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Hochwasser-Hilfe: Kreis Ahrweiler warnt vor Antrags-Betrügern

Ahrweiler – Die Kreisverwaltung Ahrweiler warnt vor Betrügern, die vom Hochwasser betroffene Menschen angeblich beim Ausfüllen der Soforthilfe-Anträge unterstützen wollen. Die Betroffenen sollten ihre persönlichen Daten nur an vertrauenswürdige Personen herausgeben, rät die Kreisverwaltung. Es gebe Verdachtsfälle von Missbrauch, dass unseriöse Helfer beim Ausfüllen der Anträge ihre eigenen Bankdaten angeben, um das Geld abzugreifen.

Die Soforthilfe des AW-Kreises dient dazu, den betroffenen Menschen kurzfristig Geld für lebensnotwendige Besorgungen zur Verfügung zu stellen. Pro Haushalt werden zwischen 1000 und 2000 Euro bereitgestellt. Auf dem entsprechenden Soforthilfe-Spendenkonto der Kreisverwaltung sind bislang fast 14 Millionen Euro eingegangen. Durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung konnte der Kreis bislang bereits 3,4 Millionen Euro direkt auszahlen. Spendenkonto: Kreissparkasse Ahrweiler, IBAN DE 86 5775 1310 0000 3394 57, Stichwort „ Hochwasserhilfe“.

Die Beantragung der Soforthilfe des Kreises Ahrweiler ist über die eingerichteten Hotlines der Kreisverwaltung Ahrweiler schnell möglich. Die Hotlines sind unter 02641 / 975-960 und -961 von Montag bis Sonntag in der Zeit von 9 bis 20 Uhr erreichbar.

Wichtig: Die durch den AW-Kreis ausgezahlte Soforthilfe ist unabhängig von der „Soforthilfe des Landes Rheinland-Pfalz“. Beide Hilfen können unabhängig voneinander beantragt werden. Die Abwicklung der Soforthilfe des Landes für den Kreis Ahrweiler übernimmt das Statische Landesamt Rheinland-Pfalz. Die Antragsunterlagen finden sich unter www.kreis-ahrweiler.de.

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Junge Seelsorgerin unterwegs im Katastrophen-Gebiet an der Ahr

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Hilflosigkeit, Erschöpfung und Dankbarkeit. Langsam kommt wieder so etwas wie Alltag in ihr Leben. Johanna Becker ist angehende Pastoralreferentin im Dekanat Ahr-Eifel und seit der Nacht vom 15. auf den 16. Juli geht sie als Seelsorgerin durch die zerstörten Orte, spricht mit Menschen, die alles verloren haben, mit Helferinnen und Helfern, die am Ende ihrer Kräfte sind und organisiert die Ausgabe von Spenden im Zelt „Kirche hilft“.

Die 28-Jährige lebt seit drei Jahren in Sinzig. Ihre Wohnung blieb verschont; Wasser und Strom waren nach wenigen Tagen wieder da. „Der erste Tag war reines Chaos“, erinnert sie sich. Trotzdem meldet sich Becker umgehend als Zusatzkraft bei der Notfallseelsorge. Da sie die Region kennt, wird sie einer ausgebildeten Notfallseelsorgerin aus Simmern zur Seite gestellt. Gemeinsam gehen sie durch die Straßen, hören zu, sehen Tränen und Fassungslosigkeit.

Bereits ab dem zweiten Tag strukturiert sich der Alltag in der Katastrophe: Die Lagebesprechung des eingerichteten Arbeitskreises „Kirche hilft“ beginnt um 9 Uhr. Anschließend geht es zum Zelt am Adenbachtor, das der Arbeitskreis zusammen mit der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ aufgebaut hat. Dort sortiert und verteilt Johanna Becker Spenden, schreibt Dienstpläne, koordiniert und vernetzt Hilfsangebote. Sie gibt ermutigende Worte zwischen Tür und Angel: „Machen Sie Pausen! Halten Sie durch!“ Oder sie führt längere seelsorgerische Gespräche; zwischen fünf bis zehn am Tag. „Da war ein Mann, der hat mich einfach angeschaut und fing gleich zu weinen an“, berichtet sie. Nach dem Gespräch am Adenbachtor hat Johanna Becker ihn noch einmal besucht, um zu schauen, wie es ihm geht.

„Momentan braucht es einfach nur ein offenes Ohr“, sagt Becker. Sie hat in ihrer Ausbildung ein pastoralpsychologisches Curriculum durchlaufen und wurde in diesem Zusammenhang für Trauer- und Seelsorgegespräche geschult. „Viele brauchen jemanden, bei dem sie einfach mal weinen dürfen.“ Viele Menschen sind nach tagelanger harter Arbeit mit ihrer Kraft am Ende. Sie hatten über Stunden Todesangst, haben Angehörige und ihre Existenzgrundlage verloren.

Die Frage nach dem Warum?

Die Frage, warum Gott so etwas zulasse, hat sie bisher nur einmal gehört, aber sich selbst oft gestellt. Eine Antwort hat sie nicht. Das gelte es auszuhalten, auch wenn ein junger Mann ihr die Frage unter Tränen gestellt habe. Sie wird stets mit den Themen Hilflosigkeit und Erschöpfung konfrontiert, aber auch mit viel Dankbarkeit für die Solidarität. „Die Menschen sind gerührt, wenn Wildfremde vor ihrer Tür stehen und helfen wollen. Doch viele Helferinnen und Helfer merken erst, worauf sie sich eingelassen haben, wenn sie hier sind“, lautet ihr Eindruck. Auch für die hat sie ein offenes Ohr.

Und immer wieder hört sie den Satz: „Wir leben noch“, sowie viele konkrete und dramatische Berichte der Anwohnerinnen und Anwohner über die Nacht als das Wasser kam. Wie geht die Pastoralassistentin selbst damit um? „Ich weine auch mal selber und wenn ich nach Hause komme, bin ich echt fertig“, gibt sie ganz offen zu. In ihrem Team achten sie aufeinander, legen Pausentage ein und können auf die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus dem Bistum Trier zählen. Auf die nächsten Wochen gesehen, wird es erst einmal so weiterlaufen. Nach der ersten Akuthilfe folgen Trauerbegleitung und die Gestaltung einer Gedenkkultur.

Johanna Becker appelliert, keine Sachspenden mehr ins Ahrtal zu liefern. Auch die Kreisverwaltung Ahrweiler bittet davon abzusehen. „Was wir wirklich brauchen, sind Geldspenden“, sagt sie und verweist auf das Spendenkonto des Bistums Trier und der Caritas sowie weitere Spendenmöglichkeiten vor Ort.

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Unwetter-Katastrophe: Personelle Unterstützung für Einrichtungen der Pflege und Eingliederungs-Hilfe

Region/Mainz – Durch die Unwetterkatastrophe sind Einrichtungen der Pflege und Eingliederungshilfe sowie die entsprechenden ambulanten Dienste, Tagespflegen, Tagesförderstätten und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vor große Herausforderungen gestellt. Einige Einrichtungen sind derzeit unbewohnbar, Bewohnerinnen und Bewohner mussten evakuiert und in andere Einrichtungen umziehen. „Hier herrscht zwischen den Einrichtungen eine große Hilfsbereitschaft, wofür ich allen Beteiligten herzlich danke“, so Sozialminister Alexander Schweitzer.

Der Minister informierte darüber, dass zur Vermittlung von Fach- und Hilfskräften der gemeinsam vom Arbeits- und Sozialministerium und der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz eingerichtete Freiwilligenpool auf die Unterstützung im Rahmen der Fluthilfe ausgeweitet wurde. Die Pflegekammer vermittelt Freiwillige des Pools an Einrichtungen und begleitet Freiwillige und Einrichtungen im weiteren vertraglichen Verfahren in enger Abstimmung mit dem Arbeitsministerium. Ursprünglich hatte der Pflegepool das Ziel, Pflege- und Eingliederungshilfe während der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Hintergrund ist, dass vom Hochwasser betroffene Einrichtungen, die ihren Betrieb mit großen Einschränkungen weiter aufrechterhalten, teilweise auf eigenes Personal verzichten müssen, da dieses selbst von der Flut betroffen sind. Einrichtungen, die evakuierte Bewohnerinnen und Bewohner aufnehmen, benötigen nun zur Pflege und Betreuung zusätzliches Personal.

„Ich danke der Pflegekammer Rheinland-Pfalz für die Unterstützung und appelliere an die Freiwilligen, die sich in diesem Pool gemeldet haben, durch ihren Einsatz in Not geratene Bewohnerinnen und Bewohner in den betroffenen und aufnehmenden Einrichtungen mit ihrer Fachlichkeit und ihrer Arbeitskraft zu unterstützen“, sagte Schweitzer.

Aktuell haben sich sechs Einrichtungen mit einem personellen Unterstützungsbedarf bei der Beratungs- und Prüfbehörde nach dem Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe, die beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung angesiedelt ist, gemeldet. Bereits drei von ihnen haben erste Unterstützung erhalten.

Sofern weitere Pflege- und Betreuungskräfte in betroffenen aber auch landesweit aufnehmenden Einrichtungen unterstützen möchten, können sie sich im Serviceportal der Pflegekammer registrieren.

Neben den freiwilligen Kräften aus dem Pool wird zudem aktuell auch geprüft, ob die Auszubildenden in den Gesundheitsfach-Berufe-Schulen für eine Unterstützung in den betroffenen Gebieten zur Verfügung stehen, ohne die Ausbildung zu gefährden.

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Hilfe die ankommt – Fleischer der Region unterstützen Hochwasser-Geschädigte

Ahr-Region/Osann-Monzel – Drei Hilfstransporte mit Fleischwaren verließen vergangene Woche die Eifel-Mosel-Hunsrück Region in Richtung Ahrtal. Insgesamt fast eintausend Würstchen und eine viertel Tonne an weiteren Fleisch- und Wursterzeugnissen wurden direkt an Anwohner, Helfer und Einsatzkräfte in Ahrbrück, Dernau und Euskirchen geliefert. „Über einen direkten Kontakt aus Ahrbrück wurden bei uns kurz nach der Flutkatastrophe um Hilfe angefragt. Es fehle händeringend an Lebensmitteln, war von dort zu hören“, erzählt Claudia Dinkler-Pütz, die mit Ihrer Fleischerei Mitglied der Fleischer-Innung Mosel-Eifel-Hunsrück Region ist.

Sofort war man sich innerhalb der Innung einig, hier zu unterstützen. In Osann-Monzel wurde die ganze letzte Woche Ware entgegengenommen, verpackt und Rohware vor Ort zubereitet. „Wir mussten die Lieferung so verarbeiten, dass diese sofort verzehrfertig war. Es gab ja keine funktionierende Metzgerei vor Ort, die das hätte übernehmen können“, berichtet Organisatorin Dinkler-Pütz. „Mein Handy stand kaum noch still. Nach dem Aufruf an die Innungskollegen und den großen Mengen, die man zur Verfügung stellte, mussten schnell Helfer gefunden werden, um alles für den Transport zu verpacken.“ Auch selbst vom Hochwasser betroffene Fleischer wie Johannes Ambros aus Bettingen haben gespendet.

Ebenso engagierten sich die Innungsmitglieder Georg Bösen aus Piesport, Frank Ziltz aus Kinderbeuern, Uwe Juchems aus Stadtkyll, Peter Müller aus Müllenborn, Klaus Gauer-Kneppel aus Morbach und natürlich Organisatorin Claudia Dinkler-Pütz aus Osann-Monzel. Spontan lieferten die Innungsbäcker Dirk Mertes aus Lieser und Karl-Josef Peter aus Minheim 750 Brötchen dazu.

Abgerundet wurden die Hilfslieferungen um viele Kartons mit Hygieneartikeln, Insektenschutzsalben, Einweghandschuhen, Schutzmasken und Desinfektionsmitteln. Das Spendenaufkommen an Lebensmitteln in Osann-Monzel war so groß, dass kurzfristig noch ein Teil nach Ehrang umgeleitet werden konnte. Nach Ehrang hatte zudem auch Bäcker Mertes über 120 Brote und Kuchen, in Zusammenarbeit mit Elektroinnungsmitglied Oliver Sehn aus Piesport, verbracht.

„Auch in diesen Zeiten wird deutlich, welchen Wert das Netzwerk einer Handwerksinnung hat“, so Dirk Kleis, Geschäftsführer von 22 Handwerksinnungen unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region.

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Große Unterstützung für Opfer der Unwetter-Katastrophe über Online-Portal Fluthilfe

Region/Mainz – „Die Online-Plattform Fluthilfe wird rege in Anspruch genommen – das ist ein beeindruckendes Zeichen der großen Hilfsbereitschaft und gelebten Solidarität der Menschen in Rheinland-Pfalz mit den Opfern der Unwetterkatastrophe. Von `Bagger mit Fahrer´, Unterbringung im eigenen Zuhause, Unterstützung bei Aufräumarbeiten am Wochenende oder Unterbringung von Kleintieren – es gibt unglaublich viele tolle und kreative Angebote, die häufig mit großem persönlichem Einsatz verbunden sind. Das freut mich besonders“, machte Sozialminister Alexander Schweitzer deutlich.

Am vergangenen Dienstag ist die vom Opferbeauftragten beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung eingerichtete Online-Plattform „Fluthilfe“ online gegangen. Sie bringt Hilfsangebote und Hilfesuchende zusammen und bietet so die Möglichkeit der zielgenauen Unterstützung. In nur wenigen Tagen sind aktuell rund 1.700 Hilfsangebote auf der „Fluthilfe“-Plattform eingestellt worden.

„Die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger ist überwältigend. Die Unterstützungsangebote sind bedarfsgenau und effektiv. Denjenigen, die von der Unwetterkatastrophe besonders stark getroffen sind wird hierdurch konkrete Unterstützung vermittelt“, so Detlef Placzek, Opferbeauftragter der Landesregierung.

Die Plattform ist unter fluthilfe.rlp.de zu erreichen.

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Waldwandel und Klimawandel: Klimafeste Wälder für eine klimagerechte Zukunft

Region/Düsseldorf – „Die aktuelle Hochwasser-Katastrophe hat erneut vor Augen geführt, dass der Klimawandel in Nordrhein-Westfalen angekommen ist. Ein weiteres Zeugnis ist die sichtbare Gefährdung unserer Wälder. Erst Stürme, Dürren und Waldbrände, jetzt Starkregen. Die zurückliegenden Jahre zeigen, dass der Klimawandel Realität ist. Von zentraler Bedeutung für den Klimaschutz und die Klimaanpassung ist der Wald. Er ist ein Seismograph des Klimawandels und massiv betroffen“, sagte Ursula Heinen-Esser, Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, bei einem Waldbesuch am heutigen Montagvormittag, 26. Juli 2021, im Königsforst bei Köln.

Die Entwicklung von vielfältigen und klimastabilen Mischwäldern sei daher von zentraler Bedeutung. „Die Umsetzung unserer waldbaulichen Konzepte ist eine Antwort auf den Klimawandel“, so die Ministerin. „Ohne die gewaltige Wasserspeicherkraft der Wälder und der Waldböden wäre die Flut wohl noch dramatischer ausgefallen. Durch die aktive Wiederbewaldung wird auf den Schadflächen die wichtige wasserspeichernde Wirkung der Wälder wieder hergestellt.“

Die Unwetter-Katastrophe hat sich regional sehr unterschiedlich auf die nordrhein-westfälischen Wälder ausgewirkt. Die gute Nachricht ist, dass bisher in der Wald- und Forstwirtschaft keine Toten und Verletzten im Zusammenhang mit dem Unwetter gemeldet wurden. In den Hauptschadensgebieten der Eifel, des Sauerlandes und des Bergischen Landes sind jedoch deutliche Schäden an Waldwegen und der forstlichen Infrastruktur zu verzeichnen. Das hat unmittelbare Folgen auf die auf Hochtouren laufende Bekämpfung der Borkenkäferkalamität. Teils können weder Forstwirtschaftswege befahren werden, noch kann Holz über zerstörte Bahnstrecken abtransportiert werden. Schäden an den Forstamtsgebäuden wurden aus dem Regionalforstamt Hocheifel Zülpicher Börde und dem Nationalparkforstamt Eifel gemeldet. Mehrere Dienstfahrzeuge wurden von den Wassermassen mitgerissen.

Unbürokratische und schnelle Soforthilfe

Um nach den Unwettern in den betroffenen Regionen kurzfristige Maßnahmen zur Instandsetzung der Infrastruktur in den Wäldern zu unterstützen und damit die Zugänglichkeit der Wälder sicher zu stellen, stellt das Land über den Landesbetrieb Wald und Holz 2,4 Millionen Euro aus vorhandenen Haushaltsmitteln zur Verfügung. Zudem hat die Landesregierung am 22. Juli unbürokratische und schnelle Soforthilfe auch für die Forstwirtschaft zugesagt.

Seit 2018 über 30 Millionen Kubikmeter Käferholz

Nach einer aktuellen Erhebung des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen umfassen die Schäden durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer allein in der Fichte seit 2018 bereits 30,8 Millionen Kubikmeter Käferholz. Das Umweltministerium unterstützt die Schadensbewältigung und Wiederbewaldung mit umfangreichen Förderangeboten. „Bei dieser Mammutaufgabe stehen wir an der Seite der Waldbäuerinnen und Waldbauern und bieten breite finanzielle und fachliche Unterstützung“, so Heinen-Esser. Allein 2021 stehen insgesamt mehr als 75 Millionen Euro zur Verfügung. Im Bereich der Extremwetterförderung liegen bislang 3.600 Anträge mit einem Volumen von über 60 Millionen Euro vor. Davon sind bereits 2.600 Maßnahmen mit einem Volumen von 44 Millionen Euro bewilligt. Die Auszahlung erfolgt kontinuierlich im Zuge der Umsetzung der bewilligten Maßnahmen – aktuell etwa eine Million Euro wöchentlich.

Weiterhin hoher Borkenkäferbefall

Sorge bereitet der weiterhin hohe Borkenkäferbefall: Aktuell beginnt der zweite Käferflug. Wie stark die zweite Käfergeneration wird, hängt maßgeblich von der weiteren Witterungsentwicklung ab. „Wichtig ist daher, dass weiterhin alle Anstrengungen auf die Aufarbeitung des forstschutzrelevanten Holzes konzentriert werden“, erläuterte Stephan Schütte, Leiter Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen. Die frei geräumten Kalamitätsflächen hätten die aktuelle Hochwasser-Katastrophe nicht befördert. Nach einer aktuellen Abfrage wurde von einer Hangrutschung im Braunkohle-Rekultivierungsgebiet Ville berichtet. Schütte: „Die Wurzeln verbleiben im Boden und schützen vor Erosion. Die aktuellen Ereignisse haben auf dramatische Weise gezeigt, wie wichtig es gerade in Gewässernähe ist, Bäume und Äste aus dem Wald zu räumen.“

Start der Waldzustandserhebung

Wie sich das insgesamt kühlere und feuchtere Wetter in diesem Jahr auf die Wälder auswirkt, untersuchen Expertinnen und Experten aktuell im Rahmen der diesjährigen Waldzustandserhebung. Der Besuch von Ministerin Heinen-Esser markiert zugleich auch den offiziellen Auftakt der diesjährigen Waldzustandserhebung. Der Gesundheitszustand von Bäumen lässt sich gut anhand des Zustandes ihrer Kronen ablesen. Hierbei fließen neben dem Nadel-/Blattverlust auch andere Faktoren, wie die Vergilbung der Blätter, die Fruktifikation sowie biotische und abiotische Faktoren, wie auch das Vorkommen von Totholz und Schadorganismen in die Erhebung ein. Aktuell existieren in Nordrhein-Westfalen 560 Stichprobenpunkte mit ca. 10.300 Einzelbäumen. Die zu begutachtenden Bäume sind dauerhaft markiert und werden jährlich von speziell geschulten Forstleuten aufgenommen.“

Weitere Informationen

Ergebnisse Waldzustandsbericht 2020:

https://www.umwelt.nrw.de/presse/pressemitteilung/wiederbewaldung-mit-mindestens-vier-baumarten-umweltministerium-stellt-waldzustandsbericht-2020-und-wiederbewaldungskonzept-vor-1605867200

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Elektroinnung Ahrweiler: Kostenfreie Reinigung der Zähleranlagen

Ahrweiler – Verschlammte und feuchte Zähleranlagen nicht selbst in Betrieb nehmen. Die Elektroinnung Ahrweiler bietet allen betroffenen Hausbesitzern eine kostenfreie Reinigung ihrer Zähleranlagen an. Bereits seit Samstag, 24. Juli, ist eine Feuerwehreinheit aus Wipperfürth gemeinsam mit einer Elektrofachkraft in den betroffenen Gebieten der Flutkatastrophe unterwegs und übernimmt die Reinigung betroffener Anlagen.

Zunächst werden die Anlagen in Sinzig überprüft. Anschließend wird ahraufwärts eine Reinigung der Zähleranlagen Straße für Straße und Haus für Haus angeboten.

Da viele Zähleranlagen und Stromverteilungen durch Schlamm und Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist eine Reinigung zwingend notwendig. Diese ist jedoch zwingend nur unter Aufsicht einer Elektrofachkraft durchzuführen, da ansonsten die Gefahr eines Stromschlages bestehen könnte!

Sobald die Reinigung der Anlage erfolgt ist, kann durch einen Elektro-Fachbetrieb die Wiederherstellung der Stromversorgung erfolgen. Die Beauftragung eines Elektro-Fachbetriebes ist kostenpflichtig, die Reinigung der Zähleranlagen hingegen kostenfrei.

Weitere Informationen unter www.stromversorgung-ahrweiler.de.

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Soforthilfe Kreis Ahrweiler: Bereits 2,5 Millionen Euro an Betroffene ausgezahlt

Ahrweiler – Mehr als 12 Millionen Euro sind bislang auf dem Spendenkonto der Kreisverwaltung Ahrweiler für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe eingegangen. Durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung konnte die Kreisverwaltung Ahrweiler bereits in den ersten Tagen rund 2,5 Millionen Euro der eingegangenen Spendengelder direkt auszahlen.

„Diese erste Soforthilfe des Kreises dient dazu, den durch das Hochwasser betroffenen Bürgerinnen und Bürger kurzfristig Geld für lebensnotwendige Besorgungen zur Verfügung zu stellen.“ so Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Pro Haushalt werden zwischen 1000 und 2000 Euro bereitgestellt.

Die Beantragung der Soforthilfe des Kreises Ahrweiler ist über die eingerichteten Hotlines der Kreisverwaltung Ahrweiler schnell und unbürokratisch möglich. Die Hotlines sind unter 02641 / 975-960 und -961 von Montag bis Sonntag in der Zeit von 9 bis 20 Uhr erreichbar.

Um den vielen Betroffenen der Flutkatastrophe helfen zu können, ruft der Kreis zu weiteren Spenden auf: Kreissparkasse Ahrweiler, IBAN DE 86 5775 1310 0000 3394 57, Stichwort „ Hochwasserhilfe“.

Wichtig: Die durch den Kreis Ahrweiler ausgezahlte „Soforthilfe“ ist unabhängig von der durch das Land Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellten „Soforthilfe“. Beide Hilfen können unabhängig voneinander beantragt werden. Die Abwicklung der „Soforthilfe des Landes Rheinland Pfalz“ für den Kreis Ahrweiler übernimmt das Statische Landesamt Rheinland-Pfalz. Die Antragsunterlagen finden Sie unter www.kreis-ahrweiler.de.

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Impfung ohne Termin im Impfzentrum Polch ab dem heutigen Montag, 26 Juli

Polch/Mayen-Koblenz – Die Warteliste für Impfungen ist leer, doch es sind noch lange nicht alle Mayen-Koblenzer im impffähigen Alter geimpft. Deshalb bietet das Impfzentrum Mayen-Koblenz (Maifeldhalle, Vormaystraße, 56751 Polch) ab dem heutigen Montag,  26. Juli zu bestimmten Zeiten Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung an. Konkret besteht die Möglichkeit zur Erstimpfung vom 26. bis 29. Juli von 13 bis 15.30 Uhr und am 2., 3. und 5. August von 8:30 bis 14 Uhr.

Impfwillige müssen mindestens 18 Jahre alt sein und für ihre Impfung Personalausweis, Krankenkassenkarte und Impfausweis mitbringen. Jugendliche ab 16 Jahren können im Impfzentrum geimpft werden, wenn ein besonderes Risiko, zum Beispiel durch gewisse Vorerkrankungen, gegeben ist oder sie in einem Beruf des Gesundheitswesens arbeiten oder ausgebildet werden. Grundsätzlich erfolgen Erst- und Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer oder Moderna in einem Abstand von sechs Wochen. Wahlweise und unter vorheriger Risikoabschätzung mit einem Arzt kann auch eine Kreuzimpfung erfolgen. In diesem Fall erhalten die Impflinge beim ersten Termin den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca und vier Wochen später einen mRNA-Impfstoff (kein Wahlrecht).

Angesichts der auch in Deutschland zu beobachtenden Verbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus wird der Bevölkerung nahegelegt, alle Impfangebote anzunehmen. „Vorsicht ist nach wie vor geboten und es ist unverzichtbar, dass wir uns auch weiterhin mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dem Coronavirus entgegenstellen. Dazu gehört vor allem die Impfung möglichst vieler Menschen. Also lassen Sie sich impfen und schützen Sie damit sich und andere“, appelliert Landrat Dr. Alexander Saftig.

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Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen erweitert Katastrophen-Erlass

Region/Düsseldorf – Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen erweitert Katastrophenerlass für Betroffene der Unwetterkatastrophe vom 14. / 15. Juli 2021. Jetzt rund 50 steuerliche Maßnahmen gültig / Weitere Erleichterung für Unternehmen und Betroffene / Minister Lienenkämper: Unmittelbare Unterstützung für betroffene Bürgerinnen und Bürger steht für uns an erster Stelle.

Das Ministerium der Finanzen NRW teilt mit:

Nach der schweren Unwetterkatastrophe durch das Regentief „Bernd“ Mitte Juli und nach den dadurch entstandenen extremen Schäden hat die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung den am 16. Juli 2021 in Kraft gesetzten Katastrophenerlass erweitert und ermöglicht nun – teilweise befristet – rund 50 steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung Betroffener.

„Die Erweiterung des Katastrophenerlasses soll die Betroffenen sowie die Helferinnen und Helfer schnell und unbürokratisch entlasten. Die unmittelbare Unterstützung für betroffene Bürgerinnen und Bürger steht für uns an erster Stelle“, so Lutz Lienenkämper, Minister der Finanzen.

Der geänderte Erlass will es vor allem Unternehmen und Betrieben, die unterstützen wollen, erleichtern, unbürokratisch Hilfe zu leisten, ohne dadurch steuerliche Nachteile befürchten zu müssen.

Erleichterungen und Klarstellungen wurden unter anderem zu den folgenden steuerlich relevanten Sachverhalten geschaffen:

  • Unentgeltliche Hilfeleistungen von Unternehmen an Privatpersonen in Form von Sach- oder Dienstleistungen sowie Nutzungsüberlassungen sind als Betriebsausgabe zu behandeln. Dies gilt, wenn beispielweise ein Baumarkt kostenlos Entwässerungspumpen verteilt oder ein Bauunternehmer Bagger und LKWs zur Verfügung stellt.
  • Arbeitgeber können ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Familien, deren Wohnungen und Häuser durch das Unwetter unbewohnbar geworden sind, vorübergehend Unterkünfte und Verpflegung steuerfrei gewähren.
  • Umsatzsteuerlich werden im Billigkeitswege insbesondere unentgeltliche Zuwendungen von Gegenständen („Sachspenden“), die Überlassung von Wohnraum und unentgeltliche Erbringungen sonstiger Leistungen im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe begünstigt.
  • Unterstützungsleistungen von Freiberuflern und Handwerkern, die über die Spendenaufrufe ihrer Berufskammern und Innungen an die Berufskolleginnen und Berufskollegen für deren Wiederaufnahme der Berufstätigkeit geleistet werden, können als Betriebsausgaben abgezogen werden.

Arbeitslohnspenden können auch zugunsten einer Beihilfe des Arbeitgebers an vom Schadensereignis betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbundener Unternehmen im Sinne des § 15 Aktiengesetz erfolgen.

Zusätzlich sind die Finanzämter angehalten, den Bürgerinnen und Bürgern insbesondere durch die Stundung von Steuern und die Herabsetzung von Vorauszahlungen entgegenzukommen. Bei Fragen zu den steuerlichen Hilfsmaßnahmen können sich von der Hochwasser-Katastrophe Betroffene mit den Finanzämtern vor Ort in Verbindung setzen.

Der aktualisierte Katastrophenerlass ist auf der Website des Ministeriums der Finanzen (www.finanzverwaltung.nrw.de) hinterlegt.

Hintergrund:

Am 16. Juli hatte die Finanzverwaltung bereits im Katastrophenerlass festgelegt, dass unter anderem Sonderabschreibungsmöglichkeiten für den Wiederaufbau möglich sind, davon profitieren Wirtschaft und Privatpersonen. Aufwendungen für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung und für die Beseitigung von Schäden an dem eigengenutzten Wohneigentum können als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden. Darüber hinaus gibt es großzügige Möglichkeiten für die Abzugsfähigkeit von Spenden.