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Corona-Einreiseverordnung außer Vollzug gesetzt

StädteRegion Aachen, 23.11.2020 – Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Freitag, 20.11.2020, per Eilbeschluss wesentliche Teile der nordrhein-westfälischen Corona-Einreiseverordnung vorläufig außer Vollzug gesetzt. Der Beschluss ist unanfechtbar. Daraufhin hat das NRW Gesundheitsministerium entschieden, die Corona-Einreiseverordnung NRW als Ganzes nicht mehr anzuwenden. Das Gericht hatte wesentliche Bedenken gegen zentrale Regelungen der Verordnung geäußert. Die Verordnung hat unter anderem auch die Quarantänepflicht für Ein-oder Rückreisende aus so genannten Risikogebieten geregelt. Die auf Grundlage dieser Verordnung beruhenden und bereits begonnenen Quarantänen sind ab sofort nicht mehr bindend.

Aktuelle Zahlen: Die gemeinsam agierenden Krisenstäbe der Stadt und StädteRegion Aachen informieren über die aktuelle Lage in Sachen Corona-Virus. Es gibt heute 254 mehr nachgewiesene Fälle als Freitag, den 20.11.2020. Seit Beginn der Zählung Ende Februar 2020 steigt damit die Zahl der nachgewiesen Infizierten auf 9565. 8230 ehemals als positiv auf das Corona-Virus getestete Personen sind aus der Quarantäne entlassen. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle liegt aktuell bei 164. Hinzugekommen sind eine 84-jährige Frau sowie ein 78-jähriger Mann. Beide waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit sind in der StädteRegion Aachen aktuell 1171 Menschen nachgewiesen infiziert und die Sieben-Tage-Inzidenz* liegt bei 159.

Die Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen:

 

Kommune Aktiv Gesamt 7-Tage-Inzidenz
Aachen 468 4100 145
Alsdorf 110 916 178
Baesweiler 60 725 148
Eschweiler 140 899 200
Herzogenrath 88 831 157
Monschau 8 161 86
Roetgen 10 76 104
Simmerath 18 201 71
Stolberg 178 975 244
Würselen 79 654 111
noch nicht lokal zugeordnet 12 27  
Gesamtergebnis 1171 9565 159

*Sieben-Tage-Inzidenz: Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen geschehen sind. Damit die Daten vergleichbar sind, wird Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner berechnet. Sie ist eine wichtige Kennzahl, nach der sich die Corona-Maßnahmen richten.

NRW-weiter Kontrolltag in Bussen und Bahnen

Am morgigen Dienstag, 24. November, kontrolliert die Bundespolizei gemeinsam mit den örtlichen Ordnungsbehörden die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln und an den Bahnhöfen. Wer ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen.

Informationsformular zum Grenzübertritt

Die Euregio Maas Rhein hat ein Informationsformular zum Grenzübertritt erstellt, um die Bürgerinnen und Bürger besser über die Maßnahmen in den drei Ländern zu informieren. Im Fokus stehen alltägliche Fragen wie: Kann ich noch nach Deutschland reisen, um meine Einkäufe zu erledigen? Kann ich meine Familie in den Niederlanden besuchen? Kann ich im Hohen Venn wandern gehen?

Das Webformular deckt die meisten Situationen ab, mit denen Grenzgänger und Grenzgängerinnen konfrontiert sein könnten.

Dieses Formular ist jetzt online und kann von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Das Formular ist auf der Website der Euregio Maas-Rhein einsehbar unter: https://crossing-borders.euregio-mr.info/de

 Gemeinsames Abstrichzentrum am Aachener Tivoli: Auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden ab sofort hier getestet.

Stadt und StädteRegion Aachen haben Anfang November in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung am Aachener Tivoli ein Gemeinsames Abstrichzentrum (GAZ) in Betrieb genommen.

Getestet werden hier:

  • Personen mit mehrere Symptomen an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen,
  • Personen, die die ein positives Schnelltestergebnis beim Hausarzt hatten oder die von Zuhause aus in ein Reha-Zentrum bzw. eine Pflegeeinrichtung aufgenommen werden sollen,
  • Personen, deren Corona-Warn-App „rot“ anzeigt sowie
  • Beschäftigte an Schulen und Kitas.

Die Termine werden nur ONLINE vergeben unter www.staedteregion-aachen.de/gaz. Bei der Online-Terminvergabe muss man schon eine Reihe von Angaben zum Grund für die gewünschte Testung und zum eigenen Gesundheitszustand machen. Das Formular wird regelmäßig an die Teststrategie des Robert-Koch-Instituts angepasst.

Kontaktpersonen ersten Grades, Menschen mit positiven Schnelltests in Heimen und anderen Einrichtungen sowie Reihentestungen werden durch das Gesundheitsamt informiert und zu einem Termin eingeladen.

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Gelungene Teilnahme von Wittlich und Prüm am TRI-LUX BarCamp Digitalisierung

Prüm/Wittlich, 23.11.2020 – Think global, stay local – Was wir aus Corona gelernt haben (sollten). Im Rahmen des diesjährigen Tri-Lux BarCamps fanden am 30. und 31. Oktober rund 150 Teilnehmende online unter dem Motto „Act global-stay local“ zusammen und arbeiteten an zwei Tagen gemeinsam an digitalen Lösungen für die aktuellen und vor allem zukünftigen Herausforderungen aus der Grenzregion Trier-Luxemburg.

Foto: Frank Hoffmann

Die Neuauflage des diesjährigen Online-Events stand ganz im Zeichen der Corona-Krise. Der thematische Fokus lag auf der „Digitalisierung“ und der Frage, wie Digitalisierung und Innovationen Menschen, ihre Produkte, Dienstleistungen, Kundenbeziehungen und Arbeit in Zeiten der Corona-Krise verändern.

Das offene Format BarCamp setzt auf die Einbindung verschiedener Branchen und Akteure aus der Grenzregion Trier-Luxemburg. Es will damit wichtige Innovations- und Technologieimpulse schaffen. Das als Hybridveranstaltung durchführte Tri-Lux Barcamp fand an beiden Tagen sowohl online als auch dezentral an insgesamt 5 Veranstaltungsorten in Trier, Wittlich und Prüm statt. Das Tri-Lux Bar-Camp sucht innovative Ideen für neue und mutige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zur Bewältigung des digitalen Wandels in Zeiten von Digitalisierung und der Corona-Krise.

Unterschiedliche Akteure aus kleinen und mittleren Unternehmen, Wissenschaft, Gründer, Start-ups und etablierte IT – Unternehmen aus der Grenzregion Trier-Luxemburg vernetzten sich im Rahmen der Veranstaltung untereinander und diskutierten darüber, wie mithilfe der Digitalisierung innovative Antworten auf Fragen zur Bewältigung des „digitalen Wandels“ gefunden werden konnten. An beiden Veranstaltungstagen konnten erste gemeinsame Projektideen erkannt, zukünftige Projektpartner gefunden und erste Lösungsansätze entwickelt werden. In rund 30 Sessions diskutierten die
Teilnehmenden zu unterschiedlichsten Themen, von der „virtuellen Zeitreise im Städtetourismus“, über die „Digitalisierung im Handwerk“ bis hin zur „beruflichen Integration hochgradig sehbehinderter Menschen“.

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Auch Bäcker erhalten Novemberhilfen – Interessenvertretung der Innungen und Verbände erfolgreich

Region/Eifel, 20.11.2020 – „Gemeinsam können wir viel bewirken“, da sind sich die Interessenvertreter der regionalen Innungsbäcker einig. Raimund Licht, Obermeister der Bäcker-Innung Mosel-Eifel-Hunsrück-Region und Dirk Kleis, Geschäftsführer der Innung, haben sich zusammen mit dem Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks und dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks für ihre Mitglieder beim Thema Novemberhilfen eingesetzt. Ergebnis: Bis zu 75 Prozent der gastronomischen Umsätze der Cafés werden im Rahmen der Novemberhilfen von der Bundesregierung erstattet.

Berechnungsgrundlage sind dabei die Umsätze, die im gastronomischen Bereich im November 2019 erzielt worden sind. Anders als zunächst befürchtet, ist es nicht erforderlich, dass der Betrieb im Vorjahr (weit) überwiegend Umsätze in der Vor-Ort-Gastronomie gemacht hat. Noch in der vergangenen Woche wurde berichtet, dass Bäckereien mindestens 75 % ihres Umsatzes mit der Vor-Ort-Gastronomie machen müssten, um überhaupt in den Genuss der Novemberhilfe zu kommen.

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, die Landesinnungsverbände und viele einzelne Bäcker haben sich daraufhin an Abgeordnete und Ministerien im Bund und auf Landesebene gewandt. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) stellt nunmehr klar, dass Bäckerei- und Konditorei-Cafés wie Restaurants zu behandeln sind und unabhängig von dem bisherigen Gastronomieanteil unter die Novemberhilfe fallen. „Hier richten wir auch den Appell an alle Bäcker, die bisher noch nicht zu einer Innung gehören aber von diesem Erfolg der Interessenvertretung profitieren, sich ihrer lokalen Innung anzuschließen. Das ist Solidarität im Handwerk“, plädieren Obermeister und Geschäftsführer unisono.

Wie berechnet sich die Novemberhilfe?

Erstattet werden grundsätzlich 75 % des Umsatzes, der im November 2019 mit der Vor-Ort-Gastronomie gemacht wurde. Maßgeblich ist der Umsatz, der mit 19 % Mehrwertsteuer berechnet wurde. Somit ist auch die Ermittlung des Umsatzanteils relativ einfach. Die Thekenumsätze zu 7 % Mehrwertsteuer werden nicht abgezogen. Andere staatliche Leistungen, die für den Förderzeitraum November 2020 gezahlt werden (z.B. Kurzarbeitergeld), werden angerechnet.

Werden auch zurückgehende Thekenumsätze erstattet?

Mit der Novemberhilfe werden nur diejenigen Umsätze erstattet, die unmittelbar auf die Schließung der Gastronomiebereiche zurückzuführen ist. Mittelbare Umsatzrückgänge werden nur in Ausnahmefällen berücksichtigt. Daher wird ein Rückgang des Thekengeschäfts, zum Beispiel, weil bisherige Kunden im Homeoffice arbeiten und deshalb keine Bäcker-Snacks in der Mittagspause kaufen, nicht erstattet.

Wie wird die Novemberhilfe beantragt?

Anträge können ab dem 23. November über eine spezielle Internetseite des BMWi gestellt werden: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Home/home.html

Die Antragstellung erfolgt elektronisch über einen prüfenden Dritten (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder steuerberatende Rechtsanwälte). Wir empfehlen allen Betrieben, die die Novemberhilfe beantragen wollen, schon jetzt ihren Berater zu beauftragen, damit sich dieser die erforderlichen Unterlagen zusammenstellen kann.

Wann wird die Novemberhilfe ausgezahlt?

Ab Ende November werden zunächst Abschlagszahlungen geleistet. Die endgültige Novemberhilfe dürfte allerdings frühesten im Dezember gezahlt werden.

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NEU: Zentrale Notaufnahme im Krankenhaus Maria Hilf in Daun

Daun, 20.11.2020 – Das Dauner Krankenhaus investiert in die Zukunft und sorgt für eine optimale Patientenversorgung. Durch bauliche Veränderungen ist es im Krankenhaus Maria Hilf gelungen, eine zentrale Anlaufstelle für Notfall-Patienten zur Akutversorgung zu schaffen. Diese befindet sich im Erdgeschoss, im Bereich der ehemaligen chirurgischen Ambulanz.

Die ärztliche Leitung der Zentralen Notaufnahme (ZNA) hat Herr Dr. med. Alfred Kuckartz übernommen.

Die Terminvergabe für geplante Eingriffe wird, wie gewohnt, über die einzelnen Fachabteilungen und ihre Ambulanzen/Sekretariate vergeben.

Das Aufgaben- und Leistungsspektrum der ZNA besteht in der initialen Beurteilung der Erkrankungsschwere- bzw. Verletzungsschwere und Einschätzung der Vitalfunktion (Atmung, Kreislauf, Bewusstseinslage), sowie der Organisation und Einleitung der Erstmaßnahmen, der Durchführung spezifischer Diagnostik und dem Beginn der entsprechenden Therapie. Anschließend werden die Patienten einer innerklinischen Fachabteilung zugeordnet oder ambulant behandelt.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten in der ZNA ein interdisziplinäres (fachübergreifendes) Team aus erfahrenen Ärzten und ein qualifiziertes Pflegeteam eng zusammen. Das ermöglicht eine kompetente und zeitgemäße Versorgung der Patienten.

Notfälle müssen gemäß ihrer medizinischen Dringlichkeit behandelt werden. Die Reihenfolge der Behandlung ist daher nicht gleichgesetzt mit dem Erscheinen in der Notaufnahme. Bei jedem eintreffenden Patienten wird zunächst eine Sichtung, die sogenannte Triage, durch fachlich geschultes Personal durchgeführt. Hierbei wird eine strukturierte Ersteinschätzung der Behandlungsdringlichkeit anhand des Leitsymptoms (wie z. B. Brustschmerz, Wunden, Luftnot etc.) getroffen und einer der fünf farblich gekennzeichneten Dringlichkeitsstufen zugeordnet. Das Manchester-Triage-System (MTS) ist ein standardisiertes Verfahren zur Ersteinschätzung der Behandlungsdringlichkeit in den ersten Minuten nach Patientenaufnahme.

Im Hinblick auf die Zukunft wird angestrebt, die Räumlichkeiten der ZNA weiter zu verbessern. Es wird derzeit ein neuer Standort im Krankenhaus Daun geplant und organisiert. Hier sollen, außer der bisherigen Akut- und Notfallmedizin, auch die Versorgung von Schwerstverletzten sowie einige Überwachungsplätze etabliert werden.

Die Zentrale Notaufnahme ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 06592/715-2444 erreichbar.

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Gemeinsamer Appell anlässlich der Corona-Krise

Eifelregion/Weiler/Daun, 19.11.2020 – Mit diesem gemeinsamen Appell wenden sich die Vertreter großer gesellschaftlicher Bereiche an die Politik im Bund und in den Ländern: Für Solidarität in der Pandemie, aber auch für stärkere Partizipation der Zivilgesellschaft. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Evangelische Kirche Deutschlands, die Deutsche Bischofskonferenz, der Koordinationsrat der Muslime und der Zentralrat der Juden, der Deutsche Kulturrat und der Deutsche Naturschutzring fordern gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund: Das Gespräch suchen, für Akzeptanz werben, Solidarität üben.

Die Eifelschau schließt sich diesem Appell der „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt“ anlässlich der Corona-Krise an.

Die Corona-Pandemie und ihre Bewältigung sind für die Menschen in Deutschland und weltweit eine schwere Belastung. Seit dem Ausbruch der Krise haben Gesellschaft und Politik in unserem Land Vieles richtig gemacht. Die Verbreitung des Virus konnte zunächst verlangsamt werden. Eine Überlastung unseres Gesundheitssystems wurde bisher verhindert. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgeschäden konnten bislang in Grenzen gehalten werden. Seit Oktober sind die Infektionszahlen wieder stark angestiegen. Wenn wir das aktuelle Pandemiegeschehen nicht rasch in den Griff bekommen, sind die Risiken erheblich: für die Gesundheit und das Leben vieler Menschen, ihre wirtschaftliche Existenz, aber auch für das gesellschaftliche Miteinander. Eine große Mehrheit in unserem Land trägt das entschlossene Handeln der Politik mit. Auch der Grundsatz, dass jede und jeder Einzelne Verantwortung für den anderen übernehmen muss, trifft weiterhin auf breite Zustimmung. Gleichzeitig sinkt jedoch die Akzeptanz für pauschale Antworten. Zunehmend besteht die Herausforderung darin, differenzierte Lösungen zu finden, die auch auf längere Sicht verstanden und akzeptiert werden. Dies setzt eine lebendige demokratische Auseinandersetzung und einen offenen gesellschaftlichen Diskurs voraus.

Politik und Gesellschaft sind gemeinsam gefordert, neue Räume für die Debatte, für Kritik und konstruktive Vorschläge zu eröffnen. Wir alle stehen in der Verantwortung, Menschenleben zu schützen und jenen beizustehen, die unter der Pandemie besonders leiden. Gemeinsam wird es den Menschen in unserem Land gelingen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Folgen der Krise mit Solidarität aufzufangen.

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Vereinsamung im Alter – Stadt Eschweiler bietet Unterstützung

Eschweiler, 19.11.2020 – Die dunkle Jahreszeit ist für viele Menschen keine einfache Zeit. Dazu kommen Einschränkungen und Sorgen rund um die Coronavirus-Pandemie und viele, gerade auch ältere Menschen ziehen sich noch mehr zurück. Christa Krichel ist seit vielen Jahren ehrenamtlich in einem lokalen Seniorentreff tätig und nimmt wahr, dass soziale Isolation und Einsamkeit zugenommen haben: „Eine 91-jährige Dame, die ich schon einige Jahre regelmäßig besuche, spricht mit mir oft über ihre Einsamkeit. Der größte Teil ihrer Freunde und Bekannten ist mittlerweile verstorben. Durch die Pandemie haben sich die Kontakte weiter reduziert und der Aktionsradius ist stark verkleinert.“ Doch nicht nur Alleinstehende sind von Einsamkeit betroffen. Beispielsweise auch in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen trifft man auf Angehörige, die teils sehr unter Einsamkeit leiden. Der Partner ist zwar noch da, aber die Sorge und Pflege lässt kaum Raum für eigene Aktivitäten. Und Hilfe wird oftmals aus Pflichtgefühl gegenüber dem Partner abgelehnt.

Diese Beobachtungen werden durch wissenschaftliche Analysen und Statistiken bestätigt. Die Befragung „Wohnen und Leben im Alter“ der StädteRegion Aachen zeigt zum Beispiel, dass mehr als 10 % der Befragten über 60 Jahren angab, „niemanden zu haben“, wenn sie sich einsam fühlten. Eingeschränkter Bewegungsradius, verschlechterter Gesundheitszustand, zeitliche Einschränkungen durch Pflege oder materielle Sorgen verstärken im Alter die Wahrscheinlichkeit, an Einsamkeit zu leiden.

Die potenziellen gesundheitlichen Folgen und physischen, psychischen, sozialen, emotionalen und mentalen Auswirkungen von subjektiv wahrgenommener Einsamkeit sind vielfältig und können z. B. bestehen in einem erhöhten Risiko, an Depression oder Angstzuständen zu erkranken oder alkoholabhängig zu werden, einer reduzierten Schlafqualität, einem erhöhten Risiko einer beschleunigten kognitiven und geistigen Degenerierung und Entwicklung einer Demenz und/oder einem generell ungesunderen Lebensstil mit geringer Bewegungsintensität und schlechtem Ernährungsverhalten, woraus etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle oder Übergewicht resultieren können.
Im städteregionalen Kompetenznetzwerk „Gesundheitsförderung im Alter“ steht das Thema „Vereinsamung“ auf der Agenda. Gemeinsam mit den Kommunen soll auf Angebote – auch in Zeiten der Pandemie – aufmerksam gemacht und für das Thema sensibilisiert werden.

Ansprechpartner bei der Stadt Eschweiler sind:

Herr Peter Toporowski, Seniorenbeauftragter Stadt Eschweiler
Marienstraße 7
52249 Eschweiler
Tel.: 02403/505360
E-Mail: peter.toporowski@eschweiler.de

Herr Cem Gökce, Seniorenberatung Stadt Eschweiler
Marienstraße 7
52249 Eschweiler
Tel.: 02403/505365
E-Mail: cem.goekce@eschweiler.de

Herr Florian Karnebogen, Sozialplanung Stadt Eschweiler
Johannes-Rau-Platz 1
52249 Eschweiler
Tel.: 02403/71701
E-Mail: florian.karnebogen@eschweiler.de

Hier können Informationen zum Thema und über Angebote eingeholt werden, ein thematischer Austausch stattfinden und es wird Weitervermittlung zu Institutionen/Einrichtungen und Vereinen geleistet.

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Bleifrei-Sanierung des Spielplatzes – 300 Tonnen Erde werden abgebaggert

Mechernich-Kommern, 19.11.2020 – Auf Spielplätzen wird zuweilen kräftig von den Kleinsten gebuddelt. In Kommern, auf dem Spielplatz in der Pützgasse, ist jetzt sogar ein großer Bagger am Werk. Über das gesamte Gelände verteilt, türmen sich Berge von Erdreich.

Auf dem Spielplatz in der Kommerner Pützgasse wird mächtig gebuddelt. Davon zeugen aktuell viele Erdhügel. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Für die Sanierung des Spielplatzes muss enorm viel Erde bewegt werden. Das allein wäre noch zu bewerkstelligen. Doch, wo das neue Erdreich herbekommen? „Das ist gar nicht so einfach wie man gemeinhin glaubt“, berichtet Christof Marx, Landschaftsplaner der Stadt, von den Hürden. Schließlich muss der neue Boden, wenn man ihn denn schon austauscht, beste Kriterien erfüllen.

Akribisch wird auch von den Mitarbeitern der ausführenden Garten- und Landschaftsbauer-Betrieb vorgegangen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die Stadt will die Spielplätze auf Mechernicher Boden endlich bleifrei bekommen. Der in der Pützgasse ist mit 4070 Milligramm Blei pro Kilogramm Erde, der fünfte in der Rangliste, der meistbelasteten Spielplätze im Stadtgebiet, deren belastetes Erdreich vorsorglich auf 35 Zentimeter ausgeschachtet und dann komplett entfernt werden soll.

Die Ansprüche an den Erdboden werden durch die aktuell geltende Bodenschutzverordnung vorgegeben. „Aber kein normaler Lieferant untersucht seinen Oberboden so gründlich, dass wir eine exakte Analyse erhalten könnten“, erklärt Marx: „Wir werden also parallel schauen, wo wir am besten eine Erdmiete oder ähnliches erschließen können, die den Werten und Qualitäten des geforderten Oberbodens gerecht wird.“

Hochwald-Erde wird geprüft

In der Pützgasse rede man auch nicht von kleinen Mengen, sondern dort werden geschätzte 300 Tonnen Erdreich benötigt. Die Molkerei Hochwald habe signalisiert, Erde vom Standort in Obergartzem, die möglicherweise geeignet wäre, abgeben zu können. Dies wolle man jetzt zügig in Augenschein nehmen und Proben zu Testzwecken dem Prüflabor zukommen lassen, so Marx.

Auf der gesamten Spielplatzfläche wird der Boden 35 Zentimeter tief entfernt. 300 Tonnen neues Erdreich muss beschafft werden. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Ungeachtet der Erdbeschaffung gehen die Erdarbeiten aber auf dem Spielplatz munter weiter. Denn auch die braucht Zeit, denn einfach wild los baggern ist nicht angesagt. Der Baggerfahrer muss ordentlich (Fahr)Geschick beweisen. Schließlich stehen die vorhandenen und intakten Spielgeräte weiterhin an Ort und Stelle und auch die 40 Blühsträucher und zwei große Bäume sollen so weit wie möglich erhalten bleiben.

Büsche schütteln

Und auch an den Bäumen und Sträuchern wird die bleibelastete Erde penibel entsorgt. Am Bagger wird dafür eigens eine Vorrichtung zum Durchsieben angebracht. „Damit können die herausgenommenen Büsche geschüttelt und gerüttelt werden, damit sich das belastete Erdmaterial aus dem Wurzelwerk löst. Wir werden da sicherheitshalber aber auch mit Handarbeit nachgehen“, so Marx. Die freigeschüttelten Sträucher werden dann fachgerecht eingeschlagen und, wenn die Arbeiten beendet sind, zu einem Großteil wieder in das neue Erdreich eingesetzt.

Die zwei alten, tief verwurzelten Kirschbäume kann man jedoch nicht auf die Art und Weise bearbeiten, wie das weitaus mobilere Buschwerk. „Bei Bäumen kann man mit einem speziellen Verfahren arbeiten und Erdreich aus dem Wurzelwerk absaugen. Das geht aber nur bis zu einem gewissen Grad, sonst ist die Gefahr zu groß, dass man die Wurzeln langfristig beschädigt und außerdem ist das sehr teuer“, so Marx.

Stattdessen werde man, wo möglich, im Baumscheibenbereich vorsichtig Erde von Hand abtragen und ein Vlies als Grabe- und Buddelsperre zum Baumstamm führen und dann mit neuer Erde wieder auffüllen.

Bei einem Baum, vielleicht auch beim zweiten, wird zusätzlich ein Stabgitterzaun aufgestellt werden, um den Wurzelbereich von der Spielfläche abzugrenzen.

Die Fertigstellung ist natürlich wetterabhängig. Aber Marx hofft, dass die Arbeiten am Spielplatz Nummer fünf in rund vier Wochen beendet sind.

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Es bleibt „Fünf vor Zwölf“ Dauerdemonstration vor Mechernicher Rathaus

Mechernich, 18.11.2020 – Seit einem Jahr protestieren Pfarrer Erik Pühringer und seine Mitstreiter vor dem Mechernicher Rathaus gegen die gesellschaftliche und politische Gleichgültigkeit gegenüber Tausenden im Mittelmeer ertrinkender Flüchtlinge.

Für ein Ende des mutwillig in Kauf genommenen Flüchtlingssterbens im Mittelmeer protestieren der Mechernicher Pfarrer Erik Pühringer und bis zu zwei Dutzend Gesinnungsfreude nun schon seit einem Jahr jeden Samstag „Fünf vor Zwölf“ am Eingang zum Mechernicher Rathaus in der Bergstraße.

„Am Volkstrauertag 2019 habe ich die Dauerdemonstration angekündigt, und am Samstag des Christkönigsfestes eine Woche später haben wir mit einem halben Dutzend Mitstreiter/innen erstmals Mahnwache vor der Stadtverwaltung bezogen.“ Seither haben das schlichte Holzkreuz und das Plakat mit der Aufschrift „Das Mittelmeer ist kein Friedhof“ sonnabends selten in der Nachbarschaft von Straßenbistrots und Polizeiwache in der unteren Bergstraße gefehlt.

Nur auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle ab März haben Pfarrer Pühringer, Gemeindeassistentin Rebekka Narres, Küsterin Marita Wetzel und viele engagierte Laien einige Wochen Pause gemacht. Prominentester Zaungast sei bislang der Landtagsabgeordnete Klaus Voussem aus Euskirchen gewesen. Er habe zumindest in Aussicht gestellt, die Anliegen der Mechernicher mit ins NRW-Landesparlament und in den Landesvorstand seiner Partei zu nehmen.

„Manchmal frustrierend“

Das Medieninteresse an der Mechernicher Mahnwache war anfangs sehr groß, habe aber schnell nachgelassen, berichtet Erik Pühringer der Mechernicher Presseagentur „ProfiPress“. Es sei manchmal schon ein wenig frustrierend, wie wenig Durchsetzungskraft die Menschen dem gewaltfreien Protest zutrauen.

„Wir bekommen viel Zuspruch von Passanten, aber nur wenige stellen sich solidarisch zu uns“, so Pühringer, wie das am Samstag beispielsweise Walter Wolfgarten tat, ein früherer führender Mitarbeiter im Vertrieb des Kölner Medienhauses NevenDuMont-Schauberg. Er wendete zunächst ein, man müsse auch das ökonomische und gesellschaftliche Gleichgewicht im Land beachten, wenn man Flüchtlinge aufnehme.

Als Pfarrer Erik Pühringer ihm versicherte, es bedürfe nur eines halben Prozentes der Mehrwertsteuereinnahmen eines Monats, um die Flüchtlingsaufnahme in voller Höhe zu finanzieren, war nicht nur Walter Wolfgarten überrascht und betroffen. Einmal ganz davon abgesehen, dass sich beide einig darin waren, dass man das Leben so vieler Menschen, darunter viele Kinder, nicht mit ökonomischen Interessen aufwiegen dürfe.

„Die Samstagsmittagsdemonstrationen vor dem Mechernicher Rathaus sind dauerhaft bei der Kreispolizeibehörde angemeldet“, versicherte Pfarrer Pühringer vor Ort: Die Beamten behandelten die Demonstranten ausgesprochen freundlich und korrekt. Erst vor zwei Wochen sei wieder Kontrolle gewesen, ob alle Demonstranten Mund-Nasen-Schutz wegen Corona tragen und genügend Abstand halten.

„Im Schnitt sind wir zu Zwölft“, so der Seelsorger, „es schwankt zwischen sieben und 15 Demo-Teilnehmern. Manche, wie Rebekka Narres („Massengrab am Badestrand“) und Alexandra Lauternach („Fridays für Future, Saturdays for Mittelmeer…“) malen eigene Transparente mit wechselnden Slogans.

Aufhören? Frage stellt sich nicht

„Manche Autofahrer winken oder hupen“, viele Passanten hasteten unbeeindruckt vorüber, aber „angemacht“ habe sie noch nie jemand, so die Dauerdemonstranten Alexandra Lauterbach, Marita Wetzel, Erik Pühringer, Rebekka Narres und Annemarie Fuß.

„Manchmal wird im Standesamt drinnen im Rathaus geheiratet, „dann teilen wir uns den Vorplatz geschwisterlich mit den Hochzeitsgesellschaften“, so Pfarrer Pühringer.

Aufhören? Übers Aufgeben reden wir nicht beim Reporterbesuch zum „Einjährigen“. Die Frage stellte sich nicht… „Es stehen Menschenleben auf dem Spiel“, sagt Pfarrer Pühringer und meint es so: „Als wir anfingen vor einem Jahr, zählte man an den Stränden des Mittelmeers schon 19.000 Tote, mittlerweile sind es 2000 mehr…“

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Landrat Dr. Saftig ist Ehrenamtlern und Behörden für schnelle Hilfe dankbar

Region/Kreis MYK, 16.11.2020 – Wie bereits zu Beginn des Jahres stellt die Corona-Pandemie das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz aktuell vor Herausforderungen, die nur mit einem hohen Personalaufkommen bewältigt werden können. Die Flut an Neuinfektionen und die damit verbundenen Kontaktnachverfolgungen sowie Fragen aus der Bevölkerung werden seit Kurzem daher mit tatkräftiger Unterstützung von außerhalb bearbeitet. „Wenn man Hilfe benötigt, ist es keine Schande danach zu fragen. Das haben wir getan und ich bin froh und dankbar, dass uns eine so große Unterstützung zuteilgeworden ist“, sagt Landrat Dr. Alexander Saftig.

Ob Mitarbeiter der Stadt Andernach in der Hotline oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, ob zivile Ehrenamtler oder Landes- und Bundesbedienstete – gemeinsam setzen sich alle dafür ein, den Folgen der Pandemie Herr zu werden. Foto: Kreisverwaltung MYK

Konkret gehen den Ärzten, Hygieneinspektoren von Gesundheitsamt sowie den zahlreichen für die Corona-Lage abgeordneten Mitarbeitern der Kreisverwaltung gut 40 externe Personen bei ihrer wichtigen Arbeit zur Hand. Neben ehrenamtlichen Bürgern, Mitarbeiten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) sowie der Städte und Verbandsgemeinden helfen auch Bundes- und Landesbedienstete sowie Soldaten der Bundeswehr im Kreishaus aus. Darüber hinaus sind weitere Bundeswehrsoldaten unterstützend in der Corona-Ambulanz in Mayen tätig.

Auch in der Corona-Ambulanz in Mayen (Foto mit Soldaten und Personen in Schutzkleidung unterstützen Soldaten der Bundeswehr die dortigen Ärzte und Mitarbeiter. Foto: Kreisverwaltung MYK

Im Kreishaus sind zahlreiche Büros, Sitzungssäle und weitere Räumlichkeiten für die vier im Corona-Einsatz befindlichen Teams umfunktioniert worden. Im Einzelnen kümmert sich das Team „Erstkontakt“, um die Kontaktaufnahme zu den auf das Coronavirus positiv getesteten Personen. Hier ist es wichtig, alle noch nicht bekannten persönlichen Daten der Personen sowie deren mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln.

Das Team „K1“ kümmert sich daraufhin darum, alle bekannten Kontaktpersonen 1. Grades – also all jene, die mit einer Corona-positiven-Person in Kontakt waren – über diesen Umstand sowie falls notwendig über die nun in Kraft tretende Quarantäne zu informieren. Das Team „Sonderaufgaben“ beschäftigt sich mit Corona-Fällen und Folgemaßnahmen an Schulen und anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel Seniorenheimen. Und die Mitarbeiter in der Corona-Hotline stehen den Bürgern als Ansprechpartner in allen Fragen rund Corona zur Seite.

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Hochwald-Wasser für Börde-Bauern? Mechernicher Molkerei kann 2,5 Millionen Liter gereinigte Abwässer täglich zur Verfügung stellen

Mechernich/Zülpich, 16.11.2020 – Für die künstliche Beregnung von Feldern hat Thorsten Oberschmidt, der Geschäftsführer der Hochland Foods GmbH, den Landwirten in der trockenen Zülpicher Börde 2,5 Millionen Liter gereinigtes Molkereiabwasser täglich angeboten.

Für die künstliche Beregnung von Feldern in der trockenen und niederschlagsarmen Zülpich-Euskirchener Börde könnte die im Gewerbegebiet Mechernich-Obergartzem III entstehende Großmolkerei der Hochland Foods GmbH 2,5 Millionen Liter gereinigtes Molkereiabwasser täglich liefern. Luftbild: Hochwald/pp/Agentur ProfiPress

Das Abwasser in Trinkwasserqualität kommt aus der noch im Bau befindlichen Großmolkerei im Gewerbegebiet Obergartzem III der Stadt Mechernich. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, selbst Landwirt und promovierter Agraringenieur, begrüßt das Angebot der Mechernicher Großmolkerei schon allein aus ökologischen Gründen: „Das reduziert die Entnahme von Grundwasser in der Börde, um dessen Pegelstand es ohnehin nicht gut bestellt ist.“

Außerdem sieht es der Verwaltungschef nicht ungern, wenn Unternehmen aus der Stadt Mechernich gesamtwirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Verantwortung erkennen lassen. So wurde am Rande der zurzeit laufenden Spielplatzsanierungen in der Stadt auch schon erwogen, von Bleibelastung freien Aushub ebenfalls von der Hochwald-Baustelle in Obergartzem III zu beziehen.

Sondierung bei den Bauern

Die Kreisverwaltung Euskirchen plant aufgrund des Hochwald-Angebots jetzt erstmal eine Information der Landwirte, die davon partizipieren könnten. Achim Blindert, der zuständige Geschäftsbereichsleiter, gab dazu nach dem ersten Sondierungsgesprächen mit den Landwirten eine Pressemitteilung heraus.

Darin heißt es unter anderem: „Mit 1700 Sonnenstunden ist Zülpich ganz weit vorne in ganz Deutschland. Die fruchtbaren Böden machen die Bördelandschaft zu einem äußerst ertragreichen Anbaugebiet für die Landwirtschaft. Allerdings ist die im Lee der Nordeifel liegende Region auch sehr niederschlagsarm.“

Aufgrund des Klimawandels und der heißen und trockenen Sommer habe sich die jährliche Regenmenge noch verringert. Blindert: „Die Landwirte sehen diese Entwicklung mit großer Sorge, da die Bewässerung der riesigen Felder zunehmend schwieriger wird.“

Für den Kreis sei gezieltes Wassermanagement unter Einbindung aller Akteure das Ziel. Und zwar frühzeitig. Es soll eine Strategie erarbeitet werden, um den regionalen Anbau von Lebensmitteln zu sichern. Die Konkurrenz um die Trinkwassernutzung werde in Zukunft eher noch zunehmen, so Achim Blindert.

Die Grundwassermenge in der südlichen Rur-Scholle sei natürlich begrenzt. Der Erftverband berate die Bauern wo und wie Brunnen für die Bewässerung gebaut werden könnten. Bei einer Infoveranstaltung des Kreises informierte die Landwirtschaftskammer über Fördermöglichkeiten für Bewässerungsnetze. Voraussetzung sei der Zusammenschluss der Landwirte zu einem Wasser-/ Beregnungsverband.

Geschäftsführer Thorsten Oberschmidt erklärte die grundsätzliche Bereitschaft der Mechernicher Großmolkerei Hochwald, der Landwirtschaft zu helfen. Das Werk Mechernich bezieht 700.000 m³ Trinkwasser im Jahr für den laufenden Betrieb und kann davon täglich 2500 Kubikmeter gereinigt zur Beregnung von Feldern abgeben. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Hochwald fühlt sich verpflichtet

Und der könne einen Teil der benötigten Wassermenge von „Hochwald“ in Obergartzem beziehen. Geschäftsführer Thorsten Oberschmidt erklärte die grundsätzliche Bereitschaft der Mechernicher Großmolkerei zu helfen. Nach der Inbetriebnahme des Werks stehe eine gereinigte Abwassermenge von bis zu 2500 m³ pro Tag zur Verfügung, die zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen dienen könnte.

Oberschmidt betonte, dass Hochwald sich als eine landwirtschaftliche Genossenschaft der Landwirtschaft verpflichtet und verbunden fühle und die regionale Wertschöpfung sichern möchte. Das natürliche Wasserangebot könnte somit durch das gereinigte Abwasser der Molkerei ergänzt werden, denn der öffentlichen Trinkwasserversorgung sei grundsätzlich Vorrang vor anderen Nutzungen einzuräumen. In dieser Hinsicht könnte der Kreis Euskirchen eine Vorreiterrolle einnehmen und die regionalen Wertschöpfungsketten durch die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft stärken.

Der Kreis will weiter über die Möglichkeiten einer Verbandsgründung informieren. Dazu Achim Blindert: „Eine Kooperation der Betriebe kann zu einer nachhaltigen Verteilung des Wasserangebotes führen und somit die Existenz der Betriebe auch in möglicherweise folgenden Dürrejahren sichern.“