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Schweigemoment für die Betroffenen der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler heute 28. Juli um 19.50 Uhr

Ahrweiler – Landrat Dr. Pföhler ruft für den heutigen Mittwoch alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme auf. Die Flutkatastrophe vom 14. Juli hat mit derzeit 132 Toten, vielen Verletzten und unvorstellbaren Zerstörungen unermessliches Leid über das Ahrtal und den Kreis Ahrweiler gebracht. Viele Menschen haben alles verloren und stehen vor dem Nichts.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler ruft daher für Mittwoch, den 28. Juli, um 19.50 Uhr zu einem 10-minütigen Schweigemoment im gesamten Kreis Ahrweiler auf. Alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises Ahrweiler werden gebeten, innezuhalten und gemeinsam den Opfern der Flutkatastrophe zu gedenken. Die Kirchen wurden gebeten, den Gedenkmoment mit einem Läuten der Kirchenglocken zu begleiten.

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Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel eG spendet 1,75 Millionen Euro an Unwetter-Geschädigte

Kreis Ahrweiler/Kreis Mayen-Koblenz/Kreis Vulkaneifel – Die Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel eG hat im Rahmen des groß angelegten Hilfsprogramms der Genossenschaftsbank die ersten 1,75 Millionen Euro an Unwettergeschädigte im Geschäftsgebiet der Bank gespendet. Für die betroffenen Regionen im Landkreis Mayen-Koblenz erhielt die Kreisverwaltung einen Pauschalbetrag. Der Landkreis Vulkaneifel wurde über die Bürgerstiftung des Landkreises Vulkaneifel mit einer Spende bedacht. Da die Schäden im Kreis Ahrweiler deutlich größer sind, gibt die Bürgerstiftung hier das Geld zweckgebunden direkt an die betroffenen Städte und Ortsgemeinden weiter. „Mit der Verteilung dieser ersten großen Soforthilfe über die Bürgermeister stellen wir sicher, dass das Geld zeitnah, unbürokratisch und zielgerichtet bei den Menschen ankommt, die am schwersten von der Unwetterkatastrophe betroffen sind“, erklärt Sascha Monschauer, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Bürgerstiftung.

Mehr als eine Millionen Euro über die Spendenplattform eingegangen

Alleine über die Volksbank-Spendenplattform „Viele schaffen mehr“ wurden bislang über eine Millionen Euro für die Bürgerstiftung gesammelt. „Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist enorm und seit Tagen ungebrochen“, so Sascha Monschauer. „Neben den vielen Privatpersonen und Unternehmen haben wir auch zahlreiche Spenden von anderen Volksbanken und Raiffeisenbanken erhalten – die Solidarität ist groß.“ Darüber hinaus hatte die Volksbank die ersten 150.000 Euro, die eingingen, aus ihrem Spendentopf verdoppelt.

Die Spendenaktion auf der „Viele schaffen mehr“-Plattform läuft noch bis zum 18. August 2021 und ist unter folgendem Link erreichbar: www.voba-rheinahreifel.de/vobahilft. Daneben hat die Bürgerstiftung ein Spendenkonto mit der IBAN DE71 5776 1591 0417 8949 00 (BIC: GENODED1BNA) eingerichtet. Weitere Spenden wird die Bürgerstiftung ebenfalls zeitnah weitergeben.

Auch der genossenschaftliche Verbund unterstützt in den betroffenen Regionen. Er spendet eine Summe von 1,25 Millionen Euro an das Technische Hilfswerk sowie an das Deutsche Rote Kreuz.

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Benefizkonzert mit Django Reinhardt am 18. August auf der Bühne der Burgfestspiele in Mayen

Mayen – Django Reinhardt in Mayen: Der Sänger im Einsatz für Opfer der Hochwasserkatastrophe. Der Koblenzer Musiker Django Reinhardt startete 2017 einen neuen Teil seiner musikalischen Karriere. Nach inzwischen 50 Jahren auf der Bühne hat sich Django Reinhardt für einen neuen, eigenen musikalischen Stil entschieden.

In den vergangenen Jahrzehnten sammelte er sehr viele schöne Erfahrungen bei seinen Konzerten mit Welthits bis hin zu mehrfach ausverkauften Hallen, zum Beispiel mit der Rheinischen Philharmonie und anderen Orchestern.

Seine neuen Konzerte gibt Django Reinhardt seit zwei Jahren unter „DJANGO REINHARDT- ZURÜCK ZUM SWING“. Es ist die Musik seiner Väter, zu der er zurückkehrte.

Die neue Musik von Django Reinhardt ist SWING in deutscher Sprache und besteht aus eigener Musik und eigenen Texten. Diese wurden eigens für ihn komponiert und arrangiert.

Django Reinhardt ist einer der Söhne des Musikers Daweli Reinhardt, der Sologitarrist und Mitbegründer des berühmten Schnuckenack Reinhardt-Quintets war.

Aber der Sänger Reinhardt ist noch viel mehr. Django Reinhardt ist der Integrationsbeauftragte des Landes Rheinalnd-Pfalz für Sinti und Roma. Aus seinem Büro in Koblenz begleitet er seine Landsleute bei vielen wichtigen Fragen des Lebens. Für seinen Einsatz um Sinti und Roma wurde Django Reinhardt in diesem Jahr von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Mit seinem Benefizkonzert am 18. August 2021, 20.00 Uhr, auf der Bühne der Mayener Burgfestspiele, bleibt Django Reinhardt seiner Lebensdevise treu, immer wieder für Menschen in Not da zu sein.

Der Bürgermeister der Stadt Mayen, Bernhard Mauel, heißt Django Reinhardt herzlich willkommen. „Wir freuen uns sehr über die Bereitschaft von Herrn Reinhardt hier in Mayen ein Benefizkonzert zugunsten der Hochwasseropfer zu geben. Natürlich hoffen wir auf ein ausverkauftes Konzert und viele Spenden“, so der Bürgermeister.

Der Ticketpreis beträgt auf allen Plätzen 25 €. Die gesamten Einnahmen kommen den Opfern des Hochwassers zugute.

Tickets für das Benefizkonzert am 18. August gibt es bei Bell Regional Touristikcenter, Rosengasse 5, 56727 Mayen – Telefon: 02651-494942, E-Mail: tickets@touristikcenter-mayen.de oder über die Homepage der Burgfestspiele www.burgfestspiele-mayen.de.

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Gratis Feriencamps wegen Hochwasser ab Sonntag 01. August für Kinder aus NRW und RLP

Euskirchen – Familien aus Katastrophengebieten werden vom Roten Kreuz mit kostenlosen Feriencamps für ihre Kinder unterstützt – Auszeit in Mecklenburg-Vorpommern – Beginnend ab Sonntag, 1. August, bis Ende der Sommerferien jeweils eine Woche – Anmeldung und weitere Informationen unter www.drk-mv.de/ oder telefonisch unter 0 3843 69 49 34.

Ab Sonntag, 1. August, bis Ende der Ferien jeweils in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schenkt das DRK vom Hochwasser der vergangenen Wochen betroffenen Kindern und Jugendlichen von 8 bis 14 Jahren Ferienzeit in Camps, um Kraft zu tanken. Für bis zu 500 Kinder seien für jeweils eine Woche Feriencamps im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern organisiert, teilt der zuständige Landesverband Mecklenburg-Vorpommern mit. Elternteile oder Betreuer dürfen die Kids dabei begleiten.

Die Camps befinden sich in Ummanz auf der Insel Rügen, Waren an der Mecklenburger Seenplatte und Damshagen in Nord-West Mecklenburg. Weitere sind in Planung und alle Camps werden von den jeweiligen DRK-Kreisverbänden geleitet. Darin ist auch eine psycho-soziale Betreuung vorgesehen.

„Kostenfreies Rund-um-sorglos-Paket für alle Kids“

„Die Kinder sollen Kraft tanken. Dafür stellen wir kurzfristig fünf Camps bereit und organisieren ein komplettes Ferienprogramm. Mit allem was dazu gehört“, so Werner Kuhn, Präsident des DRK-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Kuhn weiter: „Wir freuen uns auf jedes Kind und bieten ein kostenloses Rund-um-sorglos-Paket! Wir sorgen dafür, dass die Kids zu Hause abgeholt werden, kümmern uns um Übernachtung, Verpflegung und ein tolles Ferienprogramm. Auch ein Corona-Hygiene-Konzept ist inkludiert. Jedes Camp wird mit WLAN-Hotspots ausgestattet sein, so ist sichergestellt, dass jedes Kind mit seinen Eltern und Verwandten in Kontakt treten kann. Schlussendlich übernehmen wir auch die Rückreise nach Hause nach einer Woche.“

Die Deutsche Kinderhilfe – die ständige Kindervertretung e.V. – ist Ideengeber und unterstützt tatkräftig die Aktion. „Nach Corona, dem Distanzunterricht und dem Hochwasser brauchen die betroffenen Kinder neben Geld und Sachspenden vor allen Dingen auch ganz viel Zeit. Zeit, die ihre Eltern bei all den Aufräumarbeiten und dem Elend um sie herum zurzeit nicht oder nur sehr eingeschränkt bieten können. Diese Partnerschaft war und ist ein Glücksgriff,“ so Rainer Becker, Ehrenvorsitzender der Kinderhilfe.

Für jedes Feriencamp gilt: Pro Durchgang maximal 20 Teilnehmer plus je drei bis vier Betreuer, jeweils von Sonntag bis Samstag.

Für Sach- und monetäre Spenden zu Gunsten der betroffenen Kinder und der betreuenden Camps gibt es ein Spendenkonto des DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. bei der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Das Stichwort ist „Feriencamp“ – IBAN: DE49 1405 2000 0350 0360 04. Anmeldung und weitere Informationen zu den Angeboten unter www.drk-mv.de/ oder telefonisch täglich von 7 bis 22 Uhr unter 0 3843 69 49 34.

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Einige Orte sind nach der Flut wieder mit Erdgas versorgt

Ahrtal – Die Netzexperten der evm-Gruppe arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Netze. Nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe in der Eifel und im Ahrtal arbeiten die Experten der Energienetze Mittelrhein (enm) mit Hochdruck daran, die Erdgasversorgung in den betroffenen Gebieten wiederherzustellen. Insgesamt sind im enm-Netzgebiet rund 8.000 Netzanschlüsse betroffen. Die Gemeinden der Grafschaft (außer Bengen) sind bereits seit der letzten Woche wieder versorgt. Die an den Flüssen Nette, Kyll, Prüm und Nims am stärksten betroffenen Orte Mayen, Plaidt, Jünkerath, Stadtkyll, Prüm und Schönecken sind ebenfalls nahezu wieder versorgt. In Bad Neuenahr-Ahrweiler hingegen ist das Erdgasnetz teilweise völlig zerstört, sodass hier das Netz zum größten Teil komplett neu errichtet werden muss.

In den vergangenen Tagen waren zahlreiche Monteure der enm in den einzelnen Orten unterwegs, um die jeweiligen Netzanschlüsse wieder in Betrieb zu nehmen. In der Stadt Sinzig sowie in Bad Bodendorf werden die letzten Häuser im Laufe dieser Woche besucht. Alle Eigentümer, die nicht angetroffen werden konnten, sollten sich schnellstmöglich melden, damit auch sie wieder mit Erdgas versorgt werden können. Hierzu haben die Betroffenen von uns eine Mitteilung mit den entsprechenden Kontaktdaten im Briefkasten erhalten. Dies geht telefonisch unter 0261 2999-22290 oder unter hochwasser@enm.de.

Weitere Netzexperten sind aktuell unterwegs, um sich ein genaues Bild der Schäden zu machen, die das Hochwasser angerichtet hat. Bei dieser Bestandsaufnahme erfährt die Netzgesellschaft der Energieversorgung Mittelrhein (evm) tatkräftige Unterstützung durch die Kollegen der Stadtwerke Neuwied (SWN). Ein qualifiziertes Team der SWN hilft dabei, die Netzanschlüsse in Augenschein zu nehmen. Dies betrifft im Wesentlichen das Gebiet der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Zwischenergebnis: Viele Leitungen sind überhaupt nicht mehr existent, andere sind in Teilbereichen noch zu verwenden. Komplett zerstört sind auch alle Leitungen, die über die Ahr überquert hatte. Aktuell prüft die Netzgesellschaft, welche Möglichkeiten es gibt, die Versorgung zumindest provisorisch wiederherzustellen.

Unterdessen hat ein eigenes Team damit begonnen, den Neubau der im Ahrtal zerstörten Erdgasleitungen zu planen. „Das ist keine triviale Aufgabe, weil hier viele Faktoren zusammenkommen. Hier müssen Aufräumarbeiten, Straßenbau, der Bau von Versorgungsleitungen sowie viele andere Arbeiten koordiniert werden. Wir gehen aber davon aus, dass alles Hand in Hand laufen wird, damit die zerstörte Infrastruktur so schnell wie möglich wiederhergestellt werden kann“, erläutert Marcelo Peerenboom. Insgesamt werden die Arbeiten einige Monate in Anspruch nehmen.

Die Energienetze Mittelrhein weisen aus gegebenem Anlass zudem darauf hin, dass Betroffene nicht versuchen sollen, ihre Gasanlagen selbst zu reparieren. „Daher ist es wichtig, dass die Bürger unsere Monteure ins Haus lassen, damit diese eine Bestandsaufnahme durchführen und die nächsten Schritte festlegen können. Unsere Monteure sind einheitlich gekleidet und können sich ausweisen“, stellt der Pressesprecher fest. Um die Heizungen und andere Anlagen sollte sich das ein Installationsunternehmen kümmern.

Für alle betroffenen Bürger hat die enm alle Informationen rund um die Hochwasser-Katastrophe auf einer Internetseite zusammengestellt. Sie ist unter enm.de/hochwasser erreichbar. Dort befindet sich auch eine Liste der Orte, in der der aktuelle Versorgungsstand angezeigt wird. Die Energieversorgung Mittelrhein steht darüber hinaus ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Wer Fragen zur Erdgas-Lieferung und Abrechnung hat, kann sich unter 0261 402-11111 oder serviceteam@evm.de an den Kundenservice wenden.

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„Die Hilfsbereitschaft ist enorm“

Birtlingen/Minden/Prümzurlay – Bischof Ackermann besucht vom Hochwasser betroffene Pfarreiengemeinschaft Irrel. „Es hilft ja nichts“, sagt Tim Schmitt. „Wir verlieren nicht den Mut.“ Er steht mit seinem Bruder im Erdgeschoss seines Hauses in Prümzurlay. 7,20 Meter hoch stand die Prüm hier in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli. Der gesamte untere Teil des Hauses muss renoviert werden. 42 Häuser sind schwer beschädigt in dem 580-Seelen-Dorf, erzählt Moritz Petry, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Südeifel. Gegenüber von Schmitts Haus steht ein Rohbau, der in Teilen wieder abgerissen werden muss. Der Straßenbelag ist weggerissen, die Brücke hat gottseidank gehalten. Aber am gesamten Ufer der Prüm bietet sich ein Bild der Verwüstung: umgestürzte Bäume, Müll, abgerutschte Uferwege. Am 26. Juli hat Bischof Stephan Ackermann gemeinsam mit den Pfarrern Frank-Oliver Hahn und Monsignore Michael Becker sowie Pater Bijeesh Matthew Pallath MSJ die Pfarreiengemeinschaft Irrel, zu der Prümzurlay gehört, besucht und mit Betroffenen, Helferinnen und Helfern gesprochen und sich ein Bild von der Situation gemacht.

Der Höchststand der Prüm sei bisher bei 4,90 Meter gewesen, angekündigt waren 5 Meter. Nachts um 2 Uhr, beim Höchststand, hätten dann auch die Sandsäcke nichts mehr geholfen, die die Feuerwehr tags zuvor noch gefüllt hatte, erzählt Schmitt, während das Trockengerät im Wohnzimmer brummt. Vor einigen Jahren erst ist er mit seiner Familie hier eingezogen, jetzt wohnen sie zu siebt bei seinen Eltern. Sein Vater und sein Bruder helfen beim Aufräumen und Renovieren. Auch Hubert Schackmann ist vom Hochwasser betroffen – aber zuerst einmal war er auch Helfer. „Als Bootsführer der Feuerwehr war ich nachts im Einsatz, bis ich irgendwann gesagt habe: Jetzt muss mich einer ablösen, ich muss mich um mein Haus kümmern.“ Er bezeichnet sich selbst als „hochwasser-erfahren“, aber so etwas habe er sich nicht vorstellen können. Er bleibt in seinem Haus, auch wenn es in einigen Teilen derzeit nicht bewohnbar ist. Schackmann betreibt neben seiner Arbeit als Betriebshelfer für landwirtschaftliche Höfe einen Kartoffelanbau, den will er nicht allein lassen. Und vielleicht, weil er nicht nur die eigene Not sieht, sondern auch die von vielen Landwirten kennt, ist die Frage nach struktureller und finanzieller Unterstützung Thema des Gesprächs mit Bischof und VG-Bürgermeister Petry. Auch die bekannten Irreler Wasserfälle habe das Hochwasser getroffen, erzählt Petry: „Man erkennt sie nicht wieder.“ Er denke in diesen Tagen auch viel an die Menschen in den anderen Hochwasser-Gebieten, etwa an der Ahr. Man dürfe nicht vergessen, dass die Regionen unterschiedlich stark betroffen seien. In der Südeifel gingen die Aufbauarbeiten bereits voran, „samstags war das THW bei uns schon durch“. Ihm ist wichtig: „Die persönlichen Schicksale müssen wir im Blick halten.“

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Hochwasser-Nothilfe kommt bei Menschen in Aachen an

Aachen – Innerhalb einer Woche sind rund 80 Anträge eingegangen. Beratung in Kornelimünster fand großen Anklang. Erste Hilfezahlungen bereits angewiesen. Der städtische Hilfsfonds von 250.000 Euro wird aktiv in Anspruch genommen. Exakt eine Woche nach Aufstellung des Hilfspakets machten die zuständigen Kolleg*innen des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration sowie des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalisierung und Europa einen Besuch in Kornelimünster, um die bereits zahlreich eingetroffenen Anträge mit den Betroffenen persönlich besprechen und auf weitere Hilfsangebote hinweisen zu können. Neben bereits vereinbarten Terminen blieb auch Gelegenheit für spontane Termine. Anträge wurden noch vor Ort ausgefüllt und eingereicht. An die 80 waren es insgesamt am Nachmittag, schätzte Bezirksamtsleiterin Rita Claßen, die gerne davon berichtete, wie gut sich die Information bereits in ihrem Bezirk Kornelimünster/Walheim herumgesprochen hatte und wie dankbar das Angebot angenommen wurde.

„Wir haben ganz viel geschafft“, zog Birgit Nehling Bilanz. Sie kümmert sich um Hilfen für Mieter*innen und Eigentümer*innen. Herbert Kuck, der mit Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen einen Rundgang durch den Ort machte und dabei ebenso wie sie viele Gespräche führte, erklärte: „Die ersten Anweisungen sind schon raus. 13 Anträge für Gewerbetreibende liegen vor, zehn sind bereits bewilligt.“ Anträge verteilte er noch vor Ort. Die Anwohner*innen reichen sie solidarisch weiter. Die Hilfe wird in Anspruch genommen, die Abwicklung funktioniert effizient. Anträge kommen nicht nur aus dem Bezirk Kornelimünster/Walheim, auch aus dem übrigen Aachener Stadtgebiet liegen sie vereinzelt vor.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen: „Es ist gut, zu hören und zu sehen, dass unser Hilfsfonds angenommen wird. Die Menschen brauchen das offene Ohr und die helfenden Hände der Stadt, um in ersten Schritten aus ihrer schweren Situation herauszufinden.“

Wer noch Hilfe benötigt, findet alle Infos unter www.aachen.de/aachen_hilft. Wer spenden möchte, kann dies mit dem Stichwort „Aachen hilft“ unter folgender Kontonummer der Sparkasse Aachen tun: DE27 3905 0000 1073 7977 61.

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Burgfestspiele Mayen: Solo von Alessa Kordeck bei Festspiele-EXTRA am Sonntag 01. August

Mayen – Ensemblemitglied Alessa Kordeck ist dem Festspielpublikum bisher in allen Ihren Rollen als großartige Komödiantin bekannt – in ihren vielen Rollen 2019 in „Er ist wieder da“ als auch als Frau Rotkohl und in diesem Sommer in „Die Schöne und das Biest“ und der „Pension Schöller. Am Sonntag, den 1. August, wird sie nun in Dea Lohers Stück „Land ohne Worte“ auf der Kleinen Bühne im Alten Arresthaus einmal ganz anders zu erleben sein.

Das eindrucksvolle Monodrama stellt die Frage, was Kunst in unserer Welt darstellen, bewirken, verändern kann. Eine Malerin hat in einer Stadt am Rande der Menschlichkeit, Krieg, Gewalt und Armut erlebt. Seither weiß sie nicht mehr, was ihr Sujet in der Kunst noch sein könnte. So entsteht eine Reflexion über die (Un-)Möglichkeit von Kunst in unserer heutigen Welt.

Alessa Kordeck ist bei dieser Aufführung für alles verantwortlich, und gerade diese Erfahrung ist ihr sehr wichtig: „Ich hatte große Lust, selber nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Regisseurin, Kostüm-und Bühnenbildnerin eigene Bilder dafür zu suchen, verantwortlich zu sein, den Rahmen, in dem ich mich auf der Bühne mit dem Text beschäftige, selber zu setzen.“

Tickets für die Burgfestspiele gibt es bei: Bell Regional, Touristikcenter, Rosengasse 5, 56727 Mayen, unter der Ticket-Hotline: 02651/494942, per Mail an tickets@touristikcenter-mayen.de und im Online-Ticketing unter www.burgfestspiele-mayen.de.

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Hochwasser-Hilfe: Kreis Ahrweiler warnt vor Antrags-Betrügern

Ahrweiler – Die Kreisverwaltung Ahrweiler warnt vor Betrügern, die vom Hochwasser betroffene Menschen angeblich beim Ausfüllen der Soforthilfe-Anträge unterstützen wollen. Die Betroffenen sollten ihre persönlichen Daten nur an vertrauenswürdige Personen herausgeben, rät die Kreisverwaltung. Es gebe Verdachtsfälle von Missbrauch, dass unseriöse Helfer beim Ausfüllen der Anträge ihre eigenen Bankdaten angeben, um das Geld abzugreifen.

Die Soforthilfe des AW-Kreises dient dazu, den betroffenen Menschen kurzfristig Geld für lebensnotwendige Besorgungen zur Verfügung zu stellen. Pro Haushalt werden zwischen 1000 und 2000 Euro bereitgestellt. Auf dem entsprechenden Soforthilfe-Spendenkonto der Kreisverwaltung sind bislang fast 14 Millionen Euro eingegangen. Durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung konnte der Kreis bislang bereits 3,4 Millionen Euro direkt auszahlen. Spendenkonto: Kreissparkasse Ahrweiler, IBAN DE 86 5775 1310 0000 3394 57, Stichwort „ Hochwasserhilfe“.

Die Beantragung der Soforthilfe des Kreises Ahrweiler ist über die eingerichteten Hotlines der Kreisverwaltung Ahrweiler schnell möglich. Die Hotlines sind unter 02641 / 975-960 und -961 von Montag bis Sonntag in der Zeit von 9 bis 20 Uhr erreichbar.

Wichtig: Die durch den AW-Kreis ausgezahlte Soforthilfe ist unabhängig von der „Soforthilfe des Landes Rheinland-Pfalz“. Beide Hilfen können unabhängig voneinander beantragt werden. Die Abwicklung der Soforthilfe des Landes für den Kreis Ahrweiler übernimmt das Statische Landesamt Rheinland-Pfalz. Die Antragsunterlagen finden sich unter www.kreis-ahrweiler.de.

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Junge Seelsorgerin unterwegs im Katastrophen-Gebiet an der Ahr

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Hilflosigkeit, Erschöpfung und Dankbarkeit. Langsam kommt wieder so etwas wie Alltag in ihr Leben. Johanna Becker ist angehende Pastoralreferentin im Dekanat Ahr-Eifel und seit der Nacht vom 15. auf den 16. Juli geht sie als Seelsorgerin durch die zerstörten Orte, spricht mit Menschen, die alles verloren haben, mit Helferinnen und Helfern, die am Ende ihrer Kräfte sind und organisiert die Ausgabe von Spenden im Zelt „Kirche hilft“.

Die 28-Jährige lebt seit drei Jahren in Sinzig. Ihre Wohnung blieb verschont; Wasser und Strom waren nach wenigen Tagen wieder da. „Der erste Tag war reines Chaos“, erinnert sie sich. Trotzdem meldet sich Becker umgehend als Zusatzkraft bei der Notfallseelsorge. Da sie die Region kennt, wird sie einer ausgebildeten Notfallseelsorgerin aus Simmern zur Seite gestellt. Gemeinsam gehen sie durch die Straßen, hören zu, sehen Tränen und Fassungslosigkeit.

Bereits ab dem zweiten Tag strukturiert sich der Alltag in der Katastrophe: Die Lagebesprechung des eingerichteten Arbeitskreises „Kirche hilft“ beginnt um 9 Uhr. Anschließend geht es zum Zelt am Adenbachtor, das der Arbeitskreis zusammen mit der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ aufgebaut hat. Dort sortiert und verteilt Johanna Becker Spenden, schreibt Dienstpläne, koordiniert und vernetzt Hilfsangebote. Sie gibt ermutigende Worte zwischen Tür und Angel: „Machen Sie Pausen! Halten Sie durch!“ Oder sie führt längere seelsorgerische Gespräche; zwischen fünf bis zehn am Tag. „Da war ein Mann, der hat mich einfach angeschaut und fing gleich zu weinen an“, berichtet sie. Nach dem Gespräch am Adenbachtor hat Johanna Becker ihn noch einmal besucht, um zu schauen, wie es ihm geht.

„Momentan braucht es einfach nur ein offenes Ohr“, sagt Becker. Sie hat in ihrer Ausbildung ein pastoralpsychologisches Curriculum durchlaufen und wurde in diesem Zusammenhang für Trauer- und Seelsorgegespräche geschult. „Viele brauchen jemanden, bei dem sie einfach mal weinen dürfen.“ Viele Menschen sind nach tagelanger harter Arbeit mit ihrer Kraft am Ende. Sie hatten über Stunden Todesangst, haben Angehörige und ihre Existenzgrundlage verloren.

Die Frage nach dem Warum?

Die Frage, warum Gott so etwas zulasse, hat sie bisher nur einmal gehört, aber sich selbst oft gestellt. Eine Antwort hat sie nicht. Das gelte es auszuhalten, auch wenn ein junger Mann ihr die Frage unter Tränen gestellt habe. Sie wird stets mit den Themen Hilflosigkeit und Erschöpfung konfrontiert, aber auch mit viel Dankbarkeit für die Solidarität. „Die Menschen sind gerührt, wenn Wildfremde vor ihrer Tür stehen und helfen wollen. Doch viele Helferinnen und Helfer merken erst, worauf sie sich eingelassen haben, wenn sie hier sind“, lautet ihr Eindruck. Auch für die hat sie ein offenes Ohr.

Und immer wieder hört sie den Satz: „Wir leben noch“, sowie viele konkrete und dramatische Berichte der Anwohnerinnen und Anwohner über die Nacht als das Wasser kam. Wie geht die Pastoralassistentin selbst damit um? „Ich weine auch mal selber und wenn ich nach Hause komme, bin ich echt fertig“, gibt sie ganz offen zu. In ihrem Team achten sie aufeinander, legen Pausentage ein und können auf die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus dem Bistum Trier zählen. Auf die nächsten Wochen gesehen, wird es erst einmal so weiterlaufen. Nach der ersten Akuthilfe folgen Trauerbegleitung und die Gestaltung einer Gedenkkultur.

Johanna Becker appelliert, keine Sachspenden mehr ins Ahrtal zu liefern. Auch die Kreisverwaltung Ahrweiler bittet davon abzusehen. „Was wir wirklich brauchen, sind Geldspenden“, sagt sie und verweist auf das Spendenkonto des Bistums Trier und der Caritas sowie weitere Spendenmöglichkeiten vor Ort.