Mayen – Eine der Hochwasserschutzmaßnahmen, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden kann, ist die Errichtung eines Treibgutrechens an der Sagnesmühle. Hier kann dann bei einem entsprechenden Hochwasserereignis Treibgut vor der Stadt aufgefangen werden, sodass dieses gar nicht bis zur „roten Brücke“ in der Bürresheimer Straße geschwemmt wird. Denn gerade an der „roten Brücke“ kam es bei stärkeren Regenereignissen immer zu Ansammlungen von Treibgut und in der Folge zu Überflutungen.
Der Treibgutrechen in Form eines „V“ kann nunmehr das Schwemmholz, welches angespült wird bereits ein gutes Stück vor dem Stadtgebiet aufhalten. An der geplanten Stelle kommt es auch bei einer Ansammlung von Treibgut nicht gleich zu einer Überschwemmung, die für Anlieger kritisch sein könnte. Des Weiteren lässt sich dort das aufgefangene Treibgut weitaus leichter entfernen als an den Brücken im weiteren Flussverlauf.
Bei der Errichtung des Rechens wird darauf geachtet, dass die Abstände zwischen den einzelnen Gliedern eingehalten werden, damit eine Fischwanderung nicht beeinflusst wird. Vorgesehen sind sieben Pfähle mit einem Durchmesser von 60 cm und einem Abstand von 2,30 Metern. Die Pfähle werden ungefähr zwei Meter aus dem Wasser herausstehen.
Der Baubeginn dieser Maßnahme ist für Mitte September vorgesehen und wird rund einen Monat in Anspruch nehmen. Die geplanten Baukosten belaufen sich auf circa 195.000 €, welche teilweise vom Land Rheinland-Pfalz gefördert werden.
Sobald der Treibgutrechen fertig installiert ist, wird eine regelmäßige Inspektion der Anlage vorgenommen, um eine Funktionssicherheit der technischen Anlage gewährleisten zu können.
Die Macherinnen und Macher der ersten Frauen-Stärken-Wochen präsentierten im Kuchenheimer Café Fabric Schmieder das Programm mit 53 Angeboten. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Euskirchen – Lesung mit Bestseller-Autorin Nicole Staudinger bildet den Auftakt. Sie ist die Schlagfertigkeitsqueen. Auf ihren T-Shirts und Tassen stehen Sprüche wie: „Wer mich nicht mag, muss wohl noch an sich arbeiten!“ Die Rede ist von Nicole Staudinger. Die Autorin, Speakerin und Trainerin steht für alles, was Frauen stark macht. Damit ist sie wie geschaffen für die Auftakt-Lesung zu den ersten Frauen-Stärken-Wochen im Kreis Euskirchen.
Die Schlagfertigkeitsqueen Nicole Staudinger bildet mit ihrer Lesung am 25. August den Auftakt zu den Frauen-Stärken-Wochen. Foto: Stefan Neumann/pp/Agentur ProfiPress
„Wir haben im Kreis Euskirchen geballte Frauenpower. Mit den Frauen-Stärken-Wochen wollen wir zeigen, wie vielfältig das Angebot hier ist“, sagt Sandra Schmitz bei der Präsentation des Programms im Kuchenheimer Café Fabric Schmiede. Dafür hatte sich bereits 2019 aus dem Arbeitskreis Frauen und Migration des Kreises ein Organisationsteam entwickelt. Durch Pandemie und Flut war aber an eine Umsetzung des Programms nicht zu denken. Die Zeit wurde allerdings genutzt, um das Netzwerk auszubauen. Inzwischen sind es zwölf Organisationen und Einrichtungen, die aktiv daran mitarbeiten, dass die Frauen-Stärken-Wochen vom 25. August bis 10. September Realität werden.
Stärken der Frauen, Frauen stärken
Der Titel sei bewusst doppeldeutig gewählt worden, erläutert Mitorganisatorin Annette Kleinertz von der Katholischen Kirche Euskirchen. Es gehe einerseits um die Stärken der Frauen, aber auch darum, die Frauen zu Stärken. So können alle Frauen, Mädchen und Interessierte im Kreis Euskirchen aus 53 Angeboten wählen, die bis auf drei kostenfrei angeboten werden. In diesen Workshops und Aktionen können die Teilnehmerinnen die eigenen Kraftquellen entdecken, ihre Balance zwischen Anspannung und Entspannung halten, um bewusster die eigenen Ressourcen zu nutzen und neue Wege zu mehr Lebensfreude und Gesundheit finden, schreiben die Verantwortlichen.
Wiedereinstieg in den Beruf
„Ein wichtiger Schwerpunkt unseres Programms liegt in der beruflichen Qualifikation von Frauen und bei der Unterstützung zum Wiedereinstieg in den Beruf“, stellt Birgitt van Megeren vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Aachen heraus. Ricarda Brecher vom kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum Kreis Euskirchen lenkt den Blick auch auf die Entspannungs- und Achtsamkeitsaspekte der Frauen-stärken-Wochen. „Die Frauen lernen dabei viel über ihre Stärken. Das ist besonders für Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte von Bedeutung“, sagt Brecher.
Als Migrationsberaterin beim Deutschen Roten Kreuz kann ihr Janine Frackmann da nur zustimmen. „Wir möchten die Frauen empowern, selbstständiger zu sein und zu agieren“, sagt sie. Daher war es für Frackmann und das DRK selbstverständlich, sich an den Frauen-Stärken-Wochen zu beteiligen und auch selbst Angebote zu machen.
Kunst als Ausgleich oder Boxen
Zum Auftakt wird Nicole Staudinger am Freitag, 25. August, um 19 Uhr im Stadttheater Euskirchen aus ihrem Bestseller „die Schlagfertigkeitsqueen“ lesen. „Staudinger zeigt, wie frau nie mehr sprachlos ist und bietet einen Leitfaden für ein starkes weibliches Selbstbewusstsein“, kündigen die Macherinnen der Frauen-Stärken-Wochen an. Der Eintritt kostet 10 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühren.
Vom 26. August bis zum 10. September gibt es Angebote ganz unterschiedlicher Art. Manche werden online durchgeführt, viele in Präsenz. In der Liste finden sich Workshops zu Bewerbungsstrategien, zu Kunst als Ausgleich, zu Stressbewältigung und Achtsamkeit, zu Selbstvertrauen steigern durch Boxen oder zu Meditation und Entspannung.
Das Organisationsteam für Frauen-Stärken im Kreis Euskirchen setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Institution. Neben den genannten sind das das BZE Euskirchen, die Caritas, die Dekra Akademie GmbH Euskirchen, das Jobcenter EU-aktiv Euskirchen, das Gleichstellungs-Team beim Kreis Euskirchen, die Stadt Euskirchen und der Euskirchener Stadtmarketing-Verein z.e.u.s.
Alle Informationen sowie Mailadressen für Anmeldungen und Links zu Tickets finden sich unter: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/frauen-staerken
Alexander Schweitzer, Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes Rheinland-Pfalz. Foto: Peter Pulkowski
Ahrweiler/Mainz – In der Gemeinde Lind, Landkreis Ahrweiler, soll der erste öffentlich geförderte Mobilfunkmast in Rheinland-Pfalz errichtet werden. Dafür hat die bundeseigene Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) jetzt einen Förderaufruf veröffentlicht. Bisher ist der Ausbau des Mobilfunknetzes reine Angelegenheit der privaten Mobilfunknetzbetreiber gewesen, die ihre Mobilfunkmasten unter Beaufsichtigung der Bundesnetzagentur errichten.
Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer äußerte sich erfreut darüber, dass es in Rheinland-Pfalz nun mit dem Standort in Lind und noch dazu im Landkreis Ahrweiler zum ersten offiziellen Förderaufruf gekommen ist: „Durch die fortschreitende Digitalisierung sind die Anforderungen an die digitale Infrastruktur enorm gewachsen. Gerade in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz haben wir noch immer Orte, an denen nicht alle Netzbetreiber in gleicher Dichte die Mobilfunkversorgung sicherstellen. Das soll und muss sich ändern. Wie schon im Breitbandausbau, in dem sich seit einigen Jahren das Modell mit der Mischung aus privat-eigenwirtschaftlichem und öffentlich-gefördertem Ausbau erfolgreich etabliert hat, soll dieses Modell auch für den Mobilfunk dazu beitragen, eine flächendeckende digitale Infrastruktur aufzubauen.“
Bundesminister für Digitales, Dr. Volker Wissing: „Die Menschen müssen endlich überall in Deutschland Mobilfunkempfang haben. Mit der Gigabitstrategie schaffen wir die Bedingungen, um den Ausbau deutlich zu beschleunigen. So unterstützt zum Beispiel die MIG vor Ort konkret dabei, die weißen Flecken zu schließen. Es freut mich, dass diese Unterstützung nun den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Ahrweiler direkt zu Gute kommt.“
Ernst Ferdinand Wilmsmann, Geschäftsführer der Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft, ergänzt: „Welche Bedeutung eine lückenlose Mobilfunkversorgung hat, zeigte nicht zuletzt die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal. Über Mobilfunknetze können in kritischen Situationen Warnungen und Notrufe abgesetzt werden. Mit dem geplanten Funkmast in der Gemeinde Lind wird zukünftig ein Ortsteil versorgt, in dem bisher kein Empfang vorhanden war und der vor einem Jahr vom Hochwasser getroffen wurde.“
Um die flächendeckende Versorgung mit Mobilfunksignalen durch öffentliche Förderung zu unterstützen, ist durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Januar 2021 die MIG gegründet worden. Auf Basis einer Analyse von noch unversorgten Gebieten, den sogenannten „Weißen Flecken“, wurden von der MIG mehrere potenzielle Fördergebiete ermittelt. In diesen Gebieten wurde anschließend eine Markterkundung durchgeführt. Ist von Mobilfunknetzbetreibern aus eigener privatwirtschaftlicher Initiative heraus kein Mobilfunkmast in den kommenden drei Jahren in Planung, so besteht die Voraussetzung zur Realisierung eines Funkmastes auf Basis der öffentlichen Förderung durch die Bundesregierung.
Um diesen Prozess zu unterstützen, steht in Rheinland-Pfalz die Clearingstelle Mobilfunk als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Somit soll das Ziel der Versorgung der „Weißen Flecken“ nach und nach erreicht werden. In Rheinland-Pfalz sind aktuell weitere Standorte für Funkmasten in Planung, die in den kommenden Monaten durch die Förderung der MIG realisiert werden können.
Region/Mayen-Koblenz – Wenn sich das Thermometer jenseits der 30-Grad-Grenze einpendelt und die Sonne erbarmungslos niederbrennt, kann es für Hund, Katze, Meerschweinchen und Co. gefährlich werden. Darauf weisen die Veterinäre der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz hin.
Fehlt ein kühles Schattenplätzchen, ist die Frischluftzufuhr oder das Trinkwasserangebot nicht ausreichend, entsteht in den kleinen Tierkörpern ein Wärmestau, der dann schnell die Symptome eines Hitzschlags nach sich zieht. „Abgeschlagenheit, Unruhe oder Taumeln sind erste Alarmzeichen, die vom Tierbesitzer sofortiges Handeln verlangen. In einem solchen Fall muss das Tier sofort in den Schatten, besser noch in einen kühleren Innenraum, gebracht und mit frischem Trinkwasser und Frischluft versorgt werden“, so die Veterinärin Dr. Simone Nesselberger. Bei Krämpfen, Atemnot oder gar Bewusstlosigkeit besteht akute Lebensgefahr. Zeigt ein Tier diese Symptome, sollte es mit feucht-kalten Tüchern bedeckt sofort zum Tierarzt gebracht werden. Während des Transports ist es wichtig, auf ausreichende Luftzirkulation zu achten.
Gefährdet sind vor allem ältere oder herzkranke Hunde und Katzen wie auch hochträchtige und ganz junge Tiere. Sie sollten nicht der sengenden Mittagshitze ausgesetzt werden. Auch bei robust erscheinenden Tieren ist es ratsam, körperliche Aktivitäten immer auf die kühleren Tageszeiten zu verlegen.
Die Veterinäre weisen zudem auf die unterschätzte Hitzschlaggefahr bei Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögeln hin. Gerade Ziervögeln, deren Käfige oder Freigehege im Laufe des Tages der vollen Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, sollte permanent eine natürliche Schattenquelle zur Verfügung stehen. „Die handelsüblichen kleinen Schutzhäuschen aus Sperrholz sind als alleinige Schattenspender nicht ausreichend“, so Nesselberger. Weit verbreitet ist zudem der Irrglaube, Kaninchen und Meerschweinchen benötigen kein Trinkwasser. Dieser Irrtum kann im Hochsommer für die Tiere tödliche Folgen haben.
Erhöhte Hitzschlaggefahr droht allen Tieren, die bei hohen Außentemperaturen im Auto transportiert werden müssen. Autofahrten mit Haustieren erfordern daher eine sorgfältige Vorbereitung. Für längere Fahrten sollten die kühleren Tages- oder Nachtzeiten eingeplant werden. In das Reisegepäck gehören ein ausreichender Vorrat an Trinkwasser und mehrere, möglichst helle Tücher, die bei Sonneneinstrahlung angefeuchtet werden und als kalte Kompressen oder verdunstungsaktive Käfigabdeckung dienen können. Ist der Wagen durch längeres Stehen überhitzt, sind auch kürzere Autofahrten für Tiere belastend und sollten vermieden werden. Grundsätzlich gilt: Ein Tier darf niemals im geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden – auch nicht für kurze Zeit. Offene Fensterspalten sind bei hochsommerlichen Temperaturen kein ausreichender Klimaschutz. „Da kommt es schnell zum Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Dabei gilt: Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit schützt vor Strafe nicht. Man sollte bedenken, dass die Hitze für die Tiere eine Qual ist“, so Nesselberger abschließend.
• Ein spektakulärer Weltrekordversuch über dem W:O:A Festival hatte am vergangenen Wochenende noch einmal für Aufmerksamkeit gesorgt und den Preis in die Höhe getrieben. Foto: HARIBO GmbH & Co. KG
Grafschaft/Wacken – Am Mittwoch, 10. August um 22:00 Uhr endete die Charity-Auktion zur begehrten HARIBO E-Gitarre „DeFender of Frohsinn“ mit einem Höchstgebot von 5.249 Euro. Den Erlös spendet HARIBO an die Wacken Foundation, die sich für die Förderung von Nachwuchskünstler:innen einsetzt.
Zahlreiche Metal- und Goldbären-Fans hatten in den vergangenen Tagen auf der Plattform eBay für Charity ihr Gebot für das wohl begehrteste Ausstellungsstück des diesjährigen Wacken Open Air Festivals abgegeben: Die „DeFender of Frohsinn“ von HARIBO. Gestern endete die von dem Familienunternehmen initiierte Charity-Auktion und das unverkennbare Einzelstück wechselte für 5.249 Euro den Besitzer. Der Auktionserlös geht an die gemeinnützige Wacken Foundation, die sich seit Jahren für Musiker:innen und Nachwuchskünstler:innen der Heavy-Metal-Szene einsetzt.
Ein echtes Unikat – handsigniert von den Stars des W:O:A 2022
Die „DeFender of Frohsinn“ E-Gitarre ist eine Sonderanfertigung des begnadeten Berliner Gitarren-Bauers Alexander Markusch, der bereits Saiteninstrumente für Rock-Größen wie Metallica-Chef James Hetfield und Judas-Priest-Gitarrist Richie Faulkner baute. Zum diesjährigen Wacken-Festival hat er sich an ein ganz besonderes Projekt gewagt und für HARIBO und Wacken eine streng limitierte Edition seiner Gitarren entwickelt: Eine tiefschwarze E-Gitarre, deren Korpus dem Umriss der Goldbären nachempfunden ist. Weltweit gibt es nur sechs Exemplare der Gitarre. Um bei der Charity-Auktion möglichst viele Spendengelder für die gemeinnützige Wacken Foundation zu sammeln, ließ HARIBO eine Gitarre von den Stars des diesjährigen W:O:A Festivals signieren, darunter Uli Jon Roth von den Scorpions und Kenny Altmann von 5th Avenue. Ausgestellt in einem „Schrein“ auf dem Festivalgelände löste das Liebhaberstück unter den rund 85.000 Besucherinnen bereits große Begeisterung aus.
Spektakulärer Weltrekord über dem Festival sorgt für hohe Spendensumme
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte auch Metal-Musiker Johannes „Johnny“ Ritter. In einem Heißluftballon, 327 Meter über dem „Holy Ground“ des Wacken Festivals 2022, stellte er am vergangenen Samstag den Rekord im „höchsten Luftgitarrensolo der Welt“ auf und sorgte damit nicht nur bundesweit für Schlagzeilen, sondern trieb auch die Gebote der Auktion nochmals in die Höhe. Im Interview erzählt er, warum er damit auch auf die Charity-Aktion von HARIBO zugunsten der gemeinnützigen Wacken Foundation aufmerksam machen will: „Organisationen wie die Wacken Foundation sind für den Metal unglaublich wichtig. Sie tragen dazu bei, dass dieser unglaubliche und manchmal doch unterschätzte Musikstil sichtbar bleibt und junge Bands gefördert werden. Metal begeistert Menschen jeglichen Alters aus allen Regionen der Welt. Daher sind solche Förderungen wichtig. Ich bin HARIBO sehr dankbar, dass sie Lust hatten, die Luftgitarrenmission zu unterstützen und die Gitarre für die Wacken Foundation zu versteigern.“
BWV-Präsident Michael Horper. Foto: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V
Region/Koblenz – Mit Unverständnis reagieren der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, und der Vorsitzende des Landjugendverbandes Rheinland-Nassau, Benjamin Purpus, auf die Ankündigung des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums, sich ab sofort aus dem für den bäuerlichen Berufsstand wichtigen und bewährten Wettbewerb des Leistungspflügens zurückzuziehen.
In Schreiben an Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt machten Horper und Purpus deutlich, dass die Dienstleistungszentren Ländlicher Raum gemeinsam mit dem bäuerlichen Berufsstand über Jahrzehnte hinweg sehr professionell am Leistungspflügen-Wettbewerb mitgearbeitet hätten. Das Argument für den Rückzug der Verwaltung, die Kompetenzen, die das Pflügen erfordere, hätten in der landwirtschaftlichen Praxis keine Bedeutung mehr, konnten die Verbandsvorsitzenden nicht nachvollziehen. Das Pflügen spiele nach wie vor sowohl für den Ökolandbau als auch für die konventionelle Landwirtschaft eine sehr große Rolle. Schließlich trage gerade das Pflügen wesentlich zur Unkrautbekämpfung und somit zur Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln und zu einer intensiven Bodenlockerung – mit all ihren Vorteilen für die Bodenfruchtbarkeit – bei. In ihren Schreiben wiesen Horper und Purpus darauf hin, dass das Land Rheinland-Pfalz stolz auf ihre gut ausgebildeten Landwirte sein könne. Schließlich stelle das Land seit 2010 fünf Deutsche Meister im Leistungspflügen. Außerdem würden sie erfolgreich an Welt- und Europameisterschaften teilnehmen.
Der bäuerliche Berufsstand fordert das Land auf, sich weiterhin an der Planung und Durchführung des Leistungspflügen-Wettbewerbs zu beteiligen. In der agrartechnischen Ausbildung spiele das Pflügen nach wie vor eine sehr bedeutende Rolle und die Kompetenzen rund um den Pflug seien wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Der Leistungspflügen-Wettbewerb bietet die Gelegenheit, das Gelernte unter Beweis zu stellen und der Öffentlichkeit zu präsentieren.
„Sonne“ und „Morgenröte“ des Stelzentheaters „Pantao“ aus Mechernichs Nachbar- und Römerstadt Zülpich, das schon bei früheren Brunnenfesten für optische Bereicherung am Bleiberg sorgte, erscheinen am Sonntagmittag zur Eröffnung des Brunnenfestes an der Bühne vor dem Rathaus. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – Besondere Attraktionen für das Brunnenfest hat der Marketing- und Gewerbeverein „Mechernich aktiv“ organisiert. Darauf macht die Sprecherin Petra Himmrich in einer Mitteilung an die örtlichen Medien aufmerksam. Es geht um die Besonderheiten, die „Mechernich aktiv“ für den Bleibergplatz organisiert hat, der unter dem Thema „Umwelt“ steht.
Vertreten sind dort unter anderem das Holzkompetenzzentrum Rheinland, das Jugendumweltmobil der Naturschutzjugend NRW, der Theaterpädagoge Patrick Strohm, das „Pantao-Stelzentheater“ aus Zülpich und der „Torhunger-Foodtruck“ mit Smoothie-Bike“, so „Mechernich aktiv“.
„Sonne“ und „Morgenröte“ des Stelzentheaters, das schon bei früheren Brunnenfesten für optische Bereicherung am Bleiberg sorgte, erscheinen zur Eröffnung des Brunnenfestes an der Bühne vor dem Rathaus gegen 11.45 Uhr und später auf dem Bleibergplatz (Brunnenplatz).
Das Jugendumweltmobil der Naturschutzjugend NRW aus Düsseldorf präsentiert sich mit einem Mitmach-Stand zum Thema Tiere des Waldes. In einem Public-Relation-Text heißt es dazu, dass viele Menschen Wildtiere nur noch aus dem Fernsehen, Wildparks oder Zoos kennen. In Stadtwäldern lebe nur noch ein Bruchteil jener Tiere, die sich noch rund um das waldreiche Mechernich oder im Nationalpark Eifel befinden.
Werbung für Holz
„Am Mitmach-Stand »Tiere des Waldes«“, heißt es, „lernen die Besucher die heimische Tierwelt mit allen Sinnen kennen. Dabei unterstützen lebensgroße Aufsteller der Tiere und ein Quiz für unterschiedliche Altersstufen die Wissbegierde.“ Im Anschluss ans Quiz kann man an dem Stand den Pfoten-Abdruck seines Lieblingswaldtiers aus Gips gießen.
Das Holzkompetenzzentrum Nettersheim informiert über sich und seine Aufgaben. Es ist eine Einrichtung der Gemeinde Nettersheim in Kooperation mit dem Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, die bereits seit dem Jahre 2001 besteht.
Zu den Aufgaben gehören Holzabsatz, Vernetzung der Holzanbieter und Verbraucher und Öffentlichkeitsarbeit über die Zusammenhänge von Holz, Wald und Naturschutz. Außerdem wirbt das Holzkompetenzzentrum Rheinland für die Verwendung von Holz als Baustoff und Energieträger.
In Mechernich wird eine neue Ausstellung gezeigt, die in einem mobilen Anhänger installiert ist. Es geht darin um die Bedeutung, Vielfalt und die Möglichkeiten moderner Holzverwendung, um nachhaltige Holzproduktion in den Wäldern ebenso wie um modernen Holzbau.
Der Theaterpädagoge Patrick Strohm, alias „Herr Stinknich“, mischt sich als Müllmann und Straßenreiniger unters Publikum und inszeniert laut „Mechernich aktiv“ allerlei lustige und überraschende Situationen rund um das Thema Müll.
Wettfegen und leckere Smoothies
In der Pressemitteilung heißt es: „Herr Stinknich kommuniziert gerne und viel, ist tollpatschig, komisch und für jeden (Un-)Sinn zu haben. Er hat vielerlei Spiele, Quizfragen, Lieder und Müllweisheiten im Kopf bzw. in seiner Tonne, die auch als Tonnentaxi und Puppentheaterbühne benutzt wird.“
Patrick Strohm verwandele sich mit einem Griff zum Besen und Müllzangen vom Müllmann zum Straßenreiniger, spiele die Theateraktion „Herr Stinknich vs. Littering“ und animiere die Besucher zur Teilnahme an Disziplinen wie Wettfegen, Zangentraining und Besentanz.
Der „Torhunger Foodtruck“ mit Smoothie-Bike schließlich wirbt laut Angaben des von den Geschäftsfrauen Petra Himmrich und Margret Eich geführten Marketingringes „Mechernich aktiv“ für gesunde Ernährung. Und zwar mit kostenlosen leckeren Gerichten und Smoothies sowie zum Nachkochen geeigneten Rezepten zum Mitnehmen. „Am Smoothie-Bike kann man sich selbst Smoothies mixen“, so Petra Himmrich: „Gesunde Ernährung zum Mitmachen!“
Region/Berlin – Um deren Liquidität sicherzustellen, hat das Bundesamt für Soziale Sicherung der sozialen Pflegeversicherung (SPV) ein Darlehen von einer Milliarde Euro zur Verfügung gestellt. Der Betrag wurde jetzt an den Ausgleichsfonds der sozialen Pflegeversicherung überwiesen.
Grund für die Liquiditätsengpässe sind vor allem pandemiebedingte Ausgaben für den Schutz von Pflegebedürftigen, Beschäftigten in der Pflege sowie von pflegenden Angehörigen (Pflegeschutzschirm, Testkosten etc.). Bei finanziellen Engpässen dieser Art sind in diesem Jahr auch unterjährige Darlehen möglich (§ 12 Abs. 4a Haushaltsgesetz 2022).
Hintergrund: Das Jahr 2021 hatte die SPV bereits mit einem Defizit iHv 1,35 Mrd. € abgeschlossen. Die Einnahmen lagen bei 52,5 Mrd. € (2020: 50,62 Mrd. €). Die Ausgaben stiegen von 49,08 Mrd. € auf 53,85 Mrd. €. Ende 2021 verfügte die SPV noch über einen Mittelbestand iHv 6,85 Mrd. €, was 1,6 Monatsausgaben entspricht. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 ergab sich aber bereits ein Defizit von 1,95 Mrd. €. Damit betrug der Mittelbestand Ende Juni nur noch 4,9 Mrd. €. Dieser Mittelbestand entspricht laut Haushaltsplänen der Pflegekassen rd. 1,1 Monatsausgaben und damit nur noch knapp dem derzeitigen Betriebsmittel- und Rücklagesoll bei abgesenkter Ausgabendeckungsquote. Im Juli selbst war ein Defizit von 651 Mio. € zu verzeichnen. Hauptursache für das Defizit sind die pandemiebedingten Ausgaben für den Pflegeschutzschirm nach § 150 SGB XI mit Gesamtnettokosten bis einschließlich Juni von rd. 1,15 Mrd. €. Hinzu kamen die Erstattungen von Testkosten im Rahmen der Testverordnung, die sich in den ersten sechs Monaten des Jahres auf rund 1,18 Mrd. € beliefen.
Um die Finanzen der Pflegeversicherung langfristig zu sichern, arbeitet das Bundesministerium für Gesundheit an Reformvorschlägen, die noch dieses Jahr vorgelegt werden sollen.
Wenn die gefeierte Klassikband Spark in Sayn auf Jazzsängerin Sandie Wollasch trifft, ist ein Konzerterlebnis der Extraklasse garantiert. Foto: G.Hohenberg
Region/Mayen-Koblenz – Sommerclassics Konzerte im September – Nach der pandemiebedingten Zwangspause nimmt das kulturelle Leben in diesem Sommer endlich wieder Fahrt in Mayen-Koblenz auf: Die vom Landkreis veranstaltete Konzertreihe Sommerclassics ist seit ihrer Premiere 1998 nicht mehr aus dem kulturellen Programm der Region wegzudenken. Zu moderaten Preisen begeistern internationale Künstler das Publikum im stimmungsvollen Ambiente der faszinierenden Konzertstätten.
Im September stehen endlich wieder drei Veranstaltungen auf der Agenda. Das Eröffnungskonzert findet am 15. September auf Burg Namedy in Andernach statt. Eine Woche später, am 23. September, geht es in die Alte Kirche nach Spay. Das Konzert am 25. September in der Sayner Hütte in Bendorf schließt das Festival ab. Unterstützt wird die Musikreihe von der Stiftung Zukunft der Sparkasse Koblenz, der Kreissparkasse Mayen, der Volksbank-Rhein-Ahr-Eifel und Westenergie.
Die Sommerclassics beginnen am Donnerstag, 15. September, um 19 Uhr auf Burg Namedy in Andernach, wo der international renommierte und mehrfach preisgekrönte Jazz-Künstler Chris Hopkins ein swingendes All-Star-Quartett präsentiert, das mit einer Mischung aus Eleganz und Übermut, Humor und Lebenslust aufwartet. Große Melodien aus dem New Yorker Jazz Age wechseln sich ab mit heißen Bossa Nova Klängen aus Rio de Janeiro, gefühlvolle Balladen verströmen Pariser Savoir-Vivre, während bluesgetränkte, temporeiche Improvisationen New Orleans Flair verbreiten. Mit von der Partie ist der Stargast Duke Heitger aus New Orleans, der Geburtsstadt des Jazz und des berühmtesten Sohnes der Stadt, Louis Armstrong, dem Duke Heitger mit seinem leuchtenden Trompeten-Ton, seiner Strahlkraft und seinem mitreißenden Spiel nahe kommt wie heute kaum ein anderer. Hinzukommen Deutschlands wohl virtuosester Gypsy-Gitarrist Joscho Stephan sowie als neues Gesicht Jean-Philippe Wadle, aufstrebender Jazz-Kontrabassist par Excellence, auf dessen Rhythmus- und Klang-Fundament man ein Haus bauen könnte. So spielen sich Chris Hopkins & Friends lustvoll durch einen besonderen Sommertag und swingen was das Zeug hält. Lässig, mitreißend, unterhaltsam.
Am Freitag, 23. September, um 18 Uhr, in der Alten Kirche Spay erwartet die Zuhörer die außergewöhnliche Begegnung von Tuba und Orgel. ECHO-Preisträger Andreas Martin Hofmeir und Barbara Schmelz, Stiftskirchenmusikerin der Benediktinerabtei Nonnberg in Salzburg, führen mit ihrem anmutigen wie virtuosen Programm durch vier Jahrhunderte der Musikgeschichte. Mit dem wunderbaren Farbenreichtum, den die Orgel als Königin der Instrumente ihr Eigen nennt, ist sie der Klangfülle von Hofmeirs Tuba ein ebenbürtiger Partner. Ob in barocken Bearbeitungen als Continuo, als sanftes Streicherensemble in den Englischen Volksliedern oder als Jahrmarktdrehleier in Gades Tango Jalousie, Barbara Schmelz bietet auf ihrem Instrument einen musikalischen Rahmen, der abwechslungsreicher kaum sein könnte. Und eben diesen nutzt Hofmeir, um der Welt zu zeigen, was sie eigentlich schon lange ahnt: dass die Tuba ein wunderbares, wohlklingendes und hochentwickeltes Instrument ist.
Beim Abschlusskonzert am Sonntag, 25. September, um 18 Uhr in der Sayner Hütte in Bendorf-Sayn, dürfen sich die Besucher auf einen musikalischen Streifzug durch die „Fields of Gold“ mit der Klassikband Spark und Sandie Wollasch – eine der bekanntesten Jazzsängerinnen Süddeutschlands – freuen. Mit viel Gespür setzen die sechs Musikerinnen und Musiker auf einen spannenden Stilmix aus Klassik, Pop, Jazz, Folk und Avantgarde. Songs, die den Menschen in Verbindung zur Natur setzen, hüllen sie in ein aufregend neues Klanggewand. Dazu gehören Pophits, Jazzstandard und Filmmusiken wie Dust In The Wind, Light My Fire, Orange Colored Sky und Moon River, aber auch Unbekanntes und Ungehörtes aus verschiedenen Epochen und Genres. Die originellen Arrangements sind passgenau auf die außergewöhnliche Stimme von Sandie Wollasch zugeschnitten. Gleichzeitig bringen sie die beeindruckende Virtuosität und die schier endlosen Klangvariationen von Spark zum Vorschein, schöpft die Gruppe doch aus einem reichen Instrumentarium von bis zu vierzig Instrumenten – von der zwanzig Zentimeter langen Sopraninoblockflöte über Violine, Viola, Violoncello, Klavier und Melodica bis zum zwei Meter hohen Vierkantbass.
Kartenvorverkauf:
Die Tickets für die Konzerte in Spay und Namedy kosten 20 Euro, die für das Abschlusskonzert in Bendorf kosten 25 Euro. Karten für die Konzerte in Spay und Bendorf sind montags bis donnerstags zwischen 8 und 16 Uhr unter Tel. 0261/108-504 oder per E-Mail an die Adresse sommerclassics@kvmyk.de erhältlich. Eintrittskarten für das Konzert in Andernach gibt es beim Veranstaltungsmanagement der Burg Namedy unter Tel. 02632/48625.
Der Schleidener Bürgermeister Ingo Pfennings nahm den „Tunnel der Visionen“ auf seinem Stadtgebiet mit den Rotkreuzlern Emma Sellke und Daniela Werkle gleich einmal selbst in Augenschein. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Schleiden-Vogelsang – Das legendäre „Peace Camp“ des Rotkreuz-Kreisverbandes feiert sein mittlerweile zehntes Jubiläum auf dem Gelände der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang. Auch in diesem Jahr standen dabei wieder die wohl größten Herausforderungen der Menschheit und ihres Heimatplaneten im Fokus: Krieg und Flucht, Menschenrechte sowie der Klimawandel.
Nach jedem Tag standen ein gemeinsames Abendessen und lange Gespräche am Lagerfeuer auf dem Plan. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Gleich mehrere Projekte setzten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemeinsam im Außen- und Innenbereich der Anlage um: Einen neuen Escape-Room und den „Tunnel of Visions“ (zu Deutsch: „Tunnel der Visionen“). Zusätzlich fertigten sie gemeinsam eine große, hölzerne Pyramide, die aus vielen Dreiecken zusammengesetzt wurde, an – mit wehendem, rotem Kreuz und rotem Halbmond an der hohen Spitze.
Auch fertigten sie eine kleine Arena samt Tribünen aus gespendetem Flutpaletten, auch der hölzerne Tunnel wurde ausschließlich mit diesem Material errichtet.
200 Teilnehmer aus 40 Ländern
Die 20 Teilnehmer kamen dabei wieder aus vielen verschiedenen Ländern, sei es die Elfenbeinküste, Kroatien, England und vielen mehr. Die Teilnahme ist für Deutsche ab 16 Jahren möglich, aus anderen Ländern ab 18 Jahren. Bis 27 kann man dann im Schnitt dabei sein. Mit Rotkreuz-Museums- und Campleiter Rolf Zimmermann leitete im wesentlichen Simon Jägersküpper das Camp, doch gäbe es so dort gut wie keine Hierarchie, weder im 10-köpfigen Team, noch gegenüber den Teilnehmern.
Zimmermann: „Rund 200 Teilnehmer aus 40 Ländern, darunter auch beispielsweise Nepal und Peru, haben im letzten Jahrzehnt dazu beigetragen, diesen Ort zu etwas ganz Besonderem zu machen.“ Die Teilnahme war dabei immer kostenlos, nur die Anreise muss selbst übernommen werden.
Schließlich wurde der Fokus des Camps vom anfänglichen Frieden auch auf den Klimawandel ausgeweitet. Wie zur Bestätigung ereignete sich kurz vor Beginn des Camps im vergangenen Jahr die Flutkatastrophe, sodass die Teilnehmer nach Gemünd fuhren, um dort zu helfen.
„Möglichkeiten aufzeigen, statt nur belehren“
Bereits zum vierten Mal war auch Sven Pleger dabei. Mit vielen weiteren Teilnehmern arbeitete er am „Tunnel of Visions“. Zu seiner erneuten Teilnahme berichtete er: „Es zieht einen jedes Mal wieder hinein. Es gibt so viele verschiedene Kulturen und Personen, die hier zusammenkommen – das bereichert!“.
Der Tunnel soll positive Sichten auf die Zukunft der Welt, auch mit Lebensweisheiten aus aller Herren Länder geben, die die Teilnehmer im Vorfeld recherchierten sowie übersetzten. Auch einen weltweiten, öffentlichen Aufruf in sozialen Medien gab es dazu. Rotkreuzlerin Emma Sellke erklärte: „Unsere ersten 250 Meinungen und Anregungen haben wir uns beim großen Rotkreuz-Treffen in Solferino geholt, der Rest ging dann über Instagram und Facebook.“ In der italienischen Stadt hatte der Rotkreuz-Gründer Henry Dunant vor über 160 Jahren, nach einer schrecklichen Schlacht mit vielen Verletzten und Toten, die Initiative zur Gründung der Organisation ergriffen.
Zimmermann: „Der Klimawandel ist nach wie vor eine immer größere Gefahr. Wir alle benehmen uns im Moment, als würden wir eine große Party auf der Titanic feiern… dabei wissen wir im Gegensatz zu damals, dass uns der »Eisberg«, wenn wir so weiter machen, unmittelbar treffen wird. Also ist es unsere Pflicht, die nachfolgenden Generationen irgendwie zu retten.“ Die Devise: Möglichkeiten aufzeigen, statt nur zu belehren: „Gerade das macht mit jungen, kreativen Leuten unglaublich viel Spaß“, so Rolf Zimmermann.
Er ergänzte: „Sei es über Krieg, Menschenrechte, den Klimawandel, die NS-Vergangenheit und mehr – wir stellen hier Vergangenheit und Zukunft gegenüber, wie es sonst nur schwer möglich ist. Doch viele überfordert es auch, mit diesen Infos richtig umzugehen und sehen keine Möglichkeit, etwas zu tun. Hier können sich jetzt Infos und Motivation aus der ganzen Welt geholt werden, wie man bei sich anfangen kann, etwas zu verbessern.“
Flucht aus dem Kinderzimmer
Der neue Escape-Room behandelt indes Herausforderungen einer Flucht, die man in der Hoffnung auf ein besseres Leben überwinden muss. So zum Beispiel, im Krieg aus dem Kinderzimmer vertrieben zu werden, mehrere Länder zu durchqueren, durch Tod und Zerstörung zu fliehen, Geld aufzutreiben und damit einen Schlepper zu bezahlen, mit oder ohne Pässe über Ländergrenzen zu fliehen, in einer neuen Umgebung bzw. einem fremden Land anzukommen sowie verschollene Verwandte zu finden. All das, um endlich unter menschenwürdigen Bedingungen leben zu können.
Federführend waren hier Jona Kutsche und Noah Hüsken in der Umsetzung beteiligt. Sie erklärten, dass um die vielen Schlösser und Hindernisse auf ihrer heiklen Flucht gut überwinden zu können, die Teilnehmer ein aufmerksames Auge, sei es für Codes, Tagebuchseiten und mehr, bräuchten. Das Wichtigste sei aber: Einen kühlen Kopf zu bewahren und sich aktiv mit der weltweiten Situation von Menschen in Fluchtsituationen auseinanderzusetzen.
Von „Friedenspfad“ bis „Klimabox“
„Als wir das erste Peace Camp veranstaltet haben, ging es eigentlich um internationale Jugendbewegung“, erinnerte sich Rolf Zimmermann. Doch schnell sei klar gewesen, dass man viel mehr machen könne. So entstanden über die Jahre viele Botschaften für Andere, beispielsweise das Grundsätze-Denkmal oder die Klima-Box. „Die 5000 Menschen, die pro Jahr zu unseren Kursen kommen, erleben diese Dinge immer“, weiter. Auch ist der »Friedenspfad« mittlerweile Teil des Eifelsteigs und des Wildnis-Trails, so dass viele Wanderer unvermutet mit rund 200 Friedensbotschaften der Rotkreuzler konfrontiert werden.
Der Ablauf ist in den bisherigen 10 Jahren meist gleich gewesen: Sieben Tage an den Projekten bauen, der Rest ist Brainstorming bzw. Vorbereitung. Auch Ausflüge zum Kölner Dom, zum Haus der Geschichte nach Bonn, oder zum Drachenfels gehörten dazu.
„Wir wollen zeigen: Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, so Zimmermann: „Gerade auch in Hinblick auf die NS-Historie Vogelsangs oder Besuche eines Schlachtfeldes bei Malmedie, in dessen heute noch sichtbaren Schützengräben in rund drei Wochen fast 40.000 Menschen ihr Leben verloren haben. Das versuchen wir den Teilnehmer auch vor Augen zu führen. Und eben gemeinsam zu überlegen: Was können wir für die Zukunft besser machen?“
Nach den gemeinsamen Arbeitstagen wurde gemeinsam gegessen und der Abend bei Gesprächen am Feuer entspannt ausklingen gelassen. So käme auch bei gemeinsamen Aktivitäten wie Spülen, ganz automatisch gute Stimmung auf, die auch das Miteinander weiter stärke.
Auch trotz landestypischen sowie gesellschaftlichen Gewohnheiten und Unterschieden, sei es durch Generationenkonflikte oder für manche nahezu unbekannte Themen wie „LGBTQ+“, kommen alle fast problemlos miteinander klar, die Stimmung sei locker und man sucht stets nach gemeinsamen Lösungen. Ein ganz besonderes Camp eben, das in den Höhen der Rureifel vor mittlerweile zehn Jahren ins Leben gerufen wurde.
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