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Zu Hause alt werden – Sechs Gemeinden für nachahmenswerte Dorfentwicklung ausgezeichnet

Wittlich – „Bekanntmachung! Sechs Ortsgemeinden werden für die Umsetzung nachahmenswerter Dorfentwicklung vom Landkreis Bernkastel-Wittlich mit einem Förderpreis ausgezeichnet“, so die Minheimer Ausscheller, die mit Glocke, Zettel und Megaphon den Festakt der Preisverleihung im 8. Ideenwettbewerb „Zu Hause alt werden“ in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge Wittlich eröffneten.

Annelen Falkenburg, Joachim Lobüscher und Michael Scholtes, Mitglieder des neu gegründeten Bürgervereins Minheim, haben das Amt der Minheimer Ausscheller übernommen und damit die Tradition des Ausschellens in der Ortsgemeinde Minheim wiederbelebt. Nun werden wieder regelmäßig an Kreuzungen und Knotenpunkten im Ort, amtliche Bekanntmachungen auf Minheimer Platt verkündet. Die Wirkung: Die Fenster werden geöffnet, die Menschen kommen auf die Straße, begegnen sich, kommen ins Gespräch. Dadurch werden insbesondere auch diejenigen mitgenommen, die keinen Zugang zum Internet oder Smartphone haben. Häufig sind dies alleinstehende Bürger im höheren Alter.

Die Minheimer Ausscheller sind ein Baustein der Aktivitäten der Minheimer Dorfentwicklung, über die die Dorfgemeinschaft zusammengebracht wird und gezielte, gegenseitige Unterstützung und Hilfe organisiert wird. Damit gestaltet die Ortsgemeinde die demografische Entwicklung und steigert die Lebensqualität in Minheim.

Vor gut zehn Jahren hat sich der Landkreis Bernkastel-Wittlich auf den Weg gemacht, um seine Ortsgemeinden genau in diese Richtung zu fördern. Regelmäßig werden Ideenwettbewerbe „Zu Hause alt werden“ ausgeschrieben, damit der Aufbau gemeindeeigener Koordinierungsstellen angeregt wird, über die eine wohnortnahe Versorgung und Teilhabe von insbesondere älteren, kranken oder immobilen Bürgern sichergestellt werden kann.

Minheim hat sich mit seinem Dorfentwicklungsprogramm erfolgreich in den achten Ideenwettbewerb eingebracht und eine Anschubfinanzierung zur Umsetzung erhalten. Ebenso wurden weitere fünf Ortsgemeinden für ihre vorbildliche Dorfentwicklung im Rahmen des 8. Ideenwettbewerbes ausgezeichnet und bei der Preisverleihung in der Synagoge Wittlich gewürdigt:

  • Ortsgemeinde Burgen: Aktivierung der Dorfgemeinschaft und Schaffung von generationsübergreifenden Fürsorgestrukturen
  • Ortsgemeinde Platten: Das „Plattener Netzwerk“ bietet Hilfen für Ältere und Immobile
  • Ortsgemeinde Hontheim: Aufbau eines ehrenamtlichen Fahrdienstes für ältere, immobile Bürger
  • Ortsgemeinde Maring-Noviand: Aufbau eines sozialen Fahrdienstes -für ein lebendiges und fürsorgliches Miteinander
  • Ortsgemeinde Klausen: Vernetzung der Versorgungs-und Teilhabeangebote der Gemeinde durch einen Dorfbus

„Diese Ortsgemeinden praktizieren mit ihren preisgekrönten Beiträgen in vorbildlicher Weise gute Nachbarschaften und menschliche Nähe, damit unsere Dörfer auch morgen noch ein verlässliches Miteinander bieten, in das alle Bürger eingebunden werden können, und Hilfe finden, wenn sie benötigt wird“, betonte Landrat Gregor Eibes in seiner Laudatio.

Weiterhin sprach Landrat Eibes die herzliche Einladung zur Teilnahme am aktuell ausgeschriebenen neunten Ideenwettbewerb „Zu Hause alt werden“ aus, damit möglichst flächendeckend entsprechende Teilhabe- und Versorgungsangebote im Landkreis Bernkastel-Wittlich bereitgestellt werden können. „Die in der Preisverleihung vorgestellten Initiativen, aber auch die bis dahin in den Ideenwettbewerben prämierten Angebote zeigen, was auf der örtlichen Ebene getan werden kann, um zukunftsfähige Strategien zur Erhaltung unserer Dörfer als attraktive Lebensräume für alle Generationen zu entwickeln“, erklärte Eibes. „Diese können nachgeahmt und in den aktuellen Ideenwettbewerb eingebracht werden. Ebenso ist eine Förderung neuer, innovativer Ansätze möglich, die der Vereinsamung von älteren, hilfsbedürftigen Menschen entgegenwirken oder pflegende Angehörige entlasten.“

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„Notfalldose“ für Senioren der VG Mendig – Diese Dose kann Leben retten

Mendig – Bei Notfällen im Haushalt sind vor allem für Rettungshelfer die ersten Informationen am wichtigsten. Vorerkrankungen, Allergien, Medikamentenpläne, Patientenverfügung und andere lebensnotwendigen Unterlagen sollten immer griff- und abfragebereit sein – hier kommt die „Notfalldose“ ins Spiel.

Die „Notfalldose“ kann ein wichtiger Baustein in der Lebensrettungskette sein. Durch einen Aufkleber, der am Hauseingang angebracht wird, erkennen die Ersthelfer den Einsatz der Notfalldose, die sich immer klar ersichtlich im Kühlschrank befindet.

In der Notfalldose befinden sich neben zwei „Notfalldosen“-Aufklebern, ein Notfall-Informationsblatt indem alle wichtigen Informationen vermerkt werden können.

Nicht jedem gelingt es in einer Notfallsituation Angaben zum Gesundheitszustand und anderen wichtigen Details zu machen.

Auch kann es sein, dass in einer solchen Stresssituation ein wichtiges Detail vergessen wird zu beschreiben.

Die Informationen in der Notfalldose sind auch eine große Hilfe für Angehörige, Freunde und Bekannte. Auch sie sind in einer Notfallsituation unter Stress und reagieren mitunter ganz unterschiedlich.

Die Ausgabe der „Notfalldosen“ (so lange der Vorrat reicht), erfolgt durch die Seniorenbeauftragte der Verbandsgemeinde Mendig, Frau Bettina Cornely, 02652-980035, Zimmer 21 im Rathaus.

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SGD Nord genehmigt Plan zum Neubau der 110-/380-kV-Leitung von Pillig bis zur Umspannanlage Wengerohr

Region/Mayen-Koblenz – Die Entscheidung wird in den betroffenen Verbandsgemeindeverwaltungen Cochem, Maifeld, Kaisersesch, Traben-Trarbach, Ulmen und Wittlich-Land sowie bei der Stadtverwaltung Wittlich ortsüblich bekannt gemacht.

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD)  Nord ist nach dem Energiewirtschaftsgesetz die zuständige Behörde, die den Bau und Betrieb von Hochspannungsfreileitungen mit 110 Kilovolt (kV) Nennspannung und mehr in ganz Rheinland-Pfalz zu genehmigen hat.

Sie hat nun entschieden, dass der Neubau des zweiten Abschnitts der geplanten 110-/380-kV-Höchstspannungsfreileitung Metternich–Nederstedem vom Punkt Pillig bis zur Umspannanlage Wengerohr gebaut werden darf. Hierbei handelt es sich um eine Gemeinschaftsleitung der Amprion GmbH, der Westnetz GmbH und der DB Energie GmbH. Der Leitungsabschnitt ist 47 Kilometer lang.

Das Vorhaben umfasst den Rückbau von 189 Masten und den Neubau von 137 Masten, die weitgehend innerhalb des Trassenraumes der beiden bestehenden und in weiten Teilen parallel verlaufenden Leitungen 220-kV-Hochspanungsfreileitung Niederstedem–Neuwied (BI. 2409) und 110-kV-Bahnstromleitung Bengel–Koblenz (BL 596) errichtet werden.

Die bestehende Bahnstromleitung BL 596 wird im Zuge dieser Maßnahme komplett zurückgebaut. Ebenso kann in Teilabschnitten die 220-kV-Leitung BI. 2409 zurückgebaut werden. Die heutige 220-kV-Leitung BI. 2409 soll zukünftig als 110-kV-Leitung genutzt werden und abschnittsweise entweder durch die DB Energie GmbH oder die Westnetz GmbH mit zwei 110-kV-Stromkreisen belegt werden. Im Zuge der Maßnahme sollen außerdem bestehende Leitungsabzweige angepasst und die Anbindung der 380-kV- und 110-kV-Stromkreise an die Umspannanlage Wengerohr hergestellt werden.

Mit der Erteilung des Baurechts erhält der zweite Abschnitt eines wichtigen Leitungsbauvorhabens  grünes Licht. Die 110/380-kV-Höchstspannungsfreileitung Metternich–Niederstedem gehört zu den vordringlichen Leitungsbauvorhaben im Höchstspannungs- beziehungsweise Übertragungsnetzbereich. Mit der Leitung werden die beiden Schwerpunkt-Umspannanlagen in Weißenthurm und in Niederstedem direkt mit einer 380-kV-Leitung verbunden. Bisher gab es nur eine 380-kV-Leitungsanbindung aus dem Aachener Raum über Dahlem (Westeifel) nach Niederstedem. Zudem soll mit der neuen Leitung der vermehrt anfallende Windstrom aus der Eifelregion zu den Verbrauchern in den Süden und Südwesten abtransportiert werden. Das Vorhaben ist Teil der Netzausbauplanung der Bundesregierung. Zugleich profitieren die Deutsche Bahn und die Westnetz GmbH, da auf dem Mastgestänge der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung entweder zwei 110-kV-Bahnstromkreise oder zwei 110-kV-Stromkreise der allgemeinen Energieversorgung mitgeführt werden.

Die SGD Nord hat das Vorhaben im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens unter Beteiligung der Öffentlichkeit geprüft und hat eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Da infolge der COVID-19-Pandemie die Durchführung eines Erörterungstermins aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht möglich war, hat die SGD Nord in der Zeit vom 23. November bis 18. Dezember 2020 anstelle eines Erörterungstermins eine Online-Konsultation durchgeführt. So konnte ermöglicht werden, dass Einwendungen und Erwiderungen abgegeben werden konnten. Außerdem wurde den Teilnehmern der Online-Konsultation Gelegenheit gegeben, sich schriftlich, elektronisch oder per Niederschrift zu äußern.

Die gewonnenen Erkenntnisse, insbesondere zum Wasserrecht, Naturschutz, Geologie und Bergbau, Bodenschutz, Landwirtschaft, Forst, Denkmalpflege sowie straßen- und verkehrsrechtliche Belange, sind in die Entscheidung eingeflossen. Die Belange der betroffenen Eigentümer wurden in die Abwägung einbezogen, wobei das öffentliche Interesse an einer sicheren Versorgung mit Strom diese Eingriffe grundsätzlich rechtfertigt. Nach Abschluss dieser Prüfung konnte der Ersatzneubau zugelassen werden.

 

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Beispielhaftes Projekt zum Hochwasser-Schutz im Kreis Euskirchen

Euskirchen – Bundesumweltministerin Svenja Schulze unterstützt den Kreis Euskirchen bei der Klimarisikenvorsorge – Veybach wird im Bereich Euskirchen-Euenheim umgeleitet. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat gestern in Euskirchen einen Förderscheck über 146.000 Euro an den Kreis Euskirchen überreicht. Das Ministerium fördert über die Nationale Klimaschutzinitiative den Kreis Euskirchen bei der Umsetzung seines Klimanpassungskonzepts. Landrat Markus Ramers bedankte sich bei der Ministerin für die rasche Förderzusage. Im Fokus stehen dabei u.a. investive Maßnahmen zum Hochwasserschutz, übergreifende Verbesserungen im Wassermanagement sowie die Information von Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbe.

Auf Einladung des Kreises Euskirchen besuchte die Umweltministerin zudem ein Renaturierungsprojekt am Veybach bei Euskirchen-Euenheim. Hier wird der Bach über eine längere Strecke durch die angrenzenden Wiesen umgeleitet, damit die Ortslage bei Hochwasser entlastet wird. „Das hier ist ein tolles Beispiel für eine konkrete Hochwasserschutzmaßnahme“, so Ramers. Allerdings kritisierte er wie auch Dr. Bernd Bucher vom Erftverband den extrem langen Vorlauf der Maßnahme. „Es kann und darf nicht sein, dass solche Projekte von den ersten Überlegungen bis zur Realisierung knapp 30 Jahre dauern. Hier sind Bund und Land gefordert. Wir müssen da unbedingt deutlich schneller werden.“ Dies unterstrich auch der Euskirchener Bürgermeister Sacha Reichelt, der zudem betonte, dass Kreis und Stadt bei innovativen Hochwasserschutzprojekten „gerne als Musterregion zur Verfügung stehen“. Finanziert wird die Veybach-Renaturierung zu 80 Prozent vom Land NRW und zu 20 Prozent über den Erftverband.

Bundesumweltministerin Schulze schlug in die gleiche Kerbe: „Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Das haben uns der Starkregen und das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf erschütternde Weise gezeigt. Selbst mit dem besten Klimaschutz werden wir in Deutschland die Folgen des Klimawandels immer häufiger erleben. Kommunen sind stets als Erste gefordert, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Vorsorge gegen die Folgen des Klimawandels erfordert Investitionen und übergreifende Konzepte, die zur Kommune passen und den Aktivitäten eine Richtung geben. Die Kommunen brauchen dabei die Unterstützung von Bund und Ländern, um ‚klimafest‘ zu werden. Der Kreis Euskirchen geht beim Klimaschutz und bei der Risikovorsorge in vorbildlicher Weise voran.“

In den vergangenen Monaten hat der Kreis Euskirchen ein umfassendes Konzept zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt. Mit der Umsetzung dieses Konzepts geht der Kreis Euskirchen den nächsten Schritt, um die Risiken aus vergangenen und künftigen Folgen des Klimawandels zu minimieren und passende Gegenmaßnahmen voranzubringen. Die Aktivitäten werden in Leitprojekten in den Haupthandlungsfeldern Mensch, Umwelt und Infrastruktur gebündelt und umgesetzt. So will der Kreis den Wasserrückhalt im gesamten Kreis verbessern, einen Starkregenpass für Bürgerinnen und Bürger einführen, das integrierte Wassermanagement verbessern, Eigentümerinnen und Eigentümer mit Tipps zum klimaangepassten Grundstück versorgen sowie klimaangepasste Gewerbegebiete schaffen. Bei der Umsetzung liegt ein besonderer Augenmerk auf den spezifischen Herausforderungen des Landkreises, der ein vor allem landwirtschaftlich geprägtes Wald- und Siedlungsgebietes umfasst.

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Neuendorf erklärt Bereitschaft zur Kandidatur für das Amt des DFB-Präsidenten

Region/Hennef – Der Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein, Bernd Neuendorf, hat am heutigen Montag im Rahmen der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten in Frankfurt/Main seine Bereitschaft zur Kandidatur für das Amt des DFB-Präsidenten erklärt.

„Ich habe in den letzten Wochen sehr viel Zuspruch erhalten. Das hat mich bestärkt, für dieses wichtige und verantwortungsvolle Amt zu kandidieren”, erklärte Neuendorf. Der 60-Jährige kündigte an, nunmehr umgehend in Gespräche über sein Programm eintreten zu wollen. „Erste Ansprechpartner sind die Vertreterinnen und Vertreter der Regional- und Landesverbände sowie selbstverständlich auch die Verantwortlichen der DFL und der Vereine der Bundesligen“, so Neuendorf.

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Bildband über Wachtberger Künstler: „KUNSTMASCHINEN Willi Reiche“

Wachtberg – Der Wachtberger Kinetikkünstler und Kunstmaschinist (diesen Begriff prägte unlängst GA-Feuilletonist Thomas Kliemann) Willi Reiche wird in der Region, insbesondere in der Gemeinde Wachtberg, mit dem Wachtberger Drachen namens „Godart“ in Verbindung gebracht. Im Jahr 2019 hatte der Förderverein für Kunst und Kultur in Wachtberg e. V. ein Schulprojekt initiiert, um der Gemeinde Wachtberg anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens ein ganz besonderes Geschenk zu übereignen:

Eine dreidimensionale Drachenskulptur. Diese Skulptur ist über einen Zeitraum von insgesamt 111 Arbeitstagen gemeinsam mit Schülern aus der Gemeinde in Schweißtechnik erstellt worden. Der Wachtberger Künstler Willi Reiche, auf dessen Grundstück der Drache entstanden ist, hat die technische und künstlerische Leitung des Schulprojektes übernommen. Als Schulprojekt und angesichts des Standortes als „Kreiselkunst“ für Reiche ein Ausnahmeprojekt, denn hier handelt es sich um eine figürliche, geradezu naturalistische Darstellung ohne den Aspekt der Kinetik.

„Visitenkarte“ der Gemeinde

Wer heute den Kreisverkehr am Einkaufszentrum Berkum in Wachtberg passiert, macht Bekanntschaft mit dem aufrecht stehenden, mehr als fünf Meter hohen eisernen Drachen, der Richtung Drachenfels im Siebengebirge blickt. Denn der Name des Wachtberger Drachen bezieht sich auf den Ritter Godart von Drachenfels, welcher auf dem rechtsrheinischen Drachenfels residierte und von dort aus das linksrheinische „Drachenfelser Ländchen“ verwaltete, bevor er 1402 den Familiensitz in die Wasserburg Gudenau bei Villip verlegte. Auf dieses Rittergeschlecht ist es zurückzuführen, dass ein Drache das Wappen der Gemeinde Wachtberg ziert.

Galt bisher die „weiße Kugel“ des Fraunhofer Instituts, das weithin sichtbare Radom, als DAS Wahrzeichen der Gemeinde, so hat doch der Drache „Godart“ nach dessen feierlicher Einweihung im September 2019 sehr schnell die Herzen erobert und ist zur allseits geliebten Identifikationsfigur geworden. Aber nicht nur die Wachtberger schätzen dieses rostrote Wesen mit scharfen Zähnen, aber höchst sympathischem Blick. Auch unter Ausflüglern hat sich dieses Wahrzeichen schnell herumgesprochen, ist zum Treff- und Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren und reizvollem Fotomotiv geworden. Und selbst in der Vogelwelt erfreut sich die Skulptur großer Beliebtheit; als ungestörter Aussichtsplatz – und sogar als sicherer Nistplatz im Inneren. Denn die luftige Bauweise bietet kleineren Vögeln wie Sperlingen reichlich „Schlupflöcher“ durch die schuppenartig angelegte Oberfläche des Drachen aus sogenanntem Gratschrott. Das ist ein Hammerwerksabfall, der beim Gesenkschmieden entsteht und normalerweise als Wertstoff wieder eingeschmolzen, recycelt, wird.

Stoffliche Aufwertung durch „Upcycling“

Eine typische Vorgehensweise und gleichzeitig „Markenzeichen“ des Wachtberger Künstlers Reiche ist aber die direkte Umnutzung von Materialien und Dingen im Sinne einer Aufwertung.

Diese Art der Aufwertung, die heute – auch in der Kunst – gerne als „Upcycling“ bezeichnet wird, betreibt Willi Reiche als Künstler schon seit 1982: Zunächst bei seinen Assemblagen, Installationen, Objet trouvés und Möbelunikaten. Und seit 1998 mit dem Bau von kinetischen Objekten beziehungsweise Kunstmaschinen, die mittels Elektromotoren, Gravitation, Muskel- oder Windkraft angetrieben werden. Allen Werken ist eines gemeinsam: Reiche bringt das Material seines scheinbar unerschöpflichen Fundus dazu, in einem atypischen Kontext neu interpretiert außergewöhnliche Geschichten zu erzählen. Gegenstände, die in ihrer ursprünglichen Form ausgedient haben, nicht mehr zeitgemäß sind, als defekt und unbrauchbar ausrangiert wurden, erwachen in Reiches Kunstmaschinen zu neuem Leben, humorvoll arrangiert, mitunter skurril bis grotesk inszeniert. Und immer mit einer besonderen Ästhetik und stilvollen Konstruktion, die diese eigentlich nutzlosen Maschinen zu Kunstmaschinen mit charmanter Ausstrahlung werden lassen.

Die Auslegung zumeist humorvoller Andeutungen überlässt Reiche gerne den Rezipienten. Je mehr Details bei der Betrachtung seiner Kunstmaschinen entdeckt werden, je öfter der ausgestreckte Zeigefinger auf einen speziellen Gegenstand weist und dieser enträtselt wird, umso größer die Freude beim Kunstmaschinisten Willi Reiche. Denn seine – in ihrer Funktion als Maschinen sinnfreien – Objekte ziehen ihre Betrachter in den Bann nachvollziehbarer mechanischer Bewegungsabläufe, kontemplativer Ruhe und harmonischer Kompositionen. Und – wer über eine entsprechende Portion Humor verfügt – reagiert unweigerlich erheitert auf die oftmals hochgradig absurden Konstruktionen.

Reiches kinetisches Werk: online, live und print

Der Wachtberger Drache „Godart“ trägt als Schulprojekt und „Kreiselkunst“ nur bedingt die „Handschrift“ des Kinetikkünstlers Willi Reiche. Wer dessen kinetisches Werk kennenlernen möchte, kann sich über die Websites www.kunstmaschinen.de und www.kunstmaschinenhalle.de informieren oder nach vorheriger Terminvereinbarung und gemäß den aktuell geltenden Corona-Bestimmungen die Kunstmaschinenhalle oberhalb von Remagen besuchen. Unabhängig von möglichen Corona-Einschränkungen sei hier der Bildband „KUNSTMASCHINEN Willi Reiche“ empfohlen, ein reich bebilderter Kunstkatalog mit Beschreibungen der einzelnen Kunstmaschinen und einem Glossar, in dem die wenig geläufigen Fachbegriffe und Bestandteile nachvollziehbar erklärt werden. Als Vorwort liefert Max Moor ein Statement zu Reiches Kunstmaschinen und zum „Sinn der Kunst“, die Einleitung von Dr. Helga Stoverock betrachtet Reiches Werk aus kunsthistorischer Sicht. Der amüsant-unterhaltsame und klar gegliederte Katalog ist ein schönes Geschenk – für sich selbst und andere – ganz ohne Lieferengpässe kurzfristig erhältlich.

ISBN: 978-3-00-068032-8 und Detailinfos:
https://www.buchhandel.de/buch/KUNSTMASCHINEN-9783000680328
Bestellformular: https://kunstmaschinen.de/katalog/

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Corona-Pandemie: Warnstufe 2 für den Kreis Ahrweiler – Neuinfektionen vor allem bei Umgeimpften zu verzeichnen

Ahrweiler – Seit heute, 22. November 2021, gilt im Landkreis Ahrweiler Warnstufe 2 des rheinland-pfälzischen Corona-Warnstufensystems. An drei aufeinanderfolgenden Werktagen (18. bis 20. November 2021) hatte der Kreis bei den beiden Leitindikatoren „Sieben-Tage-Inzidenz“ und „Anteil Intensivbetten“ (Anteil der mit COVID-19-Erkrankten belegten Intensivbetten) den Wertebereich der Warnstufe 1 überschritten. Die Einstufung ist bis zur neuen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes gültig, die am Mittwoch, 24. November 2021, in Kraft treten soll.

Durch den Wechsel von Warnstufe 1 in Warnstufe 2 gilt jetzt unter anderem Folgendes:

– Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nur noch 100 nicht-immunisierte Personen zugelassen.

– In Gastronomiebetrieben darf auf Abstand und Maske nur verzichtet werden, wenn nicht mehr als zehn nicht-immunisierte Personen und darüber hinaus nur Genesene oder Geimpfte oder Kinder anwesend sind.

– Im Sport und bei außerschulischen Bildungsangeboten sowie bei Proben und Auftritten der Breiten- und Laienkultur dürfen maximal zehn nicht-immunisierte Personen zusammenkommen.

– In den Schulen – außer in Grundschulen – gilt die Maskenpflicht auch am Platz.

Die 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner liegt im Kreis Ahrweiler mit Stand vom 21.11.2021 bei 206,2. Die Kreisinzidenz liegt damit noch unter der Landesinzidenz von 228,8 sowie der Bundesinzidenz von 386,5 (Stand: 21.11.2021). Seit Beginn der Corona-Pandemie im Kreis wurde bei 6664 Personen eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen. Hiervon gelten 6117 Personen inzwischen wieder als genesen. 68 Personen sind an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Aktuell sind 479 Personen infiziert.

Viele der hospitalisierten COVID-19-Patienten sind nicht oder unvollständig geimpft. Die Schutzimpfung ist weiterhin der sicherste Weg, um einen Schutz vor dem Coronavirus aufzubauen. Zudem werden auch im Kreis Ahrweiler zunehmend Impfdurchbrüche registriert. In diesen Fällen liegt die Impfung überwiegend mehr als sechs Monate zurück. Schwere Krankheitsverläufe finden sich bisher nur bei Hochbetagten/Senioren.

Der überwiegende Anteil an Corona-Neuinfektionen ist auf einzelne Infektionsherde zurückzuführen. Im Fokus stehen dabei vor allem Kontaktsituationen zwischen ungeimpften Personen im häuslichen und privaten Umfeld.

Das Gesundheitsamt des Kreises ist gegenwärtig noch weitgehend in der Lage, die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten. Bei weiterhin steigenden Fallzahlen und bei möglicherweise Häufungen von Infektionsgeschehen in Gemeinschaftseinrichtungen wird dies nicht mehr vollumfassend und zeitnah zu gewährleisten sein.

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Spende des Lions Clubs Meckenheim-Wachtberg

Meckenheim – Ruhebank und Apfelbaum werten Grünfläche auf. Die Grünfläche am Siebengebirgsring, Einmündung Beethovenstraße, lädt ab sofort zum Verweilen ein. Direkt neben der Bushaltestelle „Rathaus“ hat der Lions Club Meckenheim-Wachtberg mit seinen finanziellen Mitteln einen Baum pflanzen und eine Ruhebank aufstellen lassen. Die Arbeiten hat der städtische Baubetriebshof übernommen.

Bei der offiziellen Übergabe an die Stadt Meckenheim dankte Bürgermeister Holger Jung dem Lions Club Meckenheim-Wachtberg und seinem Präsidenten Dr. Dieter Buhl herzlich für diese Spende. „Der Klimaschutz ist eine dringende Aufgabe unserer Zeit und eine große Herausforderung für uns als Gesellschaft. Jeder neu gepflanzte Baum trägt dazu bei, die Bedeutung in das Bewusstsein der Menschen zu rücken.“ Bürgermeister Jung lobte das Projekt der Lions, „denn diese Grünfläche erfährt mit dem Ensemble aus Ruhebank und Apfelbaum eine enorme Aufwertung.“ Bei dem Obstgehölz handelt es sich um den Roten Boskoop. „Mit dieser Baumpflanzaktion tragen Lions Clubs im Distrikt Rheinland-Süd zum generationenübergreifenden Schutz von Umwelt und Klima bei“, war die einhellige Meinung der Lions, die sich zur Übergabe von Bank und Baum an der aufgewerteten Grünfläche am Siebengebirgsring eingefunden hatten.

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SGD Nord: Naturschutz in der Stadt Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz wurde 2020 mit rund 253.000 Euro unterstützt

Region/Mayen-Koblenz – Unsere Natur ist bedroht. Sei es nun durch die Bebauung von Flächen, die sich verändernde landwirtschaftliche Nutzung, die Umweltverschmutzung oder den vom Menschen verursachten Klimawandel: Viele Tier- und Pflanzenarten finden keine geeigneten Lebensräume mehr und drohen, bei uns auszusterben. Umso wichtiger ist es, dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord fällt in dieser Hinsicht als Oberer Naturschutzbehörde eine wichtige Rolle zu – auch in der Stadt Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz.

„Wir müssen unsere Natur unbedingt schützen, nicht nur, um heimische Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben zu bewahren, sondern auch, um künftigen Generationen ein Leben in einer lebenswerten Umwelt zu ermöglichen“, sagt SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis. „Die SGD Nord hat einen großen Anteil daran, dass wichtige Naturschutzprojekte umgesetzt werden können, indem sie diese fachlich begleitet und dafür sorgt, dass sie vom Land auch finanziell unterstützt werden.“

Im Jahr 2020 sind für Naturschutzmaßnahmen in der Stadt Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz durch die SGD Nord und im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Fördermittel in Höhe von rund 253.000 Euro ausgezahlt worden. „Das Geld hilft dabei, Ökosysteme und Lebensräume zu erhalten oder wiederherzustellen“, so Wolfgang Treis.

Landesmittel wurden etwa im Naturschutzgebiet „Booser Maar“ investiert. Dort kommen noch arten- und blütenreiche Wiesen vor, die Lebensraum für Schmetterlinge und zahlreiche weitere Insekten- sowie seltene Orchideenarten sind. Sogar der in Rheinland-Pfalz vom Aussterben bedrohte Wiesenpieper ist hier noch vorhanden. Der kleine Vogel benötigt offene Grünlandbestände, die möglichst arten- und insektenreich sind und nicht zu früh gemäht werden. Darum werden die Wiesen und Weiden am Booser Maar erst spät im Jahr bewirtschaftet, die Tierarten haben ausreichend Zeit, für Nachwuchs zu sorgen, Kräuter und Orchideen können blühen und Samen bilden. Insgesamt werden 16 Hektar artenreiches Grünland am Booser Maar mithilfe von Landesmitteln erhalten. Die meisten Flächen werden einmal im Jahr im Sommer gemäht und nicht gedüngt. Teilflächen werden auch beweidet, was den Wiesenpieper und andere Vogelarten freut: Durch die Weidetiere ist ein zusätzliches und reichhaltiges Insektenangebot als Nahrungsgrundlage vorhanden.

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Fußverkehrs-Check der Stadt Jülich – Digitaler Abschluss-Workshop am 24. November – Anmeldung erforderlich

Jülich – Gemeinsam mit dem Planungsbüro VIA eG Köln und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW ging die Stadt Jülich in den letzten Monaten der Frage nach, wie der Fußverkehr in Jülich gestärkt werden kann. Interessierte waren eingeladen in einem Auftaktworkshop und zwei folgenden Begehungen mehr über das Projekt zu erfahren und Mängel auf zwei festgelegten Routen zusammenzutragen.

Foto: Volker Goebels

Alle Ergebnisse werden am 24. November ab 17 Uhr im Rahmen eines digitalen Abschlussworkshops gebündelt vorgestellt. Interessierte sind herzlich eingeladen an der digitalen Vorstellung der Ergebnisse teilzunehmen. Die Zugangsdaten zur Online-Konferenz werden Interessierten nach Anmeldung bei Frau Tonić-Cober  unter CTonic-cober@juelich.de oder 02461 63 268 kundgetan.

Die Stadt Jülich hat sich erfolgreich am Wettbewerb zum Fußverkehrs-Check des Zukunftsnetzes Mobilität NRW beteiligt und als eine von insgesamt zwölf Kommunen in NRW die Umsetzung eines Fußverkehrs-Checks gewonnen. Das zu 100 Prozent geförderte Projekt besteht aus einem professionellen Gutachten und der Begleitung des Verkehrsplanungsbüros VIA eG aus Köln.