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Kupferstadt Stolberg geht in der Region voran

Stolberg – Kommunale Wärmeplanung und Wasserstoff – Die Stadt Stolberg müsste diese Planung bis spätestens zum 30.06.2028 vorgelegt haben. „Wir sind unserer Zeit hier aber schon deutlich voraus und rechnen mit einer Fertigstellung des Plans bis Mitte 2025“, erklärt Bürgermeister Patrick Haas, der bereits 2021 mit dem Projekt „Grüne Talachse 2030“ gemeinsam mit allen großen Industriebetrieben, der FH Aachen und dem Energieversorger EWV einen Prozess gestartet hat, der die Stadt auch bei der Wärmeplanung in eine „Pole Position“ gebracht hat: „Gemeinsam wollen wir das große Potenzial unserer Schwerindustrie nutzen, um nicht nur die Unternehmen mit grüner, sicherer und kostengünstiger Energie zu versorgen, sondern wo möglich auch die Bürgerinnen und Bürger.“

Schon lange vor dem Gesetz der Bundesregierung arbeiten die Stadt und ihre Projektpartner deshalb im Rahmen der „Grünen Talachse“ an der Errichtung eines Fernwärmenetzes durch die Nutzung der Abwärme von heimischen Industriebetrieben. Das frühzeitige Handeln der Stadt hat auch ganz konkret positive Effekte, erläutert der Bürgermeister: „Wir haben schon Anfang Februar 2023, also deutlich vor dem Gesetz der Bundesregierung, einen Förderantrag zur Erstellung eines kommunalen Wärmeplanes gestellt.“ Mit Erfolg, denn Stolberg hat dafür eine 100-Prozent-Förderung über 114.242 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz erhalten. „Wir wollen, dass die Menschen in Stolberg frühzeitig Planungssicherheit und Fördermöglichkeiten bei der möglichen Umrüstung ihrer Heizung erhalten“, so Haas.

„Der kommunale Wärmeplan wird gebietsscharf darlegen, wo in Stolberg welches Wärmenetz umgesetzt werden kann“, erklärt der Erste und Technische Beigeordnete Tobias Röhm und hebt zugleich hervor, dass die Stadt Stolberg durch das frühzeitige Beantragen der Förderung weitere Vorteile hat: „So haben wir nicht nur die Förderung überhaupt noch erhalten, sondern hatten es auch deutlich leichter, mit der EWV einen kompetenten Anbieter zur Erstellung unserer Wärmeplanung zu finden.“

Die Planungen für das Fernwärmenetz im Strukturwandelprojekt „Grüne Talachse“ laufen indes parallel weiter. Zur Versorgung bieten sich insbesondere Gebiete entlang der Innenstadttalachse besonders an. Auch hier spielt die EWV als ausführender Projektpartner eine wichtige Rolle. Aktuell laufen die Abstimmungen mit infrage kommenden Unternehmen zur Bereitstellung der Abwärme. Im Anschluss sollen Fördermittel für die Erstellung einer Planung beantragt werden, so dass in rund 3 Jahren bereits mit dem Bau des Fernwärmenetzes begonnen werden könnte.

Ein weiterer wichtiger Pfeiler der „Grünen Talachse“ ist die Verfügbarkeit von Wasserstoff für die Stolberger Industrie. Aktuell bemüht sich die Stadt Stolberg um einen Anschluss an das bundesweite Wasserstoffkernnetz. „Die Wahrscheinlichkeit, dass unmittelbar an Stolberg vorbei oder sogar durch die Kupferstadt hindurch einer der Korridore des durch die Bundesregierung beschlossenen Wasserstoffkernnetzes läuft, ist sehr hoch“, sagt Peter Wackers, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung der Kupferstadt Stolberg. „Für unsere Unternehmer wäre eine Anbindung an das Wasserstoffkernnetz sowohl regional, als auch global gesehen ein weiterer wichtiger Standortvorteil“ so Wackers weiter. Die Kupferstadt könnte nach derzeitigem Stand gegen 2030 einer der ersten Kommunen in der gesamten Region sein, die in großen Mengen Wasserstoff aus einer Pipeline abnehmen könnte.

 

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Drohnen im grenz-überschreitenden Sucheinsatz – Bald Alltag in der Euregio?

Aachen – Geht es nach Professor Dieter Moormann vom RWTH-Institut für Flugsystemdynamik, ist das Motto „Grenzenlos fliegen – grenzenlos retten“ des Forschungsprojekts „GrenzFlug+“ am liebsten schon morgen Wirklichkeit. Zusammen mit Tema AG, Vodafone AG, Deutsche Flugsicherung GmbH, Stadt Aachen und der Städteregion Aachen stellvertretend für den grenzüberschreitenden Zusammenschluss EMRIC, hat er das Projekt „GrenzFlug+“ entwickelt: Der Einsatz von Drohnen soll bei der Suche nach vermissten Personen grenzüberschreitend alltagstauglich werden. Mittels 5G-vernetzter unbemannter Flugsysteme kann in schwierigem Gelände rascher und effizienter nach einer vermissten Person gesucht werden. Die aufgenommenen Daten werden den Rettungskräften über Virtual Reality zur Verfügung gestellt.

Wie dies konkret funktioniert, konnten Interessierte jetzt in einer Live-Demonstration am Dreiländereck erleben. „Der Einsatz von vollautomatisierten Flugsystemen ist witterungsunabhängig bei Tag und Nacht möglich, verkürzt die Suchzeit nach einer vermissten Person gerade in unwegsamem Gelände, macht die Einsatzplanung der Rettungskräfte effizienter, entlastet den Straßenverkehr und hilft vor allem, Leben schneller zu retten“, so Dieter Moormann. Das Ziel sei, in der Zukunft auf jeder Feuerwache eine Drohnenstation zu installieren.

Diesen Ansatz unterstützt auch NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer, der die Suchmission per Mausklick startete: „Der Einsatz von Drohnen hat sich in den letzten Jahren zu einem unverzichtbaren Bestandteil für Hilfs- und Rettungseinsätze aller Art entwickelt. Drohnen sind schnell und hocheffizient und können schwer zugängliche Gebiete erreichen. Mit dem Projekt Grenzflug+ konnten jetzt erstmalig nach den neuen EU-Regularien Betriebsgenehmigungen für grenzüberschreitende Flüge unbemannter Luftfahrzeuge außerhalb der Sichtweite eingeholt werden. Es ist ein Meilenstein grenzüberschreitenden Rettens.“

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, die als städtische Projektpartnerin gleichfalls anwesend war, ist zuversichtlich: „Mit diesem Projektabschluss gehen wir schon den nächsten Schritt hin zu einer Zeit, in der Drohnen im grenzüberschreitenden Such- und Rettungseinsatz zum Wohl der Menschen alltäglich werden.“ Weiter unterstrich sie: „GrenzFlug+ ist ein exzellentes Beispiel für den lebendigen Technologie- und Innovationstransfer, der Aachen so besonders macht. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern bringen wir die Region so auch über die Grenzen hinweg zusammen und fördern eine dynamische und vielfältige Innovationskultur.“ Das Interesse daran ist gegenseitig. Auch Amtsträger und Feuerwehren des belgischen Kelmis und niederländischen Vaals waren bei der Demonstration dabei.

Städteregionsrat Tim Grüttemeier wertete die Abschlussdemonstration als gelungenes Ergebnis einer mehrjährigen Forschung und intensiven Zusammenarbeit: „In der StädteRegion Aachen haben wir schon 2018 die ‚Ferngesteuerte Lageerkundungseinheit FLE‘ gegründet: Damals waren wir mit der Aufklärungseinheit ein Sonderling – heute wird der Einsatz zunehmend Standard. Die beiden FLE-Einheiten mit rund 30 Personen bestehen übrigens zu großen Teilen aus freiwilligen Feuerwehrleuten und Kräften anderer Hilfsorganisationen. Auch hier sieht man exemplarisch wieder, wie wichtig die Verzahnung von Hauptamt, Ehrenamt und Wissenschaft für uns alle ist.“

Das Forschungsprojekt „GrenzFlug+“ ist die Weiterentwicklung seines Vorgängers „GrenzFlug“. Aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages wurde es gefördert durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.grenzflugplus.de

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Polizei in Rheinland-Pfalz ist Teil des Sicherheits-Knotenpunkts zur EM 2024

Region/Mainz – In drei Wochen taucht Deutschland ins Fußballfieber ein. Während die Sportfans schon in Vorfreude sind, trifft die Polizei auch in Rheinland-Pfalz Vorbereitungen, damit die sportliche Großveranstaltung so sicher wie möglich ablaufen kann.

„Zur Bündelung aller sicherheitsrelevanter Informationen hat sich die Einrichtung eines ‚International Police Cooperation Centers‘ (IPCC) bewährt. Es ist zentraler Knotenpunkt der nationalen und internationalen Sicherheit. Natürlich beteiligt sich die rheinland-pfälzische Polizei entsprechend. Gerade unsere erfahrenen Polizeibeamtinnen und -beamten mit Kenntnissen der jeweiligen Fanszenen im ganzen Land und aus der internationalen Zusammenarbeit beim Landeskriminalamt bringen wichtige Expertise ein“, sagte Innenminister Michael Ebling.

Sechs rheinland-pfälzische Polizeibeamtinnen und -beamte werden im IPCC selbst in Neuss (Nordrhein-Westfalen) eingesetzt. Die Einsatzkräfte dort werden unter anderem den teilnehmenden Nationalmannschaften als Begleitkräfte zugewiesen und sind Teil der polizeilichen Delegation. Aber auch auf den Aufenthalt der slowakischen Nationalmannschaft in Mainz und ein angekündigtes dänisches Fancamp in Bad Dürkheim bereitet sich die Polizei derzeit intensiv vor.

„Ein solches Großereignis erfordert bundesweit eine hohe Anzahl von Einsatzkräften, um die Sicherheit in und um die Stadien und den Fanzonen zu gewährleisten. Auch hier leistet Rheinland-Pfalz seinen Beitrag und wird die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Bundesländern natürlich bestmöglich unterstützen. Hier werden insbesondere die Bereitschaftspolizei, die Polizeihubschrauberstaffel, aber auch unsere Diensthundeführer, gefragt sein“, so Ebling.

 

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Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat gegen den Landrat des Kreises Düren, Wolfgang Spelthahn, ein Ermittlungs-Verfahren eingeleitet

Düren – Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat gegen Landrat Wolfgang Spelthahn wegen des „Anfangsverdachtes der Bestechlichkeit“ ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem Großeinsatz gegen Organisierte Schleuserkriminalität Mitte April. Diese Information erreichte den Kreis Düren heute über die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Düsseldorf.

Welcher Art genau die Verdachtsmomente sind, ist Landrat Wolfgang Spelthahn nicht bekannt. „Ich weiß nicht, weshalb ich konkret beschuldigt werde.“ Er sei fassungslos. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen und werde alles tun, um diesen Anfangsverdacht zu entkräften.“

Landrat Wolfgang Spelthahn wird nun über den beauftragten Anwalt bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Akteneinsicht beantragen, um die Hintergründe für die Ermittlungen zu erfahren. Zudem hat er heute die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag und den Regierungspräsidenten informiert. Um in jeder Hinsicht zur vollständigen Aufklärung beizutragen, hat Landrat Wolfgang Spelthahn überdies  ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst eingeleitet.

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Der CHIO Aachen Scientist Circle – CHIO Aachen könnte Vorbildfunktion für andere Turniere haben

Aachen – Wissenschaftliches Monitoring zum Wohlergehen der Pferde wird ausgeweitet – Ein zufälliges Treffen bei einer Veranstaltung brachte den Stein ins Rollen: Birgit Rosenberg, Vorstandsmitglied des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), und Prof. Dr. Dirk Winter kamen ins Gespräch zum Thema wissenschaftliche Beleuchtung des Tierwohls. Einige Telefonate und wenige Monate später war ein bedeutendes Projekt geboren: der CHIO Aachen Scientist Circle.

Dieser Zusammenschluss besteht aus acht Wissenschaftlern und Pferdefachleuten aus Deutschland, Belgien und der Schweiz und beschäftigt sich unentgeltlich mit dem Wohlergehen von Sportpferden. Die Frage, die bereits im Rahmen des CHIO Aachen 2023 thematisiert worden ist, lautet: Wie geht es den Turnierpferden in ihrer Haltung beim CHIO Aachen im Vergleich zu ihrem Heimatstall? Ziel der Untersuchung ist es, fundierte Daten zum Status Quo zu sammeln und Möglichkeiten zu finden, den Aufenthalt für die Pferde in Zukunft noch angenehmer zu gestalten, um ihnen bestmögliche Bedingungen zu bieten. Mit dabei waren im ersten Jahr vier internationale Turnierpferde, die per KI-gestützter Kameratechnik rund um die Uhr beobachtet wurden und deren Stresslevel unter anderem anhand des Cortisol-Levels im Kot bestimmt wurde.

Die ersten Auswertungen stimmen die Wissenschaftler optimistisch. „Positiv ist uns bei der Beobachtung aufgefallen, dass die Pferde beim Turnier in Aachen zwar längere Verweilzeiten in der Box hatten als im Heimatstall, aber sie wurden viel beschäftigt und bewegt“, erläutert Prof. Winter, Studiendekan Pferdewirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Weil den Wissenschaftlern des CHIO Aachen Scientist Circles das Thema sehr wichtig ist und die Untersuchungen bei den kommenden Turnieren noch ausgeweitet werden sollen, erhalten sie inzwischen Hilfe von Doktorandin Leonie Krüger. Sie kümmert sich in ihrer Promotion unter anderem um die Auswertung der bisher gesammelten Daten. Die Cortisol-Proben beim Turnier 2023 umfassen vier Tage im Heimatstall, den Transport nach Aachen, das Training und den Wettkampf vor Ort, den Transport zurück und die anschließenden drei Tage zu Hause.

Leonie Krüger berichtet von der Auswertung der Proben aus der Pilotstudie: „Cortisol wird ausgeschüttet bei physischem und psychischem Stress, deshalb gab es einen Anstieg am Wettkampftag. Der ist völlig logisch. Die Kurve würde beim Reiter wahrscheinlich ähnlich aussehen. Die weiteren Cortisol-Werte, die während des Aufenthalts der Pferde in Aachen erhoben wurden, lagen auf einem ziemlich niedrigen Niveau.“ Die Wissenschaftlerin ordnet diese ersten Ergebnisse wie folgt ein: „Der Transport und das Training in Aachen hatten in Bezug auf das Stresslevel offenbar keine großen Auswirkungen. Und wir konnten feststellen, dass die Pferde nach dem Wettbewerb zu Hause auch schnell wieder auf dem Level von vor dem Turnier sind.“

Aus Pilotstudie wird Versuchsplan für die kommenden Jahre

Krüger und Winter warnen davor, die ersten Erkenntnisse überzubewerten oder falsch zu interpretieren. „Wissenschaft braucht Zeit. Wir können noch keine fundierten, endgültigen Aussagen treffen“, betont die Doktorandin. Winter ergänzt: „Wir haben jetzt eine erste Auswertung, aber mit vier Pferden können wir noch keine Ableitungen oder allgemeingültige Aussagen treffen.“ Um das zu ändern, sollen schon beim CHIO Aachen 2024 deutlich mehr Pferde – mindestens zwölf – an der Studie teilnehmen.

„Unser Blick geht in die Zukunft. Wir werden aus der Pilotstudie den Versuchsplan für die nächsten Jahre erarbeiten. Der muss sinnvoll sein und die richtigen Parameter abdecken, damit wir dann auch wirklich wissenschaftlich fundierte Aussagen über das Wohlergehen der Pferde in ihrer Haltung auf dem Turnier treffen können“, erläutert Leonie Krüger. Unter anderem soll das Monitoring per Kamera mit direkter Tierbeobachtung ergänzt werden. Darüber hinaus sollen künftig auch die wesentlichen Stallluftfaktoren sensorisch ermittelt werden. Mit etwa 30 bis 40 Pferden in einem Gesamtzeitraum von drei Jahren werde es dann auch möglich sein, eine fundierte Aussage treffen zu können. Ein Endergebnis im klassischen Sinne erwarten die Wissenschaftler aber nicht. „Es wird immer neue Faktoren geben, die das Tierwohl beeinflussen und die wir untersuchen müssen“, sind sie sich einig. Daher wird sich der CHIO Aachen Scientist Circle auch langfristig dem Themenkomplex Tierwohl widmen.

Um in Zukunft sicherzustellen, dass die Pferde bestmöglich beobachtet werden, könnte sich Prof. Dr. Winter vorstellen, die Boxen in Aachen grundsätzlich mit Kameras auszustatten. „So könnten Veranstalter und Reiter zeigen, dass zum Beispiel die Haltungsparameter engmaschig kontrolliert werden.“ Zudem werden weitere Möglichkeiten geprüft, wie zusätzliche Aspekte rund um das Thema Tierwohl untersucht werden können. „Wir beschäftigten uns aktuell mit der Anwendbarkeit von weiteren innovativen technischen Verfahren“, verrät Winter.

Möglicherweise könnte der CHIO Aachen so auch eine Vorbildfunktion für andere Turniere haben, wenn auch die Bedingungen für die Pferde überall unterschiedlich sind. Prof. Dr. Dirk Winter ist überzeugt: „Aachen ist das wichtigste Turnier weltweit. An den Standards, die wir hier bestmöglich erarbeiten, könnten andere Veranstalter sich künftig orientieren.“

Alle Infos zum Scientist Circle finden Sie hier.

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Hydrogen Hub Aachen drängt auf gesicherten Zugang zu Wasserstoff

Aachen – Der Hydrogen Hub Aachen fordert geeignete Rahmenbedingungen für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in der Region Aachen. Das regionale Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung setzt sich für die Transformation von Verteilnetzen ein. „Ohne Zugang zu sicherer und bezahlbarer grüner Energie ist die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährdet. Es besteht die Gefahr, dass die Industrie buchstäblich den Anschluss verliert“, betont Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen.

Ab 2028 könne die Region Aachen laut belgischen Netzbetreibern über das Fernleitungsnetz mit Wasserstoff versorgt werden. Da jedoch kaum ein Unternehmen direkt an das Kernnetz angeschlossen sei, sei es notwendig, schnellstmöglich die Infrastrukturen für die Versorgung in der Fläche zu planen und zu bauen. Gerade energieintensive Unternehmen, die ihre Prozesse nicht einfach elektrifizieren können, seien auf eine Versorgung über die Verteilnetze angewiesen, macht Bayer deutlich.

Vor diesem Hintergrund kritisiert der IHK-Hauptgeschäftsführer die Planungen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) im „Green Paper“, das einen Rückbau und die Stilllegung der vorhandenen Gasverteilnetze vorsieht. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar, denn es werden keine Ansätze zur Transformation der Netze geliefert. Dabei verfügt die Region Aachen durch die strategisch günstige Grenzlage über eine hervorragende Ausgangssituation. Ohne Verteilnetze können wir diese Chance jedoch nicht nutzen.“

Er fordert: „Wir benötigen Rahmenbedingungen für den Weiterbetrieb der Netze mit grünem Wasserstoff. Bei der Netzplanung sind die Bedarfe der Industriebetriebe zu berücksichtigen. Gleichzeitig könnten Unternehmen über dezentrale Elektrolyseprojekte ihre eigene Wasserstoffversorgung aufbauen. Auch hierfür muss die Politik die Voraussetzungen schaffen.“

Warum die Bedarfe der Industrie in der Region in der Netzplanung berücksichtigt werden müssen, macht der Unternehmer Peter Greven aus Euskirchen deutlich: „Es ist wichtig, dass sich der Mittelstand aktiv in die Wasserstoff-Diskussion einbringt, da sonst die Gefahr besteht, dass der Anschluss mittelständischer Betriebe unberücksichtigt bleibt und die Option Wasserstoff damit wegfällt.“

Auch die übrigen Partner des Hydrogen Hubs setzen sich aktiv dafür ein, die Transformation der Verteilnetze voranzutreiben. „Um die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Kreises zu sichern, ist die Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur ein wichtiger Bestandteil. Wir wollen unsere Betriebe bei der Transformation der Energieversorgung unterstützen. Gemeinsam mit unseren Partnern im Kreis sowie im Hydrogen Hub Aachen schauen wir kritisch auf die Diskussionen um das zukünftige Wasserstoff-Kernnetz. Es braucht dringend einen Ausspeisepunkt, der dann die Verteilnetze in den Kreis Euskirchen versorgen kann. Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein“, betont Markus Ramers, Landrat des Kreises Euskirchen.

Über den Hydrogen Hub Aachen: 

Im Hydrogen Hub Aachen arbeiten Stadt und Städteregion Aachen, die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg sowie die IHK Aachen gemeinsam daran, die Region zu einem Hotspot der Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland zu machen. Unterstützt werden sie dabei von der AGIT mbH.

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Das Wunder von Leverkusen – Ungeschlagen Deutscher Fußball Meister 2024

Region/Leverkusen – Ein unbeschreiblicher Tag – In der Partie in der ausverkauften BayArena besiegte die Werkself am Samstag Augsburg mit 2:1. Was danach folgte, bleibt für immer: Nach Abpfiff bekam die Mannschaft die Meisterschale übergeben – 120 Jahre nach der Vereinsgründung, 45 Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg war es endlich soweit. Kapitän Lukas Hradecky streckte in einem hochemotionalen Moment die Schale in die Luft. Im Anschluss drehte das Team eine einzigartige Ehrenrunde durch das Stadion, zudem flog ein Flugzeug mit einem „Deutscher Meister“-Banner über die BayArena. Besonders schön: Das Gemeinschaftsgefühl zwischen Mannschaft und Fans. Hradecky kletterte zum Abschluss aufs Vorsänger-Podest der Nordkurve und überreichte den Fans die Meisterschale. Wenig später kam auch noch Xabi Alonso dazu. Zusammen stemmten Cheftrainer und Kapitän noch einmal die Schale in die Höhe. Gemeinsam feierten sie mit den Fans diesen bedeutsamen Moment. Unglaubliche Bilder! Das perfekte Ende einer atemberaubenden Bundesligasaison. Stimmen: „Werden diesen Tag niemals vergessen“

Fernando Carro, Vorsitzender der Bayer 04-Geschäftsführung, sagte nach Abpfiff: „Auf dieses Erlebnis haben viele Fans sehr, sehr lange gewartet. Ich war gestern noch bei einem Fanclub, da fahren seit 40 Jahren die Leute überall mit hin. Es ist schon etwas ganz besonderes. Die Fans haben uns auch in schwierigen Zeiten unterstützt – nicht nur jetzt, wo wir erfolgreich sind. Das ist ein ganz wichtiger Faktor für den gemeinsamen erfolgreichen Weg.“

Geschäftsführer Sport Simon Rolfes betonte: „Wir geben dem Anlass heute Abend noch einen würdigen Rahmen, das wird schön für alle Mitarbeiter. Aber für die Mannschaft wird der Abend etwas kürzer. Wir haben in der kommenden Woche noch so einiges vor.“ Die gesamte Mannschaft sowie alle Mitarbeiter von Bayer 04 ließen den unbeschreiblichen Tag gemeinsam mit einer internen Feier ausklingen. Über Florian Wirtz sagte Rolfes zudem folgendes: „Flo ist ein Geschenk für unseren Verein. Nicht nur seine Straßenfußballer-Fähigkeiten, sondern auch seine Sieger-Mentalität und sein hoher Einsatz, den er für das Team einbringt, sind großartige Gabe. Deshalb lieben ihn die Leute hier auch so sehr.“

Coach Alonso sagte nach der Partie: „Einer der vielen Schlüssel für den Erfolg ist die enge Verbindung, die wir zu den Fans aufgebaut haben. Sie haben uns immer unterstützt und wir sind sehr dankbar, dass sie immer für uns da sind. Wir werden diesen Tag niemals vergessen, an dem wir die Schale hochgehalten haben.“

Jonathan Tah, seit 2015 bei Bayer 04, erklärte im Nachgang: „Nach so vielen Jahren und so vielen Spielen unterm Kreuz fühlt es sich unfassbar an, diese Meisterschale hochheben zu dürfen. Xabi hat die ganze Mannschaft besser gemacht, er ist ein überragender Trainer und Mensch.“ Jonas Hofmann betonte: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, die Meisterschale in die Höhe zu strecken. Da will man immer mehr. Ich bin schon nach Leverkusen gekommen, um einen Titel zu gewinnen. Und mit den Neuzugängen, mit Xabi – das hat alles super gepasst. Wir sind sehr froh.“

Statistik: Geschichte geschrieben

In 61 Bundesliga-Jahren gab es 1.096 Mannschaften und nur eine davon beendete eine Saison ohne Niederlage: Bayer 04. Für die Leverkusener stehen am Ende 28 Siege und sechs Remis. Hradecky und Xhaka sind im Übrigen die einzigen beiden Werkself-Profis, die bei allen 28 Siegen auf dem Platz standen. Das Duo stellt damit den Rekord von Manuel Neuer (FC Bayern, 2015/16) ein, der zuvor der einzige Spieler mit 28 Siegen innerhalb einer Bundesligasaison war.

Darüber hinaus ist die Werkself erst das zweite Team der Bundesliga-Historie, das in einer kompletten Saison keinen Punkt nach einer Führung verspielte, zuvor gelang das nur dem FC Bayern München 2011/12. Zudem ist Bayer 04 auch der zweite Klub, der die 90-Punkte-Marke in einer Bundesligasaison erreicht hat.

Und das sind die Zahlen zum Spiel gegen Augsburg: Es fielen 30 Torschüsse, 20 davon gab die Werkself ab, die zusätzlich 65,1 Prozent Ballbesitz verbuchte. Schwarz-Rot spielte darüber hinaus 735 Pässe (Passquote: 92 Prozent), Augsburg derweil 389 (Passquote: 82 Prozent).

Ausblick: Final-Woche in Dublin und Berlin

Weiter geht es für die Werkself mit zwei Endspielen. Zunächst trifft Bayer 04 im Finale der UEFA Europa League am Mittwoch, 22. Mai (Anstoß: 21 Uhr), in der Dublin Arena auf Atalanta Bergamo. Drei Tage später, am Samstag, 25. Mai (Anstoß: 20 Uhr), folgt das DFB-Pokalfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern im Berliner Olympiastadion.

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Pastoraler Raum Daun stellt Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt vor

Daun – Hinsehen statt wegschauen: So könnte das Motto des  Schutzkonzepts des Pastoralen Raums Dauns zur Prävention sexualisierter Gewalt vereinfacht lauten. Das Ziel: die zugehörigen Pfarreien, Institutionen und Orte zu einem sicheren Raum für alle werden lassen, insbesondere für Kinder, Jugendliche und schutzbefohlene Erwachsene. Vorgestellt wurde das institutionelle Schutzkonzept am 15. Mai in Nerdlen vor rund 40 interessierten Haupt- und Ehrenamtlichen. Dazu eingeladen hatten Stefan Becker und Dekan Jonas Weller vom Leitungsteam des Pastoralen Raums.

Stefan Becker, als Gemeindereferent selbst 17 Jahre in der Jugendarbeit engagiert, stellte gleich zu Beginn klar, dass das nun geltende Schutzkonzept nicht in Stein gemeißelt sei, sondern stetig evaluiert und weiterentwickelt werde. Das 27 Seiten starke Heft im DinA5 Format, das bald auch online auf den Seiten des Pastoralen Raums und der Pfarreien abrufbar sein wird, umfasst Eckpunkte zu Beschwerde- und Beratungswegen, zur Personalauswahl und -fortbildung,  zum Qualitätsmanagement oder zu Dienstanweisungen und hausinternen Regelungen. Hinzu kommen ein Verhaltenskodex, ein  anschaulich aufbereiteter Interventionsplan und eine Selbstverpflichtungserklärung.

Achtsamer und wertschätzender Umgang

Becker griff einige Punkte des Verhaltenskodex heraus, der unter anderem Themen wie Nähe und Distanz, Beachtung der Intimsphäre, Sprache und Wortwahl, die Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken oder auch angemessener Körperkontakt im Umgang mit Kindern und Jugendlichen benennt. Diese verknüpfte er mit konkreten Beispielen, denn das Konzept solle „praxisnah sein und nicht in einer Schublade verstauben“, wie er betonte. Dabei gelte es nicht, in kirchlichen Bereichen Mitarbeitende unter Generalverdacht zu stellen, sondern eine „Kultur der Achtsamkeit“ zu fördern, die auch den Hauptamtlichen mehr Sicherheit und Orientierung für ein korrektes Verhalten biete.

Ob Toben oder Fangenspielen im Zeltlager, ob Einzelgespräch mit einem Seelsorger beim Firmunterricht, ob Hilfestellung beim Ankleiden eines Messdieners oder das Fotografieren von Kindern bei einer Ferienfreizeit: All diese Situationen forderten einen achtsamen, wertschätzenden Umgang und das Bewusstsein, dass mit der Macht als Betreuungsperson oder Seelsorgende eine große Verantwortung einhergehe. Grundsätzlich gelte für alle in der Jugendarbeit Tätigen, dass sie alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und eine Präventionsschulung absolvieren müssen.

Mit Transparenz Vertrauen zurückgewinnen

Pamela Diederichs von der Fachstelle Jugend Wittlich, die bei der Erstellung des Konzepts als pädagogische Fachreferentin mit Rat zur Seite gestanden hatte, skizzierte die Ausgangslage für das Konzept: Die Kirche befinde sich im Umbruch, neben gesellschaftlichen Veränderungen hätte vor allem die Aufdeckung sexueller Missbrauchstaten einen massiven Vertrauensverlust für die Kirche bedeutet. „Wenn wir eine diakonische, also nah bei den Menschen agierende Kirche sein wollen, erreichen wir das nur durch Transparenz und indem wir für die Leute ein sicheres Umfeld schaffen, in dem sie sich geborgen fühlen.“ Dieser Auftrag könne nur gelingen, wenn sich möglichst viele Menschen in den Gemeinden davon ansprechen lassen und Zivilcourage zeigten, um alte Machtstrukturen aufzubrechen.

Seinen besonders großen Dank richtete Dekan Jonas Weller an das „Präventionsteam“ von Ansprechpersonen aus allen Pfarreien, das sich ebenfalls vorstellte. Sechs Ehrenamtliche und die beiden Hauptamtlichen Stefan Becker vom Leitungsteam und Gemeindereferentin Martina Phlepsen  werden künftig erreichbar sein, wenn es um das Thema sexualisierte Gewalt geht. „Mein großes Anliegen ist, an einem anderen Bild von Kirche mitzuwirken“, betonte Hannah Wirtz aus der Pfarrei Daun. Dazu treffe sich das Team regelmäßig, nehme an Fachtagungen und Schulungen zum Thema teil. Dekan Weller lobte die Bereitschaft, das Thema wachzuhalten und sich zu engagieren: Wir möchten zeigen, dass wir trotz aller Negativschlagzeilen intensiv daran am Arbeiten und auf einem guten Weg sind.“ Von den jüngeren Leuten im Publikum kam dann auch der Vorschlag, das Schutzkonzept nicht nur an die Mitarbeitenden zu verteilen, sondern auch an die Eltern und Großeltern derer, um die es gehe: „Ich finde, dass es professionell wirkt und Sicherheit gibt, wenn die Familie weiß, wo sie ihr Kind hingibt. Dass die Leute dort geschult sind und es einen Verhaltenskodex gibt. Damit darf man doch durchaus werben“, fand die 19-jährige Johanna Otten.

Das Schutzkonzept gibt es in den nächsten Tagen unter: www.pr-daun.de.

  

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„SolAixQ – Solar lernen im Aachener Quartier“

Aachen – Qualifizierungsangebot zur Installation von Photovoltaik-Anlagen erfolgreich gestartet – Um als Stadt nachhaltig klimaneutral zu werden, ist ein Ausbau der Photovoltaik-Anlagen auf den Aachener Dächern notwendig. Dies führt selbstverständlich auch zu einem höheren Bedarf an Monteur*innen in diesem Bereich. Diesen beiden Herausforderungen begegnet das Projekt „SolAixQ“ mit der Qualifizierung zum/r „Solarhelfer*in“.

Gemeinsam mit den Projektpartner*innen vom Sozialwerk Aachener Christen e.V. und der low-tec gemeinnützigen Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Düren mbH sowie in enger Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Aachen, dem Jobcenter und der Fachinnung für Elektrotechnik der Kreishandwerkerschaft ist es der Stadt Aachen gelungen, ein wegweisendes und einmaliges Qualifizierungsangebot im Handwerk zu entwickeln. Insgesamt sollen innerhalb des Projektes bis Juni 2026 300 Menschen qualifiziert werden und im Handwerk eine nachhaltige Perspektive finden. „Wir bieten den Teilnehmenden mit dieser Qualifizierung eine Plattform für die Zukunft“, sagt Frank Denker, Projektleiter bei der low-tec gemeinnützigen Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Düren mbH.

Das Qualifizierungsangebot richtet sich speziell an Langzeitarbeitslose und Geflüchtete. Durch eine sechsmonatige Schulung werden die Teilnehmenden fachtheoretisch und -praktisch, aber auch persönlich auf ihre zukünftige Tätigkeit vorbereitet. Praktika ermöglichen Einblicke in das Berufsfeld und die Möglichkeit, sich mit potenziellen Arbeitgeber*innen in der Region zu vernetzen. Damit ergibt sich die besondere Chance, unmittelbar eine Beschäftigung im Wachstumsmarkt der Photovoltaik-Anlagen-Installation zu finden. Die ersten Teilnehmenden sind begeistert: „Eine Qualifizierung, die mir die Möglichkeit gibt, ein einem zukunftsorientierten Job eine Anstellung zu finden“, so Tornike Zirkadze, einer Teilnehmenden.

Ein weiterer elementarer Baustein des Projekts ist die Förderung der Unternehmen vor Ort. Primäres Ziel ist es, die Unternehmen, darunter kleine und mittelständische Unternehmen, Startups und das Handwerk, in den Fördergebieten Aachen-Nord und Aachen-Ost mit Blick auf die zentralen Herausforderungen wie den Fachkräftemangel, den Klimawandel und die Digitalisierung zu fördern, zu beraten und zu vernetzen.

Das Projekt wurde der Politik in verschiedenen städtischen Ausschüssen vorgestellt und wegen seines lösungsorientierten und praktikablen Ansatzes begrüßt. Auch auf der offiziellen Auftaktveranstaltung des Fördermittelgebers in Berlin am vergangenen Freitag (10. Mai) wurde das Projekt als innovativ gelobt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie über den Europäischen Sozialfonds.

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„Es wird nie mehr so wie früher, sondern es wird anders“

Ahrweiler – Seit über 50 Jahren ist die Beratungsstelle Ahrweiler für Menschen da und versteht sich als wichtigen Grundpfeiler in der psycho-sozialen Versorgung im Ahrtal. Die allgemeine Nachfrage nach psycho-sozialer Unterstützung war auch im Jahr 2023 sehr hoch und mit langen Warte- und Leidenszeiten verbunden. Obwohl auch in der Lebensberatungsstelle Ahrweiler die Nachfrage von Ratsuchenden sehr stark war, versuchte man, so schnell, gut und kompetent wie möglich Hilfen anzubieten. Das schreibt die Lebensberatungsstelle im Vorwort ihres kürzlich veröffentlichten Jahresberichts 2023. Zwar ließen die Auswirkungen von Corona im vergangenen Jahr spürbar nach, aber Kriege und Krisen in der Welt wirken sich auch hier aus. Und auch die Flut mit allen Folgen gehört zur Biografie der von ihr betroffenen Menschen. Immer noch gehe es darum, Erlebtes gemeinsam auszuhalten und mit der Zeit besser verarbeiten zu können. „Es wird nie mehr so wie früher, sondern es wird anders“, heißt es im Jahresbericht.

Seit nun über 50 Jahren bringt sich die Lebensberatung ein, ist für Menschen da und versteht sich als wichtigen Grundpfeiler in der psycho-sozialen Versorgung im Ahrtal. Oft sind die Beraterinnen und Berater erste Anlaufstellen für Ratsuchende und Institutionen, die Beratung und Begleitung und manchmal auch einen Wegweiser zur richtigen Anlaufstelle benötigen. Vernetzt in die psychosoziale Infrastruktur stimmt sich das Team mit den jeweils zuständigen Kooperationspartnern im Kreis ab, um für die Menschen das beste Angebot bereit zu halten.

830 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im vergangenen Jahr Hilfe bei der Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Ahrweiler gesucht; zusätzlich nahmen 1.035 Menschen an offenen Sprechstunden, Elternabenden und Weiterbildungen teil. 

Die Gründe für die Kontaktaufnahme waren im vergangenen Jahr auch wieder vielfältig: Bei Kindern und Jugendlichen überwiegen laut Jahresstatistik Trennung und Umgangs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten der Eltern, Erschöpfung und Ängste der jungen Hilfesuchenden sowie Mobbing und schulische oder berufliche Probleme. Erwachsene litten vor allem unter Kommunikationsproblemen, Erschöpfung und Überbelastung – auch durch kritische Lebensereignisse – sowie unter depressiven Verstimmungen und Depressionen.

Regelmäßige Angebote

Das Beraterteam um Leiter Christof Ewertz bietet regelmäßige Sprechstunden für Schülerinnen und Schüler und Eltern in verschiedenen Schulen im Ahrtal an. 

Das Fluthilfeprojekt „Weiter geht‘s” richtet sich an Kinder und Jugendliche, die im Rahmen der Flutkatastrophe traumatische Erfahrungen gemacht haben, unterstützt sie, ihre Familien und soziale Systeme bei der Verarbeitung des Erlebten und hilft dabei, die Entstehung chronifizierter psychischer Erkrankungen zu vermeiden.

„Ich kann auch anders” heißt ein Selbstbehauptungs- und Selbstsicherheits-Training das seit 2017 zweimal jährlich für Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren angeboten wird.

Auf www.ahrweiler.lebensberatung.info können Betroffene zeit- und ortsungebunden das gesamtes Beratungsangebot über eine geschützte Mailverbindung erhalten. Auch Anmeldungen sind online möglich.

Die Lebensberatung hat ihren Sitz in der Altenbaustraße 2 in Bad Neuenahr-Ahrweiler und ist erreichbar unter Tel.: 02641-3222 oder per E-Mail an sekretariat.lb.ahrweiler@bistum-trier.de

Lebensberatung im Bistum Trier

Im Jahr 2023 hat das Bistum Trier 3,24 Mio. Euro für seine 20 Beratungsstellen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland aufgewendet. Hinzu kommen die Landes- und Kommunalzuschüsse von insgesamt rund 4,12 Mio. Euro. Die 20 Beratungsstellen erbrachten 10.094 Beratungsleistungen mit denen 21.514 Personen erreicht wurden. Damit werden für jede Person ca. 342 Euro Steuer- und Kirchensteuergelder eingesetzt.

Für die Ratsuchenden ist die Beratung kostenfrei.