgeschnitten.

Vor Kaufmann taucht just in diesem Moment auf der Landstraße ein großer Bagger auf, der die Reste eines solchen Erdrutsches – lose rote Brocken von Buntsandstein – zur Seite schiebt. Er passiert das Ortseingangsschild von Kordel; die ersten Räumungs- und Müllfahrzeuge kommen ihm entgegen. „Kordel ist sehr familiär und nachbarschaftlich organisiert, das habe ich auch sonntags am Telefon schon von vielen gehört, als wieder mehr Kontakt möglich war“, erzählt Kaufmann.

Ein Heer von Rettungskräften packte mit an, sogar aus Baden-Württemberg oder der Pfalz. in den ersten Tagen hätten viele Betroffene nicht einmal daran denken können, ihre Keller auszupumpen, da das Wasser noch zu hoch stand, erst sukzessive sei das Straße um Straße geschehen. „Und dann sah es aus wie nach einem Krieg – überall standen meterhoch die Sperrmüllberge mit Dingen, die den Menschen vorher lieb und teuer waren.“ Als Kaufmann jetzt die Ortsmitte kreuzt, sieht man davon nicht mehr viel. „Es ist Wahnsinn, wie viel schon abtransportiert wurde. Natürlich kommen immer wieder neue Müllhaufen hinzu, wenn Leute jetzt anfangen, Verkleidungen oder Wände abzuklopfen.“ Der Pfarrer parkt vor der katholischen Kindertagesstätte Sankt Amandus, die an das Pfarrhaus grenzt, in dem eine syrische Familie wohnt. Sie haben keinen Strom und kein warmes Wasser, da der Heizöltank im Keller beschädigt wurde.

Kaufmann trifft sich mit einem Elektriker und einem Experten für Ölheizungen. Anschließend wirft er einen Blick in die komplett leer geräumte Kita, die fleißige Helfer schon von Wasser und Müll befreit haben. Im Garten der Kita eine betonharte Schlammkruste, der Spielturm hängt schief in den Angeln; andere Geräte und Spielzeug schwemmte das Wasser einfach weg. „Man kann sich nicht vorstellen, welche Kraft das Wasser gehabt haben muss, aber hier hat es sogar eine stabile Mauer eingerissen.“ Kaufmann deutet auf einen Geröllhaufen, aus dem noch die Nest-Schaukel der Kinder herausragt, ein paar Tomaten aus einem benachbarten Gemüsegarten haben sich im Netz verfangen. Er könne sich nicht ausmalen, was die Behebung all dieser Schäden kosten wird, sagt Kaufmann kopfschüttelnd. Bei den strengen Auflagen für Kitas müsse der komplette mit Heizöl kontaminierte Boden ausgebaggert und ersetzt werden, ganz zu schweigen von den Schäden im Gebäude.

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Einsatz eines Spezial-Luftschiffes – Von 190 Sperrungen bereits 88 aufgehoben

Region/Düsseldorf – Die Beseitigung der Infrastrukturschäden hat begonnen. Das Ministerium für Verkehr NRW teilt mit: Die Beseitigung der Infrastrukturschäden nach der Unwetterkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 hat begonnen.

Verkehrsminister Hendrik Wüst: „Mobilität gehört zur Grundversorgung. Deswegen muss die Infrastruktur so schnell wie möglich repariert oder – wo nötig – komplett neu gebaut werden. Auch durch den Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Landesbetrieb Straßen.NRW gibt es bereits gute Fortschritte.“

Hilfsaktion der Fa. Airbus. Einsatz eines Luftschiffs zur Überprüfung der Straßenschäden. Einsatz des Spezial-Luftschiffes im Rhein-Erft-Kreis. Foto: VM NRW/ Ralph Sondermann

Von 190 Sperrungen am Tag nach dem Unwetter konnten 88 bereits aufgehoben werden.

Bauwerksprüfer wurden aus dem ganzen Land zusammengezogen, um die Schäden zu bewerten und Straßen und Brücken, wenn möglich, schnell wieder für den Verkehr freizugeben. Außerdem sollen Experten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden, sich besonders um die Überprüfung abrutschgefährdeter Böschungen und Hänge zu kümmern.

Bauunternehmen haben bereits am Montag mit Reparaturarbeiten begonnen.

Dank des Einsatzes des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen und anderer Helfer sind keine Ortslagen mehr wegen beschädigter Brücken oder Straßen von der Versorgung abgeschnitten.

Für den schnellen Wiederaufbau sollen innovative Bauverfahren zum Beispiel mit Stahlbetonfertigteilen genutzt werden. Solche Konstruktionen sind deutlich schneller umsetzbar als konventionelle Bauweisen.

Das Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalens hat eine Taskforce mit Vertretern der Straßenbauverwaltungen, der Bauindustrie und der Bahn eingerichtet, um die Beseitigung der Schäden zu koordinieren und möglichst schnell zu beauftragen.

Bereits am Donnerstag war im Auftrag des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalen ein Spezial-Luftschiff im Einsatz, um detaillierte 2D- und 3D-Luftaufnahmen zur Schadensermittlung zu erstellen. Verkehrsminister Wüst: „Die Aufnahmen helfen uns, den Wiederaufbau so schnell wie möglich anzugehen.“

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Überbrückungs-Hilfe III Plus kann ab heute beantragt werden

Region/Berlin – Unternehmen können seit heute über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de Anträge auf Überbrückungshilfe III Plus für den Förderzeitraum Juli bis September 2021 stellen. Die Anträge sind über prüfende Dritte zu stellen. Die maßgeblichen Förderbedingungen sind in Form von FAQ auf der Plattform veröffentlicht.

Unternehmen, die von Corona-bedingten Schließungen und Beschränkungen auch im dritten Quartal 2021 stark betroffen sind, erhalten weiterhin umfassende Unterstützung. Die Bundesregierung hat zu diesem Zweck die zentralen Corona-Hilfsprogramme als Überbrückungshilfe III Plus und Neustarthilfe Plus bis zum 30. September 2021 verlängert. Die bewährten Förderbedingungen werden in der Überbrückungshilfe III Plus beibehalten. Neu hinzu kommt die Restart-Prämie, mit der Unternehmen einen höheren Zuschuss zu den Personalkosten erhalten können.

Die Überbrückungshilfe III ist von mehr als 326.000 Unternehmen und die Neustarthilfe von 220.000 Betroffenen in Anspruch genommen worden.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Auch wenn die Wirtschat in den meisten Bereichen wieder loslegen konnte, haben immer noch Unternehmen mit Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu kämpfen. Diesen Unternehmen stehen wir weiter zur Seite. Sie können seit heute die Überbrückungshilfe III Plus für die Monate Juli bis September beantragen. Die Förderbedingungen der Überbrückungshilfe III Plus folgen weitgehend dem bewährten Muster der Überbrückungshilfe III. Zusätzlich erleichtern wir mit der neuen Restart-Prämie den Neustart und geben einen Anreiz, den Personalbestand und das Geschäft wieder hochzufahren.“

Ergänzende Informationen zur Überbrückungshilfe III Plus, einschließlich Neustarthilfe Plus:

Die Verlängerung der Überbrückungshilfe III wird mit dem neuen Programm Überbrückungshilfe III Plus umgesetzt, das inhaltlich weitgehend deckungsgleich mit der Überbrückungshilfe III ist.

  • Auch in der Überbrückungshilfe III Plus sind alle Unternehmen mit einem Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent antragsberechtigt. Das neue Programm wird ebenfalls durch die prüfenden Dritten, zum Beispiel Steuerberater, über das Corona-Portal des Bundes beantragt.

Neu im Programm der Überbrückungshilfe III Plus ist:

  • Unternehmen, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Beschäftigung erhöhen, können alternativ zur allgemeinen Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe („Restart-Prämie“) als Zuschuss zu den dadurch steigenden Personalkosten erhalten.
  • Unternehmen, die von der Pleite bedroht sind, wird es künftig erleichtert, durch gezielte Stabilisierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen eine Insolvenz zu vermeiden. Ersetzt werden Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit.
  • Weiter gefördert werden bauliche Maßnahmen und andere Investitionen zur Umsetzung von Hygienekonzepten und Digitalisierung. Welche Maßnahmen konkret förderfähig sind, wird in den FAQ in Form einer Positivliste festgelegt. Damit wird Klarheit und Rechtssicherheit für alle Beteiligten geschaffen.

Die Neustarthilfe Plus richtet sich weiterhin an Soloselbstständige, die Corona-bedingte Umsatzeinbußen verzeichnen, aufgrund geringer Fixkosten aber kaum von der Überbrückungshilfe III Plus profitieren. Es können – wie auch schon in der Neustarthilfe – neben Soloselbständigen auch kurz befristet Beschäftigte in den Darstellenden Künsten, unständig Beschäftigte aller Branchen sowie Kapitalgesellschaften und Genossenschaften antragsberechtigt sein. Direktanträge können seit Ende letzter Woche über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de gestellt werden. Die FAQ sind unter folgendem Link verfügbar: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Neustarthilfe-Plus/neustarthilfe-plus.html.