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RLP Innenminister Lewentz: Kriminellen Rocker-Strukturen stemmen wir uns entgegen

Region/Mainz – Weniger als zwei Wochen hat es gedauert, bis die auch in Rheinland-Pfalz durchgeführten vereinsrechtlichen Ermittlungsmaßnahmen gegen die Rockergruppierung „Bandidos MC Federation West Central“ in ein Verbot mündeten. Die bisherigen Erkenntnisse belegen, dass der Verein trotz seiner erklärten Selbstauflösung weiterhin existiert. Das Bundesinnenministerium hat die Rockergruppierung daher mit sofortiger Wirkung verboten.

„Wer Parallelgesellschaften und rechtsfreie Räume schaffen will, muss mit der ganzen Härte des Rechtsstaates rechnen. Den kriminellen Strukturen der Rocker stemmen wir uns deutlich entgegen“, so Innenminister Lewentz. Bund und Länder arbeiteten im Sinne einer Null-Toleranz-Strategie seit Jahren eng zusammen.

Die vereinsrechtlichen Ermittlungsmaßnahmen hatten am 1. Juli auch in den Landkreisen Bad Kreuznach, Mainz-Bingen, Mayen-Koblenz und Neuwied und unter Beteiligung von 180 Kräften der rheinland-pfälzischen Polizei stattgefunden. Es waren unter anderem IT-Geräte, Speichermedien, Bargeld und Gegenstände beschlagnahmt worden, die die Vereinszugehörigkeit dokumentierten. Die Durchsuchungsmaßnahmen in Rheinland-Pfalz umfassten sechs Objekte und fünf Betroffene. Auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen hatten Ermittlungsmaßnahmen stattgefunden.

Der Gesamtverein sowie die 38 „Chapter“ als Teilorganisationen der Rockergruppierung sind ab sofort verboten und werden aufgelöst. Das Vereinsvermögen wird beschlagnahmt und unterliegt der Einziehung. Von diesem Verbot sind nach Schätzungen des Bundeskriminalamts ungefähr 650 Rocker in Deutschland betroffen.

Die Verbotsverfügung des Bundesinnenministeriums stellt fest, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins einschließlich seiner Teilorganisationen im Inland den Strafgesetzen zuwiderlaufen. Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus. Wesensprägend für den Verein ist insbesondere dessen strafrechtswidrige Selbstbehauptung gegenüber konkurrierenden Rockergruppierungen und anderen Organisationen. In der Vergangenheit kam es wiederholt zu schweren Körperverletzungs- und (versuchten) Tötungsdelikten.

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Geistlicher Begleiter im Ruhestand

Mechernich-Kallmuth/Eiserfey – Corona-bedingt erst einige Monate nach ihrem tatsächlichen Ausscheiden zum Jahreswechsel wurde jetzt die frühere langjährige Kallmuther Pfarrsekretärin Isolde Frings (71) offiziell in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Pfarreiratsvorsitzender Gerhard Mayr-Reineke bedankte sich bei der „guten Seele“ des früheren Pfarrverbundes Kallmuth/Weyer/Eiserfey, dem neben diesen Pfarreien auch die Filialgemeinde Heilige Familie Kalenberg sowie die Kapellengemeinden Lorbach und Bergheim sowie die Dörfer Vollem, Dreimühlen und Urfey angehören.

Gruppenbild mit Heiligem Aloysius, der von der Friedhofsseite der Kallmuther Pfarrkirche, wo er früher seinen Platz hatte, auf den Speicher des Pfarrhauses und nach dessen Verkauf ins Pfarrbüro umzog, erhält jetzt bei Isolde Frings in Eiserfey eine neue Heimat. Gerhard Mayr-Reineke (v.l.), Dr. Hermann-Josef Schnorrenberg, Dietmar Evertz, Hubert Hufschmied und Helmut Evertz gratulierten der scheidenden Pfarrsekretärin für die Pfarrgemeinden. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Mit Mayr-Reineke waren auch die Kirchenvorstände Hubert Hufschmied, Dr. Hermann-Josef Schnorrenberg, Dieter und Helmut Evertz sowie Diakon Manni Lang zu einer kleinen Feierstunde in die Pfarreiräumlichkeiten der alten Schule (Dorfgemeinschaftshaus Kallmuth) gekommen, um Isolde Frings zu verabschieden. Urlaubsbedingt fehlte der Eiserfeyer Kirchenvorstand Willi Molitor.

Als ganz besonderes Abschiedsgeschenk erhielt Isolde Frings jene Gipsfigur des Heiligen Aloysius, die über zehn Jahre den Platz in den überschaubaren Pfarreiräumlichkeiten mit ihr geteilt hatte. „Damit Du im Ruhestand einen geistlichen Beistand hast“, scherzte Gerhard Mayr-Reineke.

Frühere Rennfahrerin

Die kirchlichen Gremien beteiligten sich außerdem mit einem Betrag an der Anschaffung eines Strandkorbes, den sich Isolde Frings für den heimischen Garten in Eiserfey gewünscht hatte. Die frühere Formel-3-Rennfahrerin zählt heute Lesen und Yoga zu ihren Hobbys.

In seiner kleinen Ansprache erinnerte der Pfarreiratsvorsitzende auch an Isolde Frings‘ ehrenamtliches kirchliches Engagement, das bereits Jahrzehnte vor der Anstellung begann und nun auch über ihren hauptamtlichen Ruhestand hinausgeht. Unter anderem war und ist die Eiserfeyerin Lektorin, organisierte Seniorenfahrten und Nachmittage und gehörte dem Pfarrei- und GdG-Rat sowie dem Jugendausschuss an.

Ihre Stelle im Pfarrbüro habe die 71jährige, die in der Nähe von Koblenz geboren wurde, „mit Kompetenz und mit viel Herz ausgefüllt“, so Mayr-Reineke: „Wir waren stets hochzufrieden mit Dir!“ Manchmal war sie auch die Seelentrösterin für die Trauernden, die bei ihr die „Messen bestellten“.

Isolde Frings hatte ihre Tätigkeit im Pfarrbüro noch unter Pfarrer Kurt Hoberg aufgenommen und später unter Pfarrer Lothar Tillmann und Gemeindereferentin Elke Jodocy fortgesetzt, die der auch für Kallmuth zuständige Mechernicher Pfarrer und GdG-Leiter Erik Pühringer  zeitweise eingesetzt hatte.

Ehrenamtliches Team

Die letzten Jahre unterstützte ein Team aus Laien die Eiserfeyerin im Pfarrbüro zum Beispiel bei besonders aufwändigen Organisationen wie Mairitt, Schmerzensfreitag und Jubelkommunionen. Seit Isolde Frings‘ Ausscheiden wird das Pfarrbüro ehrenamtlich nach den Messen fortgeführt. In der Hauptsache sollen sich die Gläubigen wegen Messintentionen und anderen Formalitäten an das zentrale Pfarrbüro in Mechernich, Weierstraße 80, (0 24 43) 86 40, wenden.

Isolde Frings sagte bei ihrer Verabschiedung, man habe sich im Team gegenseitig sehr gut ergänzt. Unter anderem war sie für die Pfarramtskasse, Buchführung, Taufen- und Beerdigungsdokumentation (Kirchenbücher) und Messintentionen zuständig. Gerhard Mayr-Reineke bedankte sich ausdrücklich, dass Isolde Frings „immer ein offenes Ohr für uns Ehrenamtliche gehabt hat.“

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Tina Blatt feiert 25-jähriges Dienstjubiläum

Kaisersesch – Im Rahmen einer coronakonformen Feierstunde wurde Tina Blatt für ihre 25-jährige Tätigkeit im öffentlichen Dienst geehrt. Als Zeichen der Anerkennung für die bisherige geleistete Arbeit überreichte ihr Bürgermeister Albert Jung eine Dankurkunde und einen Blumenstrauß.

Als Verbandsgemeindeinspektorenanwärterin begann Tina Blatt am 01.07.1996 ihre Ausbildung in der Verbandsgemeindeverwaltung Treis-Karden. Mit dem erfolgreichen Abschluss zum Diplom-Verwaltungswirt durchlief sie bis 2004 verschiedene Abteilungen. Mitte 2004 wurde sie zur Verbandsgemeindeinspektorin ernannt und trat Ende des Jahres die Abordnung nach Cochem zur ARGE „Hartz IV“ an. 2007 kam die Beförderung zur Verbandsgemeindeoberinspektorin. Nach Mutterschutz und Erziehungsurlaub war sie ab Juli 2013 bis zur Fusion der Verbandsgemeinde Treis-Karden mit der Verbandsgemeinde Kaisersesch im Bereich der Organisation und Bürgerdienste beschäftigt. Ab dem 01.07.2014 wurde Tina Blatt zunächst im Fachbereich 1/Zentrale Dienste und seit 2017 im Fachbereich 2/Bürgerdienste eingesetzt. Am 05.03.2018 wurde sie zur Standesbeamtin befördert.

Bürgermeister Jung bedankte sich bei Tina Blatt für die gute Zusammenarbeit und wünschte ihr alles Gute sowie Gesundheit für die Zukunft. Dem Dank und den Wünschen schlossen sich Büroleiter Mark Klasen, Fachbereichsleiter Norbert Fuhrmann und Personalratsvorsitzende Petra Gotto an. Gleichfalls gratulierten alle Kolleg*innen.

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Heimat-Ministerin Scharrenbach: „Gemeinde Kall ist uns lieb und teuer“

Kall-Keldenich – NRW-Ministerin überreichte drei Förderbescheide in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro für Bauprojekte in Kall – Bürgermeister Hermann-Josef Esser: „Mit diesen Fördergeldern können wir die Lebensqualität und das Miteinander in der ländlichen Region deutlich verbessern“.

Bei ihrem Besuch in Keldenich bat Bürgermeister Hermann-Josef Esser die Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach um einen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Kall. Foto: Michael Thalken / Eifeler Presse Agentur/epa

Für Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, war es fast schon ein Heimspiel. Mit den Worten: „Da bin ich wieder“, begrüßte sie am Freitagnachmittag die Anwesenden im Saal der der ehemaligen Gaststätte „Bei Kathi“, um gleich drei Förderbescheide für bauliche Vorhaben in der Gemeinde Kall mit einer Gesamtsumme von knapp 2,3 Millionen Euro zu überbringen. Die Ministerin war erst ein Jahr zuvor in Keldenich gewesen, damals überbrachte sie Förderbescheide für die Bürgerhäuser Sistig und Sötenich. „Wir haben Sie in den vergangenen Jahren mit rund fünf Millionen Euro unterstützt, so dass ich sagen kann: Die Gemeinde Kall ist uns lieb und teuer“, so die Heimat-Ministerin augenzwinkernd.

Begrüßt wurde die Überbringerin guter Botschaften in Keldenich von Bürgermeister Hermann-Josef Esser, den beiden Landtagsmitgliedern Dr. Ralf Nolten und Klaus Voussem, Vertretern der Ratsfraktionen sowie nicht zuletzt dem Vorsitzenden der Keldenicher Dorfgemeinschaft, Dr. Arno Lehmkühler, und dem Wallenthaler Ortsvorsteher Hans Reiff. Auch Altbürgermeister Hans Kaiser hatte sich zur Übergabe eingefunden.

Die Ministerin berichtete, dass das, was in Keldenich geschehe, derzeit symptomatisch für den ländlichen Raum sei: „Die letzten Kneipen schließen, es gibt keine Nachfolger mehr und damit verschwinden auch die Räume zum Sammeln und Versammeln.“ Diese Räume seien jedoch enorm wichtig, da viele gute Ideen, die eine Dorfgemeinschaft nach vorne brächten, an der Theke entstünden.

Nach vorn gebracht wird die Gemeinde Kall aber auch durch die Förderbescheide, die die Ministerin im Gepäck hatte. Dabei handelte es sich zunächst um zwei Bescheide aus dem NRW-Landesprogramm „Dorferneuerung 2021“, für Keldenich in einer Kombination mit Fördergeldern aus dem Heimat-Fonds. Denn für die Gaststätte „Bei Kathi“ gab es noch eine Finanzierungslücke in Sachen Erwerb der Immobilie. Somit stehen für das neue Dorfgemeinschaftshaus in Keldenich jetzt gut 100.000 Euro und für die Sanierung des Dorfsaals Wallenthal weitere 56.000 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus durfte sich Bürgermeister Hermann-Josef Esser über 2,12 Millionen Euro aus dem Städtebauprojekt (Maßnahme „Lebendige Zentren“) für den geplanten Urftauenpark freuen.

Esser bedankte sich mit einem großen Blumenstrauß bei Ina Scharrenbach. „Mit diesen Fördergeldern trägt das Land dazu bei, dass wir die Lebensqualität und das Miteinander in der ländlichen Region deutlich verbessern können“, so der Bürgermeister, der sich begeistert zeigte über die „enorme Präsenz“ der Ministerin in Städten und Gemeinden. Er lobte ihr stets offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Das Dorfgemeinschaftshaus Keldenich soll zu einem multikulturellen Versammlungs- und Veranstaltungsort werden. Hierzu sind eine Grundsanierung des Saales sowie die Umsetzung von Brand- und Schallschutzmaßnahmen nötig. Nicht zuletzt muss die elektrische Installation erneuert und auf LED-Technik umgerüstet werden. Auch die Ausstattung soll ein „Update“ erhalten.

Dank zollte der Bürgermeister auch dem Engagement des Dorfgemeinschaftsvorsitzenden Dr. Arno Lehmkühler und seinen Mitstreiter/innen sowie des Wallenthaler Ortsvorstehers Hans Reiff. Letzterer habe sowohl den Gemeinderat als auch das Land davon überzeugt, dass eine Teilsanierung des Dorfsaals in Wallenthal sowie ein Anbau als Projekt „Vereine-Raum“ förderungswürdig sei. Da der „Eifeler Alpenhof“ in Zukunft nicht mehr für das Vereinsleben zur Verfügung stehe, solle der Anbau dazu dienen, dass man sich auch in kleinerer Runde treffen könne, ohne, dass der ganze Dorfsaal aufgeheizt werden müsse. Eine Wirtschaft, die einmal in der Woche geöffnet hat, ein Café sowie Senioren- und Kindernachmittage stehen mit auf der Wunschliste der Dorfbevölkerung. Des Weiteren will man die maroden Toilettenanlagen in der Dorfhalle sanieren. Die Dorfhalle wurde in den 1950er Jahren ohne staatliche Zuschüsse nur durch Eigenmittel errichtet. Die Förderquote beider Projekte in Keldenich und Wallenthal liegt bei jeweils 65 Prozent.

Die größte vom Land zur Verfügung gestellte Summe von 2,1 Millionen Euro fließt im Wesentlichen in die Realisierung des Urftauenparks. Damit übernimmt das Land 60 Prozent der geplanten Investitionskosten von insgesamt 3,5 Millionen Euro. Im Rahmen dieser Maßnahme sollen, wie bereits der Öffentlichkeit vorgestellt, in einem ersten Bauabschnitt unter anderem hinter dem Hallenbad im Kernort ein Spielplatz und ein Fitness-Platz entstehen, sowie später weitere Freizeiteinrichtungen und ein Wasserspielplatz am Ufer der Urft. Während der Urftauenpark noch ein wenig Zeit benötigt, plant man in den Dorfgemeinschaften die Baumaßnahmen bis Ende nächsten Jahres umgesetzt zu haben.

Dr. Arno Lehmkühler bedankte sich abschließend noch einmal besonders bei der Ministerin und nannte sie einen Menschen, der gut zuhören könne. Ein weiterer Dank ging an Dr. Ralf Nolten (MdL), von dem man in Keldenich eine außergewöhnlich große Unterstützung in Rat und Tat erfahren habe.

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Bläck Fööss-Konzert in Bad Bertrich verschoben – Weitere Veranstaltungen abgesagt!

Bad Bertrich – Das Konzert der Bläck Fööss in Bad Bertrich, das am 3. September 2021 im Kursaal in Bad Bertrich stattfinden sollte, wird aufgrund der aktuell geltenden Coronaverordnung auf den 23. April 2022 verschoben. Bereits gekaufte Tickets behalten für den Alternativtermin ihre Gültigkeit oder können gegen Erstattung des vollen Kaufpreises zurückgegeben werden. Die Tickets können bei der GesundLand Vulkaneifel GmbH, Leopoldstraße 9a, 54550 Daun, zurückgegeben werden. Für die Rückgabe werden die Originaltickets sowie die Bankverbindung für die Rücküberweisung benötigt. Keine Barauszahlung möglich.

Die Sommerveranstaltungen in Bad Bertrich, das Open-Air-Kino-Picknick (geplant für den 7. August) sowie der Sommernachtstanz im Kurgarten (geplant für den 17. Juli), können aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden und finden erst 2022 wieder statt. Der Sommernachtstanz ist für den 16. Juli 2022 geplant, das Open-Air-Kino für den 13. August 2022.

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Endlich wieder Sport in der Gemeinschaft – Radtour durch das schöne Elztal

Laacher See – Etappenziele Heilbachsee, Aussichtstürme in Sassen, Boos und die Jacobussäule. Noch bevor das neue Teilstück des Elztal Radweg offiziell eingeweiht war, testeten fast 30 LG’ler den neuen Streckenabschnitt. Vom Sportplatz in Monreal ging es über Bermel, Uersfeld nach Gunderath. Am Heilbachsee machten sie eine kurze Pause und anschließend teilte sich das Radlerfeld. Es ging über Sassen und Mannebach nach Boos zum Booser Eifelturm. Hier nahmen sich einige Zeit, um das wunderbare Eifelpanorama zu genießen.

Trinkpause am Heilbachsee (Gunderath). Foto: LG Laacher See e.V.

Nach dem Treffen mit den Vereinskollegen, verteilten sie sich und fuhren teils in verschiedenen Richtungen zur Blumerather Heide. Die ganz Fleißigen radelten über Kürrenberg zur Jacobussäule und weiter über den Wüsterather Hof und Müsch in Richtung Monreal. Dies ergab eine Streckenleistung von knapp 60 km. Wer ohne Elektrofahrrad unterwegs war, hatte ganz schön zu strampeln.

Diejenigen, die es lieber kürzer wollten, fuhren von der Blumerather Heide aus über den Karbachtalweg hinunter nach Monreal. Diese Strecke hatte es allerdings in sich. Es ging über Stock und Stein. Durch eine kleine Unachtsamkeit stürzten zwei Teilnehmer, die sich aber nur leicht verletzten.

Im Ziel wurden die müden Sportler mit einer kühlen Erfrischung empfangen. Allerdings kam diese auch von oben. Denn gegen Ende der Tour öffnete der Himmel seine Schleusen. Auch wenn die Strecke etwas anspruchsvoll war, hat es allen Spaß gemacht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in diesem Jahr nochmals eine Radtour angeboten wird. Die Planungen dafür hat eine Teilnehmerin schon aufgenommen.

„Derzeit überlegt die LG Laacher See mit den zuständigen Behörden, ob Lauf „Rund um den Laacher See“ am 19. September stattfinden kann. Sobald eine Entscheidung getroffen wird, werden wir über die örtliche Presse informieren“, verrät Vorstandsmitglied Axel Schäfer.

Information und Rückfragen:
Klaus Jahnz, 0175-2962172, www.lglaachersee.de

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Der Archimedische Sandkasten in Aachen ist aufgebaut

Aachen – Das Team des Stadtbetriebs hat Aachens größten Sommer-Sandkasten am Morgen aufgebaut. Öcher Tradition: zum sechsten Mal kann bis zum 15. August wieder gebuddelt oder einfach entspannt werden. Nach Pause im Vorjahr: Ferienspiele der Archimedischen Werkstatt zum Thema „vertical farming“ erobern den Katschhof ab dem 26. Juli.

Der „schönste Sandkasten der Welt“ ist wieder da: Bis zum 15. August kann auf dem Katschhof fleißig gebuddelt werden. Foto: © Stadt Aachen/ Andreas Herrmann

Die Vorfreude ist den Schaulustigen – vor allem den jungen – anzusehen. Staunend begleiten sie das Spektakel am frühen Donnerstagmorgen auf dem Katschhof, als die Lastwagen des Aachener Stadtbetriebs die schweren Fichtenbalken anliefern, und das eingespielte Team „Archimedischer Sandkasten“ an die Arbeit geht. Insgesamt 160 Meter Holz müssen montiert werden, bevor eine Ladung Sand nach der anderen zwischen Dom und Rathaus ausgekippt und im fertigen Sandkasten verteilt wird – 150 Tonnen insgesamt.

Ein Sandkasten auf dem schönsten Platz der Welt

Die Vorfreude ist auch allen Verantwortlichen zur Eröffnung ins Gesicht geschrieben. „Es ist mir wirklich eine Freude“, sagt Bürgermeisterin Hilde Scheidt beim Pressgespräch am Donnerstag, 8. Juli. „Das kann keiner toppen. Ein Sandkasten auf dem schönsten Platz der Welt und im sechsten Jahr mittlerweile echte Öcher Tradition. Es ist einfach klasse, was sich hier entwickelt hat, ein riesiger Erfolg. Das sieht man auch daran, wie gut er jedes Jahr angenommen wird, wie viele Kinder und auch Eltern sich auf diese Wochen freuen.“ Offiziell geöffnet ist der Archimedische Sandkasten des Future Lab Aachen vom 10. Juli bis zum 15. August.

Teamwork sorgt für zügigen Aufbau

Und damit es mit dem Spaß auch direkt losgehen kann, bedarf es guter Planung und engagierter Teamarbeit. Ilse Stollenwerk, als Geschäftsbereichsleiterin Grünflächenpflege im Aachener Stadtbetrieb auch für das Team der Spielplätze zuständig, weiß das aus Erfahrung: „Das ist ein Paradebeispiel für fachübergreifendes Teamwork. Heute sind hier Kolleg*innen aus der Spielplatzpflege, den Grünkolonnen, LKW-Fahrer aus verschiedenen Bereichen, unsere Auszubildenden und Mitarbeiter*innen der Gärtnerei Hand in Hand beschäftigt und es läuft wieder reibungslos.“ Die Arbeit macht auch sichtlich Spaß und ist gleichzeitig eine Möglichkeit zur Begegnung der unterschiedlichen Bereiche. „Wir freuen uns riesig, Jahr für Jahr diese tolle Aktion mit auf die Beine zu stellen“, sagt Stollenwerk. Bereits um 13.30 Uhr wird noch einmal der Sand gerecht, damit ist der Aufbau beendet.

Der Aachener Stadtbetrieb wird auch während der fünf Wochen jeden Tag vor Ort sein und den Spielsand und den umliegenden Bereich kontrollieren und säubern, bevor dann im August wieder der große Abbau ansteht. Der Sand wird dann eingelagert und bei Bedarf auf die Spielplätze im Stadtgebiet verteilt.

Ferienspiele zum Thema „vertical farming“

Ab dem 26. Juli haben die Kinder und Jugendlichen der städtischen Ferienspiele des Fachbereich Kinder, Jugend und Schule das Kommando über die grauen Pflastersteine, und es wird grün. „Nach einem Jahr Pause kann die Archimedische Werkstatt wieder loslegen“, freut sich Renate Prömpeler als Verantwortliche für die Ferienspiele bei der Stadt Aachen.  Das Thema in diesem Jahr ist „vertical farming“.

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Serap Güler zu Gast bei der Veranstaltung „Faktencheck Integration“ in der Bürgerhalle Kall

Kall – Landrat Markus Ramers: „Seit 2015 ist der Kreis Euskirchen toleranter und vielfältiger geworden“. „Integration ist in Deutschland ein Erfolgsmodell.“ Mit diesem Statement wies die Staatssekretärin für Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Serap Güler, in der Bürgerhalle Kall darauf hin, dass Integration gelingt und es sich lohnt, auf die Erfolge von guter Integrationsarbeit hinzuweisen.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser (links) und Landrat Markus Ramers begrüßten die NRW-Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, in der Kaller Bürgerhalle. Bild: Michael Thalken / Eifeler Presse Agentur/epa

Der Abend lieferte dafür genügend Beispiele.

Dank eines strengen Hygienekonzepts konnten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt vor Ort an der Veranstaltung teilnehmen. Foto: Michael Thalken / Eifeler Presse Agentur/epa

Im Rahmen des Landesförderprojekts „NRWeltoffen“ galt es, während der Veranstaltung „Faktencheck Integration 2021“ der Frage nachzuspüren, wie sich die Integrationsarbeit seit dem Zuzug von Geflüchteten vor allem im Jahr 2015 im Kreis Euskirchen entwickelt hat.

Während einer Diskussionsrunde konnten Geflüchtete und Ehrenamtler der Staatsekretärin Serap Güler (links) Fragen stellen. Foto: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Was war gut gelaufen und wo gab es noch Verbesserungsbedarf? Organisiert wurde der Abend, der sowohl in der Bürgerhalle Kall als auch als Streaming-Veranstaltung im Netz stattfand, vom NRWeltoffen-Team gemeinsam mit dem Kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum (KoBIZ) des Kreises Euskirchen, Kooperationspartnerin war die Gemeinde Kall.

Bevor die Staatssekretärin aufs Podium stieg, trug sie sich in das „Goldene Buch“ der Gemeinde Kall mit dem Satz ein: „Vielfalt ist definitiv unsere Stärke!“ – ein Slogan, den der Landrat des Kreises Euskirchen Markus Ramers und Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser im wahrsten Sinne des Wortes mitunterschreiben konnten.

In seinem Eröffnungsgrußwort erinnerte der Landrat daran, dass selbst die Fußballnationalmannschaft in den vergangenen Jahren bunter geworden sei. „Wert und Erfolg von Integration bemessen sich allerdings nicht danach, wie viele Menschen mit Migrationshintergrund in der Öffentlichkeit stehen, sondern sie bemessen sich nach dem, was im Alltagsleben geschieht, wie viele Zugewanderte bei uns Arbeit gefunden oder einen Sprachkursus absolviert haben. Wie viele Menschen Anschluss oder Aufnahme in Vereinen, ja wie viele hier vor Ort Freunde gefunden haben“, so Ramers. Er betonte, dass es wichtig sei, ein ehrliches Fazit zu ziehen, nichts schön zu reden und Erfolge wie Versäumnisse gleichermaßen zu benennen. Und dies am besten mit den Betroffenen gemeinsam.

Seit 2015 sei der Kreis Euskirchen noch einmal toleranter und vielfältiger geworden. Dies habe nur geschehen können, weil viele Institutionen, Vereine, das KoBIZ, die Ausländerbehörde und vor allem auch die kommunalen Verwaltungen mit angepackt hätten. In diesem Zusammenhang verwies Ramers auch auf den Allgemeinen Vertreter und Integrationsbeauftragten des Kreises Euskirchen, Manfred Poth, der nach 45-jähriger Dienstzeit in Kall seinen letzten Arbeitstag beendete. „Manfred Poth hat stets klare Kante gezeigt und viel dazu beigetragen, dass wir mit unserer Integrationsarbeit im Kreis Euskirchen so erfolgreich waren“, so der Landrat.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser erinnerte daran, dass man bereits 2016 in der Gemeinde Kall die erste Vollzeitstelle für den Bereich Integration geschaffen habe, ein Jahr später eine zweite. Er dankte Rat und Fraktionen, die dafür die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt hätten. 2019 habe man dann in Kall das „Haus der Begegnung“ eingeweiht. „Ein Ort der Integrationsarbeit, nicht irgendwo abseits, sondern mittendrin im Ort, direkt neben Rathaus und Bahnhof. Dort finden Integrationskurse, Beratungen und Begegnungen statt.“ Auch die aktive Flüchtlingshilfe in der Gemeinde Kall gehe bereits ins sechste Jahr. „Die Ehrenamtlichen verfügen über ein großes Maß an Empathie, Geduld und Ausdauer“, so Esser.

Staatssekretärin Güler freute sich über die nun wieder mögliche Präsenzveranstaltung, da das Thema „Integration“ nach direktem Austausch verlange. Sie erinnerte daran, dass rund jeder dritte Einwohner in Nordrhein-Westfalen eine Einwanderungsgeschichte hat, und dass NRW ein Einwanderungsland mit langer Tradition sei. In diesem Jahr würden auch die Anwerbeabkommen mit der Türkei und anderen Ländern Europas gefeiert. Sie betonte: „Vielfalt ist nicht immer einfach, sie kann auch anstrengend und herausfordernd sein. Aber Vielfalt bereichert.“

Die Staatssekretärin erzählte von ihrem Vater, der 1963 aus der Türkei nach Deutschland gekommen war. „Meine Familie ist bis heute dankbar für die Menschen, die uns aufgenommen haben. In meiner Kindheit hatten wir eine ältere Dame als Nachbarin. Sie war so etwas wie meine deutsche Oma, die uns bei den Hausaufgaben geholfen hat. Und eines war sicher: Es gab immer eine ‚Oma‘, die geholfen hat.“  Selbst in einem kleinen Ort wie Kall gebe es Flüchtlingsinitiativen, was zeige, wie großartig das Engagement in der Gesellschaft war und ist, so Güler.

Das respektund friedvolle Zusammenleben aller stehe für die Landesregierung im Mittelpunkt. Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die vielen Beispiele von Engagement und gelungener Integration, sollten in den Fokus gerückt werden. Dann könne man auch diejenigen von den positiven Effekten gesellschaftlicher Vielfalt überzeugen, die derzeit noch anderer Meinung seien. Ein Weg, diese Geschichten zu erzählen, ist die Integrations- und Wertschätzungskampagne #IchDuWirNRW der Landesregierung. Die Vorbilder in der Kampagne zeigen, dass Integration gelingt.

Sabine Weber und Katharina Wonnemann von „NRWeltoffen“ ließen Fakten sprechen: Zurzeit lebten im Kreis Euskirchen 2889 Geflüchtete mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus, darunter 309 Asylbewerber, 393 Menschen mit Duldung und 224 Menschen mit Abschiebeverbot. Einen einjährigen subsidiären Schutz genössen derzeit 718 Menschen und 1143 Menschen besäßen eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis. Im Jahr 2019 seien es noch 3300 Menschen mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus gewesen. Das KoBIZ kümmere sich um schulpflichtige junge Leute, die noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügten und vermittle Plätze in Schulen. Einen deutlichen Anstieg habe es bei den Ausbildungszahlen gegeben.

In zwei Talkrunden hatten unter anderem Zugewanderte, Ehrenamtliche, Integrationsbeauftragte sowie Vertreter der Ausländerbehörde, des Jobcenters und des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) die Möglichkeit, mit Staatssekretärin Güler und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Moderation übernahm Elizaveta Khan vom Integrationshaus Köln. Die Staatssekretärin verwies zu Beginn darauf, dass die Corona-Pandemie „Gift für die Integration“ gewesen sei. Viele Kinder seien aufgrund fehlender Sozialkontakte während des Distanzunterrichts zurückgeworfen worden. Die Zugewanderten in den Talkrunden seien lebende Beispiele gelungener Integration.

Der Kaller Integrationsbeauftragte Paul Neufeld berichtete von gut integrierten Geflüchteten, die nun neu aufgenommene Personen ehrenamtlich unterstützten. An der Integrationspolitik insgesamt gab es allerdings auch Kritik. Bemängelt wurde vor allem die Bürokratie, bei der selbst den deutschen Helfern manchmal der Durchblick fehle. Auch dauere die Erteilung einer Arbeitserlaubnis häufig sehr lange, was Arbeitgeber abschrecke. Die Schwierigkeiten bei anerkennungsverfahren und Kettenduldungen waren ebenfalls Themen, die Geflüchtete äußerten. Die Landesregierung macht sich dafür stark, gut Integrierten eine Bleibeperspektive zu ermöglichen.

Die Situation von Geduldeten ohne Bleibeperspektive, die keinen Zugang zu Sprachkursen und dem Arbeitsmarkt haben, sei für die Betroffenen schwer erträglich. Dazu verwies Manfred Poth auf das neue Kommunale Integrationsmanagement (KIM) im Kreis Euskirchen. Dadurch werde die einzelfallbezogene Zusammenarbeit etwa zwischen Ausländerbehörde und KoBIZ deutlich gestärkt. „Hier sind wir auf einem guten Weg“, so Poth.

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Kommunal-Ministerin Ina Scharrenbach in Kreuzau

Kreuzau – 1,358 Millionen Euro für Spielplatz Tuchbleiche aus Städtebauförderung. Bund und Land unterstützen die Gemeinde Kreuzau weiterhin bei der Umsetzung des Masterplans im Kreuzauer Ortszentrum. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalens, Ina Scharrenbach, kam persönlich nach Kreuzau, um einen Förderbescheid über 1,358 Millionen Euro an Bürgermeister Ingo Eßer zu überreichen. Hierfür traf man sich auf der Baustelle des Dorfplatzes im Ortskern Kreuzau. Denn auch dieser wird derzeit mit Städtebaufördermitteln zur Stärkung und Belebung des Zentrums umgestaltet. Anschaulich konnte der Bürgermeister die Ministerin über den aktuellen Umsetzungsstand der Gesamtfördermaßnahme im Zentrum von Kreuzau informieren.

Der Förderbescheid, den die Ministerin nun im Gepäck hatte, ermöglicht im kommenden Jahr die Umsetzung weiterer Projektbausteine mit der Neugestaltung der Mühlenteiche inklusive Spielplatz an der Tuchbleiche und der Poststraße.

Die Umgestaltung des zentralen Kreuzauer Spielplatzes und die Aufwertung der Mühlenteiche hat die Schaffung eines attraktiven Erlebnisraumes mit Angeboten für alle Generationen zum Ziel. Hierzu ist vorgesehen, die Spielbereiche zu erweitern und so zu verbessern, dass sie für Kinder unterschiedlicher Altersklassen ansprechend sind. Entlang des Weges werden diverse Sitzgelegenheiten geschaffen. Eine neue Bepflanzung soll dem Raum eine atmosphärische Kulisse verleihen und Schatten spenden. Weiter soll der Mühlenteich individuell gestalterisch abgegrenzt werden, sodass er sich spielerisch in den Park einfügt. Die Verbindungsachsen zwischen Naherholungsbereichen an Rur bzw. Mühlenteichen und dem Zentralort sollen künftig eine attraktive und möglichst barrierefreie Fußwegebeziehung erhalten.

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Heilkräuter-Garten in Münstermaifeld lädt zum Verweilen ein

Münstermaifeld/Mayen-Koblenz – Vorjahres-Projekte geben Anreize für Teilnahme am Wettbewerb „Grüne Stadt – Grünes Dorf“. Auch in diesem Jahr unterstützt der Landkreis Mayen-Koblenz im Rahmen des Projektwettbewerbs „Grüne Stadt – Grünes Dorf“ erneut Privatpersonen, Initiativen, Vereine und Kommunen, die ihre Orte nachhaltiger und naturnäher gestalten möchten. Damit wird der Wettbewerb nach 2020 bereits zum zweiten Mal durchgeführt. „Bereits bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr wurden viele tolle Projekte eingereicht und inzwischen umgesetzt“, sagt Landrat Dr. Alexander Saftig, der auch in diesem Jahr auf eine große Beteiligung hofft. Eines der Vorzeige-Projekte aus dem Vorjahr ist der Heilkräutergarten in Münstermaifeld, dessen Erweiterung im Rahmen des Wettbewerbs unterstützt wurde. Er befindet sich am Eulenturm in der Nähe des Bur-Brunnens und wird von Linda Frerichs, ehrenamtlich bepflanzt und gepflegt.

Frau Frerichs, Sie haben den Kräutergarten am Eulenturm in Münstermaifeld 2012 ins Leben gerufen und seither viel Zeit und Herzblut in den Kräutergarten gesteckt. Was sind Ihre persönlichen Motive hierfür?
Ich habe die Brachfläche bei einem Spaziergang mit einer Freundin durch Münstermaifeld entdeckt. Der Ort gefiel mir aufgrund seiner sonnigen und geschützten Lage. Da ich eine leidenschaftliche Hobbygärtnerin mit Vorliebe für Heilpflanzen bin, entstand die Idee, dort wieder einen schönen gemeinschaftlichen Ort mit Kräutern zu gestalten. Mit sehr viel Freude nehme ich die wohltuende Wirkung des Ortes auf seine Gäste wahr. Ich beobachte, dass der Freizeitwert des gesamten Bur-Bereichs in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat.

Was hat Sie dazu bewogen den Kräutergarten jetzt, nach 9 Jahren, noch einmal deutlich zu erweitern?
Das Eschensterben greift auch im Bereich des Kräutergartens um sich, daher musste ein abgestorbener Baum an der Mauer gefällt werden. Dies war für mich die Gelegenheit, die schon länger gewachsene Idee des Beerengartens umzusetzen. Viele Kinder machen auf dem Schulweg einen Abstecher zu den Walderdbeeren, wenn sie reif sind. In Anlehnung an andere Projekte wie die essbare Stadt oder essbare Wildparks, ist die öffentliche Beerenecke für mich eine sinnvolle Erweiterung. Die großfruchtige Felsenbirne und der Aroniastrauch stehen nun dort, sowie Johannis-, Blau-, und Stachelbeeren. Die Walderdbeeren sollen sich dort weiter vermehren und auch als Bodendecker dienen. Ich hoffe, dass die Besucher ab dem nächsten Jahr reichlich ernten. Ansonsten werden die Vögel das „Superfood“ für sich entdecken.

Das Wetter wird heißer und lange trockene Perioden werden häufiger. Wie haben Sie versucht den Klimawandel bei der Auswahl und Pflege der Pflanzen zu berücksichtigen?
Bis zum letzten Jahr habe ich den Kräutergarten nur zum Angießen der Neupflanzungen gegossen. Doch in der Trockenperiode des vergangenen Jahres musste ich großflächig gießen, damit die Stauden nicht dauerhaft Schaden nehmen. Die mediterranen Kräuter wie Salbei, Ysop und griechischer Bergtee, kommen mit dem Wandel bestens zurecht. Ebenso die Rosen, Diptam, Johanniskraut.. Kräuter und Heilpflanzen sind im Allgemeinen hitzeresistenter und pflegeleichter als Ziergartenstauden oder Gemüse.

Abgesehen davon versuche ich den Klimawandel positiv zu nutzen. Ich habe einen Feigenbaum und einen Granatapfelstrauch gesetzt und sie heil durch den letzten Winter gebracht. In der Beerenecke steht nun auch ein kleiner Weinbergs Pfirsich aus Winningen. All das sind Experimente mit dem Klimawandel.

Zu beobachten ist nicht nur der geringere Niederschlag, auch die Wassermenge, die der Bur-Brunnen führt, ist deutlich zurückgegangen. Bald werden im Bur-Bereich weitere Eschen gefällt werden müssen und ich möchte daher das Geld aus dem Projektwettbewerb des Landkreises für die Pflanzung von Linde und Buche im Herbst verwenden.

Wie werden die dortigen Veranstaltungen und der Kräutergarten im Allgemeinen von den Maifeldern aufgenommen?
Der Kräutergarten liegt auf dem ausgeschilderten Stadtrundgang und lädt zum zwanglosen Verweilen ein. Auch Besucher, die keine Pflanzenkenner sind, fühlen sich intuitiv wohl an diesem Ort. Dieser gemeinschaftliche Raum kann als Treffpunkt oder für kleine Veranstaltungen genutzt werden. Im Herbst wird es wieder eine Pflanzen- und Samentauschaktion geben, bei der kostenfrei Setzlinge aus dem Kräutergarten abgegeben werden.

Info:

Für den diesjährigen Wettbewerb können noch bis Ende August Ideen zu Projekten für mehr Artenvielfalt bei der Kreisverwaltung eingereicht werden. Die Projektideen werden von einer Jury beurteilt und erhalten je nach Art und Größe der Maßnahme eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 200 bis 4.000 Euro. Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie die Vorlage für die Projektskizze erhält man im Internet unter www.kvmyk.de/gruenesdorf  oder direkt bei Dr. Rüdiger Kape, Tel. 0261/108-420, E-Mail: ruediger.kape@kvmyk.de  oder Lina Jaeger, Tel. 0261/108-417, lina.jaeger@kvmyk.de