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Update 11.05 Uhr ++ und Pressekonferenz zur dramatischen Lage im Kreis Ahrweiler

Ahrweiler – Am heutigen Samstagmorgen stellt sich die Lage in den überfluteten Gebieten im Kreis Ahrweiler immer noch sehr angespannt dar. Ein Großteil der Bevölkerung ist nach wie vor von der Infrastruktur komplett abgeschnitten. Mittlerweile ist es den Einsatzkräften vor Ort gelungen, auch Dank dem Einsatz von schwerem Gerät durch THW und der Bundeswehr, alle betroffenen Ortschaften zumindest zu erreichen. Hier sind aktuell auch fußläufig Erkundungstrupps von Feuerwehr, THW, Bundeswehr und Sanitätsdienst unterwegs. In einigen Ortslagen sind mehr als die Hälfte der Gebäude zerstört. Das Krankenhaus Maria-Hilf in Bad Neuenahr wurde vollständig evakuiert und alle Patienten in umliegende Krankenhäuser verlegt.

Im Einsatz sind rund 1300 Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die außerordentliche Hilfsbereitschaft der Bürger und Bürgerinnen, die nicht betroffen sind ist immens. Gezielte Hilfsangebote werden unter hochwasserhilfe@kreis-ahrweiler.de gesammelt und koordiniert.

Die Polizei erhöht ihre Präsenz im gesamten Einsatzgebiet, um die Anwohner und Betroffenen vor Plünderung und unnötigem Hochwassertourismus zu schützen.

Laut Wettervorhersage des Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz fallen aktuell die Wasserpegel im betroffenen Gebiet. Zudem werden laut Wetterprognose keine weiteren Niederschläge erwartet.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat für den Mittag eine Pressekonferenz und eine Besichtigung der Ortslage Ahrweiler angekündigt.

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Wichtiger Hinweis zu Sachspenden an die Kupferstadt Stolberg

Stolberg – Seit dem gestrigen Spendenaufruf ist das Spendenaufkommen unglaublich hoch. „Wir sind überwältigt, vielen Dank“, freut sich Bürgermeister Patrick Haas.

Da das Spendenaufkommen inzwischen aber sämtliche Lagerkapazitäten an seine Grenzen bringt, bitten wir alle Spendenwilligen dringend zu beachten: Bitte fahren Sie nicht einfach zu den bekannten Spendenannahmestellen.

Melden Sie sich vor Ihrer Spende bitte unbedingt bei unserer Spendenhotline: 02402 127 511 83 – Nur so können wir die Spenden sinnvoll koordinieren.

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RLP Minister Schweitzer: Bereitstellung von Netzangebot ist dringlichste Aufgabe

Region/Mainz – „Die unübersichtliche Lage in den von Unwetter betroffenen Regionen wird dadurch erschwert, dass die Kommunikationsmöglichkeiten aktuell noch immer nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Es ist höchste Zeit, dass die Unternehmen der Telekommunikationsbranche hier schnell und mit allen Kräften aktiv werden. Wir brauchen eine verlässliche Infrastruktur für die Kommunikation in der Region“, betonte Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer.

Dies habe er gestern in Telefonaten mit Vertretern der großen Telekommunikationsunternehmen deutlich gemacht. „Ich erwarte, dass die Unternehmen alles daransetzen, insbesondere die Versorgung über das Mobilfunknetz zeitnah wiederherzustellen“, so Schweitzer.

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Wie funktioniert die Stromversorgung? Westnetz erklärt!

Saffig – Wiederversorgung nach Unwetter Bernd nimmt Zeit in Anspruch. Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen. Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundestraßen, Landstraßen. In der Stromverteilung entsprechen diese Straßen dem Hochspannungsnetz (110 kV), der Mittelspannung (10 kV) und der Niederspannung (400 V). Städte und größere Orte sind direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen, ebenso große, energieintensive Industrieunternehmen. Kleinere Orte werden in der Regel über das Mittelspannungsnetz versorgt, einzelne Haushalte über die Niederspannungsnetze.

Zentrale Knotenpunkte im Stromnetz, vergleichbar mit Autobahnkreuzen, sind Umspannanlagen. Hier wird die Spannung für die weitere Verteilung in die einzelnen Orte heruntertransformiert. Von den Umspannanalagen geht es weiter in die Trafostationen bzw. die Ortnetzstationen, wo der Energiefluss wiederum in Niederspannung transformiert wird und für unsere Haushalte direkt nutzbar ist. Dies erfolgt von den Trafostationen aus über die Kabelverteilerschränke hin zu den einzelnen Hausanschlüssen.

Wenn Straßen stark beschädigt sind, sind sie nicht mehr befahrbar und müssen repariert werden. Sind sie versperrt durch Geröll, muss geräumt werden. Und bei Verschmutzung müssen sie gereinigt werden. Hiermit vergleichbar ist derzeit die Situation in der Stromversorgung in den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz. Die größte Herausforderung und Hauptursache für großflächige Versorgungsstörungen sind verschmutzte, beschädigte oder gar zerstörte Umspannanlagen. Dazu kommt, dass nach wie vor Anlagen im Mittel- und Niederspannungsnetz nicht zu erreichen oder nicht begehbar sind, da das Wasser in den überfluteten Regionen, wenn überhaupt, nur langsam zurückgeht. Übertragen auf den Straßenverkehr bedeutet dies: Ein Autobahnkreuz oder eine Bundes- oder Landstraße kann nicht mehr genutzt werden.

Dort, wo elektrische Anlagen nach gründlicher Inspektion den Befund „verschmutzt“ erhalten, können sie nach Reinigung und Prüfung wieder zugeschaltet werden. Leichtere Schäden können repariert werden. Wo aber Anlagen von Wassermassen und Treibgut zerstört wurden, muss neu aufgebaut werden. In diesen Fällen versucht Westnetz über einen zweiten Weg die Versorgung aufzubauen. Dies können Umschaltungen auf andere Leitungen sein, Notstromaggregate oder Provisorien. Damit werden Umleitungen eingerichtet.

Wenn eine Umspannanlage wieder in Betrieb geht, ist die Basis für die Stromversorgung gelegt. Jedoch bedeutet dies nicht sofort auch Strom für die einzelnen Haushalte, denn auch Leitungen und Kabel, die zu den Trafostationen und Kabelverteilerschränken führen und vor dort den Strom in die Haushalte transportieren, sind im Katastrophenfall oft beschädigt und müssen repariert oder ersetzt werden.

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Da sein für die vom Hochwasser betroffenen Menschen

Trier/Bad Neuenahr-Ahrweiler – Bistum Trier ruft zu Spenden auf und richtet Arbeitsstab ein. Welche Hilfe brauchen die Menschen vor Ort nach dem schrecklichen Hochwasser vom 14. und 15. Juli? Das Bistum Trier hat dazu einen Arbeitsstab unter Leitung von Weihbischof Jörg Michael Peters eingerichtet. Er ist für den Visitationsbezirk Koblenz zuständig und damit für das Gebiet, das neben Trier-Saarburg und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm in furchtbarer Weise von den Unwettern betroffen ist.

„Auch wenn sich das Wetter wieder gebessert hat, ist die Situation in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten nach wie vor dramatisch und teilweise auch unübersichtlich“, sagt Weihbischof Peters. Er selbst und Bischof Stephan Ackermann stehen mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern vor Ort in Kontakt, sofern die Leitungen nicht zusammengebrochen sind. „Und alle berichten von einer überwältigenden Hilfsbereitschaft, ob sie von staatlicher oder kommunaler Seite kommt, von den Einsatzkräften der unterschiedlichen Dienste, oder von Privatleuten“, berichtet er. Auch die Notfallseelsorgerinnen und –seelsorger seien rund um die Uhr im Einsatz. Bischof Ackermann werde sich ebenfalls ein Bild machen und wolle am Freitag an der Ahr Betroffene und Einsatzkräfte treffen (Bericht folgt). Er hatte bereits am Donnerstag dazu aufgerufen, für alle Betroffenen und Einsatzkräfte zu beten.

Hier der Stadtteil Trier-Ehrang. Foto: Florian Blaes

Der Arbeitsstab werde nun klären, welche Unterstützung vor Ort notwendig ist, um „nicht von Trier aus etwas ‚aufzudrücken‘, was vielleicht gar nicht benötigt wird“, sagt der Weihbischof. Dazu wird es am Wochenende ein Treffen mit Vertretungen aus den betroffenen Dekanaten im überdiözesanen Studienhaus St. Lambert in Lantershofen geben. Es gelte zu unterscheiden zwischen Soforthilfe und mittel- und langfristiger Hilfe. Bistum und Diözesan-Caritasverband haben ein Spendenkonto eingerichtet und zusammen mit der Stiftung Menschen in Not 50.000 Euro dort bereitgestellt. Aber vor allem geht es um tätige Hilfe und Begleitung: „Viele Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz, haben Verwandte und Freunde zu betrauern. Wir wollen da sein für sie.“ Kurzfristig werde etwa die Abteilung Jugend des Bischöflichen Generalvikariats eine Kinder-Notbetreuung anbieten.

Unter t1p.de/hochwasser-hilfe stellt das Bistum Trier neben den Angaben zum Spendenkonto eine Übersicht über zentrale Kontaktadressen, Anlaufstellen und Unterstützungsmöglichkeiten bereit. Kirchengemeinden, die nicht unmittelbar betroffen waren von den Unwettern, sind gebeten zu prüfen, ob sie kirchliche Immobilien als Notunterkünfte zur Verfügung stellen können. Die Seite wird laufend aktualisiert. Der Arbeitsstab ist für Menschen aus der Seelsorge, die Hinweise für den Arbeitsstab geben möchten, unter der Rufnummer 0170-1809970 erreichbar. Spenden sind möglich unter dem Stichwort „Hochwasser 2021“ an die Pax-Bank, IBAN: DE43 3706 0193 3000 6661 21, BIC: GENODED1PAX.

 

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LSB-Präsident: „Die Sportfamilie steht zusammen“

Region/Mainz – Nach Flutkatastrophe im Rheinland, in der Eifel und an der Mosel ruft Wolfgang Bärnwick die Sportfamilie des Landes zu Solidarität auf / Eindringlicher Spendenappell. Der Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, Wolfgang Bärnwick, hat im Namen aller Sportler*innen des Landes den Bürger*innen der von der Flut-Katastrophe betroffenen Regionen sein tiefes Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig ruft der Ingelheimer die Sportfamilie des Landes dazu auf, Solidarität mit den betroffenen Menschen zu zeigen und Spenden auf das Konto der Stiftung Deutscher Sport des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zu überweisen.

„Die Bilder der Flut in der Eifel und an der Mosel machen uns fassungslos und traurig“, sagt Bärnwick und spricht von einer „Flut-Katastrophe von historischem Ausmaß“. Die Unwetterfolgen seien dramatisch, vielen Menschen sei buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Und unter den Opfern und Geschädigten seien auch viele Mitglieder von Sportvereinen und –verbänden, deren Familien bzw. Verwandte und Bekannte.

Präsidium und Vorstand des DOSB haben auch in Rücksprache mit dem Landessportbund RLP beschlossen, umgehend eine Soforthilfe von 100.000 Euro als Basishilfe zur Verfügung zu stellen, um von Hochwasserschäden betroffene Vereine zu unterstützen. „Die aktuelle Hochwasserkatastrophe betrifft auch in erheblichem Maße die Sportvereine in den betroffenen Gebieten”, weiß DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Massive Vernichtungen und Beschädigungen von Sport- und Vereinsanlagen bedrohen die bereits durch die Corona-Pandemie geschwächten Vereine nun zusätzlich in ihrer Existenz.“ Daher wolle man schnell und unbürokratisch Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Mittels des Spendenaufrufs an die Mitgliedorganisationen des DOSB sowie an Dritte soll dieser Betrag eine weitere Aufstockung erfahren. In Zusammenarbeit mit dem Landessportbund RLP soll in den nächsten Wochen die Weiterleitung der zur Verfügung gestellten Mittel an die betroffenen Vereine erfolgen. Details werden noch bekannt gegeben. 2013 hatte der DOSB beim damaligen Hochwasser betroffene Vereine unterstützt.

Wer sich an der Hilfsaktion beteiligen möchte, kann dies mit folgender Bankverbindung tun:

Stiftung Deutscher Sport
Kontonummer: 00 96 18 26 00
Bankleitzahl: 500 800 00
IBAN: DE 17 500 800 0000 961 826 00

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Historisches Unwetter: Wassermassen an zwei Tagen wie sonst in drei Juli-Monaten

Region/Düsseldorf – Ministerin Heinen-Esser: Wir müssen mit aller Kraft die Widerstandsfähigkeit in Stadt und Land gegen die Folgen des Klimawandels stärken. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRWteilt mit: Eine derart großflächige und verheerende Hochwasserlage wie in den zurückliegenden Tagen hat es in Nordrhein-Westfalen noch nie gegeben. Darauf haben Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) am Freitag in Duisburg hingewiesen. „Die Wassermassen haben in vielen Regionen bisher gemessene Werte überschritten. Gebot der Stunde ist es jetzt, weitere Folgeschäden zu verhindern und die Betroffenen zu unterstützen. Zugleich müssen wir sehr genau analysieren, wie sich Kommunen noch besser auf solche Extremereignisse vorbereiten können. Klimaanpassung muss noch mehr zur Selbstverständlichkeit werden“ sagte Ministerin Heinen-Esser bei einem Besuch der Hochwassermeldezentrale.

Starkes Hochwasser an 40 von 175 Pegeln

Hier laufen alle Pegel- und Abflussmessungen für Nordrhein-Westfalen zusammen. So auch im akuten Krisenfall. „Von 175 Pegeln an NRW-Gewässern wurden an 40 Messstellen stark erhöhte Wasserstände gemessen, die bisher bekannten Hochwassermarken wurden um bis zu einem Drittel überschritten. In Hagen etwa sind an zwei Tagen über 240 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen, in normalen Jahren fallen im NRW-Durchschnitt im gesamten Juli nur rund 80 Liter“, erläuterte Bernd Mehlig, Leiter des Hochwasserinformationsdienstes des LANUV. Derzeit seien an den Oberläufen zwar die Scheitel überschritten, allerdings befänden sich die Wasserstände weiterhin auf hohem Niveau und sinken teils nur langsam. Unterhalb von Talsperren werden durch das Entlasten noch einige Tage erhöhte Abflüsse zu verzeichnen sein. Der Rhein bei Köln wird seinen Scheitel am Samstagvormittag voraussichtlich bei 8,50 Meter erreichen.

Klimawandel zeigt ersten Kipppunkt des Klimasystems

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet, dass die Niederschläge weiter abnehmen und sich am Wochenende Hochdruckeinfluss durchsetzt. Guido Halbig, Leiter der Niederlassung Essen des DWD, warnt jedoch davor, dass ein fortschreitender Klimawandel in Zukunft häufiger zu solchen Extremereignissen führen wird: „Der Klimawandel zeigt einen ersten bedeutenden Kipppunkt des Klimasystems: den sich abschwächenden Jetstream. Er ist das entscheidende Steuersystem für die Hoch- und Tiefdruckgebiete in unseren Breiten und damit für unser Wetter. Schwächt sich die Höhenströmung ab oder verharrt an einer Stelle, sind Dürresommer wie 2018 bis 2020 oder dramatische Niederschläge wie in diesen Tagen die Folge.“

Vorsorge mit bundesweit erstem Klimaanpassungsgesetz

Ministerin Heinen-Esser kündigte an, die Lage mit betroffenen Kommunen, Kreisen und Wasserverbänden in den nächsten Wochen genau zu analysieren. „Viele Kommunen haben bereits Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel oder integrierte Klimaschutz- und Anpassungskonzepte entwickelt. Klimavorsorge muss in den Planungsverfahren eine zentrale Rolle spielen“, so die Ministerin. „Wir müssen mit aller Kraft die Widerstandsfähigkeit in Stadt und Land gegen die Folgen des Klimawandels stärken. Mit dem bundesweit ersten Klimaanpassungsgesetz und einer 15-Punkte-Offensive haben wir die hierzu passende Grundlage gelegt.“

Land unterstützt Kommunen auf vielfältige Weise

Mit dem Sonderprogramm „Klimaresilienz in Kommunen“ fördert die Landesregierung konkrete Maßnahmen der Klimaanpassung. Die „Kommunalberatung Klimafolgenanpassung NRW“ steht als kompetente Servicestelle zur Unterstützung bei Förderanträgen bereit. In den kommenden zehn Jahren investieren das Land Nordrhein-Westfalen und die Wasserverbände alleine im Ruhrgebiet rund 250 Millionen Euro in den Ausbau grüner und blauer Infrastruktur im Ruhrgebiet, um die Lebensqualität der Städte zu erhalten und Schäden im Klimawandel zu vermeiden.

Gestern Dürre, heute Starkregen

Noch vor wenigen Wochen wurde diskutiert, ob der Ablauf aus den Talsperren gedrosselt werden sollte, weil zu niedrige Pegelstände drohten. Insofern besteht die Herausforderung darin, sich auf verschiedene Extremsituationen wie Dürre, Starkregen oder Stürme einzustellen. „Indem wir Hochwasserschutzmaßnahmen umsetzen, Starkregenkonzepte erarbeiten, mehr Grün in die Stadt bringen oder mehr Versickerungsflächen schaffen, beugen wir Hitze und Überschwemmungen vor“, erläutert die Ministerin.

Aktuelle Pegelstände und Lagebeurteilungen veröffentlicht das LANUV im Internet unter:

https://luadb.lds.nrw.de/LUA/hygon/pegel.php?hochwasser=ja

Das Fachinformationssystem Klimaanpassung des LANUV gibt den Akteuren vor Ort zahlreiche Hinweise zur praktischen Umsetzung in unterschiedlichen Handlungsfeldern:

https://www.lanuv.nrw.de/klima/klimaanpassung-in-nrw/fis-klimaanpassung-nordrhein-westfalen

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Nur gemeinsam können wir Hochwasser-Katastrophe und Pandemie überwinden

Region/Mainz – „Großes gelingt nur gemeinsam. Lassen Sie uns weiter zusammenhalten, um das Hochwasser und die Pandemie zu überwinden“, erklärte die Ministerpräsidentin in einer Fernsehansprache im SWR-Fernsehen. „Diese verheerende Hochwasser-Katastrophe, die unser Land so noch nie erlebt hat, können wir genauso wie die Corona-Pandemie nur gemeinsam bewältigen. Rheinland-Pfalz steht in dieser schwierigen Zeit zusammen.“

Sie danke allen, die ihre ganze Kraft einsetzen, um Menschen zu retten. „Ich habe größten Respekt vor Ihnen“, erklärte die Ministerpräsidentin. Sie sei zutiefst bewegt, wenn sie sehe, wie viele Bürger und Bürgerinnen mit anpacken und Betroffene aufnehmen. Die Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft vor allem aus der rheinland-pfälzischen Bevölkerung sei riesengroß, auch Unternehmen böten ihre Hilfe an.

„Sie können sich darauf verlassen, dass alle Kräfte im Land zusammenstehen: von den Kommunen bis zum Bund. Auch unter schwierigsten Bedingungen setzen wir alles daran, Leben zu retten, Schäden zu beseitigen und weitere Gefahren abzuwenden. Ich versichere Ihnen: Die Landesregierung wird den Betroffenen mit aller Kraft zur Seite stehen. Wir stellen 50 Millionen für die Katastrophenhilfe bereit. In den kommenden Wochen werden wir alles daransetzen, bei der Behebung der Schäden zu helfen. Wir schaffen eine Struktur, dass die Unterstützung gezielt ankommt“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Aus allen Teilen Deutschlands kommt Unterstützung, auch von unseren europäischen Nachbarn und von unseren amerikanischen Freunden. Finanzminister Olaf Scholz ist direkt gekommen und hat uns und Nordrhein-Westfalen die finanzielle Hilfe der Bundesregierung zugesagt. Wir sind nicht alleine in Rheinland-Pfalz“, so die Ministerpräsidentin weiter.

„Es sind Sommerferien, viele Familien in den nicht betroffenen Regionen freuen sich auf einen Urlaub ohne Coronastress“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Zelten mit Freunden oder Ferienfreizeiten seien möglich, weil Rheinland-Pfalz durch den harten und entbehrungsreichen Lockdown die Infektionszahlen deutlich senken konnte.

„Damit wir das Erreichte nicht gefährden, bitte ich Sie herzlich: Lassen Sie sich impfen! Tun Sie es für sich. Tun Sie es für die Kinder und die jungen Menschen, die noch keine Impfempfehlung haben und schon so lange auf vieles verzichten mussten. Und tun Sie es für diejenigen, die sich nicht impfen lassen können”, mahnte die Ministerpräsidentin.

Die Landesregierung setze alles daran, einen schnellen Zugang zur Schutzimpfung zu ermöglichen. „Wir haben endlich genug Impfstoff für alle. Und noch nie war Impfen so leicht: Hingehen, Personalausweis zeigen, nach Aufklärung Schutzimpfung bekommen. Ich hoffe, dass ganz viele, die bislang gezögert haben, sich jetzt dazu entschließen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer abschließend.

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Unwetter-Katastrophe im Kreis Ahrweiler – Bundespräsident Steinmeier wendet sich an Landrat Pföhler

Ahrweiler – Angesichts der Unwetter- und Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler hat sich Bundespräsident Frank Walter Steinmeier heute telefonisch von Landrat Dr. Jürgen Pföhler über die Lage informieren lassen. Landrat Pföhler schilderte ihm die verheerenden Auswirkungen der „größten Katastrophe im Kreis seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Bundespräsident Steinmeier zeigte sich sehr betroffen und drückte in diesem Gespräch seine Anteilnahme aus: „Dass viele Menschen im Kreis Ahrweiler ihr Leben verloren haben und möglicherweise weitere Todesopfer zu erwarten sind, ist eine Tragödie. Ich möchte den Hinterbliebenen meine große Anteilnahme aussprechen und ihnen sagen, dass ich in Gedanken bei ihnen bin.“ Der Bundespräsident bat Landrat Pföhler ausdrücklich, den tausenden Einsatzkräften der Katastrophenschutzeinheiten sowie den vielen privaten Helferinnen und Helfern für ihren unermüdlichen und kräftezehrenden Einsatz zu danken.

„Es ist in dieser dramatischen Situation sehr wichtig, dass die Spitzen des Bundes und des Landes so hinter uns stehen und ihre Solidarität mit unserem Kreis ausdrücken“, sagt Landrat Pföhler.

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Hochwasser in Aachen: OBin Sibylle Keupen besucht Kornelimünster und sichert Menschen weitere Hilfe zu

Aachen – Vor Ort läuft das große Saubermachen und Aufräumen: Feuerwehr und Stadtbetrieb unterstützen die Menschen nach besten Kräften. Oberbürgermeisterin Keupen: „Die Bürgerinnen und Bürger helfen sich gegenseitig. Das stimmt mich positiv, dass wir auch diese Aufgabe als Stadtgesellschaft meistern werden.“ In Kornelimünster, Friesenrath und Hahn sind weiterhin Straßen gesperrt.

Gemeinsam mit Stadtdirektorin Annekathrin Grehling, Feuerwehr-Chef Jürgen Wolff und weiteren Vertretern der Hilfsorganisationen und der Stadtverwaltung suchte Keupen das Gespräch. Foto: Stadt Aachen / Stefan Herrmann“

Die Kehrmaschinen kreisen über den Korneliusmarkt, überall wird angepackt, werden letzte Keller leergepumpt und zerstörtes Mobiliar in Container geschmissen: In Kornelimünster laufen nach den historisch starken Regenfällen und dem dramatischen Hochwasser die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Diese ermutigenden Signale nach äußerst schwierigen Stunden und Tagen freuen Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, die sich am Freitagnachmittag (16. Juli) persönlich ein Bild der Lage vor Ort gemacht hat. „Es ist eine Hochwasser-Katastrophe, die wir in diesem Ausmaß sicherlich noch nie erlebt haben. Zugleich können wir, wenn wir auf die anderen heftig getroffenen Regionen im Land blicken, festhalten, dass wir offenbar mit einem blauen Auge davongekommen sind. Was mich ermutig, ist der Zusammenhalt und die Solidarität der Menschen, die ich hier in Kornelimünster erlebe. Die Bürgerinnen und Bürger helfen sich gegenseitig. Das stimmt mich positiv, dass wir auch diese Aufgabe als Stadtgesellschaft meistern werden. Für die Verwaltung kann ich zusichern, dass wir alles daran setzen werden, damit Hilfe dort ankommt, wo sie dringend notwendig ist – und zwar sowohl in Aachen als auch in unseren Nachbarkommunen der StädteRegion.“

Anwohner können zurück in ihre Häuser

Gemeinsam mit Stadtdirektorin Annekathrin Grehling, Feuerwehr-Chef Jürgen Wolff und weiteren Vertretern der Hilfsorganisationen und der Stadtverwaltung suchte Keupen das Gespräch mit den vielen betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern in Kornelimünster wie auch in den Friesenrath und in Hahn. Die wichtigste Nachricht machte bereits ab mittags in Kornelimünster die Runde, wie Bezirksamtsleiterin Rita Claßen mitteilte: Dank des unermüdlichen Einsatzes von Baufachberatern des Technischen Hilfswerks (THW) konnten alle vom Hochwasser betroffenen Gebäude im historischen Ortskern begutachtet und freigegeben werden. Es wurden keine offensichtlichen massiven Schäden an den Häusern festgestellt. Allerdings sind insbesondere viele wassernahe Gebäude stark verschlammt und nicht unmittelbar wieder in den Erdgeschossen nutz- und bewohnbar. Viele Anwohner*innen nutzen seit der Freigabe – einige auch schon seit gestern Nachmittag – die Möglichkeit, ihre Häuser wieder in Augenschein zu nehmen und zu entrümpeln. So herrscht aktuell geschäftiges Treiben im Ort. Der Stadtbetrieb rollt mit Kehrmaschinen über den Marktplatz, zudem wurden große Sperrgut-Container aufgestellt. Auch Sonderfahrten für Sperrgut und Elektroschrott wird es am morgigen Samstag (17. Juli) in Kornelimünster ebenso wie in den gleichfalls stark betroffenen Orten Friesenrath und Hahn geben, wie Stadtbetrieb-Geschäftsführer Thomas Thalau zusicherte. Der Energieversorger arbeitet mit Hochdruck daran, die Strom- und Wasserversorgung in den Gebieten wieder herzustellen. Die Anlaufstelle, die Feuerwehr und Ordnungsamt für die Anwohnerschaft in Kornelimünster eingerichtet haben, hat sich ebenfalls bewährt und wurde gut angenommen.

Immer mehr Schäden werden sichtbar

Die Durchfahrt in Kornelimünster am Napoleonsberg bleibt mindestens für die Dauer der Aufräumarbeiten weiter gesperrt. Der Verkehr wird umgeleitet. Letzte Einsatzschwerpunkt stellten für die Feuerwehr die Abteilkirche St. Kornelius und die Kunstsammlung NRW dar. Dort pumpten die Feuerwehrleute noch mit Wasser vollgelaufene Räume leer. Unterdessen hat der Stadtbetrieb erste Schäden in Kornelimünster und Umgebung begutachtet, die das Hochwasser hinterlassen hat. So ist unter anderem die Fußgängerbrücke im Klauserwäldchen Opfer der Wassermassen geworden und nicht mehr begehbar. Auch die wassernahen Spazierwege wurden zum Teil weggespült. Die Stadt appelliert eindringlich, diese Bereiche grundsätzlich zu meiden und Sperrbänder samt Warnhinweisen ernst zu nehmen. Die Gefahr für Leib und Leben ist – auch durch angeschwemmte und umgestürzte Bäume – hoch. Auch in Friesenrath hat das Inde-Hochwasser Schäden zurückgelassen. Die Stromversorgung ist weiterhin unterbrochen, Straßen sind – wie auch in Hahn – beschädigt und teilweise gesperrt.

Städtische Hotline für Fragen und Hilfsangebote

Währenddessen registriert die Stadt eine überwältigende Hilfsbereitschaft – von Privatpersonen, Initiativen, Unternehmen, etc. Mit solchen Hilfsangeboten ebenso wie mit allgemeinen Fragen aufgrund der Hochwasserlage können sich Bürger*innen sich an die Rufnummer 0241/510051 wenden. Dies ist eigentlich die Corona-Hotline, wird aber derzeit zu diesem Zweck freigeschaltet. Wer per Mail Fragen stellen oder Hilfe anbieten möchte, kann dies an stadt.aachen@mail.aachen.de tun. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen sicherte zu, dass die vielen Hilfsangebote von der Verwaltung gesichtet und das weitere Vorgehen schnellstmöglich koordiniert und kommuniziert wird.

Die Stadt Aachen bittet eindrücklich darum, die 112 ausschließlich für tatsächliche Notrufe zu verwenden! Die gemeinsame Leitstelle von Stadt und StädteRegion Aachen verzeichnet aufgrund der angespannten Lage in der Region weiterhin ein starkes Anrufvolumen.