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Expertenrat Corona der Landesregierung Nordrhein-Westfalen legt 6. Stellungnahme vor

Region/Düsseldorf – Handlungsempfehlungen insbesondere für die Zeit ab Herbst – letzte Sitzung des Gremiums. Die Staatskanzlei NRW teilt mit: Am gestrigen Mittwoch, 23. Juni 2021, kamen die Mitglieder des Expertenrats Corona der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zu ihrer 17. und letzten Sitzung zusammen. Es war die erste Sitzung in Präsenz. Im Zuge der Beratungen verabschiedeten sie ihre 6. Stellungnahme, die Empfehlungen an die Landesregierung für den weiteren Umgang mit dem Coronavirus ab der zweiten Jahreshälfte 2021 gibt. Insbesondere rät der Expertenrat zu einem besonnenen Umgang mit der Entspannung der Krise, da ab Herbst aufgrund der hohen saisonalen Muster wieder mit einem Anstieg der Infektionszahlen zu rechnen sei. Darüber hinaus tritt der Expertenrat für eine intensive Analyse und Bewertung des Pandemiemanagements von Bund, Ländern und Kommunen ein, um für zukünftige pandemische Lagen strategisch und politisch vorbereitet zu sein.

Ministerpräsident Armin Laschet: „Unsere Brücke in ein normales Leben steht auf einem festen Fundament. Die derzeit niedrigen Inzidenzzahlen ergeben in Verbindung mit dem weiter zunehmenden Erfolg der Impfkampagne neue Perspektiven und Möglichkeiten. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, schon jetzt den Blick auf die Zeit nach dem Sommer zu richten. Wir haben die Pandemie noch nicht überwunden. Die Empfehlungen der 6. Stellungnahme des Expertenrats setzen einen wichtigen Rahmen, um über die Evaluierung der getroffenen Maßnahmen zu beraten und diese für die Zukunft zu optimieren.“

In seiner 6. Stellungnahme gibt der Expertenrat Corona Empfehlungen zu verschiedenen Handlungsfeldern, etwa zur Prävention, zur Kommunikation, zur Krisenresilienz und insbesondere zu Nöten der jungen Generation.

Ministerpräsident Armin Laschet nutzte bei der Präsenzsitzung in Düsseldorf die Gelegenheit, den insgesamt zwölf Mitgliedern des Expertenrats für ihr ehrenamtliches Engagement persönlich zu danken: „Über ein Jahr lieferten die Mitglieder des Expertenrats wertvolle Debattenimpulse und gaben Anregungen für eine differenzierte Politik, die sowohl das gesundheitliche Leid der Pandemie wie auch das durch die Corona-Schutzmaßnahmen ausgelöste soziale und ökonomische Leid im Blick behält. Diese Vielfalt der Disziplinen zu berücksichtigen, war mir von Beginn der Pandemie an wichtig. Mir ist kein weiteres interdisziplinäres Gremium bekannt, das so konsequent den Blick in der Pandemie weitete und immer wieder auf Zielkonflikte hinwies. Ich bin dem Expertenrat für die konstruktiven und bereichernden Beratungen ausgesprochen dankbar und freue mich, dass alle ihre Bereitschaft erklärt haben, mit ihrer jeweiligen Expertise der Landesregierung bei Bedarf auch weiterhin beratend zur Seite zu stehen.“

Minister Dr. Joachim Stamp: „Die Corona-Pandemie hat uns und der Gesellschaft insgesamt viel abverlangt und vor enorme Herausforderungen gestellt. Ich bin dankbar, dass der Expertenrat uns in dieser schwierigen Zeit mit seiner großen Expertise bereichert und beraten hat. Wir haben jetzt beim Infektionsgeschehen und dem Impffortschritt die Situation, dass wir Rahmenbedingungen schaffen müssen, um insbesondere unseren Kindern und Jugendlichen wieder Normalität zu ermöglichen. Wir bleiben wachsam und Hygiene- sowie Abstandsregeln müssen weiterhin eingehalten werden. Dennoch sollten wir über den fortschreitenden Impfschutz der Bürgerinnen und Bürger zu einem souveränen Umgang bei Infektionsfällen kommen und nicht automatisch sämtliche Kontaktpersonen in Quarantäne schicken müssen. Wir können nicht jede Eventualität im Infektionsgeschehen als Anlass dafür nehmen, Kindern und Jugendlichen durch Schul- oder Kitaschließungen dauerhaft Bildungs- und damit Lebenschancen zu nehmen. Kinder müssen wieder Kinder sein dürfen.“

Erklärung des Expertenrats Corona: „Gerade der Beginn der Pandemie war von hoher Unsicherheit geprägt und erforderte Erkenntnisgewinne in der gesamten thematischen Breite. Die Einrichtung des Expertenrats durch Ministerpräsident Armin Laschet zu diesem frühen Zeitpunkt war eine richtige und wichtige Entscheidung. Die hohe Interdisziplinarität des Gremiums hat der Einschätzung und Bewertung der vielschichtigen Problemlagen der Krise wichtige Impulse gegeben. Diesen Austausch jenseits der eigenen Disziplinen und Lebensbereiche haben die Mitglieder des Expertenrats Corona als äußerst bereichernd empfunden. Die Landesregierung hat die Argumente der Ratsmitglieder zu jedem Zeitpunkt mit spürbarer Wertschätzung angehört und freimütig diskutiert. Für die Offenheit, Zielkonflikte zu erkennen und sorgfältig zwischen unterschiedlichen politischen Optionen abzuwägen, bedanken wir uns.“

Hintergrund

Ministerpräsident Armin Laschet hat den Expertenrat Corona im April 2020 berufen, um auf Basis transparenter Verfahren Kriterien und Maßstäbe für die erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sowie gleichsam zu einer möglichen Öffnung des sozialen und öffentlichen Lebens zu entwickeln. Das interdisziplinäre Gremium befasste sich unter anderem mit den ökonomischen und sozialen Konsequenzen einer lang andauernden Politik der sozialen Distanzierung und des wirtschaftlichen Shutdowns, erarbeitete gemeinsam mit der Landesregierung Strategien für die Zeit nach der Krise und diskutierte Szenarien für den Übergang zwischen Krisenmodus und Normalität.

Zu dem zwölfköpfigen Gremium gehörten:

  • Dr. Dr. Udo Di Fabio, Professor für Öffentliches Recht an der Universität Bonn und früherer langjähriger Richter am Bundesverfassungsgericht
  • Stephan Grünewald, Diplom-Psychologe und Gründer des Markt- und Medienforschungsinstituts „rheingold“
  • Dr. Dr. h.c. mult. Otfried Höffe, emeritierter Philosophie-Professor an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
  • Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln
  • Monika Kleine, Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen in Köln
  • Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach
  • Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung beim Maschinenbauer Trumpf
  • Dr. Armin Nassehi, Professor für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Claudia Nemat, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG
  • Dr. Dr. h.c. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung
  • Dr. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn
  • Dr. Christiane Woopen, Humanmedizinerin und Vorsitzende des Europäischen Ethikrates
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Aachen ist bunt – und zeigt das auch

Aachen – Aachen setzt ein starkes Zeichen für eine vielfältige, offene und tolerante Gesellschaft und die Gleichstellung aller Bürger*innen und hisst rund um den historischen Christopher Street Day vom 21. Juni bis zum 5. Juli Regenbogenfahnen am Rathaus sowie den Bezirksämtern.

„Aachen ist eine bunte Stadt, geprägt von Diversität. Allein die Lage im Herzen von Europa und die Universität, die viele junge Menschen verschiedenster Herkunft in die Stadt bringt, sorgen für Vielfalt. Diese Vielfalt leben wir und wollen dies auch offen zeigen“, sagt Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. „Mir liegt vor allem an der Kommunikation – es ist wichtig im Dialog zu bleiben.“

Die Initiative ergriffen die Bezirksschüler*innenvertretung in der BildungsRegion Aachen bereits im letzten Jahr. Sie trugen im Bürgerforum verschiedene Anträge zur Umsetzung der Global Goals für nachhaltige Entwicklung vor, welche auch die Stadt Aachen aufforderte zum „Pride Month“ Solidarität zu zeigen und vor dem Rathaus die Regenbogenfahne zu hissen. Bürgermeisterin Hilde Scheidt übernahm die Schirmherrschaft und lobte die Initiative der Jugendlichen.

Der Hauptausschuss beschloss in seiner Sitzung vom 9. Juni 2021, anlässlich des Pride Month dieses Zeichen der Solidarität zu setzen.

Bezirksschüler*innensprecher Nino-Pascal Bündgen ist dankbar, dass ihre Initiative Früchte trägt: „Wenn ich die Regenbogenflagge an einem städtischen Gebäude sehe, habe ich sofort ein Lächeln im Gesicht. So wird Solidarität auch nach außen sichtbar.“ Leider ist die Solidarität auch in der jüngeren Generation noch nicht völlig selbstverständlich. Bezirksschüler*innenvertreter Sebastian Schick sagt: „Solange das Wort ‚schwul‘ noch als Beleidigung über den Schulhof gebrüllt wird, bleiben diese Zeichen für Solidarität extrem wichtig. In den Schulen werden Menschen der queeren Community leider immer noch angefeindet.“

Gegen derartige Anfeindungen kämpft Andreas Sommer, Vorstand von Rainbow e.V. und Knutschfleck e.V, bereits seit über 20 Jahren.

Er freut sich über Regenbogenfahne: „Nachdem in diesem und im letzten Jahr die Veranstaltungen zum Christopher Street Day abgesagt werden mussten, freuen wir uns, dass unsere Community in der Stadt sichtbar wird. Im nächsten Jahr wollen wir wieder mit 1500 Aachener*innen feiern.“ Dieses Jahr gibt es diese leider nur online. Aber die Oberbürgermeisterin hat ihre Teilnahme schon zugesagt.

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FVM setzt Zeichen für Vielfalt und Toleranz

Region/Hennef – Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) ändert anlässlich des letzten EM-Gruppenspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn die Farbe des FVM-Logos in allen Medien des Verbandes. Mit den Regenbogenfarben setzt der Landesverband ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz. Als Zeichen des Protests gegen die ungarische Gesetzgebung, die die Rechte von LGBTQI*-Personen einschränkt, hatte die Stadt München geplant, die Münchner EM-Arena am Mittwoch in den Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. Die UEFA hat hierzu keine Erlaubnis erteilt.

FVM-Präsident Bernd Neuendorf sagt: „Der Fußball ist bunt. Er steht für Vielfalt und Miteinander. Wir bekennen Farbe und vertreten die in unserer Satzung festgeschriebenen Grundwerte offensiv.“

Johanna Sandvoß, FVM-Vizepräsidentin für gesellschaftspolitische Fragen, ergänzt: „Die Fußballfamilie am Mittelrhein steht für ein weltoffenes Miteinander. Daher ist es wichtig, dass wir uns auf und neben dem Platz dafür einsetzen.“

Im Mai hatte der FVM im Rahmen einer Themenwoche Zeichen für Vielfalt gesetzt. Alle Informationen finden Interessierte unter www.fvm.de/vielfalt.

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Endspurt bei den „Sternen des Sports 2021“ Vereins-Bewerbungen noch bis 30. Juni möglich

Region/Berlin – Auch im zweiten Jahr der Coronapandemie läuft Deutschlands erfolgreichster Vereinswettbewerb „Sterne des Sports” auf Hochtouren. Der alltägliche Vereinssport ist über die vergangenen Monate zwar vielerorts ins Stocken geraten. Dieser Umstand hat viele Vereine aber dazu motiviert, auch in diesen schwierigen Zeiten, Menschen durch alternative Sportangebote in Bewegung zu halten.

Dieses unersetzliche Engagement soll auch in diesem besonderen Jahr 2021 gewürdigt werden. Daher rufen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sowie die Volksbanken und Raiffeisenbanken alle 90.000 Sportvereine in Deutschland wieder dazu auf, sich noch bis zum 30. Juni 2021 mit ihrem besonderen gesellschaftlichen Engagement für den „Oscar des Vereinssports“ zu bewerben. Alle Projekte, die zum Beispiel der Bildung und Qualifikation, Ehrenamtsförderung, Gesundheit und Prävention, Gleichstellung, Integration und Inklusion oder Klima-, Natur- oder Umweltschutz dienen, sind herzlich willkommen. Auch spezielle Angebote für Kinder, Jugendliche oder Senioren können beim Wettbewerb „Sterne des Sports” eingereicht werden.

Zu gewinnen gibt es mit Geldpreisen verbundene Auszeichnungen auf der lokalen (Bronze), regionalen (Silber) und Bundesebene (Gold). Der Siegerverein wird bei einer feierlichen Preisverleihung auf Bundesebene mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold geehrt und kann sich auf ein Preisgeld von 10.000 Euro freuen.

Die Teilnahme am Wettbewerb ist denkbar einfach und voll digitalisiert. Das entsprechende Online-Formular finden Vereine auf den jeweiligen Internetseiten der teilnehmenden Volksbanken und Raiffeisenbanken. Wer nicht weiß, welche Bank in seinem Umfeld zuständig ist, schaut einfach auf www.sterne-des-sports.de/vereine/bankensuche nach. Das Bewerbungsformular ist zusätzlich über www.sterne-des-sports.de/vereine/bewerbung abrufbar.

Teilnahmeberechtigt sind alle Sportvereine, die unter dem Dach des DOSB organisiert sind, also entweder in einem Landessportbund/Landessportverband, in einem Spitzenverband oder einem Verband mit besonderen Aufgaben.

Die Sterne auf allen Kanälen

Auch 2021 wird der Wettbewerb wieder auf allen Social Media-Kanälen begleitet. Wie Vereine hier mitmischen können? Ganz einfach: Mit dem Hashtag #SternedesSports können Vereine ihre Beiträge zu Deutschlands erfolgreichstem Vereinswettbewerb im Breitensport ganz einfach mit anderen teilen.

Auf www.sterne-des-sports.de gibt es weitere Informationen zur Bewerbung sowie zahlreiche Videoclips erfolgreicher Projekte aus den vergangenen Jahren.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Volksbanken und Raiffeisenbanken schreiben die „Sterne des Sports“ seit 2004 jährlich aus. Durch die Prämierungen auf Regional-, Landes- und Bundesebene flossen den teilnehmenden Vereinen bisher mehr als sechs Millionen Euro zugunsten ihres gesellschaftlichen Engagements zu.

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70 Pflegekräfte aus dem Ausland mit großem Einsatz erfolgreich integriert

Region/Bad Ems/Osnabrück – Es ist eine Erfolgsgeschichte zum Nutzen aller Beteiligten: An insgesamt sechs Standorten haben die Paracelsus-Kliniken in den vergangenen drei Jahren ihre Teams durch rund 70 Pflegekräfte aus dem Ausland verstärkt – Tendenz: steigend. Dazu gehörten im Jahr 2019 und 2020 als erste 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Balkan-Region – überwiegend aus Serbien, Mazedonien und Montenegro. Gleichzeitig erreichte bis zum Frühjahr 2021 ein großer Teil von insgesamt 48 philippinischen Kolleginnen und Kollegen die Kliniken. Bewerbungen aus Brasilien, Mexiko, Sri Lanka und Argentinien sind in Osnabrück eingetroffen. Sogar Mitarbeiter aus Ägypten werden in diesem Jahr erwartet. „Wir sind mit unserer Personalakquise im Ausland sehr zufrieden“, erklärt dazu Dr. med. Dr. jur. Martin F. Siebert, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) von Paracelsus. „Gerade im vergangenen Jahr unter dem Vorzeichen der Pandemie waren wir für jede Fachkraft dankbar, die wir gewinnen konnten.“ Gesucht werden derzeit nach wie vor Pflegekräfte, aber auch operationstechnische Assistenten – zum Teil Berufsbilder, die es in anderen Ländern so nicht gibt. „Es hat etwas gedauert, bis wir das Verfahren optimiert hatten und nicht alle Mitarbeiter, die zu uns gekommen sind, sind tatsächlich auch geblieben“, berichtet Werner Murza, Leiter des Kompetenznetzes Pflege und Funktionsdienste bei den Paracelsus-Kliniken. „Teils hatten sie andere Vorstellungen von der Arbeit in Deutschland, manchmal Heimweh oder auch Schwierigkeiten bei der langwierigen Anerkennung des Berufs. Hier konnten wir das Verfahren deutlich beschleunigen, aber es gibt immer noch Stolpersteine.“

Anerkennung beschleunigt

Größte Hürde bleibt die Anerkennungsprüfung. Während das notwendige Visum für Deutschland, ein Sprachzertifikat der Stufe „B2“, der Arbeitsvertrag und die Aufenthaltsgenehmigung in der Regel zeitaufwendig, aber einschätzbar sind, scheitern viele ausländische Arbeitskräfte am Nachweis der für Deutschland erforderlichen Fachkenntnisse. Wer die mündliche und praktische Kenntnisprüfung beim Landesverwaltungsamt nicht besteht, muss Praxisstunden nachweisen und einen Anpassungslehrgang absolvieren, der zwischen 6 und 24 Monate dauern kann. Die Folge: Ausgebildete Pflegekräfte mit meist mehrjähriger Berufserfahrung und Bachelor- oder Masterabschluss laufen bis zu einem Jahr als Krankenpflegehelfer im Krankenhausbetrieb mit. Erst nach erfolgreicher Abschlussprüfung können sie als vollwertige Gesundheits- und Krankenpfleger eingesetzt werden. Um dieses Dilemma zu überwinden, hat Paracelsus einen Partner einbezogen, der die ausländischen Kollegen auf die Kenntnisprüfung in Theorie und in Praxis vorbereitet – die Lingoda GmbH. Sie führt Online-Veranstaltungen und Präsenzveranstaltungen durch, stellt praktische Aufgaben und bereitet in Zusammenarbeit mit den Kliniken und den Praxisanleitern vor Ort die neuen Fachkräfte ein halbes Jahr lang auf die Kenntnisprüfung vor – gefördert von der Agentur für Arbeit. Paracelsus verbindet das gleichzeitig mit einer erweiterten Sprachausbildung, da die neuen Kolleginnen und Kollegen zwar mit dem Sprachzertifikat B2 nach Deutschland kommen, aber die Pflegefachbegriffe in der Regel nicht verstehen.

Das Menschliche zählt

„Neben dem fachlichen Teil ist für uns aber auch wichtig, dass die Menschen in ihrer neuen Heimat Deutschland ankommen“, erklärt Werner Murza. Ein neues Land, eine neue berufliche Situation, die veränderte familiäre Situation, sprachliche Probleme und andere landestypische Sitten, sind natürlich sehr große Herausforderungen. Und die kleinen Probleme des Alltags, von der Busfahrkarte über das Girokonto bis zur Wohnsituation, kommen hinzu. Paracelsus geht hier einen sanften Weg der Integration und sorgt dafür, dass die Gesundheitskräfte, die aus dem Ausland kommen, in den ersten ein oder zwei Monaten nicht überfordert werden und Zeit haben, in Deutschland anzukommen. „Die Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken helfen hier tatkräftig mit. Wir haben bei Paracelsus eine Art Mentorenprogramm aufgelegt, suchen in den Kliniken Freiwillige, die die neuen Kollegen betreuen und ihnen sowohl bei der Arbeit als auch privat in den Orten alles zeigen“, erklärt Werner Murza. Das hat sich sehr bewährt.

Bad Ems: Für die neuen Kollegen da sein

Die Paracelsus-Klinik Bad Ems gehört zu den Häusern, die im Paracelsus-Konzern die meisten ausländischen Pflegekräfte in der Belegschaft haben. Insgesamt 15 neue Beschäftigte – vorwiegend aus Mexiko und von den Philippinen – stehen zurzeit im Anerkennungsverfahren. Eine erste Beschäftigte aus Mazedonien hat im April bereits ihre Anerkennungsprüfung als Gesundheits- und Krankenpflegerin bestanden und auch ihren Mann und ihre kleine Tochter nach Deutschland nachgeholt. Ende Juni erwartet die Klinik noch weitere acht Abschlüsse, bis Ende September sollen nach den bisherigen Planungen alle Verfahren abgeschlossen sein. Das Vorgehen in Bad Ems bei der Rekrutierung von Pflegekräften ist eine Besonderheit. „Wir freuen uns darüber, dass unsere Werbung im Ausland so erfolgreich ist“, erklärt Pflegedirektorin Sabine Laudes. „Allerdings sind die Einreise und Anerkennung, bis wir die neuen Kräfte tatsächlich voll in der Klinik einsetzen können, mit einem großen bürokratischen Aufwand verbunden. Unser Trost ist, dass wir ganz tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen.“ Für die Klinik ist die Situation nicht ganz neu, erinnert die Pflegedirektorin. Schon in den 1970er und 1980er Jahren gab es einen massiven Pflegenotstand in Deutschland, bei dem vor allem in Vietnam und den Philippinen Personal rekrutiert wurde. Wichtig sei damals wie heute die menschliche Seite. „Wir dürfen die Menschen, die zu uns kommen, nicht allein lassen“, rät Laudes. „Wir haben regelmäßige Treffen mit ihnen, immer ein offenes Ohr für alle Anliegen, ganz egal ob dienstlich oder privat.“

Deutschlandweit positive Bilanz

Und die Bilanz? „Obwohl es sicherlich in den vergangenen Monaten aufgrund der Pandemie in den Kliniken wenig Kapazitäten gab, haben wir bisher nur positive Rückmeldungen bekommen“, erklärt Werner Murza. „Die Kolleginnen und Kollegen in den Standorten helfen, wo sie nur können und sind sehr zuvorkommend und kooperativ.“ Spätestens nach einem Dreivierteljahr – so das Ziel von Paracelsus, sollen alle neuen ausländischen Beschäftigten die vollständige Anerkennungsprüfung geschafft haben und als vollwertige Fachkräfte in den Kliniken arbeiten können. „Unser Ziel für 2021 ist“, so Murza weiter, „dass wir alle Kolleginnen und Kollegen, die derzeit bei uns sind, in diesem Jahr erfolgreich durch die Abschlussprüfung führen.“ Am Pflegekräftebedarf wird sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren bei Paracelsus nicht viel ändern. Er ist nach wie vor hoch. Allerdings hat Paracelsus auch an vielen Standorten angefangen, selbst auszubilden. Ein weiterer Baustein, um die altersbedingte Fluktuation im Unternehmen in den kommenden Jahren auszugleichen.

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Krankenhäuser in Mechernich und Schleiden erhalten das Siegel „TOP Regionales Krankenhaus 2021 in NRW“

Schleiden/Mechernich – Kreisweit einmalige Auszeichnung. Regelmäßig listet das renommierte Magazin FOCUS-GESUNDHEIT die besten Kliniken Deutschlands. In diesem Jahr haben es auch unsere beiden Krankenhäuser in Mechernich und Schleiden auf die Bestenliste geschafft. Damit zählen wir zu den TOP-Krankenhäusern 2021 in NRW – im gesamten Kreis Euskirchen eine einmalige Auszeichnung!

Eine verdiente Anerkennung findet Geschäftsführer Martin Milde: „Als Gesundheitsverbund haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den Menschen in der Region eine medizinische und pflegerische Spitzenversorgung zu bieten. Unsere hohen Qualitätsstandards bilden die Basis hierfür. Die tragende Säule sind aber unsere Mitarbeiter*innen, die jeden Tag aufs Neue eine hervorragende Arbeit leisten und unseren Versorgungsauftrag kompetent und menschlich mittragen. Ohne sie geht es nicht!“ Jährlich beauftragt FOCUS-GESUNDHEIT das unabhängige Recherche-Institut Munich Inquire
Media (MINQ) mit der Ermittlung der deutschlandweiten TOP Krankenhäuser.

Patient*innen dient die Liste vor allem der Orientierung und als Entscheidungshilfe in der bestmöglichen Krankenhauswahl. Zahlreiche Kriterien fließen in die individuelle Punktwertung mit ein: überdurchschnittliche Empfehlungen von Medizinern, zertifizierte Zentren, Qualitätsberichte, Qualifikation des medizinischen Personals sowie Patientenservice und -sicherheit sind nur einige Faktoren, die über eine Aufnahme in die Bestenliste entscheiden.

„Die Auszeichnungen machen uns stolz und sind unser Ansporn unseren Versorgungsauftrag weiterhin qualitäts- und verantwortungsbewusst zu erfüllen“, freut sich Martin Milde.

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Nordrhein-Westfalen setzt Erstimpfungen in Impfzentren ab Mittwoch, 23. Juni fort

Region/Düsseldorf – Gesundheitsminister Laumann: Alle impfwilligen Personen über 12 Jahren können in Nordrhein-Westfalen bis Ende Juli eine Erstimpfung erhalten. Insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen, die noch keinen Termin haben, sollen nicht länger warten müssen. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW teilt mit: Die nordrhein-westfälischen Impfzentren können ab kommendem Mittwoch (23. Juni 2021) die Erstimpfungen fortsetzen. Das hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) nun den Kreisen und kreisfreien Städten mitgeteilt. In der kommenden Woche werden rund 80.000 Impfdosen (BioNTech) für Erstimpfungen in den Impfzentren zur Verfügung stehen. In der Folgewoche sind es noch einmal 150.000 Dosen.

Ab kommendem Mittwoch, 8.00 Uhr, können zunächst Personen über 60 Jahre sowie Personen ab 16 Jahren mit Vorerkrankungen, die noch keinen Impftermin über die niedergelassenen Praxen erhalten haben, Impftermine in den Impfzentren vereinbaren. Ebenso können Beschäftigte von Krankenhäusern und in (teil-)stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Werkstätten für Menschen mit Behinderung einen Impftermin vereinbaren. Hierfür stehen die bereits bekannten Buchungssysteme der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung (siehe Informationen unten). Gebucht werden können zunächst Termine bis zum 11. Juli 2021.

„Ich bin froh, dass wir jetzt auch bei den Erstimpfungen in den Impfzentren wieder Tempo machen können. Die Impfzentren laufen weiterhin auf Hochbetrieb und haben alleine in den letzten vier Wochen insgesamt über 1,7 Millionen Zweitimpfungen durchgeführt. Parallel dazu laufen die Impfungen in Arztpraxen und Betrieben. Mittlerweile ist knapp ein Drittel der nordrhein-westfälischen Bevölkerung vollständig geimpft. Es gibt aber noch genug Menschen, die auf einen Impftermin warten. Insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen sollen nicht länger warten müssen. Je nach Bedarf werden wir in den kommenden Tagen weitere Schwerpunkte setzen“, erklärt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Laumann weist zudem darauf hin, dass nach den Planungen des MAGS bis Ende Juli alle impfwilligen Personen über 12 Jahren in Nordrhein-Westfalen eine Erstimpfung erhalten können. „Die Bugwelle an Zweitimpfungen, für die wir alle durch den Bund zur Verfügung gestellten Impfstoffmengen benötigt haben, nimmt nun ab. Zwar stehen nun noch die Zweitimpfungen für die sogenannte „AstraZeneca-Osteraktion“ unmittelbar bevor. Aber wir haben auch wieder BioNTech-Impfstoff, den wir für Erstimpfungen nutzen können. Ich gehe davon aus, dass alle Menschen über 12 Jahren, die einen Impftermin haben wollen, bis Ende Juli auch schon ein erstes Mal geimpft sein können. Damit hätten wir dann einen weiteren Meilenstein in der Impfkampagne des Landes und auf dem Weg zur Herdenimmunität erreicht“, sagt der Gesundheitsminister.

Die folgenden Personengruppen können ab Mittwoch, 23. Juni, 8.00 Uhr Impftermine über die Terminbuchungsportale der Kassenärztlichen Vereinigungen in einem Impfzentrum buchen. Die Terminbuchung ist online möglich über www.116117.de sowie telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117 oder die zusätzliche Rufnummer je Landesteil ( (0800) 116 117 02 für Westfalen-Lippe und (0800) 116 117 01 für das Rheinland).

  • Personen ab 60 Jahren
  • Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf nach einer SARS-CoV-2-Infektion – Der Nachweis der entsprechenden Vorerkrankung erfolgt über eine formlose Bescheinigung des behandelnden Arztes, die zum Impfzentrum mitzubringen ist.
  • Beschäftigte in Krankenhäusern sowie
  • Beschäftigte in (teil-)stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Das Ministerium weist darauf hin, dass Kinder im Alter von 12 bis unter 16 Jahren, für die durch die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung empfohlen wird (bspw. wg. einer Vorerkrankung), beim niedergelassenen Kinder- oder Hausarzt ein Impfangebot erhalten.

Seitens des Bundes wurden dem Land Nordrhein-Westfalen bis zur Kalenderwoche 24 insgesamt 10,2 Millionen Impfdosen angekündigt und geliefert:

BioNTech: 6,9 Millionen Dosen

Moderna: 1,3 Millionen Dosen

AstraZeneca: 1,8 Millionen Dosen

Johnson & Johnson: 0,2 Millionen Dosen

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Besondere Ehre für „die Botschafterin des Nürburgrings“ – Nordschleife bekommt Sabine-Schmitz-Kurve

Nürburg – Sie gewann als erste und bislang einzige Rennfahrerin das 24h-Rennen. Offizielle Einweihung beim 6-Stunden-Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie. Sabine Schmitz wird für immer Teil der Nordschleife bleiben: Der Nürburgring ehrt die ehemalige Rennfahrerin mit einer eigenen Kurve auf der legendären Rennstrecke. Die zukünftige „Sabine-Schmitz-Kurve“ liegt als erste Kurve der Nordschleife am Ortsrand von Nürburg. Nur wenige Meter entfernt von hier wuchs die Rennfahrerin auf. Die gebürtige Adenauerin war zeitlebens fest mit der Rennstrecke in der Eifel verbunden und galt als ihre größte Botschafterin. Sie gewann als erste Frau das berühmte 24h-Rennen und erlangte als „Königin der Nordschleife“ weltweite Bekanntheit. Sabine Schmitz verstarb im März dieses Jahres im Alter von nur 51 Jahren.


Die zukünftige Sabine-Schmitz-Kurve der Nordschleife liegt am Ortsrand von Nürburg. Nur wenige Meter entfernt von hier wuchs die Rennfahrerin auf. Foto: Nürburgring

Ein fröhliches Lachen, ein offenes Ohr für jeden Fan und die Nordschleife im Herzen – so bleibt Sabine Schmitz in Erinnerung. Geboren und aufgewachsen am Nürburgring hat sie fast ihr gesamtes Leben an und auf der Nordschleife verbracht. Mehr als 30 Jahre lang hat sie hier erfolgreich Fahrzeuge am Limit bewegt oder auch mal ihre Oma über die Strecke zum Friseur gefahren. Insgesamt waren es am Ende mehr als 33.000 Runden. Mal am Steuer des BMW-Ringtaxis, mal mit einem Van für die TV-Produktion „Top Gear“ oder im Porsche von Frikadelli Racing. 1996 und 1997 siegte sie beim 24h-Rennen als erste und bislang einzige Frau – damals im legendären Eifelblitz.

Durch ihre außergewöhnlich sympathische Art und ihre Auftritte auf der anspruchsvollen Rennstrecke wurde sie auf der ganzen Welt bekannt. In vielen Fernsehshows brachte sie die Nordschleife in die Wohnzimmer der Zuschauer. „Sabine Schmitz war die Botschafterin des Nürburgrings. Ihr Name wurde rund um den Globus in einem Atemzug mit unserer Rennstrecke genannt“, sagt Nürburgring Geschäftsführer Mirco Markfort. „Sie steht nach wie vor stellvertretend für das, was den Nürburgring ausmacht: die enge Verbundenheit zur Region, gelebte Nähe zu den Fans und Engagement mit Herzblut.“

Nun erhält Sabine Schmitz die größte Ehre, die es an einer Rennstrecke gibt: eine eigene Kurve. Die Wahl fiel hierbei auf die Linkskurve, die am Ortsrand der Gemeinde Nürburg liegt – dort, wo Sabine Schmitz nur wenige Meter neben der Rennstrecke aufgewachsen ist. Nach dem Abbiegen von der Grand-Prix-Strecke ist es die erste Kurve auf der Nordschleife. Die offizielle Einweihung der „Sabine-Schmitz-Kurve“ wird im Rahmen des 6-Stunden-Rennens der Nürburgring Langstrecken-Serie am 11. September 2021 vorgenommen (ROWE 6 Stunden ADAC Ruhr-Pokal-Rennen).

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Krankenhaus Daun – Der Fels in der Brandung

Daun – Im Gesundheitswesen sind die Wogen alles andere als geglättet. Insbesondere in unserem ländlichen Raum gibt es Turbulenzen. Erfreulicherweise ist die Führung des Krankenhauses Maria Hilf unter Geschäftsführer Franz-Josef Jax und Prokurist Günter Leyendecker sehr aktiv und trägt mit innovativen Maßnahmen zur Sicherung des Standortes in Daun bei.

Akademisches Lehrkrankenhaus Daun und Vergabe von Stipendien an Medizinstudierende.

Zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung auf dem Land und der Gewinnung von medizinischen Fachkräften hat sich die Kreisentwicklung im letzten Jahr intensiv um eine Kooperation zwischen einem der Krankenhäuser im Landkreis Vulkaneifel und einer medizinischen Fakultät bemüht.

Ziel der Bemühungen ist die Anerkennung eines der Krankenhäuser in unserem Landkreis als akademisches Lehrkrankenhaus einer Universität. Daraus ergäbe sich ein großer (Wettbewerbs-)Vorteil für die Vulkaneifel, dass Krankenhaus und die gesamte Region. Durch die Anerkennung als akademisches Lehrkrankenhaus, könnten regelmäßig Medizinstudierende bereits einen Teil ihres Studiums, neben Famulatur und praktischem Jahr, im Krankenhaus absolvieren. Dadurch würde sich für das Krankenhaus nicht nur ein deutlicher Prestigegewinn ergeben, durch die Ausbildung von Medizinstudierenden vor Ort könnten auch Fachkräfte langfristig an den Landkreis Vulkaneifel gebunden werden.

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Bundes-Verdienstkreuz für Peter Wassong aus Weyer – „ Macher und Anpacker!“

Euskirchen/Mechernich – „Als Sie losgelegt haben, war ich noch gar nicht geboren“, sagte Landrat Markus Ramers ehrfürchtig. Über vier Jahrzehnte Peter Wassong. Für seine „auszeichnungswürdigen Verdienste“ bekam der 74-Jährige im Kreishaus das Bundesverdienstkreuz am Bande im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.

Mit bei der Verleihung, vorne, v.l.: Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, Landrat Markus Ramers, Ingeborg und Peter Wassong, sowie deren Familie, welche den besonderen Tag voller Stolz und Dankbarkeit feierten. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

43 Jahre Ratsmitglied mit „Leib und Seele“, 21 Jahre Erster Stellvertretender Bürgermeister, laut Ramers in der heutigen, schnelllebigen Zeit fast schon „eine eigenständige Ära, Epoche“. Im jungen Alter von 29 Jahren, im Jahr 1975, begann der Weyerer seine Karriere in der CDU-Fraktion Mechernich. Erste Erfahrungen hatte er schon in der Jungen Union „geschnuppert“. Von 1989 bis 1994 war er schließlich Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten und von 1994 bis 1996 der letzte ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt.

Ein fröhlicher und stolzer Peter Wassong bedankte sich bei seiner Frau und seinen Kindern, seinen Weggefährten, dem Kreis für die Organisation der Veranstaltung und der Euskirchener Musikschule für die musikalische Untermalung. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Etliche „Schüppen“ drauf

Allein angesichts dieser Liste sagte Ramers anerkennend: „Vielen hätte das schon gereicht.“ Doch Wassong legte noch etliche „Schüppen“ drauf. So war er 43 Jahre Ortsvorsteher für Weyer und Urfey, und damit „erster Ansprechpartner für die Bürger, deren Wohlergehen Ihnen immer am Herzen lag“, so Ramers.

Langjähriger Wegbegleiter Peter Wassongs: der Mechernicher Bürgermeister Hans-Peter Schick würdigte sein Wirken. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Bei seinem damaligen Abschied, beim großen Zapfenstreich, sei „der ganze Ort auf den Beinen gewesen“, so Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, langjähriger Weggefährte und Nachfolger Wassongs im Bürgermeisteramt. „Peter“ habe bewiesen, dass er „ein Anpacker, ein Macher“ ist, habe nie gezögert und stets eine klare Linie gehabt.

Sie hielt ihm stets den Rücken frei: Ingeborg Wassong. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Wassong habe in seiner Zeit als Mechernicher Bürgermeister per „Dringlichkeitserklärung“ den Anfang für das Baugebiet Mechernich-Nord möglich gemacht. Schick: „Das zeugt davon, dass man Mut hat, dass man Visionen hat.“ Erfolg kenne drei Buchstaben: „Tun“. Das habe er (vor)gelebt. Mit einer Unterschriftenliste habe er dazu beigetragen, dass sich Weyer im Zuge der kommunalen Neugliederung statt für Nettersheim für die heutige Stadt Mechernich entschieden habe.

Im Verlauf seiner Karriere machte er sich außerdem für eine Baulanderweiterung Weyers im Jahre 1982 stark und für den Erhalt der ortseigenen Feuerwehr-Löschgruppe. Auch die Errichtung eines neuen Dorfplatzes, Spielplatzes und Kindergartens in Weyer trieb er maßgeblich voran.

Von 1975 bis 2004 war Wassong Vorsitzender des Vereinskartells Weyer. Durch seinen Einsatz wurde das ehemalige Schullandheim im Ort 1997 zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut und im Jahre 2011, lange nach der Zeit als Vorsitzender des Vereinskartells, begleitete er den Neubau einer Bürgerhalle federführend.

Ehrenmitglied und Gipfelkreuz

Peter Wassong gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins Bergbaumuseum Mechernich und war ab 1989 maßgeblich an der Freilegung der Grube Günnersdorf beteiligt, bis zur Öffnung im Jahre 1995. Außerdem führte Wassong 50 Jahre lang den SV Concordia Weyer und dafür wurde ihm im Jahre 2017 vom Verein mit der Verleihung einer Ehrenmitgliedschaft gedankt.

Gemeinsam mit Historiker Anton Könen hat er ein Ortswappen und eine Chronik Weyers zum 1125-jährigen Bestehen des Örtchens erarbeitet und ebenfalls eigens ein Gipfelkreuz in Oberbayern anfertigen lassen, dass auf dem 525 Meter hohen Brehberg in Weyer steht.

Wassong ist in Weyer geboren, aufgewachsen und seiner Heimat bis heute treu geblieben. „Er ist, wie man so schön sagt, tief in Mechernich verwurzelt“, betonte Schick. 1988 unter anderem dafür gesorgt hatte, dass seinem Heimatörtchen Weyer den „Konrad-Adenauer-Preis“ in Bronze für eine Neugestaltung des Friedhofes und der Weyerer Leichenhalle, sowie der Rettung der Weyerer Feuerwehr und der Errichtung des „Ehrenmals“ verliehen wurde.

„Sie sind ein Macher!“, lobte angesichts der langen Liste auch Ramers: „Diese Haltung ist unverzichtbar für unsere Demokratie. Unsere Gesellschaft, unser Kreis, unsere Kommunen und unsere Dörfer sind auf solch bürgerschaftliches Engagement angewiesen.“

Mit frisch angeheftetem Bundesverdienstkreuz am Revers blickt Peter Wassong in die Runde und dankt seiner Frau und Familie. „Im Laufe der Jahre musste vor allem meine Familie viel einstecken und meine Frau und Kinder waren im positiven Sinne stets kritisch gegenüber mir und meinem Berufsleben.“