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Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen erhält Spende von Procter & Gamble über 100.000 Euro

Euskirchen – Procter & Gamble spendet 100.000 Euro an das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen – Ausgabe von Produktspenden über Verteilstellen vor Ort – DRK Euskirchen auch selbst von Hochwasserschäden betroffen. Um die schweren Folgen der Unwetter-Katastrophe zu bewältigen, benötigen viele Menschen und Familien in den Krisenregionen Hilfe und ganz pragmatische Unterstützung. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) spielt dabei als zentrale Hilfsorganisation eine Schlüsselrolle. Um die Rettungskräfte vor Ort in ihrer Arbeit für die Menschen in Nothilfe und Wiederaufbau zu unterstützen, hat das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen jetzt eine Spende in Höhe von 100.000 Euro von Procter & Gamble (P&G) erhalten.

Spendenübergabe nach der Flutkatastrophe (von links): Julia Schürfeld (P&G), Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt, Oliver Risters (P&G), Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker, Lars Klein (Leiter der Koordinierungsstelle des DRK-Kreisverbandes), und Rotkreuz-Kreisvorsitzender Karl Werner Zimmermann. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Seit der Flutkatastrophe hat das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen mit seine haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern zahlreiche Aufgaben übernommen. Dazu gehören zum Beispiel die Unterbringung, Versorgung, Betreuung und Verpflegung von bis zu 1.000 evakuierten Bürgern in Notunterkünften, die Verpflegung von rund 1.000 Einsatzkräften täglich mit Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie die Einrichtung von Versorgungsstützpunkten für betroffene Bürger in den am stärksten betroffenen Stadtbezirken von Bad Münstereifel und Schleiden/Gemünd. Hinzu kommen die Einrichtung und der Betrieb einer Bürgerhotline und einer Personenauskunftstelle, an der sich Angehörige nach vermissten Personen erkundigen können.

Außerdem übernehmen die Rotkreuzler die Identifizierung und Unterstützung von Bürgerversorgungsstützpunkten mit den am dringendsten benötigen Hilfsgütern und den Aufbau und Betrieb eines kreisweiten Logistiknetzwerks zur Verteilung von Hilfsgütern. Geplant ist darüber hinaus die mittel- und langfristige Bevorratung und Versorgung mit benötigten Gerätschaften wie beispielsweise Bautrocknern und Aggregaten.

Rotes Kreuz auch selbst betroffen

Gleichzeitig ist das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen auch selbst vom Hochwasser betroffen: Fünf Einsatzfahrzeuge sind nicht mehr fahrtüchtig und haben teilweise einen Totalschaden erlitten. Auch fünf der kreisweit 32 Kindertageseinrichtungen standen unter Wasser, eine muss aufgrund der Schäden durch Wasser und Öl wahrscheinlich abgerissen werden.

So kann die Spende von Procter & Gamble gerade gut gebraucht werden. „Wir haben aktuell viele Stellen, an denen wir die Spende gut einsetzen können“, sagt Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker. Bei der Spendenübergabe im Rotkreuz-Zentrum in Euskirchen war auch Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt anwesend. Stellvertretend für Stadt und Kommunen bedankte er sich offiziell für die gute Zusammenarbeit mit Rotem Kreuz und Procter & Gamble.

Die Spende ist Teil der Soforthilfe von Procter & Gamble in Höhe von einer Million Euro, die sich in verschiedene Einzelspenden aufteilt. Zudem wurden im Procter & Gamble-Werk in Euskirchen sichere Zufluchtsorte aufgebaut und Unterbringungsmöglichkeiten für Einsatz- und Rettungskräfte geschaffen.

Neben der Spende stellt P&G Produktspenden für die tägliche Hygiene im ganzen Katastrophengebiet zur Verfügung. Unter anderem eine Million Pampers-Windeln für Familien in Not sowie 40.000 Packungen Always Discreet Inkontinenzprodukte für ältere Menschen, Zahnpasta und Haftcreme sowie verschiedene Pflege- und Hygieneprodukte.

Produktspenden über örtliche Verteilstellen

Die Produkte konnten in den ersten Tagen nach der Unwetterkatastrophe direkt im P&G-Werk abgeholt werden. Ab der kommenden Woche wird die Organisation der Verteilung der Produktspenden umgestellt. Im Kreis Euskirchen erfolgt die Ausgabe über die örtlichen Verteilstellen, damit die Menschen vor Ort versorgt werden. Eine Übersicht über die aktuellen Anlaufstellen ist hier zu finden: www.euskirchen.de. Außerdem liefert Procter & Gamble im großen Rahmen zentral an das DRK, das aktuell ein zentrales Verteilerzentrum für den Kreis Euskirchen in Zülpich einrichtet.

Procter & Gamble arbeitet darüber hinaus seit 2017 zur Verteilung von Sachspenden mit der Kölner Nonprofitorganisation innatura gGmbH zusammen. Die vermittelt bundesweit schnell und bedarfsgerecht fabrikneue Sachspenden (Hygieneprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel, Haus- und Elektrogeräte, Kleidung, Schuhe, Spielware) an soziale Einrichtungen, Bürgerinitiativen, Vereine und Kirchengemeinden. Auch von der Unwetterkatastrophe betroffene Kommunen können bei innatura bestellen. Es fallen nur eine geringe Vermittlungsgebühr sowie Versandkosten an, eine Abholung im Lager in Köln ist auch möglich. Unter folgenden Kontaktdaten können benötigte Produkte angefordert werden: www.innatura.org, team@innatura.org, Telefon 0178-2040518.

Zusätzlich hat P&G damit begonnen, erste Zahlungen aus den gesammelten Mitarbeiterspenden für eigene Beschäftigte, die besonders hart von der Unwetterkatastrophe getroffen sind, vorzunehmen. Die Spendenaktion hatten die Beschäftigten aus den anderen Standorten von P&G ins Leben gerufen, um ihren Kollegen und deren Familien schnelle und unkomplizierte Hilfe zu bieten. P&G will den gesammelten Betrag unternehmensseitig verdoppeln. Außerdem bietet das Unternehmen betroffenen Beschäftigten spezielle Kreditangebote, um diese bei der Bewältigung der Folgen des Hochwassers zu unterstützen.

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Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau fordert Konsequenzen aus den Hochwasser-Ereignissen 2021

Region/Aachen/Kempen – Die Hochwasserereignisse im Sommer 2021 im Westen, im Süden und im Osten Deutschlands haben uns alle direkt oder indirekt getroffen. Besonders die vielen Opfer lassen uns sprachlos zurück. Viele unserer Mitglieder sind entweder direkt vom Hochwasser betroffen, arbeiten unermüdlich in den vielen Krisenstäben, helfen direkt bei der Notfallversorgung, den Aufräumarbeiten und beim Wiederaufbau mit oder versuchen ‐ bei den vielen aufkommenden Fragen ‐ Antworten zu geben.

Unser Mitgefühl gilt allen, die Freunde und Angehörige verloren haben, unser Dank gilt allen Helfern! Erste Schuldzuweisungen in den Medien kamen leider genauso schnell wie die Flutwelle: Behördenschelte auf der einen Seite, Kritik an der Sorglosigkeit bei den Betroffenen auf der anderen Seite. Um die Ursachen zu klären, muss sicherlich eine genaue, differenzierte Analyse der Ereignisse in den betroffenen Gebieten im Nachgang erfolgen. Das ist hier nicht möglich!

Fakt ist: der Auslöser der Ereignisse war kein lokal begrenztes Starkregenereignis oder Sommergewitter; es handelte sich eher um ein festsitzendes Tiefdruckgebiet mit intensivem Dauerregen über Mittelgebirgen. Warum sind das meteorologische Ereignis und die Topographie so wichtig? Sie lassen Rückschlüsse zum einen über die Vorhersagbarkeit der Ereignisse, zum anderen über mögliche verbeugende Hochwasserschutzmaßnahmen ziehen. Lokale Starkregenereignisse sind kaum vorhersagbar; da scheitert die Meteorologie an zeitlich und räumlich verlässlichen Vorhersagen.

Dauerregen dagegen sind gut vorhersagbar; so auch bei diesen Ereignissen seitens des DWD geschehen. Die Topographie in einer Mittelgebirgslage mit steilen Hängen führt dazu, dass die Abflussakkumulation sehr schnell vonstattengeht, was die Vorhersagephase verkürzt. Wir sprechen hier oft von wenigen Stunden, was die Entscheidungsfindung bei den Verantwortlichen zusätzlich erschwert. Die engen Täler führen dazu, dass wenige Ausuferungsmöglichkeiten vorhanden sind, was dann einen schnellen Wasserspiegelanstieg und hohe Fließgeschwindigkeiten zur Folge hat.

Für Bewohner in diesen Gebieten ist dies eine absolut gefährliche Entwicklung, besonders, wenn Informationen und Erfahrungen fehlen. Was kann jetzt der verbeugende Hochwasserschutz leisten? Nicht jede Maßnahme, die teilweise auch in der Öffentlichkeit diskutiert und in den Vordergrund gestellt wurde, ist effektiv bei den vorliegenden Randbedingungen:

Alle Klimaschutzmaßnahmen der Welt, ob Braunkohleausstieg, Emissionshandel oder EMobilität werden kurz‐ und auch mittelfristig gesehen diese extremen hydrologischen Ereignisse nicht verhindern. Die Klimaschutzmaßnahmen sind zwingend erforderlich und müssen
umgesetzt werden, aber neben dem Klimaschutz ist auch die Klimaanpassung notwendig. Dabei geht es um Hochwasserschutz aber auch um das Niedrigwassermanagement, beides originäre Aufgaben der Wasserwirtschaft, die auch der BWK vertritt.

Das „Schwammstadt“‐Konzept mit der Forderung nach mehr Grünanlagen in urbanen Räumen, begrünte Dächer, Muldensystem etc., wird sicherlich einen wichtigen Beitrag gegen Starkregenereignisse liefern und allgemein das urbane Klima verbessern; aber die vergangenen Hochwasserereignisse hätte das „Schwammstadt“‐Konzept in den teilweise stark bewaldeten Regionen der Eifel nicht verhindern können.

Welche Maßnahmen hätten dann helfen können?

Am Ende muss es auch hier eine abgewogene Mischung aus Maßnahmen sein, die auch weitestgehend bekannt sind; graue und grüne Maßnahmen werden wir brauchen: Zentraler oder dezentraler Rückhalt, mehr Raum für die Gewässer, Schutz durch Mauern, in den Unterläufen der Gewässer auch durch Deiche, hochwasserangepasste Raumplanung, Bauvorsorge, langfristige (z. B. Gefahrenkarten, historische Hochwassermarken) und kurzfristige (z. B. Warnsysteme) Informationsvorsorge und Verhaltensschulung für Bevölkerung und Katastrophenschutz (z. B. Faltblätter zum Verhalten bei Hochwasser, Schutzübungen oder Hinweise auf Evakuierungsräume).

Und schließlich muss auch ein allgemeines Umdenken stattfinden: es gibt keine 100 %‐ige Sicherheit und es wird niemals eine 100%‐ige Sicherheit geben! Folglich müssen wir das vorhandene Risiko akzeptieren und mit Maßnahmen wie Versicherungen oder Aufbauhilfe dafür sorgen, dass die Wiederherstellungsdauer so kurz wie möglich ist. Leider funktioniert das nur, für alle wiederherstellbaren Werte, nicht aber für Opfer, Verlust persönlicher Gegenstände oder auch psychosoziale Folgen.

Der BWK fordert, ziehen wir die richtigen Schlüsse aus den vergangenen Ereignissen:

Kontinuierliche politische Aufmerksamkeit, finanzielle Unterstützung und Anpassung der Gesetzgebung im wasserwirtschaftlichen Bereich; denn die Herausforderungen für die Wasserwirtschaft wird mit den notwendigen Klimaanpassungsmaßnahmen immens steigen!

Verantwortungsbewusste Raum‐ und Flächenplanung sowie schnellere und konsequentere Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen; Ausbau der Frühwarnsysteme, Verbesserung des Meldewesens und intensivere Verhaltensvorsorge, um den Bevölkerungsschutz zu stärken; denn effektiver Hochwasser‐ und Bevölkerungsschutz kann Leben retten!

Kontinuierliche Förderung der Wissenschaft im wasserwirtschaftlichen Bereich; die Politik muss die gesetzlichen Voraussetzungen für die Umsetzung von wissenschaftlichen Entwicklungen schaffen; denn neue Technologien können unsere Zukunft wesentlich positiv beeinflussen!

Verbesserter Austausch zwischen Forschung, Behörden, freier Wirtschaft und Politik; denn nur gemeinsam können wir die kommenden Herausforderungen meistern!

BWK ‐ Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau – V.i.S.d.P. Prof. Dr.‐Ing. Daniel Bachmann

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Wiederaufbau der Stromversorgung läuft weiter auf Hochtouren

Region/Essen – Rund 5.800 Menschen derzeit noch ohne Strom. Weiterhin besonders betroffen: Rhein-Erft-Kreis, Kreis Euskirchen, linksrheinischer Rhein-Sieg-Kreis und Ahrtal. Vor Ort ist nun die enge Zusammenarbeit mit Installateurinnen und Installateuren entscheidend. Die Auswirkungen der Unwetterkatastrophe in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgen weiterhin für Unterbrechungen in der Stromversorgung.

Aus Sicht des Westenergie-Verteilnetzbetreibers Westnetz GmbH sind derzeit noch die Hausanschlüsse für die Versorgung von rund 5.800 von ursprünglich 200.000 betroffenen Menschen ohne Strom. Besonders betroffen sind weiterhin Teile des Rhein-Erft-Kreises, des Kreises Euskirchen, des linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreises und des Ahrtals. Derzeit sind immer noch etwa 800 Kolleginnen und Kollegen der Westnetz in den technischen Einheiten, Leitstellen, der Hotline und in unterstützenden Funktionen aus Schwestergesellschaften aus dem E.ON-Konzern und von Partnerunternehmen im Einsatz. Sie arbeiten mit Hochdruck an der Wiederversorgung mit Strom.

Westnetz sorgt über die Verteilnetze für die Wiederherstellung der Stromversorgung bis zum Hausanschlusskasten. Dies ist bereits für rund 195.000 der ursprünglich rund 200.000 betroffenen Menschen gelungen. Dennoch kann es sein, dass die aus Sicht von Westnetz grundsätzlich wiederversorgten Menschen in ihren Häusern tatsächlich weiterhin keinen Strom haben. Das liegt an Schäden in der Hausinstallation oder entfernten Sicherungen. Fragen zur Hausinstallation sind mit örtlichen Installateurinnen und Installateuren zu klären.

Alle von der Unwetterkatastrophe betroffenen Umspannanlagen wurden inzwischen geprüft, teilweise gereinigt und fast vollständig wieder in Betrieb genommen. Bei größeren Schäden in unserem Mittelspannungsnetz wird daran gearbeitet, die Stromversorgung so schnell wie möglich über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wiederherzustellen. Dort, wo das vorgelagerte Netz wieder stabil ist, laufen die Arbeiten in den lokalen Ortsnetzen auf Hochtouren. Hier werden Schäden in den Verteilungen der Ortsnetzstationen sowie bei Kabeln, Verteilerkästen und Hausanschlüssen aufgenommen und – wenn möglich – instandgesetzt, um die Wiederversorgung auch der noch rund 5.800 betroffenen Menschen zu ermöglichen.

Grundsätzlich muss für jedes Haus geprüft werden, ob Keller und Hausinstallationen frei von Wasser und einschaltbereit sind. Aus den Kabelverteilerschränken, für die Westnetz zuständig ist, gehen die Kabel zu den Hausanschlüssen an jedem Haus. Bevor ein Kabelverteilerschrank in Betrieb genommen werden kann, muss sicher sein, dass die Hausinstallation in jedem Haus trocken und einschaltbereit ist. Diese Prüfung ist Aufgabe von Installateurinnen und Installateuren. Ist die Hausinstallation noch nicht trocken, weiterhin beschädigt oder ist der Zustand nicht klar, entfernt Westnetz die Sicherungen im Haus. Durch die Prüfung vorab oder die Herausnahme der Sicherungen wird sichergestellt, dass beim Einschalten der Stromversorgung keine Schäden in den Häusern entstehen.

Die operative Verantwortung eines Verteilnetzbetreibers für die Stromversorgung endet formal am Hausanschlusskasten. Damit aber nun in der aktuellen Krisensituation den Bewohnerinnen und Bewohnern schnell und unkompliziert geholfen werden kann, hat sich Westnetz entschieden, die örtlichen Installateurinnen und Installateure und ihre Kundeninnen und Kunden bei der Behebung von Schäden an ihren Hausinstallationen koordinierend und kommunikativ zu unterstützen. Dies leisten wir vor Ort in den Gemeinden und Ortsteilen und über die Medien.

Dringender Aufruf an die Bewohnerinnen und Bewohner

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Westnetz sind in den betroffenen Kommunen und Orten durch alle Straßen und von Haus zu Haus gegangen und haben viele Anschlüsse schon wieder startklar gemacht. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Westnetz sind jetzt weiterhin in den Kommunen präsent, stehen an zentralen Stellen für Fragen zur Verfügung und koordinieren die Einsätze von Installateurinnen und Installateuren.

Bei dieser Arbeit, auf den letzten Metern der Stromversorgung von den Ortsnetzstationen zu den einzelnen Haushalten, bittet Westnetz die Bewohnerinnen und Bewohner dringend: „Bitte nehmen Sie Ihre Hausinstallation nicht ohne Überprüfung durch eine Elektrofachkraft wieder in Betrieb. Wenn Hausanschlusskästen beschädigt wurden oder noch nicht komplett getrocknet sind, besteht Gefahr für Leib und Leben durch einen elektrischen Schlag oder einen Brand. Bitte warten Sie! Wir kommen zu Ihnen!“

Um bei noch bestehenden Problemen der Stromversorgung die Erreichbarkeit vor Ort zu gewährleisten, bittet Westnetz darum, zuhause zu bleiben oder vor Ort eine Mobilnummer zu hinterlassen.

Elektrische Geräte wie Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher sollten nach einer Überflutung oder nach dem Kontakt mit Wasser von einer Elektrofachkraft überprüft und gegebenenfalls außer Betrieb genommen werden. Westnetz rät dringend davon ab, Anlagen selbst zu überprüfen und einzuschalten. Hier besteht, wie bei allen elektrischen Geräten, die Gefahr eines Stromschlags. Überflutete Räume, in denen Wechselrichter, Batteriespeicher oder andere Installationen der Solaranlage noch unter Spannung stehen, dürfen nicht betreten werden.

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Schweigemoment für die Betroffenen der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler heute 28. Juli um 19.50 Uhr

Ahrweiler – Landrat Dr. Pföhler ruft für den heutigen Mittwoch alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme auf. Die Flutkatastrophe vom 14. Juli hat mit derzeit 132 Toten, vielen Verletzten und unvorstellbaren Zerstörungen unermessliches Leid über das Ahrtal und den Kreis Ahrweiler gebracht. Viele Menschen haben alles verloren und stehen vor dem Nichts.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler ruft daher für Mittwoch, den 28. Juli, um 19.50 Uhr zu einem 10-minütigen Schweigemoment im gesamten Kreis Ahrweiler auf. Alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises Ahrweiler werden gebeten, innezuhalten und gemeinsam den Opfern der Flutkatastrophe zu gedenken. Die Kirchen wurden gebeten, den Gedenkmoment mit einem Läuten der Kirchenglocken zu begleiten.

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Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel eG spendet 1,75 Millionen Euro an Unwetter-Geschädigte

Kreis Ahrweiler/Kreis Mayen-Koblenz/Kreis Vulkaneifel – Die Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel eG hat im Rahmen des groß angelegten Hilfsprogramms der Genossenschaftsbank die ersten 1,75 Millionen Euro an Unwettergeschädigte im Geschäftsgebiet der Bank gespendet. Für die betroffenen Regionen im Landkreis Mayen-Koblenz erhielt die Kreisverwaltung einen Pauschalbetrag. Der Landkreis Vulkaneifel wurde über die Bürgerstiftung des Landkreises Vulkaneifel mit einer Spende bedacht. Da die Schäden im Kreis Ahrweiler deutlich größer sind, gibt die Bürgerstiftung hier das Geld zweckgebunden direkt an die betroffenen Städte und Ortsgemeinden weiter. „Mit der Verteilung dieser ersten großen Soforthilfe über die Bürgermeister stellen wir sicher, dass das Geld zeitnah, unbürokratisch und zielgerichtet bei den Menschen ankommt, die am schwersten von der Unwetterkatastrophe betroffen sind“, erklärt Sascha Monschauer, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Bürgerstiftung.

Mehr als eine Millionen Euro über die Spendenplattform eingegangen

Alleine über die Volksbank-Spendenplattform „Viele schaffen mehr“ wurden bislang über eine Millionen Euro für die Bürgerstiftung gesammelt. „Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist enorm und seit Tagen ungebrochen“, so Sascha Monschauer. „Neben den vielen Privatpersonen und Unternehmen haben wir auch zahlreiche Spenden von anderen Volksbanken und Raiffeisenbanken erhalten – die Solidarität ist groß.“ Darüber hinaus hatte die Volksbank die ersten 150.000 Euro, die eingingen, aus ihrem Spendentopf verdoppelt.

Die Spendenaktion auf der „Viele schaffen mehr“-Plattform läuft noch bis zum 18. August 2021 und ist unter folgendem Link erreichbar: www.voba-rheinahreifel.de/vobahilft. Daneben hat die Bürgerstiftung ein Spendenkonto mit der IBAN DE71 5776 1591 0417 8949 00 (BIC: GENODED1BNA) eingerichtet. Weitere Spenden wird die Bürgerstiftung ebenfalls zeitnah weitergeben.

Auch der genossenschaftliche Verbund unterstützt in den betroffenen Regionen. Er spendet eine Summe von 1,25 Millionen Euro an das Technische Hilfswerk sowie an das Deutsche Rote Kreuz.

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Gratis Feriencamps wegen Hochwasser ab Sonntag 01. August für Kinder aus NRW und RLP

Euskirchen – Familien aus Katastrophengebieten werden vom Roten Kreuz mit kostenlosen Feriencamps für ihre Kinder unterstützt – Auszeit in Mecklenburg-Vorpommern – Beginnend ab Sonntag, 1. August, bis Ende der Sommerferien jeweils eine Woche – Anmeldung und weitere Informationen unter www.drk-mv.de/ oder telefonisch unter 0 3843 69 49 34.

Ab Sonntag, 1. August, bis Ende der Ferien jeweils in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schenkt das DRK vom Hochwasser der vergangenen Wochen betroffenen Kindern und Jugendlichen von 8 bis 14 Jahren Ferienzeit in Camps, um Kraft zu tanken. Für bis zu 500 Kinder seien für jeweils eine Woche Feriencamps im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern organisiert, teilt der zuständige Landesverband Mecklenburg-Vorpommern mit. Elternteile oder Betreuer dürfen die Kids dabei begleiten.

Die Camps befinden sich in Ummanz auf der Insel Rügen, Waren an der Mecklenburger Seenplatte und Damshagen in Nord-West Mecklenburg. Weitere sind in Planung und alle Camps werden von den jeweiligen DRK-Kreisverbänden geleitet. Darin ist auch eine psycho-soziale Betreuung vorgesehen.

„Kostenfreies Rund-um-sorglos-Paket für alle Kids“

„Die Kinder sollen Kraft tanken. Dafür stellen wir kurzfristig fünf Camps bereit und organisieren ein komplettes Ferienprogramm. Mit allem was dazu gehört“, so Werner Kuhn, Präsident des DRK-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Kuhn weiter: „Wir freuen uns auf jedes Kind und bieten ein kostenloses Rund-um-sorglos-Paket! Wir sorgen dafür, dass die Kids zu Hause abgeholt werden, kümmern uns um Übernachtung, Verpflegung und ein tolles Ferienprogramm. Auch ein Corona-Hygiene-Konzept ist inkludiert. Jedes Camp wird mit WLAN-Hotspots ausgestattet sein, so ist sichergestellt, dass jedes Kind mit seinen Eltern und Verwandten in Kontakt treten kann. Schlussendlich übernehmen wir auch die Rückreise nach Hause nach einer Woche.“

Die Deutsche Kinderhilfe – die ständige Kindervertretung e.V. – ist Ideengeber und unterstützt tatkräftig die Aktion. „Nach Corona, dem Distanzunterricht und dem Hochwasser brauchen die betroffenen Kinder neben Geld und Sachspenden vor allen Dingen auch ganz viel Zeit. Zeit, die ihre Eltern bei all den Aufräumarbeiten und dem Elend um sie herum zurzeit nicht oder nur sehr eingeschränkt bieten können. Diese Partnerschaft war und ist ein Glücksgriff,“ so Rainer Becker, Ehrenvorsitzender der Kinderhilfe.

Für jedes Feriencamp gilt: Pro Durchgang maximal 20 Teilnehmer plus je drei bis vier Betreuer, jeweils von Sonntag bis Samstag.

Für Sach- und monetäre Spenden zu Gunsten der betroffenen Kinder und der betreuenden Camps gibt es ein Spendenkonto des DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. bei der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Das Stichwort ist „Feriencamp“ – IBAN: DE49 1405 2000 0350 0360 04. Anmeldung und weitere Informationen zu den Angeboten unter www.drk-mv.de/ oder telefonisch täglich von 7 bis 22 Uhr unter 0 3843 69 49 34.

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Einige Orte sind nach der Flut wieder mit Erdgas versorgt

Ahrtal – Die Netzexperten der evm-Gruppe arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Netze. Nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe in der Eifel und im Ahrtal arbeiten die Experten der Energienetze Mittelrhein (enm) mit Hochdruck daran, die Erdgasversorgung in den betroffenen Gebieten wiederherzustellen. Insgesamt sind im enm-Netzgebiet rund 8.000 Netzanschlüsse betroffen. Die Gemeinden der Grafschaft (außer Bengen) sind bereits seit der letzten Woche wieder versorgt. Die an den Flüssen Nette, Kyll, Prüm und Nims am stärksten betroffenen Orte Mayen, Plaidt, Jünkerath, Stadtkyll, Prüm und Schönecken sind ebenfalls nahezu wieder versorgt. In Bad Neuenahr-Ahrweiler hingegen ist das Erdgasnetz teilweise völlig zerstört, sodass hier das Netz zum größten Teil komplett neu errichtet werden muss.

In den vergangenen Tagen waren zahlreiche Monteure der enm in den einzelnen Orten unterwegs, um die jeweiligen Netzanschlüsse wieder in Betrieb zu nehmen. In der Stadt Sinzig sowie in Bad Bodendorf werden die letzten Häuser im Laufe dieser Woche besucht. Alle Eigentümer, die nicht angetroffen werden konnten, sollten sich schnellstmöglich melden, damit auch sie wieder mit Erdgas versorgt werden können. Hierzu haben die Betroffenen von uns eine Mitteilung mit den entsprechenden Kontaktdaten im Briefkasten erhalten. Dies geht telefonisch unter 0261 2999-22290 oder unter hochwasser@enm.de.

Weitere Netzexperten sind aktuell unterwegs, um sich ein genaues Bild der Schäden zu machen, die das Hochwasser angerichtet hat. Bei dieser Bestandsaufnahme erfährt die Netzgesellschaft der Energieversorgung Mittelrhein (evm) tatkräftige Unterstützung durch die Kollegen der Stadtwerke Neuwied (SWN). Ein qualifiziertes Team der SWN hilft dabei, die Netzanschlüsse in Augenschein zu nehmen. Dies betrifft im Wesentlichen das Gebiet der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Zwischenergebnis: Viele Leitungen sind überhaupt nicht mehr existent, andere sind in Teilbereichen noch zu verwenden. Komplett zerstört sind auch alle Leitungen, die über die Ahr überquert hatte. Aktuell prüft die Netzgesellschaft, welche Möglichkeiten es gibt, die Versorgung zumindest provisorisch wiederherzustellen.

Unterdessen hat ein eigenes Team damit begonnen, den Neubau der im Ahrtal zerstörten Erdgasleitungen zu planen. „Das ist keine triviale Aufgabe, weil hier viele Faktoren zusammenkommen. Hier müssen Aufräumarbeiten, Straßenbau, der Bau von Versorgungsleitungen sowie viele andere Arbeiten koordiniert werden. Wir gehen aber davon aus, dass alles Hand in Hand laufen wird, damit die zerstörte Infrastruktur so schnell wie möglich wiederhergestellt werden kann“, erläutert Marcelo Peerenboom. Insgesamt werden die Arbeiten einige Monate in Anspruch nehmen.

Die Energienetze Mittelrhein weisen aus gegebenem Anlass zudem darauf hin, dass Betroffene nicht versuchen sollen, ihre Gasanlagen selbst zu reparieren. „Daher ist es wichtig, dass die Bürger unsere Monteure ins Haus lassen, damit diese eine Bestandsaufnahme durchführen und die nächsten Schritte festlegen können. Unsere Monteure sind einheitlich gekleidet und können sich ausweisen“, stellt der Pressesprecher fest. Um die Heizungen und andere Anlagen sollte sich das ein Installationsunternehmen kümmern.

Für alle betroffenen Bürger hat die enm alle Informationen rund um die Hochwasser-Katastrophe auf einer Internetseite zusammengestellt. Sie ist unter enm.de/hochwasser erreichbar. Dort befindet sich auch eine Liste der Orte, in der der aktuelle Versorgungsstand angezeigt wird. Die Energieversorgung Mittelrhein steht darüber hinaus ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Wer Fragen zur Erdgas-Lieferung und Abrechnung hat, kann sich unter 0261 402-11111 oder serviceteam@evm.de an den Kundenservice wenden.

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Hochwasser-Hilfe: Kreis Ahrweiler warnt vor Antrags-Betrügern

Ahrweiler – Die Kreisverwaltung Ahrweiler warnt vor Betrügern, die vom Hochwasser betroffene Menschen angeblich beim Ausfüllen der Soforthilfe-Anträge unterstützen wollen. Die Betroffenen sollten ihre persönlichen Daten nur an vertrauenswürdige Personen herausgeben, rät die Kreisverwaltung. Es gebe Verdachtsfälle von Missbrauch, dass unseriöse Helfer beim Ausfüllen der Anträge ihre eigenen Bankdaten angeben, um das Geld abzugreifen.

Die Soforthilfe des AW-Kreises dient dazu, den betroffenen Menschen kurzfristig Geld für lebensnotwendige Besorgungen zur Verfügung zu stellen. Pro Haushalt werden zwischen 1000 und 2000 Euro bereitgestellt. Auf dem entsprechenden Soforthilfe-Spendenkonto der Kreisverwaltung sind bislang fast 14 Millionen Euro eingegangen. Durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung konnte der Kreis bislang bereits 3,4 Millionen Euro direkt auszahlen. Spendenkonto: Kreissparkasse Ahrweiler, IBAN DE 86 5775 1310 0000 3394 57, Stichwort „ Hochwasserhilfe“.

Die Beantragung der Soforthilfe des Kreises Ahrweiler ist über die eingerichteten Hotlines der Kreisverwaltung Ahrweiler schnell möglich. Die Hotlines sind unter 02641 / 975-960 und -961 von Montag bis Sonntag in der Zeit von 9 bis 20 Uhr erreichbar.

Wichtig: Die durch den AW-Kreis ausgezahlte Soforthilfe ist unabhängig von der „Soforthilfe des Landes Rheinland-Pfalz“. Beide Hilfen können unabhängig voneinander beantragt werden. Die Abwicklung der Soforthilfe des Landes für den Kreis Ahrweiler übernimmt das Statische Landesamt Rheinland-Pfalz. Die Antragsunterlagen finden sich unter www.kreis-ahrweiler.de.

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Junge Seelsorgerin unterwegs im Katastrophen-Gebiet an der Ahr

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Hilflosigkeit, Erschöpfung und Dankbarkeit. Langsam kommt wieder so etwas wie Alltag in ihr Leben. Johanna Becker ist angehende Pastoralreferentin im Dekanat Ahr-Eifel und seit der Nacht vom 15. auf den 16. Juli geht sie als Seelsorgerin durch die zerstörten Orte, spricht mit Menschen, die alles verloren haben, mit Helferinnen und Helfern, die am Ende ihrer Kräfte sind und organisiert die Ausgabe von Spenden im Zelt „Kirche hilft“.

Die 28-Jährige lebt seit drei Jahren in Sinzig. Ihre Wohnung blieb verschont; Wasser und Strom waren nach wenigen Tagen wieder da. „Der erste Tag war reines Chaos“, erinnert sie sich. Trotzdem meldet sich Becker umgehend als Zusatzkraft bei der Notfallseelsorge. Da sie die Region kennt, wird sie einer ausgebildeten Notfallseelsorgerin aus Simmern zur Seite gestellt. Gemeinsam gehen sie durch die Straßen, hören zu, sehen Tränen und Fassungslosigkeit.

Bereits ab dem zweiten Tag strukturiert sich der Alltag in der Katastrophe: Die Lagebesprechung des eingerichteten Arbeitskreises „Kirche hilft“ beginnt um 9 Uhr. Anschließend geht es zum Zelt am Adenbachtor, das der Arbeitskreis zusammen mit der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ aufgebaut hat. Dort sortiert und verteilt Johanna Becker Spenden, schreibt Dienstpläne, koordiniert und vernetzt Hilfsangebote. Sie gibt ermutigende Worte zwischen Tür und Angel: „Machen Sie Pausen! Halten Sie durch!“ Oder sie führt längere seelsorgerische Gespräche; zwischen fünf bis zehn am Tag. „Da war ein Mann, der hat mich einfach angeschaut und fing gleich zu weinen an“, berichtet sie. Nach dem Gespräch am Adenbachtor hat Johanna Becker ihn noch einmal besucht, um zu schauen, wie es ihm geht.

„Momentan braucht es einfach nur ein offenes Ohr“, sagt Becker. Sie hat in ihrer Ausbildung ein pastoralpsychologisches Curriculum durchlaufen und wurde in diesem Zusammenhang für Trauer- und Seelsorgegespräche geschult. „Viele brauchen jemanden, bei dem sie einfach mal weinen dürfen.“ Viele Menschen sind nach tagelanger harter Arbeit mit ihrer Kraft am Ende. Sie hatten über Stunden Todesangst, haben Angehörige und ihre Existenzgrundlage verloren.

Die Frage nach dem Warum?

Die Frage, warum Gott so etwas zulasse, hat sie bisher nur einmal gehört, aber sich selbst oft gestellt. Eine Antwort hat sie nicht. Das gelte es auszuhalten, auch wenn ein junger Mann ihr die Frage unter Tränen gestellt habe. Sie wird stets mit den Themen Hilflosigkeit und Erschöpfung konfrontiert, aber auch mit viel Dankbarkeit für die Solidarität. „Die Menschen sind gerührt, wenn Wildfremde vor ihrer Tür stehen und helfen wollen. Doch viele Helferinnen und Helfer merken erst, worauf sie sich eingelassen haben, wenn sie hier sind“, lautet ihr Eindruck. Auch für die hat sie ein offenes Ohr.

Und immer wieder hört sie den Satz: „Wir leben noch“, sowie viele konkrete und dramatische Berichte der Anwohnerinnen und Anwohner über die Nacht als das Wasser kam. Wie geht die Pastoralassistentin selbst damit um? „Ich weine auch mal selber und wenn ich nach Hause komme, bin ich echt fertig“, gibt sie ganz offen zu. In ihrem Team achten sie aufeinander, legen Pausentage ein und können auf die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus dem Bistum Trier zählen. Auf die nächsten Wochen gesehen, wird es erst einmal so weiterlaufen. Nach der ersten Akuthilfe folgen Trauerbegleitung und die Gestaltung einer Gedenkkultur.

Johanna Becker appelliert, keine Sachspenden mehr ins Ahrtal zu liefern. Auch die Kreisverwaltung Ahrweiler bittet davon abzusehen. „Was wir wirklich brauchen, sind Geldspenden“, sagt sie und verweist auf das Spendenkonto des Bistums Trier und der Caritas sowie weitere Spendenmöglichkeiten vor Ort.

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Unwetter-Katastrophe: Personelle Unterstützung für Einrichtungen der Pflege und Eingliederungs-Hilfe

Region/Mainz – Durch die Unwetterkatastrophe sind Einrichtungen der Pflege und Eingliederungshilfe sowie die entsprechenden ambulanten Dienste, Tagespflegen, Tagesförderstätten und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vor große Herausforderungen gestellt. Einige Einrichtungen sind derzeit unbewohnbar, Bewohnerinnen und Bewohner mussten evakuiert und in andere Einrichtungen umziehen. „Hier herrscht zwischen den Einrichtungen eine große Hilfsbereitschaft, wofür ich allen Beteiligten herzlich danke“, so Sozialminister Alexander Schweitzer.

Der Minister informierte darüber, dass zur Vermittlung von Fach- und Hilfskräften der gemeinsam vom Arbeits- und Sozialministerium und der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz eingerichtete Freiwilligenpool auf die Unterstützung im Rahmen der Fluthilfe ausgeweitet wurde. Die Pflegekammer vermittelt Freiwillige des Pools an Einrichtungen und begleitet Freiwillige und Einrichtungen im weiteren vertraglichen Verfahren in enger Abstimmung mit dem Arbeitsministerium. Ursprünglich hatte der Pflegepool das Ziel, Pflege- und Eingliederungshilfe während der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Hintergrund ist, dass vom Hochwasser betroffene Einrichtungen, die ihren Betrieb mit großen Einschränkungen weiter aufrechterhalten, teilweise auf eigenes Personal verzichten müssen, da dieses selbst von der Flut betroffen sind. Einrichtungen, die evakuierte Bewohnerinnen und Bewohner aufnehmen, benötigen nun zur Pflege und Betreuung zusätzliches Personal.

„Ich danke der Pflegekammer Rheinland-Pfalz für die Unterstützung und appelliere an die Freiwilligen, die sich in diesem Pool gemeldet haben, durch ihren Einsatz in Not geratene Bewohnerinnen und Bewohner in den betroffenen und aufnehmenden Einrichtungen mit ihrer Fachlichkeit und ihrer Arbeitskraft zu unterstützen“, sagte Schweitzer.

Aktuell haben sich sechs Einrichtungen mit einem personellen Unterstützungsbedarf bei der Beratungs- und Prüfbehörde nach dem Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe, die beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung angesiedelt ist, gemeldet. Bereits drei von ihnen haben erste Unterstützung erhalten.

Sofern weitere Pflege- und Betreuungskräfte in betroffenen aber auch landesweit aufnehmenden Einrichtungen unterstützen möchten, können sie sich im Serviceportal der Pflegekammer registrieren.

Neben den freiwilligen Kräften aus dem Pool wird zudem aktuell auch geprüft, ob die Auszubildenden in den Gesundheitsfach-Berufe-Schulen für eine Unterstützung in den betroffenen Gebieten zur Verfügung stehen, ohne die Ausbildung zu gefährden.