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Aachen erhält das offizielle EU-Missionssiegel für seinen Klimastadtvertrag

Aachen – Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum klimaneutralen Aachen 2030: Die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Iliana Ivanova, übergab bei einer Zeremonie im Europäischen Parlament in Straßburg EU-Missionssiegel an 20 europäische Städte – darunter auch Aachen – für ihre Klimastadtverträge („Climate City Contract“). Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen war nach Straßburg gereist, um das Siegel persönlich entgegen zu nehmen. Die Gesamtzahl der Städte mit einem Siegel steigt damit auf 53 in ganz Europa.

Ivanova lobte die Städte, die heute das Siegel bekommen haben: „Glückwunsch an die 20 Städte, die sich verpflichtet haben, klimaneutral zu werden. Sie gehen mit gutem Beispiel voran, wenn es darum geht, unsere Städte lebenswerter und nachhaltiger zu machen und gleichzeitig Europa im globalen Cleantech-Rennen wettbewerbsfähiger zu machen. Die Kommission wird Sie weiterhin dabei unterstützen, Ihre ehrgeizigen Pläne in konkrete Projekte umzusetzen.“

Dabei ist die Übergabe kein rein symbolischer Akt: Mit dem Siegel erhalten Städte den Zugang zum „Climate City Capital Hub“, einer internationalen Finanzierungsressource, die im Juni 2024 eingerichtet wurde. Sein besonderer Fokus liegt auf dem Engagement mit privatem Kapital. Der „Capital Hub“ bietet eine Reihe von Werkzeugen, um Städte dabei zu unterstützen, sich in der komplexen Landschaft der Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Stadtentwicklung zurechtzufinden. Für Aachens Oberbürgermeisterin Keupen ein immens wichtiger Schritt: „Ohne diese ganz konkrete Unterstützung und den Zugang zu Finanzierungsmitteln könnte eine Stadt wie Aachen die angedachten Maßnahmen im Klimastadtvertrag nicht alleine schultern. Und natürlich sind die Zusammenarbeit, voneinander Lernen und der Austausch mit den anderen Missions-Städten von entscheidender Bedeutung: Der Weg zur Klimaneutralität kann nur gemeinsam gelingen.“

Die Stadt Aachen hatte Mitte März dieses Jahres den Klimastadtvertrag bei der Europäischen Union eingereicht, um an der Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“ teil zu nehmen. Die hohe Zahl der Unterstützer*innen des Vertrages zeigt: Das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, ist fest in der Stadtgesellschaft verankert. Wirtschaft, Hochschulen, Verwaltung und nicht zuletzt die Bürger*innen beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie und wo CO2-Emissionen hier vor Ort gesenkt werden können – von der RWTH über die mittelständische Schreinerei bis zur bürgerlichen Initiative oder Schulen. Der Klimastadtvertrag, erster Schritt für die ausgewählten Städte, stellt dabei einen Strategieplan zur Klimaneutralität dar, der auch einen Maßnahmen- und Finanzierungsplan enthält.

 

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Spatenstich und Baustart im Windpark Scheid in der Vulkaneifel

Hallschlag – Der Baustart im Windpark Scheid, Landkreis Vulkaneifel, ist erfolgt. Für die MLK Gruppe packte Gründer und Geschäftsführer Heinrich Lohmann selbst mit an und vollzog gestern gemeinsam mit Ortsbürgermeister Gottfried Hack sowie mit Kevin Schröder aus dem MLK Regionalbüro in Hallschlag den Spatenstich. Während vier ältere Anlagen demontiert wurden, errichtet MLK hier jetzt zunächst zwei neue Windenergieanlagen der 7-Megawattklasse.

Die beiden modernen Nordex N163-Anlagen mit einer Nabenhöhe von 164 Metern werden nach Fertigstellung der Bauarbeiten Ende 2025 die Gesamtnennleistung des Windparks von 4 auf 14 Megawatt erhöht haben. Der erzeugte Strom fließt dann in das unweit gelegene unternehmenseigene Umspannwerk „Kehr“. Dies betreibt die MLK bereits seit 1999. Für die neuen leistungsstarken Anlagen wurde es um einen zusätzlichen Transformator ergänzt. Von dort wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

„Wir betreiben auch die Anlagen selbst“, sagte Heinrich Lohmann und dokumentiert damit die Verbundenheit mit der Region. Hier im Nordwesten der Vulkaneifel stehen zudem noch elf weitere rund 25 Jahre alte Anlagen, die nach und nach repowert werden sollen.

Weitere Planungen

Eine der neuen Nordex-Anlagen steht auf einem Grundstück der Gemeinde Scheid. Ortsbürgermeister Gottfried Hack sagte: „Die Zusammenarbeit mit der MLK Gruppe läuft einwandfrei. Es sind weitere Anlagen auf unseren Grundstücken geplant.“

Die Planungen sehen ebenfalls auf der Gemarkung Hallschlag neue Windenergieanlagen vor. In Hallschlag befindet sich seit Anfang des Jahres auch das MLK Regionalbüro in der Aachener Straße. Kevin Schröder leitet es und steht als Ansprechpartner für Anrainer von Wind- und Solarparks, Flächeneigentümer und Gemeinden der Region zur Verfügung.

In zwei weiteren Ausbaustufen des Windparks sollen sechs Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 40 Megawatt folgen. Darüber hinaus ist eine Erweiterung in Richtung der Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen in Planung.

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Sicherung für die Ewigkeit – Bischöfliches Diözesanarchiv Aachen bringt digitales Langzeitarchiv an den Start

Aachen – Nächster wichtiger Schritt mit Blick auf das Thema digitale Vergangenheitssicherung – Neben analogen Archivalien wie Urkunden oder Akten verwahrt das Bischöfliche Diözesanarchiv auch digitale, etwa Disketten, Videokassetten, Filmrollen oder CDs. Doch die Haltbarkeit solcher Datenträger ist begrenzt. So hat das Archiv nach einer dauerhaften Lösung zur Sicherung gesucht, besonders auch für jene Dateien, die ohne physischen Datenträger am PC entstehen. Als erstes katholisches Archiv besitzt das Aachener Diözesanarchiv nun die digitale Langzeitarchivlösung DiPS.Kirche. Diese garantiert, dass alle Anforderungen an Erhaltung des Bestands und der Authentizität der Daten eingehalten werden. So können auch in 100 Jahren die Digitalisate noch geöffnet werden. Den Startschuss für die neue Archivlösung gab Generalvikar Jan Nienkerke: „Wie gut, dass wir im Diözesanarchiv mit Blick auf das Thema Digitalisierung den nächsten wichtigen Schritt gehen. Damit erhalten wir den großen Schatz und das umfangreiche Wissen auch für zukünftige Generationen im Langzeitgedächtnis des Bistums Aachen.“

Natürlich werden in der ehemaligen Kirche St. Paul auch weiterhin ganz klassisch (Papier-)Archivalien sicher aufbewahrt: rund drei Regalkilometer voller Handschriften, Akten und Kirchenbüchern. Seit 30 Jahren entstehen aber auch in der kirchlichen Verwaltung immer mehr digitale Akten, die genauso gesichert und später der Forschung zur Nutzung bereitgestellt werden wie die über Jahrhunderte zurückreichenden Papierakten. Neben Dokumenten gehören auch Fotos, Audio- und Videodateien zum digitalen Archivgut. Die digitalen Dokumente kommen vor allem vom Bischöflichen Generalvikariat, aber auch aus kirchlichen Einrichtungen, Pfarreien, Vereinen und von Privatpersonen (als Vor- und Nachlässe). „Wichtig ist uns, dass die digitalen Daten auch nach Jahrhunderten noch authentisch, integer, verlässlich und vor allen Dingen nutzbar sind. Nur so kann das Wirken der Kirche unserer Zeit langfristig nachvollzogen werden“, betont Dr. Beate Sophie Fleck, Leiterin des Aachener Diözesanarchivs. Mit Julia Haberstock als Projektleiterin der Digitalen Langzeitarchivlösung wurde diese Aufgabe jetzt erfolgreich umgesetzt.

DiPS.Kirche (Digital Preservations Solution – übersetzt: Digitale Aufbewahrungslösung) ist eine überdiözesane Verbundlösung, von der Firma SER entwickelt und vom kirchlichen Rechenzentrum Südwest betrieben. „Wir freuen uns, dass Aachen das erste Bistum ist, in dem KRZ.dipsKirche zum Einsatz kommt – und wir dürfen auch sagen, dass noch weitere folgen werden, was uns mit Freude und Dankbarkeit erfüllt“, sagt  Dr. Reiner Weick, Abteilungsleiter Marketing und Produkte beim Kirchlichen Rechenzentrum Südwestdeutschland, der sich für die engagierte Mitwirkung des Diözesanarchivs bedankte.

Das Diözesanarchiv – Gedächtnis des Bistums Aachen

Untergebracht ist das Diözesanarchiv in der ehemaligen Kirche St. Paul an der Jakobstraße in Aachen. Zu den wichtigsten Beständen zählen unter anderem Dokumente der Bischöflichen Sekretariate, des Generalvikariats und des Domkapitels. https://www.bistum-aachen.de/Bischoefliches-Dioezesanarchiv/

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Das Aachener Krönungsmahl findet am 25. Oktober im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt

Aachen – Die Festrede beim Aachener Krönungsmahl dreht sich um das Thema „Europa inmitten zahlreicher Krisen“  – um dieses Kernthema kommt im Moment niemand herum. Deshalb widmet sich das Aachener Krönungsmahl 2024 am 25. Oktober auch genau diesem Thema. Festredner des Abends ist Dr. Géza Andreas von Geyr, der die Bundesrepublik bei der NATO vertritt.

Der Lebenslauf des 1962 in Bayern geborenen Historikers liest sich spannend: Studium in München, Auslandaufenthalt in den USA, dann Eintritt in den diplomatischen Dienst. Nach Stationen in Marokko und Brüssel sowie der Außen- und Sicherheitspolitischen Abteilung im Bundeskanzleramt dann Botschafter in Moskau. Von 2019 bis 2023 leitet von Geyr die bundesdeutsche Vertretung in Russland, bevor er zur NATO nach Brüssel wechselt. Eine Vita, die – besonders in der aktuellen politischen Situation – spannende politische Einblicke aus erster Hand verheißt. Von Geyr kann Putins Russland erklären, ohne es „verstehen“ zu wollen.

Das Aachener Krönungsmahl findet seit vielen Jahren traditionell im Oktober im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. So auch in diesem Jahr. In Erinnerung an das prunkvolle Mahl bei der Krönung von Karl V. im Jahre 1520 entwickelte der Rathausverein Aachen vor über 20 Jahren gemeinsam mit dem Hotel Quellenhof und der finanziellen Hilfe zuverlässiger Sponsor*innen ein modernes und zeitgemäßes Krönungsmahl. Die Idee: Auf höchstem Niveau kulinarisch genießen und damit gleichzeitig den Rathausverein Aachen unterstützen.

Der Abend startet gegen 18 Uhr mit einem Champagner-Empfang im Weißen Saal und im Werkmeister-Gericht. Anschließend wird im Krönungssaal ein opulentes Vier-Gänge-Menü serviert. Auf der Speisekarte stehen Eifeler Rauchsaibling oder geräucherte Rote Beete, jeweils mit Burrata, Kefir und frischen Kräutern, dann eine geschmorte Blumenkohl-Suppe und zum Hauptgang entweder Kalbsschulter „36 Stunden“ mit Kürbis und Sellerie oder – als vegetarische Variante – marinierter Tofu samt gelber Beete, Erbsenpüree und Safran-Chips. Gekrönt wird das Menü durch einen Karlsschmarrn an Vanillesauce, bunten Beeren und Apfelmus. Und ja, in diesem Jahr wird es wieder die großen, silbernen Kerzenleuchter auf den Tischen geben, die im letzten Jahr von einigen vermisst wurden. Den Abschluss bildet, inzwischen zur lieben Gewohnheit geworden, das Nachtcafé ab 23 Uhr, wieder in den unteren Räumen.

Das Krönungsmahl ist jedoch nicht nur für seine kulinarischen Genüsse in außergewöhnlichem Ambiente bekannt, sondern auch wegen seines erstklassigen Unterhaltungsprogramms. Vor und nach der Festrede können sich die Gäste auf musikalische Impressionen freuen. Wie gewohnt auf allerhöchstem Niveau durch Preisträger der Deutschen Stiftung Musikleben – in diesem Jahr durch Elias David Moncado (Violine) und Simon Haje (Klavier). Sie werden Debussy in den Mittelpunkt ihrer Darbietungen stellen.

Der Rathausverein erwartet in diesem Jahr rund 200 Gäste zum Krönungsmahl. Wer Interesse hat, am 25. Oktober teilzunehmen, kann sich unter der Mail-Adresse kroenungsmahl@mail.aachen.de an die städtische Protokollabteilung wenden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Anmeldung im Internet unter www.rathausverein-aachen.de/kroenungsmahl direkt online abzuschicken.

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Katholische Kita gGmbH Trier stellt sich vielen Herausforderungen – Größter Träger in Mosel- und Eifelregion

Region/Trier – Als größter Träger von Einrichtungen in der Mosel- und Eifelregion betreut die gemeinnützige Gesellschaft 13.430 Kinder in 151 Einrichtungen. Als „Einrichtungen mit Vorzeigecharakter“ und „vorbildlich im Bistum Trier“ hat Generalvikar Ulrich von Plettenberg die Kindertagesstätten der katholischen Kita gGmbH Trier bezeichnet. Als größter Träger von Einrichtungen in der Mosel- und Eifelregion betreut die gemeinnützige Gesellschaft 13.430 Kinder von null Jahren bis zum Schulalter in 151 Einrichtungen. Plettenberg war zu Gast auf der 25. Gesellschafterversammlung der katholischen Kita gGmbH Trier im Robert-Schuman-Haus, wo sich über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus den Kirchengemeinden (den Mitgesellschaftern des Trägers), auf den neusten Stand bringen ließen. Auch wenn die vorwiegend weiblichen Mitarbeitenden in den Einrichtungen jeden Tag ihr Bestes geben, um die Kleinsten zu betreuen und im Spielen und Lernen zu begleiten, steht der Träger dennoch vor vielen Herausforderungen, wie bei der Versammlung am 25. September deutlich wurde.

Fachkräftemangel als Dauerthema

Ein Dauerthema ist der Fachkräftemangel, dem die Gesellschaft versucht, mit Präsenz auf Bildungsmessen und Werbung zu begegnen, erklärte Konrad Berg, Geschäftsführer der katholischen Kita gGmbH Trier. Das verdeutliche auch die rückläufige Zahl der Freiwilligendienstleistenden und Berufspraktikanten von 84 im Jahr 2023 auf 75 in diesem Jahr. Seit das neue Kita-Gesetz  2021 in Kraft getreten ist, das einen Rechtsanspruch auf sieben Stunden durchgehende Betreuung mit Mittagessen vorsieht, beschäftige vor allem der Ausbau von Küchen, Schlaf- und Speiseräumen die Einrichtungen. Während der Rechtsanspruch schon gilt, haben die Kitas bis 2028 Zeit für den Ausbau ihrer Kapazitäten bekommen. Frust bei den Eltern entstehe jedoch nicht nur, wenn der Anspruch auf einen Platz mit Mittagessen noch nicht erfüllt werden könne, sondern auch wegen der Änderung der Betreuungszeiten.

Seine Kollegin, Geschäftsführerin Cordula Scheich, verdeutlichte das am Beispiel der Kita in Föhren, einer großen Einrichtung mit rund 200 Kindern. Wer früher einen Ganztagsplatz hatte, konnte sein Kind innerhalb der Öffnungszeiten abholen, wann es eben passte. Halbtagsplätze waren ohne Mittagessen vorgesehen. Das neue Gesetz ordne die Kinder aber Zeitkohorten zu – mit festen Bring- und Abholzeiten und einem warmen Mittagessen für alle. Auch der Personalschlüssel berechne sich danach. So gelinge es nicht immer, sich am Bedarf der Eltern zu orientieren. Es sei nicht möglich, ein Kind auch mal über die sieben Stunden hinaus zu betreuen, wenn sich die Eltern verspäteten. Für die Leitungen bedeute das einen hohen Planungsaufwand bei vielen unterschiedlichen Abholzeiten. Außerdem sei es nicht möglich, kreative Betreuungsmodelle anzubieten mit unterschiedlichen Betreuungszeiten an verschiedenen Tagen, wenn etwa Großeltern aufpassen könnten. Feste Zeiten an allen fünf Tagen seien vorgegeben. Trotzdem habe es die Kita gGmbH Trier geschafft, ihr Angebot an Ganztagsplätzen auf 89,7 Prozent zu erhöhen.

In seinem Grußwort fasste Ulrich von Plettenberg zusammen, was die Professionalität der katholischen Kita gGmbH Trier seines Erachtens ausmache: zum einen die Organisationsform als große Gesellschaft, was bezüglich Verwaltung, Personal und Qualitätsstandards viele Vorteile mit sich bringe. Immer wieder erhalte er interessierte Nachfragen aus anderen Bistümern, in denen bis heute oft noch die Verantwortung bei einzelnen Kirchengemeinden liege. Zweitens die enge Zusammenarbeit zwischen dem Diözesan-Caritasverband und dem Bistum über das gemeinsame Steuerungsbüro: Hier laufe viel Lobbyarbeit im Sinne der Kitas bei Kommunen und Land, Verhandlungen über Bau- und Betriebsträgerschaften und die pastorale Begleitung und Weiterbildung der Mitarbeitenden. Zum dritten existiere ein professionelles Qualitätsmanagement durch den Caritasverband und das Rahmenleitbild. Die Einrichtungen zeigten jeden Tag durch ihre Arbeit, dass die hier formulierten Werte zum Wohle der Kinder und ihrer Familien nicht nur auf dem Papier existierten, sondern spürbar und greifbar würden. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Struth, Leiter des Bereichs Kinder, Jugend und Bildung im Bischöflichen Generalvikariat, dankte ausdrücklich den Tausenden Mitarbeitenden der Kitas. „Mir liegt besonders am Herzen, den Auftrag und die wichtige Rolle der Kitas in unserem Bistum als Orte von Kirche herauszustellen. Kürzlich habe ich die provisorische Kita in Kordel eingesegnet – ein prägendes Erlebnis. Viele Menschen waren bei dieser Wiedereröffnung nach der Flutkatastrophe von Emotionen ergriffen. Es war ein wichtiger Beitrag, dass wir uns für einen solchen Ort einsetzen, wo Glauben und Leben sich verbinden und die Menschen Heimat finden.“

Mehr Informationen gibt es unter: www.kita-ggmbh-trier.de 

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„Ruck geben und Blut spenden“ – Das Rote Kreuz zeichnet im Kommerner „Stollen“ 36 verdiente Lebensretter aus

Mechernich – DRK-Kreisvorsitzender Karl-Werner Zimmermann: „Hundert Blutspenden helfen 300 Menschen“ – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick: „Bei vollen Terminkalendern in schnelllebiger Zeit ist es vielen zu lästig, auch noch zur Blutspende zu gehen“ – Der erste Bürger oder sein Stellvertreter kommt seit 25 Jahren, also seit er im Amt ist, regelmäßig zu den Blutspenderehrungen des Roten Kreuzes, „weil es mir ein Bedürfnis ist, Ihnen schlichtweg dafür Danke zu sagen, dass Sie sich so für Ihre Mitmenschen einsetzen“, sagte Dr. Hans-Peter Schick auch am Mittwochabend im Kommerner Gasthaus „Stollen“, wo 36 verdiente Lebenssaftspender ausgezeichnet wurden.

13 Lebensretter für je 25 Spenden, 13 für 50, achtmal 75 und je einmal 100 und 125 Blutspenden waren auszuzeichnen vom Kreisgeschäftsführer und Ortsvereinsvorsitzenden Rolf Klöcker und der Blutspenderbeauftragten Edeltraud Engelen. Auch Rotkreuz-Kreisvorsitzender Karl Werner Zimmermann war da, um zu danken und den Dank von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auszurichten, den er am Vortag getroffen hatte.

„Die Schere zwischen Blutbedarf und tatsächlichen Blutspenden klafft immer weiter auseinander“, so die appellierende Bitte Rolf Klöckers, per Mund-zu-Mund-Propaganda für neue weitere Blutspender im Bekannten- und Kollegenkreis zu werben. 50 Blutkonserven werden bei einem schweren Motorradunfall gebraucht, die doppelte Menge bei der Langzeitbehandlung eines chronisch Kranken.

Blutplättchen halten nur vier Tage

„Eine Blutspende hilft bis zu drei Patienten“, so Karl Werner Zimmermann, weil der wertvolle und nicht künstlich herzustellende Lebenssaft in verschiedene Teilfraktionen aufgespalten wird: Plasma, rote Blutkörperchen, Blutplättchen und so weiter. „Plasma ist bis zu zwei Jahre haltbar und kann eingelagert werden“, so ein Werbespot des Fernseharztes „Doc Esser“ fürs Rote Kreuz, der eingespielt wurde: „Blutplättchen halten nur vier Tage…“

Etwa ein Drittel bis die Hälfte der 36 zu Ehrenden waren persönlich zur Feierstunde in den Kommerner „Stollen“ gekommen, um mit Urkunden, Ehrennadeln und Präsenten bedacht zu werden. Alle zusammen haben bislang 1800 Spenden a einem halben Liter Blut abgegeben, also 900 Liter, fast ein Kubikmeter.

Statistischer Spitzenreiter war Ulrich Volmer mit 125 Spenden. Heiko Bernhard Trapp (hundert Spenden) wurde post mortem geehrt. Je 75 Blutspenden abgegeben haben Karl-Heinz Schwarz, Jörg Bodenhausen, Joachim Vossel, Bernhard Franzen, Christine Greuel-Heiroth, Frank Schriever und Eva-Maria Eich.

Für 50 Blutspenden mit Urkunde, Ehrennadel, einem Präsent des Roten Kreuzes und zwei Flaschen Wein von Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick ausgezeichnet wurden Kerstin Martina Knapp, Oksana Reiter, Kerstin Mießeler, Johannes Bützler, Karin Elfriede Balg, Frank Rang, Ludger Selker, Jens Bädorf, Dr. Gabriele Keus, Stefan Schmitz, Stefanie Braun, Therese Feyen und Hubert Bous.

Bislang 25 Mal zur Ader gelassen und ausgezeichnet wurden Inga Janßen, Johanna Söhnchen, Bianca Herschbach, Kristina Ackermann, Achim Schulz, Wolfgang Duhm, Gerd Josef Jannes, Stefan Jöbges, Erhard Pützer, Mike Bauernschmidt, Hans-Peter Keßeler, Simon Mertens, und Carlo Breuer.

Klares Land-Stadt-Gefälle

Was die Blutspenderhäufigkeit im Vergleich zur Einwohnerzahl anbetrifft, liege Mechernich im oberen Drittel des Rotkreuz-Kreisverbandes Euskirchen, sagte Ortsvereinschef und Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker: „Insgesamt gibt es ein klares Land-Stadt-Gefälle.“ Auf dem Land sei die Notwendigkeit von Blutspenden als lebensrettende Maßnahmen für Mitmenschen in den Köpfen und Herzen präsenter als in den Ballungsräumen.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick sagte: „Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, alle haben volle Terminkalender und setzen ihre eigenen Prioritäten.“ Es sei „weniger die Angst vor dem kleinen Nadelpicks“, die viele Zeitgenossen von der notwendigen Blutspende abhielten, sondern es liegt daran, dass es vielen von uns „zu lästig ist, bei all dem, was wir sonst noch vorhaben, auch noch zur Blutspende zu gehen“.

„Springen Sie über den eigenen Schatten, geben Sie sich einen Ruck, retten Sie anderer Leute Leben“, so die Blutspenderbeauftragte und stellvertretende Kreisvorsitzende Edeltraud Engelen: „80 Prozent von uns sind irgendwann einmal in ihrem Leben auf eine Blutspende angewiesen, aber nur vier Prozent spenden“. Rolf Klöcker: „Ginge jeder Bundesbürger nur einmal im Jahr zur Blutspende, hätten wir keinen Blutkonservenmangel mehr!“

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80 Millionen Euro Investition – Vertrag unterzeichnet – „Startschuss“ für Neubau des Nelly Pütz-Berufskollegs

Düren – Es ist das finanziell größte Bauprojekt, das der Kreis Düren jemals realisiert hat: der Neubau des Nelly-Pütz-Berufskollegs im neuen Innovationsquartier am Dürener Bahnhof. Nun wurde im Kreishaus der Vertrag mit dem sogenannten Generalübernehmer, also dem Unternehmen, das plant und baut, unterzeichnet.

„Es ist heute ein besonderer Moment“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. „Die Braunkohle geht – die Bildung bleibt: Wir investieren weiter in die Köpfe der Menschen.“ Das Nelly Pütz-Berufskolleg, dessen Träger der Kreis Düren ist, biete viele gute Bildungsgänge für wichtige Berufszweige wie Erzieherinnen und Erzieher sowie in der Pflege.

Generalübernehmer für das richtungsweisende Projekt ist Goldbeck, ein Konzern mit Hauptsitz in Bielefeld. Das international tätige Unternehmen hat schon einige Bauprojekte im Kreis realisiert, darunter die Arena Kreis Düren, die in diesem Herbst 20 Jahre alt wird. „Uns zeichnet eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aus“, betonte bei der Vertragsunterzeichnung Hans Walter Klein, Geschäftsführer der Goldbeck West GmbH. Der Konzern beschäftigt insgesamt circa 12.000 Mitarbeitende. Die kreiseigene Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) mit Geschäftsführer Peter Kaptain an der Spitze setzt das Projekt um.

„Wir stehen in den Starlöchern“, sagten Landrat und Geschäftsführer unisono. Im Dezember 2026 soll die Schule bezugsfertig sein. „Ende August wurde der Bauantrag bei der Stadt Düren eingereicht und nun hoffen wir auf ein möglichst unproblematisches und zügiges Baugenehmigungsverfahren, damit es Anfang des kommenden Jahres los gehen kann“ so Ralf Linde von Goldbeck-West weiter.

Fünf Geschosse, 20.000 Quadratmeter Fläche, rund 80 Millionen Euro Investition. Die Hälfte der Investition wird vom Land NRW aus dem Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Aus- und Weiterbildungszentren im Rheinischen Revier gefördert. Das sind wesentliche Eckdaten des Neubaus in unmittelbarer Nähe zum Dürener Bahnhof. Das Land als Zuschussgeber ist sehr an einer zügigen Umsetzung des Projektes interessiert. Die neue Schule soll rund 1600 Schülerinnen und Schülern Platz bieten. Eine Kindertagespflege, eine Sporthalle und ein Parkplatz für 300 Fahrräder gehören zum Projekt dazu. Notwendig wird der Bau auch, weil die jetzigen Platzkapazitäten an der Zülpicher Straße in Düren bei weitem nicht mehr ausreichen.

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Wärme aus der Tiefe – NRW fördert wichtige Vorerkundung für Geothermie-Projekt der Stadtwerke Aachen AG

Region/Düsseldorf/Aachen – Viele Regionen in Nordrhein-Westfalen bieten gute Voraussetzungen, um klimafreundliche Wärme aus der Tiefe zu gewinnen. Damit Kommunen, Stadtwerke und Unternehmen diese nutzen können, hat das Land im April 2024 im Rahmen des „Masterplan Geothermie NRW“ umfangreiche Förderprogramme gestartet. Nun beginnt die Umsetzung: Die Stadtwerke Aachen AG (STAWAG) wird mittels seismischer Messungen detailliert die Potenziale der mitteltiefen und tiefen Geothermie im Raum Aachen für die Einbindung in die kommunale Wärmeversorgung untersuchen. Die NRW.BANK hat im vollständig digitalen Antragsprozess 810.000 Euro Landesmittel für die seismische Erkundung des Untergrunds bewilligt.

Die Vorerkundungen sind ein wichtiger Schritt bei der Aufstellung der kommunalen Wärmeplanung. Hierzu hat die Landesregierung kürzlich den Entwurf des Landeswärmeplanungsgesetzes vorgelegt, mit dem die Gemeinden im Land die Möglichkeit erhalten, ihre Wärmepläne eigenständig zu erstellen.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Die Stadtwerke Aachen gehen den nächsten Schritt, wollen den Schatz unter unseren Füßen heben und investieren in die Wärmewende. Ich freue mich, dass das Land dieses Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Masterplan Geothermie unterstützen kann. So bringen wir die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen gemeinsam voran und legen die Grundlagen für eine bezahlbare erneuerbare Wärmeversorgung. Mit dem Masterplan Geothermie NRW haben wir als erstes Bundesland eine umfassende Strategie vorgelegt, um das enorme Potenzial der Erdwärme zügig und sicher zu erschließen – eine unerschöpfliche und klimaneutrale Energiequelle, die wir heute noch zu wenig nutzen. Bis 2045 wollen wir bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs klimaneutral mit Geothermie decken.“

Dr. Christian Becker, Vorstand der STAWAG: „Mit ehrgeizigen Zielen und konkreten Maßnahmen bringen wir seit Jahren die Energie- und Wärmewende voran. Dazu planen wir eine Umstellung der Fernwärme: Spätestens 2030 soll sie kohlefrei und möglichst klimafreundlich produziert werden. Wir setzen dabei auf einen Mix aus Wärmeauskopplungen, Groß-Wärmepumpen, effizienten Blockheizkraftwerken und Tiefengeothermie. Bereits heute nutzen wir die schon bei den Römern beliebten heißen Thermalquellen in Aachen für Raumwärme. Dank der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalens können wir nun einen großen Schritt weitergehen und die Potenziale der Tiefengeothermie untersuchen lassen.“

Gabriela Pantring, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK: „Kommunale Stadtwerke sind zentrale Akteure für das Gelingen der Klimawende. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Infrastrukturen aufzubauen, mit denen Nordrhein-Westfalen klimaneutral wird. Genau darum geht es bei dem Tiefengeothermie-Projekt der STAWAG in Aachen, das wir gemeinsam mit dem Land unterstützen und fördern. Hier wird eine klimaneutrale Energie- und Wärmequelle erschlossen und parallel entstehen sichere Arbeitsplätze. Anders gesagt: Hier wird Zukunft für NRW gestaltet.“

Die STAWAG hat bereits Vorarbeiten geleistet und will nun den Untergrund nordöstlich von Aachen Richtung Stolberg erkunden. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 1,6 Millionen Euro. Die Erkundung soll voraussichtlich im Herbst 2025 starten und eine Strecke von insgesamt 18 Kilometern umfassen.

Die seismischen Messungen funktionieren wie eine Ultraschall-Untersuchung und werden mit Hilfe von sogenannten Vibro-Trucks durchgeführt. Die Messfahrzeuge senden über Vibrationen Schallwellen in den Untergrund, die an den gesuchten Gesteinsformationen reflektiert werden. Die Reflektionen werden von Aufnahmegeräten erfasst und in ein Untergrund-Modell überführt. Dieses wird anschließend für die weitere Planung verwendet und erhöht die Sicherheit für eine erfolgreiche Bohrung. Dadurch werden Investitions- und Zeitpläne für die Erschließung der Geothermie kalkulierbar.

Hintergrund

Abhängig von der Tiefe gibt es für die Nutzung der Geothermie verschiedene Möglichkeiten. So kann die oberflächennahe Geothermie bis zu einer Tiefe von 400 Metern zur Versorgung von Einfamilienhäusern oder auch von Quartieren dienen – flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen.

Weitere Optionen bieten die mitteltiefe Geothermie von 400 bis 1.500 Metern sowie die tiefe Geothermie ab 1.500 Metern. Hier wird das hydrothermale Verfahren angewendet, bei dem natürlich vorkommendes Tiefenwasser durch eine Förderbohrung an die Oberfläche gepumpt wird. Dort gibt das heiße Wasser seine Energie über Wärmetauscher an den Energieverbraucher ab – beispielsweise Industriebetriebe oder Gewächshäuser. Anschließend wird das Wasser über eine zweite Bohrung wieder in die Tiefe zurückgeleitet.

Der Flächenverbrauch und der Eingriff ins Erdreich sind dabei minimal, sodass Schäden am Grundwasser oder unerwünschte Erdbewegungen äußerst unwahrscheinlich sind. Nordrhein-Westfalen bietet nach jetzigem Stand beste Voraussetzungen für eine breite Nutzung der Geothermie. Die Erdwärme kann damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Wärmewende leisten. Weitere Informationen zum Masterplan Geothermie finden Sie hier.

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Erfolgreicher Start des Klimaschutzportals im Landkreis Mayen-Koblenz

Region/Mayen-Koblenz – Das Klimaschutzportal des Landkreises Mayen-Koblenz sowie der kreisangehörigen Verbandsgemeinden und Städte ist jüngst gestartet. In dem neuen Portal tragen die Klimaschutzmanager ihre Aktivitäten und Klimakennzahlen ein und geben hilfreiche Tipps wie Energie eingespart werden kann und welche Maßnahmen im Rahmen des Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes umgesetzt werden können. Ob eine Übersicht zu aktuellen Förderprogrammen, Car-Sharing-Angebote, investive Maßnahmen im Klimaschutz, der Fokus auf die Ausrichtung zu einem klimaneutralen Landkreis wie auch die Klimawandelanpassung werden auf dem Portal dargestellt. Alle Kommunen im Landkreis haben zudem die Möglichkeit, die eigenen Schwerpunkte und Maßnahmen, wie auch anstehende Events und Ansprechpartner, gebündelt darzustellen.

„Der Landkreis Mayen-Koblenz engagiert sich gemeinsam mit den Verbandsgemeinden und Städten seit vielen Jahren aktiv im Klimaschutz. Mit den neuen Klimaschutzportalen der Energieagentur RLP bündeln wir nun unsere Aktivitäten, Maßnahmen und Zielsetzungen, ergänzt auch um die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Somit machen wir unseren Einsatz für eine klimafitte Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis noch transparenter und greifbarer“, betont Landrat Dr. Alexander Saftig.

Klimakennzahlen dürfen natürlich nicht fehlen

Im Jahr 2020 wurden kreisweit insgesamt 2,2 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen (THG) von Privatleuten, der Wirtschaft und dem Verkehrsbereich in die Atmosphäre entlassen. Das sind etwa neun Tonnen pro Person, bei Einrechnung der Erneuerbaren Energien. Viele Tonnen der umweltschädlichen Treibhausgase könnten eingespart werden, beispielsweise durch eine energetische Sanierung, durch Nutzung des Fahrrades anstelle des Autos oder durch energieeffiziente Waschmaschinen. Allerdings nur, wenn jeder mithilft. Durch Zubau von Photovoltaikanlagen könnten rund 1,2 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen vermieden werden. Dies ist rund dreieinhalbmal so viel wie 2020 an Treibhausgas-Emissionen durch den kompletten Stromverbrauch im Landkreis Mayen-Koblenz verursacht wurden.

Wer befüllt die Klimaschutzportale mit Inhalten?

Befüllt werden die Seiten des Klimaschutzportals Mayen-Koblenz von den Klimaschutzmanagern der Kommunen im Landkreis. Hauptansprechpartner ist das Klimaschutzmanagement des Landkreises Mayen-Koblenz. Die Website-Vorlage wurde von der Energieagentur Rheinland-Pfalz und der Universität Koblenz-Landau gemeinsam im 2019 bis 2022 vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und das Land Rheinland-Pfalz geförderten KomBiReK-Projekt entwickelt.  KomBiReK steht für „Kommunale THG-Bilanzierung und regionale Klimaschutzportale in Rheinland-Pfalz“. Die Energieagentur unterstützt zusätzlich mit der Bereitstellung von Daten und kostenfreien Lizenzen für die Bilanzierung der eigenen Treibhausgasemissionen und Energieverbräuche.

Haben andere Regionen auch ein Klimaschutzportal?

Bereits 2021 wurden die ersten Klimaschutzportale in den Landkreisen Bad Dürkheim, Germersheim, Südliche Weinstraße und der Stadt Landau/Pfalz veröffentlicht und seither in den Regionen gut angenommen. So konnten im Kreis Südliche Weinstraße die Bürger Corona konform über wichtige Themen im Klimaschutzprozess online abstimmen und damit die Energiezukunft ihrer Heimat mitbestimmen. Insgesamt werden zum Ende des Jahres Klimaschutzportale in elf Landkreisen und einer kreisfreien Stadt aktiv sein.

Der Link führt Interessierte direkt zum neuen Portal mayen-koblenz.klimaschutzportal.rlp.de. Weitere Projektinfos sowie Links zu weiteren Klimaschutzportalen gibt es unter  klimaschutzportal.rlp.de oder www.energieagentur.rlp.de sowie www.earlp.de

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Vereint in Trauer und Hoffnung – Kall gedachte der Flutkatastrophe 2021

Kall – Zerstörung, Trauer und Solidarität, aber auch Wiederaufbau, Hoffnung und Zusammenhalt – „Es war Freitag, der 16. Juli 2021. Der Himmel war blau, ein paar Wolken. Es war warm, und der Tag versprach ein wunderbarer Sommertag zu werden – zumindest am Himmel.“ Mit diesen Worten erinnerte Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, beim Gedenkfest der Gemeinde Kall an die Flutkatastrophe vor gut drei Jahren. Denn, so sprach die Ministerin weiter: „In der Hälfte der nordrhein-westfälischen Kommunen sah das auf der Erde anders aus.“ Ina Scharrenbach war damals – ganz ohne Kameras und in Gummistiefeln – schon am 2. Tag nach der Flutnacht u.a. nach Kall gekommen, machte sich vor Ort ein Bild und sprach mit den Menschen.

Darauf war zuvor auch Pfarrer Hajo Hellwig zu Beginn der Gedenkveranstaltung auf dem Bahnhofsvorplatz bei einem ökumenischen Gottesdienst eingegangen, den er gemeinsam mit Pastor Christoph Ude zelebrierte.

Pfarrer Hellwig war, so berichtete Bürgermeister Hermann-Josef Esser später, mit dem Pastorat selbst von der Flut betroffen.

Der Geistliche erinnerte an die Nacht, den langen Regen, der langsam die Straßen füllte und Treppen hinaufstieg, gurgelte und rauschte – und schließlich alles mit sich riss. „Menschen verloren ihre Heimat, kämpften um ihr Leben oder das von Angehörigen oder Fremden“, so Pfarrer Hellwig und führte fort: „Und dann kamen die ersten Helfer, Nachbarn zunächst, dann Angehörige und schließlich zahlreiche Helfer/innen.“ Pastor Ude ergänzte, dass wenn auch viele äußerliche Wunden verheilt und Schäden behoben seien, die Flutnacht sich den Menschen auch in Kall ins Gedächtnis und in die Seele gebrannt habe. Er appellierte auch dafür, solidarischer mit unserem Lebensraum umzugehen: „Als ein Teil der Schöpfung Gottes können wir nur mit ihr leben, nicht gegen sie.“

Im Rahmen des Gottesdienstes entzündete Ministerin Scharrenbach gemeinsam mit Landrat Markus Ramers sowie Bürgermeister Hermann-Josef Esser drei Kerzen. Sie standen für die drei Menschen aus Kall, die in der Nacht auf den 15. Juli 2021 ums Leben gekommen waren. Einen stimmungsvollen Rahmen dazu schuf der Chor St. Nikolaus um Kantorin Holle Goertz, der den Gottesdienst begleitet.

„Ich freue mich besonders“, so Bürgermeister Hermann-Josef Esser, „dass so viele Menschen hier sind, die selbst von der Flut betroffen waren.“ Und, in Richtung der anwesenden Mitglieder der Feuerwehr sowie weiterer Hilfsorganisationen wie DLRG, Bundeswehr, Diakonie und Malteser: „Auch viele derer, die am 14. Juli und in den Tagen danach Herausragendes geleistet haben.“ Darunter auch die Feuerwehr aus Bredenbeck, die zum Gedenkfest eine Abordnung gesandt hatte.

Neben all jenen galt sein Dank auch seinem Team in der Verwaltung: „Wir hatten kein Rathaus mehr“, blickte Esser zurück, „keinen Strom, kein Wasser, keine EDV, das Erdgeschoss war völlig zerstört.“ Dennoch sei der Dienst an den Kaller Bürger/innen unmittelbar wiederaufgenommen worden. Der Bürgermeister erinnerte auch an den vielfältigen Einsatz des Bauhofs, inklusive der Einrichtung eines Spendenlagers in Kooperation mit der Firma Brucker. Für die Organisation des Gedenkfestes dankte der Bürgermeister Rathausmitarbeiterin Laura Möhrer.

Die Unterstützung der Landesregierung, allen voran Ministerin Ina Scharrenbachs „auch hinter den Kulissen“ im Rahmen des Wiederaufbaus wertschätzte der Bürgermeister mit den Worten: „Das ist nicht selbstverständlich.“

Dem schloss sich auch Landrat Markus Ramers an und verwies auf über 30 Milliarden Euro, die Bund und Land für den Wiederaufbau bereitgestellt hätten. Für die Gemeinde Kall, konkretisierte Ministerin Scharrenbach, waren insgesamt rund 86,5 Millionen Euro insb. für die gemeindliche Infrastruktur und flutbetroffene Privatpersonen bewilligt worden. Dieser Betrag, so die Ministerin, soll nun wie in allen NRW-Kommunen um jeweils 10 Prozent aufgestockt werden zur Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen. Schließlich hielt sie fest: „Dies ist auch ein Tag, an dem Sie stolz sein dürfen auf das Erreichte in den letzten drei Jahren – denn das ist eine ganze Menge.“

Landrat Markus Ramers betrachtete die Geschichte der Flut „auch als eine Geschichte der Solidarität und der Hoffnung“. Er erinnerte auch an die Kaller Feuerwehr, die in der Flutnacht ihr Gerätehaus verlor und die Einsätze aus einer provisorischen Einsatzzentrale heraus koordinierte. „Trotzdem haben Sie – oft selbst von der Flut betroffen – nur daran gedacht, wie Sie den Menschen in Kall helfen können“, sprach er in Richtung des Kaller Wehrleiters Harald Heinen. Ähnliches gelte auch für die Solidarität in Nachbarschaften und von fremdem Helfern. Ramers ermutigte die Kaller/innen mit der Zuversicht auf diese Gemeinschaft, hoffnungsvoll in die Zukunft zu gehen.

Symbolisch schien da, was nun folgte: Gemeinsam eröffneten Land, Kreis und Kommune im Beisein auch von Manfred Poth, in der Kaller Verwaltung federführend zuständig für den Wiederaufbau, und Projektleiter Christoph Graf die gerade wiederaufgebaute Brücke Weiherbenden.

Mit der Musikkapelle Kall um den Vorsitzenden Stefan Reinders und unter der Leitung von Friedhelm Schorn ging das Gedenken über in ein Bürgerfest. Für den Getränkeausschank sorgte die KG „Löstige Bröder“, fürs leibliche Wohl zudem „Luis Imbiss“ und das Café Linn nebst den anliegenden Geschäften. Während des gesamten Festes bot das Rewe-Center ein buntes Kinderprogramm. Die Erlöse aus dem Flut-Gedenkfest gehen als Spende an die Hilfsgruppe Eifel.

Dass auch die Ministerin und der Landrat noch erstaunlich lange mit den Kaller/innen feierten, fiel manch einem positiv auf. Da schien sich einmal mehr zu bewahrheiten, was Ministerin Scharrenbach zuvor über Kall gesagt hatte: nämlich, dass hier „dem sichtbaren Chaos Geborgenheit entgegengebracht wurde, dass der sichtbaren Zerstörung Zusammenhalt entgegengebracht wurde und dass gegen Einsamkeit Gemeinsamkeit gestellt wurde.“