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Erinnerung und Trauer in Mechernich

Mechernich – Skulptur vor dem Rathaus erinnert an alle Opfer des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und erstmals ausdrücklich auch an die geknechteten und ermordeten zivilen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen aus dem Osten. Deutlich über hundert Menschen nahmen am Dienstagabend vor dem Mechernicher Rathaus an der Enthüllung der neuen Gedenkstele teil, die erstmals an alle Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert.

Mitarbeiter aus der Führungsmannschaft des Mechernicher Rathaus, in der Mitte Dezernent Ralf Claßen und Bürger- und Politikbüro-Chefin Manuela Holtmeier, links Gesamtschulleiterin Dagmar Wertenbruch, rechts Studiendirektor Holger Stürmer aus Lückerath vom zurzeit in der Gesamtschule untergebrachten Berufskolleg Eifel des Kreises. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Erstmals im Kreisgebiet finden auf dem Mechernicher Denkmal ausdrücklich und nachdrücklich auch die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen insbesondere aus Polen und der früheren Sowjetunion Erwähnung, die hier entmenschlicht, versklavt und aus geringsten Anlässen umgebracht wurden.

„Es geht nicht um Übernahme kollektiver Schuld“, sagte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der sich ganz persönlich für die Aufstellung des Mahnmals eingesetzt und an der Formulierung des Textes beteiligt hatte: „Die vorige Generation wäre dazu nicht in der Lage gewesen, sich den Dingen so schonungslos zu stellen, aber für uns ist es jetzt an der Zeit, uns auch an diese Opfer der Terrorherrschaft aus dem Osten zu erinnern, 80 Jahre nach Anzettelung eines Weltanschauungskrieges gegen die Sowjetunion und die Entmenschlichung ihrer Einwohner.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der Denkmaltext endet mit einem Appell: „Die Zerstörung von Demokratien beginnt mit der Ausgrenzung, Entrechtung und Entmenschlichung einzelner Bevölkerungsgruppen. Verteidigt den Rechtsstaat – Widersteht Hass und Hetze – Bewahrt Frieden!“

Unterzeichnet ist die Texttafel der Stele, deren Errichtung auf eine Initiative des Journalisten und Buchautors Franz Albert Heinen zurückgeht, von Bürgermeister, Rat und Verwaltung der Stadt Mechernich.

Vor dem Appell stehen Bekenntnis und realistische Einschätzung der damaligen Haltung in der Bevölkerung: „Einige Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt beteiligten sich an Übergriffen gegen die Opfer, viele schauten tatenlos zu, andere leisteten im Rahmen ihrer Möglichkeiten Widerstand.“

Um den Text auf der Stele nach Entwürfen der aus Lückerath stammenden Künstlerin Anna von Laufenberg war ein Jahr unter Federführung von Franz Albert Heinen, Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, Gisela Freier, Manfred Lang mit Historikern und Stadtratspolitikern gerungen worden.

Kein Weg in die Freiheit

Den künstlerischen Denkmalentwurf setzte die Hosteler Spezial-Metallbaufirma Müller aus rostendem Stahl in einer Größe von knapp drei Metern Höhe als Relief um. Den in V-2-A-Stahl gelaserten Text flankiert ein halbes Fenster als symbolischer Lichtblick einer trügerischen Hoffnung auf Freiheit, zu der zu entkommen den Opfern allerdings durch Stacheldrahtranken am Fuß des Denkmals in Wirklichkeit verwehrt blieb…

Die Einweihung fand am schicksalsschwersten Tag der Deutschen, dem 9. November, statt, an dem die Weimarer Republik ausgerufen worden war und die Berliner Mauer zwischen zwei deutschen Staaten hin zur Wiedervereinigung überwunden wurde. „Vor allem aber bleibt dieses Datum mit der Reichspogromnacht zum Auftakt einer beispiellosen Verfolgung und Vernichtung der deutschen und europäischen Juden mit am Ende sechs Millionen Holocausttoten verbunden“, so Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick.

Zu der Feierstunde mit ergreifenden Ansprachen von Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Franz Albert Heinen waren deutlich über hundert Bürger gekommen, zahlreiche Kommunalpolitiker, Schüler der Gesamtschule, Pfarrer Erik Pühringer, die stellvertretenden Bürgermeister Heinrich Schmitz und Günther Kornell sowie Landrat Markus Ramers.

Die zum Anlass passende Musik für Streichduett von W. Aeschenbacher und F. Fiorillo intonierten Nicole Besse (Violine, r.) und Johanna Stein (Violoncello). Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Arbeitsgemeinschaft „Schule gegen Rassismus“ um die Lehrerinnen Nelly Anton und Najla Azizi und der Chor der Gesamtschule Mechernich unter Jutta Simon-Alt intonierten einen Rapp mit Textfragmenten aus der deutschen Nationalhymne und John Lennons Friedenssong „Imagine“.

„Es ist an der Zeit…“

Unter die Haut gehender Höhepunkt der Feierstunde war die Verlesung von Opfernamen. Die Rezitatorin und Rundfunkmoderatorin Katia Franke verlieh dabei in würdevoller Weise zivilen Zwangsarbeitern, darunter fünf von Zwangsarbeiterinnen am Bleiberg geborenen und wieder verstorbenen Kindern, sowie in Mechernich erschossenen und erhängten Kriegsgefangenen als jeweils einzelnen Menschen und Individualpersönlichkeiten Erinnerung, Trauer und Anteilnahme.

„Es geht nicht um Übernahme kollektiver Schuld“, sagte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der sich ganz persönlich für die Aufstellung des Mahnmals eingesetzt und an der Formulierung des Textes beteiligt hatte: „Die vorige Generation wäre dazu nicht in der Lage gewesen, sich den Dingen so schonungslos zu stellen, aber für uns ist es jetzt an der Zeit, uns auch an diese Opfer der Terrorherrschaft aus dem Osten zu erinnern, 80 Jahre nach Anzettelung eines Weltanschauungskrieges gegen die Sowjetunion und die Entmenschlichung ihrer Einwohner.“

Der bekannte frühere Stadt-Anzeiger-Redakteur Franz Albert Heinen (Kürzel „fa“) und Buchautor („Die Ordensburg Vogelsang“, „NS-Ordensburgen: Vogelsang, Sonthofen, Krössinsee“, „Abgang durch Tod – Zwangsarbeit im Kreis Schleiden 1939-1945“), sprach der Stadt Mechernich zu Beginn seiner Ansprache eine „vorbildliche Erinnerungskultur“ zu.

An der jahrzehntelangen Aufarbeitung der Geschichte und des Schicksals jüdischer Familien aus dem heutigen Stadtgebiet hätten sich auch Kinder und Jugendliche der früheren Hauptschule Mechernich unter Anleitung ihrer Lehrerin Gisela Freier, aber auch anderer Bürgerinnen und Bürger wie der Kommernerin Christine Hiller beteiligt.

Nun habe sich die Stadt am Bleiberg mutig und unerschrocken der Aufarbeitung und dem Gedenken an alle Opfergruppen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gestellt, insbesondere an die Zwangsarbeiter, an die kaum noch erinnert werde. Pünktlich zur Denkmalenthüllung lieferte die Gemünder Druckerei Wallraf 1500 Flyer mit einem Layout von Kathrin Wallraf und informativen Texten von Gisela Freier, F.A. Heinen und Manfred Lang.

Euthanasie und Zwangsterilisation

Darin wird das Schicksal der geknechteten und ermordeten Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen beleuchtet, die in den Mechernicher Bleigruben, aber auch auf Bauernhöfen und zum Teil auch in Betrieben und sogar kirchlichen Einrichtungen zum Arbeitseinsatz kamen. Das kostenlos im Rathaus erhältliche kunstvolle Druckwerk gibt im DIN-A-6-Format aber auch Auskunft über die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Mitbürger, Zwangssterilisationen am Mechernicher Krankenhaus und Euthanasiemorde an behinderten Kindern und Erwachsenen.

„Bei der Vorstellung meines Buches über Zwangsarbeit im Altkreis Schleiden vor einigen Jahren habe ich ohne jede konkrete Absicht beiläufig gesagt, dass ich mir ein Denkmal für diese unterdrückten und ermordeten Menschen wünsche – und heute stehen wir hier und enthüllen dieses Denkmal…“ Heinen zeigte sich stark beeindruckt von der „absoluten Problemlosigkeit“ und dem enormen Entgegenkommen des Stadtrats, der einstimmig für die Stele votiert hatte, und insbesondere des Bürgermeisters.

Dr. Hans-Peter Schick dankte seinerseits vor allem „fa“ Heinen „für den Anstoß und sein besonderes Engagement zur Errichtung dieser Stele“. Der Bürgermeister dankte auch Diakon Manfred Lang für die konstruktive Begleitung des Projektes vom Anfang bis zu seiner Realisierung, dessen Tochter Anna von Laufenberg für den künstlerischen Entwurf des Denkmals und seiner Frau Sabine Roggendorf, die die Stoffbahnen zur Verhüllung der Stele genäht hatte.

Dr. Schick dankte Kathrin Wallraf für die Erstellung des Flyers und den Metallbaumeistern Willi und Dirk Müller für die Anfertigung des Gedenkreliefs. Der Bürgermeister vergaß auch nicht seine engsten Mitarbeiter im Rathaus, allen voran Teamleiter Willi Göbbel und Fachgebietsleiter Holger Schmitz, Rathausmeister Rainer Schulz und der Standesbeamtin Kerstin Lehner, die alle Fäden während der Vorbereitung gewoben und in den Händen behalten hatten.

„Den Kollegen Alexander Schröder, Marcel Mey, Sven Ebmeier, Ken Derichs und Helmut Schoddel vom städtischen Bauhof danke ich für die Fundament-Erstellung, für die elektrischen Arbeiten, die Pflaster- und Pflanzarbeiten“, so der Verwaltungschef, der sich ebenfalls bei den Gesamtschülern, ihren Lehrerinnen, bei den Musikerinnen Nicole Besse und Johanna Stein und der Rezitatorin Katia Franke bedankte: „Sie versteht es wie kaum eine andere, die Zuhörer mit Ihrer Stimme zu berühren…“

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Summit Umwelt-Wirtschaft am 10. und 11. November 2021 in Nordrhein-Westfalen

Region/Düsseldorf – „Zeitalter der Green Economy – Ressourcenwende gestalten“. Zahl der Erwerbstätigen in Umweltwirtschaft auf rund 471.000 gestiegen – Umweltministerin Heinen-Esser: Von einer starken Green Economy profitieren Natur, Umwelt und Unternehmen gleichermaßen – Nordrhein-Westfalen als internationalen Vorreiter etablieren

Erste Auswertungen für den nächsten Umweltwirtschaftsbericht Nordrhein-Westfalen zeigen, dass im Jahr 2020 rund 471.000 Erwerbstätige in Nordrhein-Westfalen in der Umweltwirtschaft beschäftigt waren und Nordrhein-Westfalen damit der bundesweit größte Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft ist. Seit dem Jahr 2010 (412.000 Erwerbstätige) ist die Zahl der Erwerbstätigen damit um durchschnittlich 1,4 Prozent pro Jahr gestiegen.

Die Branche verfügt über eine enorme Innovationskraft zur Unterstützung der Ressourcenwende. Dies unterstreicht der neue „Innovationsradar“, den das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW im Auftrag des Umweltministeriums erarbeitet hat. Demnach entwickelt die Green Economy in Nordrhein-Westfalen zu vielfältigen wichtigen Zukunftsfragen wertvolle Lösungsbeiträge – vom Batterie-Recycling über Rohstoff-Neuheiten für den Bausektor, nachhaltige Textilien bis zur Digitalisierung in der Landwirtschaft.

Zur weiteren Stärkung der Green Economy baut das Land seine Förder- und Unterstützungsangebote kontinuierlich aus. Allein in den zurückliegenden Monaten hat das Umweltministerium mehrere Projektaufrufe mit einem Fördervolumen von mehr als 60 Millionen Euro initiiert. Um mit der Branche weitere Potenziale, Zukunftsthemen und Stärkungsmöglichkeiten zu diskutieren, richtet das Umweltministerium gemeinsam mit dem Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW am 10. und 11. November 2021 zum fünften Mal seit dem Jahr 2017 den SUMMIT Umweltwirtschaft aus.

„Um die ökologische Tragfähigkeit der Erde zu bewahren und die Ressourcenwende erfolgreich zu gestalten, benötigen wir nachhaltige Produktkreisläufe. Hierzu leistet die Umweltwirtschaft mit ihren Innovationen und Lösungen einen wertvollen Beitrag. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, Nordrhein-Westfalen als internationalen Vorreiter für eine starke und innovative Green Economy zu etablieren. Davon profitieren Natur, Umwelt und Unternehmen gleichermaßen“, so Ministerin Heinen-Esser.

Vorschläge für die weitere Entwicklung der Umweltwirtschaft liefert die aktuelle Studie „Impulse für die Umweltwirtschaft 2021“. Heinen-Esser: „Mit den Impulsen für die Umweltwirtschaft möchten wir insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, Innovationen zu entwickeln, Märkte zu erschließen und neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zu generieren. Auf dem SUMMIT 2021 wollen wir diese Impulse als Agenda für die nächsten Jahre diskutieren. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Ressourcenwende, die zahlreiche Unternehmen in Nordrhein-Westfalen schon erfolgreich vorantreiben.“

Auf dem Spitzentreffen werden umweltfreundliche Produkte, Dienstleistungen und Technologien vorgestellt. Zu den Diskutanten auf dem Podium in der „Green Debate“ mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gehört zum Beispiel das Start-up KD-Pumpen aus dem Sauerland. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt eine ressourcenschonende und nachhaltige Pumpentechnologie für die Umwelt- und Entsorgungsbranche. Mit ihrer Entwicklung überzeugte die Firma bereits im GreenVenture Forum und im KUER-Businessplan Wettbewerb des Landes.

Weitere Informationen:

SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2021 / Anmeldung

Das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW veranstaltet das fünfte Spitzentreffen der Umweltwirtschaft aufgrund der Corona-Pandemie dieses Jahr als Hybridveranstaltung. Das Programm und Informationen zur Anmeldung zur virtuellen Teilnahme finden Sie unter: https://www.knuw.nrw/aktuelles/veranstaltungen/detail/umweltwirtschaftnrw-summit-2021.html

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Landrat Saftig verleiht höchste Auszeichnung des Landkreises Mayen-Koblenz

Region/Mayen-Koblenz – Sieben Persönlichkeiten und zwei Unternehmer erhalten Wappenteller. Es ist die höchste Auszeichnung, die im Landkreis Mayen-Koblenz verliehen wird: der Wappenteller. Geehrt werden damit traditionell jedes Jahr am 7. November, dem Geburtstag des Landkreises, Persönlichkeiten, die sich in der Region verdient gemacht haben. „Wir ehren Gesichter des Landkreises, die sich mit Herzblut engagieren, die Außergewöhnliches leisten und so den Landkreis Mayen-Koblenz nach vorne bringen“, sagte Landrat Dr. Alexander Saftig während der Feierstunde in der Krupp‘schen Halle auf dem Denkmalareal Sayner Hütte in Bendorf-Sayn. Als Dank für ihr herausragendes Engagement verlieh er zwei Frauen und fünf Männern sowie zwei Unternehmern den Wappenteller des Landkreises.

Musikalisch begleitet wurde die Verleihung der Wappenteller von einem Streicherensemble der Kreismusikschule. Foto: Kreisverwaltung / Morcinek

„Unsere diesjährigen Wappentellerträger beweisen, dass man unseren Kreis mit Engagement, Leidenschaft und ganz viel Herz in den verschiedensten Bereichen unheimlich bereichern und besser machen kann. Ob in der Kommunalpolitik, im Bereich der Migration und Integration, im kulturellen Metier, im Jugendbereich, im wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Sektor“, betonte der Landrat, der den Wappenteller an Zeynep Begen aus Bendorf, Thomas Christ aus Koblenz, Klaus Endris aus Oberfell, Rehlinde Glöckner aus Bendorf, Jan Heinemann aus Andernach und Klaus Meurer aus Münstermaifeld überreichte. Mit dem Großen Wappenteller wurden Ernst Einig aus Mendig sowie Dr. Christoph Ullmann und Volker Krause von der Laserline GmbH aus Mülheim-Kärlich geehrt. Musikalisch begleitet wurde die Verleihung der Wappenteller von einem jungen und talentierten Streicherensemble der Kreismusikschule.

Die mit dem Wappenteller ausgezeichnete Zeynep Begen aus Bendorf, so hob es der Kreischef hervor, ist ein Mensch, der für andere Türen öffnet, ihnen die Hand reicht, ihnen Wertschätzung zeigt und ihnen die Werte unserer Gesellschaft vermittelt – und genau das sei, es was man im Allgemeinen unter Integration versteht. „Sie sorgen dafür, dass gelungene Integration nicht nur eine Floskel ist, sondern Sie setzen diese in die Tat um“, lobte Landrat Dr. Saftig. Seit 2009 ist Zeynep Begen Vorsitzende des Beirates für Migration und Integration und somit Botschafterin für ein gelungenes Miteinander. Daneben ist sie unter anderem auch in der Kommunalpolitik aktiv. Von 2014 bis 2019 war Begen Mitglied im Stadtrat Bendorf und in verschiedenen Ausschüssen für die SPD-Fraktion tätig. Seit Juni 2019 gehört sie als ehrenamtliche Beigeordnete der Bendorfer Stadtspitze an.

Neben seinem Einsatz für die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg und den Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist es dem Wappentellerträger Thomas Christ aus Koblenz seit eh und je eine Herzensangelegenheit, die Anliegen und Interessen der Jugendarbeit und der Jugendverbände zur Sprache und in die Öffentlichkeit zu bringen. Seit 1997 ist Christ Mitglied des Vorstandes des Kreisjugendringes Mayen-Koblenz, seit 2001 hat er dort den Vorsitz inne und seit 2004 ist er beratendes Mitglied für den Kreisjugendring Mayen-Koblenz im Jugendhilfeausschuss im Landkreis Mayen-Koblenz. „Jugendarbeit ist für Sie vielfältig und wichtig. Dafür opfern Sie einen Großteil Ihrer Freizeit. Sie sind hoch engagiert und eigentlich immer in Sachen Jugendarbeit unterwegs“, sagte der Kreischef, dem es ein besonderes Anliegen war, zu betonen, wie wichtig der Kreisjugendring mit Thomas Christ und seinem Team für den Landkreis und für die Gesellschaft ist.

Mit viel Energie, Leidenschaft, Augenmaß sowie zum Wohl des Landkreises, der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel und seiner Ortsgemeinde hat sich Klaus Endris aus Oberfell nahezu ein halbes Jahrhundert in der Kommunalpolitik engagiert. Der mit dem Wappenteller ausgezeichnete Endris war unter anderem 42 Jahre lang in der Gemeinde Oberfell, unter anderem als Ratsmitglied, Ausschussmitglied, Erster Beigeordneter und Fraktionsvorsitzender der FWG Oberfell aktiv. Er war als Ratsmitglied, Ausschussmitglied, Zweiter Beigeordneter und Vorsitzender der FWG Rhein-Mosel 30 Jahre lang Teil in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Und nicht zuletzt engagierte er sich 17 Jahre lang im Landkreis Mayen-Koblenz als Kreistagsmitglied, Ausschussmitglied und Geschäftsführer der FWG-Fraktion. „Lieber Herr Endris, ich ziehe meinen imaginären Hut und danke Ihnen von Herzen für Ihren herausragenden Einsatz für Mayen-Koblenz“, betonte Landrat Dr. Alexander Saftig.

Den Wappenteller auf dem Denkmalareal Sayner Hütte überreicht zu bekommen, kam für Rehlinde Glöckner aus Bendorf einem Heimspiel gleich. „Sie kann ohne Zweifel als das Herz und die gute Seele der Sayner Hütte bezeichnet werden. Nur wenige glaubten an eine neue Zukunft der Sayner Hütte als Denkmal mit einer touristischen Anziehungskraft oder gar als attraktiver Kultureinrichtung mit überregionalem Potenzial. Frau Glöckner glaubte daran und kämpfte für die Verwirklichung dieser Vision. Dafür trat sie konsequent ein“, sagte der Landrat und lobte darüber hinaus Glöckners weiteres Schaffen, mit dem sie sich im Beruf für die Wirtschaftsförderung der Stadt Bendorf, im Ehrenamt für den Aufbau der Stiftung Sayner Hütte sowie auch als Vorsitzende des Freundeskreises Sayner Hütte um unsere Heimat verdient gemacht. Glöckner war maßgeblich an der Neuausrichtung der Stadt Bendorf nach dem wirtschaftlichen Umbruch beteiligt. Unter ihrer Mitwirkung wurde unter anderem der Tourismus in Sayn neu aufgebaut.

Als bislang jüngster Preisträger in der Geschichte des Landkreises ist der 18-jährige Jan Heinemann aus Andernach mit dem Wappenteller ausgezeichnet worden. Heinemann ist der Erfinder des sogenannten Löschigels. Dabei handelt es sich um ein Löschgerät, das die Feuerwehr einsetzen kann, wenn ein brennendes Gebäude von innen gelöscht werden muss. Der junge Andernacher entwickelte einen Leiteraufsatz mit Düsen, die Wasser in unterschiedliche Richtungen sprühen lässt. Damit wird zugleich die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöht, die nicht mehr zwingend in brennende Häuser einsteigen müssen und somit ein größerer Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann. Mit dem „Löschigel“ erreichte Jan Heinemann den Bundessieg bei „Jugend forscht“ im Fachbereich Arbeitswelt. Weiterhin wurde er mehrmals beim Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz prämiert und erhielt eine Auszeichnung der Stiftung „Filippas Engel“. Leider konnte er die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen, da er als Aussteller an einer Erfindermesse in Nürnberg teilnahm. Stellvertretend für ihren Sohn überreichte Landrat Saftig den stolzen Eltern des 18-Jährigen den Wappenteller des Landkreises.

Viele kennen den Wappentellerträger Klaus Meurer aus seinem fast 20-jährigen politischen Engagement für die Grünen. Auch in den Kreisgremien ist er seit 2014 als Mitglied des Kreistages und seit Juni dieses Jahres als Fraktionsvorsitzender aktiv. Ganz aktuell wurde Meurer zudem zum stellvertretenden Vorsitzenden der überregionalen Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald gewählt. Hinzu kommt seine vielseitige Vereinsarbeit. „Als großartiger Netzwerker und Kümmerer arbeitet Klaus Meurer parteiübergreifend und immer mit ganzem Herzblut. Hartnäckig und geradlinig kämpft er für seine Ideen“, sagte der Landrat. Nicht zuletzt ist Klaus Meurer seit 2015 auch Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Maifeld, ein Herzensprojekt. Ob bei der Wohnungssuche, Möbeltransporten, der Organisation von Fahrgemeinschaften für Fahrten zu Ämtern oder Ärzten, dem Sammeln von Fahrrädern oder der Organisation von Großveranstaltungen.

Mit dem großen Wappenteller ausgezeichnet wurde Ernst Einig aus Mendig. „Sie gehören mit Ihrem über 25-jährigen kommunalpolitischen Engagement, sowie Ihrem Einsatz für den Sport, das rheinische Brauchtum und die Integrationsarbeit zu den Menschen, die unserem Landkreis ein Gesicht geben, die unsere Region prägen“, lobte Landrat Dr. Alexander Saftig das Engagement. Nicht nur im Sport- sowie in zwei Karnevalsvereinen, in denen er engagiertes Mitglied ist, liegen Ernst Einig seine Mitmenschen am Herzen. 2001 gründete er den Verein „Connect Ruandahilfe“ und war bis 2013 zweiter Geschäftsführer. Seit 2015 hat Einig einen Aktivposten in der Flüchtlingshilfe „Kaffee Kunterbunt“ mit zahlreichen Aufgaben in der Betreuung von hilfebedürftigen Familien, insbesondere bei der Beschaffung von Möbeln, Wohnungseinrichtungen und Haushaltsbedarf. Außerdem begleitet er die Menschen bei Behördengängen, Arzt- oder Schulbesuchen.  Zudem war Einig bereits in jungen Jahren kommunalpolitisch aktiv und ist es bis heute: Seit 1994 ist er Mitglied im Stadtrat Mendig. Von 1994 bis 1999 und seit 2004 war und ist er Mitglied im Verbandsgemeinderat Mendig. Seit 2004 ist Einig Mitglied im Kreistag. Und nicht zuletzt ist Ernst Einig seit 2014 Mitglied im Beirat für Migration und Integration und dort seit 2019 stellvertretender Vorsitzender.

Ebenfalls mit dem Großen Wappenteller des Landkreises ausgezeichnet wurden Dr. Christoph Ullmann und Volker Krause von der Laserline GmbH aus Mülheim-Kärlich. Die beiden Technologie-Pioniere waren davon überzeugt, auf Basis der seit 1960 bekannten Laserdiode eine alternative Strahlquelle für die industrielle Lasermaterialbearbeitung entwickeln zu können – den Diodenlaser. Anfangs wurde das Projekt kaum ernstgenommen, denn die Einzeldiode schien als Baustein eines Industrielasers viel zu schwach. Ullmann und Krause aber hielten an ihrer Vision fest. Und ihr Erfolg gab ihnen Recht. „Sie haben aus einem Zweimannbetrieb ein marktführendes Unternehmen mit 15.000 Quadratmeter großem Firmengelände in Mülheim-Kärlich und mehr als 340 Mitarbeitern und Vertretungen rund um den Erdball erschaffen. Und wir als Landkreis Mayen-Koblenz sind stolz, ein solch erfolgreiches internationales Unternehmen in unserem Landkreis zu haben“, richtete der Landrat seine Worte an Dr. Christoph Ullmann verbunden mit der Bitte, die Glückwünsche an seinen am Verleihungstag verhinderten Kollegen zu überbringen.

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Landesregierung RLP setzt Einwohner-Versammlungen in Flutgebieten ab dem 15. November fort

Region/Mainz – Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz wird im November die Einwohnerversammlungen zum Wiederaufbau fortsetzen. Nachdem im Oktober bereits in 17 Ortschaften im Ahrtal solche Veranstaltungen stattfanden, werden nun die Bürgerinnen und Bürger in den anderen sechs von der Flut betroffenen Landkreisen und in der Stadt Trier informiert.

„Bund und Länder stehen solidarisch an der Seite der Betroffenen und stellen allein für den Wiederaufbau in Rheinland-Pfalz 15 Milliarden Euro zur Verfügung. Dieses Geld kommt nicht nur dem Aufbau der öffentlichen Infrastruktur zugute, sondern zu einem großen Teil auch Privatpersonen und Unternehmen. Bei den Einwohnerversammlungen, die im Ahrtal bereits auf großes Interesse gestoßen sind, wollen wir Betroffene direkt über die Fördermöglichkeiten und über alle anderen Fragen rund um den Wiederaufbau informieren“, so die Wiederaufbaubeauftragte des Landes, Staatssekretärin Nicole Steingaß. Informationsveranstaltungen für die weiteren Kommunen seien schon lange geplant. Im schwer zerstörten Ahrtal habe man den Anfang gemacht, da dort auch zahlreiche Kommunalverwaltungen betroffen seien.

An den Einwohnerversammlungen nehmen seitens des Landes unterschiedliche Expertinnen und Experten, etwa von der Investitions- und Strukturbank (ISB) und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) teil. Im Ahrtal, wo insgesamt rund 3.300 Menschen die 17 Einwohnerversammlungen besucht hatten, drehten sich die Fragen der Betroffenen vor allem um die neu festgelegten Überschwemmungsgebiete und die Voraussetzungen für die Förderungen aus dem Wiederaufbaufonds von Bund und Ländern.

Neben den Einwohnerversammlungen können sich die Flutbetroffenen weiterhin auch online auf www.wiederaufbau.rlp.de und über die kostenlose Telefon-Hotline (0800 / 222 0 22 0) informieren. Im Ahrtal stehen zudem 17 Infopoints zur Verfügung.

Die kommenden Termine:

  • Landkreis Trier-Saarburg (1) für die Kyllgemeinden
    Termin: Montag, 15. November 2021, 18 Uhr im Bürgerhaus, Welschbilliger Str. 1, 54306 Kordel
  • Landkreis Vulkaneifel
    Termin: Dienstag, 16. November 2021, 17:30 Uhr in der Stadthalle „Rondell“, 54568 Gerolstein
  • Landkreis Trier-Saarburg (2) für die Sauergemeinden
    Termin: Mittwoch, 17. November 2021, 17:30 Uhr in der Turnhalle, Wasserbilliger Str. 13, 54308 Langsur
  • Landkreis Mayen-Koblenz für die im Landkreis betroffenen Städte und Gemeinden
    Termin: Montag, 22. November 2021, 17:30 Uhr im Bürgerhaus, Schulstraße 12, 56736 Kottenheim
  • Eifelkreis Bitburg-Prüm für Neuerburg, Prüm, Waxweiler und umliegende Gemeinden
    Termin: Dienstag, 23. November 2021, 17:30 Uhr in der Stadthalle Prüm, Kalvarienbergstraße 5, 54595 Prüm
  • Landkreis Cochem-Zell
    Termin: Mittwoch, 24. November 2021, 18 Uhr in der Stadthalle, Schlossstraße 34, 56856 Zell-Mosel
  • Stadt Trier für Trier-Ehrang
    Termin: Donnerstag, 25. November 2021, 17:30 Uhr, in der Sporthalle, Mäusheckerweg 1,  54293 Trier-Ehrang
  • Landkreis Bernkastel-Wittlich
    Termin: Freitag, 26. November 2021, 17:30 Uhr in der Dreyshalle, Talstraße, 54518 Dreis
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Plakat-Wettbewerb gegen Rauschtrinken in Rheinland-Pfalz

Region/Mainz – RLP Sozialminister Schweitzer und DAK verleihen Landespreise an Jugendliche. „bunt statt blau“: Unter diesem Motto beteiligten sich trotz schwieriger Bedingungen durch Corona rund 300 Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz an dem Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit gegen das sogenannte Rauschtrinken bei Kindern und Jugendlichen. Die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren zeigen mit ihren Plakaten, welche negativen Auswirkungen riskanter Alkoholkonsum haben kann und um wieviel positiver und bunter das Leben ist, wenn ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Suchtmittel gelingt.

Das besondere an „bunt statt blau“ ist, dass Jugendliche mit Ihren Bildern zu Botschafterinnen und Botschaftern gegen das Rauschtrinken werden. Die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Alkoholmissbrauch regt Schülerinnen und Schüler zum kritischen Nachdenken an und hat Vorbildcharakter. Sozialminister Alexander Schweitzer hat auch in diesem Jahr wieder gerne die Schirmherrschaft für die erfolgreiche Kampagne übernommen.

In Rheinland-Pfalz kommt das beste Plakat von der 14-jährigen Schülerin Emma West vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Kaiserslautern. Zusammen mit den anderen Landessiegern wurde sie nun im Sozialministerium in Mainz geehrt. Sozialminister Schweitzer und der Leiter der Landesvertretung der DAK Gesundheit, Rainer Lange, übergaben die Preise und Urkunden. Der zweite Platz ging an Janna Döscher (17) aus Mainz. Olesja Andreicuka (16) aus Montabaur belegte den dritten Platz.

„Ich freue mich, dass trotz der Einschränkungen, die Corona in den Schulen mit sich brachte, so viele Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz teilgenommen haben. Die Plakate zeigen, dass sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Thema intensiv auseinandersetzen.  Die Schule ist ein wichtiger Ort, um unsere gemeinsamen Präventionsbemühungen gegen schädlichen Alkoholkonsum umzusetzen“, sagte Schweitzer und betonte: „Mit ihren Kunstwerken setzen die Schülerinnen und Schüler wieder ein starkes Zeichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol.“

Rainer Lange, Leiter der Landesvertretung der DAK Gesundheit, hob die Vorbild-Rolle der Jugendlichen gegenüber Gleichaltrigen hervor. „Im Kampf gegen das Komasaufen sind Jugendliche ganz wichtige Botschafter. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst auf die Risiken des Rauschtrinkens hinweisen und Auswege aufzeigen, dann ist das eine wirkungsvolle Prävention. Das diesjährige Siegerplakat zeigt, welch negative und beklemmende Wirkung Alkohol haben kann.“

Präventionskampagnen, wie der von der DAK bereits seit vielen Jahren angebotene Wettbewerb „bunt statt blau“ oder das Alkoholpräventionsprogramm „HaLT-Hart am LimiT“, seien erfolgreiche Bausteine der Suchtprävention in Rheinland-Pfalz. „Sie tragen wirkungsvoll dazu bei, den eigenen Alkoholkonsum kritisch zu hinterfragen. Die Landesregierung wird der Suchtprävention auch weiterhin einen hohen Stellenwert einräumen“, sagte Sozialminister Alexander Schweitzer.

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Eindrucksvolle Lesung von Ernst Heimes bei der „Literarischen Mittagspause“ – Stream weiterhin abrufbar

Region/Koblenz – Seit 1700 Jahren leben Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Bundesweit wird dieses Jubiläum mit einer Vielzahl an Veranstaltungen gefeiert, die auf die Vielfalt jüdischer Geschichte, Kultur und Religion aufmerksam machen sollen. Die Veranstaltungen zeigen, dass jüdisches Leben in Deutschland natürlich viel mehr ausmacht als die unmenschlichen Verbrechen, denen die Juden in der Zeit der Naziherrschaft ausgesetzt waren. Dennoch ist es wichtig, immer wieder an diese dunkle Zeit zu erinnern – gerade am 9. November. Denn in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurden in Deutschland Synagogen niedergebrannt und Juden verhaftet, misshandelt oder getötet. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord veranstaltet an diesem Tag schon seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Koblenz und der Buchhandlung Heimes die „Literarische Mittagspause“. Der Koblenzer Autor Ernst Heimes liest dabei im großen Sitzungssaal der SGD Nord aus seinen Büchern vor und erinnert an die unfassbaren Verbrechen der Nazizeit. Das tat er auch in diesem Jahr.

Heimes trug diesmal Passagen aus seinem Buch „Mirjam Ghettokind“ vor. Wie schon im vergangenen Jahr konnte die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie erneut nicht vor Publikum stattfinden. Daher las der Koblenzer Autor und Heimatforscher in einem zum „Mini-Fernsehstudio“ umgebauten Sitzungssaal. Sein Vortrag wurde per Livestream auf dem YouTube-Kanal der SGD Nord übertragen. Unter der Adresse https://s.rlp.de/UmWEC ist die Lesung dort auch weiterhin zu sehen und zu hören.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Schauspiel, in dem die Geschichte einer jüdischen Familie und ihrer Tochter Mirjam dargestellt wird. Der Leidensweg der Familie führt sie ins Ghetto Theresienstadt. Dort erlauben die Nazis Musik- und Theateraufführungen, um einer Kommission des Internationalen Roten Kreuzes eine heile Welt vorzuspielen. Die Täuschung gelingt und für Mirjam, die sich an den Aufführungen beteiligt, kehrt anschließend der Schrecken zurück. Die Figur der Mirjam ist zwar fiktiv, den geschichtlichen Hintergrund hat Ernst Heimes aber intensiv recherchiert und dadurch ein realistisches Bild der damaligen Zeit gezeichnet. „Durch mein Buch soll der Leser oder Zuhörer zum Begleiter Mirjams werden, mitbekommen, was sie angesichts der den Juden entgegengebrachten Unmenschlichkeit empfindet, wie sie Hoffnung schöpft und wie sich diese wieder zerschlägt.“

SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis wies darauf hin, wie wichtig es ist, diese Zeit im Gedächtnis zu behalten: „Indem Ernst Heimes in seinen Texten den Fokus auf persönliche Schicksale richtet, wird das Leiden der Menschen greifbarer und es wird einem erneut bewusst, was für ein unentschuldbares Verbrechen an den Juden begangen wurde. Das müssen wir uns immer wieder in Erinnerung rufen und uns mit aller Macht gegen jede Form von Antisemitismus stemmen.“ Der SGD-Präsident dankte Ernst Heimes für seine Arbeit und seine Bereitschaft, Jahr für Jahr an der „Literarischen Mittagspause“ mitzuwirken.

Die Koblenzer Kulturdezernentin Margit Theis-Scholz ergänzte: „Ich möchte mich bei Ernst Heimes ganz herzlich für die eindrucksvolle Lesung bedanken. Mit der Geschichte der kleinen Mirjam und ihrer Familie im Ghetto Theresienstadt lässt er seine Zuhörerinnen und Zuhörer nicht nur an deren Schicksalen teilhaben, mit seinem Schauspiel ,Mirjam Ghettokind‘  über die Folgen perfider Täuschung schlägt er auch eine Brücke ins heute und zeigt uns, wie wichtig in Zeiten von ,Fake News‘ das Hinterfragen von Informationen für unser gesellschaftliches Miteinander ist.“

Die Lesung von Ernst Heimes finden Sie auch weiterhin auf dem YouTube-Kanal der SGD Nord unter der Adresse https://s.rlp.de/UmWEC. Das Buch „Mirjam Ghettokind“ ist im Brandes & Apsel-Verlag erschienen.

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Prof. Dr. Elmar Joachim Achenbach mit dem Bundes-Verdienstkreuz ausgezeichnet

Düren – In der Schlosskapelle der Zitadelle in Jülich hat Landrat Wolfgang Spelthahn Prof. Dr. Elmar Joachim Achenbach am Samstag, dem 06. November im Namen des Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Für sein jahrzehntelanges Engagement im kulturellen Bereich erhielt der Jülicher im Kreise seiner Familie, Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen die höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland für besondere Verdienste um das Gemeinwohl vergibt.

Es ist bereits das zweite Bundesverdienstkreuz in diesem Jahr, das nach Jülich geht. Seit Samstagvormittag schmückt es das Revers von Prof. Dr. Elmar Joachim Achenbach, der sich von 1967 bis 2017 ehrenamtlich als Vorsitzender des Laien-Sinfonieorchesters „Collegium Musicum Jülich e.V.“ engagierte. Er trug maßgeblich dazu bei, dass sich ein ursprünglich kleines Streichorchester zu einem angesehenen Sinfonieorchester mit rund 50 Musikerinnen und Musikern entwickelte. „Es ist schwer, jahrzehntelanges Engagement in einige wenige Sätze zu fassen“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn bei der feierlichen Übergabe. „Das, was Sie zusätzlich über den Beruf hinaus geleistet haben, wird hier heute ausgezeichnet.“

Das Collegium Musicum führt jährlich zwei bis drei Konzerte auf und tritt zudem zur musikalischen Gestaltung von Festakten und kirchlichen Feiern in Erscheinung. Kein Wunder also, dass ein Quartett der Musikerinnen und Musiker, unter ihnen Achenbachs Nachfolger Jens-Uwe Grooß, auch an diesem Tag für den 85-Jährigen spielten.

Professor Achenbach oblag in den 50 Jahren seiner aktiven Tätigkeit die Organisation der Proben, die Planung der Konzerte und der Sonderveranstaltungen. Er bewirkte die finanzielle Stärkung und Festigung des Vereins, indem er sich um Sponsoren bemühte.

Ein Beispiel für seinen selbstlosen Einsatz war auch sein Handeln, als längerfristig ein Fagottist im Orchester fehlte. „Er erlernte es dann einfach selbst“, berichtete Landrat Spelthahn.

Für dieses außergewöhnliche Engagement befestigte der Landrat das Bundesverdienstkreuz am Bande dann schließlich an Professor Achenbachs Jackett. „Ich habe so ein Verdienstkreuz noch nie aus der Nähe gesehen und jetzt baumelt es an meinem pochenden Herzen“, sagte er sichtlich gerührt.

„Dass diese Auszeichnung nun schon zum zweiten Mal nach Jülich geht, zeigt, was für tolle Menschen hier bei uns in der Stadt leben“, ergänzte Bürgermeister Axel Fuchs.

„Sie haben stets einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben im Kreis Düren geleistet, und dieses kulturelle Leben führt Menschen zusammen“, betonte der Landrat.

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Hochkarätige Jury kürt die herausragende Leistung des mittelständischen Unternehmers aus Aachen

Aachen/BerlinProf. Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter der Lambertz-Gruppe, ist jetzt im Rahmen einer Galaveranstaltung des Deutschen Fach-verlages (DFV) in Berlin mit dem Preis „Goldener Zuckerhut“, eine der höchsten Ehrungen der deutschen Lebensmittel- bzw. Konsumgüterwirtschaft, ausgezeichnet worden. Der begehrte Preis gilt als der „Oscar“ der Branche und wird jährlich von der Lebensmittel Zeitung, dem führenden, deutschen Fachmagazin der Konsumgüter-Branche (Food und Non-Food), an nur wenige Preisträger:innen vergeben.

Prof. Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter der Lambertz-Gruppe, ist jetzt im Rahmen einer Galaveranstaltung des Deutschen Fachverlages (DFV) in Berlin mit dem Preis „Goldener Zuckerhut“, eine der höchsten Ehrungen der deutschen Lebensmittel- bzw. Konsumgüterwirtschaft, ausgezeichnet worden. Foto: Lambertz-Gruppe

Exklusive, oscarreife Preisverleihung der Lebensmittel Zeitung in Berlin – Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der EDEKA Zentrale AG, hält Laudatio auf den Preisträger: „Sein Wirken fasziniert und sticht in der gesamten Branche besonders positiv und beispielgebend hervor.“

Die Lebensmittel Zeitung kürte im Berliner Hotel „Intercontinental“ zum 63. Mal herausragende Persönlichkeiten und Firmen, die sich in der deutschen oder europäischen Konsumgüterwirtschaft in besonderem Maße verdient gemacht haben. Der Preis  gilt einer unternehmerischen oder persönlichen Leistung, die von großem Einfluss mit nachhaltiger Wirkung auf die Gesamtentwicklung dieses Wirtschaftsbereiches ist. Bereits 1998 wurde Lambertz als Unternehmen für seine auch bis dato schon erfolgreiche Entwicklung mit dem „Goldenen Zuckerhut“ prämiert. Prof. Bühlbecker erhielt den „Goldenen Zuckerhut 2021“ nun in Anerkennung seiner Leistungen als Unternehmer, der „aus einer kleinen, regionalen Printen-Bäckerei einen Süßwarenkonzern mit Weltruf und den Marktführer im Segment der Herbst- und Weihnachtsgebäcke geformt hat.“ In der Preisbegründung heißt es weiter: „Grundlage für seinen unternehmeri-schen Erfolg sind Mut und Zielstrebigkeit. Diese Tatkraft ist vor allem an der eindrucksvollen Entwicklung seines Unternehmens abzulesen, dessen Umsatz er in den letzten 40 Jahren verachtzigfacht hat.“

In seiner Laudatio würdigte Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der EDEKA Zentrale AG, vor allem die beispielgebende Unternehmerpersönlichkeit des Lambertz-Inhabers, die ihn persönlich fasziniere: „Sie vereinen viele beein-druckende Charaktereigenschaften. Ihr Einsatz und Ihre totale Hingabe für Ihr Unternehmen sind imposant. Sie haben in den vergangenen fünf Jahrzehnten in der Größe und vor allem in der Qualität eine der ersten Adresse für Süßwaren entstehen lassen. 1978, als Sie das Ruder übernahmen, lag der Umsatz bei nur 16 Mio. D-Mark, heute erwirtschaftet die Lambertz-Gruppe jährlich 656 Mio. Euro. Chapeau! Oder besser: Spiel, Satz und Sieg, Hermann Bühlbecker. Zur Ihrem Erfolgskonzept zählt immer die schnelle und konse-quente Sortimentsausrichtung an den Bedürfnissen der Kunden und damit – zuerst natürlich – an den Wünschen der Verbraucher. Die Basis dafür sind höchstes Qualitätsbewusstsein und Innovationen. Ihre Priorität ist immer das perfekte Produkt.“

Vorstandschef Mosa hob in seiner Rede auch die besondere Nähe und die Gemeinsamkeiten der EDEKA als größten deutschen Lebensmitteleinzelhänd-ler gerade mit mittelständischen, inhabergeführten Unternehmen hervor, für die die Lambertz-Gruppe beispielhaft und positiv stehe. Abschließend be-tonte er vor dem exklusiven Branchenkreis, gleichermaßen aus Industrie und Handel: „Die deutschen Lebensmittelwirtschaft hat sich heute hier versam-melt, um Ihnen den größten Respekt zu zollen. Zu Ihrer herausragenden Per- sönlichkeit gehören vor allem auch Ihr gesellschaftliches Engagement und Ihre Kommunikationsstärke – etwa als Botschafter für Ihre Marken und als Gastgeber für prominente Events. Dieser Einsatz strahlt auch positiv auf die gesamte Süßwarenbranche und die Lebensmittelwirtschaft aus.“

Die Branchenauszeichnung wurde im Jahr 1958 von der Lebensmittel Zeitung, Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main, gestiftet. Über die Preisver-gabe in diesem Jahr befand eine hochkarätige Jury, die neben Prof. Hermann Bühlbecker in der Kategorie „Persönlichkeit“ noch zwei weitere Preisträger in der Kategorie „Unternehmen“ kürte: Develey Senf & Feinkost (Unterhaching) und Edeka Niemersheim (Hamburg).

(Der diesjährigen Jury gehörten an: Martin Behle, Aufsichtsratsvorsitzender der METRO Großhandelsgesellschaft, Marc-Aurel Boersch, CEO der Nestlé Deutschland AG,  Klaus Dohle, Beiratsvorsitzender der Dohle Handelsgruppe Holding GmbH & Co. KG, Klaus Gehrig, Schwarz Unternehmenstreuhand KG, Franz-Olaf Kallerhoff, Procter & Gamble Germany GmbH, Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka-Zentrale AG, Clemens Tönnies, Tönnies Holding ApS & Co. KG, Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung von dm-drogerie markt GmbH + Co. KG, Karl-Heinz Johnen, Geschäftsführer Zentis GmbH & Co. KG, Karl Stefan Preuß, Karl Preuß GmbH & Co. KG, Erich Stockhausen, Rewe Stockhausen oHG, sowie Christiane Preuschat, Chef-redakteurin der Lebensmittel Zeitung, und Peter Esser, Geschäftsführer der dfv Me-diengruppe).

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Kreis, Land und Kooperations-Partner unterzeichnen Vereinbarung zur Stärkung der psychischen Gesundheit im Ahrtal

Ahrweiler – Der Landkreis Ahrweiler, das Land Rheinland-Pfalz, der der Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V., die Dr. von Ehrenwall’sche Klinik und die DRK Fachklinik Bad Neuenahr haben die „Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der psychischen Gesundheit im Ahrtal“ unterzeichnet. Sie umfasst zum Aufbau und der Koordination eines gemeinsamen regionalen Traumanetzwerks unter anderem die Erfassung und Vermittlung von Angeboten und Nachfragen im Bereich der psychosozialen Versorgung, die bedarfsorientierte Planung und Entwicklung von neuen oder ergänzenden Angeboten in enger Abstimmung mit den Leistungsträgern, und eine breit angelegte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

„Neben vielen anderen wichtigen Aufgaben ist die Koordinierung der bereits bestehenden psychosozialen Infrastruktur im Kreis für uns von besonderer Bedeutung und ein elementarer Baustein im Wiederaufbau unseres Ahrtals. Das alleine genügt jedoch nicht, denn durch die Flutkatastrophe werden zusätzliche Bedarfe entstehen, denen wir gerecht werden wollen und müssen. Daher freue ich mich, dass die Dr. von Ehrenwall’sche Klinik und die DRK Fachklinik Bad Neuenahr ihre fachliche Expertise in das Projekt miteinbringen und wir den Hospizverein zur Unterstützung gewinnen konnten. Wir sind als Kreis gut aufgestellt, um unserer Aufgabe professionell gerecht zu werden und alle Altersgruppen zu berücksichtigen“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL.

„Das, was in dieser Nacht passiert ist, ist bis heute für viele immer noch unbegreifbar. Durch die Flutkatastrophe haben viele ihr Zuhause, ihr Hab und Gut verloren oder mussten um ihr eigenes Leben oder um das Leben von Menschen, die ihnen nahestehen bangen. Neben allen praktischen, teilweise existenziellen Folgen der Katastrophe, können solche schrecklichen Erlebnisse auch Spuren in der Psyche hinterlassen. Unser zentrales Anliegen ist, dass den Menschen die notwendigen Hilfen zur Bewältigung dieser psychischen Belastungen zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch, dass es eine Ansprechstelle vor Ort gibt, die die Bedarfe der Menschen und die Vielzahl der Angebote im Blick hat und Akteure zusammenbringt. Deshalb freut es mich, dass wir heute gemeinsam, diese Kooperationsvereinbarung unterzeichnen konnten“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch. Mit der Kooperationsvereinbarung werden im Landkreis zusätzliche personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt, um die zusätzlichen Anforderungen an Vernetzung, Koordination und Planung erfüllen zu können. Damit sei ein weiterer Baustein in einer Reihe von Maßnahmen zum Wiederaufbau des Ahrtals gelegt, so der Minister. Das Land unterstützt diese Kooperation bis zum Jahr 2023 mit Mitteln in Höhe von insgesamt 183.000 Euro.

„Auch wenn die Flutkatastrophe vom 14. Juli ein apokalyptisches Ereignis war, hat es die positiven Auswirkungen, Menschen und Institutionen zusammen zu bringen, im gemeinsamen Bestreben kreative Lösungen für die Zukunft zu finden“, so Dr. med. Christoph Smolenski, Geschäftsführer der Dr. von Ehrenwall’sche Klinik.

„Die Koordinationsstelle wird helfen, die langfristige psychosoziale Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen und deren Familien im Ahrtal zu sichern“, sagte Dr. Kristian Holtkamp, Chefarzt der DRK Fachklinik Bad Neuenahr.

„Als mitgliederstärkste Bürgerbewegung im Kreis Ahrweiler ist es uns eine Verpflichtung, auch in dieser Krise für die Bürgerinnen und Bürger da zu sein. Potenziell traumatische Situationen sind als universelle Erfahrungen anzusehen, die jeden Menschen in unterschiedlichem Ausmaß in ihrem Leben trifft“, sagte Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V..

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Zum COP 26-Thementag am 8. November

Region/Düsseldorf – Klimaanpassung schützt Leben und sichert Zukunft. Umweltministerin Heinen-Esser: Ebenso wie das 1,5-Grad-Klimaschutzziel müssen globale Zielgrößen und verbindliche Initiativen zur Klimaanpassung  vereinbart werden. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW teilt mit:

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser fordert von den Vertragsstaaten der Klimakonferenz in Glasgow einen verbindlichen globalen Generationenvertrag zur Klimaanpassung. „Es ist erfreulich, dass die Bedeutung der Klimaanpassung endlich als ein Schwerpunkt auf der internationalen Verhandlungsbühne angekommen ist. Aber ein Thementag Klimaanpassung ist zu wenig. Ebenso wie die Umsetzung des 1,5-Grad-Klimaschutzziels verhandelt wird, müssen in den Folgekonferenzen klare globale Zielgrößen und verbindliche Initiativen zur Klimaanpassung vereinbart werden“, betont Heinen-Esser im Vorfeld des Thementages „Klimaanpassung“ der Weltklimakonferenz am Montag, 8. November 2021.

Weltweite Klimaextreme, darunter auch die viel zu warmen Jahre 2018-2020 in Deutschland und die Flutkatastrophe im Sommer 2021 sind sichtbare Zeugen des Klimawandels. „Das Wetter ist der Sekundenzeiger der Klima-Uhr, die zunehmend aus dem Takt geraten ist. Der Klimawandel hat uns bereits fest im Griff. Wir können ihn nicht mehr aufhalten, ihn aber abbremsen und regional Vorsorge treffen, um die dramatischen Folgen für Mensch und Natur abzumildern. Klimaanpassung schützt Leben und sichert Zukunft“, betont die Ministerin.

Die drei vergangenen Jahre 2018-2020 markierten nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zusammen mit 2014 die wärmsten Jahre in Deutschland seit 1881. Auch die Sommermonate 2021 fielen gemäß DWD insgesamt zu warm aus. Hinzu kamen die historisch extremen Regenfälle und verheerenden Fluten im Juli durch Tief „Bernd“.

Ressortübergreifendes Ziel der Landesregierung ist es, Nordrhein-Westfalen klimafest zu machen und Klimaanpassung als Querschnittaufgabe zu etablieren. Auf Einladung von Ministerin Heinen-Esser haben sich am Freitag, 5. November 2021, Vertreter aus Kanada, Schweden, Finnland, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen über mögliche Lösungsansätze und Maßnahmen ausgetauscht.

Ministerin Heinen-Esser stellte dabei das neue Klimaanpassungsgesetz Nordrhein-Westfalen und die begleitende 15-Punkte-Offensive vor. Als erstes eigenständiges Gesetz zur Klimaanpassung ist es national beispiellos und auch international gibt es nur wenige vergleichbare Initiativen. Heinen-Esser: „Der Klimawandel kennt keine Landesgrenzen, deshalb ist die Kooperation verschiedener Länder so wichtig. Nur als Gemeinschaft – in Nordrhein-Westfalen und weltweit – können wir den Klimawandel und seine Folgen begrenzen. Es ist daher enorm wichtig, dass wir unsere Erfahrungen und Ansätze im Umgang mit Klimafolgen auch international teilen.“

Modelle grenzüberschreitender Kooperation bestehen zum Beispiel zwischen Nordrhein-Westfalen und Gelderland aber auch über Kontinente hinweg. Die neu geschlossene Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und British Columbia sowie der Austausch zwischen den skandinavischen und nordamerikanischen Regionen wurden hier als Erfolge genannt.

Klimaanpassung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. So soll die Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes für Nordrhein-Westfalen durch einen Beirat mit rund 20 Vertreterinnen und Vertretern aus Gesellschaft, Wirtschaft und Verbänden begleitet werden. Am 19. November wird er zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen. Da unter anderem Unternehmen wichtige Partner der Klimavorsorge und zugleich Betroffene sind, baut das Umweltministerium die Vernetzung der Privatwirtschaft zum Thema Klimaanpassung weiter aus. Ein neu geschaffenes Kompetenznetzwerk bietet in Kürze unter anderem eine Web-Plattform für Unternehmen mit Austausch- und Informationsmöglichkeiten.