Wirtschafts- und Verkehrsministerin von Rheinland-Pfalz - Daniela Schmitt. Foto: Jan Hosan
Region/Mainz – Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe, die von der Flut im Juli betroffen waren, bekommen 100 Prozent ihrer Gutachterkosten erstattet. Die Gutachten sind notwendig, um Wiederaufbauhilfen zu beantragen. Bisher erhielten die Betriebe lediglich 80 Prozent der Kosten. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt hat sich für eine Neureglung in enger Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern eingesetzt.
„Ich begrüße sehr, dass es nun möglich ist, die Gutachterkosten für Unternehmen vollständig zu fördern. Wir müssen verhindern, dass Betriebe, die unverschuldet – vom Schicksal getroffen – um ihre Existenz kämpfen, zusätzlich belastet werden“, sagte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt. „Die Förderung der Gutachten ist ein weiterer Schritt, um das Antragsverfahren für den Wiederaufbau möglichst niederschwellig und schlank zu halten.“
Die Vertreter der Kammern, die das gesamte Verfahren eng begleiten, zeigten sich angesichts der Nachricht erfreut: „Die vollständige Erstattung der Gutachterkosten ist ein weiterer guter Schritt, den wir mit der Landesregierung besprochen haben und der unseren Betrieben hilft, nach der Flutkatastrophe wieder auf die Beine zu kommen.“ Schmitt hatte stets auf intensive Abstimmung mit den Kammervertretern, dem DLR Mosel und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz gesetzt. „So können wir unsere Abläufe im Zuge neuer Erkenntnisse ideal nachjustieren“, sagte Schmitt.
Hintergrund: So läuft das Antragsverfahren
Der erste Schritt auf dem Weg zur Wiederaufbauhilfe für Unternehmer und Selbstständige sind Identitätsnachweise durch IHK oder HWK. Auch Nicht-Kammermitglieder können sich dazu an die IHK Koblenz oder die IHK Trier wenden. Zusätzlich wird eine Bescheinigung der Gemeinde benötigt, um sicherzustellen, dass der Betrieb von der Flut betroffen war. Nach Erstellung eines Gutachtens zum entstandenen Schaden können die Anträge bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) auf deren Website gestellt werden. Winzer und Landwirte wenden sich für Schäden an Betriebsgebäuden, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten sowie Einrichtungen an das DLR Mosel. Bei Flächenschäden nehmen die Kreisverwaltungen Anträge entgegen.
Ahrweiler – „Es waren keine Abfälle, sondern Erinnerungsstücke“. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Ahrweiler (AWB) zieht nach der verheerenden Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli eine vorläufige Bilanz: Über 300.000 Tonnen Restsperrabfallgemische wurden aus dem Katastrophengebiet entlang der Ahr entsorgt. Das entspricht der Sperrabfallmenge von 40 Jahren – also der gesamten Menge seit 1981.
„300.000 Flutabfälle hören sich gewaltig, aber auch sehr nüchtern an. Das wahre Ausmaß der Tragödie wird jedoch erst klar, wenn man überlegt, dass die vielen betroffenen Menschen gezwungen waren, keinen Abfall wegzuwerfen, sondern ihr ganzes Hab und Gut. Viele Erinnerungsstücke wie Fotoalben oder ein gemaltes Kinderbild sind zudem ideell unersetzbar“, so der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL.
Von den gesamten Abfällen konnten rund 97.000 Tonnen innerhalb der ersten drei Wochen dank des enormen Engagements und der Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen vom Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel zur Deponie Eiterköpfe im benachbarten Ochtendung verbracht werden, um dort dauerhaft zu lagern. Auf dem Abfallwirtschaftszentrum „Auf dem Scheid“ in Niederzissen wurden rund 160.000 Tonnen umgeschlagen und türmten sich dort auf mehreren Hundert Metern Länge bis zu 20 Meter hoch auf. Mittlerweile konnten sie jedoch nahezu vollständig entsorgt werden. Weitere rund 45.000 Tonnen sind aus dem Ahrtal unmittelbar in Recyclinganlagen und Deponiezwischenlager in ganz Deutschland gebracht worden.
Der AWB verzeichnet in den drei Monaten seit der Flut rund 22.000 LKW-Bewegungen; über 6.500 Überstunden wurden alleine beim AWB geleistet. „Am Wochenende 24. bis 25. Juli lag die Fahrzeugfrequenz samstags und sonntags auf unserer Waage in den jeweils zwölf Stunden Öffnungszeit den ganzen Tag hindurch durchgehend unter 35 Sekunden. Normal ist an einem wirklich stark frequentierten Samstag ein Wert von über zwei Minuten“, erklärt AWB-Werkleiter Sascha Hurtenbach. „Ganz großer Dank gilt dem Personal des AWB und den vielen helfenden kommunalen Betrieben und privaten Firmen, die uns unterstützt haben.“
Der AWB reicht die Kosten für Aufladen, Abfahren und Entsorgen der Abfälle von öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und aus Gewässern beim von Bund und Ländern finanzierten Sondervermögen „Aufbauhilfe Rheinland-Pfalz 2021“ ein. Der ersten Abrechnung, für die der AWB insgesamt 67,3 Millionen Euro erhielt, folgen nun monatlich weitere Abrechnungen. Insgesamt rechnet der AWB aktuell mit Aufwendungen in Höhe von 105 bis 115 Millionen Euro für die Entsorgung der Abfälle.
• AXA hat zum achten Mal in Folge den Future Risks Report erhoben und veröffentlicht. Grafik / Foto: AXA Konzern AG
Region/Köln – Vergangenen Sonntag startete in Schottland die 26. UN-Klima-Konferenz. Unter dem Motto „Die Welt vereinen, um den Klimawandel zu bekämpfen“ bringt der COP26-Gipfel auf globaler Ebene politische Entscheider zusammen mit dem Ziel, die Maßnahmen zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens und des UN-Rahmenübereinkommens über den Klimawandel voranzutreiben. Ein Anliegen, dessen Symptome erst kürzlich auch hierzulande vor der eigenen Haustüre den zahlreichen Opfern der Flutkatastrophe in NRW, Rheinland-Pfalz und Bayern sichtbar und spürbar wurden.
Der Klimawandel mit seinen unmittelbaren Auswirkungen ist somit das Risiko unserer Zeit und wird – sofern keine konsequenten Schritte zur Bekämpfung seiner Folgen getan werden – das Leben unserer und der zukünftigen Generationen dramatisch beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommt auch die zum achten Mal in Folge erhobene Studie AXA Future Risks Report.
Eine deutliche Mehrheit von 66 Prozent ausgewählter Experten in Deutschland wählte den Klimawandel auf den ersten Platz möglicher Risiken, die unser Leben in den kommenden fünf bis zehn Jahren beeinflussen werden. Damit liegt die Wertung der deutschen Experten noch deutlich schwerer gewichtet als in der weltweiten Betrachtung. Denn weltweit landet das Risiko des Klimawandels mit 56 Prozent auf dem zweiten Rang der Experteneinschätzung, Cyberrisiken führen das weltweite Ranking mit 61 Prozent an. In Deutschland belegen Cyberrisken den zweiten Platz und geopolitische Instabilität den dritten Platz des Rankings der befragten Expertengruppe.
„Der Klimawandel und seine Folgen sind die große Herausforderung kommender Generationen und eine große Verantwortung für die unsere. Als Versicherungsbranche beschäftigen uns die Auswirkungen des Klimawandeln in Form von Extremwetterereignissen, Ernteausfällen und gesundheitlichen Folgen sehr direkt. Diese Risiken möglichst gut zu kennen, ist daher entscheidend für uns. Der diesjährige Future Risks Report bestätigt eine Entwicklung, die wir schon seit einigen Jahre beobachten und die durch die Coronapandemie noch bestärkt wurde: Die Risiken der Zukunft sind nicht einzeln zu betrachten, sondern eng miteinander vernetzt. Sie bedingen und verstärken sich gegenseitig und müssen als Ganzes betrachtet und eingeordnet werden“, kommentiert Alexander Vollert, CEO AXA Deutschland, die Studienergebnisse.
Das Bewusstsein für den Klimawandel ist in Deutschland hoch, doch die Auswirkungen im Alltag sind nicht für jeden spürbar
Auch die Mehrheit der befragten BundesbürgerInnen (56 Prozent) setzen den Klimawandel an die Spitze der TOP10 der aufkommenden Risiken. Und das, obwohl laut Befragung der eigene Alltag für einen nicht unwesentlichen Teil der Bevölkerung gar nicht durch den Klimawandel beeinträchtigt wird. Rund ein Drittel (34 Prozent) der deutschen Gesamtbevölkerung gibt an, sich im alltäglichen Leben nicht dem Risiko des Klimawandels ausgesetzt zu fühlen. Weltweit gab ein Großteil (71 Prozent) der Befragten an, sich den Auswirkungen des Klimawandels im alltäglichen Leben ausgesetzt zu fühlen.
Weltweites Vertrauen in staatliche Behörden zur Bewältigung des Klimawandels ist gering
Auf die Frage, ob staatliche Behörden in ihrem eigenen Land gut auf den Klimawandel vorbereitet sind, zeigt sich sowohl unter den Experten als auch unter der Bevölkerung ein eindeutiges Bild: Die meisten Befragten sehen staatliche Behörden nicht auf den Klimawandel vorbereitet. Lediglich jeder Fünfte (19 Prozent) der Experten und immerhin ein Drittel (33 Prozent) der Gesamtbevölkerung halten die Regierungen für vorbereitet. Auch in Europa herrscht exakt diese Einschätzung vor. Hier sind es 21 Prozent der Experten und 31 Prozent der Gesamtbevölkerung, die ihren staatlichen Einrichtungen Vertrauen zum Managen der Klimakrise schenken.
Umweltverschmutzung im Alltag der deutschen weniger präsent
Umweltverschmutzungen durch Industrie, Müll oder Abwässer stehen im unmittelbaren Wechselspiel mit dem Klimawandel und einer sich immer mehr verändernden Landschaft und Lebenswelt. Die deutschen Experten haben Umweltverschmutzung vor diesem Hintergrund auch in die TOP10 möglicher aufkommender Risiken gewählt. Im weltweiten Ranking hingegen findet sich dieses Risiko erst auf Platz 14. Umweltverschmutzung nimmt also in den Köpfen der deutschen Experten eine im Vergleich bedeutende Rolle ein und wird als konkretes Risiko durchaus erkannt. Die deutsche Gesamtbevölkerung jedoch nimmt das Risiko nicht im selben Maße in ihrem täglichen Leben wahr: Während weltweit 74 Prozent angeben, sich im täglichen Leben dem Risiko der Umweltverschmutzung ausgesetzt zu fühlen, sind es in Deutschland 67 Prozent, die dieser Aussage zustimmen.
Über den AXA Future Risks Report
Der AXA Future Risks Report ermittelt jährlich die Wahrnehmung künftiger Risiken durch Experten in einer strukturierten Umfrage und der breiten Öffentlichkeit durch eine bevölkerungsrepräsentative Befragung. Rund 3.500 Risikoexperten aus 60 Ländern wurden dazu im Mai 2021 online interviewt. Die Expertengruppe setzt sich zusammen aus internen Experten, Partnern, Kunden und Kollegen von AXA mit einem fundierten Grundlagenwissen zu möglichen Risikoszenarien. Im selben Zeitraum wurden in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos in 15 Ländern rund 19.000 Personen repräsentativ online zu ihrer Wahrnehmung zu künftigen Risiken befragt.
Mit dem Opferschutzbund Weisser Ring e.V. wurde zur Beratung von Missbrauchsopfern eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Darüber hinaus setzt der LSB seit 2018 gemeinsam mit den Sportjugenden Rheinhessen, Rheinland und Pfalz das Projekt „Wir schauen hin – Keine Chance für sexualisierte Gewalt“ um. Foto: LSB
Region/Mainz – „Ausbau von Maßnahmen zum Schutz vor Belästigung und Gewalt wichtig“ – Fast 4.400 Vereinsmitglieder aus elf Landessportbünden befragt. Beim im August 2020 begonnenen und bundesweit ersten Breitensport-Forschungsprojekt „SicherImSport“ – gefördert vom Landessportbund NRW und unter Beteiligung von zehn weiteren Landessportbünden, darunter auch der LSB Rheinland-Pfalz – liegen den Verantwortlichen nach Abschluss der umfangreichen Datenerhebung von fast 4.400 befragten Vereinsmitgliedern nun konkrete Zwischenergebnisse vor. Die Befunde der Online-Studie bestätigen, dass sexualisierte Grenzverletzungen, Belästigung und Gewalt auch im Vereinssport vorkommen.
„Deshalb sind der Ausbau von Maßnahmen zum Schutz vor Belästigung und Gewalt sowie Anlaufstellen und Unterstützungsangebote für Betroffene im Sport wichtig“, betonen Prof. Dr. Bettina Rulofs (Bergische Universität Wuppertal) sowie Dr. Marc Allroggen und Dr. Thea Rau (Universitätsklinikum Ulm) als wissenschaftliche Projektleitung. „Dies hat ein großer Teil der Sportverbände erkannt und Maßnahmen zur Prävention eingeführt.“ Nach den Aufsehen erregenden Ergebnissen der „Safe Sport“-Studie zum Leistungssport aus dem Jahr 2016 werten die Forscher*innen nun erstmals Daten ausschließlich zum Breitensport aus. Die größte Untersuchung zu diesem sensiblen Thema in Deutschland soll bis Mitte 2022 abgeschlossen sein. „Die Erkenntnisse bringen uns einen Überblick, den wir bislang nicht hatten“, macht Wolfgang Bärnwick, Präsident des LSB RLP, deutlich. „Sie bestärken uns darin, mit unseren Anstrengungen in dem Bereich nicht nachzulassen.“
So gab die Mehrheit der Befragten zwar an, mit dem Vereinssport insgesamt „allgemein gute bis sehr gute Erfahrungen“ gemacht zu haben, doch etwa ein Viertel der Vereinsmitglieder (rund 26 Prozent) erfuhr mindestens einmal sexualisierte Grenzverletzungen oder Belästigungen (ohne Körperkontakt) im Kontext des Vereinssports, etwa in Form von anzüglichen Bemerkungen oder unerwünschten Text-/Bildnachrichten mit sexuellen Inhalten. Bei rund 19 Prozent kam mindestens einmal sexualisierte Belästigung oder Gewalt mit Körperkontakt vor, zum Beispiel sexuelle Berührungen oder sexuelle Handlungen gegen den eigenen Willen. Auch weitere Formen der Verletzung oder Gewalt wurden in der Studie erhoben. So antworteten immerhin 64 Prozent der Personen, mindestens einmal emotionale Verletzungen oder Gewalt im Vereinssport erlebt zu haben, also beschimpft, bedroht oder ausgeschlossen worden zu sein – und mehr als jeder Dritte (37 Prozent) nannte mindestens einmal körperliche Verletzungen oder Gewalt in Form von geschüttelt oder geschlagen werden. Auch erwähnenswert: Je höher das sportliche Leistungsniveau, desto größer offenbar das Risiko, von Belästigung oder Gewalt betroffen zu sein. So berichten gleich 84 Prozent der Befragten, die auf internationaler Ebene im Leistungssport aktiv waren, von mindestens einer Erfahrung von Belästigung oder Gewalt – dies trifft im Vergleich „nur“ auf 53 Prozent derjenigen zu, die im Freizeit- oder Breitensport aktiv waren.
In einer weiteren Teilstudie äußerten sich über 300 Sportorganisationen – 92 Stadt-/Kreissportbünde sowie 215 Fachverbände in fünf Bundesländern, auch darunter RLP – zum Stand der Prävention und Intervention innerhalb der eigenen Strukturen. Dabei gaben 56 Prozent der Fachverbände an, über fundierte Kenntnisse zur Vorbeugung von sexualisierter Gewalt zu verfügen. Allgemeine Präventionsmaßnahmen wie die Benennung von Ansprechpersonen, Durchführung von Schulungsmaßnahmen oder Einsicht von Führungszeugnissen sind demnach weit verbreitet. Risikoanalysen oder Konzepte zur Aufarbeitung von Vorfällen sind allerdings lediglich in nur einem Zehntel der Verbände vorhanden, die bei der Beratung zum Umgang mit Verdachtsfällen oder Vorfällen größten Unterstützungsbedarf haben.
Der Landessportbund Rheinland-Pfalz und die Sportbünde Pfalz, Rheinhessen und Rheinland haben sich seit mehr als einem Jahrzehnt das Thema Entwicklung und Umsetzung von präventiven Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt im Sport in die Agenda geschrieben. LSB-Ansprechpartner ist Oliver Kalb (Tel.: 06131/2814-411, E-Mail o.kalb@lsb-rlp.de).
Auf Grundlage der Resolution „Missbrauch von Schutzbefohlenen – die anlässlich der LSB-Mitgliederversammlung 2010 in Bingen verabschiedet wurde – ist in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Maßnahmenpaket erarbeitet worden. Beispielhaft sind vielfältige Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zu nennen, die Einrichtung einer Beratungsstelle für Vereine und Verbände, die Auflage einer umfassenden Informationsbroschüre oder die feste Implementierung des Themenfeldes in den verschiedenen Ausbildungsgängen. Für besonders schwerwiegende Fälle wurde zudem eine rechtliche Grundlage geschaffen, die es ermöglicht, entsprechende Verbandsstrafen bis hin zum Lizenzentzug auszusprechen. Mit dem Opferschutzbund Weisser Ring e.V. wurde zur Beratung von Missbrauchsopfern eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Darüber hinaus setzt der LSB seit 2018 gemeinsam mit den Sportjugenden Rheinhessen, Rheinland und Pfalz das Projekt „Wir schauen hin – Keine Chance für sexualisierte Gewalt“ um. Es richtet sich gezielt an rheinland-pfälzische Vereine und Verbände und unterstützt sie im Vorhaben, vor Ort, in deren Strukturen, professionelle Schutzkonzepte aufbauen zu wollen.
Ein Blick spricht mehr als hundert Worte: Die Augen von Papst Franziskus und Generalsuperior Karl-Heinz Haus begegnen sich. Foto: Vatican Media/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich/Rom – Generalsuperior Karl-Heinz Haus übergab Papst Franziskus in Begleitung einer zwölfköpfigen Delegation aus Mechernich das Gründungskreuz Mutter Marie Thereses und die Regel des Ordo Communionis in Christo, damit er Kirche und Welt aus der Krise führt.
Die Delegation der Communio in Christo aus Mechernich im Petersdom. Foto: pp/Agentur ProfiPress
Generalsuperior Karl-Heinz Haus hat am Mittwoch im Rahmen einer Spezialaudienz im Vatikan die Gründung der Communio in Christo persönlich in die Hände von Papst Franziskus übergeben.
Generalsuperior Karl-Heinz Haus (88) und sein Stellvertreter Pfarrer Jaison Thazhathil am Grabe Papst Johannes XXIII. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Er tat das, indem er dem Heiligen Vater die Ordensregel des Ordo Communionis in Christo, ein Begleitschreiben in Italienisch und das goldene Umhängekreuz übergab, das Mutter Marie Therese am 8. Dezember 1994 bei der Gründung in Mechernich getragen hatte.
Ein historischer Augenblick: Papst Franziskus erhält Gründungskreuz, Ordensregel und Sendschreiben des am 8. Dezember 1984 in Mechernich gegründeten Ordo Communionis in Christo. Generalsuperior Karl-Heinz Haus (r.) legte die Gründung in die Hände des Heiligen Vaters, in der Mitte Pfarrer Dr. Robert Mutegeki als Dolmetscher. Foto: Vatican Media/pp/Agentur ProfiPress
Generalsuperior Karl-Heinz Haus (88) kam damit einem persönlichen Auftrag der charismatischen Gründerin nach, die 1994 verstorben war und in Mechernich beigesetzt wurde. Der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser hatte das Treffen zwischen Generalsuperior Haus und dem Papst arrangiert.
Die von Mutter Marie Therese gegründete Communio in Christo versteht sich als Bestätigung des geistgewirkten Zweiten Vatikanischen Konzils. Außerdem sei sie das Instrument in der Hand des Papstes, um Kirche und Welt aus der gegenwärtigen Krise zu führen, so die Mystikerin Mutter Marie Therese, die bereits vor 40 Jahren in ihren tiefen Gottesbegegnungen Krise und Niedergang der Kirche und des Glaubens voraussah.
Die Begegnung zwischen Generalsuperior Karl-Heinz Haus und Papst Franziskus war außerordentlich herzlich. Pfarrer Dr. Robert Mutegeki dolmetschte in Italienisch. Nach der Übergabe sagte der Heilige Vater: „Vielen Dank, bitte beten Sie immer für mich und wir bleiben verbunden!“
Dem Generalsuperior vertraute Papst Franziskus außerdem an, dass er es „sehr schwer“ habe. Der Obere des Ordo Communionis in Christo versicherte dem Papst Gebet und Solidarität der weltweit verbreiteten und tätigen Communio mit Hauptsitz in Mechernich.
Mit dabei in der Audienzhalle des Vatikan war eine zwölfköpfige Communio-Delegation aus Mechernich, die während ihres Romaufenthalts im Gästehaus Santa Martha mit dem Papst unter einem Dach wohnte und zweimal mit ihm die Abendmahlzeit einnahm.
Darunter befanden sich der stellvertretende Generalsuperior Jaison Thazhathil, Schönstatt-Pater Rudolf Ammann, Sozialwerk-Geschäftsführer Norbert Arnold, Sonja Plönnes, die Heimleiterin der Sozialwerkseinrichtungen, die Ordensschwestern Rose und Lidwina sowie die Kapitelmitglieder Jürgen Fahnenstich und Bernd Uhlenbruch. Hinzu stießen drei weitere Communio-Angehörige aus Afrika, die in Rom leben und wirken.
Nächstenliebe als Erfüllung
In dem Sendschreiben an den Papst heißt es: „Wir legen hiermit die Gründung des Ordo Communionis in Christo in Ihre Hände. Die Gründerin war nach unserer Überzeugung eine mit einem außerordentlichen Charisma begabte, vom Zweiten Vatikanischen Konzil geprägte Mystikerin, die sich selbst geringachtete und vor Gott leer wurde, um seinen Willen zu erfahren und kundzutun in vielen Schriften und in der Gründung eines Sozialwerkes für die Ärmsten der Armen mit derzeit etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“
„Dieses Charisma sucht den Papst“, schreibt Mutter Marie Therese in ihrem letzten von 26 Büchern („Ich bitte Dich, o heilige Kirche“): „Ihm ist die Verantwortung auferlegt, den Geist zu erkennen und ihm zu gehorchen, auch wenn er in dem Allerschwächsten um Gehorsam bittet.“ Denn die Liebe zum Nächsten sei die Erfüllung der Liebe zu Gott. So bezeugte es Mutter Marie Therese ihr Leben lang.
In der Mechernicher Kommunität des Ordo Communionis in Christo, so heißt es weiter in dem Brief an den Papst, werde seit vielen Jahren jeden Morgen das vorgelesen und meditiert, was Papst Franziskus bei den Eucharistiefeiern, vor den Angelus-Gebeten an den Sonntagen und bei den Generalaudienzen gesagt habe.
„An jedem Tag sind wir neu beeindruckt vom inhaltlichen Gleichklang zwischen Ihren Worten und den Aussagen unserer Gründerin“, so Generalsuperior Karl-Heinz Haus zum Heiligen Vater: „Wir sind davon überzeugt, dass in Ihnen der gleiche Geist wirkt.“
Zu der von Christus ins Leben gerufenen Kirche seien alle Menschen eingeladen, im Sinne des Konzils auch die Angehörigen anderer Konfessionen und Religionen. Diese Einheit sei nicht zu erreichen durch Gesetze und Verordnungen, sondern nur durch gelebte Liebe: „Communio in Christo, Heiliger Vater, ist ein Weg für alle. Sie sollen in Christi Namen und in seiner Liebe alle in diese Gemeinschaft mit ihm einladen!“
Philipp Lahm (li.), Turnierdirektor der UEFA EURO 2024, und Celia Šašić, Botschafterin der UEFA EURO 2024, informierten in Koblenz über den Stand der Vorbereitungen zur UEFA EURO 2024. Foto: MdI RLP / Thomas Frey
Region/Koblenz – Die Sportministerkonferenz in Koblenz befasste sich unter Vorsitz des rheinland-pfälzischen Sportministers Roger Lewentz unter anderem auch mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheit, vor allem von Kindern und Jugendlichen, und der Nationalen Strategie Sportgroßveranstaltungen.
Gruppenfoto der Sportminister in Koblenz. Foto: MdI RLP / Thomas Frey
Die Sportministerinnen und Sportminister der Länder haben sich im Rahmen einer gemeinsamen Resolution solidarisch mit den Flutbetroffenen erklärt und ihrerseits noch einmal unterstrichen, dass die zum Wiederaufbau bereitgestellten 30 Milliarden von Bund und Ländern auch dem Wiederaufbau der Sportstätten zugutekommen müssen.
Gemeinsame Resolution „Solidarisch an der Seite der Flutbetroffenen“
In den Flutgebieten wurde auch der Sport schwer getroffen. Sportplätze, Sporthallen, Vereinsheime und andere Sportstätten wurden schwer beschädigt oder komplett vernichtet. Die Sportministerkonferenz steht solidarisch an der Seite aller Betroffenen und an der Seite aller Sportlerinnen und Sportler sowie Vereine, die derzeit mit den Folgen der Unwetterkatastrophe umgehen müssen. Es handelt sich um eine Katastrophe von nationaler Tragweite, die nur mit einer gemeinsamen, nationalen Kraftanstrengung bewältigt werden kann. Darin waren sich die Sportministerinnen und -minister einig. „Die Sportministerkonferenz unterstützt das gemeinsame Vorgehen von Bund und Ländern, die in einem Akt größter Solidarität 30 Milliarden Euro für den Wiederaufbau in den Flutgebieten bereitstellen. Die Sportministerkonferenz unterstreicht dabei insbesondere, dass diese Gelder auch dem Wiederaufbau von Sportstätten der Kommunen und Vereine zugutekommen“, so Roger Lewentz, Vorsitzender der Sportministerkonferenz. Die Kosten dafür würden bis zu 100 Prozent aus dem Nationalen Wiederaufbaufonds gefördert. „Das ist ein wichtiges Signal des Aufbruchs für den Sport“, sagte der Minister. Die Sportministerkonferenz bekannte sich zum Ziel eines solidarischen Wiederaufbaus der zerstörten Sportstätten. Die Vereine und Ehrenamtlichen sollten so schnell wie möglich wieder in die Lage versetzt werden, ihren unersetzlichen Beitrag zu einer sportlichen Gesellschaft und zum sozialen Miteinander vollumfänglich zu leisten.
Sport und Corona
Die monatelangen Schließungen von Sportanlagen und ein dadurch nicht realisierbares Sportangebot durch die Vereine hat zu akutem Bewegungsmangel bei weiten Teilen der Bevölkerung und vor allem bei Kindern und Jugendlichen geführt. Sport und Bewegung sind anerkanntermaßen wirksame Maßnahmen zur Gesundheitsprävention und müssen effektiv gefördert werden, um die durch die Pandemie entstandenen gravierenden Defizite wieder aufzuholen. „Die Sportministerkonferenz bekräftigt, dass der Mangel an Bewegung ein erhebliches Gesundheitsrisiko für jeden einzelnen birgt und begrüßt es deshalb ausdrücklich, wenn Sport- und Bewegungsinitiativen durch den gemeinnützigen Sport neu gestartet, fortgeschrieben, ausgebaut und gestärkt werden, um die pandemiebedingten Bewegungsdefizite schnellstmöglich wieder auszugleichen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu einer gesunden sportlichen Betätigung zurückzuführen“, betonte Lewentz. Die SMK bat den Bund, gemeinsam mit den Ländern den Sport im Rahmen der Gesundheitsprävention weiter zu stärken.
DOSB-Präsident Alfons Hörmann berichtete in diesem Zusammenhang, dass die DOSB-Kampagne zum „Comeback der Bewegung“ und zum „Comeback der Gemeinschaft“ Fahrt aufgenommen habe. „Sie wird von zahlreichen Vereinen, Sportbünden und -verbänden partnerschaftlich und erfolgreich genutzt. Damit will ganz Sportdeutschland einen aktiven Beitrag leisten, dass unser Land wieder in Bewegung kommt. Entscheidend für mehr Bewegung ist nun jedoch, dass die Sportvereine keine weiteren Einschränkungen erfahren“, so Hörmann. Auch die Bundesregierung nutze sie, auch als Basis für eine Impfkampagne.
Integration in und durch den Sport
Der organisierte Sport birgt großes Integrationspotential. Die Sportministerkonferenz betonte, dass dem Thema „Integration und Sport“ eine wichtige Rolle beizumessen sei. Als Erfolgsfaktoren hob sie unter anderem die Vernetzung des Sports mit Migranten-/Flüchtlingsorganisationen, mit Kommunen und Bildungsträgern sowie dem Bereich „soziale Arbeit“ hervor. „Sport in den über 90.000 Sportvereinen in Deutschland ermöglicht Menschen mit Migrationshintergrund einen Zugang zur sportlichen Betätigung und zugleich zu gesellschaftlicher Integration. Er bedarf qualifizierter Begleitung. Daher muss Integration in und durch den Sport und die Einbindung der an diesem Prozess Beteiligen gezielt gefördert werden“, so Bayerns Sportminister Joachim Herrmann. Es seien aufgrund der Pandemie besondere Maßnahmen notwendig, um Menschen mit Migrationshintergrund wieder zu erreichen. „Hier setzen die bereits zahlreichen Projekte auf Bundes- und Landesebene an. Besonders erfreulich ist, dass die Anzahl der Projekte zur Integration durch Sport auf Landesebene seit 2016 bundesweit von 40 auf 66 deutlich gestiegen ist“, so Herrmann.
Verbale Gewalt und Hasskriminalität im Internet
Die rasante Entwicklung im Internet und vor allem in den sozialen Medien hat auch für den Sport weitreichende Bedeutung. Auch Sportlerinnen und Sportler sowie ehrenamtlich Engagierte im Sport werden Opfer von Hasskriminalität. „Die Sportministerkonferenz verurteilt jede Form der Hasskriminalität und verbaler Gewalt“, betonte Lewentz im Namen der SMK. Die Konferenz begrüßte die zum 1. Februar 2022 wirksam werdenden Neuerungen des Gesetzes zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität. Sie sah darin einen wichtigen Schritt, klare Verantwortlichkeiten auf Seiten der Plattformbetreiber aufzuzeigen und die Strafverfolgung effektiver zu gestalten. Der Beschluss betonte auch die Notwendigkeit neuer und verpflichtender Dialog-, Bildungs- und Aufklärungsformeln, bei denen die Würde der Athletinnen und Athleten, aber auch von ehrenamtlich Tätigen, von Trainern und Betreuern im Mittelpunkt stehe.
Nationale Strategie Sportgroßveranstaltungen
Die Sportministerkonferenz sieht gerade Sportgroßveranstaltungen als große Chance für den Sport, aber auch für die Bevölkerung insgesamt. So finden in Deutschland beispielsweise 2022 die European Championships in München, 2023 die Special Olympics Weltspiele in Berlin, mit einem Hosttownprogramm in ganz Deutschland, 2024 die UEFA EURO 2024 und nicht zuletzt die World University Games 2025 in der Region Rhein-Ruhr statt. „Bei Sportgroßveranstaltungen können wir Deutschland als Sportland, aber auch als freundlichen Gastgeber in der ganzen Welt präsentieren. Das ist eine große Chance“, sagte Lewentz. Mit der Verabschiedung des Grundsatzpapiers zur Akquise und Förderung von Sportveranstaltungen und zur Weiterentwicklung des Sportveranstaltungsstandortes Deutschland haben die Länder einen bedeutenden Impuls zur Entwicklung der „Nationalen Strategie Sportgroßveranstaltungen“ gesetzt. Sie erklärten ihre Bereitschaft, an der Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen mitzuwirken und sich an der gemeinsam erarbeiteten Strategieumsetzung bestmöglich zu beteiligen. Die Sportministerkonferenz bat die Innenministerkonferenz, mit dem Bund ein angemessenes und faires Konzept zur Verteilung der finanziellen Belastungen, die den Ausrichterstädten bzw. den betreffenden Ländern der EURO 2024 im Bereich der Sicherheitskosten entstehen, zu entwickeln.
Philipp Lahm, Turnierdirektor der UEFA EURO 2024, und Celia Šašić, Botschafterin der UEFA EURO 2024, informierten in Koblenz über den Stand der Vorbereitungen zur UEFA EURO 2024.
Sportstätten
Sport ist ein wichtiger Teil der kommunalen Daseinsvorsorge sowie ein bedeutender sozialer als auch ökonomischer Standortfaktor. Deshalb hängt auch die Attraktivität und der Freizeitwert einer Kommune in hohem Maße von Sportangeboten und moderener Sportinfrastruktur ab. Die SMK betonte die Bedeutung eines gut ausgebauten Sportstättennetzes und begrüßte alle zukünftigen Förderprogramme, bei denen der Blick auch auf die Bereiche Energieeffizienz und Klimaschutz gerichtet ist. Dabei seien regionale Sportentwicklungsplanungen bzw. Priorisierungen von Maßnahmen orientiert an sportfachlichen Notwendigkeiten hilfreich. Defizite sah die SMK noch im Bereich der Förderung der Baumaßnahmen für den Spitzensport. Hier sah sie den Bund in der Verpflichtung nach dem Verursacherprinzip zu fördern, um den Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern in Deutschland auch zukünftig bestmögliche Trainings- und Wettkampfstätten zur Verfügung stellen zu können.
Hintergrund zur SMK
Die Sportministerkonferenz besteht seit 1977 und dient der Koordinierung der Sportförderung in den Ländern. Darüber hinaus wahrt die SMK die Interessen aller Bundesländer im Bereich des Sports auf nationaler wie internationaler Ebene. Sie ist erster Ansprechpartner der Länder für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und für das Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat (BMI), wo der Sport auf Bundesebene angesiedelt ist. In den Jahren 2021 und 2022 hat Rheinland-Pfalz den Vorsitz inne. Sportminister Roger Lewentz leitet die Sitzungen.
Region/Mainz – Mehr Schutz für Alten- und Pflegheime – Booster-Impfungen steigern – Weniger Beschränkungen im Freien. Der Ministerrat hat die 27. Corona-Bekämpfungsverordnung erörtert. Diese gilt ab Montag, den 8. November. Danach gilt ein Dreiklang: Mehr Boosterimpfungen, Testpflicht für Ungeimpfte im Bereich Pflege, Lockerungen im Außenbereich. Zwar verfüge der überwiegende Teil der erwachsenen Bevölkerung inzwischen über einen vollständigen Impfschutz. Allerdings drohe angesichts steigender Infektionszahlen eine deutliche Belastung in den Krankenhäusern. Aktuell sehe man eine Pandemie der Ungeimpften.
Der Warnstufenmechanismus der Verordnung trage dem Rechnung: Bei weiter ansteigenden Zahlen werden weitere Einschränkungen nur für ungeimpfte Menschen gelten. Im Ministerrat wurde heute zudem beschlossen, Boosterimpfungen massiv auszubauen, mit Unterstützungsangeboten für Altenpflegeeinrichtungen und der schriftlichen Aufforderung für Menschen über 70. In Rheinland-Pfalz könne außerdem jeder Erwachsene, dessen Zweitimpfung mehr als sechs Monate zurückliegt, künftig unkompliziert an den Impfbussen des Landes eine Boosterimpfung bekommen, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsminister Clemens Hoch am Dienstag in Mainz.
„Wir haben erneut die Leitplanken angepasst, um gut und sicher durch den Winter zu kommen. Wir brauchen auch weiterhin Schutzmaßnahmen – wie Masken, Abstand und 2Gplus-Regeln – auch dann noch, wenn der Deutsche Bundestag sich entscheiden wird, die ‚epidemische Lage von nationaler Tragweite‘ zum 25. November 2021 auslaufen zu lassen. Das Ende der epidemischen Lage nationaler Tragweite heißt nicht: Ende der Pandemie. Dort, wo Menschen weiterhin besonders geschützt werden müssen, erhöhen wir die Testpflicht für Ungeimpfte und forcieren die Boosterimpfungen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Daher regele die Verordnung, dass zum Schutz der besonders vulnerablen Personen eine tägliche Testpflicht für nicht geimpftes Personal in Krankenhäusern vorgesehen ist. Dies gelte auch für Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie in ähnlichen Einrichtungen.
„Wir sehen zunehmend wieder Infektionsfälle bei den vulnerablen Gruppen, insbesondere bei älteren pflegebedürftigen Menschen“, so die Ministerpräsidentin. In Rheinland-Pfalz laufen die Boosterimpfungen insbesondere über die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie mobile Impfteams. Bis Ende Oktober wurden bereits 107.768 Menschen drittgeimpft. Auch an das Fachpersonal in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen wird appelliert, den eigenen Impfstatus zu überprüfen. „Auch, wenn es keine allgemeine Impfpflicht gibt, so stehen wir alle in der Pflicht, Verantwortung für unsere Nächsten zu übernehmen. Meine klare Bitte: Lassen Sie sich bitte impfen“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Mit einer täglichen Testpflicht für ungeimpfte Personen in diesen Einrichtungen werden wir für zusätzliche Sicherheit sorgen.“
Gesundheitsminister Clemens Hoch kündigte in einem 5-Punkte-Papier an, die Drittimpfungen generell beschleunigen zu wollen: (1) Jede Alten- und Pflegereinrichtung wird erneut sensibilisiert, (2) es werden verstärkt weitere mobile Teams eingesetzt, (3) alle Menschen in Rheinland-Pfalz über 70 Jahren werden gemeinsam mit der Ärzteschaft angeschrieben und zur Impfung eingeladen, (4) es wird zehn Krankenhausstandorte geben, an denen wir gemeinsam mit der Krankenhausgesellschaft dezentrale Impfzentren an speziellen Impftagen öffnen. Diese sollen Mitte November an den Start gehen. (5) Es werden 500 weitere Impfbustermine bis zum Jahresende angeboten. Das entspricht einer Verdopplung der ursprünglichen Planung.
„Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sind diese insbesondere für Menschen über 70 Jahre unter anderem nach sechs Monaten möglich. Dies kann und wird in Rheinland-Pfalz hauptsächlich durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen. Schauen wir allein auf die Impfzahlen im Mai 2021, so sollten theoretisch im November mehr als 282.241 Drittimpfungen durchgeführt werden können. Wir arbeiten hier Hand in Hand mit der verfassten Ärzteschaft und vertrauen auf die Zusage, dass dieser Bedarf gedeckt werden kann und unterstützen mit zusätzlichen Angeboten des Landes“, so die beiden Politiker.
Erleichterungen soll es im Freien geben. So können Weihnachtsmärkte und Martinsumzüge ohne Maske, Abstand und Kontakterfassung stattfinden können.
Die Änderungen in der 27. Corona-Bekämpfungsverordnung im Überblick:
Allgemeines
Die Regelung zur Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum entfällt. Gleiches gilt für die Personenbegrenzung (1 Person pro 5 qm), die bislang noch in öffentlichen und gewerblichen Einrichtungen galt.
Weniger Beschränkungen im Freien
Für Veranstaltungen im Außenbereich gibt es nur noch Beschränkungen, wenn die Teilnehmer feste Plätze einnehmen und eine Einlasskontrolle oder Ticketverkauf gegeben sind. In diesen Fällen gilt die Testpflicht. Die Begrenzung auf 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauer entfällt. Nach dieser Regelung sind Martinsumzüge und Weihnachtsmärkte ohne Einschränkungen, d.h. ohne Abstand, ohne Maske und ohne 3G-Regeln.
Klare Regeln für den Innenbereich
In den übrigen Bereichen (z.B. Sport, Freizeit, Gastronomie, Kultur) beschränken sich die Schutzmaßnahmen auf den Innenbereich. Darüber hinaus sieht die 27. Corona-Bekämpfungsverordnung in Innenräumen relativ wenig Anpassungen vor. Hier bleibt es bei Veranstaltungen vor allem bei der 2Gplus Regelung.
Hotellerie
Die erlaubte Anzahl von 25, zehn oder fünf nicht-immunisierten Personen, die zum Wegfall des Abstandsgebots und der Maskenpflicht führt, wird künftig auch in Einrichtungen des Beherbergungsgewerbes angewandt.
Ahrweiler/Mainz – Das Land Rheinland-Pfalz, der Landkreis Ahrweiler, der Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V., die Dr. von Ehrenwall’sche Klinik und die DRK Fachklinik Bad Neuenahr haben die „Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der psychischen Gesundheit im Ahrtal“ unterzeichnet. Sie umfasst zum Aufbau und der Koordination eines gemeinsamen regionalen Traumanetzwerks unter anderem die Erfassung und Vermittlung von Angeboten und Nachfragen im Bereich der psychosozialen Versorgung, die bedarfsorientierte Planung und Entwicklung von neuen oder ergänzenden Angeboten in enger Abstimmung mit den Leistungsträgern, und eine breit angelegte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.
„Das, was in dieser Nacht passiert ist, ist bis heute für viele immer noch unbegreifbar. Durch die Flutkatastrophe haben viele ihr Zuhause, ihr Hab und Gut verloren oder mussten um ihr eigenes Leben oder um das Leben von Menschen, die ihnen nahestehen bangen. Neben allen praktischen, teilweise existenziellen Folgen der Katastrophe, können solche schrecklichen Erlebnisse auch Spuren in der Psyche hinterlassen. Unser zentrales Anliegen ist, dass den Menschen die notwendigen Hilfen zur Bewältigung dieser psychischen Belastungen zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch, dass es eine Ansprechstelle vor Ort gibt, die die Bedarfe der Menschen und die Vielzahl der Angebote im Blick hat und Akteure zusammenbringt. Deshalb freut es mich, dass wir heute gemeinsam, diese Kooperationsvereinbarung unterzeichnen konnten“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch. Mit der Kooperationsvereinbarung werden im Landkreis zusätzliche personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt, um die gestiegenen Anforderungen an Vernetzung, Koordination und Planung erfüllen zu können. Damit sei ein weiterer Baustein in einer Reihe von Maßnahmen zum Wiederaufbau des Ahrtals gelegt, so der Minister. Das Land unterstützt diese Kooperation bis zum Jahr 2023 mit Mitteln in Höhe von insgesamt 183.000 Euro.
„Neben vielen anderen wichtigen Aufgaben ist die Koordinierung der bereits bestehenden psychosozialen Infrastruktur im Kreis für uns von besonderer Bedeutung und ein elementarer Baustein im Wiederaufbau unseres Ahrtals. Das alleine genügt jedoch nicht, denn durch die Flutkatastrophe werden zusätzliche Bedarfe entstehen, denen wir gerecht werden wollen und müssen. Daher freue ich mich, dass die Dr. von Ehrenwall’sche Klinik und die DRK Fachklinik Bad Neuenahr ihre fachliche Expertise in das Projekt miteinbringen und wir den Hospizverein zur Unterstützung gewinnen konnten. Wir sind als Kreis gut aufgestellt, um unserer Aufgabe professionell gerecht zu werden und alle Altersgruppen zu berücksichtigen“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL.
„Als mitgliederstärkste Bürgerbewegung im Kreis Ahrweiler ist es uns eine Verpflichtung, auch in dieser Krise für die Bürgerinnen und Bürger da zu sein. Potenziell traumatische Situationen sind als universelle Erfahrungen anzusehen, die jeden Menschen in unterschiedlichem Ausmaß in ihrem Leben trifft“, sagte Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V..
„Auch wenn die Flutkatastrophe vom 14. Juli ein apokalyptisches Ereignis war, hat es die positiven Auswirkungen, Menschen und Institutionen zusammen zu bringen, im gemeinsamen Bestreben kreative Lösungen für die Zukunft zu finden“, so Dr. med. Christoph Smolenski, Geschäftsführer der Dr. von Ehrenwall’sche Klinik.
„Die Koordinationsstelle wird helfen, die langfristige psychosoziale Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen und deren Familien im Ahrtal zu sichern“, sagte Dr. Kristian Holtkamp, Chefarzt der DRK Fachklinik Bad Neuenahr.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer, evm-Vorstandsvorsitzender Josef Rönz, Innenminister Roger Lewentz, enm-Geschäftsführer Andreas Hoffknecht und Umweltstaatssekretär Erwin Manz (von links) bei der Entzündung der Gasfackel. Foto: Dominik Ketz/evm
Bad Neuenahr-Ahrweiler – Ministerpräsidentin Malu Dreyer dankt alle Beteiligten für den Neubau der Hochdruckleitung in Rekordzeit.
Neue Hauptschlagader für die Gasversorgung ist ein Meilenstein. Im Beisein von Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat die Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm-Gruppe) eine neue Gashochdruckleitung in Bad Neuenahr-Ahrweiler in Betrieb genommen.
Geschäftsführer Andreas Hoffknecht erläutert den Gästen den Verlauf der neuen, hochwassersichereren Hochdruckleitung. Foto: Dominik Ketz/evm
„Diese Hochdruckleitung ist ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen im Ahrtal und ein Meilenstein für die Wärmeversorgung im nahenden Winter“, erklärte die Ministerpräsidentin bei der Inbetriebnahme. „Wir freuen uns, dass diese neue Hauptschlagader der Erdgasversorgung heute nach einer Rekordbauzeit wieder in Betrieb gehen kann,“ dankte die Ministerpräsidentin dem örtlichen Netzbetreiber für die schnelle und pragmatische Wiederherstellung der Versorgung. Ministerpräsidentin Malu Dreyer dankte auch den insgesamt 17 Energieversorgungsunternehmen aus ganz Deutschland, die so tatkräftig im Ahrtal mit anpacken: „Ohne diese große Solidarität aus der ganzen Bundesrepublik hätte die Energieversorgung im Flutgebiet nicht so schnell wiederhergestellt werden können.“ Auch Stadtbürgermeister Guido Orthen schloss sich dem Dank für die hervorragende Arbeit an.
Das Versorgungsnetz in Bad Neuenahr-Ahrweiler war durch die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal vor rund drei Monaten weitgehend zerstört worden. „In einer Rekordbauzeit von weniger als 100 Tagen ist es der Energieversorgung Mittelrhein und ihrer Tochtergesellschaft Energienetze Mittelrhein gelungen, ein komplett neues Hochdrucknetz aufzubauen“, erklärte evm-Vorstandsvorsitzender Josef Rönz. Dieses Netz sei die Voraussetzung dafür, dass auch die restlichen Gebiete von Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder mit dem effizienten und klimaschonenden Energieträger Erdgas versorgt werden können. Außerdem bestehe mit der neuen Leitung ab sofort wieder hundertprozentige Versorgungssicherheit in den Orten der Gemeinde Grafschaft sowie Vollversorgung für die Industrieunternehmen, die teilweise zuvor nicht beliefert werden konnten.
„Mit dieser neuen Hochdruckleitung haben wir nach nur 14 Wochen wieder den Versorgungsstand erreicht, den wir vor der Flut hatten“, erklärte Josef Rönz. Bereits wenige Tage nach der Flutnacht starteten die Netzexperten der evm-Gruppe mit dem Wiederaufbau der zerstörten Hochdruckleitung. Schnell war aufgrund des Ausmaßes der Zerstörung klar, dass die Erdgashochdruckleitung nicht wieder dort aufgebaut werden kann, wo sie war. Sie verlief bis zum 14. Juli von Remagen-Kripp aus kommend an der Ahr entlang bis nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bauarbeiten in Ufernähe schieden sofort aus, sodass der Netzbetreiber sich dazu entschied, einen völlig neuen Verlauf zu planen – weiter weg von der Ahr und damit auch hochwassersicherer.
So verläuft das neue Rohrsystem ab dem Stadtteil Lohrsdorf entlang der Landskroner Straße parallel zur Bahnstrecke und später dann an den Weinbergen entlang. Hier hat die evm-Gruppe auf einer Länge von rund zwei Kilometern eine provisorische Hochdruckleitung erstellt, die dem Wiederaufbauprojekt eine Beschleunigung von rund drei Monaten verschaffte. Für die gesamte 5,3 Kilometer lange neue Hochdruckleitung und die Behebung aller Schäden am Gasnetz inklusive der provisorischen Lösung wird die evm-Gruppe voraussichtlich rund 20 bis 30 Millionen Euro aufwenden. Mit dem Bau der endgültigen Leitung beginnt der Netzbetreiber im kommenden Jahr. Zur Beschleunigung der Arbeiten hatte ein sehr pragmatisches und zügiges Handeln vieler Beteiligter beigetragen. So wurde teilweise auf aufwendige Genehmigungsverfahren, Bodengutachten und Probebohrungen verzichtet. Für dieses zielorientierte Handeln dankte Vorstandsvorsitzender Josef Rönz auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Mitarbeitenden der Landesbehörden.
Inzwischen konnten schon zahlreiche Bereiche im Ahrtal wieder mit Erdgas versorgt werden: Mehr als 80 Prozent der Haushalte sind wieder angeschlossen. Die restlichen Gebiete nimmt die evm-Gruppe sukzessive in Betrieb. Bis Ende November soll die Wiederinbetriebnahme abgeschlossen sein. Besondere Herausforderungen sind aktuell noch in der Altstadt von Ahrweiler zu meistern: Dort sind im Ortsnetz noch zahlreiche Leckagen zu orten und zu verschließen. Josef Rönz: „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir auch hier sehr bald das Netz wieder betriebsbereit haben.“
Das Foto zeigt Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, FH-Rektor Prof. Dr. Bernd Pietschmann und Prof. Dr. Kathrin Greiff, Rektoratsbeauftragte für Nachhaltigkeit der RWTH Aachen, Foto: Arnd Gottschalk / FH Aachen
Aachen – RWTH, FH, Stadt Aachen: Alle arbeiten auf Hochtouren daran, den Klimawandel aufzuhalten. Ein kleiner, aber nicht unbedeutender Baustein in diesem riesigen Vorhaben ist der Einsatz von Pfandsystemen in der To-Go-Gastronomie. Das wird in Aachen schon an einigen Stellen praktiziert, ist aber ausbaufähig, finden Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, FH-Rektor Bernd Pietschmann und Kathrin Greiff, Rektoratsbeauftragte für Nachhaltigkeit der RWTH Aachen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz riefen sie heute dazu auf, sich beim To-Go-Geschäft für den Gebrauch von Pfandsystemen stark zu machen und sie, wo immer es möglich ist, einzusetzen. Für FH-Rektor Pietschmann „nicht nur ein Trendthema, sondern eine Frage der Haltung“, wie er betonte. Man müsse sich nur vor Augen führen, wie viel Energie, Wasser und insbesondere Erdöl man für die Herstellung benötige. Endliche Rohstoffe, deren Einsatz zudem eine schlechte CO2 Bilanz hat.
Ein T-Shirt zerfällt in fünf Jahren, eine PET-Flasche braucht dafür 400-500 Jahre
„Außerdem werden bei der Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen gefährliche Stoffe zugesetzt, z.B. Weichmacher, Flammschutzmittel, Farbstoffe und UV-Stabilisatoren. Landet der Kunststoff in der Natur, dann können diese gefährlichen Stoffe an die Umgebung wieder abgegeben werden. Auch durch den Plastikmüll im Meer, den die Tiere als Micro-Plastik essen und nicht verdauen können, gelangt Plastik von unseren Tellern in unseren Körper“, so Pietschmann weiter. Auch die lange Haltbarkeit sei ein Problem: „Ein T-Shirt aus Baumwolle zerfällt in fünf Monaten. Eine PET-Flasche braucht dafür 400 bis 500 Jahre.“
Daher setzt die FH als Organisation auf Nachhaltigkeit.
Das gilt auch für die RWTH. „Wir wollen als RWTH nachhaltiger werden, in der Lehre, in der Forschung, im Betrieb“, sagte Nachhaltigkeitsbeauftragte Kathrin Greiff. „Aufbauend auf einem starken wissenschaftlichen Fundament, unter anderem durch die Erforschung der Kreislaufwirtschaft, setzen sich die Hochschulmitglieder auch über die Hochschulgrenzen hinaus für eine nachhaltige Entwicklung ein. Denn dies kann nur gemeinsam gelingen – im Zusammenspiel von Bürgerinnen und Bürgern, Politik, Wirtschaft und Forschung.“ Bei den Studierenden scheint das schon angekommen zu sein. Einer AStA-Umfrage zufolge sprachen sich 93 Prozent der Studierenden für die Nutzung von Pfandsystemen aus.
Pfandbecher sollen ein „must have“ in Aachen werden
Auch die Stadt Aachen tut alles, was in ihrer Macht steht, um dem Klimawandel zu begegnen. Sie will das und sie muss das, nachdem in Aachen der Klimanotstand ausgerufen wurde und damit eine eindeutige Verpflichtung zur Schonung von Ressourcen und nachhaltigem Verhalten besteht. Daher gibt es Tempo 30 in der Innenstadt, die Förderung von Elektromobilität und Solarenergie auf privaten Dächern, von energiesparenden Wohngebäuden, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. „Am Mittwoch werde ich die Circular City Declaration unterzeichnen“, sagte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. „Die fast 60 europäischen Städte, die an ,Circular Cities‘ beteiligt sind, verfolgen das Ziel, nachhaltig mit den verfügbaren Ressourcen umzugehen, indem diese sparsam oder auch durch Wiederverwendung mehrfach verwendet und sinnvoll genutzt werden.“ Dass dazu auch Pfandsysteme gehören, verdeutliche allein schon der Plastikmüll, den der Stadtbetrieb Tag für Tag in Parks und aus öffentlichen Mülleimern einsammle. Ein einheitliches städtisches Pfandsystem solle es aber zunächst nicht geben, so Keupen. „Das kann man nicht von oben verordnen.“ Vielmehr sei es wichtig, dass „die Stadt möglichst viele Akteur*innen einlädt, Pfandsysteme auf den Weg zu bringen, um dadurch einen Schneeballeffekt zu erzeugen, der dazu führt, dass mehr und mehr Pfandsysteme eingeführt werden und am Ende die Bereitschaft für ein einheitliches System auf breiter Basis wächst. Aus den Hochschulen heraus können die Studierenden als Botschafter*innen dafür in der Stadt unterwegs sein, damit der Pfandbecher zum ,must have‘ in Aachen wird“, so Keupen.
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