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Digitale Kompetenz wird im Berufsleben noch stärker an Bedeutung gewinnen

Föhren, 14.10.2020 – Bedingt durch diesen Sachverhalt rückte das bereits seit 2019 laufende Förderprogramm „DigitalPakt Schule“ nun wiederum verstärkt in den Fokus. Bund und Länder haben erkannt, dass die Frühförderung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen eines sogenannten Technologietransfers eine große Rolle spielen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland auch in den nächsten Jahrzehnten zu sichern. Dabei steht der praxisbezogene Umgang mit Notebooks, Tablets oder digitalen Whiteboards im Mittelpunkt, um Schülern die Digitalisierung im Alltag näher zu bringen und moderne Hard- oder Software für unterschiedlichste Anwendungen zu nutzen. Doch warum wurde ein Großteil der Gelder bisher nicht abgerufen? Gerade der Sachverhalt sorgt bei Elternteilen derzeit für Unverständnis.

Herausforderungen in der Praxis

Für die Schulträger selbst, ist die Thematik weitaus komplexer. Es gilt nicht nur darum durch geeignete Hard- und Software auch einen virtuellen Unterricht zu ermöglichen, sondern um eine ganzheitliche Betrachtung der IT-Infrastruktur. Die optimale Bereitstellung eines geeigneten WLAN-Netzwerkes bis in jede Ecke eines Klassenraums, aber auch sensible Sicherheitsaspekte bis hin zu benötigten Services, wie Reparaturen, Wartungsintervalle bzw.  Updates stellen die Träger vor Herausforderungen und müssen dauerhaft Berücksichtigung finden. Weiterhin zahlt das beschlossene Förderprogramm nicht in den Betrieb, Wartung oder IT-Support ein. Solche Aufwendungen müssen im Rahmen des städtischen oder gemeindeseitigen Jahreshaushalts geplant, genehmigt und finanziert werden – auch für die Zukunft.

IT-Provider bieten fertige Lösungskonzepte

Systemhäuser bzw. Dienstleister haben sich längst im Rahmen der Firmenkundenbetreuung spezialisiert und praxisbewährte Prozesse sowie Serviceportfolios erarbeitet, die jederzeit auch auf Anforderungen der Schulträger adaptiert werden können.

Aufgrund der engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit weltweit führenden Herstellerpartnern, können Systemhäuser auch übergreifend im Rahmen von Schulprojekten unterstützen. Gerade hier bieten bspw. Hersteller wie Microsoft, HP, Dell, Lenovo uvm. spezielle Education-Angebote, die sich an Schulen, Universitäten oder Behörden richten und Sonderkonditionen zulassen.

„Die Kolleginnen und Kollegen der IT-HAUS GmbH verfügen über beste Netzwerkkontakte und eigens geschulte Experten“, erläutert Monika Enthofer, Account Managerin Education. „Bereits in der Erstanalyse lassen wir hilfreiche Beratungsleistungen einfließen, um die IT in Schulen zukunftsfähig einzurichten und Förderanträge optimal vorzubereiten. Als Serviceprovider bieten wir darüber hinaus eigene Workshops und Schulungen im Umgang mit Microsoft Teams, um videofähige Unterrichtsstunden abhalten zu können und auch den unkomplizierten Informations- und Datenaustausch zu ermöglichen“, so Monika Enthofer weiter.

Weitere Informationen oder direkte Unterstützung erhalten Schulträger in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland über https://www.it-haus.com/digitalpakt-schule/ oder Frau Monika Enthofer. Kontakt: E-Mail menthofer@it-haus.com / Telefon 0049 6502 9208-986.

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Kooperation von Gemeinde Kall, Kreis Euskirchen und Caritas: „Engagiert für Vielfalt“

Kall, 13.10.2020 – Als Arzt ist Dr. Till Klein einiges gewohnt. „Als Notarzt habe ich gelernt, bei schweren Unfällen mit vielen Verletzten die Patienten maximal 30 Sekunden zu untersuchen und dann in Kategorien einzuteilen.“ Grün für Menschen mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen, Rot für Menschen mit schweren Verletzungen, die akute Hilfe benötigen, und Schwarz für Tote oder Menschen, denen nicht mehr zu helfen ist.

Gebannt hörten die Zuschauer im Haus der Begegnung in Kall den Ausführungen des Aachener Mediziners Till Klein zu, der von seiner Arbeit bei Seawatch erzählte. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Doch Flüchtlinge, die im Mittelmeer gekentert sind, seien quasi alle Kategorie Rot. Die Regeln werden außer Kraft gesetzt. Stattdessen gelte: „Wer wild um sich schlägt, kann nicht schwimmen, dem ist quasi nicht mehr zu helfen. Wer sich ganz ruhig bewegt, kann schwimmen, der ist Grün. Und wer gar nichts mehr macht, der ist tot.“ Geborgen werden die Verstorbenen nicht. „Dafür haben wir auf unseren Booten keine Möglichkeit“, beschreibt es der Mediziner. Die Flucht endet als anonyme Seebestattung. Offiziell sind seit 2014 mehr als 20.000 Menschen bei der Überfahrt auf dem Mittelmeer gestorben oder werden noch vermisst. Fast 29.000 Flüchtlinge wurden immerhin gerettet.

Es sind harte Entscheidungen, mit denen Till Klein in seinem Urlaub konfrontiert wird. Denn er ist „Arzt und nebenberuflich Arzt“. Während andere Menschen zum Wandern in die Berge oder zum Baden an den Strand reisen, verbringt der 32-jährige Mediziner aus Aachen seine Freizeit auf einem Schiff der Hilfsorganisation Seawatch und rettet Flüchtlinge auf dem Mittelmeer.

Engagiert für Vielfalt

Über diese ehrenamtliche Arbeit berichtete er nun im Haus der Begegnung in Kall. Eingeladen hatten neben der Integrationsbeauftragten Gemeinde Kall, Alice Gempfer, das Kommunale Integrationszentrum (KoBiz) des Kreises Euskirchen sowie der Caritasverband für die Region Eifel. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen der Reihe „Engagiert für Vielfalt“ von KoBiz und Caritas. Seit zwei Jahren ist Till Klein für Seawatch im Einsatz. „Ich bin der Meinung, dass es mir gut geht, und bin deshalb ehrenamtlich tätig“, erklärt er den Grund. Und er ist der Meinung: Jeder kann ein wenig dafür tun, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. „Mitmachen, spenden, weitersagen – keiner von uns kann sagen: Das geht nicht“, so Klein.

Einfach ist das Ehrenamt in der Hilfsorganisation nicht, das wird mit jedem Wort deutlich. Viele der Zuhörer wirken getroffen von Kleins Worten. Wenn er berichtet, dass die älteren Seawatch-Boote ein bis zwei Tage brauchen, bis sie vom Ausgangsort, momentan Griechenland, in die Einsatzzone im Mittelmeer gelangt sind – und damit zu spät kommen zur Rettung. „Das ist, wie mit einem Hollandrad die gesamte afrikanische Küste abzufahren“, zieht er einen Vergleich. Oder wenn er erzählt, wie Flüchtlinge, sobald sie die Seawatch-Boote sehen, ins Wasser springen, um gerettet zu werden – und sich damit in Lebensgefahr begeben.

Bis zu 400 Flüchtlinge werden von den Schleppern auf ein Boot, das den Namen kaum verdient, gepfercht. Viele dieser Schiffe schaffen es gerade einmal an den Rand der 24-Meilen-Zone, ab der das internationale Seerecht gilt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Die Boote werden immer schlechter“

Bis zu 400 Flüchtlinge befinden sich in mehreren Ebenen auf manchen Booten, die diese Bezeichnung nicht verdienen. Losgeschickt in der Dämmerung in Tripolis von Schleppern, die behaupten, das europäische Festland sei nach einer bis eineinhalb Stunden erreicht. „Die Boote werden immer schlechter“, erklärt. Früher fanden viele Einsätze mitten auf dem Mittelmeer statt. Die Zone hat sich nun immer mehr in Richtung libysches Festland verschroben. Manche Boote erreichen noch nicht mal mehr die 24-Meilen-Grenze, ab der internationales Seerecht gilt.

Wer gerettet wird, ist nicht nur oft traumatisiert, sondern auch schwer verletzt. Viele Flüchtlinge werden an Füßen und Beinen schwer verätzt durch eine Mischung aus Treibstoff, Fäkalien, Dreck und Salzwasser. „Diese Menschen benötigen eigentlich intensivmedizinische Betreuung“, meint Klein. Die ist an Bord aber nicht vorhanden. Hinzu kommen Verletzungen durch Nägel, die aus den Brettern stehen, mit denen die Boote verstärkt werden.

Und auch von schwersten Misshandlungen berichteten Flüchtlinge, so Klein, der auch die Folgen von Folter mit Bilddokumenten belegt. Kinder werden in Libyen verschleppt. Das Land, einst wohlständig, ist seit Jahren im Bürgerkrieg, Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Frauen werden vergewaltigt, verkauft und zur Prostitution gezwungen, Männer gefangengenommen und gefoltert, bis ein Lösegeld bezahlt wird.

So unglaublich das klingt: Till Klein versucht, diese Fälle aus professioneller Sicht zu sehen. Er gibt zu: Würde er sich jedes Schicksal zu Herzen nehmen, könne er das nicht aushalten. „Aber dann rettet man 20 Menschen die ihre 20 individuellen Geschichten erzählen – das macht mich natürlich schon betroffen.“

Kritik übt er an der Europäischen Union. 2012 war die EU noch für ihren Einsatz für Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. „Das darf man nicht falsch verstehen: Ich bin stolz, Europäer zu sein. Aber ich befürchte, die Idee des starken Europas ist gescheitert.“

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EIFEL Arbeitgeber R+R Pflegedienst berichtet über Land-WG Glaadt

Jünkerath, 13.10.2020 – Vor kurzem fand ein reger Austausch zwischen Philipp Rinas, Geschäftsstellenleiter von PROMEDICA PLUS Bitburg-Gerolstein und Geschäftsführer von R+R Pflegedienst Obere Kyll GmbH und den Herren des Bundestages statt. Philipp Rinas erklärte den Abgeordneten die von ihm angebotenen Alternativen zum Alters- bzw. Pflegeheim: R+R Pflegedienst (ambulanter Pflegedienst und Betreuer zweier Intensiv-Pflege-Gemeinschaften), Promedica Plus Bitburg-Gerolstein und der neuen, in Deutschland einzigarten Land-WG Glaadt.

Die Herren zeigten Respekt vor den Arbeiten in der Pflege und ebenso ein offenes Ohr für die Nöte und Sorgen in diesem Bereich. So kam auch das neue Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG) zur Sprache, dessen Ziel Erwin Rüddel nochmals verdeutlichen konnte „Intensiv-Pflegebedürftige sollen besser versorgt, Fehlanreize in der Intensivpflege beseitigt und die Selbstbestimmung der Betroffenen gestärkt werden. Außerdem soll der Zugang zur medizinischen Rehabilitation verbessert werden.“ Das dies in der Praxis oft an Genehmigungen der Krankenkasse scheitere, berührte ihn sehr. Er denke darüber nach, dass es künftig evtl. eine Regelung geben müsse, wobei die Rechte der Patienten besser und klarer definiert werden müssen. Zum Beispiel durch eine Aufklärung der Krankenkassen an die Patienten, dass diese das Recht auf eine kostenlose, unabhängige Patientenberatung (UPD) haben. So werden schwerwiegende Entscheidungen und Genehmigungen nicht durch einen einfachen Sachbearbeiter getroffen.

Rüddel informierte ebenfalls über die Pläne des Bundes, die die Pflege im Allgemeinen beschäftigen. Thema war ebenfalls der bekannte bundesweite Facharztmangel gerade im ländlichen Bereich. Das der R+R Pflegedienst gerade an einer Zusatzversorgung durch Telemedizin arbeite, um den Facharztmangel etwas zu kompensieren überraschte die Abgeordneten, denn auch im Vulkaneifelkreis wird gerade über diesen neuen Weg gesprochen. Eine Zusammenarbeit in diesem Bereich wurde nicht ausgeschlossen. Wichtig ist beiden Parteien im Grunde dasselbe: Patienten müssen bestmöglich versorgt werden!

Vor diesem Hintergrund fanden die drei Besucher gerade die Land-WG, die in Kooperation von Promedica Plus und R+R Pflegedienst Obere Kyll GmbH angeboten wird, ein hervorragendes Beispiel für die High-End-Versorgung rund um die Uhr in den eigenen vier Wänden. Für die durch und durch kundenorientierten Angebote von Rinas fanden Rüddel, Schnieder und Schnieder anerkennende Worte und haben Unterstützung zugesagt für die politische Absicherung und Förderung.

Der Besuch von Rüddel und den beiden Schnieder-Brüdern war für alle Beteiligten ein Gewinn und zeigte, wie wichtig die Zusammenarbeit von Politik und Unternehmen ist.

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Es sind jetzt entscheidende Tage!

Region/Mainz, 12.10.2020 – „Die Infektionszahlen steigen auch in Rheinland-Pfalz stark. Die Lage ist ernst. Ernster, als diejenigen glauben, die sich nicht an die Schutzmaßnahmen halten“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Gesundheitsämter führen den starken Anstieg auf große Familienfeiern zurück, wie Hochzeiten oder Partys. Im Landkreis Kaiserslautern hingegen beruht der Anstieg auf einer Nachmeldung von zahlreichen Infektionsfällen aus der US-Militärgemeinde.

„Ich bin mir sicher, keiner und keine will der Auslöser für Ansteckungen seiner Freunde, Eltern, Großeltern, Mitschülerinnen und –schüler oder Kollegen sein. Aber jedem muss klar sein: Das Corona Virus lebt davon, dass es sich von Mensch zu Mensch verbreitet. Nur wenn wir unsere Kontakte reduzieren und die AHA-Regeln befolgen, können wir das Virus ‚aushungern‘. Wir stehen in engem Austausch mit den Landräten und Oberbürgermeistern unserer Städte. Die Taskforces aus Kommune, Landesregierung und Gesundheitssektor erarbeiten entlang des Corona-Warn- und -Aktionsplans des Landes vor Ort passgenaue Maßnahmen, um die Ansteckung zu stoppen. Wir können das schaffen, wenn alle mitmachen. Das können wir am Beispiel von München oder Passau sehen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Auch wenn sie die Sehnsucht nach Normalität und Ausgelassenheit verstehe, so sei jetzt die Zeit, für größte Konsequenz gegenüber den Wenigen, die durch ihr Verhalten riskieren, dass für alle Menschen in ganz Deutschland ein Lockdown drohe. Das würde unsere Wirtschaft, die sich gerade erholt, in die Knie zwingen und Kinder und Ihre Familien überaus belasten.

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Jetzt gegen Grippe impfen lassen! Aufruf des Kreis-Gesundheitsamtes Euskirchen

Euskirchen, 12.10.2020 – „Die Grippeschutzimpfung ist gerade in der Coronapandemie besonders wichtig“, betont Kerstin Paul, Ärztin im Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen. „Durch die Impfung lässt sich ein schwerer Krankheitsverlauf der Grippe senken. Besonders Risikogruppen sollten sich schützen.“ Den Aufruf des Kreis-Gesundheitsamtes unterstützen der noch amtierende Landrat Günter Rosenke und sein frisch gewählter Nachfolger Markus Ramers. Beide haben sich jetzt gegen Influenza impfen lassen.

Mit den verfügbaren Impfdosen sollten insbesondere die Personengruppen vollständig gegen Influenza geimpft werden, die eine erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben oder die beruflich besonders exponiert sind. Nach den Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) wird eine Grippeschutzimpfung Personen ab 60 Jahren, chronisch kranken Personen aller Altersstufen und Schwangeren empfohlen. Darüber hinaus stellen auch medizinisches Fachpersonal, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Kontaktpersonen bestimmter Risikogruppen eine Zielgruppe da.

Auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat angesichts der nahenden Erkältungs- und Grippesaison gemeinsam mit Ärztevertretern dazu aufgerufen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Dahinter steckt die Sorge, dass das Gesundheitssystem bei einem zeitgleichen Grippe- und Coronaausbruch überfordert sein könnte.

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Herbstumfrage unter 2.800 Handwerks Betrieben: Handwerks Konjunktur nach Corona-Schock besser als erwartet

Region/Koblenz, 12.10.2020 – Dem Corona-Schock folgte nicht der Einbruch, der für die Gesamtwirtschaft im Frühjahr 2020 vorausgesagt wurde – das jedenfalls ergibt sich aus dem jüngsten Konjunkturbericht der Handwerkskammer (HwK) Koblenz unter 2.800 Betrieben. Im Frühjahr 2020 war die Stimmung unmittelbar nach dem Lockdown noch ganz anders: 66 Prozent der befragten Unternehmen prognostizierten einen Abschwung.

Jetzt sehen die Zahlen wesentlich besser aus, als damals erwartet: 85 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage als gut und befriedigend. Zum gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 94 Prozent. „Damit haben wir ein Minus von neun Prozent. Das Handwerk hat sich also grundsätzlich als krisenfest erwiesen, auch wenn die Bilanz in den unterschiedlichen Branchen sehr unterschiedlich ausfällt“, lautet das erste Fazit von HwK-Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich. Die Zahl der bei der HwK eingetragenen Handwerksbetriebe ist in den ersten zehn Monaten sogar von 19.830 auf 20.050 gestiegen. „Auch das steht für Wirtschaftskraft im Handwerk.“

„Die zurückliegenden Wochen und Monate waren und sind von nicht vorhersehbaren Entwicklungen geprägt. Wir haben uns durch die Corona-Pandemie mit wesentlichen beruflichen und privaten Einschränkungen auseinandersetzen müssen. Viele Haushalte mussten Einkommensbußen hinnehmen. Und auch die nächsten Monate werden uns über den Winter vor weitere Herausforderungen stellen. Dies wird auch Spuren beim Handwerk in unserer Region hinterlassen. Dennoch präsentiert sich das Handwerk als stabiler Wirtschaftszweig und ist insgesamt weniger betroffen als die Gesamtwirtschaft“, kommentiert die Kammerspitze die vorliegenden Zahlen.

Branchen im Handwerk unterschiedlich betroffen, Bauberufe melden gute Zahlen

Die Bau- und Ausbaugewerbe geben im 3. Quartal 2020 die beste Geschäftslagebeurteilung ab. Von den befragten Betrieben in den Bauhandwerken wie Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker oder Straßenbauer geben 96 Prozent und von den Betrieben der Ausbauhandwerke wie Tischler, Maler, Installateure und Heizungsbauer, Elektrotechniker oder Fliesenleger 90 Prozent eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage an.

Von den Betrieben der Nahrungsmittelhandwerke wie Bäcker, Konditoren, Fleischer informieren 86 Prozent über eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage. Hingegen sind nur 77 Prozent der Handwerke für den gewerblichen Bedarf wie Feinwerkmechaniker, Kälteanlagenbauer, Metallbauer, Gebäudereiniger und 74 Prozent der Kfz-Betriebe mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die niedrigsten Werte geben aktuell die personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe wie Friseure, Kosmetiker, Fotografen oder Schuhmacher und die Betriebe der Gesundheitsgewerbe wie Augenoptiker, Zahntechniker, Hörakustiker und Orthopädietechniker an. Hier mussten die Betriebe zum Teil über Wochen schließen und von den Kunden wurden nicht unbedingt erforderliche Maßnahmen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. 62 Prozent der personenbezogenen Dienstleistungsbetriebe und 60 Prozent der Betriebe aus den Gesundheitshandwerken beurteilen die Geschäftslage im Herbst 2020 als gut oder befriedigend. Viele der betroffenen Handwerksbetriebe konnten durch die Beantragung der Soforthilfe ihren Liquiditätsengpass abmildern und das Unternehmen weiterführen.

Betriebsauslastung und Umsatzentwicklung rückläufig

Die Beurteilung der Betriebsauslastung und Umsatzentwicklung im nördlichen Rheinland-Pfalz hat sich verschlechtert, einzelne Konjunkturindikatoren tendieren seitwärts oder leicht nach unten. 78 Prozent (Vorjahreswerte in Klammern: 87 %) der Befragten melden, dass sie zu mindestens 70 Prozent ausgelastet sind. Dies ist gegenüber der sehr guten Auslastung der Vorjahre ein deutlicher Rückgang. Der Auftragsvorlauf ist leicht von 11,1 Wochen auf jetzt 10,4 Wochen zurückgegangen.

Die Ergebnisse der Konjunkturindikatoren „Auftragseingang und Umsatzentwicklung“ liegen im Herbst 2020 ebenfalls unter den Vorjahreswerten. Konstante oder gestiegene Werte im Auftragseingang geben 75 Prozent (82 %) der befragten Betriebe an. In den kommenden drei Monaten gehen 80 Prozent (84 %) von einem gleichen oder höheren Auftragseingang aus. 76 Prozent (84 %) der Handwerker melden aktuell höhere oder gleiche Einnahmen. Für das nächste Quartal gehen 72 Prozent (83 %) von einer stabilen oder positiven Umsatzentwicklung aus. Der Preisdruck für die Betriebe bleibt ähnlich zum Vorjahr. Aktuell berichten 34 Prozent (46 %) über steigende Einkaufspreise, 16 Prozent können höhere Verkaufspreise bei ihren Kunden durchsetzen (26 %).

Investitionsbereitschaft verhaltender, Beschäftigungssaldo positiv

Das Investitionsklima im Kammerbezirk Koblenz bleibt insgesamt stabil. Derzeit investieren 57 Prozent (56 %) der befragten Betriebe eine durchschnittliche Summe von 29.000 Euro (31.000 Euro). In der aktuellen Herbstumfrage geben 72 Prozent (83 %) der Befragten höhere oder gleich hohe Investitionen an. In den nächsten drei Monaten planen 61 Prozent (69 %) der Befragten Investitionen in mindestens gleicher Höhe wie im Vorquartal vorzunehmen. Hierin sind auch Investitionen der Handwerker in die zunehmende Digitalisierung enthalten, um die Arbeitsabläufe im Handwerk weiter zu modernisieren oder zu automatisieren und den Mitarbeitern mobiles Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Die Digitalisierungsberater der HwK Koblenz informieren Mitgliedsbetriebe kostenfrei zu diesen Themen.

Im Personalbereich nehmen in diesem Herbst 72 Prozent (69 %) der Befragten keine Veränderungen vor, 17 Prozent (19 %) stellen Mitarbeiter ein, 11 Prozent (12 %) nehmen Entlassungen vor. Hierzu hat im Handwerk auch die vereinfachte Möglichkeit der Beantragung von Kurzarbeitergeld beigetragen. Im kommenden Quartal planen 80 Prozent (81 %) keine personellen Veränderungen vorzunehmen, 10 Prozent (8 %) befürchten, Stellen abbauen zu müssen, 10 Prozent (11 %) der Befragten möchten zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Beratungsangebot der HwK Koblenz

Mit passgenauen Beratungsleistungen unterstützt die HwK ihre Mitgliedsbetriebe, ob in betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Fragen, technologischen Transformationsprozessen, Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen oder zu den aktuellen Themen rund um die Corona-Richtlinien.

Zahlen und Fakten zur Wirtschaftskraft des Handwerks (Stand: 31.12.2019)

Bei der Handwerkskammer Koblenz waren zum Jahresende 2019 19.830 Betriebe eingetragen. Zum 1. Oktober 2020 sind es 20.050. Das entspricht 38 Prozent aller Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz. In diesen Betrieben arbeiten etwa 108.000 Beschäftigte  – im Landesvergleich sind dies 41 Prozent aller Menschen, deren berufliche Heimat das Handwerk ist. Der durch Handwerksbetriebe im Norden des Landes generierte Umsatz liegt bei 13,5 Mrd. Euro (bezogen auf RLP-Niveau 44 Prozent). Mehr als 40 Prozent aller Lehrlinge (8.140) im Land werden durch das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz ausgebildet, 3.128 neue Ausbildungsverhältnisse konnten 2019 abgeschlossen werden.

Informationen zu Einzelheiten der Herbstbefragung 2020 bei der Handwerkskammer Koblenz,
Tel. 0261/ 398-251, beratung@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de

Die Beurteilung der Geschäftslage der Handwerksbetriebe der HwK Koblenz im 2020 hat sich abgekühlt. Aber immerhin 85 Prozent der befragten Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Koblenz beurteilen ihre aktuelle Wirtschaftslage als gut oder befriedigend. In der Finanzkrise 2009 waren es nur 73 Prozent der Befragten. Die Prognose ist etwas verhaltener: 83 Prozent der Befragten erwarten eine stabile Konjunktur im nächsten Quartal. Quelle: HwK Koblenz

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Corona-Verordnung Update: Neue Regeln für Beherbergungen und Kontaktlisten

Region/Mainz, 10.10.2020 – Der Ministerrat hat in seiner Sitzung am 09.10.2020 die vierte Änderungsverordnung der 11. Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz beschlossen. Diese berührt zwei Punkte: Regelungen zum Beherbergungsverbot sowie falsche Angaben auf Kontaktlisten zur Kontaktdaten-Nachverfolgung.

Die Änderungen zum Beherbergungsverbot werden am kommenden Dienstag, 13. Oktober, in Kraft treten und die bisher geltenden Quarantäneregelungen für innerdeutsche Risikogebiete ersetzen.

Keine Touristen aus Risikogebieten beherbergen

Konkret wird in der Äderungsverordnung folgendes geregelt: Auf der Internetseite der Landesregierung (www.corona.rlp.de) werden Landkreise, Gemeinden oder abgegrenzte Gemeindeteile innerhalb Deutschlands bekannt gemacht, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. In der Folge dürfen Einrichtungen des Beherbergungsgewerbes keine Personen mehr zu touristischen Zwecken aufnehmen, die aus einem Gebiet anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben, für das zum Zeitpunkt der Anreise eine Bekanntmachung auf der Internetseite der Landesregierung bestand.

„Mit diesem Schritt reagieren wir auf die steigenden Infektionszahlen bundesweit und vereinheitlichen das Regelwerk für Reisende im gesamten Bundesgebiet“, teilten Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der stellvertretende Ministerpräsident Dr. Volker Wissing und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichenthäler im Anschluss an die Sitzung mit. Das sei in dieser Frage wichtig, damit die Menschen bei den Corona-Maßnahmen noch den Überblick behalten könnten.

Landesweiter Hot-Spot gilt es zu verhindern

„Wir haben die herzliche Bitte: verzichten Sie auf Urlaubsreisen, wenn Sie in einem Risikogebiet leben! Wir erleben, dass die Corona Infektionen wieder stark ansteigen und dass sie immer weniger lokal eingegrenzt sind. Wir brauchen Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis, wenn wir verhindern wollen, dass aus einzelnen Corona-Hotspots ein landesweiter Hot-Spot wird. Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, dass es zu keinem zweiten Lockdown kommt und wir nicht wieder in ganz Deutschland Schulen und Kindergärten schließen müssen. Ich weiß, dass Corona uns alle mürbe macht; aber noch haben wir die Chance, das nicht zu verspielen wofür wir monatelang hart und auch mit Entbehrungen gekämpft haben“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Ausnahmen sind möglich

Beim geplanten Beherbergungsverbot gelten einige Ausnahmen. Analog zu den bisherigen innerdeutschen Quarantäneregeln sind Bürgerinnen und Bürger aus Rheinland-Pfalz davon ausgenommen. Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten, die über einen Corona-Negativ-Test verfügen, der nicht älter als 48 Stunden ist, sind ebenfalls ausgenommen. Die zuständigen Behörden können außerdem in begründeten Einzelfällen auf Antrag Ausnahmen zulassen, soweit dies aus epidemiologischer Sicht, insbesondere unter Berücksichtigung des jeweils aktuellen Infektionsgeschehens, vertretbar ist und der Zweck der Verordnung nicht beeinträchtigt wird.

Grundlage für die Neuregelung ist die Einigung eines Großteils der Bundesländer mit dem Bund auf eine einheitliche innerdeutsche Beherbergungsregelung. Grundsätzlich gilt die neue Verordnung in Rheinland-Pfalz ausnahmslos für touristische Beherbergungen. Private Besuche sowie Reisen aus beruflichen Gründen sind davon ausgenommen. Des Weiteren bleiben auch die bestehenden Regelungen für das Ausland von der Änderungsverordnung unberührt. Es gelten somit auch die existierenden Ausnahmeregelungen für Luxemburg weiter.

„Unsere Gäste in Rheinland-Pfalz sollen sich sicher fühlen und wir versuchen, ihnen die größtmögliche Sicherheit zu bieten. Wir wollen das Ansteckungsrisiko so niedrig wie nur möglich halten, auch für die Angestellten in den Betrieben und unsere Bürgerinnen und Bürger. Der Landesregierung ist bewusst, dass dies eine gewisse Einschränkung für die Beherbergungsbetriebe mit sich bringt. Doch wir alle können sehen, dass die Zahl der Infektionen bundesweit weiter ansteigt. Darauf müssen wir auch zum Wohl der gesamten Tourismusbranche im Land reagieren. Es geht um den größtmöglichen Schutz der Bevölkerung bei Wahrung der größtmöglichen Freiheitsrechte. Ich möchte, dass unsere Beherbergungsbetriebe weiterhin geöffnet bleiben und Gäste empfangen können“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing.

Beherbergungsverbot gilt nicht für Rheinland-Pfälzer

„Uns ist es wichtig, dass für die Menschen in Rheinland-Pfalz und unsere Gäste von außerhalb einfache, klare und gut nachvollziehbare Regeln gelten. Deswegen haben wir uns für eine bundesweit einheitliche Regelung stark gemacht, die wir im Einvernehmen mit dem Bund und einem Großteil der Länder treffen konnten. Dem trägt unsere neue Änderungsverordnung zum Beherbergungsverbot nun Rechnung. Ein besonderes Augenmerk haben wir dabei daraufgelegt, die Menschen nicht mit starren und nicht passgenauen Vorgaben zu belegen, sondern exakt und zielgerichtet auf das Geschehen in den Kommunen reagieren zu können. Deshalb gilt das Beherbergungsverbot zunächst auch nicht für die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer. Für die Reisen im Inneren unseres Bundeslandes vertrauen wir stattdessen auf unseren Corona-Warn- und –Aktionsplan, der sich in den vergangenen Tagen bereits als effektiv und hochpraktikabel erwiesen hat“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

150,- Euro Bußgeld für falsche Angaben

Darüber hinaus beinhaltet die vierte Änderungsverordnung auch Neuregelungen im Bereich der Kontaktlisten: Von Samstag, 10. Oktober, an gilt, dass falsche Angaben in Kontaktlisten zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen mit einem Bußgeld von 150 Euro bewährt sind. Das Bußgeld hat derjenige zu entrichten, der die falschen Angaben gemacht hat. Die Höhe des Regelbußgeldes solle deutlich machen, dass ein Verstoß gegen die Maskenpflicht auch fahrlässig sein könne, Falschangaben aber vorsätzlich gemacht werden und daher einen größeren Unrechtsgehalt aufweisen.

Haben Sie Fragen zu der neuen Änderungsverordnung? Unter der Telefonnummer 06131-164737 erhalten Sie auch an diesem Wochenende Auskunft, Samstag und Sonntag von 9 bis 16 Uhr.

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Blåkläder wird offizieller Workwear-Partner des Nürburgrings

Nürburg, 09.10.2020 – Die „toughest workwear on the market“ kommt auf der härtesten Rennstrecke der Welt zum Einsatz. Der Nürburgring und schwedische Premiummarke Blåkläder haben eine Partnerschaft abgeschlossen, die die Ausstattung des technischen Personals der Rennstrecke beinhaltet. Zum Einsatz kommt hochwertige Arbeitskleidung wie funktionale Hosen, warme Jacken oder Handschuhe sowie weitere Produkte. Die Mitarbeiter des Rings sind somit für ihre Aufgaben im Innen- und Außenbereich der Eventlocation Nürburgring bestens gerüstet.
 Rund 26 km Rennstrecke, zahlreiche Gebäude wie das ring°werk, der ring°boulevard und die Tribünen oder Outdoor-Locations wie der Offroadpark und das Fahrerlager – der Nürburgring hat auf einer riesigen Fläche nicht nur einiges zu bieten, sondern auch einiges instand zu halten. Verantwortlich hierfür sind die Mitarbeiter des technischen Dienst und des Gebäudemanagements. Neben fundiertem Fachwissen und hochwertigem Werkzeug brauchen die Mitarbeiter für ihre vielseitigen Aufgaben vor allem eines: hochwertige Profi-Arbeitskleidung.

„Mit Blåkläder haben wir einen der führenden Hersteller von Arbeitskleidung als Partner gewinnen können“, freut sich Vertriebsleiter Michael Dürbaum, der es darüber hinaus begrüßt, dass das schwedische Unternehmen einen hohen Anspruch an seine Produkte stellt: „Uns ist es wichtig, dass unsere Partner ähnliche Werte vertreten, wie wir als Rennstrecke. So können Kooperationen auch über Vertragsinhalte hinaus gelebt werden.“ Blåkläder produziert professionelle Arbeitsbekleidung seit 1959 mit dem Fokus auf Qualität, Funktionalität, Design und Nachhaltigkeit.

„Motorsport ist emotional, intensiv und sehr mitreißend! Viele unserer Kunden und wir bei Blåkläder selbst sind begeisterte Motorsport-Fans. Daher setzen wir auf kultige Partner mit langer Tradition. So engagieren wir uns seit Jahren bereits im Rally Sport und nun am legendären Nürburgring. Auch hier heißt es: Premium Workwear trifft auf die legendärste Rennstrecke der Welt“, freut sich Maik Friedrichs, Geschäftsführer der Blåkläder Deutschland GmbH über die Kooperation.

Die Kooperation sieht vor, dass die technischen und handwerklichen Abteilungen des Nürburgrings, wie der sogenannte „Technische Dienst“ oder das Gebäudemanagement, mit der Produktpalette von Blåkläder ausgerüstet werden. Die Abteilungen sind dabei für verschiedenste Tätigkeiten auf und neben den Rennstrecken zuständig. Hierzu gehört unter anderem die Vorbereitung des Geländes für Publikumsveranstaltungen, wie zuletzt für den Formula 1 Aramco Großen Preis der Eifel 2020.

Die Kooperation läuft zunächst bis Ende 2023 mit dem Ziel, die Partnerschaft weiter auszubauen.

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Eine besondere Unterstützungs-Leistung der Bundeswehr Daun

Daun, 09.10.2020 – Soldaten am Eingang des Maria-Hilf Krankenhauses in Daun? Hat das Coronavirus nun doch den Katastrophenfall verursacht? Nein. Die Corona-Lage im Landkreis ist im Griff. Aber die Pandemie hat eine ganz besondere Zusammenarbeit ermöglicht – zwischen Landkreis und Bundeswehr zur Unterstützung des Krankenhauses. Über ein halbes Jahr bereits existiert diese besondere „Corona-Zusammenarbeit“ im Rahmen der Amtshilfe nun.

Durchgeführt wird diese durch die Soldatinnen und Soldaten des Bataillons Elektronische Kampfführung 931 (Elo-KaBtl 931) in Daun, das geführt wird durch den Kommandeur, Oberstleutnant Schneider. In einem perfekt durchorganisierten Zwei-Schicht-Betrieb nehmen die Soldatinnen und Soldaten eine kontaktlose Fiebermessung vor, informieren Patienten und Besucher über die einzuhaltenden Hygienemaßnahmen im Eingangsbereich des Maria-Hilf Krankenhauses in Daun und tragen damit zum besonderen Schutz des medizinischen Personals und der Patienten im Krankenhaus bei.

Stets freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit gegenüber jeder Person, die das Krankenhaus Maria Hilf betreten möchte, gleichzeitig bemüht, mit der stetigen Fiebermessung ein gewisses Gefühl von „Kontrolle“ zu vermitteln. Das ist der Eindruck von der Arbeit der Soldatinnen und Soldaten, der mir von vielen Besucherinnen und Besuchern des Krankenhauses zugetragen wurde“, berichtet Landrat Heinz-Peter Thiel während der kurzen Stippvisite im Krankenhaus Maria Hilf. Patienten und Besucher berichten von vielen positiven Begegnungen und Unterstützungen durch die Soldatinnen und Soldaten.

Ohne diese Unterstützung wäre die Zugangsüberwachung in diesem hochsensiblen Bereich – aufgrund der Vielzahl der im Krankenhaus ansässigen Ambulanzen – nicht möglich. Zu diesem kleinen Treffen kamen neben Oberstleutnant Schneider auch der Hausherr des Krankenhauses Maria-Hilf Daun, Geschäftsführer Franz-Josef Jax sowie Hygienefachkraft Frank Bauer. Gemeinsam mit dem Landrat des Vulkaneifelkreises besuchten sie die dort eingesetzten Soldatinnen und Soldaten. Während des Termins stellte Landrat Thiel klar: „Wir haben gemeinsam in unserem Verwaltungsstab „Corona“ beschlossen, dass wir diese Unterstützung durch die Kräfte der Bundeswehr weiterhin fortführen möchten. Daher wird meine Verwaltung monatlich um die Verlängerung des Amtshilfeersuchens über die zuständigen Kreisverbindungskommandos bitten. Außerdem möchte ich mich nochmals für diese einzigartige und besondere Unterstützung der Bundeswehr bedanken.

Auch Oberstleutnant Schneider und Landrat Heinz-Peter Thiel kommen nicht ohne eine Kontrolle der Soldaten ins Krankenhaus. Foto: Kreisverwaltung Vulkaneifel

Genau diese einzelnen Maßnahmen sind es, die zur Eindämmung des Corona-Virus beitragen. Mit einer solchen „Eingangskontrolle“ am Krankenhaus oder der Aufrechterhaltung unserer Corona-Ambulanzen, stellen wir die Weichen für ein weiteres Eindringen des Virus in unsere Gesellschaft. Es verschafft uns eine gewisse Handlungsfähigkeit“, so Thiel weiter. Für Oberstleutnant Schneider ist es eine Selbstverständlichkeit, den Auftrag im Rahmen einer Hilfeleistung an seinem Truppenstandort in Daun zu übernehmen: „Es ist nicht nur unser Auftrag, sondern fest verbunden mit der Stadt Daun und der Region ein echtes Anliegen und auch eine Ehre, dass sich die Bundeswehr hier engagieren kann und darf und dass wir damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung während der Corona-Krise leisten.“

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Meilenstein für die Energiewende in Rheinland-Pfalz, auch für die Eifel Landkreise

Region, 08.10.2020 – Die Energiewende in Rheinland-Pfalz ist wieder ein gutes Stück weit vorangekommen. Westnetz, der Verteilnetzbetreiber der Westenergie AG, hat die Bauarbeiten für die 17,5 Kilometer lange Hochspannungs-Erdkabelverbindung zwischen den Gemeinden Osburg und Thalfang beinahe abgeschlossen. Sie dient dem Transport der in der Region erzeugten Windenergie in die Verbrauchszentren. Westnetz hat in den Bau des Kabels rund 40 Millionen Euro investiert. Die Inbetriebnahme des Kabels erfolgt nach technischen Tests in den kommenden Wochen noch rechtzeitig zur anstehenden Windsaison. Zum Abschluss der Bauarbeiten stellten heute Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Günther Schartz, Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Gregor Eibes, Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich, und Stefan Küppers, Geschäftsführer der Westnetz GmbH, das Projekt vor.

„Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Wir wollen deshalb bis 2030 unseren Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien erzeugen. Die Energiewende bedeutet aber nicht nur die Errichtung neuer Anlagen, sie bedeutet auch die Anpassung und Ausrichtung der Infrastruktur. Mit dem neuen „Windenergiekabel“ kommt noch mehr grün erzeugter Strom direkt zu den Verbrauchern. Ich bin sehr froh, dass die Verlegung der Hochspannungsleitung von Thalfang nach Osburg als Erdkabel gelungen ist. Damit wurden die Einwände vor Ort aufgegriffen und die Leitung konnte für alle so verträglich wie möglich umgesetzt werden. Solche Entscheidungen tragen maßgeblich zur Akzeptanz der Energiewende bei“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Günther Schartz, Landrat des Kreises Trier-Saarburg, ergänzt: „Wir sind stolz darauf, dass nun der im Hochwald erzeugte Windstrom nicht nur bei uns, sondern auch extern verbraucht werden kann. Das passt genau in unsere Klimaschutzstrategie, genau wie die Methode des Erdkabels anstelle von Überlandleitungen. Das kann sicher beispielhaft für ähnliche Projekte werden.“

Gregor Eibes, Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich, fügt hinzu: „Als Landrat begrüße ich die Realisierung dieser Hochspannungs-Erdkabelverbindung sehr, ist es doch eines der wichtigen klimapolitischen Ziele unseres Landkreises Bernkastel-Wittlich, die Nutzung der erneuerbaren Energien zu steigern und damit die Energiewende voranzubringen, ebenso wie der damit angestrebte Klimaschutz eines der zentralen Handlungsfelder unseres Kreisentwicklungsprozesses ist. Deshalb danke ich der Westnetz, dem Verteilnetzbetreiber der Westenergie, sehr herzlich für die Umsetzung dieses für unsere Region wichtigen Projekts.“

Verteilnetze sind ein wesentlicher Dreh- und Angelpunkt der Energiewende. Durch die Energiewende hat sich unser Energiesystem von Grund auf gewandelt. Schon heute sind über 1,9 Millionen Windräder und PV-Anlagen an das Netz angeschlossen, das sind mehr als 90 % aller Anlagen in Deutschland. Alleine im Netz der Westnetz sind es rund 200.000 Anlagen.

„Das Erdkabel ist in der Lage, die erzeugte Energie von über 60 Windrädern und damit eine Leistung von 260 Megawatt zu transportieren. Die durchgeleitete Strommenge entspricht dem Verbrauch von mehr als 120.000 Haushalten. Mit der Kabelverbindung zwischen Osburg und Thalfang leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Energiewende in Rheinland-Pfalz. Die Realisierung war ein echtes technisches Meisterleistung“, so Stefan Küppers. Die Herausforderung im Projekt lag vor allem bei der Länge der Kabelverbindung, aber auch an der Topografie im Hunsrück. Bei den Tiefbauarbeiten mussten Gebirgsformationen und Waldgebiete durchquert werden. So mussten beispielsweise ein Höhenrücken und eine Autobahn per Horizontalspülbohrungen unterquert werden.

Der Netzausbau war notwendig, um die zunehmenden Energiemengen aus den örtlichen Windkraftanlagen in das Netz einzuspeisen und zu transportieren. Das neue Erdkabel macht damit das regionale Netz im Hunsrück/Hochwald für alle Anforderungen und alle vorliegenden Ausbaupläne der Energiewende für mindestens 15 Jahre fit. Und darüber hinaus: Bei den Tiefbauarbeiten wurden weitere Leerrohre gelegt. Hier können zusätzliche Kabelverbindungen installiert werden, ohne dass Tiefbauarbeiten auf gesamter Strecke notwendig wären.