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Politik

100 Millionen Euro für Notstrom-Versorgung in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern

Region/Düsseldorf – Zur Bewältigung der aktuellen Krisensituation in Folge des Ukraine-kriegs hat die Landesregierung finanzielle Mittel zur Umsetzung kurzfristiger Maßnahmen auf den Weg gebracht. Zur Verbesserung der Notstromversorgung stellt die Landesregierung den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen rund 100 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel können beispielsweise zur Beschaffung von Notstromaggregaten, zur Erweiterung von Kraftstofftanks oder zum Anschluss weiterer medizinischer Einrichtung eingesetzt werden.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärt: „Die letzten Monate haben uns alle gezeigt: Alte Gewissheiten gelten nicht mehr. Wir müssen Vorsorge treffen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das gilt auch für mögliche „blackouts”. So soll sichergestellt werden, dass die stationäre Versorgung bis zur Wiederherstellung des Regelbetriebs nicht zusammenbricht. Wir werden die Mittel nun schnellstmöglich zur Verfügung stellen, damit die nordrhein-westfälischen Krankenhäuser sich für solche Fälle – von denen wir alle hoffen, dass sie niemals eintreten werden – noch besser vorbereiten können.”

Berechtigt sind nordrhein-westfälische Krankenhäuser im Sinne des § 18 des Krankenhausgestaltungsgesetzes (KHGG NRW). Diese sind nun seitens des Ministeriums aufgefordert worden, die erforderlichen Aufträge bis zum 30. September 2023 einzureichen. Nach einer inhaltlich-formellen Prüfung erfolgt die Bewilligung und Auszahlung der Mittel. Vorgesehen ist, dass die Notstromversorgung für mindestens 72 Stunden ausreichen und alle für einen Notbetrieb erforderlichen Leistungsbereiche abdecken muss, sodass bis zur Wiederherstellung des Regelbetriebs eine Sicherstellung der stationären Versorgung erfolgen kann. Im Falle eines längerfristigen „blackout” werden die 72 Stunden benötigt, um zusätzlichen Kraftstoff heranzuführen, mit denen der Notbetrieb verlängert werden kann.

Zudem hat das Kabinett die Bereitstellung weiterer 100 Millionen Euro für Maßnahmen der Energieeffizienz in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern beschlossen. Hierüber und über weitere Maßnahmen aus dem zweiten Maßnahmenpaket wird der Landtag in der Plenarwoche vom 8. bis 10. März 2023 entscheiden.

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Zukunftsweisende Investition – Erster Spatenstich zur Abwassergruppe Zemmer

Zemmer/Trier-Land – Als einen Meilenstein für die Verbandsgemeinde Trier-Land wie auch für die Ortsgemeinde Zemmer bezeichnete Bürgermeister Michael Holstein in seinen Begrüßungsworten den ersten Spatenstich zum Bau des Verbindungssammlers Zemmer-Schleidweiler. Dieser ist Bestandteil der neuen Abwassergruppe Zemmer, für die in den nächsten fünf bis sechs Jahren noch viel Erde bewegt werden wird.

Die „letzte große Maßnahme im Abwasserbereich“, so Bürgermeister Holstein weiter, sei angesichts der positiven Entwicklungsprognosen der Ortsgemeinde Zemmer eine wichtige und dringend notwendige Investition in die Zukunft.

Neben dem Verbindungssammler Zemmer-Schleidweiler wird in den kommenden Jahren ein Verbindungssammler von Schleidweiler nach Daufenbach neu gebaut und der bestehende Verbindungssammler von Rodt nach Schleidweiler saniert. Ziel ist es, die Orte Daufenbach, Rodt, Schleidweiler und Zemmer an die neue Kläranlage anzuschließen, die als mechanisch-biologische Kläranlage am Standort der bisherigen Teichkläranlage Daufenbach entstehen wird. Es entstehe damit eine der modernsten Anlagen, die energiesparend und umweltfreundlich arbeite und den gesteigerten ökologischen Anforderungen entspreche, so Holstein.

In der Folge werden die bestehenden Anlagen in Zemmer und Schleidweiler aufgelöst und in Regenüberlaufbecken umgewandelt. In Rodt wird ein neues Regenüberlaufbecken entstehen. Die Reduzierung der Standorte dient nicht zuletzt einer verbesserten Wirtschaftlichkeit.

Die Gesamtmaßnahme ist mit Kosten in Höhe von ca. 30 Millionen Euro veranschlagt, wovon allein auf den Bau der Gruppenkläranlage 10 Millionen Euro entfallen. Die Verbandsgemeinde erwartet eine 45- bis 60-prozentige Förderung, teils als Zuschuss, teils als Darlehen.

Bürgermeister Holstein dankte den an Planung und Bau beteiligten kommunalpolitischen Entscheidungsträgern, Ingenieurbüros und Unternehmen für ihr Engagement.

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Erstes Vorbereitungs-Treffen zum „Kleinen Katholikentag“ im Mechernicher Eifelstadion

Mechernich – Immerhin 25 Vertreter kirchlicher und anderer Vereine und Institutionen kamen am Mittwoch zu einem Organisationstreffen für den am Samstag, 10. Juni 2023 von 13 bis 18 Uhr im Eifelstadion Mechernich geplanten Kleinen Katholikentag zusammen. Father George Stephen Rayappan Packiam, der Ideengeber, freute sich sehr über den großen Zuspruch.

Unter anderem waren Caritas, Kirchenchor Mechernich, Familienmesskreis, Rotes Kreuz und Kinderschutzbund, Kleine Offene Türe mit Jugendbus Eifel, Rhythmuschor „Kakus Vokale“, Ordo Communionis in Christo, Familienkreis Weyer, Kirchenchor Kallmuth-Weyer, Eifel-Gäng, die indische Gemeinde von Mechernich, Seelsorgeteam, Kleine Gemeinschaften, Lektoren, Kirchenvorstände und Gottesdienstleiter sowie das Vereinskartell vertreten.

Es wurden lebhaft Vorschläge gemacht für ein ansprechendes kulinarisches, kulturelles, kinder- und jugendgerechtes und spirituelles Angebot. Agnes Peters vom Pfarrbüro sammelte alle diesbezüglichen Ideen und Vorschläge, die nun zu einem ansprechenden Programm gebündelt werden sollen.

Kirche außerhalb ihrer Mauern

Wichtig ist Pfarrer Stephen und Diakon Manni Lang, dass Kirche außerhalb ihrer gewohnten „Mauern“ wahrgenommen und erfahrbar wird. Deshalb auch das vom Seelsorgeteam der GdG St. Barbara entwickelte Motto „Out of Church“. „Wir gehören alle zusammen und unterstützen uns gegenseitig in der Gesellschaft“, so der 1967 in Indien geborene George Stephen Rayappan Packiam: „Ob wir gläubig sind, oder nicht.“

Gleichwohl soll das Zusammenkommen von Menschen aus allen Schichten und Generationen auf dem Sportplatz am Waldrand ein „Fest des Glaubens“ werden, so Daniel H. Ottersbach, Fachkraft in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Man wolle die Leute aber weder „zutexten“, noch „missionieren“, sondern gemeinsam den Tag verbringen und feiern.

Dabei haben Erik Arndts Kinderchor, die Kirchenchöre Mechernich und Weyer-Kallmuth, Rainer Pütz‘ Sacro-Pop-Band „Rainer Wahnsinn“, Uli Schneiders Rhythmuschor „Kakus Vokale“ und die „Eifel-Gäng“ ihr Mittun bereits zugesagt. Vielleicht gibt es auch noch einen Trommelworkshop und die Gelegenheit für alle, indische Gewänder auszuprobieren und in einer Art alternativer Modenschau zu zeigen.

Für Jugendliche baut die Caritas ein Zelt auf und organisiert Programm und Unterhaltung durch Altersgenossen. Kinder können beim Kinderschutzbund unter Anleitung spielen und basteln, Tattoos gemalt bekommen, den Jugendbus der K.O.T benutzen und gemeinsam mit den erwachsenen Kirchentagsbesuchern ein Tages- und Motto-Bild gestalten. Alle Teilnehmer bekommen ein Armbändchen als Zeichen ihrer Teilnahme am ersten „Kleinen Katholikentag“ von Mechernich.

Reden auf der „Kirchenbank“

Die indischen Familien bereiten kleine Leckereien aus ihrer Heimat vor und landestypisches Essen, das in Buffetform angeboten werden soll. Gemeinschaftsleiter Sascha Suijkerland und seine Mittstreiter vom Roten Kreuz, Ortsverein Mechernich, bieten alternativ eine deftige Erbsensuppe, auf Wunsch auch vegan an.

Der Kirchenchor unterhält am Nachmittag eine Caféteria mit selbstgebackenen Kuchen, die Communio in Christo will Waffeln backen, die Freiwillige Feuerwehr Getränke unter die Leute bringen. Es soll eine „Kirchenbank“ aufgestellt werden, auf der „man“ (und Frauen) Platz nehmen und geistliche Gespräche führen können. Auch andere Orte der Begegnung und des persönlichen Gesprächs sind geplant.

Am Schluss des Kleinen Katholikentages will Pfarrer Erik Pühringers Jugendgruppe, die dieses Jahr zur Woche der Begegnung auf den Azoren und zum Weltjugendtag in Lissabon aufbricht, einen Abschlussgottesdienst mit Segensfeier gestalten.

Weitere Mitmacher und Ideen können sich ab April bei Pfarrer George Stephen Rayappan Packiam unter Tel. (0176) 60 48 57 66 oder bis dahin auch bei Diakon Manfred Lang (0177) 46 54 000 oder im Pfarrbüro (0 24 43) 86 40 melden.

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Kinoabend in der Eifel-Film-Bühne Hillesheim zum Internationalen Frauentag am 08. März 2023

Hillesheim/Daun – Die Kommunale Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Vulkaneifel lädt alle Bürgerinnen und Bürger anlässlich des Internationalen Frauentages sehr herzlich zu einem gemeinsamen Kinoabend nach Hillesheim ein. Wir beginnen den Abend mit einer Begrüßung und der Vorstellung der Kampagne „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“ durch Landrätin Julia Gieseking.

Danach startet der überaus interessante und spannende Film „Germany Represent – jung, weiblich, politisch“. Für viele ist Politik alt, verstaubt, männlich; unsere Parlamente weit entfernt von einer paritätischen Besetzung von Männern und Frauen und somit auch weit entfernt von einer ausgeglichenen Repräsentation der Bevölkerung.

Das hat Nyke, Audrey und Lilli nicht aufgehalten. Sie sind in die Politik gegangen, um zu verändern und den Themen der jungen Generation Gehör zu verschaffen.

Ab dem 26. September 2021, der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag, überschlugen sich die Nachrichten um die Person „Nyke Slawik – Erste Trans-Frau im Deutschen Bundestag“. Aber hinter Nykes Geschichte steckt mehr als nur diese Schlagzeile. Der Film begleitet sie in den Monaten ihrer Kandidatur bis zu ihrem Wahlerfolg. Audrey Dilangu von der SPD aus Dinslaken und Lilli Fischer von der CDU aus Erfurt tragen währenddessen ihre ganz eigenen Kämpfe in der Kommunalpolitik aus. Die drei Frauen verbindet eines: trotz Hassbotschaften und Rassismus verteidigen sie ihr scheinbar unerschöpfliches Engagement.

„Germany Represent – jung, weiblich, politisch“ zeigt auf welche Herausforderungen, Hürden und Erfolge unsere drei Protagonistinnen bei ihrem politischen Engagement stoßen. Der Film nimmt die Sorgen und Gedanken der jungen Generation ernst und vermittelt, warum so viele junge Menschen für ihre politischen Anliegen auf die Straße gehen.

Im Anschluss an den Film laden wir zu einem Gesprächsaustauch bei Sekt und Knabbereien ein.

Wann: 08. März 2023
Wo: Eifel-Film-Bühne Hillesheim
Einlass: ab 18.00 Uhr
Beginn: 19.00 Uhr
Eintritt: 8,00 EURO

Kartenreservierungen unter: www.eifelfilmbuehne.de, info@eifelfilmbuehne.de, 06593/212

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Kunst & Kultur

Der Walter-Hasenclever-Literaturpreis 2023 der Stadt Aachen geht an Norbert Scheuer

Aachen – Der deutsche Schriftsteller Norbert Scheuer erhält in diesem Jahr den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen. Das gab Axel Arnold Schneider, Vorsitzender der Walter-Hasenclever-Gesellschaft, am Donnerstag, 2. März gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern der Jury, Bettina Baumann, Einhard-Gymnasium, Martin Schwoll, Buchhandlung Backhaus und Olaf Müller, Kulturbetrieb Aachen, bekannt.

Alle Facetten der Humanität und des Verstörenden

Die Jury würdigt mit der Preisvergabe 2023 das Gesamtwerk des 1951 geborenen Autors, „der in seinem Werk auch das Erbe Hasenclevers gestaltet und aktualisiert“, heißt es in der Begründung. Sie betont, dass Norbert Scheuer mit dem in seinen Büchern wiederkehrenden Handlungsort Kall in herausragender Weise ein Geschichtspanorama, das weit über die Eifel hinausreicht, entwirft. Seine Protagonisten erfahren das Leben und die Welt in ihrer Heimat mit allen Facetten der Humanität und des Verstörenden.

„Norbert Scheuer schafft es in seinem Erzählen, Ängste und Hoffnungen von uns Lesern darzustellen. Die Natur der Eifel und die kleinen Dörfer und Städte dieser Landschaft sind hierfür der Schauplatz“, so Axel Arnold Schneider.

Norbert Scheuer lebt als freier Schriftsteller in der Eifel. Nach einer Ausbildung zum Elektriker und einem Studium der Physikalischen Technik arbeitete er bis 2017 als Systemtechniker bei der Deutschen Telekom. „Er war nicht nur Techniker bei der Telekom. Er hat auch Philosophie studiert“, weiß Olaf Müller.

Scheuer begann sein literarisches Werk 1994 mit der Veröffentlichung seines ersten Buchs. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise und veröffentlichte zuletzt die Romane «Die Sprache der Vögel» (2015), der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, «Am Grund des Universums » (2017) und «Winterbienen» (2019). «Winterbienen» stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, wurde zum Bestseller sowie außerdem in viele Sprachen übersetzt. Er erhielt dafür den Wilhelm-Raabe-Preis 2019 und den Evangelischen Buchpreis 2020. In dem Roman schmuggelt der Außenseiter Egidius in Bienenkörben Juden über die Grenze nach Belgien, um sie vor dem Tod im nationalsozialistischen Deutschland zu retten. Buchhändler Martin Schwoll erläutert den Erfolg des Buches: „Die Kundschaft findet besonders die Antikriegsthemen gut, in denen es auch ums Helfen in dunklen Zeiten geht.“

„Niemals vergessen woher ich komme“

„Hasenclever war in erster Linie expressionistischer Autor, überzeugter Pazifist und überzeugter Europäer. Diese Kriterien muss für uns auch ein Preisträger erfüllen. Er muss sich mit dem aktuellen Zeitgeschehen auseinandersetzen“, erläutert Schneider. Diese Kriterien erfüllt Scheuer, in dem er auch immer wieder Themen aus der Heimat aufgreift. Schneider sagt weiter: „Jemand wie Herbert Scheuer mach uns klar: Niemals vergessen woher ich komme“. Dass mit Scheuer erstmalig ein Autor aus der Region den Preis erhält erfreut die gesamte Jury. Müller ergänzt: „Als Vertreter der Stadt Aachen freue ich mich sehr, dass jemand aus der Region den Preis erhält.“

Auftritte im Rahmen der Preisverleihung

Im Rahmen der Preisverleihung wird Norbert Scheuer bereits am 11. November zu einer Lesung ins Ludwig Forum nach Aachen kommen, am 13. November folgt traditionsgemäß ein Programm mit dem Autor in der Aula des Einhard-Gymnasiums. „Die Schüler*innen sind schon seit Tagen neugierig auf den Preisträger“, weiß Lehrerin Baumann und sagt weiter: „Insbesondere das Thema Verwandlung ist in Scheuers Werken sehr präsent. Das kann man wunderbar mit Schülern besprechen.“

Walter Hasenclever

Walter Hasenclever wurde am 8. Juli 1890 in Aachen geboren und starb am 21. Juni 1940 in einem südfranzösischen Internierungslager. Sein lyrisches Werk sowie sein 1916 uraufgeführtes Drama „Der Sohn“ machten Walter Hasenclever zu einem Exponenten des literarischen Expressionismus.1917 erhielt er den Kleist-Preis, von 1924 bis 1930 lebte er als Journalist in Paris. Während dieser Zeit verfasste er eine Reihe von Schauspielen, durch die er zeitweilig zum meist gespielten Dramatiker des deutschen Sprachraums avancierte.1930 arbeitete Hasenclever als Drehbuchautor Greta Garbos in Hollywood. 1933 wurden seine Werke in Deutschland verboten. Als Regimegegner auch physisch gefährdet, flüchtete er ins Exil, wo er angesichts der deutschen Kriegserfolge den Freitod wählte.

Walter-Hasenclever-Literaturpreis

Der Preis wurde im Gedenken an den in Aachen geborenen Schriftsteller Walter Hasenclever gestiftet. Er zeichnet literarische Arbeiten aus, die in der künstlerischen Grundhaltung, durch Themenwahl oder durch literarische Form mit dem Wirken Hasenclevers in Verbindung gebracht werden können. Die Preisverleihung findet am 12. November im Aachener Ludwig Forum statt.

Walter-Hasenclever-Preisträger

In seiner jetzigen Form existiert der Walter-Hasenclever-Preis seit 1996. Bisherige Preisträger waren Peter Rühmkorf (1996), George Tabori (1998), Oskar Pastior (2000), Marlene Streeruwitz (2002), F. C. Delius (2004), Herta Müller (2006), Christoph Hein (2008), Ralf Rothmann (2010), Michael Lentz (2012), Michael Köhlmeier (2014), Jenny Erpenbeck (2016), Robert Menasse (2018) und 2020 Marica Bodrožić.

Der Preis wird getragen von der Walter-Hasenclever-Gesellschaft, dem Einhard-Gymnasium – der ehemaligen Schule Hasenclevers –, dem Aachener Buchhandel und der Stadt Aachen. Der Jury gehörten in diesem Jahr Bettina Baumann vom Einhard-Gymnasium, Hilde Scheidt, Bürgermeisterin der Stadt Aachen, Dr. Jan Bürger vom Literaturinstitut Marbach, Olaf Müller vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen, Axel Schneider, Vorsitzender der Walter-Hasenclever-Gesellschaft, Martin Schwoll von der Buchhandlung Backhaus und Thomas Thelen, Chefredakteur der Aachener Zeitung an. Mit Dr. Bürger gehört dem Kuratorium auch ein Vertreter des Deutschen Literaturarchivs in Marbach an, das den Nachlass Hasenclevers pflegt und sich als Hauptträger am Preis beteiligt. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

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Stadt Mayen beschließt Solidaritäts-Partnerschaft mit ukrainischer Kommune

Mayen – Seit einem Jahr herrscht Krieg in der Ukraine. Die Stadt Mayen zeigt seither eine große Anteilnahme für die ukrainische Bevölkerung und die zahlreichen Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Einmal wöchentlich findet auf dem Mayener Marktplatz ein Friedensgebet statt. Des Weiteren zeigte sich die Solidarität durch verschiedene Spenden- und Hilfeaufrufe, u.a. wurde unter den Mayener Bürgerinnen und Bürgern nach freiem Wohnraum für Geflüchtete gesucht.

Nun möchte die Stadt Mayen eine Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Kommune Tschyhyryn eingehen und sich dem deutsch-ukrainischen Partnerschaftsnetzwerk anschließen. Der Stadtrat hatte die Verwaltung in seiner Sitzung im Dezember aufgefordert, die Voraussetzungen für eine solche Verbindung zu schaffen und sich dem deutsch-ukrainischen Partnerschaftsnetzwerk anzuschließen. Vorausgegangen war ein Antrag der SPD-Fraktion. Eine abschließende Beratung der Angelegenheit ist zeitnah in den zuständigen städtischen Gremien im I. Sitzungslauf 2023 vorgesehen. Im Vorfeld fand bereits im Dezember 2022 eine erste Kontaktaufnahme mit der ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH statt, welche sich mit der Förderung von Entwicklungsinitiativen beschäftigt.

Das 19.600 Einwohner zählende Tschyhyryn befindet sich ca. 216 km Luftlinie von der Hauptstadt Kiew entfernt. In ihrer aktuellen Situation legt die Kommune ihren Schwerpunkt auf die Ernährung der Bevölkerung und die Haltbarmachung sowie den eigenen Anbau von Lebensmitteln. Ebenfalls sind die Verbesserung der Wasserqualität, Energieeffizienz und die Bereitstellung von Krankenhausausrüstung als vordergründige Ziele manifestiert.

Das Finanzinstrument der ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH „Kleinprojektefonds für die Ukraine“ bietet eine Förderquote von bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben sowie eine umfassende Beratung und Begleitung der Projektideen. Der Eigenanteil in Höhe von 10 % kann zum Großteil durch Spenden gedeckt werden. Die Stadt Mayen ruft daher jeden, der möchte dazu auf, sich mit einer Spende zu beteiligen.

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Austausch über die künftige Energie-Versorgung im Kreis Ahrweiler

Ahrweiler – Dienstbesprechung der Ortsbürgermeister, Ortsvorsteher und kommunaler Funktionsträger im Kreis Ahrweiler. Kommunale Wärmenetze stehen im Fokus der Dienstbesprechung. Nach coronabedingter Pause hat auf Einladung von Landrätin Cornelia Weigand am vergangenen Dienstag erstmals wieder eine Dienstbesprechung der haupt- und ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterinnen und -bürgermeister, Ortsvorsteherinnen und -vorsteher sowie kommunalen Funktionsträgerinnen und -träger im Kreishaus stattgefunden. Im Fokus standen diesmal Fragen zur zukünftigen Energieversorgung in den Kommunen, speziell das Thema „Kommunale Wärmenetze“ beschäftigte die anwesenden Teilnehmenden und Experten.

„Ein bewegtes und anstrengendes Jahr liegt hinter uns – ein weiteres Jahr mit vielen Herausforderungen und Unwägbarkeiten vor uns“, sagte Landrätin Cornelia Weigand mit Blick auf bisher Erreichtes und die anspruchsvolle Aufgabe, die dem Landkreis und allen Einwohnerinnen und Einwohnern auch in der kommenden Zeit bevorstehen wird. Weigand betonte: „Wir alle wissen, wie wichtig besonders auch die Arbeit auf Ortsebene ist. Und diese Arbeit ist in den letzten drei Jahren sicherlich nicht einfacher geworden. Für Ihr Engagement und Ihren persönlichen Einsatz für unsere Heimat und die Menschen danke ich Ihnen allen herzlich.“

Auch auf bisherige Erfolge verwies die Landrätin. „In Marienthal ist ein erstes Nahwärmenetz aufgebaut und in Betrieb genommen worden. Hiermit konnten gleich mehrere Aufgaben erfolgreich gelöst werden. Die wichtigste ist, die Bürgerinnen und Bürger mit Wärme zu versorgen – dauerhaft und zuverlässig.“ Durch die neue Anlage werden jährlich circa 220 Tonnen Kohlendioxid eingespart. „Für ein Dorf der Größe von Marienthal ein ganz beachtlicher Wert“, so Weigand, die zudem auf die damit einhergehende Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, Rohstoffengpässen und damit verbundenen Preissteigerungen verwies.

„In weiteren Gemeinden laufen bereits Planungen zu eigenen Nahwärme-Systemen, die hoffentlich bald in die nächste Phase gelangen, sodass die Vorteile einer lokalen, unabhängigen und nachhaltigen Wärmeversorgung von immer mehr Bürgerinnen und Bürger genutzt werden können“, sagte Weigand.

Alle anwesenden Gäste hatten während der Dienstbesprechung zudem Gelegenheit zum Austausch mit geladenen Experten. Dipl.-Ing. Paul Ngahan, Leiter des Bereichs Nachhaltige Wärmeversorgung der Energieagentur Rheinland-Pfalz, erläuterte die Hintergründe und Planungen zu Nahwärmenetzen. Rolf Schmitt, Projektmanager des Dorfwärmenetzes in Marienthal, sprach über die Umsetzung des Vorhabens vor Ort und Dominik Neswadba, Geschäftsführer der Ahrtalwerke, referierte über Chancen und Möglichkeiten eines großen Nahwärmenetzes.

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Große Umfrage zur psychischen Belastung nach der Flut im Kreis Euskirchen

Euskirchen – Aktuelles Projekt des Kreises Euskirchen und der Uni Wuppertal – Ziel: Für künftige Krisen besser aufgestellt sein. Reißende Fluten, Verletzte und Tote, zerstörte Häuser und Straßen, riesige Müllberge, Schäden in Milliardenhöhe: Die Flut vom Sommer 2021 ist vielen Menschen noch so präsent als wäre sie gestern passiert. Die Bilder jener Katastrophe gingen und gehen vielen Menschen nicht aus dem Kopf.

Doch wie kann man diese psychische Belastung verringern? Welche Hilfsangebote im psychosozialen Bereich hat es unmittelbar nach der Flut gegeben? Wie wurden sie genutzt? Was hätte man anders machen können? Um solche Fragen geht es in einem aktuellen wissenschaftlichen Projekt, das der Kreis Euskirchen gemeinsam mit der Universität Wuppertal durchführt. Wesentlicher Bestandteil ist eine große Umfrage, die ab sofort freigeschaltet ist.

„Die Flut hat sowohl die Einsatzkräfte wie auch die Bevölkerung extremen psychischen Belastungen ausgesetzt“, sagt Martin Fehrmann, der Leiter Gefahrenabwehr beim Kreis Euskirchen. „Wir mussten damals in kürzester Zeit Entscheidungen treffen, um den Menschen in dieser Ausnahmesituation bestmöglich zu helfen. Jetzt im Nachhinein wollen wir die Situation und unsere Reaktion darauf in Ruhe untersuchen und klären, ob die damaligen Angebote passgenau waren oder wo es Verbesserungsbedarf gibt.“

Daher startet der Kreis Euskirchen gemeinsam mit Francesca Müller von der Universität Wuppertal jetzt das große Projekt „FLUTPerspektive PSNV“ (PsychoSoziale NotfallVersorgung). „Das Ziel unserer Untersuchung ist es, für künftige Krisen besser aufgestellt zu sein“, sagt Francesca Müller – sowohl im Kreis Euskirchen wie auch bundesweit, denn die Erkenntnisse des Forschungsprojektes werden natürlich veröffentlicht. „Mit den Ergebnissen der Untersuchung können wir besser planen und zielgerichteter arbeiten“, erhofft sich auch Rainer Brück, der beim Kreis Euskirchen für das Projekt zuständig ist.

Um fundierte Aussagen treffen zu können, sind die Menschen im Kreis Euskirchen zur Teilnahme an einer anonymen Umfrage aufgerufen. Jeder Erwachsene kann mitmachen und seine Erfahrungen über eine Online-Umfrage mitteilen. Gesucht werden einerseits „Flutopfer“, die persönlich betroffen waren und sind, andererseits aber auch Menschen, die „nur“ mit ihren Freunden, Verwandten und Bekannten mitgelitten haben oder die Flut beispielsweise über Videos in den sozialen Netzwerken erlebt haben.

Ganz wichtig ist auch die Teilnahme der Einsätzkräfte. Bei Interesse kann im Anschluss ein weiterer Austausch über Interviews oder Gruppengespräche folgen.

Rainer Brück appelliert an die Menschen im Kreis: „Machen Sie mit bei der Umfrage. Hier zählen die Erfahrungen und Erlebnisse eines jeden einzelnen!“

Die Umfrage ist vom 01. bis zum 31. März 2023 über folgenden Link aufrufbar: https://umfrage.uni-wuppertal.de/index.php/927895
Die Umfrage kann auch über den folgenden QR-Code aufgerufen werden:


Für weitere Fragen steht Francesca Müller über ihre E-Mail-Adresse (framueller@uni-wuppertal.de) gerne zur Verfügung.

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Nürburgring und „Freunde des Nürburgrings“ – Investition von 50.000 € in die Arbeitsplätze der Sportwarte

Nürburg – Mit einer Investition von insgesamt 50.000 € werden die Stand- und Arbeitsplätze der Sportwarte entlang der Nordschleife saniert. An insgesamt 33 Posten sollen durch verschiedene Maßnahmen die Arbeitsplätze aufgewertet werden. Unterstützt wird die Maßnahme vom Verein „Freunde des Nürburgrings“. Dieser steuert 15.000 € als zweckgebundene Spende bei. Die Arbeiten sollen spätestens bis zu den ADAC TotalEnergies 24h Nürburgring abgeschlossen sein.

Sportwarte sind die guten Seelen des Motorsports. Ihre Aufgaben rund um die Rennstrecke sind vielfältig – sie sorgen für Sicherheit und einen korrekten sportlichen Ablauf. Sportwarte schwenken die verschiedenfarbigen Flaggen, die den Rennfahrern wichtige Signale übermitteln, sie greifen ein, wenn ein Fahrzeug verunfallt oder ein Fahrzeugteil verloren geht und sie stehen bei jedem Rennen an der Strecke: bei Wind, Sonne und Regen. „Ohne die Sportwarte wären die Veranstaltungen auf unserer Rennstrecke so nicht durchführbar. Ihr Einsatz und ihre Leidenschaft für den Motorsport machen das Ganze erst möglich“, erklärt Ingo Böder, Geschäftsführer der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG. „Deshalb ist die Aufwertung der Stand- und Arbeitsplätze nicht nur notwendig sondern auch eine Herzenssache.“

Nach mehreren kleinen Verbesserungen in den vergangenen Jahren folgt nun eine größere Investition. Das 50.000 €-Vorhaben umfasst verschiedene große und kleine Maßnahmen – von der neuen Plexiglasscheibe am Streckenposten-Unterstand bis hin zu neuen Metalltreppen für einen schnellen und sicheren Einsatz. „Die Aufwertung der Stand- und Arbeitsplätze der Sportwarte unterstützen wir aus tiefster Überzeugung“, erklärt Manfred Sattler, Vorsitzender des Vereins „Freunde des Nürburgrings“. „Wir setzen uns für den Nürburgring als legendäre Rennstrecke und für all jene ein, die sich hier voller Tatendrang einbringen. Die Sportwarte gehören zweifelsohne dazu – und deshalb war es keine Frage, dass wir hier 15.000 € beisteuern.“

Stück für Stück wird nun an den Stand- und Arbeitsplätzen gebaut, damit spätestens bis zu den ADAC TotalEnergies 24h Nürburgring alles fertig ist.

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Rückenwind für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen

Region/Düsseldorf – Ausschreibung für Wind- und Solarenergie – Nordrhein-Westfalen erhält die meisten Zuschläge der Bundesnetzagentur. NRW erhält bei der aktuellen Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden bundesweit die meisten Zuschläge. Das geht aus einer am Mittwoch, 1. März 2023, veröffentlichten Mitteilung der Bundesnetzagentur hervor. Demnach entfallen für Windenergieprojekte 40 Zuschläge (387 Megawatt Leistung) und für Solaranlagen 16 Zuschläge (36 MW) auf Vorhaben in Nordrhein-Westfalen.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Dass der Wind in Nordrhein-Westfalen wieder in Richtung Ermöglichung weht, schlägt sich nun auch in den Ausschreibungsergebnissen nieder. Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt, die sind nach Jahren der Ausbauflaute auch dringend nötig. Denn für eine nachhaltige, sichere und bezahlbare Energieversorgung sind wir auf Wind- und Solarenergie angewiesen. Wir wollen sicherstellen, dass die hierfür notwendigen Investitionen bei uns erfolgen. Die Zuschläge der Bundesnetzagentur geben uns Rückenwind und zeigen, dass unsere Anreize Wirkung entfalten. Es bleibt dabei: Wir brauchen Erneuerbare Energien in Nordrhein-Westfalen: schneller und mehr.“

Um das bundesweite Ausbauziel von 115 Gigawatt installierter Windenergieleistung bis zum Jahr 2030 zu erreichen, bedarf es einer massiven Beschleunigung des Windenergie-Ausbaus. Nordrhein-Westfalen hat sich daher das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2027 die Voraussetzungen für die Errichtung von zusätzlichen 1.000 Windenergieanlagen zu schaffen. Die Landesregierung hat dafür bereits konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht: Mit einem Soforterlass zum Landesentwicklungsplan wurde der Ausbau der Windenergie auf Kalamitätsflächen und Nadelwaldflächen ermöglicht. Aktuell wird zudem der 1.000-Meter-Mindestabstand für Repowering-Vorhaben abgeschafft. Zudem hat das Land den Kommunen eine Planungshilfe für die Ausweisung von Windenergie-Flächen zur Verfügung gestellt.

Schon im Jahr 2022 hat die Zahl der genehmigten Windkraftanlagen in Nordrhein-Westfalen, die nun an den bundesweiten Ausschreibungen teilnehmen können, deutlich zugenommen. Während in 2022 insgesamt 98 Anlagen mit 420 Megawatt installierter Leistung in Betrieb genommen wurden, wurden im gleichen Zeitraum 185 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 866 Megawatt in Nordrhein-Westfalen neu genehmigt. Die genehmigten 866 Megawatt im Jahr 2022 liegen sogar über dem hohen Durchschnittswert der bisher ausbau- und genehmigungsstärksten Jahre 2014-2016 mit damals 794 Megawatt.