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Gesundheitsstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Flut auf dem Weg zu neuem Glanz

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Eine Gesundheitsstadt auf dem Weg zu neuem Glanz. Auch historisches Kurviertel kehrt nach Flut mit Angeboten zurück. Steigenberger Hotel, historisches Thermal-Badehaus, Kurhaus und Spielbank – das historische Kurviertel von Bad Neuenahr prägte mit seinen mondänen Bauwerken aus der Kaiserzeit seit jeher die Kur- und Gesundheitsstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Von außen beliebte Fotomotive, im Inneren Gesundheits- und Kulturangebote – zumindest bis zu dem Tag, als die Flut vom 15. Juli 2021 über das Ahrtal und damit auch Bad Neuenahr-Ahrweiler hereinbrach, und auch diese historischen Bauwerke stark beschädigte. Wie es nun für den gesamten Gesundheitsstandort weitergeht, berichten verschiedene Akteure der Gesundheitswirtschaft in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Etwas mehr als ein Jahr ist nun seit der Flut vergangen. Vieles tut sich in der Kurstadt, wie Dania Münch, Referentin Gesundheitswirtschaft bei der städtischen Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH, berichtet: „Ob im historischen Kurviertel oder am gesamten Gesundheitsstandort: Man kann überall spüren, dass es voran geht! Was uns besonders zuversichtlich macht: Beinahe alle vorherigen Gesundheitseinrichtungen bleiben uns am Standort erhalten! Sie befinden sich gerade entweder mitten im Aufbau oder haben ihren Betrieb sogar schon wieder aufgenommen. Diese Treue zum Standort spricht dabei für sich! Bad Neuenahr-Ahrweiler wird damit weiterhin Gesundheitsstadt mit qualitativ hochwertigen Gesundheitsangeboten bleiben, was uns außerordentlich stolz macht!“

Ärzte und Therapeuten

Praxis Rechmeier – Zentrum für offene Diagnostik

Das historische Kurviertel als Herz der Gesundheitsstadt darf sich in Kürze wieder neuer Gesundheitsangebote erfreuen. So wird zum Beispiel die Praxis Rechmeier, bereits Mitte Oktober wieder ins Kurviertel zurückzuziehen. Zwar nicht zurück ins historische Thermal-Badehaus, aber in das benachbarte Kurhaus. „Aufgrund der Dauer, welche die Sanierung des Thermal-Badehauses noch in Anspruch nehmen wird, haben wir uns gefreut, als wir den Vorschlag bekamen, in das Kurhaus zu ziehen, nachdem die Spielbank dieses verlassen hatte“, erläutert das Mediziner-Ehepaar Rechmeier. „Seit 2015 führen wir unsere Praxis in Bad Neuenahr und für uns stand auch nach der Flut direkt fest, dass wir hierbleiben möchten. Denn der medizinische Bedarf der Stadt und der ganzen Region ist vorhanden und muss erfüllt werden. Vor allem gefällt uns das kulturelle Potential dieser einzigartigen Stadt, und auch landschaftlich ist sie herrlich gelegen, mit einem außergewöhnlichen Freizeit- und Sportangebot“, führen beide weiter aus. Als Fachärzte für Diagnostische Radiologie und Nuklearmedizin gehen die beiden neben dem gesamten diagnostischen Spektrum auch Gelenk- und Rückenschmerzen mit bildgebenden Geräten – wie zum Beispiel mit den zwei offenen, großen Ganzkörper-MRTs – auf den Grund. Mit weiteren Beteiligten sind zudem eine Vielzahl weiterer medizinischer Entwicklungen in der Umsetzungsphase.

Medicum Rhein-Ahr-Eifel – Diagnostikzentrum, Orthopädie, Chirurgie

Das Medizinische Versorgungszentrum unter der Leitung von Dr. Csaba Losonc war, zunächst unter den Namen Orthopaedicum und Chirurgicum, ebenfalls seit 2015 im frisch renovierten historischen Thermal-Badehaus beheimatet. Der Tag der Flut änderte auch hier alles. Kurzerhand wurden auf Zweigstandorte in Sinzig und Bad Breisig ausgewichen. Zu Anfang nächsten Jahres möchte Dr. Losonc mit seiner Hauptpraxis aber wieder in Bad Neuenahr zurück sein. Als neuer Standort wird dafür eine Liegenschaft in der Felix-Rütten-Straße dienen, die vis-a-vis zum Steigenberger Hotel und zur Spielbank liegt. „Ich freue mich, in alternative Räumlichkeiten im zentralen Kurviertel von Bad Neuenahr zurückkommen zu können, um hier vor Ort dann auch weitere in Planung befindliche Projekte verfolgen zu können“, erzählt Dr. Losonc.

Bewegungszentrum Klöcker – Physiotherapie, Ergotherapie, Medical Fitness, Reha-Sport und Prävention

Als ein weiterer ehemaliger Mieter des historischen Thermal-Badehauses, konnte Bernhard Klöcker, Inhaber des Bewegungszentrums Klöcker, nach der Flut glücklicherweise Räumlichkeiten in der Jesuiten-Straße in Bad Neuenahr sowie in seiner Zweigstelle in Rheinbach beziehen. „Zum Jahreswechsel steht nun als nächstes der Umzug von der Jesuiten-Straße ins Mittelzentrum von Bad Neuenahr-Ahrweiler an. Zum einen, weil uns die Räumlichkeiten in der Jesuiten-Straße leider nur zeitlich begrenzt zur Verfügung standen. Zum anderen können wir im Mittelzentrum ab Januar dann größere Räumlichkeiten nutzen. So können wir langsam wieder wachsen, bis wir perspektivisch dann wieder unsere Räume im historischen Thermal-Badehaus mit großem Team und vollem Leistungsumfang, sprich auch mit unserem Medical Fitness-Angebot, beziehen können“, erklärt Klöcker.

Kliniklandschaft

Kliniken oberhalb des Kurparks

Auch über das historische Kurviertel hinaus hat sich viel getan und tut sich noch einiges. Die vier Kliniken, die auf einer Anhöhe oberhalb des Kurparks gelegen sind, konnten zum Glück sehr zeitnah nach der Flutkatastrophe wieder öffnen. Sei es das Krankenhaus Maria Hilf, das durchweg medizinische Versorgung sicherstellen konnte, die Venen-Clinic, die im August letzten Jahres wieder öffnete, oder die MEDIAN Klinik Tönisstein, die ebenfalls bereits im August letzten Jahres als Suchtklinik wieder für ihre Patienten da sein konnte. Auch die Klinik Niederrhein nahm kurze Zeit später, im Oktober, den Klinik-Betrieb für Patienten mit Erkrankungen des Stoffwechsels, der Verdauungsorgane und Tumorerkrankungen wieder auf. Alle vier Kliniken sind seitdem vollumfänglich und ohne Einschränkungen geöffnet und konnten somit bereits wieder in einen Normalbetrieb übergehen.

Kliniken an der Ahr

Die acht Kliniken, die in direkter Lage zur Ahr verortet sind, waren der Flutwelle gnadenlos ausgesetzt. Schwere bauliche Schäden machten es hierbei unmöglich, schnell wieder den Betrieb an Ort und Stelle aufnehmen zu können. Bei einigen ging es neben dem Aufbau zunächst dann noch darum, provisorische Ersatzstandorte zu finden und diese zu beziehen. Umso beachtlicher ist es daher, dass sowohl das Gefäßzentrum Dr. Bauer, als auch Einrichtungen der Dr. von Ehrenwall’sche Klinik mit Ausrichtung auf Psychiatrie, Psychotherapie, Neurologie und Psychosomatik, zumindest in Teilen bereits vor dem Jahrestag der Flut wieder in die ursprünglichen Räumlichkeiten zurückkehren konnten. Perspektivisch ist auch bei diesen Kliniken wieder vorgesehen, das komplette Leistungsspektrum an den Ursprungsstandorten abbilden zu können. Zwei weitere Kliniken sind die DRK Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Knappschafts-Klinik für gynäkologische und gastroenterologische Onkologie, Innere Medizin und Gastroenterologie. Die DRK Fachklinik plant ihre vollständige Rückkehr an den ursprünglichen Standort bereits für Herbst dieses Jahres, die Knappschafts-Klinik für das erste Quartal 2023. Auch die orthopädischen bzw. orthopädisch-rheumatologischen Kliniken Kurköln und Jülich werden wieder an ihre alten Standorte zurückkehren. Eine konkrete Terminierung lassen die aktuellen Planungen derzeit allerdings noch nicht zu. Ähnlich sieht es bei der Privatklinik Steigenberger Sanatorium aus. Die Gewissheit, dass alle 12 Kliniken, und damit auch große Arbeitgeber, dem Standort treu bleiben, war für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler schon kurze Zeit nach der Flut ein großer Lichtblick und Hoffnungsträger.

Hotellerie & Ferienwohnungen

Dem Comeback des Steigenberger Hotels fiebert Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht nur als Gesundheitsstandort, sondern auch als Tourismusdestination freudig entgegen. Im Sommer 2023 soll es endlich soweit sein. „Mit dem neuen Spa-Bereich, einem eigenen Thermal-Schwimmbad und weiteren Wellness- und Gesundheitsangeboten können sich die Gäste bereits auf einiges freuen. Wir sind hier schon tief in den Planungen und möchten unseren Gästen wieder unvergessliche Aufenthalte im wunderschönen Bad Neuenahr-Ahrweiler bieten“, berichtet Verena Zlomke als stellvertretende Direktorin des Hauses in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Steigenberger Hotel zählt mit seinen über 200 Zimmern mit zu den größten Hotels in Bad Neuenahr-Ahrweiler und genießt seit jeher einen guten Ruf.

Aber auch weitere einzigartige Hotels, familiäre Ferienwohnungen, individuelle Privatzimmer und hübsche Pensionen öffnen allmählich wieder ihre Pforten. Was bereits wieder geöffnet ist, erfahren Sie unter www.ahrtal.de/fuer-dich-da/uebernachten.

Wellness-, Kultur- und Aktivangebote

Im Kurpark Bad Neuenahr fasziniert bereits wieder ein abwechslungsreiches Kulturprogramm. Ob Weinlounges, Sommerkino oder Konzerte unter freiem Himmel – besondere Erlebnisse sind hier wieder garantiert. Apropos besondere Erlebnisse: Auch die Klangwelle – die beliebte Show aus Wasser, Feuer, Laser und Licht, kommt im Oktober endlich wieder zurück in den Kurpark! Tickets sind erhältlich unter www.die-klangwelle.de.

Darüber hinaus wird der Kurpark als zentrales Element des Kurgebiets derzeit umfassend überplant. Ob als landschaftstherapeutischer Park, Paradiesgarten sowie Kultur- und Begegnungsstätte – der künftige Kurpark wird Einwohnern und Gästen unter anderem mit einer neuen Konzerthalle, einer neu in Szene gesetzten Heilquelle „Großer Sprudel“ und verschiedenen Themengärten noch vielseitigere Erlebnisse bescheren als bisher.

Neben Yoga im Kurpark, Waldbaden im Neuenahrer Erholungswald und einer Kältekammer für eine Wohlfühlkältetherapie bei -85 Grad Celsius erwarten Gäste zudem bereits wieder geführte Wanderungen an die schönsten Plätze des Ahrtals, medizinische Kurwanderwege rund um Bad Neuenahr-Ahrweiler und 20 Stationen des wunderschön im Wald gelegenen Trimm-Dich-Pfades.

Auch, wenn Einwohner und Gäste zunächst auf die stark flutgeschädigten und somit irreparablen Ahr-Thermen verzichten müssen, gibt es tolle Aussichten: Die Ahr-Thermen werden als Kombibad zusammen mit dem Freizeitbad Twin am bisherigen Twin-Standort neukonzeptioniert. Planungen dazu laufen bereits.

Abschließend sagt Dania Münch: Wir werden künftig, wie schon die letzten 160 Jahre auch, wieder top Kurort für unsere Einwohner, Gäste und Patienten werden. Hierauf arbeiten wir zusammen mit den 12 Kliniken, über 100 niedergelassenen Fachärzten, mehr als 50 therapeutischen Praxen, dem Gastgewerbe und den Freizeiteinrichtungen vor Ort hin. Vor allem die Kombination aus geballter medizinischer Kompetenz – die nahezu alle medizinischen Fachrichtungen abdeckt – und einem attraktiven Rahmenprogramm aus Wellness-, Kultur- und Aktivangeboten macht Bad Neuenahr-Ahrweiler vor dem Hintergrund der wunderbaren Ahrtal-Landschaft dabei auch weiterhin so liebens- und lebenswert.

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Deutschland erhält weitere Impfdosen zur Bekämpfung der Affenpocken

Region/Berlin – Im Kampf gegen die Affenpocken erhält Deutschland weitere Impfstoffdosen. In der kommenden Woche sollen 19.500 Dosen des Affenpockenimpfstoffs an die Länder ausgeliefert werden. Bereits im Juni hat der Bund 40.000, im Juli 5.300 Impfdosen an die Länder geliefert. In bilateralen Verträgen hat der Bund insgesamt 240.000 Dosen des Impfstoffs JYNNEOS®/IMVANEX® bestellt. Weitere Lieferungen werden im Laufe des Jahres erwartet.

Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach: „Wir wollen eine weitere Ausbreitung der Affenpocken mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern. Dazu gehören eine gute Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter, eine umfassende Aufklärung und eben auch die Impfung besonders gefährdeter Menschen. Uns ist es nicht nur gelungen, schnell und unbürokratisch Impfstoff zu beschaffen, sondern auch die besonders gefährdeten Gruppen gezielt zu informieren. Damit steht Deutschland im europäischen Vergleich weit vorn.

Hierfür gilt mein ganz besonderer Dank den beteiligten Verbänden und dem Queer-Beauftragten, Sven Lehmann.“ Sven Lehmann, Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt (Queer-Beauftragter): „Der Bundesgesundheitsminister hat schnell gehandelt und schon vor Wochen Impfdosen beschafft. Weitere Lieferungen sollen im September kommen. Deutschland liegt damit europaweit an der Spitze bei der Beschaffung. Die Impfbereitschaft gerade bei Männern, die Sex mit Männern haben, ist hoch. Gerade viele Schwerpunktpraxen impfen seit Wochen und klären auf.

Vor allem in den Hotspots ist die Nachfrage aber deutlich höher als das Angebot. In manchen Städten erhalten Impfwillige nur schwer oder keine Termine. Die Bundesländer müssen unbedingt die neuen Dosen schnell abrufen und zügig an die Impfstellen verteilen. Wir brauchen ausreichend Impfstoff und eine zielgenaue Impfkampagne. Ich freue mich, dass die Aids-Hilfen und andere Akteure so engagiert in Sachen Prävention unterstützen.“

Hintergrund Affenpocken

Der internationale Affenpocken-Ausbruch im Mai 2022 führte auch zu Ansteckungen in Deutschland. Bislang wurden in Deutschland 3.405 Infektionsfälle an das RKI gemeldet. (Stand 26.08.2022) Unmittelbar nach Bekanntwerden des Ausbruchs trat Deutschland in Verhandlungen mit dem Impfstoffhersteller Bavarian Nordic. Ende Juni erfolgte die STIKO-Empfehlung zum Pockenimpfstoff Imvanex für die Postexpositionsprophylaxe nach Affenpockenexposition und für die Indikationsimpfung von Personen mit einem erhöhten Expositions- und Infektionsrisiko.

 

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Zum Tode von Jakob Bister (90) – 35 Jahre Pfarrer und Pfarrverweser an St. Severinus in Kommern

Mechernich-Kommern/Neuss – In einem Altenheim seiner Geburtsstadt Neuss ist am Mittwoch der langjährige Kommerner Pfarrer und Pfarrverweser Jakob Bister gestorben. Das teilte Pfarrer Erik Pühringer, der Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden St. Barbara Mechernich, dem Mechernicher Bürgerbrief mit.

Bister war an Mariä Lichtmess 1959 im Kölner Dom von dem ebenfalls aus Neuss stammenden Josef Kardinal Frings zum Priester geweiht worden. 2009 feierte er in Kommern Goldenes und am 3. Februar 2019 Diamantenes Priesterjubiläum. Pfarrer Pühringer lobte den 90-Jährigen als verlässlichen Nachbarpfarrer und Mitbruder über Bistumsgrenzen.

In die Wiege gelegt war das Priesteramt dem am 20. August 1932 in Büttgen bei Neuss geborenen Sohn eines Eisenbahn-Lademeisters nicht. Er sollte Eisenbahner werden wie der Vater. Geld war in der nicht besonders begüterten Familie kostbar, den Besuch eines Gymnasiums oder der Unterhalt für ein Studium schienen unmöglich.

Doch Vater Bernhard Bister hasste die Nazis und wollte seinen Sohn von den typischen Kaderschmieden fernhalten, daher wurde Jakob Bister im Herbst 1943 zur Höheren Schule nach Neuss geschickt, unter Aufbringung aller finanziellen Mühen. Zugeraten hatte den Eltern des katholisch erzogenen Jungen vor allem Heimatpfarrer Josef Rennekes und Kaplan Alfred Scholten.

„Diese beiden waren für mich große Vorbilder. Das waren ausgezeichnete Kinderseelsorger, die die Begeisterung für den Glauben in mir entfacht hatten“, erzählte Jakob Bister in einem Zeitungsinterview mit der Journalistin Gudrun Klinkhammer. Das Studium finanzierte sich Jakob Bister durch „Jobben“ als Packer im Neusser Hafen.

1972 an den Greesberg

Nach dem Besuch der Universität Bonn und des Priesterseminars in Bensberg kam der frisch geweihte Priester über Wevelingenhoven bei Grevenbroich und Euskirchen 1972 nach Kommern. Jakob Bisters Vater war immer überzeugt, dass sein Sohn kein Priester werden würde, seine Mutter, eine sehr gläubige Christin, sah die Sache anders.

2006 wurde der 74jährige Jakob Bister in Kommern sein eigener Nachfolger. „Der König ist tot, es lebe der König“, schrieb damals der Mechernicher „Bürgerbrief“, um damit anzuzeigen: Egal wer an St. Severinus die Messen liest, es bleibt alles beim Alten.

Pfarrer Jakob Bister wurde offiziell aus dem Amt verabschiedet – und nur einen Tag später nahm der rüstige Seelsorger seine Tätigkeit zum Wohle der Pfarrgemeinde St. Severinus und ihrer Schäflein wieder auf. Und zwar hochoffiziell als „Pfarrverweser“.

Ein Nachfolger für Bister als neuer Kommerner Pfarrer war damals noch nicht in Sicht. Eigentlich „eine Farce“, wie Jakob Bister selbst befand. „Doch es passt. Mein Leben verlief schon immer anders.“ „Ich wurde in einer Umbruchzeit Priester“, so der neue Pfarrverweser von Kommern: „Das Konzil kam, doch wir Priester haben meiner Meinung nach zu wenig getan, um den Menschen die Neuerungen des Konzils verständlich zu machen.“

Keine „Schafe“ mehr in der Herde

Er und seine Mitbrüder im Priesterseminar seien noch erzogen worden nach dem Motto „Der gute Hirt und seine Herde“. Heute dagegen sei Teamarbeit angesagt: Priester und Laien, Hauptamtliche und Ehrenamtler, Profis und Autodidakten – „und der Priester steht mittendrin. Schaf will keiner mehr sein. Und wie soll es auch eine einzige Herde geben bei der Betreuung von sechs Pfarreien gleichzeitig?“, fragte sich Bister schon 2006.

„Es ist ein Unterschied, ob man immer wieder in die Gemeinden einfliegt oder ob man darin lebt und das Leben dort teilt“, so der damals 74jährige Pfarrverweser. Insgesamt 35 Jahre war er als Priester der katholischen Kirchengemeinde St. Severinus Kommern tätig. 1994 übernahm Bister zudem die Leitung der Pfarrei St. Hubertus Obergartzem. Sein Goldenes Priesterjubiläum feierte er 2009 mit 76 Jahren ebenfalls in Kommern. Damals war er allerdings bereits Hausgeistlicher im Altenzentrum des Marienhospitals in Euskirchen.

Im Interview fand es Pastor Jakob Bister eigenartig, dass er im Laufe der Jahre immer wieder für Dinge gelobt worden sei, die ihm entweder nicht lägen oder für die er nichts könne. Zum Beispiel das Bauen. Kaum in Kommern angekommen sei es schon losgegangen: Die alte Schule wurde zum Pfarrhaus umgestaltet, das alte Kloster zum Pfarrzentrum und das Kirchberghaus zur Bücherei.

Viele Aktionen unterstützte und förderte Bister während seiner dreieinhalb Jahrzehnte am Greesberg: Altentage, Jugendtreffs, Pfarrfeste und Vorträge. Noch lange nach seinem Ausscheiden wurden seine legendären Karnevalseinsätze gelobt. Dabei liege ihm „der Karneval eigentlich gar nicht“. Zwar sei er ein sehr humorvoller Mensch mit Hang zur Situationskomik, doch Humor und Karneval seien durchaus unterschiedliche Paar Schuhe…

Frauen lagen ihm am Herzen

Die Frauengemeinschaft, der harte und verlässliche Kern vieler Christengemeinden, lagen Pastor Bister am Herzen. Für sie ging er auch mit Selbstüberwindung in die Bütt. Er zeichnete etwa das Leben in der Gemeinde nach, nahm Bezug auf „Knies“ und Zank um diverse Vorstandspöstchen und stellte sich vor, der Papst käme persönlich nach Kommern. Der ausgeschiedene Pfarrer und frischgebackene Pfarrverweser sagte im Pressegespräch: „Auf meine alten Tage fange ich noch an und werde Pendler. Dabei fahre ich überhaupt nicht gerne Auto. Den Führerschein habe ich nur gemacht, um auf dem Land nicht zu verratzen.“

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Landrat des Kreises Euskirchen Markus Ramers – „Ohne den ländlichen Raum lässt sich die Energiefrage nicht lösen“

Euskirchen – Die Energiewende ist ein enormer Kraftakt. Thomas Schauf, neuer Geschäftsführer der Metropolregion Rheinland, auf Sommertour im Kreis Euskirchen. Die Sicherstellung einer möglichst klimaneutralen Energieversorgung ist eines der zentralen Themen unserer Zeit – insbesondere seit dem Ukrainekrieg und der damit verbundenen Zeitenwende.

Um diese Frage ging es jetzt bei der Sommertour der Metropolregion Rheinland (MRR) im Kreis Euskirchen. Thomas Schauf, seit dem 1. Mai 2022 neuer MRR-Geschäftsführer, besuchte gemeinsam mit Landrat Markus Ramers und dessen Allgemeinen Vertreter Achim Blindert den Energieversorger e-regio in Kuchenheim und die Euskirchener Zuckerfabrik. Abschließend fand im Kreishaus ein Austausch über die „Prime Site Rhine Region“ statt.

e-regio

Erste Station der Sommertour war „e-regio“ in Kuchenheim. Als Netzbetreiber beschleunigt der Versorger massiv den Aus- und Umbau seiner Verteilnetze, um die erneuerbaren Energien bestmöglich zu integrieren sowie die Basis für grüne Gase zu schaffen. Durch die Digitalisierung der Stromnetze steigert e-regio zudem die Leistungsfähigkeit, um einen schnellen Zuwachs von strombasierten Wärmelösungen und Elektromobilität zu ermöglichen. „Die Krise zeigt, dass wir die regionale Energie- und Wärmewende noch stärker vorantreiben müssen. Der Königsweg für unsere Region ist ein intelligenter Mix aus Nahwärme und Wärmepumpen, aus grünem Wasserstoff und Biogas, aus Wind- wie Sonnenenergie und reichlich Energieeffizienz“, so Stefan Dott, e-regio- Geschäftsführer. Der Anspruch von e-regio sei es, die regionale Energieversorgung in Zukunft sicher, klimaneutral und autark zu gestalten.  „Alles, was wir anpacken, entwickeln und umsetzen hat ein Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energie aus unserer und für unsere Region. Um uns gemeinsam mit den Kommunen und Bürgern unabhängig zu machen von fossiler Energie“, ergänzt Markus Böhm, e-regio-Geschäftsführer.

Zuckerfabrik Pfeifer & Langen

Nach dem Besuch beim Versorgungsunternehmen stand ein Gespräch bei einem Unternehmen auf dem Programm, das fest mit der „Skyline“ von Euskirchen verbunden ist – der Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen. Dieses Unternehmen benötigt für die Rübenverarbeitung und Zuckerherstellung große Mengen an Energie. „Wir haben uns sehr früh mit der Beschaffung von alternativen Brennstoffen beschäftigt und deren Eindeckung organisiert“, erklärt Dirk Oswald, der im Euskirchener Werk für Produktion und Technik zuständig ist. Das Werk wird mit Erdgas und Braunkohlebriketts betrieben. Um Erdgas zu ersetzen, hat man bereits begonnen, den Energiebedarf auf alternative Energieträger umzurüsten. „Die Verwendung von Heizöl in Ergänzung zur Kohle ist bis zur anstehenden Rübenkampagne umgesetzt, so dass unser Werk keine Einschränkung bei einer Gasmangellage haben wird“, betont Oswald. Doch auch der Ausstieg aus der Kohle zum Jahresende steht bereits fest. „Wir setzen in Zukunft auf die Verbrennung nachhaltiger Biomasse und sind der festen Überzeugung, dass es der richtige Weg ist“, so Oswald.

Prime Site Rhine Region

Letzte Station der Sommertour war das Kreishaus. Hier stand die Großgewerbefläche „Prime Site Rhine Region“ auf der Tagesordnung. Die 205 Hektar umfassende Fläche ist einzigartig in NRW und geradezu prädestiniert für die Ansiedlung eines Großunternehmens. Im Gespräch mit MRR-Geschäftsführer Thomas Schauf ging es um die Vermarktungschancen der Fläche, bei der insbesondere die Frage der Energiesicherheit eine wesentliche Rolle spielt. Landrat Markus Ramers und der Euskirchener Bürgermeister Sacha Reichelt regten an, dass auch die MRR ihr umfangreiches Netzwerk nutzt, um die „Prime Site Rhine Region“ flankierend zu bewerben.

Paradebeispiel

„Der Kreis Euskirchen ist ein Paradebeispiel für die Veränderungen, die in der ganzen Metropolregion Rheinland im vollen Gange sind“, bilanzierte Thomas Schauf seine Sommertour im Kreis Euskirchen. „Ausgehend vom Kohleausstieg und dem Krieg in der Ukraine ist die Gestaltung der Energiewende ein enormer Kraftakt, der regionale Versorger ebenso herausfordert wie traditionsreiche Unternehmen. Spannend sind in diesem Kontext Konzepte zur regionalen Energieautarkie und die technisch-organisatorischen Innovationen der Industrie. Zur Steigerung der Wirtschaftsdynamik in der Region braucht es zudem auch innovative Industrieansiedelungen. Neben Flächen, die mit der PrimeSite Rhine Region vorhanden sind, sind Ansiedelungskonzepte notwendig, die erforderliche Infrastrukturplanungen schon jetzt vorantreiben und nicht erst, wenn der Investor anklopft.“

Ländlicher Raum

Auch Landrat Markus Ramers zeigte sich zufrieden mit der Sommertour: „Es ist ein gutes Zeichen, dass Thomas Schauf und die MRR sich nicht nur auf die großen Player wie Köln und Düsseldorf konzentrieren, sondern auch den ländlichen Raum wie den Kreis Euskirchen nicht vergessen. Zentrale Zukunftsfragen wie eine klimaneutrale Energieversorgung lassen sich nicht ohne den ländlichen Raum lösen.“

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Eigenbetrieb Technische Dienste Alsdorf warnt vor Betrügern

Alsdorf – Der ETD warnt vor Betrügern, die unter falschem Vorwand an der Haustür klingeln. Aus gegebenem Anlass warnt der Eigenbetrieb Technische Dienste (ETD) in Alsdorf vor Betrügern, die sich derzeit an Haustüren als Mitarbeiter der Stadt Alsdorf ausgeben.

Sie geben vor, Arbeiten an der Abwasseranlage des Hauses durchführen zu müssen und bitten um Zutritt zum Haus. Der ETD weist ausdrücklich darauf hin, dass keine städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit solch einem Auftrag an den Haustüren klingeln und warnt davor, einen Zutritt zu gestatten. (apa)

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Die Wittlicher Säubrenner-Kirmes 2022 ist gefeiert

Wittlich – „Saustarke“ Kirmes – 119 Säue verzehrt. Man kann sagen, dass in den vier, beziehungsweise fünf Tagen der diesjährigen Säubrennerkirmes alle Erwartungen übertroffen wurden: Bei allerbestem Kirmeswetter waren nach zwei Jahren Corona-Pause viele Besucher auf den Rummelplätzen und vor den Musikbühnen in der Innenstadt.

Bereits bei der Rummelplatzeröffnung am Freitagabend zeigte sich, dass trotzdem die Pandemie noch nicht vorbei ist, die Menschen wieder feiern wollen. Bürgermeister Joachim Rodenkirch freute sich über die zahlreichen Besucher und Schaulustige, die zur Eröffnung gekommen waren und die vielen Kinder und Jugendlichen, die die Chance für eine kostenlose Freifahrt in den nächsten 15 Minuten nach der Eröffnung nicht verpassen wollten. Beim Schauspiel im Stadtpark am Freitagabend herrschte ebenfalls ein großer Besucherandrang, der sich bei der Kirmeseröffnung auf dem Marktplatz fortsetzte.

 

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Großzügige Spende von e-regio für die technische Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr Meckenheim

Meckenheim – Neue Lageführungssoftware und Hardware. Im Zuge der Flut-Aufbauhilfe hat die Stadt Meckenheim im vergangenen Jahr eine großzügige Förderung in Höhe von 10.000 Euro von der e-regio GmbH & Co. KG mit Sitz in Euskirchen erhalten und in ihre Freiwillige Feuerwehr investiert. Aus den Spendengeldern wurde eine Lageführungssoftware (EDP) angeschafft, die eine bis dato für die Abarbeitung von Flächenlagen genutzte Access-Datenbank ablöst. Gemeinsam mit Stefan Dott, Geschäftsführer der e-regio GmbH & Co. KG, Christian Krebs, Geschäftsleiter Vertrieb und Energiebeschaffung der e-regio GmbH & Co. KG, und Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr Meckenheim präsentierte Bürgermeister Holger Jung die innovative Software am Feuerwehrgerätehaus.

Die e-regio unterstütz die Freiwillige Feuerwehr Meckenheim, von links: Christian Krebs (Geschäftsleiter Vertrieb und Energiebeschaffung der e-regio), e-regio-Geschäftsführer Stefan Dott, Bürgermeister Holger Jung, Wehrleiter Günter Wiegershaus, Hans-Peter Heinrichs (stellvertretender Wehrleiter), Thomas Rähse (Stadtjugendwart der Freiwilligen Feuerwehr) und Ralf Hermanns (stellvertretender Wehrleiter). Foto: Stadt Meckenheim

„Durch die neue Lageführungssoftware ist es unserer Feuerwehr jetzt möglich, eine Vielzahl an Einsätzen innerhalb kürzester Zeit noch besser zu priorisieren und abzuarbeiten. Mein herzlicher Dank gilt der e-regio, die durch ihre großzügige Spende die Verbundenheit mit den Kommunen und ihren Einrichtungen wie der Freiwilligen Feuerwehr unter Beweis stellt“, erklärte Holger Jung und unterstrich das Engagement der regionalen Energiedienstleisterin in der Heimat.

„Seit der Flut haben wir alle viel wiederaufgebaut und investiert. Und dabei ging es nicht nur darum, den Status Quo wiederherzustellen. Wie hier bei der Feuerwehr in Meckenheim werden Lösungen erarbeitet, die die Region nach vorne bringen und den Schutz der Menschen verbessern. Ich freue mich, dass wir dieses Engagement unterstützen können“, sagte Stefan Dott. Das Geld sei sinnvoll in die Software investiert worden. Dennoch hoffe er, dass sie nicht so häufig zum Einsatz kommen möge.

Ohne EDV-Unterstützung ist die umfassende Dokumentation kaum möglich. So fällt bei Unwetterlagen innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Einsätzen an, die in ihrer Gesamtheit nicht sofort abgearbeitet werden können. Durch die Lageführungssoftware EDP können die Wehrleute die Einsätze erfassen, sichten, priorisieren und Einsatzmittel gezielt den Einsätzen zuweisen, ohne den Überblick zu verlieren. In der Nachbearbeitung ist es ihnen möglich, die Einsatzdaten der Software in das Verwaltungsprogramm MP-Feuer via Schnittstelle zu überspielen. Die Daten lassen sich überdies bei einem eintretenden Stromausfall bearbeiten. Dazu wurde zusätzlich zur Lageführungssoftware aus der Spendensumme umfangreiche Hardware zur Sicherstellung der Versorgung beschafft.

Die bisherige Access-Datenbank war für eine intensive Mehrarbeitsplatzbenutzung, wie sie in Flächenlagen anfällt, nicht ausgelegt. Auch mussten die Einsatzdaten zeitaufwendig nacherfasst werden. Anders als bei der neuen Lageführungssoftware, „die auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist“, lobte Hans-Peter Heinrichs, stellvertretender Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Meckenheim, das Programm, das sich für den Einsatz in sämtlichen Katastrophenschutz-Einheiten anbietet.

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Wilhelm Ahlert und Heinrich Weides aus dem Eifelkreis mit Verdienstmedaille geehrt

Bitburg/Trier – Thomas Linnertz, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) überreichte heute in Trier Wilhelm Ahlert und Heinrich Weides in Würdigung ihrer langjährigen sozialen Verdienste die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz.

St. Josef gewählt und hatte diese Funktion bis zur Schließung des Krankenhauses im Jahr 2017 inne. Zielstrebig verfolgte er die Umwandlung beziehungsweise die Neugründung des Fördervereins zur Medizinischen Versorgung in den Verbandsgemeinden Arzfeld und Südeifel und ist dort seit 2018 als Beisitzer aktiv. Kommunalpolitisch engagiert sich der 79jährige seit nunmehr drei Wahlperioden im Stadtrat Neuerburg und ist seit 2014 Beigeordneter sowie seit 2018 als 1.Beigeordneter in der städtischen Verwaltung Neuerburg eingebunden.

Heinrich Weides aus Badem ist seit seiner Jugend im Deutschen Roten Kreuz, Ortsverein Bitburg aktiv und qualifizierte sich zunächst zum Gruppen- später zum Zugführer im Sanitätszug Bitburg weiter. Von 1992 bis 2017 war er als Bereitschaftsleiter im Ortsverband aktiv. Von 1995 bis 2019 engagierte er sich als Organisatorischer Leiter im Eifelkreis und übte während dieser Zeit auch die Funktion des Sprechers der Organisatorischen Leitung aus. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt auf der Nachwuchsförderung, so bildet ist er seit 1980 Nachwuchskräfte kreisweit aus und ist auch verantwortlich für die Weiterentwicklung verschiedener Programme des Berufsbildungswerkes. Zusätzlich ist der 67jährige seit 1979 als First Responder in Badem und Umgebung ein verlässlicher Partner im Notfall. So kommt er auf über 100 Einsätze pro Jahr und überbrückt so die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes oder des Rettungsdienstes. Gerade im ländlichen Raum ist diese Art der schnellen Ersthilfe für die Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig. Abgerundet wird sein Engagement für das Deutsche Rote Kreuz mit seinen Tätigkeiten im Schulsanitätsdienst in der St. Matthias Schule in Bitburg. Auch hier war er mehrere Jahre aktiv und verlässlich tätig.

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Landesregierung in Nordrhein-Westfalen setzt jüngste Empfehlung der Ständigen Impfkommission um

Region/Düsseldorf – Die nordrhein-westfälische Landesregierung ermöglicht Menschen ab 60 Jahren sowie Personen ab fünf Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen, darunter beispielsweise Asthma oder Erkrankungen des Immunsystems, die zweite Auffrischungsimpfung in den kommunalen Impfstrukturen. Bedingung ist, dass die erste Booster-Impfung oder die letzte Coronainfektion mindestens sechs Monate zurückliegen. Die zweite Auffrischungsimpfung soll mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Wenn möglich, sollte dabei der gleiche mRNA-Impfstoff zum Einsatz kommen, der auch bei der ersten Auffrischungsimpfung genutzt wurde. Nordrhein-Westfalen setzt damit die jüngste Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) unmittelbar um.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärt: „Die zweite Auffrischungsimpfung für Menschen ab 60 Jahren und ab fünf Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen ist ein wichtiger Schritt, um einen optimalen Immunschutz für den kommenden Herbst und Winter für diese Personengruppen zu erreichen. Über 60-Jährige sollten nicht auf neue Impfstoffe warten. Denn ein Abwarten ist mit dem Risiko einer Infektion und – aufgrund des mit der Zeit nachlassenden Impfschutzes – einer höheren Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs verbunden. Die vorhandenen Impfstoffe schützen wirksam vor einem schweren Verlauf.”

Zudem sollen mit Blick auf den Herbst die Koordinierenden Covid19-Impfeinheiten (KoCIs) der Kreise und kreisfreien Städte auf Basis ihrer bisherigen Erfahrungen zielgruppenspezifische Konzepte für Impfangebote für schwer erreichbare Personengruppen vorbereiten. Die Konzepte sollen dem MAGS bis zum 30. September 2022 zugeleitet werden. Die eingereichten Konzepte werden anschließend allen KoCIs zur Unterstützung des Ideenausstauschs zwischen den Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung gestellt.

Zum Hintergrund:

Bisher hatte die STIKO die zweite Booster-Impfung “nur” Menschen über 70 Jahren, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche und Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe ab fünf Jahre sowie Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen empfohlen. Für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen hat die STIKO nun die Empfehlungen erweitert – beispielsweise für Menschen mit Asthma, COPD sowie HIV-Infektionen.

Bedingung für die zweite Auffrischungsimpfung ab 60 Jahren ist grundsätzlich, dass die erste Booster-Imfpung oder die letzte Corona-Infektion mindestens sechs Monate zurückliegen. Nur in begründeten Einzelfällen kann der Abstand auf vier Monate reduziert werden. Gesunden Menschen unter 60 Jahren empfiehlt die STIKO derzeit keine weitere Auffrischungsimpfung.

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Flutausstellung im Stadtmuseum Euskirchen ab Samstag 27. August

Euskirchen – Eine Ausstellung, die zum reden anregt. Wassermassen, Schlamm und Zerstörung – die Bilder, die ab Samstag im Euskirchener Stadtmuseum zu sehen sind, kann man ganz sicher nicht als schön bezeichnen. Doch sie regen die Besucher an, über ihre Erinnerungen und Erlebnisse aus der Zeit der Flutkatastrophe zu sprechen und sie ein Stückweit zu verarbeiten.

„Jeder erinnert sich noch daran, wo er oder sie am 14. Juli 2021 war“, sagt Dr. Heike Lützenkirchen, die Leiterin des Stadtmuseums. Gemeinsam mit Sabine Dünnwald, der Leiterin des Stadtarchivs, hat sie die Ausstellung „Euskirchen und die Flut im Juli 2021. Gemeinsam durch die Katastrophe“ zusammengestellt. Entstanden ist die Ausstellung aus annähernd 3000 Fotografien, die gut 100 Menschen auf den Aufruf der Verwaltung hin aus der Flutnacht eingesandt haben. Viele davon sind in die Sammlung des Stadtarchivs aufgenommen worden und mehr als 70 davon sind nun im Stadtmuseum zu sehen.

Die Ausstellung gliedert sich in vier Themenbereiche Wasser, Zerstörung, professionelle Hilfe und Zusammenhalt. Im ersten Bereich werden Bilder gezeigt, die verdeutlichen, bis wohin die Wassermassen in Euskirchen und den Ortsteilen vorgedrungen sind.

„Im zweiten Bereich zeigen wir, wie es aussah nachdem das Wasser fort war“, so die Museumsleiterin. Diese Bilder seien erschreckend. „Aber es wird einem auch noch einmal klar, was seitdem alles wiederhergestellt ist – das macht Hoffnung“, so Archivleiterin Sabine Dünnwald.

Hinzu kommen Fotografien der Einsatzkräfte, die während der Flut tagelang über ihre Grenzen gegangen sind, um den Betroffenen zu helfen. Einen Lichtblick bietet dann der letzte Teil der Ausstellung, der zeigt, wie groß der Zusammenhalt und die Unterstützung waren. Die Ausstellung wird von Samstag, den 27.08.2022, 11.00 Uhr, im Stadtmuseum, Wilhelmstraße 32-34, bis zum 2. Oktober 2022 zu sehen sein.