Mario Götz mit einem Foto vom Hochwasser. Foto: Privat
Region/Trier – Langfristig und nachrangig: Diese beiden Worte fallen immer wieder, wenn die Caritas von Fluthilfe spricht. Doch was ist damit genau gemeint? „Wir beginnen, wenn das Blaulicht weg ist.“ So umschreibt Mario Götz seine Arbeit. Seit 20 Jahren arbeitet er beim Diözesan-Caritasverband (DiCV) Passau in unterschiedlichen Bereichen, aber es wird schnell klar, welches sein liebstes Arbeitsfeld ist: die Fluthilfe. So war er 2013 aktiv, als Donau und Inn mit der Ilz über die Ufer getreten waren und rund 2.500 Haushalte teils unbewohnbar gemacht hatten. Bei seinem Einsatz 2016 sei die Lage eher mit der Hochwasser-Katastrophe vom Juli 2021 vergleichbar gewesen: Eine Gewitterzelle hatte zu einem sogenannten Sturzflutereignis geführt; allein im Landkreis Rottal-Inn waren rund 5.000 Haushalte betroffen.
„Mit Abstand die vielfältigste Stelle“ sei die Fluthilfe gewesen, sagt auch Michalina Jonderko. Genau zum Zeitpunkt des Elbe-Hochwassers 2013 wechselte sie als Hochwasserkoordinatorin zur Caritas nach Leipzig ins Bistum Dresden-Meißen. In Grimma südöstlich von Leipzig, wo die in die Elbe mündende Mulde zusammen mit vielen kleinen Nebenflüssen zum Hochwassergebiet wurde, betreute sie über zwei Jahre lang rund 150 Haushalte. Seit 2015 arbeitet sie als sozialpastorale Mitarbeiterin im Bistum Trier und seit Juli auch ehrenamtlich in der Hochwasserhilfe für den DiCV Trier und den Caritasverband im Ahrtal.
Was im Fachjargon „aufsuchende Sozialarbeit“ heißt, bedeutet konkret: „Vor Ort sein, einfach da sein“, erklärt Jonderko. Wie eine Fall-Managerin müsse sie viele Aspekte auf dem Schirm haben, verschiedene Bereiche „vor- und mitdenken“. Denn in der Regel standen sie und ihr Passauer Kollege vor Menschen, die (fast) alles verloren hatten. Deshalb sei es auch wichtig, für Klarheit zu sorgen, betont Götz: „Der Klient hat so viele Fragen, er steht vor Entscheidungen als ‚Bauherr wider Willen‘. Er ist vielleicht durch erste Erfahrungen vor den Kopf gestoßen, weil Hilfsaktionen nicht hinhauen; er weiß nicht, wie viel Geld er bekommen wird.“ Götz und Jonderko betonen, dass die Arbeit der Caritas da ansetzt, wo staatliche Hilfen enden – nachrangige Hilfe eben, langfristig angelegt. Und da hatten manche Menschen in Sachsen durchaus schlechte Erfahrungen gemacht: Bereits 2002 hatte es ein schreckliches Hochwasser an der Elbe gegeben. Doch weil staatliche Hilfsgelder teils falsch verwendet wurden und dann zurückgezahlt werden mussten und auch weil es Missbrauch mit Hilfsgeldern gab, registrierte Jonderko eine Zurückhaltung gegenüber staatlicher, aber auch karitativer Unterstützung. Doch die „breit aufgestellte Hilfe“ der Caritas konnte 2013 letztlich doch überzeugen. „Aus den Erfahrungen von 2002 hatte die Caritas in Grimma das Christophorus-Büro aufgebaut, in der diverse Fachdienste vertreten waren.“
Aber was passiert mit den Spenden, die die Caritas damals wie heute sehr großzügig von vielen tausenden Menschen erhielt? „Im Grunde genommen erhalten wir unseren Auftrag von den Spenderinnen und Spendern, die uns ihr Geld zur Verfügung stellen“, erklärt Götz mit einem Beispiel: „Da ist jemand, dessen Haus stark zerstört ist, der alles verloren hat. Der Staat zahlt 80 Prozent der Wiederaufbaukosten, die restlichen 20 Prozent muss der Betroffene als Eigenanteil selbst aufbringen. Und oft mangelt es dann an den 20 Prozent – hier können wir dann helfen. Dazu müssen wir solvent sein.“ Wobei das Geld meist nicht das erste Thema gewesen sei, wenn die Caritas-Leute zu den Flutopfern kamen: „Fotos anzuschauen oder einfach zuzuhören war erstmal viel wichtiger!“, sagt Götz. Das bestätigt Jonderko: Von den 150 Haushalten, die sie in zwei Jahren betreute, hatten letztendlich 33 die Wiederaufbauhilfe für das Wohngebäude erhalten. Nicht in jedem Fall habe eine finanzielle Bedürftigkeit vorgelegen. Für viele sei anderes wichtiger gewesen und die finanzielle Unterstützung nur ein Aspekt unter vielen. „Oft war es schon gut, dass wir einfach sagen konnten: Es ist okay, überfordert zu sein.“ Jonderko hat Menschen zu Ämtern begleitet, psychosoziale Begleitung vermittelt oder auch eine Baufachberatung. Selten habe sie eine so große Wirksamkeit von Hilfe erlebt, „gemeinsam mit den Menschen“, erinnert sie sich. Dabei will sie Misserfolge nicht ausblenden. Sie habe auch immer Verständnis gehabt, wenn Menschen aufgrund ihrer Vorerfahrungen misstrauisch waren. Niemandem soll etwas aufgezwungen werden: „Die Menschen haben ja Wahlfreiheit, auch was den Umfang oder die Art der Unterstützung angeht.“
Aachen – 2011 ging von vielen arabischen Staaten der Ruf nach Freiheit aus, der laut und deutlich bis nach Europa zu hören war. Die Macht von Herrschern wie Hosni Mubarak in Ägypten war in der EU und im ganzen Westen viele Jahre wohlgelittenen. Aber diese Herrschaft endete unter dem Eindruck von Massenprotesten. Ganz Europa verfolgte den so genannten „Arabischen Frühling“ in den Medien, welcher an vielen Stellen blutig niedergeschlagen wurde. Nur Tunesien schien nach der „Jasminrevolution“ der EU Anlass zur Hoffnung zu geben, wird aber aktuell von einer sich zuspitzenden politischen und wirtschaftlichen Krise sowie sozialen Unruhen erschüttert.
Sind fast alle Hoffnungen auf Freiheit und Demokratie in der arabischen Welt buchstäblich versandet? Was hat Europa, das jahrelang Diktatoren hofiert hat, damit zu tun? Bei ‚Europa am Dienstag‘ wird dieses Mal mit Prof. Dr. Hanan Badr diskutiert, vor welchen Herausforderungen die arabischen Staaten stehen und welche Rolle dabei die EU spielt. Sie arbeitete an der Gulf University of Kuwait und ist jetzt an der Uni Salzburg tätig. Als Mitglied der Arab German Young Academy of Sciences and Humanities reist sie regelmäßig nach Kairo und ist eine Kennerin der Umbrüche in der arabischen Welt. Der Politologe Siebo Janssen gibt darüber hinaus einen Überblick, was aus dem einst so hoffnungsvollen Arabischen Frühling geworden ist.
Bei der Online-Diskussion können die Gäste ihre Fragen und Kommentare per Tastatur eingeben und der Moderator Jochen Leyhe wird die Fragen aufgreifen. Los geht es am Dienstag, 16. November um 19 Uhr. Die Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung erfolgt auf der Website von ‚Europa am Dienstag‘ unter www.europa-dienstag.de .
Zugleich ist die Veranstaltung Teil der Konferenz zur Zukunft Europas. Die Ergebnisse werden protokolliert und in die entsprechende Plattform eingegeben. Die Gäste können dort nach der Veranstaltung weitere Kommentare und Anregungen eintragen.
Die Veranstaltungsreihe ‚Europa am Dienstag‘ wird zusammen durchgeführt vom Informationszentrum EUROPE DIRECT, dem Europäischen Klassenzimmer der Route Charlemagne und der Bischöflichen Akademie Aachen.
Ahrweiler – Mehr als 16.705 Anträge auf Soforthilfe abschließend bearbeitet. Der Kreis- und Umweltausschuss wurde in seiner jüngsten Sitzung über den aktuellen Stand zur Soforthilfe des Kreises Ahrweiler informiert. Zudem wurde die Auszahlung von rund neun Millionen Euro Spendengeldern des Landes Rheinland-Pfalz an die vier am stärksten von der Flutkatastrophe betroffenen Kommunen beschlossen.
„Wir sind noch immer überwältigt von der nach wie vor anhaltenden Spendenbereitschaft. Das ist für alle Betroffenen ein wichtiges Signal und ein Baustein, um den Blick nach vorne zu richten“, so der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL.
Auf dem Spendenkonto des Kreises sind bislang rund 33,56 Millionen Euro von Privatpersonen, Vereinen, Firmen, anderen Kommunen und weiteren Spendern eingegangen (Stand 09.11.2021). Hinzu kommen die Gelder des Spendenkontos des Landes, die sich auf 11,28 Millionen Euro belaufen. Insgesamt sind somit circa 44,84 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen. Von den 16.705 bis zur Antragsfrist eingegangenen Anträgen auf Soforthilfe sind bereits 99,9 Prozent abschließend bearbeitet und somit mehr als 34,37 Millionen Euro ausgezahlt. Hierin enthalten ist auch die zweite Auszahlungsrunde je registrierter und berechtigter Privathaushalt in Höhe von je 1200 Euro.
Nach der Unwetterkatastrophe hatte auch das Land ein Spendenkonto eingerichtet und zu Geldspenden für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen. Die eingegangenen Spenden wurden gemäß einer Quote, die sich an der Zahl der Betroffenen orientiert, an die jeweiligen Gebietskörperschaften verteilt. Der Anteil des Kreises Ahrweiler von rund 11,28 Millionen Euro wurde bislang dafür verwendet, die Soforthilfe des Kreises aufzustocken. Nach Bearbeitung aller Soforthilfe-Anträge werden jedoch Spendengelder übrigbleiben. Daher können bereits jetzt neun Millionen Euro an die Verbandsgemeinden Adenau (eine Million Euro) und Altenahr (3,5 Millionen Euro) sowie die Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler (3,5 Millionen Euro) und Sinzig (eine Million Euro) verteilt werden. Die Kommunen können diese Gelder nach eigenem Ermessen für Projekte, Initiativen und Vereine, deren Arbeit unmittelbar den von der Katastrophe betroffenen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt, einsetzen.
Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Foto: Land NRW/R. Sondermann
Region/Düsseldorf – NRW schafft Papier-Unterschrift in vielen Verwaltungsverfahren ab. NRW Minister Pinkwart: Wir vereinfachen bürokratische Abläufe und erleichtern den Gang ins digitale Bürgeramt vom Sofa aus. Persönliches Erscheinen auf dem Amt, Formulare mit persönlicher Unterschrift – es sind Erfordernisse wie diese, die dem bequemen, digitalen Behördengang vom Sofa aus mitunter im Wege stehen. Deshalb legt die Landesregierung nun einen Gesetzentwurf vor, der Schriftform-Erfordernisse in rund 100 Fachgesetzen und –verord-nungen auf einen Schlag abbaut. Zudem werden mit Hilfe der neuen Experimentierklausel im E-Government-Gesetz weitere Bereiche identifiziert, in denen Ausnahmen von Formvorschriften möglich sind, um noch mehr digitale Services bereitzustellen.
Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Die Landesregierung meint es ernst mit dem Abbau komplizierter Bürokratie und will Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen eine moderne digitale Servicekultur bieten. Auf diesem Weg kommen wir voran: Das Wirtschafts-Service-Portal.NRW bietet mehr als 70 Dienstleistungen digital an, bald werden es hunderte sein. Nun schaffen wir die Schriftform-Erfordernis in rund 100 Fachgesetzen und Verordnungen ab. Das ist nur der erste Schritt: Probeweise wollen wir Ausnahmen von Zuständigkeits- und Formvorschriften auch in vielen anderen Bereichen zulassen, um noch mehr durchgängig digitale Services anzubieten und die Arbeit der Verwaltung zu vereinfachen. Das Ziel ist klar: Ende 2022 soll der digitale Gang ins Rathaus die Regel und nicht mehr die Ausnahme sein.“
Eine Vielzahl von Verwaltungsleistungen kann künftig bequem auf rein digitalem Weg per E-Mail beantragt werden. Dies betrifft viele Lebensbereiche: Von der Beantragung der Fischereierlaubnis über die Inanspruchnahme von Pflegezeit für Beamtinnen und Beamten bis hin zur Zulassung zum Notenverbesserungsversuch für Juristinnen und Juristen im zweiten Staatsexamen.
Ihre Daten können Bürgerinnen und Bürger dazu auf www.servicekonto.nrw hinterlegen. Mit dem Smartphone und dem neuen Personalausweis können sie sich so über eine zertifizierte App des BSI sicher digital authentifizieren. Die Anmeldung ersetzt die Unterschrift auf Papier und ermöglicht eine vollständig digitale Antragstellung.
Viele Behördengänge werden so überflüssig, weil Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen die Angelegenheiten mit ihrer Verwaltung online regeln können. Zudem betont das Verwaltungsverfahrensgesetz NRW nunmehr, dass in allen Verwaltungsverfahren statt der Papierform möglichst elektronische Verfahren angeboten werden sollen.
Die Ministerien und der Ministerpräsident des Landes können aufgrund einer neuen Experimentierklausel im E-Government-Gesetz NRW weitere Bereiche in ihrer Zuständigkeit identifizieren, in denen zur Erprobung digitaler Arbeitsweisen in der Verwaltung Ausnahmen von Zuständigkeits- und Formvorschriften zulassen wollen. Die Landesregierung sieht dabei auch ein gesetzlich verankertes Antragsrecht der Kommunen vor, damit gerade die Behörden vor Ort aus ihren konkreten Erfahrungen mit den Bürgerinnen und Bürgern heraus, Bereiche vorschlagen können, in denen eine Erprobung digitaler Arbeitsweisen sinnvoll ist.
Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, CIO der Landesregierung Nordrhein-Westfalen: „Wir benötigen solche Freiräume, um neue Ideen auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Der Gesetzentwurf hilft uns hierbei und schafft damit gute Voraussetzungen für eine bessere und innovativere Digitalisierung der Landesverwaltung.“
Professor Peter Arens von der ZDF-Hauptredaktion Geschichte und Wissenschaft hält die Hauptrede beim diesjährigen Volkstrauertag. Foto: ZDF/Jana Kay
Sinzig-Bad Bodendorf – ZDF-Journalist Arens spricht über die Rolle der Medien in Krisenzeiten. Öffentliche Gedenkfeier des Kreises Ahrweiler in Sinzig-Bad Bodendorf. Der Germanist, Autor und Fernsehproduzent Professor Peter Arens hält die Rede bei der Gedenkfeier des Kreises Ahrweiler zum Volkstrauertag am Sonntag, 14. November 2021, um 15 Uhr, auf dem Soldatenfriedhof in Sinzig-Bad Bodendorf. In seiner Gedenkrede wird Arens die Katastrophen des 20. und 21. Jahrhunderts beleuchten und die Frage erörtern, wie unsere Gesellschaft mit Konflikten und fraglichen Ideologien umgeht und welche Rolle und Verantwortung dabei den Medien zukommt.
Arens leitet im ZDF die Hauptredaktion „Geschichte und Wissenschaft“ und ist unter anderem für die Sendungsformate „Terra X“, „ZDF History“, „Leschs Kosmos“ und „37°“ verantwortlich. Darüber hinaus hat er die Dokumentationsreihe „Die Deutschen“ mitgeleitet und zeichnet verantwortlich für zahlreiche Bücher, darunter die „Deutschland-Saga“ und die „Europa-Saga“.
Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen nur geimpfte, genesene oder aktuell getestete Personen teilnehmen (3G-Regel). Ein entsprechender Nachweis ist am Eingang zu erbringen. Vor Ort erfolgt eine Kontaktdatenerfassung unter anderem über die Luca- oder Corona-Warn-App. Des Weiteren gelten die allgemeinen Hygiene-Regeln (Abstandsgebot, Handdesinfektion und Maskenpflicht beim Ein- und Ausgang).
Bei der Gedenkstunde, zu der die jüngere Generation ausdrücklich eingeladen ist, sprechen Pfarrerin Kerstin Laubmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Remagen-Sinzig und Dechant Frank Klupsch von der Katholischen Pfarrgemeinde Remagen Eingangsworte und Gebet. Der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL spricht zu den Anwesenden. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Posaunenchor Bad Neuenahr.
Im Gedenken an die Opfer der Kriege werden Trauerkränze durch die Landesregierung Rheinland-Pfalz, die Bundeswehr, den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie den Sozialverband VdK niedergelegt. In Bad Bodendorf sind rund 1200 Soldaten beerdigt, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in der Region fielen oder in den Kriegsgefangenenlagern Remagen und Sinzig starben. Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag für alle Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft.
Tobias Stadtfeld (m.), Hotel Heidsmühle Manderscheid, erhält als EIFEL-Gastgeber die Plakette vom Präsidenten der Zukunftsinitiative Dr. Alexander Saftig und Geschäftsführer der Regionalmarke, Markus Pfeifer. Foto: Eifel Tourismus GmbH
Prüm – Die Kampagne zur Einführung der Marke EIFEL ist in vollem Gange, sie wird schon von vielen Menschen gelebt. Im Auftrag der Zukunftsinitiative steuert die Eifel Tourismus GmbH diesen Prozess. Wirtschaftsförderer, Touristiker, kommunale Vertreter und Vertreter der Kammern informierten sich beim 1. Markentag über den Stand der Dinge.
Alle Beteiligten waren sich einig: Der 1. Markentag war ein voller Erfolg. Foto: Eifel Tourismus GmbH
Alle Beteiligten zeigten sich am Ende des 1. Markentags zur Vorstellung der Marke EIFEL vollauf zufrieden. Aloysius Söhngen, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Eifel Tourismus GmbH, und Dr. Alexander Saftig, Landrat des Landkreises Mayen-Koblenz und Präsident der Zukunftsinitiative Eifel, hatten am 4. November in die Karolingerhalle in Prüm eingeladen, um die Marke EIFEL und den Prozess zur Einführung der Marke näher vorzustellen. Wirtschaftsförderer, Touristiker, kommunale Vertreter und Vertreter der Kammern aus der nordrhein-westfälischen und rheinland-pfälzischen Eifel waren gekommen, um sich zu informieren. „Die Eifel ist eine der lebenswertesten ländlichen Regionen Europas. Gemeinschaftlich identifizieren und gestalten wir unsere zukünftigen Lebenswelten“, betonte Söhngen zu Beginn der Veranstaltung die Vision der Marke EIFEL.
Klaus Schäfer, freier Journalist, Kommunikationsberater und Dozent aus Bonn, moderierte den 1. Markentag und führte in das Thema ein: „Marken müssen aufgebaut und gelebt werden. Sie haben viel mit Emotionen zu tun und sie brauchen einen Kern“.
In wenigen Regionen Deutschlands firmieren Wirtschaftsregion und Tourismusregion unter einem Dach. Meist stehen sie nebeneinander und haben wenige Verknüpfungen, die Logos sind unterschiedlich und Bürger wie Besucher nehmen beides nicht als Einheit wahr. In der Eifel ist dies anders, damit hebt sich die Mittelgebirgsregion gegenüber anderen, vergleichbaren Regionen positiv ab. Die Marke EIFEL entspricht der Region Eifel.
Der Prozess, die Marke EIFEL aufzubauen und in das Bewusstsein der Menschen in der Region und außerhalb zu bringen, ist in vollem Gange. Doch was verbirgt sich hinter der Marke EIFEL? Wie ist sie aufgebaut und wer ist maßgeblich daran beteiligt? Wer gestaltet den Prozess? Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, brachte den Teilnehmern das Konzept näher. „Eine Marke ist emotional und benötigt ein Wertegerüst“, hob er hervor. Die Identität der Eifelerinnen und Eifeler verglich Schäfer mit einem Baum. Die Menschen schöpfen ihre Kraft aus der Tiefe und sind fest verwurzelt mit ihrer Region. Der Charakter bildet den Stamm: Zukunftsoffen, beständig, gelassen und optimistisch seien die Eifelerinnen und Eifeler. Die Früchte des Baums bildet die Einzigartigkeit. Die Geschichte hat die Menschen zusammenrücken lassen, sie packen Dinge gemeinsam an und vertrauen einander. „Gemeinschaft gestaltet Lebenswelten“, brachte Schäfer den Kern der Marke EIFEL auf den Punkt.
Die Marke EIFEL ist das Dach, darunter stehen gleichberechtigt die drei Säulen Wirtschaftsstandort, Tourismusregion und Qualitätsanbieter nebeneinander. „Es ist die Marke für die Eifel, die Sie Ihren Bürgerinnen und Bürgern und den Unternehmen zur Verfügung stellen können“, betonte Schäfer. Die Eifel Tourismus GmbH führt im Auftrag der Zukunftsinitiative EIFEL die Marke EIFEL.
Erfolgreiche Markenbeispiele Münsterland und Allgäu
Tourismus ist auch immer ein starker Wirtschaftsfaktor, sagte Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin des Tourismus NRW e.V. und Vizepräsidentin des Deutschen Tourismusverbandes. Beides gehöre zusammen. In Zukunft müsse man noch mehr über Zielgruppen nachdenken und junge Menschen mehr in ihrer eigenen Sprache ansprechen. Vor allem in Hinblick auf die Anwerbung von Fachkräften. Die Standortverantwortlichen müssten mehr auf Emotionen eingehen, ist Döll-König überzeugt. Die Qualität im Tourismus wie beim Wirtschaftsstandort sei das A und O. „Das ist kein Sparprogramm“.
Eine Region, wo Standort- und Tourismusmarketing Hand in Hand gehen, ist das Münsterland. Michael Kösters, Generalbevollmächtigter Münsterland e.V. und Bereichsleiter Tourismus, erläuterte, wie sich der Prozess zur Marke im Münsterland entwickelte. Er sei ähnlich abgelaufen wie in der Eifel, erklärte Kösters. Es seien Bürger befragt worden, die Kommunen eingebunden worden und es habe Workshops gegeben. „Münsterland. Das Gute Leben“ – dies ist die Kernaussage, mit der das Münsterland für seine Region wirbt. Tourismus und Wirtschaftsstandort treten dort einheitlich als eine Marke auf. „Eine Marke muss leben und es braucht viel Zeit, sie aufzubauen“, meinte Kösters.
Eine weitere Region, in der ein starker Tourismus und eine starke Wirtschaft zu einer Marke zusammengefügt wurden, ist das Allgäu. Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu GmbH, wurde per Video eingespielt. Das Allgäu ist schon seit zehn Jahren als einheitliche Marke unterwegs. „In der Region gab es ein großes, gemeinschaftliches Wollen in verschiedenen Bereichen der Politik“, sagte Joachim. Und so haben sich im Markenprozess viele kleine Bausteine zur endgültigen Marke zusammengefügt.
Untermauert werden die verschiedenen, erfolgreichen Markenprozesse durch die Wissenschaft. Dr. Sebastian Elbe ist in der wissenschaftlichen Politikberatung tätig und Geschäftsführer des Unternehmens „SPRINT“ in Darmstadt. Mit seiner Beratungsfirma hat er schon viele Regionen begleitet und hob für die Eifel gleich einen Standortvorteil hervor: „Bei Ihnen fallen Naturraum und Wirtschaftsraum zusammen und die Region hat eine gute Größe, damit sie wahrgenommen wird“. Selbst von den Werten und Qualitäten der Marke überzeugt sein, vorhandene Kräfte bündeln und in professionelle Strukturen überführen, seien Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markenprozess.
Die drei Säulen der Marke EIFEL
Unter dem Dach der Marke EIFEL stehen drei Säulen: Die Wirtschaft, der Tourismus und die Qualität. Wie diese Säulen mit Leben gefüllt werden, erläuterten Klaus Schäfer, sein Stellvertreter Wolfgang Reh und Markus Pfeifer, Geschäftsführer der Regionalmarke Eifel.
„Der Wettbewerb der Wirtschaftsregionen ist bereits in vollem Gange. Wir müssen überregional unterwegs sein und die Eifel über den Naturraum hinaus positionieren“, erläuterte Klaus Schäfer. Dabei müsse die Eifel auch in Beziehung zu den umliegenden Ballungsgebieten wie Aachen, Koblenz, Trier, Köln und Bonn gesetzt werden. Diese hätten ein enormes wirtschaftliches Potenzial, was für die Eifel genutzt werden könne. Die Tourismusmarke Eifel sei schon länger bekannt und sehr stark. Die Aufgabe sei es nun, diese Bekanntheit auf den Wirtschaftsstandort zu übertragen. Es gebe schon viele Organisationen in der Region, die sich erfolgreich um den Wirtschaftsstandort kümmerten. Diese Exzellenzen müssten nun auch kommuniziert werden. „Die Marke EIFEL lebt und wir arbeiten bereits damit“, freute sich Schäfer und betonte, dass nur Beispiele kommuniziert würden, die tatsächlich aus der Eifel stammen. Mehr als 120 Firmenportraits seien schon erstellt worden, die über die Webseite www.standort-eifel.de, soziale Medien und Printmedien publiziert wurden. Nun gelte es, möglichst viele Menschen zu Botschafterinnen und Botschaftern der Eifel zu machen. „Jeder, der möchte, kann Markennutzer werden“.
Die Perspektive müsse sich ändern und Tourismus und Wirtschaftsstandort als eine Einheit gesehen werden, erläuterte Wolfgang Reh. Der Tourismus sei oft ein Impulsgeber und spiele eine große Rolle. Für die Tourismusorganisationen bedeute dies ein erweitertes Rollenverständnis. „Wir können die Kommunikationsstärke der Tourismusorganisationen nutzen“. Die Eifel Tourismus GmbH habe die Eifel zu einer der führenden Freizeitregionen in Deutschland entwickelt, nun komme die Markenführung hinzu.
Die dritte Säule ist die Qualität – dafür steht seit vielen Jahren die Regionalmarke EIFEL. Geschäftsführer Markus Pfeifer erinnerte an die Gründungszeiten und die großen Herausforderungen, die Regionalmarke zu etablieren. „Wir haben uns von einer Regionalmarke zu einer Qualitätsmarke entwickelt“, sagte Pfeifer und nannte als Beispiel die Arbeitgebermarke. In dem Netzwerk seien 38 EIFEL Arbeitgeber vertreten, bei denen rund 8.000 Mitarbeiter beschäftigt seien. „Wir wollen die Eifel als attraktivste ländliche Region Deutschlands positionieren“, meinte Markus Pfeifer. Der Grundstein dafür ist gelegt.
Markennutzer werden
Erste Markennutzer konnten schon gewonnen werden. Aloysius Söhngen überreichte beim 1. Markentag die Urkunden und Plaketten an erste ausgewählte Markennutzer. Den Bereich Wirtschaft vertraten Eva Maria Deisen, Produktdesignerin, und Julia Lenartz, Designerin. Für den Tourismus steht das Euvea-Hotel, vertreten durch Ferdinand Niesen und Thomas Metzger. Die Qualitätssäule wurde vertreten durch Helena Nickels und Herbert Zahnen vom Unternehmen Zahnentechnik GmbH und von Tobias Stadtfeld vom Hotel Heidsmühle.
Die Gründe, warum Unternehmen sich in der Eifel gründen sind vielfältig, Julia Lenartz hob zwei davon besonders hervor: „Hier ist es wunderschön und ich erreiche hier in der Eifel für mein Unternehmen mehr Sichtbarkeit als in der Masse der Stadt“.
Ahrtal/Mainz – Wiederaufbau Ahrtal – Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Erste Meilensteine in Richtung Normalität erreicht. „Wir haben erste Meilensteine beim Wiederaufbau im Ahrtal erreicht, die Schritt für Schritt mehr Normalität bringen. Wir sind natürlich noch weit davon entfernt, dass dort Alltag ist und ich kann nur erahnen, wie schwer die seelischen Wunden sind, die viele Menschen erlitten haben. Umso wichtiger ist es für sie, dass wir heute das Signal setzen, dass es vorangeht“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Landtag bei der aktuellen Debatte „Fortschritte beim Wiederaufbau im Ahrtal – Herausforderungen gemeinsam stemmen“.
Mittlerweile seien Fortschritte erreicht worden, von denen im Sommer niemand zu hoffen gewagt habe. Die Hauptschlagader für die Wärmeversorgung von Bad Neuenahr-Ahrweiler sei wiederhergestellt und konnte nach 100 Tagen wieder in Betrieb genommen werden. Normalerweise sei das ein Prozess, der fünf Jahre dauere. „In dieser Woche konnte die zerstörte Ahrtalbahn wieder in Betrieb genommen werden, auch das viel schneller als erwartet. Das sind ganz wichtige Momente für die betroffenen Menschen, die deutlich machen, dass es besser wird. Sie zeigen, wie gut im Ahrtal alle Beteiligten kooperieren“, so die Ministerpräsidentin weiter. Sie wünsche sich, dass es so weitergehe beim Aufbau der Infrastruktur.
Es sei von Anfang an immer die Prämisse der Landesregierung gewesen, allen Betroffenen möglichst schnell und unkompliziert zu helfen. Bislang seien an Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte rund 133,7 Millionen Euro Soforthilfen ausgezahlt worden. „Wir haben Einzelgespräche mit denjenigen geführt, die im Flutgebiet ihr Haus nicht mehr aufbauen können, und wir haben über das neue Hochwassergebiet in 17 Einwohnerversammlungen informiert“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Alle Menschen könnten sich mit ihren Einzelproblemen bei Land und Kommunen melden. Wichtig seien auch die Hotlines sowie die Face-to-Face-Beratungsstruktur der mittlerweile 20 Infopoints.
Zum Thema Schule sagte die Ministerpräsidentin, dass es eine große Leistung sei, dass die Klassenverbände immer zusammenbleiben konnten und der Betrieb wieder weitestgehend planmäßig laufe. Da die Schäden im klassifizierten Straßennetz so immens seien, wurde mit dem „Projektbüro Wiederaufbau Ahrtal“ eine eigene Organisationseinheit aufgebaut, um vor Ort gemeinsam mit den Kommunen zu planen. Die Mobilfunknetze seien schon in den ersten Wochen vollständig wiederhergestellt worden. Die größere Aufgabe sei die Wiederherstellung der Festnetzinfrastruktur, bei der das Land und insbesondere das Digitalministerium die Unternehmen unterstütze.
„Die Menschen haben aber nicht nur materielle Schäden erlitten. Viele haben Schlimmes erlebt und brauchen Hilfe, um die Bilder jener Nacht zu verarbeiten“, sagte die Ministerpräsidentin. Gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern und Partnerinnen habe die Landesregierung zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, von psychosozialen Soforthilfen und Nachsorge bis zu einem Trauma-Therapiezentrum, das im Dezember seine Arbeit aufnehmen wird.
„Diese Beispiele zeigen, wie viel wir in allen Bereichen im Ahrtal schon bewegen konnten. Mein Dank gilt allen, die diese Herausforderung gemeinsam stemmen, den Menschen in der Region, den vielen freiwilligen Helfern und Helferinnen, den Kommunen, den Verwaltungen und Stäben. Gemeinsam arbeiten wir an einem Zukunftstal. Die Bewohner und Bewohnerinnen waren immer stolz auf ihr Tal, das soll auch in Zukunft in einer Modellregion wieder so sein“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Landesregierung wisse, dass trotz aller Fortschritte die Herausforderungen immens seien. Nach der Katastrophenphase werde man in der Wiederaufbauphase daher auch die kommunalen Verwaltungen personell unterstützen. Aus der Landesverwaltung und der Bundesverwaltung stünden mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit.
Engagiert für UNICEF: Im Rahmen geladener Gäste erhalten Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch das Bundesverdienstkreuz von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (rechts). Foto: Copyright: Stadt Aachen / Andreas Herrmann
Aachen – Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat am Mittwoch, 10. November, Im Krönungssaal des Aachener Rathaus Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Das Ehepaar hat sich 25 Jahre herausragend und weltweit für in Not geratene Kinder und Jugendliche engagiert. Die beiden haben zwei Kinder. Silke Fock-Kutsch ist Fotoreporterin und Manfred Kutsch ist auch nach seinem Ausscheiden aus der Redaktion des Medienhauses Aachen noch als Freier Journalist tätig.
Seit 1995 setzen sich die beiden im Rahmen der jährlichen UNICEF-Aktion des Medienhaus Aachen unermüdlich dafür ein, die Anliegen von UNICEF in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und zu unterstützen. Dieses Engagement ging von Beginn an weit über eine rein journalistische Arbeit hinaus. Auf ihren mittlerweile 30 UNICEF-Projektreisen in alle Weltregionen hat das Ehepaar sensible und einfühlsame Reportagen und berührende Fotodokumentationen erstellt. Im Mittelpunkt ihres Engagements steht die Hilfe für Kinder in Not. Die seit 25 Jahren durchgeführten Aktionen behandeln ein breites Themenspektrum von entwicklungspolitischen Themen wie Gesundheit und Überlebenssicherung oder Bildung, Kinderrechtsverletzungen wie Kinderhandel oder Kinderarbeit. Mit viel Mut und Belastungsfähigkeit nehmen sie die strapaziösen und teilweise gefährlichen Projektreisen auf sich, gehen auch große persönliche Risiken ein.
„Ein enormes Engagement, das von Aachen aus durch Sie beide initiiert wurde. Sie haben durch Ihre Reportagen mitgeholfen über zehn Millionen Euro Spenden für Kinder in Not zu mobilisieren, mit denen UNICEF den Kindern wirksam helfen konnte,“ sagt Keupen mit Anerkennung für den Einsatz des Paares.
Kindern in Not ein Gesicht und eine Stimme gegeben
Fock-Kutsch macht vor Ort in den Krisengebieten mit viel Einfühlungsvermögen Fotos, um die sensiblen Reportagen ihres Mannes zu bebildern. Der herausragende Verdienst des Ehepaars besteht darin, dass sie nicht nur Zahlen und traurige Statistiken präsentieren. Darüber hinaus geben sie Kindern in Not in respektvoller Weise ein Gesicht und eine Stimme, indem sie die bewegenden Einzelschicksale dokumentieren.
Über die reine Berichterstattung hinaus war und ist es dem Ehepaar ein großes Anliegen, über die Situation der Kinder weltweit und die Arbeit von UNICEF zu informieren. Auf über 200 Vorträgen und zahlreichen Veranstaltungen in Schulen, Kultureinrichtungen und anderen Institutionen, sogar regelmäßig in der Justizvollzugsanstalt Aachen, berichtete das Paar über seine Erfahrungen und Begegnungen, um insbesondere bei jungen Menschen ein Bewusstsein für die Situation und die notwendige Solidarität mit den notleidenden Kindern zu schaffen.
Auch in lokalen Projekten tätig
Auch auf lokaler Ebene in Aachen setzt sich das Ehepaar in unterschiedlichen Projekten für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz in einer vielfältigen Gesellschaft ein und inspirieren auch andere sich zu beteiligen zum Beispiel im Rahmen des Projektes „Offenes Aachen“ der Bürgerstiftung Aachen.
Manfred Kutsch wurde 1997 für sein Buch „Kleine Hände – krummer Rücken – Eine Reportage über Kinderarbeit in Brasilien“ mit dem Journalistenpreis „Entwicklungspolitik“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgezeichnet. 2008 wurde dem Paar Kutsch gemeinsam der Journalistenpreis „Ente“ des Bezirksvereins Aachener Presse verliehen.
Altenahr/Mainz – Innenminister Roger Lewentz hat der Verbandsgemeinde Altenahr (Landkreis Ahrweiler) eine Förderung aus dem Sondervermögen „Aufbauhilfe 2021“ in einer Gesamthöhe von 9,95 Millionen Euro bewilligt. Mit der Förderung sollen die im Nachgang der Flutkatastrophe angefallenen Abfallentsorgungskosten im Bereich von Straßen, Wegen, Plätzen und Gewässern im Verbandsgemeindegebiet erstattet werden.
„Für den Wiederaufbau der öffentlichen Infrastruktur im Ahrtal war es unbedingt erforderlich, die Straßen, Wege und Plätze zunächst zu räumen. Bei den enormen Zerstörungen durch die Flut wurden teils ganze Häuser, Bäume und Autos sowie Unmengen an Hausrat weggerissen und kilometerweit verteilt. Bei der Beseitigung dieses Unrats mussten auch gefährliche Stoffe wie Schlamm und Öl aufwendig entfernt werden. Mit der einhundertprozentigen Förderung dieser Kosten aus dem Aufbauhilfefonds wird die Verbandsgemeinde hierbei finanziell umfassend unterstützt“, so Innenminister Roger Lewentz.
Die Verbandsgemeinde Altenahr wurde durch die Flutkatastrophe hart getroffen. Die enorme Zerstörung im Gebiet der Verbandsgemeinde führte dazu, dass zahlreiche Straßen, Plätze, Parks und Brücken durch die großen Mengen an Abfall zerstört, beschädigt oder unpassierbar wurden.
Für die Erstattung der entstandenen Kosten zur Beseitigung des Abfalls stellte die Verbandsgemeinde Altenahr zwei Anträge über insgesamt 9,95 Millionen Euro aus dem Aufbauhilfefonds. Der erste Antrag über 4,95 Millionen Euro wurde bereits Ende Oktober bewilligt. Nun erfolgte auch die Bewilligung des Folgeantrags über eine Fördersumme von weiteren 5 Millionen Euro.
Bereits Anfang Oktober hat der Landkreis Ahrweiler eine Förderung für die angefallenen Kosten zur Abfallerfassung und -entsorgung in Höhe von 67 Millionen Euro erhalten.
Mit wenigen Klicks kann man Problemstellen erfassen und Maßnahmen vorschlagen. Auch Fotos der potenziellen Gefahrenstellen lassen sich einfach einbinden. Foto: VG Pellenz
Plaidt – Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Pellenz können ab sofort Starkregen- und Hochwasser-Problemstellen online melden. Hierzu wurde eigens eine Web-Anwendung zur Meldung von Problemstellen und Maßnahmenvorschlägen entwickelt. Die Anwendung wurde jetzt auf dem ersten Bürger-Workshop in Plaidt vorgestellt.
Zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzept der Verbandsgemeinde Pellenz sind Bürgerworkshops und öffentliche Ortbegehungen in den einzelnen Ortsgemeinden vorgesehen. Bei den für das Frühjahr 2022 geplanten Ortsbegehungen soll gemeinsam die Situation in der Örtlichkeit betrachtet werden. Daneben steht zur Bürgerbeteiligung auch eine eigens für das Projekt eingerichtete Web-Anwendung zur Verfügung.
Über diese Online-Anwendung können von der Bevölkerung fortlaufend Hochwasser- und Starkregenproblemstellen sowie Maßnahmenvorschläge verortet und gemeldet werden. Diese Meldungen aus der Bevölkerung bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Vorsorgemaßnahmen zur Reduzierung der Folgen von Hochwasser- und Starkregenereignissen in der Verbandsgemeinde Pellenz.
„Für eine möglichst zielgerichtete Planung und Koordination der Workshops und Ortsbegehungen, können bekannte Problemstellen und Maßnahmenvorschläge gerne bereits im Vorfeld zu den kommenden Veranstaltungen über die Web-Anwendung angeregt werden“, erklärt Christoph Ingenhoff vom Planungsbüro Björnsen Beratende Ingenieure GmbH, Koblenz.
Die einfache und selbsterklärende Web-Anwendung ist online und über den Link https://tinyurl.com/hwsk-pellenz zu erreichen. Der Zugriff auf die Webseite erfolgt ohne Passwortschutz und Zugriffsbeschränkung und kann von jeder Person ohne Vorkenntnisse bedient werden.
„Mit Hilfe der Internet-Anwendung haben die Bürgerinnen und Bürger – neben den Workshops und den Ortsbegehungen – die Möglichkeit, sich an der Planung des Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepts in der Pellenz zu beteiligen. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv zu beteiligen“, so Bürgermeister Klaus Bell.
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