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Spenden der Fahrer des Einkaufsdienstes Jülich

Jülich, 19.11.2020 – Der Jülicher Bürgerbus konnte in der Zeit der Corona Pandemie im Frühjahr leider seinen gewöhnlichen Fahrdienst nicht weiter ausführen und musste diesen vorerst einstellen. Die damit verbundene freie Zeit haben sich die Fahrer des Busses trotz dessen nicht nehmen lassen und unterstützten deshalb den städtischen Einkaufsdienst. Dieser bat den Jülicher Bürgern eine Unterstützung im Alltag, der in dieser Zeit aufgrund des Virus bei vielen stark eingeschränkt war. Vor allem ältere Menschen, die als Risikopatienten gelten, sollten sich lieber schützen und die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich halten. Durch die große Unterstützung des Bürgerbusses bei den Einkäufen, konnten sich Risikopatienten ohne große Probleme ausschließlich zuhause aufhalten.

Von links nach rechts: Wolfgang Müller (ehrenamtlicher Fahrer städtischer Einkaufsdienst), Svenja Kost (Sozialarbeiterin und Kunsttherapeutin der Jugendhilfeschule), Judith Stump (Leitung der Tagesgruppen der Jugendhilfeschule), Franz Schopen (ehrenamtlicher Fahrer städtischer Einkaufsdienst). Bild: Stadt Jülich

Einige der Menschen, die den Einkaufsdienst angenommen und genutzt haben, wollten ihren Helfern ein kleines Dankeschön aussprechen und gaben deshalb gelegentlich etwas Trinkgeld. Die Fahrer des städtischen Einkaufsdienstes wollten dieses Geld aber nicht für ihre eigenen Zwecke nutzen, und entschieden deshalb das Geld an Vereine in Jülich zu spenden.

So kamen 280 € zusammen, die an Vereine gespendet werden sollten. Zwei Fahrer des Einkaufsdienstes fanden die Idee so gut, dass sie den Betrag mit Geld aus ihrer eigenen Tasche, auf 420 € aufstockten. Dadurch konnten 210 € an den Förderverein des Jülicher Brückenkopfzoos und 210 € an die Jugendhilfeschule in Jülich gespendet werden.

Die Jugendhilfeschule richtet sich an schulpflichtige Kinder, die sich dem gewöhnlichen Schulalltag entziehen und schulische Anforderungen ablehnen.  Die Arbeit der Lehrkräfte und Sozialarbeiter an der Jugendhilfeschule wird in drei Schwerpunkten aufgeteilt. Neben dem schulischen Aufgabenbereich, sowie der sozialen Gruppenarbeit, gibt es den Schwerpunkt Eltern- und Familienarbeit, bei dem die Familie des Schülers auch mit einbezogen wird. ‘‘Insbesondere im kreativen, künstlerischen und handwerklichen Gestalten bietet sie den Jugendlichen ein alternatives Lernfeld, in dem sie mehr über ihre eigenen Stärken erfahren, wieder Selbstvertrauen schöpfen und Lust am Lernen entwickeln‘‘, sagt die Leiterin der Tagesgruppen, Judith Schulte, über die Arbeit der Sozialarbeiterin Frau Kost mit den Jugendlichen. Insbesondere für die Bereitstellung eines solchen Lernfeldes sind Spenden, wie die des Einkaufsdienstes, eine große Unterstützung bei der Arbeit der Jugendhilfeschule.

Im Brückenkopf erleben Besucher eine idyllische friedliche Umgebung von Tier und Natur. Der Förderverein des Brückenkopfzoos hilft dem Zoo vor allem bei der Planung von neuen, sowie bei der Erhaltung von schon bestehenden Tiergehegen. Ebenso versuchen sie zwischen Mensch und Tier zu vermitteln, um so, vielen Tieren eine Patenschaft bieten zu können. Das größte Augenmerk des Fördervereins liegt jedoch bei den Tieren selber. Dabei geht es um die Anschaffung, die Pflege, sowie die Abgabe einiger Tiere bezüglich Auswilderungen. Der Zoo stellt durch seine Vielfalt von Tieren einen riesigen Blickfang, sowohl für kleine als auch große Besucher, dar. Vor allem wegen der teuren Kosten eines Tiergeheges, helfen die Spenden des städtischen Einkaufsdienstes dem Förderverein Zoo ausgesprochen viel, und stellen eine große Hilfe für deren Arbeit dar.

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Gemeinsam auf „Mechernich-Kurs“

Mechernich, 19.11.2020 – Die Fraktion von CDU und UWV haben im Ratssaal eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Mit ihr besiegeln sie ihre Zusammenarbeit im Rat der Stadt Mechernich für die laufende Legislaturperiode. „Zum Wohle der Menschen in unserer Stadt“, wie es in der Vereinbarung heißt.

Beide Seiten wollen in der Vereinbarung Ihre politische Unabhängigkeit behalten, ist im Positionspapier zu lesen. Man wolle weiter kritisch analysieren und sachbezogen entscheiden, in der nötigen Unabhängigkeit einerseits und mit der erforderlichen Gemeinsamkeit andererseits.

Die CDU- und UVW-Ratsfraktion der Stadt Mechernich haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Das ist keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe“, konstatiert Heinz Schmitz, Geschäftsführer des UWV-Stadtverbands, der fünf Mitglieder in den Rat der Stadt Mechernich einbringt. Die CDU zählt sechzehn Vertreter im neuen Stadtrat von insgesamt 38 Stimmberechtigten.

Gemeinsam bauen die Kooperationspartner also auf ein komfortables Polster auf. Dennoch sieht Schmitz seine Wählervereinigung nicht als „Mehrheitsbeschaffer“: „Wir möchten auf Augenhöhe eine gemeinsame Partnerschaft haben.“

Die ersten Sondierungsgespräche zwischen den beiden Fraktionen hat es bereits kurz nach der Wahl gegeben und wurden für gut befunden. Termine für weitere Gespräche wurden vereinbart, die Fraktionen trafen sich separat und auch in gemeinsamen Arbeitsgruppen

„Wir haben kein Handbuch sondern einen Kompass entwickelt, dessen Nadel auf die Entwicklung Mechernichs im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gerichtet ist“, so Peter Kronenberg, der kürzlich wieder zum Faktionsvorsitzenden der CDU gewählt wurde.

Frank Diefenbach, der Geschäftsführer des CDU-Stadtverbandes, schätzt: „Grob 180 Stunden sind bestimmt zusammengekommen, ohne die Nacharbeit, die in das Feintuning der Kooperationspapiere geflossen ist.“

Die Zusammenarbeit sei in den vergangenen sieben Wochen „gewachsen und gereift“ und habe „Substanz“, so der gemeinsame Tenor. Das erarbeitete Papier sei vor allem auf breite Zustimmung in den Fraktionen gestoßen.

„Hervorragende Arbeit“

Warum, erklärt der stellvertretender CDU-Stadtverbandsvorsitzender und Ratsherr Michael Averbeck: „Beide haben wir unsere Themen gut platziert bekommen.“ Dem stimmt auch UWV-Ratsherr Dr. Manfred Rechs zu und lobt die herausgearbeiteten Ergebnisse: „Beide Teams haben hervorragende Arbeit geleistet.“

Außerdem betont Rechs: „Wir sind nicht auf CDU-Kurs. Wir sind auf Mechernich-Kurs.“ Vor der Wahl hatten die Sozialdemokraten auf ihren Werbeplakaten noch öffentlich kritisiert, dass die UWV sich auf CDU-Kurs befände. Ihm und seiner Wählervereinigung sei deshalb umso wichtiger gewesen, dem Bild entgegen zu wirken, das in der Öffentlichkeit fälschlicherweise skizziert wurde. „Das ist uns mit der Vereinbarung gelungen, weil wir sauber definiert haben, wie wir unsere Kooperation angehen wollen.“

Eine von oben vorgegebene Partei- oder Partnerbindung gebe es definitiv auf beiden Seiten nicht, stellt Peter Kronenberg klar: „Die Rats- und Ausschussmitglieder entscheiden in der Sitzung für sich auf Basis interfraktioneller Sitzungen und nach ggfs. neuen Erkenntnissen in den Debatten.“

In dem achtseitigen Positionspapier stellen die Kooperationspartner ausgewählte Kernthemen in den Mittelpunkt. Darunter auch: „Wohnen, Arbeiten und Leben in unserer Stadt“, „Schule und Bildung“, „Lebendiges Zentrum Mechernich“ aber auch „Tourismus, Kultur, Freizeit und Verkehr“ und „Landwirtschaft, Umwelt und Hochwasserschutz.

Im Kern gehe es vor allem darum eine „passende Politik für die Bürger zu machen“, betont Kronenberg. Gunnar Simon legt weiterhin Wert auf „Mechernich weiter voranzubringen“ und den „Fokus auf Sachthemen zu legen“, dafür stehe die UWV-Fraktion schon seit Jahrzehnten, darauf wolle man sich weiterhin besinnen.

Für die UWV ist eine solche Zweck-Ehe kein Novum. Die Fraktion war bereits am 1. Oktober 1989 Jahren zu Zeiten des Stadtdirektor Bernhard Wachters mit der SPD eine Kooperation für eine Legislaturperiode eingegangen. Damals sind laut Schmitz diverse UWV-Projekte wie das Bergbaumuseum, eine moderne Stadtentwicklung sowie die Untertunnelung Bahnhofsberg in die Wege geleitet und sukzessive umgesetzt worden.

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Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs interviewt Bufdis

Jülich, 19.11.2020 – Soziale, kulturelle sowie bildende Einrichtungen der Stadt Jülich werden von Bundesfreiwilligendienstlern, liebevoll „Bufdi“ genannt, unterstützt. Wer sind die jungen Leute, die freiwillig einen Dienst im Sinne des Gemeinwohls absolvieren? Was sind ihre Beweggründe? Bürgermeister Fuchs lud ins Rathaus ein und erkundigte sich persönlich.

Dezernentin Vogel, mittig obenstehend und Frau Tonić-Cober, sitzend, mit
Bundesfreiwilligendienstlerinnen und Bundesfreiwilligendienstler der städtischen Einrichtungen. Foto: Stadt Jülich

„Wie habt Ihr Euch die Stadtverwaltung vorgestellt? Langweilig und verstaubt?“ lacht Bürgermeister Fuchs.  „Ja, vielleicht ein bisschen“, hört er leise aus den Reihen. Während der Vorstellungsrunde teilen die Bufdis ihre Erfahrungen und Eindrücke der ersten Wochen in ihren Einsatzstellen mit. „Ich habe in der Stadtverwaltung bereits ein Praktikum gemacht und Verwaltungsluft geschnuppert. Verstaubt ist hier gar nichts“, so Luca, die für ein Jahr das Sozialamt mit Schwerpunkt Flüchtlingshilfe unterstützen wird.  „Das Besondere für mich ist, dass ich von Beginn an ebenbürtig behandelt werde“, erzählt Nathalie, die den Bundesfreiwilligendienst in der Stadtbücherei absolviert.

Bürgermeister Fuchs im Gespräch mit Schulbufdi. Bild BM I: Stadt Jülich

Die Musikschule besetzt in diesem Jahr erstmalig eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst. Fee bewarb sich aus der Ferne. Sie absolvierte während des Bewerbungsverfahrens noch das Austauschjahr in den USA. Das Vorstellungsgespräch mit der Musikschule wurde über WhatsApp-Videokonferenz über den großen Teich geführt.  „Was mir ausgesprochen gut gefällt ist, dass ich die Kollegen in der Verwaltungsarbeit und die Dozenten mit musikalischem Bildungsauftrag unterstützen darf. 2 unterschiedliche Bereiche an einer Arbeitsstelle. So wird es nie langweilig“. Maxime hat die BFD-Stelle im städtischen Jugendheim „Gleis 13“ nahezu zeitgleich mit dem Leiter Laurent Müller angetreten. „Herr Müller ist ein sehr kollegialer Chef. Wir steuern das Gleis 13 gemeinsam, das tut gut“. Alle nicken bei Maximes treffender Aussage. „In der Schule steht das WIR im Vordergrund. Gleichsam vom Lehrer- und OGS-Team als auch von den Kindern werden wir akzeptiert und fühlen uns geschätzt,“ sagt Jan, Bufdi an der Promenadenschule Jülich. Seine Kollegin Jelena berichtet in der Runde über die innige Bindung, die innerhalb kürzester Zeit zu den Kindern entstanden ist. „Diese Akzeptanz und die Übertragung verantwortungsvoller Aufgaben lässt mich meine Arbeit sehr ernst nehmen“.

Warum sich die Bufdis für das Jahr entschieden haben, hat ganz unterschiedliche Gründe: ´Meinen Berufswunsch „Lehrerin“ möchte ich vor Studienbeginn unter die praktische Lupe nehmen oder ´Mein Kopf braucht Pause vom Büffeln, ich investiere meine Zeit gerne in das praktische Jahr und nutze den Dienst als Orientierungshilfe für meinen Beruf` wird aus dem Reihen berichtet.

Dezernentin Vogel legt den jungen Menschen ans Herz, die Freude und den Spaß an der Arbeit als höchsten Maßstab für die Berufswahl zu setzen. „Wir beschäftigen junge Menschen, die durch das praktische soziale Jahr einen Einblick in die vorgesehene weitere berufliche Laufbahn gewinnen möchten. Die Praxiserfahrung im Vollzeitjob hilft Ihnen, richtungsweisende Berufsentscheidungen zu treffen. Es kam es auch schon vor, dass Bufdis aufgrund der Praxiserfahrung von ihrem ursprünglichen Berufswunsch abwichen und ein ganz neues Berufsfeld wählten.“

Herr Fuchs ist ganz angetan von den sehr aufgeschlossenen neuen Kollegen. “Toll, dass ihr bei uns seid. Wir brauchen Euch“, meint er auch in Anspielung auf den Corona-Ausnahmezustand, den die Gesellschaft aushalten und mittragen muss. Jetzt wird einmal mehr der Grundsatz des Bundesfreiwilligendienstes in den Vordergrund gestellt: Miteinander und Füreinander zum Wohle der Gemeinschaft!

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Mehr als nur Feuerwehr : Die Kreisjugend-feuerwehr bildete wieder Jugend Gruppenleiter aus

Euskirchen/Vogelsang, 19.11.2020 – Schon unter den „normalen“ Corona-Bedingungen war der Jugendgruppenleiterlehrgang der Kreisjugendfeuerwehr etwas anders als sonst. Anstatt ein ganzes Wochenende in Vogelsang zu verbringen, fand beim Oktobertermin zunächst freitags ein Online-Lehrgang statt, die Übernachtung von Samstag auf Sonntag fiel ebenfalls weg. Auch die erlebnispädagogischen Übungen wurden gestrichen. „Das Gemeinschaftsgefühl, das wir sonst haben, fehlt so natürlich ein wenig“, sagt Kathrin Hörnchen, stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin.

Im Oktober traf sich die die Kreisjugendfeuerwehr mit Jugendwarten in der Rotkreuz-Akademie in Vogelsang zur Präsenzveranstaltung. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Der neuen Corona-Verordnung mit dem „Lockdown Light“ im November kam der Vorstand des Kreisfeuerwehrverbands, dem auch die Kreisjugendfeuerwehr angehört, als umsichtiges Gremium zuvor, indem bis auf weiteres alle Präsenzveranstaltungen abgesagt wurden. Davon betroffen war eben auch das Novemberwochenende zum Abschluss des Jugendgruppenleiterlehrgangs.

Doch die Jugendfeuerwehr im Kreis Euskirchen um Kreisjugendfeuerwehrwartin Kerstin Brandhoff ist bestens aufgestellt – und geht vorbildlich mit der Situation um. Denn Hauptthema des Lehrgangs 2020 war die „Jugendfeuerwehr auf Distanz“. Ein Schwerpunkt waren digitale Tools, die die Jugendfeuerwehren nutzen können, um trotz Pandemiebeschränkungen Veranstaltungen, etwa per Videokonferenz, stattfinden zu lassen. Eine entsprechende Plattform bietet der Kreisfeuerwehrverband an. Die Nachwuchsfeuerwehrkräfte können aber auch über interaktive Spiele, etwa durch ein Feuerwehrquiz, weiter ausgebildet werden. „Das ist vorerst das »neue Normal«“, meint Kathrin Hörnchen. Wie die Tools funktionieren, wird in Erklär-Videos dokumentiert.

Was im Oktober noch normal war, geht im November schon nicht mehr. Statt gemeinsam in einem Raum zu sitzen, findet der Abschluss des Jugendgruppenleiterlehrgans per Videokonferenz statt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bei der Präsenzveranstaltung im Oktober in der Rotkreuz-Akademie in Vogelsang zeigte sich einmal mehr, dass die Kreisjugendfeuerwehr deutlich mehr ist, als ihr Name vermuten lässt. Mit mehr als 700 aktiven Mitgliedern im gesamten Kreisgebiet ist sie ein wichtiger Multiplikator für Netzwerkarbeit im Kreis Euskirchen. Deshalb wird den Jugendwarten durch Vorträge, etwa zu den Themen Drogen- und Suchtprävention, Gewaltprävention, sexuelle Gewalt, Konfliktmanagement sowie Abbau von Vorurteilen, etwa gegenüber der LSBTIQ-Community, wichtiges Hintergrundwissen sowie rechtliche Grundlagen vermittelt, aber auch aufgezeigt, wie sie mit bestimmten Situationen umgehen.

Die Kreisjugendfeuerwehr arbeitet hier eng mit Partnern, beispielsweise der Kriminalpolizei oder dem Verein Frauen helfen Frauen, zusammen. Zurückgegriffen werden kann immer auf externe Experten oder einen Dozentenpool. Wichtig ist auch, dass die Jugendwarte zumindest die Sprache der Jugend verstehen. „Das alles soll zeigen: Die Kreisjugendfeuerwehr ist für euch da!“, sagt Kathrin Hörnchen.

Und auch sonst ist die Kreisjugendfeuerwehr eben mehr als nur Feuerwehr. „Wir vermitteln bei einem Jugendgruppenleiterlehrgang nicht nur reine Feuerwehrgrundlagen“, sagte Kathrin Hörnchen. Die Ausbildung findet nach JuLeiCa-Kriterien statt (die Abkürzung steht für Jugendgruppenleiter-Card). Diese sieht vor, dass Menschen, die eine pädagogische, aber keine Feuerwehrausbildung besitzen, nur den ersten Termin, der im September stattfand, besuchen, weil dort Feuerwehrgrundlagen vermittelt werden. „Dadurch hatten wir an diesem Tag zusätzlich zu den 20 Teilnehmern des Lehrgangs noch sechs bis sieben weitere Personen, die mitmachten“, so Hörnchen.

Der November-Termin wurde nun in ein Online-Seminar umgewandelt, was dieses Jahr im Rahmen der JuLeiCa-Richtlinie zulässig ist. Es wird einen Vortrag von „Frauen helfen Frauen“ geben, es geht um Themen wie Gruppendynamik, etwa am Beispiel Corona, und die Nutzung von sozialen Medien im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit, aber auch Anforderungen an angehende Jugendfeuerwehrwarte werden erörtert.

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In Ulmen werden Schutzmasken genäht

Ulmen, 19.11.2020 – In Ulmen werden ab sofort Masken für Mund und Nase zum Schutz vor der Ansteckung und Verbreitung von Corona-Viren genäht. Der Vorschlag, diese Idee in die Tat umzusetzen, kam von dem seit 2018 zusammen mit seiner Familie in Ulmen lebenden und bereits 2012 aus Afrin in Syrien geflüchteten Hasan Ouso. Er lebte, bevor er nach Deutschland kam, mit seiner Frau Fatma und 5 Kindern von 2012 bis 2014 in der Türkei. Sie entschieden sich aber, da sie der ethnischen Minderheit der Jesiden angehören und aufgrund der in der Türkei für die Jesiden herrschenden, sehr eingeschränkten Bildungschancen für ihre Kinder, die Hilfe der UN-Organisation für Migration (IOM) in Anspruch zu nehmen und mit deren Hilfe nach Deutschland einzureisen. Seitdem wohnen sie in einer eigentlich viel zu kleinen Wohnung in Ulmen, aber es konnte noch keine andere und für die Personenzahl adäquate Wohnung oder ein Haus gefunden werden.

Familie Ouso hat, seitdem sie in Ulmen leben, immer schon einen außergewöhnlichen Integrationswillen gezeigt und so haben sie jetzt vorgeschlagen, die Schutzmasken herzustellen, da Hasan Ouso ausgebildeter Schneider und Modedesigner ist. „Wir wollen damit ein kleines Dankeschön sagen für die große Hilfe, die uns zuteil wurde und etwas von dem zurückgeben, was wir an Unterstützung erfahren durften, seit dem wir hier in Ulmen leben dürfen,“ so Hasan Ouso. So wurde dem syrischen Schneider von Helga Schmitt-Eckardt aus Ulmen, die sich zusammen mit ihrem Mann Karl seit einigen Jahren sehr engagiert um die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen bemüht, eine neue Nähmaschine samt Zubehör geschenkt. Nachbarn und Mitglieder des in Ulmen vor kurzem gegründeten kirchlichen Ehrenamtskreises „Flüchtlinge und Integration“ unterstützen diese Aktion mit Spenden von Stoff und anderen Utensilien, wie Gummibändern oder Gummikordeln. Teilweise werden diese Zubehörteile auch käuflich erworben.

Mehr als 300 Schutzmasken, die bis zu 90 Grad Celsius waschbar sind, hat Hasan Ouso bislang schon genäht und sie liegen ab sofort im Edeka-Markt Biermann in Ulmen und in den unterschiedlichen Verkaufsstellen der Bäckerei Müsch aus Alflen mit entsprechenden Hinweisen bereit und können gegen eine kleine Spende mitgenommen werden. „Mit dem Erlös können wir neue Gummibänder und anderes Zubehör beschaffen, damit Hasan Ouso noch viele neue Schutzmasken nähen kann. Aber darüber hinaus wollen wir mit den Spenden auch gezielt die Aktion „Ärzte ohne Grenzen“ bei ihrer Anti-Corona-Infektionsarbeit in Afrika unterstützen, wo das Gesundheitssystem nicht so gut ausgebaut ist, wie bei uns in Deutschland,“ animiert Karl Eckardt alle Menschen, die eine von diesen Schutzmacken in Anspruch nehmen, zum Geben einer freiwilligen Spende. Wilfried Puth

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Städtische Angebote in Meckenheim für Kinder und Jugendliche

Meckenheim, 19.11.2020 – Programm von Mosaik-Kulturhaus und Rheinflanke. Aufgrund der Corona-Pandemie haben sich die Auflagen für die offene Kinder- und Jugendarbeit geändert. Daher können folgende Angebote/Öffnungszeiten im November und Dezember 2020 nur noch mit Anmeldung und festen Zehner-Gruppen stattfinden:

Mosaik-Kulturhaus, Siebengebirgsring 2:

Montag:             16 Uhr bis 20 Uhr Offener Treff (UG)
16 Uhr bis 18 Uhr Zirkus Angebot (EG)

Dienstag:           16 Uhr bis 20 Uhr Jungentreff (UG)
16 Uhr bis 20 Uhr Offener Treff (EG)

Mittwoch:           16 Uhr bis 20 Uhr Offener Treff (UG)
15 Uhr bis 18 Uhr Mädchentreff (EG)
17 Uhr bis 18:30 Uhr RheinFlanke Angebot (Digital)

Donnerstag:       16 Uhr bis 20 Uhr Offener Treff (UG)
15 Uhr bis 18 Uhr RheinFlanke Angebot Mädchen (EG)

Freitag:             16 Uhr bis 20 Uhr Offener Treff (UG)
16 Uhr bis 20 Uhr Offener Treff (EG)

(UG) = Untergeschoss, Zugang über Seiteneingang rechts

(EG) = Erdgeschoss, Zugang über Haupteingang

Kinder City; Im Ruhrfeld 16:

Montag:           14:30 Uhr bis 15:45 Uhr Offener Treff 1

16:15 Uhr bis 17:30 Uhr Offener Treff 2

Dienstag:         14:30 Uhr bis 15:45 Uhr Offener Treff 1

16:15 Uhr bis 17:30 Uhr Offener Treff 2

Mittwoch:         14:30 Uhr bis 15:45 Uhr Offener Treff 1

16:15 Uhr bis 17:30 Uhr Offener Treff 2

Donnerstag:     14:30 Uhr bis 15:45 Uhr Offener Treff 1

16:15 Uhr bis 17:30 Uhr Offener Treff 2

Freitag:            14:30 Uhr bis 15:45 Uhr Offener Treff 1

16:15 Uhr bis 17:30 Uhr Offener Treff 2

Außerdem ist das Team der offenen Kinder- und Jugendarbeit mittwochs und donnerstags zwischen 15 Uhr und 18 Uhr wieder mobil im Stadtgebiet unterwegs.

Bewerbungsberatung:

Eine Bewerbungsberatung ist von Montag bis Freitag nach Terminvereinbarung mit Lisa Büscher, Telefon 0163 / 600 39 67, E-Mail: lisa.buescher@rheinflanke.de, möglich.

Regeln in Corona-Zeiten:

Um an den Angeboten im Mosaik-Kulturhaus und in Kinder City teilnehmen zu können, muss im Vorfeld ein Anmeldezettel (dort können die Teilnehmenden ankreuzen, für welches Angebot sie sich bis zum Jahresende anmelden wollen), die Coronaschutzerklärung und eine Datenschutzerklärung ausgefüllt werden. Diese Dokumente können auf der Homepage der Stadt Meckenheim unter www.meckenheim.de sowie auf www.mosaik-kulturhaus.de heruntergeladen oder im Mosaik-Kulturhaus abgeholt werden.
Weiterhin gelten für die Angebote im Mosaik-Kulturhaus und in Kinder City die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gehört ebenso zum Pflichtprogramm wie Abstandhalten und regelmäßiges Händewaschen.

Fragen beantwortet das Team des Mosaik-Kulturhauses und des städtischen Kooperationspartners Rheinflanke gerne unter:

Telefon: 02225/7089753

Mobil: 0163/6003967

www.facebook.com/mosaik.kulturhaus

www.instagram.com/mosaik_mck

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Zum Lesen, Lachen, Liederträllern … Die Eifel-Gäng in Wort, Bild und Ton für zuhause!

Hillesheim, 19.11.2020 – Seit ihrem ersten gemeinsamen Auftritt am
01.10.2011 machen sie die Eifeler Bühnen unsicher:
Troubadour Günter Hochgürtel, Krimi-Komödiant Ralf
Kramp und Mundart-Spezialist Manfred Lang.

Einer singt, einer liest und einer trägt vor – so lautet
das Motto der drei Eifeler Urgesteine, die es faustdick
hinter den Ohren haben. Mit Bauernschläue,
brachialem Witz und abgründigem Eifel-Humor
begeistern sie bei ihren Auftritten die Menschen
zwischen Vorgebirge und Mosel.

Jetzt gibt es das Buch zur Show, mit Geschichten,
Verzällchen, Liedern und vielen, vielen Bildern.

Für weitere Informationen oder einen Autorenkontakt
stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
KBV Verlags- und Medien-GmbH
Am Markt 7 · 54597 Hillesheim
Ira Schneider, Tel. 0 65 93 / 998 96 – 13, Fax -20
Email: presse@kbv-verlag.de

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Stadt Mechernich ist der bundesweiten Initiative „Silent Rider“ gegen Motorradlärm beigetreten

Mechernich, 19.11.2020 – Motorradlärm ist auch auf etlichen Straßen im Stadtgebiet Mechernich lautstark zu hören. Um dem früh einen Riegel vorzuschieben, ist die Stadt nun der bundesweiten Initiative gegen Motorradlärm „Silent Rider“ beigetreten.

„Wir beziehen damit eindeutig Stellung gegen rücksichtslose Motorradfahrer und den Lärm insbesondere von manipulierten Auspuffanlagen von denen leidgeprüfte Anwohner insbesondere am Wochenende ein Lied singen können“, so Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick.

Kurven der Eifel locken

Constantin Hochgürtel vom Mechernicher Ordnungsamt berichtet, dass auch bei Polizei und Mechernicher Ordnungsamt häufiger Beschwerden eingehen: „Natürlich Jahreszeiten- und wetterbedingt stark schwankend.“ In der Sommersaison lockten die Kurven der Eifel naturgemäß besonders viele Motorradfahrer an. Dazu Hochgürtel: „Wir sind ein beliebter Durchfahrtsbereich für Motorradfahrer und – gruppen, die in die Eifel wollen.“ Leider verhielten sich nicht alle konform der Verkehrsregeln.

Auf Mechernicher Boden seien vor allem die Hauptverkehrsachsen und damit vorrangig Landstraßen und Bundesstraßen betroffen. „Typische Motorradrouten führen von Euskirchen nach Gemünd sowie von Bad Münstereifel nach Heimbach“, erläutert Hochgürtel. Gerne genutzte Abschnitte seien außerdem von Vor-Eifel und Eifel-Kennern die kleineren, kurvenriechen Kreisstraßen K45 (von Iversheim nach Weiler am Berge), K27 (Eicks – Glehn – Bleibuir – Wielspütz – Voißel) und K20 (Bürvenich – Floisdorf – Eicks – Kommern).

Fast gesamte Nordeifel vertreten

Mit den jüngsten Beitritten der Stadt Mechernich sowie der Stiftung Nationalpark Eifel und Vogelsang ist die Nordeifel nun fast flächendeckend im Verein vertreten. Ein Pfund mit dem man wuchern könne, meint Schick: „Im Zusammenschluss mit den besonders betroffenen Kommunen im Kreis Euskirchen und der Eifel-Region werden wir uns stark machen, unnötigen Motorradlärm zu reduzieren und die betroffenen Anwohner und unsere Natur zu schützen“, so Schick.

Die Initiative „Silent Rider“ stellt konkrete Forderungen an die Hersteller und Politik, darunter die Verabschiedung eines Lärmschutzgesetzes mit niedrigen Grenzwerten. höheren Strafen für Manipulationen am Motorrad, die Einführung einer allgemeinen Halterhaftung für Motorräder. „Silent Rider“ richte sich ausdrücklich nicht gegen Motorradfahrer an sich, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins, sondern gegen die schwarzen Schafe unter ihnen, die den vermeidbaren Lärm erzeugen.

Online-Petition

Dem Verein haben sich seit Bestehen auch andere Kommunen aus NRW, aber auch Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen angeschlossen. „Das zeigt, welch große Rolle das Thema Motorradlärm in vielen Regionen einnimmt, und dass sich die Kommunen und Interessensgemeinschaften bei ihren Versuchen, den  Motorradlärm zu reduzieren, alleine gelassen fühlen“, sagt Karl-Heinz Hermanns, Bürgermeister von Simmerath und 1. Vorsitzender von Silent Rider e.V. In Nationalparks, wie dem in der Eifel, komme erschwerend hinzu, dass auch die Wildtiere durch den unnötigen Motorradlärm aufgeschreckt werden.

Zu den Maßnahmen der bundesweiten Kampagne gehört auch eine Online-Petition gegen Motorradlärm. Auf www.silent-rider.de oder www.openpetition.de können Betroffene und Menschen, die sich mit Betroffenen solidarisch zeigen, ihre Stimme gegen unnötigen Motorradlärm abgeben. Mit der Petition möchte sich die Initiative nahc eigenen Aussagen Gehör und Gewicht beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages verschaffen.

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Musik- und Gesangsvereine dürfen – sobald es wieder erlaubt ist – kostenlos in den Sport- und Freizeithallen proben

Kaisersesch, 19.11.2020 – Sobald die Nutzung der Sport- und Freizeithallen wieder möglich ist, dürfen die Musik- und Gesangsvereine am Wochenende die Sport- und Freizeithallen der Verbandsgemeinde Kaisersesch kostenlos für ihre Proben nutzen. Der Beschluss wurde einstimmig in der letzten Verbandsgemeinderatssitzung am 9. November 2020 gefasst.

Samstags und sonntags stehen die Hallen in Brohl, Hambuch, Kaisersesch, Landkern und Masburg unter Einhaltung des Hygiene- und Wegekonzeptes zur Verfügung.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, werden die Musik- und Gesangsvereine gebeten, ihren Bedarf bei der Verbandsgemeindeverwaltung anzumelden. Wichtig ist, dass die Halle, die Wunschzeit und die Personenanzahl in der Anfrage mitgeteilt werden.

Detaillierte Informationen zu den Sport- und Freizeithallen in der Verbandsgemeinde Kaisersesch erhalten Sie unter www.kaisersesch.de/sportanlagen


Kontakt:
Lena Euteneuer | Telefon: 02653 9996-121 | E-Mail: lena.euteneuer@vg.kaiseresch.de

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Anpacken statt Abwarten – Gelbe „Streetbuddies“ sorgen für mehr Sicherheit

Mechernich-Satzvey/Lessenich, 18.11.2020 – Die aus Holz gefertigten Figuren sind knallgelb und exakt 89 Zentimeter groß. Mit der Höhe könnten sie auch ein Kind sein. Marco Kaudel, der Ortsvorsteher von Lessenich, hat die „Streetbuddies“ in Satzvey und Lessenich aufgestellt. Dort, wo viel Verkehr herrscht und gerade die Kleinsten gefährdet sind.

Die Streetbuddies warnen die Verkehrsteilnehmer unermüdlich und eindringlich: „Vorsicht! Langsam! Hier sind Kinder unterwegs!“ Wie nahezu jeden Morgen donnern auch heute wieder schwerbeladene Laster, kleine und große Autos durch die schmale Ortsdurchfahrt von Satzvey. In Lessenich ist die Situation zum Teil vergleichbar, insbesondere in Bezug auf die „gefühlte Geschwindigkeit“.

Sabrina Kaudel kümmerte sich um den vernünftigen Anstrich. In knallgelb fallen die Figuren auf. Foto: Marco Kaudel/pp/Agentur ProfiPress

Die Figuren sind in Handarbeit gefertigt. Um sie herzustellen haben Marco Kaudel, seine Frau Sabrina und sein Schwiegervater Peter Wrase emsig in der heimischen Werkstatt gewerkelt. Insgesamt zehn Exemplare hat das Trio mittlerweile produziert und am Straßenrand in Satzvey und Lessenich aufgestellt.

Seitens Ordnungsbehörde hatte man Kaudel seinerzeit „grünes Licht“ für die „Streetbuddies“ gegeben. „So lange die Figuren keinen Verkehrsteilnehmer behindern, dürfen die gerne am oder auf dem Bürgersteig aufgestellt werden“ so Peter Kern der Leiter des Mechernicher Ordnungsamts.

Autofahrer fahren aufmerksamer

Für seine selbstlose Aktion erntete er bereits viel Lob von den Anwohnern der beiden Dörfer, die erste Erfolge spüren: „Es ist auffällig, die Autofahrer fahren wirklich anständiger und aufmerksamer“, lautet ein Fazit von Saskia Matuschek aus Lessenich

Gefertigt sind die Holzfiguren nach Hilberather Vorbild. Marco Kaudel war auf dem Weg zur Arbeit, als er sie dort entdeckte. Er erinnert sich: „Die Streetbuddies in dem Ort waren angezogen. Sie hatten eine Mütze auf und eine Hose an. Im ersten Moment dachte ich wirklich, da steht ein Kind.“

Die Hilberather haben die Warnfiguren zusätzlich öfters versetzt. Zwei Tage da, zwei Tage dort. „Das hat auf mich eine riesige Wirkung gehabt. Ich habe immer abgebremst und geguckt“, berichtet Kaudel. Später seien die Hilberather Holzfiguren gelb angestrichen worden.

„Das könnte man adaptieren“, dachte er sich und packte eines Morgens daher einen Zollstock und einen Foto-Apparat für den Weg zur Arbeit mit ein und nahm vor Ort Maß am Prototyp. Sein Schwiegervater sei handwerklich sehr begabt. „Er hat die Figuren anhand meiner Maße und Fotos neu abgemalt, ausgeschnitten und dann haben wir angefangen zu reproduzieren.“

Ins Rollen gekommen, war die Streetbuddy-Aktion eigentlich schon vor einigen Wochen. Während seines Wahlkampfes um den Posten im Rat der Stadt habe er mehrmals Station für eine Gesprächsrunde mit den Anwohnern in Satzvey gemacht und ebenfalls eine Bürgerversammlung zur Autobahnanbindung und Ortsumgehung organisiert und moderiert.

„Zutiefst betroffen“

Kaudel: „Nach einer dieser Veranstaltungen bin ich zutiefst betroffen nach Hause gegangen. Mir wurde klar, die Anwohner leiden Tag für Tag extrem unter der Verkehrssituation im Ort.“ Irgendwie müsse doch da eine Lösung zu finden sein. Die Satzveyer hätten oft genug schon das Gefühl gehabt, damit von der Politik allein gelassen zu werden. Kaudel ist überzeugt: „Auch kleine Dinge können Gutes bewirken“.

Die Satzveyer Bürger hatten ihm bei den Treffen von abgefahrenen Dachrinnen, Lkw-Fahrern, die Passanten beschimpften und bespuckten, während kleine Kinder dabei waren, und auch von Spaziergängern, die von Spiegeln fahrender Autos touchiert worden seien, berichtet. „Gottseidank ist noch nie was Schlimmeres passiert“, so Kaudel, der sich das gar nicht ausmalen mag.

Fakt ist aber: Eine Autobahnanbindung oder eine Ortsumgehung, die Erleichterung und Entlastung verschaffen könnte, werde es so schnell nicht geben können. Das brauche leider Zeit, weiß Kaudel. „So ein Vorhaben kann nicht von heute auf morgen umgesetzt werden.“ Daran seien zu viele auswärtige Gremien und Instanzen beteiligt. Obgleich ein Gutachter in der jüngsten Sitzung des Mechernicher Stadtentwicklungsausschuss sogar deutlich machte, dass die zusätzliche Anbindung einen hohen ökologischen Wert habe und durchaus gut fürs Klima sei.

Angesichts dieser schwierigen Ausgangsbasis schwor er sich „anzupacken statt abzuwarten“, um zumindest Erleichterungen für die Satzveyer zu schaffen.

Gut zweieinhalb Stunden Arbeit steckten Marco Kaudel und seine Mitstreiter in die Herstellung eines Buddies, von denen es Mädchen- und Jungen-Versionen gibt. Der Materialwert liege bei etwa 35 Euro pro Stück, was der Lessenicher Ortsvorsteher gerne spendete. Alle Figuren wurden aus MDF-Holz gefertigt und vier Mal lackiert. „In der zweiten Charge haben wir denen noch reflektierende Leuchtaufkleber vergeben.“ Nach den ersten Buddies war ihm nämlich klar geworden: „In der Dunkelheit sieht man die Streetbuddies nur begrenzt.“

Auge auf „Buddies“

Mittlerweile haben auch Anwohner Patenschaften für die aufgestellten Figuren übernommen und ein Auge auf die „Buddies“, damit sie nicht geklaut oder mutwillig beschädigt werden, so Kaudel, der berichtet: „Zwei Figuren mussten schon repariert werden, eine ist komplett verschwunden.“

Der engagierte Kaudel will es aber nicht allein bei dieser ersten Aktion belassen, sondern hat jetzt schon weitere Pläne in der Schublade. So könnten beispielsweise Banner aufgehangen werden, um den Schulweg, der gespickt ist mit schmalen Fußgängerwegen an verkehrsintensiven Straßen, für Satzveyer Kinder sicherer zu gestalten.

Als frischgebackenes Ratsmitglied will er die Satzveyer auffordern, in den Dialog zu treten, auch, um vielleicht ein schlagkräftiges Schülerlotsenteam mit der Grundschule zu organisieren. „Damit will ich auch nochmal deutlich machen: Die Schüler brauchen sich nicht vor dem Verkehr zu verstecken. Sie haben ein Anrecht darauf, dort entlang zu laufen und zwar so sicher wie möglich.“ Darüber hinaus könnten „Fußstapfen“ an markanten Stellen auf die Bürgersteige angebracht werden, wo Fußgänger und PKW-Fahrer sie am besten sehen. Sie sollen zusätzlich auf den Bürgersteigen den besten und sicheren Weg leiten.

Außerdem appelliert Kaudel: „Erwachsene sind immer getrieben von Hektik, Eile und beruflichem Stress. Wenn wir uns da alle einfach nur ein wenig zurücknehmen und aufmerksam sind, dann können wir gefährliche Situationen entspannen und dafür sorgen, dass wir alle vernünftig durch den Straßenverkehr kommen.“

„Nachahmen“ ausdrücklich erwünscht betont Kaudel. Auf Wunsch leiht er gerne die Muster aus Pappkarton aus und gibt die Einkaufsliste für die Materialien weiter.