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Nordrhein-Westfalen legt Details zum Umgang mit neuen COVID-19-Impfstoffen fest

Region/Düsseldorf – Schwerpunkt der Impfangebote für vulnerable Gruppen und benachteiligte Stadtteile. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wird Deutschland, vorbehaltlich der endgültigen Zulassungen durch die EU-Kommission, im Zeitraum vom 5. bis 18. September voraussichtlich rund 15 Millionen Dosen der neuen Impfstoffe von Biontech (10 Millionen Impfdosen) und Moderna (5,68 Millionen Impfdosen) erhalten. Das Ministerium geht davon aus, dass etwa zwei Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs bzw. 800.000 Dosen Moderna-Impfstoff in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehen werden.

Die neuen Impfstoffe sind im Vergleich zu den bisherigen COVID-19-Impfstoffen in ihrer Wirksamkeit gegen die Omikron-Untervariante BA.1-Variante von SARS-CoV-2 optimiert. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) hat den Kreisen und kreisfreien Städten am Donnerstag, 1. September, per Erlass die Details zur Fortsetzung der Impfkampagne und zum Umgang mit den neuen Impfstoffen bekannt gegeben. Voraussetzung für eine breit angelegte Impfkampagne ist allerdings eine neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Nutzung der optimierten Impfstoffe.

„Neben dem Tragen einer Schutzmaske ist die Impfung der wichtigste Baustein im Kampf gegen die Pandemie. Zu einer erfolgreichen Impfkampagne im Herbst und Winter gehört Verlässlichkeit. Wir informieren Bürgerinnen und Bürger sowie Kreise und kreisfreien Städte daher frühzeitig über die nächsten Schritte in der Impfkampagne. Richtig ist aber auch, dass wir noch etwas Geduld brauchen, bis die STIKO eine Impfempfehlung für die neuen Impfstoffe ausgesprochen hat. Klar ist: Wenn diese Empfehlung kommt, sind Land, Kommunen, Ärzteschaft und Betriebe gemeinsam gut vorbereitet”, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Mit dem Erlass ruft das Gesundheitsministerium die Koordinierenden COVID-Impfeinheiten (KoCIs) auf, Vorbereitungen für Impfangebote – insbesondere für vulnerable Personengruppen und Menschen mit schlechterem Zugang zur hausärztlichen Versorgung – zu treffen. Die KoCIs sollen sich dabei strikt an die Impfempfehlungen der STIKO halten.

Entsprechend der aktuellen Empfehlung der STIKO sollen unter anderem Bewohnerinnen und Bewohner und Beschäftigte in Einrichtungen der Pflege sowie Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe (etwa in Werkstätten oder Wohneinrichtungen für behinderte Menschen) eine zweite Auffrischungsimpfung gegen COVID-19 erhalten. Derzeit geht das MAGS davon aus, dass die STIKO diese Empfehlung auch in Bezug auf die angepassten Impfstoffe fortschreiben wird.

Vor diesem Hintergrund sollen die KoCIs bis zum 18. September 2022 Kontakt zu den genannten Einrichtungen aufnehmen und etwaige Unterstützungsbedarfe erfragen. Soweit möglich organisieren die Einrichtungen die Impfungen eigenständig. Die Einrichtungen kontaktieren hierzu vorzugsweise die heimversorgenden oder andere ihnen aus dem Impfgeschehen bekannten Ärztinnen und Ärzte. Bis zum 31. Oktober sollen die Auffrischungsimpfungen in den Einrichtungen der Pflege sowie der Eingliederungshilfe abgeschlossen sein.

Die Kreise und kreisfreien Städte sollen zudem die von ihnen geschaffenen Vorhaltestrukturen zur Impfung aktivieren und auf ein Drittel der geplanten maximalen Impfkapazitäten hochfahren. Auf diese Weise können in den kommunalen Impfangeboten wöchentlich rund 90.000 Impfungen durchgeführt werden – ergänzend zu den Impfangeboten in Arztpraxen, Apotheken und Betrieben. Die von den Kommunen initiierten Impfangebote konzentrieren sich dabei vornehmlich auf Personengruppen und Stadtteile oder Ortschaften, bei denen nach bisheriger Erfahrung mit einer geringen Inanspruchnahme von Impfangeboten in Arztpraxen zu rechnen ist.

Die Impfstoffbestellung erfolgt für alle Leistungserbringer (d.h. KoCI, Ärzteschaft, Apothekerschaft) ausschließlich über das Apothekensystem.

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Tourismus

LVR-Freilichtmuseum Kommern – Projekt „WILDE VIELFALT im Museum“ fährt die Ernte ein

Kommern – Das Umweltbildungsprojekt erhält seltene Wildpflanzen der Eifel gemeinsam mit Ehren-amtlichen, vermittelt Wildkräuterwissen und weckt Begeisterung für Kornrade und Co. im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Noch sind es einige Tage bis zum Erntedankfest, doch schon jetzt gibt es in Kommern Anlass für eine Erntebilanz der besonderen Art: Das dreijährige Wildkräuter-Projekt „WILDE VIELFALT im Museum“ nähert sich seiner Zielgeraden und so ist es nun an der Zeit, die Erträge der Projektarbeit in Augenschein zu nehmen.

Und diese Ergebnisse geben durchaus Grund zum Feiern – nicht nur, weil das Projekt gerade von der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen als „Hervorragendes Beispiel der UN-Dekade“ ausgewählt wurde:

„Das Projekt der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in Kooperation mit dem LVR-Freilichtmuseum Kommern konnte – dank der Förderung der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, der Deutschen Post-code Lotterie und des Fördervereins des Freilichtmuseum – insgesamt 71 seltene Wildkräuterarten der Äcker und Dörfer im Museum erhalten, davon 57 Arten in sogenannten Erhaltungsbeeten und 47 Arten im Gelände verteilt“, fasste Bernhard Conzen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, die Projekterfolge zusammen.

Heutzutage lassen sich diese Arten andernorts kaum noch in unseren Landschaften finden. Denn während 26 typische Arten der Äcker und Dörfer sich in ihrer Gefährdungssituation in ganz NRW innerhalb der letzten 10 Jahre verbessert haben, haben sich gleichzeitig 40 dieser Arten verschlechtert. „Eine Erhaltung unserer regionalen Vielfalt an Wildkräutern ist daher nur dauerhaft möglich, wenn viele sich gemeinsam mit ihren jeweiligen Möglichkeiten dafür einsetzen“, stellt Dr. Carsten Vorwig, Leiter des LVR-Freilichtmuseums Kommern, fest. „Dies hat sich in den letzten beiden Projektjahren eindrucksvoll gezeigt, was uns mit Stolz erfüllt.

Auch Dank der tatkräftigen Unterstützung der ehrenamtlichen Wildkrautpatinnen und –paten zusammen mit Museum und Förderverein wurde das Projekt ein Erfolg. Dass wir als Freilichtmuseum zur Förderung seltener Wildpflanzenarten einen Beitrag leisten können, motiviert uns, weiterzumachen. Zukünftig werden wir auch schützenswerte Tiergruppen in den Fokus nehmen und somit den ganzheitlichen Ansatz bei der Arbeit im Gelände des LVR-Freilichtmuseum Kommern noch stärker ausweiten.“
Dank dieses vereinten Einsatzes zahlreicher Aktiver im Projekt „WILDE VIELFALT im Museum“ sind nun viele seltene Arten im Freilichtmuseum Kommern wieder zu entdecken.

Darunter sind Heilpflanzen wie die Echte Katzenminze, die früher oft an Wegrändern in Dörfern anzutreffen war, oder die purpurn blühende Kornrade, eine wunderschöne, wenn auch sehr giftige Ackerwild-
krautart. Ein bemerkenswerter Erfolg konnte gerade bei dieser Art verzeichnet werden, wie Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, berichtet:
„Zu Beginn des Projektes galt die Kornrade in NRW als „ausgestorben“. In der neuen Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten wird sie dagegen nur noch als „stark gefährdet“ geführt – eine deutliche und mehr als erfreuliche Verbesserung! Möglich wurde dieser Erfolg durch die Vermehrung von Kornrade-Saatgut des Aachener Botanikers, Erich Savelsbergh. Dieser hatte unserer Stiftung das Saatgut 2011 zur Erhaltung übergeben, was wir glücklicherweise im Projekt „WILDE VIELFALT im Museum“ und in unseren vorangegangenen Projekten zum Schutz von Ackerwildkräutern umsetzen konnten.“

Die wichtige Rolle der Landwirtinnen und Landwirte im und außerhalb des Museums für die Förderung seltener Wildkräuter betonte Bernhard Conzen: „Als aktiver Landwirt kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Zunächst war mir der Gedanke, „Unkräuter“ auf Äckern zu fördern, nicht ganz geheu-er. Aber Unkraut ist nicht gleich Unkraut und Acker ist nicht gleich Acker: In Schutzprojekten werden keine Problemunkräuter erhalten, sondern konkurrenzschwache Arten wie Sand-Mohn und Rittersporn. Und niemand muss seine besten Böden hierfür hergeben – denn je schlechter die Fläche für die Land-wirtschaft, umso besser ist sie oft für den Naturschutz geeignet. Wird eine landwirtschaftlich ertragsschwache Fläche in produktionsintegrierten Projekten eingesetzt, lässt sich dauerhaft ein sicheres Ein-kommen erwirtschaften – eine Win-win-Situation!

Landwirtschaftliche Betriebe, die die Kräuter-Begeisterung vollends gepackt hat, können sogar über die Vermehrung von Wildpflanzen für die Gewinnung von Regiosaatgut nachdenken.“

Welche Möglichkeiten zum Schutz – und auch zum Genuss – seltener Wildkräuter sich jedem Interessierten bieten, beleuchtete Karsten Möring, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW: „Allein die Angebote hier im Museum sind so zahlreich, dass man dieses sicher mehr als einmal besuchen sollte, um alle zu entdecken: Von Führungen für Familien und Fachbesucher über einen Wildkräuterrundweg, Mitmachstände und eine Ausstellung bis hin zu der Rallye „Entdeckungsreise WILDE VIELFALT“ und „Grünen Klassenzimmern“ ist für jede und jeden etwas dabei.

Bis zum 12. September läuft zudem noch die Instagram-Aktion „WILDE VIELFALT im Bild“ für alle Fotobegeisterten.“
Holger Glück, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Rheinisches Freilichtmuseum Kommern e.V., schloss sich dieser Einladung zum Entdecken des Projektes an und ergänzte: „Wir freuen uns, dass unser Förderverein nicht nur als Förderer des Projektes aktiv werden, sondern auch bei der praktischen Umsetzung unterstützen kann. Neben dem Engagement unserer Mitglieder als Wildkräuterpatinnen ist auch unser Tante-Emma-Laden zum Dreh- und Angelpunkt der Entdeckungsreise für Grundschulkinder geworden: Hier wartet auf die Entdeckerinnen und Entdecker die ersehnte Belohnung, wenn alle Rätsel gelöst sind.“

Katja Diemer, Head of Charities der Postcode Lotterie DT gGmbH, ergänzte: „Als Soziallotterie, die sich für Mensch und Natur stark macht, spüren wir eine besondere Verantwortung für den Erhalt des Artenreichtums. Wir freuen uns sehr, dass wir dank unserer zahlreichen Teilnehmer:innen in Nordrhein-Westfalen das Projekt „WILDE VIELFALT im Museum“ der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und des LVR-Freilichtmuseums Kommern unterstützen können. Die Kombination aus Erhalt von seltenen Wildpflanzenarten im Freilichtmuseum, digitalen Informationsangeboten und begleitenden Umweltbildungsaktivitäten ist wunderbar. Zusammen machen wir die Welt zu einem besseren Ort für Mensch und Natur.“

Das Projekt läuft noch bis April 2023 – es gibt also noch zahlreiche Gelegenheiten, die „WILDE VIELFALT im Museum“ selbst bei einem Ausflug zu entdecken. Aktuelle Informationen und Termine unter: www.rheinische-kulturlandschaft.de/wilde-vielfalt/

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Großer Solarpark eröffnet – Kreis Düren setzt auf Sonnenenergie

Düren – Die Dimensionen sind gewaltig: über 17.000 Solarmodule, 11 Hektar Größe, 2500 Haushalte können mit Strom versorgt werden. Nur einige bemerkenswerte Daten zum neuen Solarpark, der heute auf der Merscher Höhe nahe des Brainergy Parks in Jülich eröffnet wurde. „Wir kommen unserem Ziel, im Kreis Düren bis 2035 klimaneutral zu sein, wieder ein gutes Stück näher“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn.

Der neue Park ist einer der größten in ganz NRW. Der hier hergestellte Strom wird künftig auch für die Produktion von grünem Wasserstoff verwendet. Der Kreis Düren ist bei dieser Zukunftstechnologie Vor-reiter. Der umweltfreundliche Wasserstoff wird für Busse und Bahnen eingesetzt, eignet sich aber auch für die Industrie oder Privathaushalte.

Der Solarpark ist in einer Bauzeit von nur neun Monaten entstanden und wird von der Rurenergie GmbH, einer zum Kreis Düren gehörenden Gesellschaft, betrieben. Gebaut wurde die Anlage vom Euskirchener Unternehmen F&S Solar. Die Investitionssumme liegt bei 7,3 Millionen Euro.

Landrat Wolfgang Spelthahn wies bei der offiziellen Eröffnungsfeier darauf hin, dass „wir aktuell deutlich sehen, wie wichtig es ist, bei der Stromproduktion möglichst unabhängig zu sein“. Der Kreis habe frühzeitig auf erneuerbare Energien gesetzt. Die Sonne sei dabei ein ungeheures Geschenk. „Wir wollen mit unserem neuen Solarpark auch ein Zeichen der Hoffnung setzen – wir zeigen, dass es geht und dass es klappt, erneuerbare Energien einzusetzen.“

Im Kreis Düren fahren bereits fünf mit Wasserstoff betriebene Busse, in absehbarer Zeit folgen die ersten Züge. Eine erste Wasserstofftankstelle im Dürener Gewerbegebiet „Im großen Tal“ steht in den Startlöchern.

Um das Thema noch mehr in der Öffentlichkeit zu verankern, findet am 23. und 24. September im Jülicher Brückenkopfpark eine große Wasserstoffmesse statt, auf der sich zahlreiche Unternehmen präsentieren (Eintritt frei).

Thomas Zerres, Geschäftsführer der Rurenergie GmbH, beschrieb die Planungs- und Bauzeit der Anlage und sprach von einem „wegweisenden, gelungenen Park“. Seinem Unternehmen gehören 51 Photovoltaikanlagen direkt oder die Rurenergie ist beteiligt. Zerres hob die gute Zusammenarbeit mit allen am Bau Beteiligten hervor.

Georg Schmiedel, Geschäftsführer von F&S Solar, bezeichnete die Sonne wie der Landrat auch als „wertvollen Rohstoff“ und lobte den Kreis Düren für seine Klima-Strategie. Sein Unternehmen hat zahlreiche Solarparks weltweit gebaut. „Heute muss jeder verstanden haben, dass es ohne erneuerbare Energien nicht geht.“

Aktuell wird der Sonnenstrom, der am Brainergy Park seit rund einem Monat schon produziert wird, ins öffentliche Netz eingespeist. Für die Produktion von umweltfreundlichem Wasserstoff wird die Anlage an der Merscher Höhe weiter ausgebaut.

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Wirtschaft

„Helf-Angels“ aus Polch gewinnen Zukunftspreis Heimat der Volksbank RheinAhrEifel eG

Polch – Gesundheitsminister Clemens Hoch als Festredner zu Gast. Die Gewinner des 14. Zukunftspreises Heimat der Volksbank RheinAhrEifel heißen „Helf-Angels“ und kommen aus Polch.  Sie setzen mit ihrer Initiative ein positives Zeichen im Sinne eines gut funktionierenden Nachbarschaftsgeistes und „retten“ von Supermärkten aussortierte oder übrig gebliebene Nahrungsmittel und geben diese an bedürftige Menschen weiter. Die Gewinner des ersten Platzes erhalten ein Preisgeld von 15.000 Euro.

Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran (li.) und Vorstandsvorsitzender Sascha Monschauer.

Die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz a.D., hatte in diesem Jahr unter 91 Einreichungen zu entscheiden. Der zweite Preis (dotiert mit 3.000 Euro) ging an die Aktionsgemeinschaft „Andernach Attraktiv“ mit ihrer Event-Reihe First Friday. Platz drei (dotiert mit 2.000 Euro) sicherte sich das Jugendtheater Koblenz. Einen Sonderpreis erhielt der Erfinder und Gründer Jan Heinemann aus Andernach für seine Innovation „Löschigel“, einem revolutionären Wasserschild, das Einsatzkräfte im Brandfall schützen soll.

Weitere Top Ten Preisträger sind die Projekte Adventsmenschen aus Bodenbach, Hein‘s Mühle aus Bendorf, Förderverein internationales Musikfestival Koblenz e.V. aus Koblenz, Nahwärmeprojekt Rodder, Project Wings gGmbH aus Koblenz und die FZ-Recycling GmbH & Co. KG aus Niederzissen.

Sonderpreise für Ahrprojekte

Der Zukunftspreis Heimat sorgte aber auch mit einem echten Novum für Aufsehen: Neben der regulären Wertung wurden gleich 11 Ahr-Hilfsprojekte ausgezeichnet.

Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft- und Gesundheitsminister, unterstrich in seiner Rede: „Ich gratuliere ganz herzlich allen Preisträgerinnen und Preisträgern und möchte mich vor allem für das herausragende Engagement bedanken. Danken möchte ich auch der Volksbank RheinAhrEifel, die dieses Jahr elf Flutprojekte von der Ahr mit Sonderpreisen auszeichnet. Die ehrenamtlich Tätigen gestalten vor Ort mit, sie bringen ihre Zeit, ihre Tatkraft und ihre Kreativität ein. Das prägt das Zusammenleben bei ihnen vor Ort, aber natürlich auch in unserem Land. Und es hilft beim Wiederaufbau nach der Flut. Die Förderung des Ehrenamts hat daher seit Jahren hohe Priorität für die Landesregierung.“

„Für uns war klar, dass wir zum einen unmöglich die Ahrprojekte innerhalb der regulären Wertung des Zukunftspreises bewerten konnten und wollten. Darüber hinaus war es uns genauso unmöglich innerhalb der Ahrprojekte mit einem Ranking zu unterscheiden, welches Projekt nun mehr Gutes getan hat oder welches nicht“, erklärte Vorstandsvorsitzender Sascha Monschauer. Die Jury hat daher eine Sonderkategorie aufgelegt, um alle Projekte mit 2.000 Euro auszuzeichnen.

Ausgezeichnet wurden „111 Orte im Ahrtal, die man gesehen haben muss“, AHRche e.V., AHRHilfe, Art For Ahr – Kunst für die Ahr, der Hammig-Durchstich, DZN Hochwasserhilfe, Flutwein.de, Helfer Shuttle, Mendig hilft!, Pack:an Fluthilfe, Spenden-Verteilzentrum Bad Neuenahr-Ahrweiler und „Freiwillige Helfer“.

Sascha Monschauer bedankte sich zum Abschluss bei Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, der seit dem Jahr 2013 als Juror beim Zukunftspreis Heimat mitgewirkt hat und von 2019 an den Vorsitz der Jury inne hatte. Da er bereits im vergangenen Jahr als Präsident der Hochschule Koblenz ausschied, wird er nun auch sein Juroren-Amt an seinen Amtsnachfolger in der Hochschule, Herrn Prof. Dr. Karl Stoffel, weitergeben. Weiterhin gehören der Jury an: Sascha Monschauer (Volksbank RheinAhrEifel), Michael Speth (DZ BANK) und Bernd Kaltenhäuser (Deutsche Bundesbank) sowie Pater Petrus Nowack (Prior der Benediktiner Abtei Maria Laach) an.

Mehr als 60 Gewinner-Projekte seit 2008

Den Zukunftspreis Heimat vergibt die Volksbank RheinAhrEifel seit 2008. Gesucht sind Ideen, Konzepte und Projekte, die die Region Rhein-Ahr-Eifel-Mosel voranbringen, indem sie die Infrastruktur, Lebensqualität und Attraktivität fördern. Mehr als 60 Projekte wurden seit dem Start ausgezeichnet. Insgesamt erhielt die Volksbank in dieser Zeit rund 1.350 Bewerbungen zum Zukunftspreis Heimat.

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Wirtschaft

Nürburgring setzt auf Sonnenenergie – Photovoltaik-Anlage in Partnerschaft mit Wi SOLAR umgesetzt

Nürburg – Am Nürburgring ist eine neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Motorsport-Erlebnismuseums ring°werk installiert worden. Mit der Investition treibt die vielseitige Motorsport- und Event-Location die Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeit weiter voran. Die Anlage wurde in Partnerschaft mit dem international erfolgreichen Dienstleister Wi SOLAR aus Kaisersesch umgesetzt. Das Unternehmen aus der Region ist nun zudem Namenssponsor der ring°kartbahn.

Auf dem Dach des Motorsport-Erlebnismuseums ring°werk wurden die Elemente der Photovoltaikanlage durch den Partner „Wi SOLAR“ installiert. Foto: Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG

3.500m² groß ist die Photovoltaikanklage auf dem Dach des ring°werks direkt an der Grand-Prix-Strecke. Den Jahresertrag von 500.000kWh nutzt der Nürburgring vollständig für die eigene Energieversorgung und deckt damit rund 10% seines jährlichen Strombedarfs. Die vermiedenen CO2-Emissionen durch die neu installierte Anlage beziffern sich auf 238.973 kg pro Jahr.

„Der Nürburgring bezieht bereits zu 100% Öko-Strom, nun haben wir den nächsten Schritt gemacht“, erklärt der Geschäftsführer der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, Christian Stephani. „Für uns ist die Investition in Solarenergie eine Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeit. Wir legen Wert darauf, neben unserer Rolle als Wirtschaftsmotor und als Entwicklungsstandort der Mobilität auch beim Umwelt- und Klimaschutz weiter voran zu kommen.“

Namenssponsoring: ring°kartbahn powered bei Wi SOLAR
Die Errichtung der neuen Photovoltaikanlage wurde mit dem Unternehmen Wi SOLAR umgesetzt. Der Schwerpunkt des Dienstleisters ist der professionelle Einsatz von Solarenergie in den Bereichen Bau, Gewerbe, Handel, Industrie und Logistik. Darüber hinaus wurde eine weitergehende Partnerschaft mit Wi SOLAR geschlossen, die unter anderem ein Namenssponsoring der ring°kartbahn beinhaltet. Diese wird nun unter „powered by Wi SOLAR“ geführt. Damit die Leistung der neuen Photovoltaikanlage auch hier gut für alle Besucher sichtbar ist, soll eine Infotafel mit den aktuellen Werten der Energiegewinnung durch Sonnenenergie in der Kartbahn installiert werden. Thematisch passen ring°kartbahn, die Photovoltaikanlage und Wi SOLAR gut zusammen, denn hier gehen die Besucher ausschließlich mit den Elektrokarts von RIMO auf die Jagd nach Bestzeiten.

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Tarifliche Bezahlung in der Altenpflege verpflichtend – Gehalts-Steigerungen um bis zu 30 Prozent

Region/Berlin – Die Gehälter für viele Pflegekräfte in der Altenpflege steigen aktuell erheblich. Nach dem BMG vorliegenden Einschätzungen privater Einrichtungsträger belaufen sich diese Steigerungen je nach Bundesland und Einrichtung auf zwischen 10 und 30 Prozent. Grund für die Gehaltsverbesserungen ist im Wesentlichen die seit dem 1. September 2022 geltende Verpflichtung für Pflegeheime und ambulante Pflegedienste, ihre Mitarbeitenden in der Pflege und Betreuung nach Tarif zu bezahlen.

Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach: „Die Tariftreueregelung wirkt. Die Löhne der Pflegekräfte in den Heimen steigen erheblich und das ist gewollt. Endlich wird ihre wichtige Arbeit besser entlohnt. Das ist ein später Dank für alle aktiven Pflegekräfte und ein gutes Zeichen an alle, die diesen wichtigen und erfüllenden Beruf ergreifen wollen. Die Gesellschaft muss diese Leistung besser honorieren.“

Seit dem 1. September 2022 muss eine Pflegeeinrichtung, um als solche zugelassen zu sein, entweder selbst tarifgebunden sein oder ihre Pflege- und Betreuungskräfte mindestens in Höhe von in der Region anwendbaren Pflege-Tarifverträgen entlohnen.

Im Gegenzug sind die Pflegekassen verpflichtet, die steigenden Lohnaufwendungen bei den Verhandlungen der Vergütung der Pflegeleistungen zu berücksichtigen und damit die Refinanzierung der Tarifbindung oder -orientierung zu gewährleisten.

Bereits in den vergangenen Jahren sind die Löhne in der Altenpflege deutlich gestiegen Von 2017 bis 2021 betrug der Lohnzuwachs in der Altenpflege insgesamt 20,8 Prozent. Damit übertraf die Lohnentwicklung in der Altenpflege die durchschnittliche Lohnentwicklung aller Branchen mit einem Gesamtanstieg von 9,6 Prozent und in der Krankenpflege mit 13,6 Prozent. In der Altenpflege haben die Löhne für Fachkräfte seit 2020 erstmals das Durchschnittsniveau überschritten.

Um Pflegebedürftige bei den damit einhergehenden höheren Eigenanteilen in der stationären Pflege zu entlasten, wurden diese bereits zum 1. Januar 2022 gestaffelt begrenzt. So erhalten Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 in stationären Einrichtungen – je nach Verweildauer – einen durch die Pflegekassen finanzierten Zuschuss zu ihrem privat zu zahlenden Eigenanteil in Höhe von 5 bis 70 Prozent. Durchschnittlich ergeben sich zum Stichtag 1.7.2022 Entlastungswirkungen von 368 € pro Monat. (Als Beispiel: Pflegebedürftige, die sich im 4. Jahr oder länger in einer stationären Einrichtung befinden, zahlen damit durchschnittlich nicht mehr 964 € pro Monat, sondern nur noch 289 € als selbst zu tragenden pflegebedingten Eigenanteil.

Um Pflegebedürftige, die ambulant versorgt werden, zu entlasten, wurden wiederum die Leistungsbeträge für Pflegesachleistungen erhöht. Seit dem 1. Januar 2022 erhalten ambulant Versorgte zwischen 35 Euro (Pflegegrad 2) bis 100 Euro (Pflegegrad 5) mehr. 

Hintergrund: Tariftneueregelung

Trotz des Lohnanstiegs in der Altenpflege erhalten Beschäftigte dort immer noch rund 700 Euro im Monat weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Krankenpflege. Mit dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) wurden deshalb Pflegeheime und ambulante Pflegedienste verpflichtet, ihre Mitarbeitenden in den Bereichen Pflege und Betreuung ab 1. September 2022 nach Tarif zu bezahlen. Mit dem zum 30. Juni dieses Jahres in Kraft getretenen Pflegebonusgesetz wurden die gesetzlichen Regelungen und Umsetzungsvorschriften konkretisiert und präzisiert. Mit der Umsetzung dieser Regelungen wird auch der Zielsetzung des Koalitionsvertrags Rechnung getragen, die Gehaltslücke zwischen Kranken- und Altenpflege weiter zu schließen.

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Dank und Anerkennung für zehn Jahre Baby-Begrüßungs-Dienst im Kreis Düren

Düren – „Sie alle schreiben mit an einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn . Und Uwe Willner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Düren, sagte: „Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.“ Die da anerkennend und lobend Angesprochenen gehören zum Babybegrüßungsdienst des Kreises Düren, der in diesen Tagen seinen 10. Geburtstag feiert.

Engagierte Frauen besuchen Eltern, die das möchten, kurz nach der Geburt ihres Kindes, übergeben eine kleine Tasche mit Willkommensgeschenken und stehen auf Wunsch mit Rat und Tat zu Seite. Dass das Angebot gut angenommen wird, zeigen diese Zahlen: 2021 gab es im Kreis Düren 1681 Geburten, 1571 Familien nahmen das Angebot eines kurzes, zwanglosen Besuches in Anspruch, also mehr als 90 Prozent. Auch während der Corona-Pandemie hielten die Ehrenamtlerinnen ihr Angebot aufrecht – dann mit entsprechendem Abstand.

„Das alles zeigt, wie wichtig ihre Arbeit ist“, lobte Landrat Wolfgang Spelthahn im Beisein von Elke Ricken-Melchert, Leiterin des Amtes für Demografie, Kinder, Jugend, Familien und Senioren beim Kreis Düren, der den von der Sparkasse Düren unterstützten Dienst koordiniert. Die kleine Feier zum 10-jährigen Jubiläum war auch als Dank gedacht für die vielen Helferinnen, deren Einsatz „alles andere als selbstverständlich ist“, wie Landrat Wolfgang Spelthahn und Sparkassen-Chef Uwe Willner betonten.

 

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Ab 1. September gelten auch für Handwerks-Betriebe neue Energie-Sicherungs-Verordnungen

Region/Koblenz/Berlin – Die Handwerkskammer (HwK) Koblenz informiert über die wichtigsten Eckpunkte – Seminare geben Handlungssicherheit und Hinweise zum Energiesparen. Ab 1. September gelten auch für Handwerksbetriebe neue Energiesicherungsverordnungen – darüber informiert die Handwerkskammer (HwK) Koblenz.

Das Bundeskabinett hat am 24. August zwei Energiesicherungsverordnungen beschlossen und darin kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Energieeinsparung festgelegt. Die Verordnungen sollen einen Beitrag zur sicheren Energieversorgung – insbesondere beim Medium Gas – leisten. Neben der Einsparung von Gas sind auch Stromsparmaßnahmen vorgesehen, um so die Stromerzeugung mit Gas zu verringern.

Diese Verordnungen beinhalten auch für Handwerksbetriebe relevante Maßnahmen. So ist das dauerhafte Offenhalten von Ladentüren und Eingangssystemen in Geschäftsräumen ab 1. September bis Ende Februar 2023 untersagt wie auch der Betrieb beleuchteter oder lichtemittierender Werbeanlagen in der Zeit von 22 bis 16 Uhr des Folgetages. Zu den kurzfristigen Maßnahmen zählt außerdem das Beleuchtungsverbot von Gebäuden und Baudenkmälern von außen mit Ausnahme von Sicherheits- und Notbeleuchtung. Für Arbeitsräume werden die Mindesttemperaturen nach Arbeitsstättenrichtlinie angepasst und liegen zwischen 19 und 12 Grad – abhängig von der Schwere der Arbeit und der Bewegungsintensität.

Mittelfristige Maßnahmen gelten vom 1. Oktober für zwei Jahre. Dazu zählt auch die Verpflichtung für Betreiber von Erdgasheizungen, eine Heizungsprüfung durch eine fachkundige Person – beispielsweise Schornsteinfeger, Handwerker des SHK-Gewerks, Ofen- und Heizungsbauer oder Energieberater – durchführen zu lassen. Das Ergebnis der Prüfung ist schriftlich festzuhalten und eine Optimierung der Anlage ist bis zum 15. September 2024 durchzuführen. Gaszentralheizungen in Nichtwohngebäuden ab 1.000 m² beheizter Fläche sind bis zum 30. September 2023 hydraulisch abzugleichen.

Unternehmen, die gemäß §8 EDL-G ein Energieaudit durchgeführt haben oder ein Energiemanagementsystem betreiben, sind verpflichtet, alle als wirtschaftlich identifizierten Maßnahmen unverzüglich und spätestens innerhalb von 18 Monaten umzusetzen. Diese Pflichten gelten nicht für Unternehmen, deren Gesamtenergieverbrauch innerhalb der letzten drei Jahre im Durchschnitt weniger als 10 Gigawattstunden pro Jahr betrug.

Webinar-Reihe zur Energieeffizienz

Im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE) und der Energiewechsel-Kampagne wird ab Ende Oktober eine Energieeffizienz-Webinar-Reihe angeboten.

In den einstündigen Webinaren, die sich jeweils an Betriebe spezifischer Gewerke richten, werden Einsparmaßnahmen vorgestellt, die Betriebe ergreifen können, um ihre Energiekosten zu senken. Geplant sind folgende Termine für folgende Gewerke:

  1. Oktober, 9 – 10 Uhr für Kfz-Betriebe
  2. Oktober, 15 – 16 Uhr für Metallhandwerk
  3. Oktober, 14 – 15 Uhr für Friseure
  4. Oktober, 14 – 15 Uhr für Tischler
  5. November, 14 – 15 Uhr für Bäcker
  6. November, 10 – 11 Uhr für Textilreiniger
  7. November, 14 – 15 Uhr für Fleischer

Neben einer kurzen Einführung zu den aktuellen Energiepreisentwicklungen folgt eine Vorstellung des cloudbasierten E-Tools, mit dem sich Handwerksbetriebe einen Überblick über den eigenen Energieverbrauch erstellen können. Anschließend werden Gewerke spezifische Maßnahmen zur Energieverbrauchsreduktion vorgestellt, die sich im Rahmen der MIE-Beratungen bewährt haben.

Unterstützung für Betriebe bei Energieeffizienzmaßnahmen

Mit der „Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz“ bietet die HwK Koblenz ihren Handwerksbetrieben direkte Unterstützung bei allen Fragen rund um eine energieeffiziente, klimafreundliche und damit langfristig kostengünstige Betriebsweise. Um einen Überblick über die Energieverbräuche und Kosten zu erhalten, steht den Betrieben das kostenlose E-Tool zur verfügen.

Weitere Informationen – auch zur Webinar-Reihe – gibt bei der Handwerkskammer Koblenz Kerstin Reek-Berghäuser, Tel. 0261/ 398 651, kerstin.reek-berghaeuser@hwk-koblenz.de

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Klimaschutzpreis verliehen – Stadt Meckenheim und Westenergie zeichnen nachhaltiges Engagement aus

Meckenheim – Der Klimaschutzpreis von Westenergie geht in diesem Jahr an den Verein „Die Stadt blüht auf“ und die „Städtische inklusive Kindertageseinrichtung Steinbüchel“. Gemeinsam mit Lydia Bauer, Westenergie-Kommunalmanagerin, hat Bürgermeister Holger Jung die Auszeichnung im Ratssaal verliehen und den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich gratuliert.

„Dass der Schutz von Umwelt und Natur eine der dringlichsten Aufgaben unserer Zeit ist, haben die Meckenheimerinnen und Meckenheimer verstanden. Ich bin begeistert von der Kreativität unserer Bürgerinnen und Bürger und von den Ideen, die uns erreicht haben“, sagte Holger Jung. „Mir ist es eine große Freude, dieses tolle Engagement zusammen mit Westenergie zu würdigen und auszuzeichnen.“ Lydia Bauer ergänzte: „Die Arbeit der Vereine und Initiativen verdient unsere Hochachtung und Wertschätzung. Der Preis soll eine Anerkennung für Geleistetes sein. Gleichzeitig bietet das Preisgeld die Möglichkeit, weitere Projekte und Ideen umsetzen zu können.“

Der Klimaschutzpreis richtet sich an Vereine oder Organisationen, die sich beim Thema Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltschutz besonders verdient gemacht haben. Die beiden ausgezeichneten Initiativen und Einrichtungen dürfen sich über ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 2.500 Euro freuen.

Die Preise gehen an:

  1. Platz „Die Stadt blüht auf e.V.“ mit dem Projekt „Meckenheim blüht auf“

Bei dem Projekt „Meckenheim blüht auf“ handelt es sich um eine Bürgerinitiative initiiert von Nayara Atella-Hödtke und Maximilian Mund, zwei Studierenden der Universität Bonn, die in Meckenheim aufgewachsen sind. Ihr Projekt verfolgt das Ziel, brachliegende artenarme Flächen in Meckenheim in artenreiche Blühwiesen umzuwandeln. In der Apfelstadt nehmen bekanntlich Bestäubende eine wichtige Rolle ein. Sie benötigen Lebensraum, Winterquartiere und Nahrungsgrundlagen, welche entsprechende Blühwiesen gewährleisten. Bei der Entwicklung des Projektes wurde auf die Erfahrung unterschiedlicher Fachleute zurückgegriffen. Auch stimmt sich der Verein mit dem städtischen Fachbereich Verkehr und Grünflächen ab.

Bei ihrem Projekt rücken die Beteiligten die Artenvielfalt und Regionalität von Blütenpflanzen sowie ihre Bestäubenden in den Mittelpunkt. Die verwendete Saatgutmischung ist explizit für Bienen und Schmetterlinge ausgelegt und soll diesen als Nahrungsquelle und Lebensraum in den Siedlungsgebieten dienen. Zudem können weitere Tierarten von den Flächen, die nur einmal pro Jahr, möglichst im Frühjahr gemäht werden, profitieren. Durch den Turnus der Mahd können Insekten die Flächen zur Überwinterung nutzen.

Der Verein berichtet von erfreulichem Zuspruch aus der Nachbarschaft. Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger sind sehr positiv und bei so mancher Aussaat haben Kinder der Siedlungen aus Interesse mitgeholfen. Dieser Austausch ist gewünscht, denn die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für Themen wie Artenvielfalt, Insektensterben und Relevanz von regionalen Arten ist dem Verein ein wichtiges Anliegen. So wurden Informationstafeln aufgestellt und eine Website erstellt (www.meckenheim-blueht-auf.de). Ebenso wollen die Akteurinnen und Akteure dazu beitragen, mit einer farbenfrohen Vielfalt das Stadtbild zu verschönern und die Ortsteile zu bereichern.

  1. Platz „Städtische inklusive Kindertageseinrichtung (Kita) Steinbüchel“

Die dreigruppige inklusive Kita engagiert sich schon seit Jahren aktiv in der Umweltbildung. Die Erziehenden bringen den Kindern die Natur näher, erklären biologische und ökologische Zusammenhänge und tragen gemeinsam zum Klimaschutz bei. Auch ist es der Kita wichtig, den Nachwuchs durch nachhaltige Projekte zu sensibilisieren, sodass die Kinder ihr Wissen an ihre Eltern weitergeben und das Umdenken in den Familien forcieren können.

Die Palette an Projekten ist vielfältig. Trotz Corona-Auflagen wurde in Gemeinschaftsarbeit ein Insektenhotel gebaut und eingerichtet. Der städtische Baubetriebshof war bei der sturmfesten Installation behilflich. Damit die Insekten ausreichend Nahrung finden, wächst unterhalb des Hotels eine Wildblumenwiese samt „Überraschungsbaum“.

Ebenso wurde das Hochbeet erneuert und mit selbstgebastelten Pflanzenschildern aufgewertet. Die Pflege des Hochbeetes übernehmen die Kinder im abschließenden Kita-Jahr. Durch den eigenen Anbau entsteht eine andere Wahrnehmung und Wertigkeit für Salat und Gemüse, sodass die Kita auch einen gelungenen Beitrag zur gesunden Ernährung liefert.

Ebenfalls gibt es tierische Momente, die bereichern. So waren vier Hühner über zwei Wochen im Außengelände zu Gast, um von den Kindern umsorgt zu werden. Für die Eichhörnchen-Futterstation sammeln sie während ihrer Spaziergänge Haselnüsse und auch die Entwicklung des Marienkäfers wird verfolgt.

Den Klimawandel und seine Auswirkungen nimmt der Nachwuchs bei seinen Waldbesuchen wahr. Durch den Förster lernen die Kinder die Zusammenhänge besser kennen. Einmal unterwegs, achten sie auch auf den Müll in der Natur, der die Kita zur Teilnahme am „International Coastal Cleanup Day“ motivierte. Überdies wird so mancher „Müll“ wiederverwertet. Aus PET-Flaschen entstanden bereits Martinslaternen und aus alten Marmeladengläsern Weihnachtsgeschenke – alles im Sinne der Nachhaltigkeit.

Die Preisverleihung nutzten die Beteiligten, um sich näher über die Projekte und erste Ergebnisse auszutauschen. Auch die Kinder der Kita Steinbüchel berichteten von ihren Erfahrungen. Holger Jung und Lydia Bauer zeigten sich beeindruckt von dem Engagement in Meckenheim. Vor allem waren sie sich einig, „dass wir mit unseren Ressourcen viel bewusster umgehen müssen. Der Klimaschutz“, so die beiden, „ist wichtiger denn je!“

Maximilian Mund von „Die Stadt blüht auf e.V.“ dankte für den Preis, „durch den wir einige brachliegende Flächen in Meckenheim in artenreiche Blühwiesen umwandeln können.“ Dem Dank schlossen sich Christina Unkelbach, stellvertretende Leiterin der Kita Steinbüchel, und Birgit Kowollik, Erzieherin und Naturpädagogin der Kita Steinbüchel, an. Sie wollen nicht nur bestehende Projekte weiterführen, sondern sich künftig auch vermehrt der Wasser-Thematik widmen und unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit den Konsum hinterfragen. Ebenso möchten sie die Eltern der Kita-Kinder für den Klimaschutz sensibilisieren. Denn beim Schutz und Erhalt dieser Welt ist jeder gefordert.

Seit 1995 macht der Westenergie Klimaschutzpreis regelmäßig zahlreiche gute Ideen und vorbildliche Aktionen aus dem lokalen und regionalen Umfeld für die Öffentlichkeit sichtbar. Er regt damit auch zum Nachahmen an und macht Mut, selbst aktiv zu werden. Insgesamt erhielten bereits mehr als 7.000 Projekte die Auszeichnung. Der Preis wird in den Städten und Gemeinden jährlich ausgelobt und ist je nach Größe der Kommune mit bis zu 5.000 Euro dotiert. Die Gewinnerinnen und Gewinner ermittelt eine Jury aus Vertretenden der Kommune und von Westenergie. Voraussetzung ist, dass das Projekt dem Allgemeinwohl dient. Und das Besondere: Keiner der Bewerbenden geht leer aus. Erhält ein Bewerbender keine Auszeichnung, gibt es einen Sachpreis, in diesem Jahr jeweils ein Insektenhotel.

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Wirtschaft

Ferien-Bäckerei HwK Koblenz – Ferienkurs rund um Lebensmittel und ihre handwerkliche Zubereitung

Region/Koblenz – „Zukunft Backen“ heißt das Ferienangebot der Handwerkskammer (HwK) Koblenz im Rahmen außerschulischer Berufsorientierung in den rheinland-pfälzischen Sommerferien. Im Zentrum für Ernährung und Gesundheit konnten sich dabei die jungen Talente in einer eigenen Backstube ausprobieren und Erfahrungen sammeln – mit Rezepten und dem Handwerk. Und auch hoher Besuch aus der Landespolitik schaute den Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 17 Jahren über die Schulter: Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt zeigte sich ganz begeistert von dieser Form der Feriengestaltung.

Lebensmittel und Ernährung spielen eine zunehmend wichtige Rolle im Alltag – auch und gerade für Kinder und Jugendliche. Entsprechend hoch war das Interesse am Angebot „Zukunft Backen“. Von süß bis herzhaft, von Schokoladenüberzug bis zum Brotbacken wurde alles ausprobiert, was den handwerklichen Umgang mit Lebensmittel einschließt. Die Arbeit mit Lebensmitteln und Gewürzen wurde auch über Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn vermittelt. Wie auch das große Thema Nachhaltigkeit aufgegriffen wurde, denn die Produkte der Nahrungsmittelhandwerke Bäcker, Konditor oder Fleischer haben einen regionalen Bezug bei der Auswahl ihrer Rohstoffe wie auch beim Verkauf.

„Schaut man in die strahlenden Gesichter der Kinder und Jugendlichen und sieht das, was sie mit eigenen Händen geschaffen haben, ist diese Form der Feriengestaltung sicherlich eine Bereicherung! Da man alles selbst probieren kann, gibt es auch eine ganz andere Wahrnehmung der Leistung, die sich hinter all dem verbirgt“, machte Daniela Schmitt bei ihrem Besuch im HwK-Zentrum deutlich. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Ferienworkshops. Gerade die Fachkräftesicherung ist aktuell ein Thema, dem sich die Politik stärker widmet. „Der Mittelstand als Säule der deutschen Wirtschaft ist auf fachlichen Nachwuchs angewiesen. Den müssen wir verstärkt auch wieder für das Handwerk gewinnen – gerade in den Nahrungsmittelhandwerken“, unterstrich auch HwK-Präsident Kurt Krautscheid. „Und wenn man sieht, mit wieviel Freude und auch Mühe hier gearbeitet wird, ist das sicherlich eine geeignete und auch zwanglose Form der Berufserkundung, im Idealfall auch Berufsfindung“, so Krautscheid bei der Visite.

Mehr Informationen zur Berufsfindung und zu über 120 Handwerksberufen gibt bei der Handwerkskammer Koblenz die Ausbildungsberatung: Kontakt Ausbildungsberatung, Tel. 0261/ 398 333, ausbildung@hwk-koblenz.de

Infos zu den (auch künftigen) Ferienkursen gibt bei der HwK Thomas Leiner, Tel. 0 2742/ 91 11 57, thomas.leiner@hwk-koblenz.de