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Stadt Jülich und REWE-Markt unterstützen Engagement für Flutopfer

Jülich – Große Hilfe für Helfer – Mit einem Transporter machte Josef Vukmanic im Jülicher Heckfeld vor dem REWE Station, wo ihm Bürgermeister Axel Fuchs und Marktleiter Franz-Josef Strick beim Beladen mit zahlreichen Sachspenden halfen. Nur einen Tag später konnten diese im Ahrtal bereits dankbar in Empfang genommen werden.

An der Ahr war die Freude groß beim Überreichen der Jülicher Spenden an die Versorgungsstelle „Tante Emma Laden in Dernau“. Foto: Josef Vukmanic

Auch wenn Jülich vom Hochwasser im Juli des Vorjahres stark betroffen war, die Stadt hat im Vergleich zu Städten und Gemeinden im Ahrtal und der Eifel sehr viel Glück gehabt hat. Bereits damals engagierte sich der Jülicher Josef Vukmanic als Fluthelfer – und hat damit bis heute nicht aufgehört.

Fast wöchentlich fährt er in die Region und bringt Sachspenden zu den Betroffenen. „Als wir all das Leid gesehen haben und begriffen, an welcher Katastrophe wir in Jülich vorbeigeschrammt sind, konnten meine Frau und ich nicht anders, als zu helfen“, so Vukmanic. Er hat im Laufe der Monate viele Betroffene kennengelernt und so nicht nur ein gutes Gefühl bekommen, wo und womit man helfen kann, sondern eine Möglichkeit angestoßen und gefunden, ganz konkrete Wünsche zu erfüllen.

Auf dem „Wunschzettel“ der Betroffenen fanden sich alsbald und immer noch ganz gezielte Anfragen wie beispielsweise 10 x Allesreiniger und 20 x Küchentücher, 100 kg Briketts und 30 x Tütensuppe, 10 x Waschmittel und 20 x Einweghandschuhe – die Palette ist lang und so bunt wie konkret. „Wir erfragen bei Spendern immer nur das, was uns als Bedarf gemeldet wird. Innerhalb des Helfernetzwerkes werden die Spenden zwischen den einzelnen Versorgungsstellen im Bedarfsfall verteilt, somit kommen alle Spenden garantiert an“, so Vukmanic.

Und genau diese Liste schickte er kürzlich mit der Bitte um Unterstützung auch an die Stadt Jülich, die zwar mit der Lieferung der gewünschten Wasserflaschen nur einen kleinen Teil dazu beitragen konnte, aber bei deren Anschaffung im Jülicher REWE-Markt auf offene Ohren und ein wiederholt großes Engagement stieß: Marktleiter Franz-Josef Strick erklärte sich spontan bereit, einen Großteil der Liste „abzuarbeiten“.

„Bereits im Juli und August haben wir in unserem Markt sehr gern die Spendendosen der Stadt Jülich aufgestellt, um die Hilfsbereitschaft der Kundschaft auf der einen Seite und das Hilfsbedürfnis auf der anderen Seite der Jülicher unterstützen zu können. Über 2.500 Euro kamen damals für die Jülicher Bevölkerung allein im REWE-Markt im Heckfeld zusammen. „Auch bei dieser Aktion über die Stadtgrenzen hinaus helfen wir gern mit und stiften Lebensmittel und benötigte Haushaltswaren für über 500 Euro“, so Franz-Josef Strick.

Bürgermeister Axel Fuchs freute sich über so viel Engagement aus der Bürgerschaft: „Bei so einer tollen Aktion helfen wir natürlich gern mit. Ich freue mich, dass hier so konkrete Hilfsangebote und Nachfragen aufeinandertreffen und danke nicht nur dem REWE-Markt, sondern all den anderen Spendern, die seit Monaten immer wieder mit kleinen und größeren Aktionen dazu beitragen, dass die Solidarität der Jülicher Bürgerschaft an der eigenen Stadtgrenze nicht aufhört.“

Bereits am Folgetag reiste Josef Vukmanic mit den Spenden ins Ahrtal, um sie den Betroffenen zu überreichen. „Durch diese Spenden werden die Regale des „Tante Emma Laden in Dernau“ aufgefüllt. Dort können Betroffene, nach Vorlage der Flutopferbescheinigung, sich kostenlos für ihren täglichen Bedarf bedienen. Die Not reißt einfach nicht ab. Mit ein paar gekitteten Fensterscheiben ist es bei den meisten Häusern hier nicht getan, das wird noch sehr lange dauern“, so Vukmanic, der – solange es noch Spendenwillige gibt – weiter mehrmals monatlich ins Ahrtal und die Eifel bringen wird, was benötigt wird. Wer helfen möchte, kann sich unter 0162-4807940 oder per Email Fluthilfe.Juelich.Umland@gmail.com melden. Die Initiative weist darauf hin, dass Möbel, Kleidung und Elektrogeräte nicht angenommen werden.

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Daun am Samstag 19. Februar bei SWR-Sendung „Stadt-Land-Quiz“

Daun – Fernsehtipp: Am Samstag, den 19. Februar 2022 um 18:45 Uhr ist Daun teil der SWR-Sendung „Stadt-Land-Quiz“. Zum Thema „Vulkanismus“ spielen Andreas Schüller, Geschäftsführer des Naturpark und UNESCO Global Geoparks; und Valerie Schneider, Pressesprecherin der GesundLand Vulkaneifel GmbH, für Daun gegen die Stadt Singen (Hohentwiel) in Baden-Württemberg.

Auch Passanten aus der Dauner Innenstadt gaben beim Quiz ihr Bestes. Ob Daun das Städte-Duell für sich entscheiden konnte, zeigt der SWR am Samstag in der Sendung oder nach der Ausstrahlung in der ARD Mediathek.

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Jugendliche fragen Politiker in Mendig

Mendig – Verbandsbürgermeister Jörg Lempertz zu Besuch im Sozialkundeunterricht der Realschule plus und FOS Mendig. „Mitwirken in der Kommunalpolitik“ – das ist ein Thema des Sozialkundeunterrichts der achten Klasse. Um den Schülerinnen und Schülern dieses Thema näherzubringen, kam der Verbandsbürgermeister der VG Mendig, Jörg Lempertz, in die Schule und stand den Jugendlichen zwei Stunden lang Rede und Antwort.

Nach einer kurzen Einführung über die Ebenen der Politik, ging Lempertz direkt auf die Schüler*innen zu und fragte sie als „Experten“ nach Ideen und Meinungen zu verschiedenen Themen. „Corona“ beschäftigt die Schülerinnen und Schüler momentan sehr und so kamen zunächst viele Fragen dazu.

Ein ganz anderes Thema folgte: Lempertz fragte die Jugendlichen, was sie mit einer Million Euro in der Schule verändern würden. Diese hatten dazu verschiedene Ideen, wie die Anschaffung von Tablets für den Unterricht, mehr überdachte Bereiche und Sportmöglichkeiten auf den Pausenhöfen sowie mitwachsende Stühle.

Aber auch außerschulische Themen wurden besprochen. Lempertz gab Informationen über die Unternehmen auf dem Flugplatz Mendig, die als künftige Arbeitgeber für die Schüler*innen von Interesse sein könnten oder über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die vom engagierten Verbandsbürgermeister als fortlaufende Aufgabe beschrieben wurde.

Auch die Legalisierung der Downhillstrecke am Hochstein in Verbindung mit den Themen Naturschutz, Sicherheit und Kooperation aller Waldnutzer und die Nutzung der Sportplätze wurden thematisiert. Zu letzterem konnte Lempertz schon kurz nach dem Treffen konkrete Änderungen, die den Jugendlichen am Herz lagen, erreichen. So sieht aktive und bürgernahe Politik aus!

Zum Abschluss der angeregten Diskussion wollten die Jugendlichen noch wissen, wie viel Freude die Arbeit als Verbandsbürgermeister macht. Lempertz antwortete, die Ausübung des Amtes mache ihm auch nach 20 Jahren noch immer viel Spaß, da es so nah am Menschen sei. Ein schönes Schlusswort!

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Drehstart des ersten Nordeifel-Krimis: „STELING – Flucht“

Monschau – Crowdfunding soll für die finanzielle Unterstützung sorgen. Die erste Klappe ist bereits gefallen für die Vorab-Drehs zum Kurz-Krimi „STELING – Flucht“, den die beiden EifelDrei.TV – Geschäftsführer Stefan Herbst und Dirk Neuß bis zum April 2022 fertigstellen werden.

Drehstart des wohl ersten wirklich 100%igen Nord-Eifel-Krimis „STELING – Flucht“. Foto: EifelDrei.TV GmbH

Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß die Produktion 100%ig aus der der Eifel kommt: Angefangen mit den Schauplätzen im Monschauer Land rund um den Steling, der auch der weiteren Serie ihren Namen verliehen hat. Dann mit den beiden Ideengebern, Autoren und Produzenten Stefan Herbst und Dirk Neuß aus Monschau. Weiter mit der Figur des Kommissar Steffens, der in den Episoden von Monschau aus ermittelt und dessen Film-Hauptdarsteller Dannie Lennertz ebenfalls seine Wurzeln in der Nord-Eifel hat. Und schließlich auch die Titelmusik kommt aus der Nord-Eifel.

Hauptdarsteller Dannie Lennertz. Foto: EifelDrei.TV GmbH

Schon seit ein paar Jahren arbeiten die beiden Monschauer Produzenten an der „Steling“ – Krimi-Serie, die in der Nord-Eifel, in Ostbelgien und im Hohen Venn angesiedelt ist und deren Inhalte dort auch an realen Schauplätzen spielt. Inzwischen haben die Autoren bereits mehr als ein Dutzend Plots entwickelt, aus denen vielleicht irgendwann mal eine TV-Staffel entstehen soll. Kein leichtes Unterfangen, denn dazu braucht man TV-Anstalten und / oder Produktionsfirmen, die diese Themen auch filmisch umsetzen wollen.
Kontakte werden ständig geknüpft, bislang gelang aber nicht die Möglichkeit der Umsetzung.

So haben die beiden Produzenten beschlossen, sich am Kurz-Krimi-Festival „Tatort Eifel“ zu bewerben und dies mit einem eigens entwickelten Inhalt zu tun. Und mit eigenem umfangreichen Film-Equipment und eigenem Team.

Dabei wird es um folgende Story gehen:
„Auf der Flucht vor der Polizei und seinen kriminellen Widersachern durch die wilde Eifel wird der vermeintliche Mörder David Lenzenberg von Kommissar Steffens im verlassenen, abgeschiedenen Betonbollwerk des Westwalls gestellt. Es kommt zu einem Kampf, in dessen Verlauf beide Protagonisten verletzt werden und dem Ort aus eigener Kraft nicht mehr entkommen können. Beide müssen sich nun dem Konflikt stellen und sich vertrauen lernen. In diesem schwierigen Prozess erkennt Steffens, dass Lenzenberg nicht der Verbrecher ist, für den er gehalten wird. Am Ende nehmen die Geschehnisse jedoch eine dramatische Wendung.“

Die Hauptszenen werden Mitte März in Waldgebieten am Steling und in Konzen gedreht. Bis Mitte April muß der Film dann auch schon fertig sein, rechtzeitig zum Einreichen beim Festival.

Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne unter https://www.startnext.com/steling, an der sich Fans und Förderer beteiligen können mit Beträgen von 5,- € (z.Bsp. Nennung im Abspann) aufwärts bis hin zu Merchandising – Produkten wie T-Shirts, Hoodies oder CDs. Der Erlös soll unterstützend bei der Finanzierung des Filmes gedacht sein.

Die Veröffentlichung des Filmes zum Kurzkrimi „Flucht“ ist für das Frühjahr geplant.

Bereits in der Umsetzung ist die „STELING“ – Krimi-Reihe als Buch-Format: Der erste Roman mit dem Titel „Morningshow“ ist gerade in der Endphase und wird zur Buchmesse im Herbst veröffentlicht. Die zweite Episode wird zum Frühjahr 2023 erscheinen.

Bereits 2019 wurde testweise mit Inhalten aus „Morningshow“ ein Trailer gedreht: https://youtu.be/ugCETj7OcsE

Und im gleichen Zuge auch das Musikvideo zum Titelsong von KTK: Talk about it. https://youtu.be/4c4CvNZn17s

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Gewalt am Albertinum Gerolstein – Abschluss-Bericht ist veröffentlicht

Gerolstein/Trier – Traumatische Erlebnisse belasten bis heute. Körperliche, sexuelle und psychische Gewalt, ausgeübt von den drei Direktoren Karl Pfeiffer, Georg Jutz und Erwin Puhl, aber auch von ihren Mitarbeitern, waren für viele Schüler des ehemaligen Bischöflichen Internats „Albertinum“ in Gerolstein zwischen 1946 bis zur Schließung des Hauses 1983 an der Tagesordnung. Diese traumatischen Kindheitserlebnisse haben für viele der Betroffenen bis heute nachhaltige Beeinträchtigungen zur Folge: psychisch belastende Erinnerungen, psychosomatische Folgen oder negative Auswirkungen auf das eigene Körpergefühl und die Sexualität sind nur einige davon. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht des Aufarbeitungsprojektes, den die Projektleiterinnen Professorin Claudia Bundschuh und Dr. Bettina Janssen am 11. Februar vor Betroffenen und in der Öffentlichkeit vorstellten.

Der 137 Seiten umfassende Bericht stellt die Schilderungen von 54 ehemaligen Schülern in den Mittelpunkt und zeichnet, auch durch einen Blick in die Geschichte des Hauses und das damalige Umfeld insgesamt, ein deutliches Bild von den Gewalterfahrungen der Jungen. „Wir erfahren hier von körperlicher Gewalt, die ganz überwiegend als Misshandlung von Kindern einzustufen ist“, erläuterte Projektleiterin Bundschuh. „Von allen drei Leitern des Internats, die Priester waren, sowie einem weltlichen Mitarbeiter, wurde auch sexualisierte Gewalt verübt. Und auch psychische Gewalt war für viele an der Tagesordnung – daran lassen die Schilderungen kein Zweifel.“ Auch zwischen den Schülern sei es zu Gewalt gekommen, berichtete Bundschuh.

Der Abschlussbericht ordnet die Gewalterfahrungen ein: Gesellschaftlich und historisch, aber auch soziologisch: „Beim Albertinum können wir von einem klassischen geschlossenen System sprechen“, charakterisierte Bundschuh. Manchen Schülern sei nicht geglaubt worden, wenn sie zuhause von Schlägen berichtet hätten, andere hätten hören müssen, sie hätten es dann sicher auch verdient. „Von der sexuellen Gewalt durch die Priester konnte ohnehin kaum jemand zu sprechen, die Betroffenen konnten aufgrund der Tabuisierung von Sexualität und sexuellem Kindesmissbrauch gar nicht einordnen, was ihnen passiert und wussten, dass sie als Lügner bezichtigt und massiv bestraft werden würden bei Offenlegung ihrer Gewalterfahrungen.“

Projektleiterin Janssen hat unter anderem auch die vorhandenen Akten analysiert, zu denen das Bistum Trier als Auftraggeberin uneingeschränkten Zugang gewährt hatte. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass das Bistum als Trägerin dem Internat keine hohe Aufmerksamkeit geschenkt hat: „Weder wurden besondere fachliche Kriterien bei der Auswahl der priesterlichen Leiter oder des Personals angelegt noch gab es bei durchaus vorhandenen Überlastungsanzeigen Abhilfe.“ Dass Verantwortliche aus dem Bischöflichen Generalvikariat das Internat besucht hätten, sei eine seltene Ausnahme gewesen. „Es gibt hauptsächlich schriftliche Kommunikation zu finanziellen Angelegenheiten und später auch über die unzureichende Personalsituation, mehr aber nicht“, bescheinigte Janssen den heute Verantwortlichen. „Und so waren die Beschäftigten dort in ihrem geschlossenen System vom Bistum weitestgehend unbeaufsichtigt und vor einer kritischen Auseinandersetzung mit ihrer gewaltbehafteten Praxis geschützt.“

Ehemalige Schüler erwarten ehrliche Anerkennung ihres Leids

Das Aufarbeitungsprojekt, das bereits im Oktober 2019 vor der Vereinbarung der Bistümer mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs gestartet war, entspricht den Kriterien einer unabhängigen Aufarbeitung. Denn das wichtigste Kriterium danach ist die Mitarbeit von Betroffenen. Und so arbeiteten im Lenkungsausschuss mit Werner Schenk, Rainer Reimold und Karl-Heinz Prinz auch drei Betroffene mit, je einer aus der Amtszeit der drei Direktoren. Schenk betonte, durch das Projekt seien „viele Geschehnisse und Wahrheiten“ ans Licht gekommen. „Es war wichtig, mit den Betroffenen über diese Zeit zu reden, denn ich spürte, dass der Bedarf nach einem Gespräch mit der Projektleitung sehr groß war. Gespannt bin ich auch auf die Konsequenzen, welche die Betroffenen betreffen.“ Daher finden sich im Abschlussbericht auch Wünsche und Erwartungen der ehemaligen Schüler: Neben der Konfrontation und Bestrafung der Beschuldigten, die nicht mehr möglich ist, weil diese verstorben sind, erwarten sie vor allem eine ehrliche Anerkennung ihres Leids und eine authentische Entschuldigung der heute Verantwortlichen. Sie fordern, die unterschiedliche Bewertung der Gewaltformen zu beenden und hoffen durch ihr öffentliches Zeugnis auf eine Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gewalterfahrungen.

Lothar Schömann stellte die Empfehlungen des Lenkungsausschusses an das Bistum vor. Neben einem „Betroffenenblick“, wenn es um die Verfahrensdauer bei der Bearbeitung von Missbrauchsfällen gehe, brauche es eine „vorbehaltlose Hinwendung zu den Betroffenen ideell und materiell“. Es dürfe nicht länger um den Schutz der Institution gehen, die Verantwortlichen für die konkreten Taten müssten ebenso benannt werden wie die Verantwortung des Trägers. Schömann betonte auch, dass die vorliegenden Schutzkonzepte nicht nur „als Hochglanzbroschüren“ daherkommen dürften, sondern achtsam und wertschätzend gegenüber jungen Menschen gelebt werden müssten.

Bischof Ackermann bittet um Verzeihung

Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann sagte gegenüber den ehemaligen Internatsschülern, es sei richtig und wichtig, dass diese dunkle Seite des Albertinums nun öffentlich sei und die Täter beim Namen genannt würden. „Ich bitte Sie in meiner Verantwortung als der amtierende Bischof von Trier ausdrücklich um Verzeihung für das, was Ihnen an Schmerz in einer Institution des Bistums zugefügt worden ist.“ Es beschäme ihn, dass Kindern und Jugendlichen dies widerfahren sei „in einer Einrichtung des Bistums, die dazu gedacht war, Kindern und Jugendlichen einen Ort zu bieten, der sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und ihnen gute Chancen für ihre Zukunft öffnen sollte“. Stattdessen hätten Schüler das Gegenteil erlebt. „Dabei traf es vor allem – auch das zeigt der Bericht – die besonders Verletzlichen unter ihnen.“

Überprüfung und Unterstützung

Besonders alarmierend und für die Zukunft wichtig aus institutioneller Sicht sei die Tatsache, dass „sich die Geschichte dieses Hauses faktisch von seinem Anfang bis kurz vor Schließung zeigt als eine ununterbrochene Geschichte verschiedener Formen von Gewalt“. Zudem könne man am Beispiel des Albertinums sehen, „dass und wie Bistumsverantwortliche sich auch dann schuldig machen, selbst wenn sie nicht aktiv vertuschen, sondern in der Führung von Bistumseinrichtungen nachlässig sind“. Er sagte den ehemaligen Schülern wie dem Lenkungsausschuss zu, den Bericht an die bischöfliche Behörde weiterzuleiten mit dem Auftrag zu überprüfen, ob und wo heute möglicherweise vergleichbare Lücken bestehen in Bereichen, „in denen wir die Aufsicht wahrzunehmen haben, um diese dann so weiterzuentwickeln, dass sie dem Dienst am Wohl der uns anvertrauten Menschen entsprechen kann“. Gerne stehe er unterstützend zur Seite, wenn Betroffene sich vernetzen wollten. Die Unterstützungsangebote und Informationen rund um das Themenfeld Kinder- und Jugendschutz sollen mithilfe des Betroffenenbeirats im Bistum überprüft werden. Und nicht zuletzt griff Ackermann die Forderung nach einer materiellen Anerkennung der erlittenen Gewalt auf: „Hierzu würde ich gerne mit Vertretern der Betroffenen selbst ins Gespräch kommen, um darüber nachzudenken, wie eine angemessene Lösung diesbezüglich aussehen könnte. Der Bericht hält ja fest, dass das Albertinum typische Merkmale eines sogenannten geschlossenen sozialen Systems aufwies. Insofern scheint mir hier eine einrichtungsspezifische Lösung angemessen, die nicht nur die sexualisierte Gewalt berücksichtigt.“

Der Abschlussbericht des Projektes „Gewalt am bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein – Aufarbeitung mit und für Betroffene“ sowie die Stellungnahme von Bischof Ackermann im Wortlaut sind unter www.albertinum-gerolstein.de verfügbar. (JR)

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Auffälliges Blutbild im Kindesalter – was jetzt? – Telefon-Sprechstunde am Dienstag 15. Februar

Region/Mayen-Koblenz – Chefarzt Dr. Lobitz informiert am 15. Februar in einer Telefonsprechstunde. Blutbildauffälligkeiten unterschiedlichster Art sind häufig und haben oft gar keinen Krankheitswert. Es gibt aber auch schwere Bluterkrankungen wie die Leukämie, die sofort behandelt werden müssen. Welche stationären und ambulanten Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten es bei Blutbildveränderungen und Bluterkrankungen gibt, ist Thema einer weiteren Telefonsprechstunde des GK-Mittelrhein. Am Dienstag, 15. Februar, steht Dr. Stephan Lobitz, Chefarzt der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie, dafür zur Verfügung. Diese Klinik am Kemperhof ist eine der wenigen Kliniken in Deutschland mit einem Schwerpunkt für Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Betroffene Angehörige und Interessierte können zwischen 17 und 18 Uhr unter Telefon 0261 499-2602 anrufen und dem Experten ihre Fragen stellen.

Die Telefonberatung ist ein Angebot des GK-Mittelrhein, um auch in Zeiten der Corona bedingten Kontaktbeschränkungen in gewohnt kompetenter Weise mit Patienten und Interessierten in den Austausch zu gehen. Abgedeckt werden ausgewählte Themen der Informationsreihe „Patienten fragen – GK-Mittelrhein antwortet“. Wie kann man mitmachen? Einfach im genannten Zeitraum die angegebene Telefonnummer wählen, mit etwas Glück durchkommen und die gewünschte Frage zum Thema stellen.

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Landwirtschaft im Winter – Tipps von Bauer Theo zum Obst- und Gemüseanbau

Mechernich-Obergartzem – Landwirt Theo Bieger vom Krewelshof gibt Tipps für die Arbeit rund um Obst- und Gemüseanbau in der kalten Jahreszeit – Felder und Gemüsebeete umspaten, Pflanzkartoffeln vorkeimen, winterlicher Obstbaumschnitt. Mancher wird es noch aus Kindertagen kennen, das Lied vom Bauern, der im März die Rösslein einspannt und von morgens bis abends eggt, pflügt und sät. Während er im Sommer und Herbst die Früchte seiner Arbeit erntet, gibt es im Winter – so heißt es in dem Lied – „manch fröhlichen Schmaus“ und im Frühling beginnt die Feldbestellung.

Der Krewelshofbauer zeigt dem Fotografen die Blütenansätze, die gefördert werden: „Es geht nicht um Masse, sondern um Klasse.“ 60 gleichmäßig große geschmackvolle Früchte pro Baum sind ihm lieber, als große Erntemengen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Landwirte wissen, dass das nur die halbe Wahrheit ist, denn auch im Winter haben sie genug zu tun, um ihre Felder, Wiesen und Obstplantagen auf die Vegetationsperiode vorzubereiten. Die Bodengare will gefördert, die Aussaat vorbereitet und die Obstbäume um eines guten Ertrages und guter Baumgesundheit willen beschnitten werden.

Landwirt Theo Bieger vom Krewelshof mit Standorten in Mechernich-Obergartzem (Eifel) und Lohmar gibt Tipps, wie man sich die Natur auch in der kalten Jahreszeit zunutze machen kann. „Tatsächlich ist der Frost ein wichtiger Verbündeter, denn er lockert die Erde. Gerade schwere Böden mit Lehm- oder Tonanteil profitieren davon, wenn sie vor dem Winter einmal umgegraben werden.“

Umspaten für Bodengare

„Umspaten“ nennt Bauer Theo das, während er die Arbeit mit dem Spaten direkt auf dem Feld demonstriert. Ideale Bedingungen dafür herrschen, wenn Frost nachts den Acker gefrieren lässt und über Tag die Sonne auf die Erde scheint: „Auch im Winter muss der Landwirt immer den Wetterbericht im Auge behalten. Es hilft natürlich auch die Erfahrung, wann der richtige Zeitpunkt zum Umspaten gekommen ist.“

Mit dem Umgraben entstehen Freiräume in der Erde, die sich mit Wasser füllen können. Mit dem Frost gefrieren diese Wasserpartikel und sprengen den Boden regelrecht auf. Diesen Vorgang, der die Erde lockerer und feinkrumiger werden lässt, nennt man „Bodengare“.

In der so aufgelockerten Erde ist mehr Platz für Luftporen. Dadurch hat der Boden gleichzeitig die Chance, untergegrabene Pflanzen besser verrotten zu lassen. Gleichzeitig kann vermieden werden, dass Pilzbefall weitergetragen wird. „Dann müssen wir im Idealfall gar nicht spritzen, können also komplett auf Chemie verzichten“, betont Theo Bieger. Ein Tipp, den auch Hobbygärtner für ihren Gemüsegarten oder das Hochbeet nutzen können.

Prinzessin im Tunnel

Mitte bis Ende Januar kommen schon die jungen Erdbeerpflanzen aufs Feld. Bauer Theo nutzt dazu moderne Technik mit Tunnel. Die „süße Prinzessin“, wie man die sensible Frucht auf dem Krewelshof nennt, wird in den Tunneln bewässert, vor Frost geschützt, auf Stroh gebettet und kann dort viele Sonnenstunden tanken, ehe ihr Wachstum mit noch wärmeren Temperaturen richtig Fahrt aufnimmt. Bauer Theo: „Durch den Tunnel kommen wir schon jetzt auf 15 bis 18 Grad, wenn draußen noch Temperaturen um den Nullpunkt herrschen.“

Auch bei den Erdbeerpflanzen kann der Krewelshof auf Spritzmittel verzichten. Stattdessen kommt es auf eine gute Wasserversorgung der jungen Pflanzen an: Jetzt darf bloß keine Düse des komplexen Bewässerungssystems verstopft sein, sonst herrscht an der betreffenden Pflanze akuter Wassermangel…

Im Februar werden die Pflanzkartoffeln zum Vorkeimen ausgebracht und es wird Zeit für den Winterschnitt an den langen Obstbaumreihen rings um Zülpich-Enzen. Kirschen, Pflaumen, Birnen und Äpfel werden auf den Bauernhöfen selbst angebaut. Durch den Schnitt bekommen die Bäume wieder mehr Licht. „Ohne Schneiden geht es nicht“, weiß Bauer Theo: „Hier müssen wir der Natur erst etwas nehmen, damit sie uns später etwas zurückgeben kann. Sein Tipp für Hobbygärtner: „Jeder Ast für sich und nicht zu viel – sonst geht der Baum ein.“

Mut zur Lücke im Geäst

Ziel ist eine licht- und luftdurchlässige Baumkrone, sodass das Licht alle Früchte erreichen kann und der Wind die Blätter nach einem Regenschauer schnell wieder trocknet, um den Baum vor einem Pilzbefall zu schützen. Man könnte sagen: „Mut zur Lücke im Geäst“. Bauer Theo spricht aus Erfahrung: „Wir haben lieber 70 schöne große Früchte am Baum als 500 winzig kleine.“ Und wenn dann endlich „die Früchte der Arbeit“ geerntet werden können, gibt es auf dem Krewelshof Erdbeeren, Äpfel oder Kürbisse ohne lange Transportwege direkt zu kaufen oder weiterverarbeitet als Marmeladen, Säfte, Dips und Co.

Kurze Transportwege kommen Höfen in Obergartzem und Lohmar auch während der Corona-Pandemie zugute, in der viele andere Unternehmen von Lieferschwierigkeiten betroffen sind. Der Hof setzt in seinem gesamten Sortiment auf regionale Produkte und regionale Lieferanten. Neben dem selbst angebauten Obst und Gemüse gibt es deshalb auch Käse von eigenen Ziegen aus der hofeigenen Käserei und Backwaren aus der Krewelshofer Backstube.

„Die Leute kommen immer wieder, weil sie den konstant guten Geschmack und die Konsistenz unserer Früchte und Produkte schätzen“, erzählt Theo Bieger zwischen den Baumreihen seiner Obstwiesen: „Diesen Beruf und seine Erzeugnisse muss man lieben“. Und dahinter her sein, dass alles zur rechten Zeit getan wird…

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Wiederaufbau – Alle Maßnahmen-Pläne für den Wiederaufbau eingereicht

Region/Mainz – Alle von der Flutkatastrophe im Juli 2021 betroffenen Landkreise in Rheinland-Pfalz und die kreisfreie Stadt Trier haben ihre Maßnahmenpläne zum Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe beim Innenministerium eingereicht. Das hat Innenminister Roger Lewentz mitgeteilt. Die Wiederaufbaubeauftragte des Landes, Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß, hatte am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler den Maßnahmenplan des Landkreises Ahrweiler persönlich entgegengenommen. Die Maßnahmenpläne bündeln alle Wiederaufbaumaßnahmen im jeweiligen Gebiet und bilden eine Grundlage für die Bewilligung der Gelder aus dem Aufbauhilfefonds von Bund und Ländern.

„Die schwer getroffenen Gemeinden und Kreise haben intensiv und zügig gearbeitet, um alle notwendigen Wiederaufbaumaßnahmen in ihren Zuständigkeitsbereichen zu erfassen. Die hohe Zahl von rund 4.500 einzelnen Maßnahmen, die insgesamt vorläufig gemeldet wurden, verdeutlicht, welche Dimensionen diese Katastrophe hatte und wie gewaltig die Aufgaben beim Wiederaufbau nun sind. Die Maßnahmenpläne werden nun durch das Innenministerium geprüft und festgestellt. Aus dem Aufbauhilfefonds wird der Wiederaufbau der öffentlichen Infrastruktur in kommunaler Trägerschaft, darunter Rathäuser, Gemeindehallen, Feuerwehrhäuser, Straßen, aber eben auch Schulen, Kindergärten und Spielplätze, zu 100 Prozent gefördert. Denn von diesen Einrichtungen profitieren alle“, sagte Innenminister Roger Lewentz.

Die Wiederaufbaubeauftragte, Staatssekretärin Nicole Steingaß, betonte, dass die einhundertprozentige Förderung auch für bestimmte Infrastrukturen unabhängig von der Trägerschaft und insbesondere für gemeinnützige Träger sozialer Infrastruktur, wie beispielsweise Sportvereine oder KiTa-Trägervereine, gelte. „Die Maßnahmenpläne bilden die Grundlage für die Gewährung von Förderungen und so auch für die Budgetsteuerung. Damit berücksichtigen sie die kommunale Planungshoheit. Am Maßnahmenplanverfahren lässt sich anschaulich nachvollziehen, dass der Wiederaufbau eine Gemeinschaftsaufgabe ist, bei der sich die Kommunen, das Land und der Bund die Hände reichen“, so Steingaß.

Von der Flutkatastrophe betroffen sind die Landkreise Ahrweiler, Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Bitburg-Prüm, Mayen-Koblenz, Trier-Saarburg und Vulkaneifel sowie die kreisfreie Stadt Trier. In ihren jeweiligen Plänen enthalten sind Maßnahmen zur Beseitigung unmittelbarer Schäden an öffentlicher Infrastruktur im Sinne eines nachhaltigen Wiederaufbaus, einschließlich zwingend erforderlicher temporärer Maßnahmen sowie Abriss-, Aufräum- und Entsorgungskosten. Erfasst werden insbesondere die Bereiche städtebauliche, soziale und verkehrliche Infrastruktur, wasser- und abfallwirtschaftliche Einrichtungen, Hochwasserschutzanlagen und Wasserläufe sowie ländliche Wege.

Das Maßnahmenplanverfahren verläuft folgendermaßen: Die Gemeinden erstellen für ihr Gebiet vor der Antragstellung eine Übersicht über die notwendigen Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Infrastruktur. Dabei sind auch die nicht kommunalen Träger gemeindlicher Infrastruktur zu beteiligen. Die Maßnahmenübersichten werden (außer bei der kreisfreien Stadt Trier) bei der jewei­li­gen Kreisverwaltung gesammelt, von ihr auf Plausibilität und Schlüssigkeit der Wiederaufbaumaßnahme geprüft, priorisiert und zu einem Maßnahmenplan je Landkreis zusammengeführt. Die Landkreise und die kreisfreie Stadt Trier legen ihren Maßnahmenplan dem Innenministerium vor. Im Anschluss wird der Maßnahmenplan, nach Prüfung durch das Innenministerium unter Beteiligung der weiteren betroffenen Ministerien, festgestellt. Entscheidend ist, dass die Kommunen für alle aufgeführten Maßnahmen jeweils einzelne Anträge auf Wiederaufbauhilfe stellen müssen.

Seitens des Innenministeriums wurden Informationsveranstaltungen für die betroffenen Landkreise und Verbandsgemeinden durchgeführt, um diese mit dem Maßnahmenplanverfahren vertraut zu machen. „Um keine Zeit zu verlieren, können Gemeinden auch vor Feststellung des Maßnahmenplans durch das Ministerium schon Anträge auf eine Förderung aus dem Aufbauhilfefonds stellen. Es muss lediglich gesichert sein, dass die einzelnen Maßnahmen im Maßnahmenplan enthalten sein werden. Es ist sogar auch noch möglich, die Maßnahmenpläne fortzuschreiben, sodass auch weitere Einzelmaßnahmen noch nachträglich aufgenommen werden können“, erläuterte Steingaß.

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Wiederaufbau Landkreis Ahrweiler – ISB informiert Ahrtal-Kommunen über Antragstellung

Ahrweiler/Mainz – Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) hat auf Einladung des Vor-Ort-Beauftragten der Landesregierung, Günter Kern, in Dernau Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Ahrtal über den derzeitigen Stand der Aufbauhilfe informiert.

„Wir pflegen einen regelmäßigen und persönlichen Austausch vor Ort und können in vielen Fällen direkt die offenen Fragen klären“, sagte Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der ISB, der selbst für den Austausch in Dernau vor Ort war. Auch die Infopoints besuche die ISB, um mit den Besetzungen vor Ort die aktuellen Themen zu diskutieren.

„In Kürze erwarten wir die Fertigstellung aller Maßnahmenpläne, die die einzelnen Wiederaufbaumaßnahmen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Landkreisen und der kreisfreien Stadt Trier zusammenfassen. Anschließend werden insbesondere die Kommunen im Ahrtal zahlreiche Anträge zum Wiederaufbau stellen. Gleichzeitig sind die Bürgerinnen und Bürger dort mit den Anträgen auf Wiederaufbauhilfe für ihre eigenen Häuser befasst, wobei immer wieder Fragen zum Verfahren auftauchen, die auch an die kommunalen Verantwortlichen in den jeweiligen Gemeinden gerichtet werden. Deshalb bin ich für den gemeinsamen Austausch mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern dankbar. Die Beratungen durch die ISB sind ein wichtiger Baustein der engen Unterstützung und Begleitung der Kommunen durch das Land beim Wiederaufbau“, sagte der Vor-Ort-Beauftragte der Landesregierung für das Ahrtal, Günter Kern.

Zwischenzeitlich hat die ISB insgesamt 124 Millionen Euro für die Wiederaufbauhilfe bewilligt. „Anträge auf Hausrat laufen aufgrund der Pauschalbeträge weitgehend automatisiert durch. Die Bearbeitung der Wiederaufbauhilfe für die Gebäude und Unternehmen ist sehr viel komplexer, da es sich um deutlich höhere Beträge handelt und eine Pauschalierung nicht möglich ist“, erklärte Link.

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Zentrum für Kinder-Hämatologie etabliert

Region/Mayen-Koblenz – Modernste diagnostische und therapeutische Möglichkeiten für Betroffene. Die Diagnostik und die Therapie gut- und bösartiger Erkrankungen des Blutes sind ein Schwerpunkt der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Kemperhof, die unter der Leitung von Chefarzt Dr. Stephan Lobitz, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, steht.

Seit 1. Januar ist das in diesem Rahmen etablierte Zentrum für Kinderhämatologie – in Kooperation mit den kinderhämatologischen Abteilungen am Universitätsklinikum in Düsseldorf und am Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße in Köln – Mitglied des europäischen Referenznetzwerkes EuroBloodNet (ERN). „Über dieses Netzwerk haben wir Zugang zu den modernsten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten sowie zur Teilnahme an wissenschaftlichen Studien“, berichtet der Chefarzt.

Zudem gibt es mindestens einmal im Monat eine hämatologische Fallkonferenz, in der besonders herausfordernde Fälle mit internen und externen Kooperations-partnern besprochen werden und gemeinsam nach einer guten Lösung gesucht wird.

Davon profitieren unter anderem Kinder wie Manaal (2 Jahre) und ihr Bruder Omar (6 Monate). Beide sind monatlich zur Bluttransfusion im Zentrum. „Insgesamt ist die Therapie von Bluterkrankungen sehr variabel. Manchmal ist überhaupt keine Behandlung erforderlich, manchmal muss nur in Krisensituationen interveniert werden, und manchmal ist eine Dauerbehandlung notwendig“, erläutert Dr. Stephan Lobitz und ergänzt: „Bei Patienten wie Manaal und Omar ist der regelmäßige Ersatz von Blutzellen durch Transfusionen notwendig.“

Neu für das Zentrum: Seit Mitte Januar werden die Patienten des Zentrums bei Bedarf auch in der Kinder-Tagesklinik versorgt. Das Angebot schließt die Lücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung im Kindes- und Jugendalter und erspart den betroffenen jungen Patienten und den Familien Wartezeit und oftmals auch eine Übernachtung.

Das Zentrum für Kinderhämatologie bietet jeden Mittwoch eine eigens dafür eingerichtete Sprechstunde an, Kontakt: Telefon: 0261 499-2602, E-Mail: kinderonkologie@gk.de.