Ahrweiler – Begutachtung der vom Hochwasser beschädigten Gebäude. Das Bauamt der Kreisverwaltung Ahrweiler hat eine Hotline eingerichtet, bei der sich Bürgerinnen und Bürger melden können, wenn sie eine statische Überprüfung eines Gebäudes benötigen.
Die Hotline ist Samstags von 9 bis 15 Uhr und montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter 02641 / 975 – 363 zu erreichen. Wichtig: Es müssen Name, Vorname, Telefonnummer und die Anschrift des zu begutachtenden Gebäudes genannt werden.
Mobile Einsatzteams aus Statikern werden dann nach Verfügbarkeit die gemeldeten Gebäude begutachten.
Hinweis: Die Überprüfungen dienen lediglich der Feststellung von Gefahren oder ob Gebäude betreten werden können. Bewertungen hinsichtlich eines möglichen Wiederaufbaus oder der Wirtschaftlichkeit, können nicht geleistet werden.
Die erste kommunale Verteilaktion in Stolberg soll nicht die letzte sein. Foto: Tobias Schneider / Kupferstadt Stolberg
Stolberg – Am Donnerstag, 22.07.2021, und Freitag, 23.07.2021, hat die Kupferstadt Stolberg in Eigenregie 921.750 Euro Bargeld an über 2.000 vom Hochwasser betroffene Einzelpersonen und Familien verteilt. Einzelpersonen erhielten 250 Euro, Familien bis 5 Personen 500 Euro und Familien ab 6 Personen 750 Euro. Insgesamt gab es drei Ausgabestellen in der Frankentalstraße in Unterstolberg, im Pfarrheim Vicht und dem Dorfplatz in Zweifall. Die Wartenden wurden in vor allem in der Innenstadt teils langen Schlangen mit Wasser und Snacks versorgt. Bundeswehr und Polizei schützten die Geldausgaben, bei denen es aber keine Zwischenfälle gab.
Der Großteil des Geldes konnte dabei vom kurz nach der Hochwasserkatastrophe eingerichteten städtischen Spendenkonto „Stolberg hilft“ verwendet werden. Rund 800.000 Euro (Stand 23.07.2021) sind auf das Spendenkonto bisher eingegangen. Im ersten Schritt konnten Menschen Geld erhalten, die ihren Wohnort in den Katastrophengebieten in der Innenstadt, Vicht oder Zweifall nachweisen konnten.
„Mit der unkomplizierten Auszahlung des Bargeldes an die betroffenen Mitbürger*innen haben wir einen ersten Schritt getan, um den Menschen, die viel verloren haben, eine erste Anschubfinanzierung zu geben. Ich bin sehr stolz auf mein Team der Stadtverwaltung, das eine solche Mammutaufgabe innerhalb kurzer Zeit geplant und umgesetzt hat“, resümiert Bürgermeister Patrick Haas. „Außerdem ist mir wichtig festzustellen: Das gespendete Geld aus ganz Deutschland versauert nicht in irgendwelchen Töpfen, sondern kommt unmittelbar und maximal unbürokratisch bei den Menschen an.“
Weitere Verteilungen in Planung
Die erste kommunale Verteilaktion soll aber nicht die letzte sein: „Wir mussten bei der ersten Geldausgabe irgendwo eine Grenze ziehen. Natürlich sind dadurch einige Menschen durch das Raster gefallen. Insbesondere für die Menschen, die nicht in den ausgabeberechtigten Stadtteilen wohnen, aber trotzdem teils immense Schäden erlitten haben, planen wir eine weitere Verteilung der städtischen Gelder.“
Die Kupferstadt Stolberg freut sich also über weitere Geldspenden auf das Konto „Stolberg hilft“.
Die Kontodaten:
Inhaber: Kupferstadt Stolberg
Sparkasse Aachen
IBAN: DE83 3905 0000 1073 7966 56
Kennwort: Stolberg hilft
Bundes- und Landeshilfen können beantragt werden
Neben der Kupferstadt Stolberg unterstützen auch Land und Bund inzwischen mit Soforthilfen vom Hochwasser betroffene Menschen. Die Dokumente für die Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibenden und weiteren Berufsgruppen stehen unter dem folgenden Link zum Download bereit: https://www.land.nrw/soforthilfe
Betroffene erhalten die Antragsvordrucke außerdem ausgdruckt in den neu eingerichteten Außenstellen der Stolberger Stadtverwaltung in Zweifall, Vicht und der Innenstadt In diesen Außenstellen müssen die Dokumente vollständig ausgefüllt später auch wieder abgegeben werden:
Übergabe der Systeme durch TESLA. Foto: Kreis Euskirchen
Euskirchen – Im Kreisgebiet Euskirchen sind weiterhin Teile einzelner Kommunen vom Internet abgeschnitten. Nach der Katastrophennacht hat die Firma TESLA 19 Starlink-Satellitensysteme in den Kreis Euskirchen eingeflogen, durch die punktuell eine provisorische Internetversorgung hergestellt werden kann.
Mit der tatkräftigen Unterstützung des Fernmeldedienst der Feuerwehr Köln konnten diese 19 Starlink-Satellitensysteme aufgebaut werden. Davon 16 Systeme an den Koordinierungsstellen, zum Zweck des Einsatzkräftemanagements. Drei weitere stehen als Public-Hotspots in den Gerätehäusern der Feuerwehren in Bad Münstereifel und Arloff, sowie im Dorfsaal Iversheim zu Verfügung. So können sich nun Einsatzkräfte und betroffene Personen aus den benannten Ortschaften über eine Satellitenverbindung einwählen und einen Internetzugang erhalten.
Stolberg – Neue Außenstelle der Verwaltung am Kaiserplatz eröffnet. Die Stadtverwaltung Stolberg kann bis auf Weiteres das Rathaus nicht mehr nutzen. Die neue „Zentrale“ wird deshalb derzeit unter Hochdruck im ehemaligen AOK-Gebäude auf der Frankentalstraße errichtet und steht als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger bereits zur Verfügung.
Darüber hinaus hat die Stadtverwaltung am gestrigen Freitag, 23. Juli eine weitere Außenstelle im Restaurant LIVING auf dem Kaiserplatz errichtet. Hier der Überblick über alle aktuellen Anlaufpunkte der Stadtverwaltung Stolberg:
Vicht:
Pfarrbüro in Vicht, Rumpenstraße 2 (Mo.-Fr. 9-15 Uhr)
Zweifall:
Zweifall, Dorfplatz (Container) (Mo.-Fr. 10-12 Uhr und 14-16 Uhr)
An allen Niederlassungen können unter anderem die ausgedruckten Antragsdokumente für die Soforthilfen und Land und Bund abgeholt und auch wieder abgegeben werden.
Die Zerstörungen in der Eifel sind besonders groß: Generalvikar Dr. Andreas Frick (2.v.r.) und Stephan Jentgens ,Diözesancaritasdirektor im Bistum Aachen, im Gespräch mit Pfarrer Philipp Cuck (Mitte), Regionalvikar Eifel, Küster Thomas Wergen und Kirchenvorstandsmitglied Wilhelm Jansen (l.), an der Kirche in Gemünd. Foto: Bistum Aachen / Andreas Steindl
Aachen – Gemünd, Kall, Eschweiler, Stolberg, Schleiden, Kornelimünster: Sie waren seit der Hochwasser-Katastrophe täglich an den Krisenorten unterwegs und haben mit vielen Menschen gesprochen. Was bewegt die Betroffenen. Generalvikar Dr. Andreas Frick ist täglich an den Krisenorten der Hochwasser-Katastrophe unterwegs. Gespräche mit Betroffenen und konkrete kirchliche Hilfe vor Ort.
Die Stolberger Innenstadt Tage nach der Flutkatastrophe: aufgerissene Asphaltdecken, weggespülte Möbel und andere Erinnerungsstücke. Die Aufräumarbeiten laufen zwar auf Hochtouren, aber noch immer ist die Wucht der Flutwelle sichtbar. Foto: Bistum Aachen / Andreas Steindl
Dr. Andreas Frick, Generalvikar des Bistums Aachens, über die Verzweiflung von Opfern der Hochwasser-Katastrophe, die Kraft durch Zuhören und konkrete kirchliche Hilfen.
Es bietet sich ein so vielfältiges und zugleich erschütterndes Bild. Allerorts sind helfende Hände unterwegs und es ist eine einzigartige Solidarität spürbar. Alle packen mit an, räumen Schutt weg und sind unermüdlich im Einsatz. Aber bereits jetzt ist eine unendliche Trauer, Verzweiflung und auch Wut spürbar. Viele haben Angehörige, Freunde oder gleich ihre gesamte Existenz verloren. Traumata entstehen. Helferinnen und Helfer sind psychisch und körperlich am Ende. Wir dürfen nicht vergessen: Viele haben bereits in den Pandemie-Zeiten unglaubliches geleistet. Da sein, zuhören, trösten, das spendet derzeit ein bisschen Kraft. Deshalb stehe ich mit den Kollegen Regionalvikaren in regelmäßigem Whatsapp-Kontakt, damit wir pastoral vor Ort wirksam unterstützen können. Ganz zu schweigen von unseren Notfallseelsorgerinnen und -seelsorgern, die überall im Einsatz und immer erreichbar sind. Ebenso stehen unsere Beratungszentren in Aachen und Mönchengladbach zur Verfügung.
Es geht also um mehr als finanzielle Unterstützung?
Selbstverständlich ist es wichtig, dass rasch und unbürokratisch finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Es wird noch Wochen und Monate dauern, bis die größten Schäden beseitigt sind. Von den seelischen Belastungen ganz zu schweigen. Entscheidend wird aber auch sein, wie wir als Kirche die schwierigen Phasen des Neuanfangs durch unsere Angebote und Nähe menschlich pastoral begleiten. Viele, auch kleine Unternehmer, Händler und Gastronomen standen schon durch die Corona-Pandemie unmittelbar vor dem Aus. Nunmehr ist alles vernichtet. Wir als Bistum haben umgehend einen Solidaritätsfonds für vom Hochwasser betroffene Kinder und Familien für Spenden eingerichtet. Darüber hinaus planen wir einen weiteren Nothilfefonds, in den wir einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe einbringen. Das schüttelt man allerdings nicht gerade einmal so aus dem Ärmel. Die Caritas beginnt in der kommenden Woche mit der Auszahlung von Hilfen, die in den Kirchengemeinden, katholischen Einrichtungen und regionalen Caritas-Anlaufstellen über Formulare beantragt werden können. Alle Hilfseinrichtungen bitten zwar derzeit darum, auf Sachspenden zu verzichten. Was aber gebraucht wird, sind Kühlschränke, Trocknungsgeräte, Waschmaschinen und Herde.
In Schleiden und Kall war die Versorgung durch die mobilen sozialen Hilfsdienste der Caritas zwischenzeitlich eingebrochen. Wie kann sichergestellt werden, dass Senioren und Bedürftige weiterhin betreut werden?
Die Pflege alter und kranker Menschen muss trotz Verwüstung weitergehen. Das ist nicht nur eine große organisatorische Aufgabe, sondern ist natürlich auch abhängig davon, ob genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Mich beeindruckt schon, mit welcher Flexibilität alle vor Ort Einsatzpläne aufstellen und die Betreuung sicherstellen. Dafür gilt allen meine große Hochachtung und tiefer Dank.
Krisenmanagement funktioniert nicht ohne Vernetzung. Wie läuft die Abstimmung zwischen Bistum, den Kommunen und der Politik?
Sie läuft. Von Anbeginn der Flutwelle bin ich mit der Oberbürgermeisterin von Aachen Sibylle Keupen und dem Städteregionsrat Tim Grüttemeier in engem Austausch. Wir halten uns auf dem Laufenden. Kornelimünster, Stolberg und Eschweiler hat es ja ebenso enorm getroffen. Mit den Orten verbinden mich übrigens auch persönlich viele Bezugspunkte. In Kornelimünster wurde ich getauft, in Stolberg bin ich aufgewachsen und in Eschweiler war ich lange Pfarrer. Dort geht es jetzt darum, gemeinsam mit Bund und Land für das St. Antonius-Hospital in Eschweiler dringend eine Lösung zu finden. Generell gilt: In Krisenzeiten ist es gut, wenn vor Ort alle kirchlichen Entscheidungsträger in einem offenen Austausch mit regionalen und lokalen Verantwortlichen stehen. Dann können schnell und sachgerecht Lösungen gefunden und Hilfen bereitgestellt werden. Und das erlebe ich derzeit in beeindruckendem Maße.
Wie stark sind kirchliche Einrichtungen von der Zerstörung betroffen?
Wir können das noch nicht endgültig beziffern. Das St.-Antonius-Hospital in Eschweiler ist von der Flut mit voller Wucht getroffen worden. Dass die Patientinnen und Patienten in dieser dramatischen Situation sicher evakuiert werden konnten, ist dem Krankenhaus-Team und allen Rettungskräften zu verdanken. Dabei ging es buchstäblich um Minuten. Auch die Kirche St. Kornelius in Kornelimünster wurde durch das Wasser extrem beschädigt. Insgesamt wissen wir bislang von 14 Einrichtungen, darunter auch das bischöfliche St.-Ursula-Gymnasium in Geilenkirchen, wo der Keller unter Wasser stand. Damit Trocknungsgeräte und Baumaterial angeschafft werden können, stellen wir kurzfristig und unbürokratisch Soforthilfen zur Verfügung, um die Handlungsfähigkeit sicherstellen zu können. Aber ehrlich gesagt, derlei Schäden in Bauten und Gebäuden verblassen angesichts des großen menschlichen Leids.
Wie kann die Trauer bewältigt werden?
Es fällt schwer, das in Worte zu fassen. Ich möchte, dass wir als Kirche da sind und die Bedürfnisse der Menschen ernst nehmen. Es hat mich ganz besonders getroffen, dass eine Abiturientin der Clara-Fey-Schule in Schleiden, die vor den Ferien noch mit Freunden, Eltern und Mitschülern einen neuen Lebensabschnitt gefeiert hat, von den Fluten mitgerissen wurde. Auf dieses Leid habe ich auch als Priester keine Antwort. Mein tiefstes Mitgefühl und Gebet gilt den Eltern, der Familie und den Freunden. Und selbstverständlich schließe ich alle Betroffenen der Katastrophe in dieses Gedenken mit ein.
„Heute bei dir“, der Titel unter dem das Bistum Aachen einen synodalen Veränderungsprozess für die Zukunft des Bistums Aachen angestoßen hat, wirkt angesichts der Flutwelle extrem konkret. Also raus aus den theologischen Diskursen?
Wir erleben gerade, dass unser Anspruch und kirchliches Selbstverständnis einen Realitätscheck im Schnelltempo durchläuft. Das kann uns nur entschlossener machen, unserer eigentlichen Verantwortung gerecht zu werden. Die Lebenswirklichkeit von Menschen wahrzunehmen, zuzuhören und zu handeln.
Dazu gehört auch, dass wir uns als Bistum weiter verändern müssen.
Solidaritätsfonds für vom Hochwasser betroffenen Kinder und Familien
Um schnell und unbürokratisch zu helfen, hat das Bistum Aachen hat einen Solidaritätsfonds für vom Hochwasser betroffene Kinder und Familien eingerichtet. Gespendet werden kann auf das Konto der Pax-Bank: IBAN: DE72 3706 0193 1000 1000 60, BIC:GENODED1PAX. Weitere Information zu Hilfsangeboten: www.bistum-aachen.de
Region/Koblenz – Spendenkonto eingerichtet – 50.000 Euro Soforthilfe der Lotto-Stiftung – Hilfsfonds für Lotto-Annahmestellen. Die entsetzliche Flutkatastrophe hält Rheinland-Pfalz im Atem. Eine Welle der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme formiert sich und setzt dem Schockzustand, der Hilflosigkeit und der Trauer der Betroffenen etwas Wirksames entgegen. Das Land rückt zusammen.
Auch Lotto Rheinland-Pfalz will helfen: „Die Menschen in unserem Bundesland wissen, dass sie sich auf ihre Koblenzer Glücksschmiede verlassen können, gerade wenn es Probleme gibt, die einen überfordern oder existenziell bedrohen“, sagt Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner: „Dieser sozialen Verantwortung, dieser berechtigten Erwartung an uns, kommen wir im Moment nach, so gut wir können. Unser Blick richtet sich dabei auch auf die Situation in den betroffenen Lotto-Annahmestellen in den Krisengebieten. Hier gibt es eine zum Teil großflächige Zerstörung von Geschäftslokalen, teilweise existenzbedrohend, vor allem in Bezug auf das Inventar. Es wird Wochen und vielleicht Monate dauern, bis die Schäden behoben werden und die Annahmestellen wieder ihren Betrieb aufnehmen können.“
Das Unternehmen befasst sich mit der Analyse und der Erstellung eines Überblicks über das Schadensvolumen. Zudem gibt es Unterstützungsteams, die bei der Wiederinbetriebnahme oder dem Aufbau von Geschäftslokalen helfen sollen. Weiterhin hat Lotto Rheinland-Pfalz einen Hilfsfonds aus dem Budget des Unternehmens zur finanziellen Unterstützung der betroffenen Annahmestellen eingerichtet.
Für weitere Unterstützungen nutzt das Glücksspielunternehmen alle seine Möglichkeiten. Die Lotto Rheinland-Pfalz – Stiftung hat schnell entschieden, als erstes Signal für die Geschädigten 50.000 Euro für die Soforthilfe zu spenden. Darüber hinaus hat der Vorstand der Stiftung entschieden, ein Spendenkonto zur Verfügung zu stellen. „Viele positive Signale zur Spendenbereitschaft aus dem Bereich der Lotto-Familie waren Anlass hierzu“, berichtet der Vorsitzende der Lotto-Stiftung, Magnus Schneider.
Auch die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH denkt an weitere Hilfen für die Menschen vor Ort: So wurden bei drei bereits terminierten Spielen der Lotto-Elf die ursprünglichen Spendenzwecke zugunsten der Menschen in den Hochwasserregionen umgewidmet. Außerdem haben auch die Mainzer Hofsänger angeboten, gemeinsam mit Lotto Rheinland-Pfalz Benefizkonzerte für die Menschen in den Krisenregionen zu geben.
Weiterhin steht das Unternehmen in Kontakt mit seinen größten und wichtigsten Partnern im Sponsoring, dem 1. FSV Mainz 05 und dem 1. FC Kaiserslautern sowie mit seinen Medienpartnern und tauscht Ideen aus, was gemeinsam zur Linderung der Not getan werden kann. Als erstes Ergebnis ist ein Benefizspiel der beiden oben genannten Fußballvereine zu vermelden, zu dem Lotto Rheinland-Pfalz seinen Beitrag leisten wird.
„Lotto Rheinland-Pfalz und die Lotto Rheinland-Pfalz – Stiftung sind in Gedanken bei den Betroffenen und werden alle Möglichkeiten nutzen, um ihrer sozialen Verantwortung in unserem Land gerecht zu werden“, sagen Jürgen Häfner und Magnus Schneider abschließend.
Mit Todesverachtung in den Einsatz ging Unternehmer Hubert Schilles (67) aus Floisdorf, um den Menschen zu helfen, deren Leben und Existenz von einem möglichen Bruch der Steinbachtalsperre gefährdet war. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Floisdorf – Hubert Schilles (67) aus Floisdorf legte den verstopften Grundablass der Steinbachtalsperre mit seinem Bagger wieder frei und rettete Tausende, deren Existenz bedroht war. Hubert Schilles ist ein tief religiöser Mann. Und er machte auch keinen Hehl aus seinem Glauben, als er jetzt mit seinem Bagger den Grundablass der hochwasserbedingt überschwappenden Steinbachtalsperre bei Euskirchen-Kirchheim freilegte.
Innenminister Horst Seehofer und Ministerpräsident Armin Laschet erklärten den Mechernicher zum Vorbild, die Medien zum Helden. Doch der Floisdorfer bleibt bescheiden: „Das hätte jeder andere auch getan…“
Hubert Schilles zeigte vor laufenden Fernsehkameras seinen Rosenkranz, den er immer bei sich trägt. Der Chef von 57 Mitarbeitern einer Bauunternehmung, die Hubert zusammen mit seinem Zwillingsbruder Peter betreibt, wollte keinen seiner Leute in einen lebensgefährlichen Einsatz schicken.
„Ich habe mich zweimal gesegnet und bin runtergefahren“, sagte er im Fernsehen. Mit Todesverachtung, denn wenn der Staudamm gebrochen wäre, wovor alle Verantwortlichen pausenlos warnten, dann hätte es den Floisdorfer Landwirt und Unternehmer mitsamt seinem schweren Arbeitsgerät fortgerissen. „Ich hatte keinen Augenblick Angst“, so Hubert Schilles zur Deutschen Presseagentur (dpa).
„Beten musste ich nicht lernen, beten konnte ich schon, als ich vor 2012 Stammzellen meines Zwillingsbruders Peter gespendet bekam“, sagte Hubert Schilles dem Mechernicher „Bürgerbrief“. 13 Monate gaben ihm die Ärzte damals noch zu leben – neun Jahre sind inzwischen daraus geworden. Und hoffentlich kommen noch viele dazu, wünschen ihm seit der Überschwemmungskatastrophe 2021 noch ein paar Tausend Menschen mehr als vorher.
14-jährig nach Lourdes
Hubert Schilles kam bereits als 14-Jähriger durch eine Lourdes-Wallfahrt zu seiner tief-katholischen Überzeugung, die freilich schon vorher bei dem Jungen aus einer überzeugt katholischen Bauernfamilie angelegt war. „Ich wollte gerne mit Pfarrer Heinz Jumpertz und den anderen zum Marienheiligtum pilgern, aber unser Vater Anton lag krank und ich hatte kein Geld“, erinnert sich Hubert Schilles.
Da habe ihn eine Nachbarin, die krank geworden war und selbst nicht mitwallfahren konnte, auf ihre Kosten reisen lassen. Dort habe es gefunkt. 1989 wurde er Matthiaspilger – und nimmt seither mit der Bruderschaft Bürvenich-Oedekoven den beschwerlichen Fußweg nach Trier zum Grab des Heiligen Apostels Matthias auf sich.
Hubert Schilles hat drei Kinder, die alle im gemeinsamen Baubetrieb mitarbeiten – und vier Enkel. „Geht nicht, gibt’s nicht“ ist seine Devise im Betrieb. Seine Mitarbeiter schätzen die verbindliche Art von Hubert und seinen Brüdern. Sie verlangen nicht, was sie nicht auch selbst tun würden, und firmieren im weiten Kreis ihrer Bekannten und Bewunderer als „hart, aber herzlich“.
„Wenn die Wand fliegen gegangen wäre, wäre das hundertprozentig der sichere Tod gewesen“, titelte der „Stern“. Im dpa-Interview sagte der Bauer und Bauunternehmer aus der Stadt Mechernich: „Das war schon eine brisante Situation. Aber ich hatte keine Angst, weil dahinter stand ja was Großes. Nämlich, dass kein Mensch zu Schaden kommt…“
Er halte sein Handeln daher für selbstverständlich. „Man soll nicht die Brust rausdrücken. Ich bin eher der, der im Hintergrund arbeitet“, sagte der 67-Jährige. Er und sein Team aus 57 Beschäftigten seien auch nun weiter mit Aufräumarbeiten nach der Katastrophe befasst. Zurzeit fahre er immer wieder Sondermüll zur Deponie. „Kostenlos natürlich, das ist für mich Ehrensache.“
Region/Mainz – Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigte sich beeindruckt von der enormen Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität mit den Opfern des Hochwassers an der Ahr. Dies habe dazu geführt, dass auch erste Erfolge sichtbar seien. Das Katastrophenmanagement stellt die Versorgung mit Hilfsgütern sicher. Schritt für Schritt machen die Hilfskräfte von Feuerwehr, THW und Bundeswehr abgeschnittene Ortschaften wieder erreichbar. Damit auch dort Aufräumen und Reparieren stattfinden kann. Die Versorgung mit Strom und Wasser sind dabei vordringlich“, sagte die Ministerpräsidentin.
Die entstandenen Schäden an der Infrastruktur würden kontinuierlich erfasst und analysiert, um den Finanzbedarf zu ermitteln sowie die Reparaturen organisieren zu können. „Wir kümmern uns nicht nur um die technische Infrastruktur, sondern gemeinsam mit den Partnern auch um die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung vor Ort“, so Malu Dreyer. In Abstimmung insbesondere mit den Krankenhäusern in der Versorgungsregion, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Landesapothekerkammer, der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz und der Landesregierung haben sich die Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken vor Ort zusammengefunden, um die Versorgung auch in dieser kritischen Situation sicherzustellen. Dabei sei auch eine Versorgung durch die ärztliche Bereitschaftspraxis Bad Neuenahr-Ahrweiler, die ab sofort auch tagsüber besetzt sei (10 bis 16 Uhr), und den Notdienst der örtlichen Apotheken eingerichtet worden. Gemeinsam arbeiteten die Partner daran, die Gesundheitsleistungen vor Ort weiter zu stärken. „Wir können nicht alle Probleme in kurzer Zeit lösen, aber wir arbeiten mit Hochdruck an einer Verbesserung der Situation in den betroffenen Gebieten“, sagte die Ministerpräsidentin.
Ein Impfbus und mobile Impfteams haben diese Woche ihre Arbeit im Hochwassergebiet begonnen und bieten Corona-Erst- und Zweitimpfungen und -Schnelltests an. Damit kann die Arbeit des betroffenen und aktuell geschlossenen Impfzentrums des Landkreis Ahrweiler und vieler niedergelassener Ärztinnen und Ärzte behelfsweise aufgefangen werden. Das Land hat 350.000 Testkits für die Region zur Verfügung gestellt.
Die Ministerpräsidentin betonte, dass ihre Landesregierung weiterhin alles tun werde, den Regionen zu helfen. „Meine Minister und Ministerinnen sind alle eng in das Katastrophenmanagement eingebunden“, sagte Malu Dreyer. Der Ministerrat stünde auch in der Sommerpause bereit, kurzfristig zusammenzutreten, um Maßnahmen zu besprechen und notwendige Entscheidungen zu treffen. „Diese Landesregierung nimmt die Not in den Hochwasserregionen sehr ernst und wird alles in ihren Kräften Stehende tun, diese zu lindern“, so die Ministerpräsidentin.
Pfarrer Kaufmann im Gespräch mit einem älteren Bewohner, der hilft, die Straßen zu säubern. Foto: Bistum Trier
Kordel – Pfarrer Mario Kaufmann fährt auf der kleinen Landstraße Richtung Kordel, es geht durch schattigen Laubwald, immer entlang der Kyll. Der kleine Nebenfluss der Mosel, der in Belgien entspringt und durch die Eifel fließt, plätschert harmlos vor sich hin. Eine Woche zuvor haben seine Wassermassen das Dorf Kordel und den Trierer Stadtteil Ehrang überrollt, Autos weggedrückt, Mauern eingerissen, Keller und Häuser geflutet – Existenzen zerstört. „Geblieben ist der nach Heizöl stinkende Schlamm, ganz viel Zerstörung und auch Fassungslosigkeit“, sagt Kaufmann.
Als die Kyll nie gekannte Höchstpegelstände im zu seiner Pfarreiengemeinschaft gehörenden Kordel erreicht, ist Kaufmann gerade zu Besuch bei seinen Eltern in der Nordeifel. „Dort haben wir schon gemerkt, dass etwas nicht stimmt, weil der kleine Dorfbach stark anstieg“, erinnert sich Kaufmann. Spät abends erreichen den Pfarrer die ersten Nachrichten seiner Mitarbeiterinnen aus Kordel: „Da gingen die Sorgen los, ich konnte mir anhand der ersten Bilder im Fernsehen ausmalen, wo das Wasser steht, dass es in unserer Kita und im Pfarrhaus ist, dass der ganze Ortskern überflutet ist.“ In Kordel habe es immer mal wieder Hochwasser gegeben, vor allem durch den Welschbilliger Bach, der durch den Ort zur Kyll fließt, aber „in diesem Ausmaß – das hat es noch nie gegeben“. Kaufmann fährt am nächsten Tag zurück nach Kordel und versucht, Bekannte und Mitarbeitende zu erreichen. „Das war nicht so einfach, da niemand Strom hatte und über Handy zunächst keiner erreichbar war.
Es war wirklich eine Katastrophen-Situation. Ich wusste auch nicht, wo unsere Leute aus dem Seniorenheim geblieben waren.“ Nach Kordel hineinfahren sei nicht möglich gewesen, Zufahrtsstraßen seien wegen mehrerer kleiner Erdrutsche gesperrt gewesen – Kordel in seiner engen Talmulde war von der Außenwelt abgeschnitten.
Vor Kaufmann taucht just in diesem Moment auf der Landstraße ein großer Bagger auf, der die Reste eines solchen Erdrutsches – lose rote Brocken von Buntsandstein – zur Seite schiebt. Er passiert das Ortseingangsschild von Kordel; die ersten Räumungs- und Müllfahrzeuge kommen ihm entgegen. „Kordel ist sehr familiär und nachbarschaftlich organisiert, das habe ich auch sonntags am Telefon schon von vielen gehört, als wieder mehr Kontakt möglich war“, erzählt Kaufmann.
Ein Heer von Rettungskräften packte mit an, sogar aus Baden-Württemberg oder der Pfalz. in den ersten Tagen hätten viele Betroffene nicht einmal daran denken können, ihre Keller auszupumpen, da das Wasser noch zu hoch stand, erst sukzessive sei das Straße um Straße geschehen. „Und dann sah es aus wie nach einem Krieg – überall standen meterhoch die Sperrmüllberge mit Dingen, die den Menschen vorher lieb und teuer waren.“ Als Kaufmann jetzt die Ortsmitte kreuzt, sieht man davon nicht mehr viel. „Es ist Wahnsinn, wie viel schon abtransportiert wurde. Natürlich kommen immer wieder neue Müllhaufen hinzu, wenn Leute jetzt anfangen, Verkleidungen oder Wände abzuklopfen.“ Der Pfarrer parkt vor der katholischen Kindertagesstätte Sankt Amandus, die an das Pfarrhaus grenzt, in dem eine syrische Familie wohnt. Sie haben keinen Strom und kein warmes Wasser, da der Heizöltank im Keller beschädigt wurde.
Kaufmann trifft sich mit einem Elektriker und einem Experten für Ölheizungen. Anschließend wirft er einen Blick in die komplett leer geräumte Kita, die fleißige Helfer schon von Wasser und Müll befreit haben. Im Garten der Kita eine betonharte Schlammkruste, der Spielturm hängt schief in den Angeln; andere Geräte und Spielzeug schwemmte das Wasser einfach weg. „Man kann sich nicht vorstellen, welche Kraft das Wasser gehabt haben muss, aber hier hat es sogar eine stabile Mauer eingerissen.“ Kaufmann deutet auf einen Geröllhaufen, aus dem noch die Nest-Schaukel der Kinder herausragt, ein paar Tomaten aus einem benachbarten Gemüsegarten haben sich im Netz verfangen. Er könne sich nicht ausmalen, was die Behebung all dieser Schäden kosten wird, sagt Kaufmann kopfschüttelnd. Bei den strengen Auflagen für Kitas müsse der komplette mit Heizöl kontaminierte Boden ausgebaggert und ersetzt werden, ganz zu schweigen von den Schäden im Gebäude.
Euskirchen – Die Anträge zur Soforthilfe des Landes NRW können ab sofort bei den folgenden Stellen in den Städten und Gemeinden des Kreises Euskirchen abgegeben werden: Bad Münstereifel: an der Rathaustür
Blankenheim: im Rathaus, die Bürger*innen werden aber auch zu Hause aufgesucht
Dahlem: im Rathaus
Euskirchen: im Rathaus, im Eingangsbereich (Foyer)
Hellenthal: im Rathaus
Kall: im Rathaus, 1. Etage, Zimmer 24, Eingang Steueramt
Mechernich: per Post an Stadt Mechernich, Fachbereich 5, Bergstraße 1, 53894 Mechernich; per E-Mail an info@mechernich.de oder persönlich beim Bürgerservice im Erdgeschoss
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