Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Foto: Land NRW/R. Sondermann
Region/Düsseldorf – NRW schafft Papier-Unterschrift in vielen Verwaltungsverfahren ab. NRW Minister Pinkwart: Wir vereinfachen bürokratische Abläufe und erleichtern den Gang ins digitale Bürgeramt vom Sofa aus. Persönliches Erscheinen auf dem Amt, Formulare mit persönlicher Unterschrift – es sind Erfordernisse wie diese, die dem bequemen, digitalen Behördengang vom Sofa aus mitunter im Wege stehen. Deshalb legt die Landesregierung nun einen Gesetzentwurf vor, der Schriftform-Erfordernisse in rund 100 Fachgesetzen und –verord-nungen auf einen Schlag abbaut. Zudem werden mit Hilfe der neuen Experimentierklausel im E-Government-Gesetz weitere Bereiche identifiziert, in denen Ausnahmen von Formvorschriften möglich sind, um noch mehr digitale Services bereitzustellen.
Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Die Landesregierung meint es ernst mit dem Abbau komplizierter Bürokratie und will Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen eine moderne digitale Servicekultur bieten. Auf diesem Weg kommen wir voran: Das Wirtschafts-Service-Portal.NRW bietet mehr als 70 Dienstleistungen digital an, bald werden es hunderte sein. Nun schaffen wir die Schriftform-Erfordernis in rund 100 Fachgesetzen und Verordnungen ab. Das ist nur der erste Schritt: Probeweise wollen wir Ausnahmen von Zuständigkeits- und Formvorschriften auch in vielen anderen Bereichen zulassen, um noch mehr durchgängig digitale Services anzubieten und die Arbeit der Verwaltung zu vereinfachen. Das Ziel ist klar: Ende 2022 soll der digitale Gang ins Rathaus die Regel und nicht mehr die Ausnahme sein.“
Eine Vielzahl von Verwaltungsleistungen kann künftig bequem auf rein digitalem Weg per E-Mail beantragt werden. Dies betrifft viele Lebensbereiche: Von der Beantragung der Fischereierlaubnis über die Inanspruchnahme von Pflegezeit für Beamtinnen und Beamten bis hin zur Zulassung zum Notenverbesserungsversuch für Juristinnen und Juristen im zweiten Staatsexamen.
Ihre Daten können Bürgerinnen und Bürger dazu auf www.servicekonto.nrw hinterlegen. Mit dem Smartphone und dem neuen Personalausweis können sie sich so über eine zertifizierte App des BSI sicher digital authentifizieren. Die Anmeldung ersetzt die Unterschrift auf Papier und ermöglicht eine vollständig digitale Antragstellung.
Viele Behördengänge werden so überflüssig, weil Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen die Angelegenheiten mit ihrer Verwaltung online regeln können. Zudem betont das Verwaltungsverfahrensgesetz NRW nunmehr, dass in allen Verwaltungsverfahren statt der Papierform möglichst elektronische Verfahren angeboten werden sollen.
Die Ministerien und der Ministerpräsident des Landes können aufgrund einer neuen Experimentierklausel im E-Government-Gesetz NRW weitere Bereiche in ihrer Zuständigkeit identifizieren, in denen zur Erprobung digitaler Arbeitsweisen in der Verwaltung Ausnahmen von Zuständigkeits- und Formvorschriften zulassen wollen. Die Landesregierung sieht dabei auch ein gesetzlich verankertes Antragsrecht der Kommunen vor, damit gerade die Behörden vor Ort aus ihren konkreten Erfahrungen mit den Bürgerinnen und Bürgern heraus, Bereiche vorschlagen können, in denen eine Erprobung digitaler Arbeitsweisen sinnvoll ist.
Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, CIO der Landesregierung Nordrhein-Westfalen: „Wir benötigen solche Freiräume, um neue Ideen auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Der Gesetzentwurf hilft uns hierbei und schafft damit gute Voraussetzungen für eine bessere und innovativere Digitalisierung der Landesverwaltung.“
Professor Peter Arens von der ZDF-Hauptredaktion Geschichte und Wissenschaft hält die Hauptrede beim diesjährigen Volkstrauertag. Foto: ZDF/Jana Kay
Sinzig-Bad Bodendorf – ZDF-Journalist Arens spricht über die Rolle der Medien in Krisenzeiten. Öffentliche Gedenkfeier des Kreises Ahrweiler in Sinzig-Bad Bodendorf. Der Germanist, Autor und Fernsehproduzent Professor Peter Arens hält die Rede bei der Gedenkfeier des Kreises Ahrweiler zum Volkstrauertag am Sonntag, 14. November 2021, um 15 Uhr, auf dem Soldatenfriedhof in Sinzig-Bad Bodendorf. In seiner Gedenkrede wird Arens die Katastrophen des 20. und 21. Jahrhunderts beleuchten und die Frage erörtern, wie unsere Gesellschaft mit Konflikten und fraglichen Ideologien umgeht und welche Rolle und Verantwortung dabei den Medien zukommt.
Arens leitet im ZDF die Hauptredaktion „Geschichte und Wissenschaft“ und ist unter anderem für die Sendungsformate „Terra X“, „ZDF History“, „Leschs Kosmos“ und „37°“ verantwortlich. Darüber hinaus hat er die Dokumentationsreihe „Die Deutschen“ mitgeleitet und zeichnet verantwortlich für zahlreiche Bücher, darunter die „Deutschland-Saga“ und die „Europa-Saga“.
Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen nur geimpfte, genesene oder aktuell getestete Personen teilnehmen (3G-Regel). Ein entsprechender Nachweis ist am Eingang zu erbringen. Vor Ort erfolgt eine Kontaktdatenerfassung unter anderem über die Luca- oder Corona-Warn-App. Des Weiteren gelten die allgemeinen Hygiene-Regeln (Abstandsgebot, Handdesinfektion und Maskenpflicht beim Ein- und Ausgang).
Bei der Gedenkstunde, zu der die jüngere Generation ausdrücklich eingeladen ist, sprechen Pfarrerin Kerstin Laubmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Remagen-Sinzig und Dechant Frank Klupsch von der Katholischen Pfarrgemeinde Remagen Eingangsworte und Gebet. Der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL spricht zu den Anwesenden. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Posaunenchor Bad Neuenahr.
Im Gedenken an die Opfer der Kriege werden Trauerkränze durch die Landesregierung Rheinland-Pfalz, die Bundeswehr, den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie den Sozialverband VdK niedergelegt. In Bad Bodendorf sind rund 1200 Soldaten beerdigt, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in der Region fielen oder in den Kriegsgefangenenlagern Remagen und Sinzig starben. Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag für alle Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft.
Tobias Stadtfeld (m.), Hotel Heidsmühle Manderscheid, erhält als EIFEL-Gastgeber die Plakette vom Präsidenten der Zukunftsinitiative Dr. Alexander Saftig und Geschäftsführer der Regionalmarke, Markus Pfeifer. Foto: Eifel Tourismus GmbH
Prüm – Die Kampagne zur Einführung der Marke EIFEL ist in vollem Gange, sie wird schon von vielen Menschen gelebt. Im Auftrag der Zukunftsinitiative steuert die Eifel Tourismus GmbH diesen Prozess. Wirtschaftsförderer, Touristiker, kommunale Vertreter und Vertreter der Kammern informierten sich beim 1. Markentag über den Stand der Dinge.
Alle Beteiligten waren sich einig: Der 1. Markentag war ein voller Erfolg. Foto: Eifel Tourismus GmbH
Alle Beteiligten zeigten sich am Ende des 1. Markentags zur Vorstellung der Marke EIFEL vollauf zufrieden. Aloysius Söhngen, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Eifel Tourismus GmbH, und Dr. Alexander Saftig, Landrat des Landkreises Mayen-Koblenz und Präsident der Zukunftsinitiative Eifel, hatten am 4. November in die Karolingerhalle in Prüm eingeladen, um die Marke EIFEL und den Prozess zur Einführung der Marke näher vorzustellen. Wirtschaftsförderer, Touristiker, kommunale Vertreter und Vertreter der Kammern aus der nordrhein-westfälischen und rheinland-pfälzischen Eifel waren gekommen, um sich zu informieren. „Die Eifel ist eine der lebenswertesten ländlichen Regionen Europas. Gemeinschaftlich identifizieren und gestalten wir unsere zukünftigen Lebenswelten“, betonte Söhngen zu Beginn der Veranstaltung die Vision der Marke EIFEL.
Klaus Schäfer, freier Journalist, Kommunikationsberater und Dozent aus Bonn, moderierte den 1. Markentag und führte in das Thema ein: „Marken müssen aufgebaut und gelebt werden. Sie haben viel mit Emotionen zu tun und sie brauchen einen Kern“.
In wenigen Regionen Deutschlands firmieren Wirtschaftsregion und Tourismusregion unter einem Dach. Meist stehen sie nebeneinander und haben wenige Verknüpfungen, die Logos sind unterschiedlich und Bürger wie Besucher nehmen beides nicht als Einheit wahr. In der Eifel ist dies anders, damit hebt sich die Mittelgebirgsregion gegenüber anderen, vergleichbaren Regionen positiv ab. Die Marke EIFEL entspricht der Region Eifel.
Der Prozess, die Marke EIFEL aufzubauen und in das Bewusstsein der Menschen in der Region und außerhalb zu bringen, ist in vollem Gange. Doch was verbirgt sich hinter der Marke EIFEL? Wie ist sie aufgebaut und wer ist maßgeblich daran beteiligt? Wer gestaltet den Prozess? Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, brachte den Teilnehmern das Konzept näher. „Eine Marke ist emotional und benötigt ein Wertegerüst“, hob er hervor. Die Identität der Eifelerinnen und Eifeler verglich Schäfer mit einem Baum. Die Menschen schöpfen ihre Kraft aus der Tiefe und sind fest verwurzelt mit ihrer Region. Der Charakter bildet den Stamm: Zukunftsoffen, beständig, gelassen und optimistisch seien die Eifelerinnen und Eifeler. Die Früchte des Baums bildet die Einzigartigkeit. Die Geschichte hat die Menschen zusammenrücken lassen, sie packen Dinge gemeinsam an und vertrauen einander. „Gemeinschaft gestaltet Lebenswelten“, brachte Schäfer den Kern der Marke EIFEL auf den Punkt.
Die Marke EIFEL ist das Dach, darunter stehen gleichberechtigt die drei Säulen Wirtschaftsstandort, Tourismusregion und Qualitätsanbieter nebeneinander. „Es ist die Marke für die Eifel, die Sie Ihren Bürgerinnen und Bürgern und den Unternehmen zur Verfügung stellen können“, betonte Schäfer. Die Eifel Tourismus GmbH führt im Auftrag der Zukunftsinitiative EIFEL die Marke EIFEL.
Erfolgreiche Markenbeispiele Münsterland und Allgäu
Tourismus ist auch immer ein starker Wirtschaftsfaktor, sagte Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin des Tourismus NRW e.V. und Vizepräsidentin des Deutschen Tourismusverbandes. Beides gehöre zusammen. In Zukunft müsse man noch mehr über Zielgruppen nachdenken und junge Menschen mehr in ihrer eigenen Sprache ansprechen. Vor allem in Hinblick auf die Anwerbung von Fachkräften. Die Standortverantwortlichen müssten mehr auf Emotionen eingehen, ist Döll-König überzeugt. Die Qualität im Tourismus wie beim Wirtschaftsstandort sei das A und O. „Das ist kein Sparprogramm“.
Eine Region, wo Standort- und Tourismusmarketing Hand in Hand gehen, ist das Münsterland. Michael Kösters, Generalbevollmächtigter Münsterland e.V. und Bereichsleiter Tourismus, erläuterte, wie sich der Prozess zur Marke im Münsterland entwickelte. Er sei ähnlich abgelaufen wie in der Eifel, erklärte Kösters. Es seien Bürger befragt worden, die Kommunen eingebunden worden und es habe Workshops gegeben. „Münsterland. Das Gute Leben“ – dies ist die Kernaussage, mit der das Münsterland für seine Region wirbt. Tourismus und Wirtschaftsstandort treten dort einheitlich als eine Marke auf. „Eine Marke muss leben und es braucht viel Zeit, sie aufzubauen“, meinte Kösters.
Eine weitere Region, in der ein starker Tourismus und eine starke Wirtschaft zu einer Marke zusammengefügt wurden, ist das Allgäu. Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu GmbH, wurde per Video eingespielt. Das Allgäu ist schon seit zehn Jahren als einheitliche Marke unterwegs. „In der Region gab es ein großes, gemeinschaftliches Wollen in verschiedenen Bereichen der Politik“, sagte Joachim. Und so haben sich im Markenprozess viele kleine Bausteine zur endgültigen Marke zusammengefügt.
Untermauert werden die verschiedenen, erfolgreichen Markenprozesse durch die Wissenschaft. Dr. Sebastian Elbe ist in der wissenschaftlichen Politikberatung tätig und Geschäftsführer des Unternehmens „SPRINT“ in Darmstadt. Mit seiner Beratungsfirma hat er schon viele Regionen begleitet und hob für die Eifel gleich einen Standortvorteil hervor: „Bei Ihnen fallen Naturraum und Wirtschaftsraum zusammen und die Region hat eine gute Größe, damit sie wahrgenommen wird“. Selbst von den Werten und Qualitäten der Marke überzeugt sein, vorhandene Kräfte bündeln und in professionelle Strukturen überführen, seien Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markenprozess.
Die drei Säulen der Marke EIFEL
Unter dem Dach der Marke EIFEL stehen drei Säulen: Die Wirtschaft, der Tourismus und die Qualität. Wie diese Säulen mit Leben gefüllt werden, erläuterten Klaus Schäfer, sein Stellvertreter Wolfgang Reh und Markus Pfeifer, Geschäftsführer der Regionalmarke Eifel.
„Der Wettbewerb der Wirtschaftsregionen ist bereits in vollem Gange. Wir müssen überregional unterwegs sein und die Eifel über den Naturraum hinaus positionieren“, erläuterte Klaus Schäfer. Dabei müsse die Eifel auch in Beziehung zu den umliegenden Ballungsgebieten wie Aachen, Koblenz, Trier, Köln und Bonn gesetzt werden. Diese hätten ein enormes wirtschaftliches Potenzial, was für die Eifel genutzt werden könne. Die Tourismusmarke Eifel sei schon länger bekannt und sehr stark. Die Aufgabe sei es nun, diese Bekanntheit auf den Wirtschaftsstandort zu übertragen. Es gebe schon viele Organisationen in der Region, die sich erfolgreich um den Wirtschaftsstandort kümmerten. Diese Exzellenzen müssten nun auch kommuniziert werden. „Die Marke EIFEL lebt und wir arbeiten bereits damit“, freute sich Schäfer und betonte, dass nur Beispiele kommuniziert würden, die tatsächlich aus der Eifel stammen. Mehr als 120 Firmenportraits seien schon erstellt worden, die über die Webseite www.standort-eifel.de, soziale Medien und Printmedien publiziert wurden. Nun gelte es, möglichst viele Menschen zu Botschafterinnen und Botschaftern der Eifel zu machen. „Jeder, der möchte, kann Markennutzer werden“.
Die Perspektive müsse sich ändern und Tourismus und Wirtschaftsstandort als eine Einheit gesehen werden, erläuterte Wolfgang Reh. Der Tourismus sei oft ein Impulsgeber und spiele eine große Rolle. Für die Tourismusorganisationen bedeute dies ein erweitertes Rollenverständnis. „Wir können die Kommunikationsstärke der Tourismusorganisationen nutzen“. Die Eifel Tourismus GmbH habe die Eifel zu einer der führenden Freizeitregionen in Deutschland entwickelt, nun komme die Markenführung hinzu.
Die dritte Säule ist die Qualität – dafür steht seit vielen Jahren die Regionalmarke EIFEL. Geschäftsführer Markus Pfeifer erinnerte an die Gründungszeiten und die großen Herausforderungen, die Regionalmarke zu etablieren. „Wir haben uns von einer Regionalmarke zu einer Qualitätsmarke entwickelt“, sagte Pfeifer und nannte als Beispiel die Arbeitgebermarke. In dem Netzwerk seien 38 EIFEL Arbeitgeber vertreten, bei denen rund 8.000 Mitarbeiter beschäftigt seien. „Wir wollen die Eifel als attraktivste ländliche Region Deutschlands positionieren“, meinte Markus Pfeifer. Der Grundstein dafür ist gelegt.
Markennutzer werden
Erste Markennutzer konnten schon gewonnen werden. Aloysius Söhngen überreichte beim 1. Markentag die Urkunden und Plaketten an erste ausgewählte Markennutzer. Den Bereich Wirtschaft vertraten Eva Maria Deisen, Produktdesignerin, und Julia Lenartz, Designerin. Für den Tourismus steht das Euvea-Hotel, vertreten durch Ferdinand Niesen und Thomas Metzger. Die Qualitätssäule wurde vertreten durch Helena Nickels und Herbert Zahnen vom Unternehmen Zahnentechnik GmbH und von Tobias Stadtfeld vom Hotel Heidsmühle.
Die Gründe, warum Unternehmen sich in der Eifel gründen sind vielfältig, Julia Lenartz hob zwei davon besonders hervor: „Hier ist es wunderschön und ich erreiche hier in der Eifel für mein Unternehmen mehr Sichtbarkeit als in der Masse der Stadt“.
Ahrtal/Mainz – Wiederaufbau Ahrtal – Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Erste Meilensteine in Richtung Normalität erreicht. „Wir haben erste Meilensteine beim Wiederaufbau im Ahrtal erreicht, die Schritt für Schritt mehr Normalität bringen. Wir sind natürlich noch weit davon entfernt, dass dort Alltag ist und ich kann nur erahnen, wie schwer die seelischen Wunden sind, die viele Menschen erlitten haben. Umso wichtiger ist es für sie, dass wir heute das Signal setzen, dass es vorangeht“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Landtag bei der aktuellen Debatte „Fortschritte beim Wiederaufbau im Ahrtal – Herausforderungen gemeinsam stemmen“.
Mittlerweile seien Fortschritte erreicht worden, von denen im Sommer niemand zu hoffen gewagt habe. Die Hauptschlagader für die Wärmeversorgung von Bad Neuenahr-Ahrweiler sei wiederhergestellt und konnte nach 100 Tagen wieder in Betrieb genommen werden. Normalerweise sei das ein Prozess, der fünf Jahre dauere. „In dieser Woche konnte die zerstörte Ahrtalbahn wieder in Betrieb genommen werden, auch das viel schneller als erwartet. Das sind ganz wichtige Momente für die betroffenen Menschen, die deutlich machen, dass es besser wird. Sie zeigen, wie gut im Ahrtal alle Beteiligten kooperieren“, so die Ministerpräsidentin weiter. Sie wünsche sich, dass es so weitergehe beim Aufbau der Infrastruktur.
Es sei von Anfang an immer die Prämisse der Landesregierung gewesen, allen Betroffenen möglichst schnell und unkompliziert zu helfen. Bislang seien an Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte rund 133,7 Millionen Euro Soforthilfen ausgezahlt worden. „Wir haben Einzelgespräche mit denjenigen geführt, die im Flutgebiet ihr Haus nicht mehr aufbauen können, und wir haben über das neue Hochwassergebiet in 17 Einwohnerversammlungen informiert“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Alle Menschen könnten sich mit ihren Einzelproblemen bei Land und Kommunen melden. Wichtig seien auch die Hotlines sowie die Face-to-Face-Beratungsstruktur der mittlerweile 20 Infopoints.
Zum Thema Schule sagte die Ministerpräsidentin, dass es eine große Leistung sei, dass die Klassenverbände immer zusammenbleiben konnten und der Betrieb wieder weitestgehend planmäßig laufe. Da die Schäden im klassifizierten Straßennetz so immens seien, wurde mit dem „Projektbüro Wiederaufbau Ahrtal“ eine eigene Organisationseinheit aufgebaut, um vor Ort gemeinsam mit den Kommunen zu planen. Die Mobilfunknetze seien schon in den ersten Wochen vollständig wiederhergestellt worden. Die größere Aufgabe sei die Wiederherstellung der Festnetzinfrastruktur, bei der das Land und insbesondere das Digitalministerium die Unternehmen unterstütze.
„Die Menschen haben aber nicht nur materielle Schäden erlitten. Viele haben Schlimmes erlebt und brauchen Hilfe, um die Bilder jener Nacht zu verarbeiten“, sagte die Ministerpräsidentin. Gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern und Partnerinnen habe die Landesregierung zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, von psychosozialen Soforthilfen und Nachsorge bis zu einem Trauma-Therapiezentrum, das im Dezember seine Arbeit aufnehmen wird.
„Diese Beispiele zeigen, wie viel wir in allen Bereichen im Ahrtal schon bewegen konnten. Mein Dank gilt allen, die diese Herausforderung gemeinsam stemmen, den Menschen in der Region, den vielen freiwilligen Helfern und Helferinnen, den Kommunen, den Verwaltungen und Stäben. Gemeinsam arbeiten wir an einem Zukunftstal. Die Bewohner und Bewohnerinnen waren immer stolz auf ihr Tal, das soll auch in Zukunft in einer Modellregion wieder so sein“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Landesregierung wisse, dass trotz aller Fortschritte die Herausforderungen immens seien. Nach der Katastrophenphase werde man in der Wiederaufbauphase daher auch die kommunalen Verwaltungen personell unterstützen. Aus der Landesverwaltung und der Bundesverwaltung stünden mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit.
Engagiert für UNICEF: Im Rahmen geladener Gäste erhalten Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch das Bundesverdienstkreuz von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (rechts). Foto: Copyright: Stadt Aachen / Andreas Herrmann
Aachen – Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat am Mittwoch, 10. November, Im Krönungssaal des Aachener Rathaus Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Das Ehepaar hat sich 25 Jahre herausragend und weltweit für in Not geratene Kinder und Jugendliche engagiert. Die beiden haben zwei Kinder. Silke Fock-Kutsch ist Fotoreporterin und Manfred Kutsch ist auch nach seinem Ausscheiden aus der Redaktion des Medienhauses Aachen noch als Freier Journalist tätig.
Seit 1995 setzen sich die beiden im Rahmen der jährlichen UNICEF-Aktion des Medienhaus Aachen unermüdlich dafür ein, die Anliegen von UNICEF in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und zu unterstützen. Dieses Engagement ging von Beginn an weit über eine rein journalistische Arbeit hinaus. Auf ihren mittlerweile 30 UNICEF-Projektreisen in alle Weltregionen hat das Ehepaar sensible und einfühlsame Reportagen und berührende Fotodokumentationen erstellt. Im Mittelpunkt ihres Engagements steht die Hilfe für Kinder in Not. Die seit 25 Jahren durchgeführten Aktionen behandeln ein breites Themenspektrum von entwicklungspolitischen Themen wie Gesundheit und Überlebenssicherung oder Bildung, Kinderrechtsverletzungen wie Kinderhandel oder Kinderarbeit. Mit viel Mut und Belastungsfähigkeit nehmen sie die strapaziösen und teilweise gefährlichen Projektreisen auf sich, gehen auch große persönliche Risiken ein.
„Ein enormes Engagement, das von Aachen aus durch Sie beide initiiert wurde. Sie haben durch Ihre Reportagen mitgeholfen über zehn Millionen Euro Spenden für Kinder in Not zu mobilisieren, mit denen UNICEF den Kindern wirksam helfen konnte,“ sagt Keupen mit Anerkennung für den Einsatz des Paares.
Kindern in Not ein Gesicht und eine Stimme gegeben
Fock-Kutsch macht vor Ort in den Krisengebieten mit viel Einfühlungsvermögen Fotos, um die sensiblen Reportagen ihres Mannes zu bebildern. Der herausragende Verdienst des Ehepaars besteht darin, dass sie nicht nur Zahlen und traurige Statistiken präsentieren. Darüber hinaus geben sie Kindern in Not in respektvoller Weise ein Gesicht und eine Stimme, indem sie die bewegenden Einzelschicksale dokumentieren.
Über die reine Berichterstattung hinaus war und ist es dem Ehepaar ein großes Anliegen, über die Situation der Kinder weltweit und die Arbeit von UNICEF zu informieren. Auf über 200 Vorträgen und zahlreichen Veranstaltungen in Schulen, Kultureinrichtungen und anderen Institutionen, sogar regelmäßig in der Justizvollzugsanstalt Aachen, berichtete das Paar über seine Erfahrungen und Begegnungen, um insbesondere bei jungen Menschen ein Bewusstsein für die Situation und die notwendige Solidarität mit den notleidenden Kindern zu schaffen.
Auch in lokalen Projekten tätig
Auch auf lokaler Ebene in Aachen setzt sich das Ehepaar in unterschiedlichen Projekten für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz in einer vielfältigen Gesellschaft ein und inspirieren auch andere sich zu beteiligen zum Beispiel im Rahmen des Projektes „Offenes Aachen“ der Bürgerstiftung Aachen.
Manfred Kutsch wurde 1997 für sein Buch „Kleine Hände – krummer Rücken – Eine Reportage über Kinderarbeit in Brasilien“ mit dem Journalistenpreis „Entwicklungspolitik“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgezeichnet. 2008 wurde dem Paar Kutsch gemeinsam der Journalistenpreis „Ente“ des Bezirksvereins Aachener Presse verliehen.
Altenahr/Mainz – Innenminister Roger Lewentz hat der Verbandsgemeinde Altenahr (Landkreis Ahrweiler) eine Förderung aus dem Sondervermögen „Aufbauhilfe 2021“ in einer Gesamthöhe von 9,95 Millionen Euro bewilligt. Mit der Förderung sollen die im Nachgang der Flutkatastrophe angefallenen Abfallentsorgungskosten im Bereich von Straßen, Wegen, Plätzen und Gewässern im Verbandsgemeindegebiet erstattet werden.
„Für den Wiederaufbau der öffentlichen Infrastruktur im Ahrtal war es unbedingt erforderlich, die Straßen, Wege und Plätze zunächst zu räumen. Bei den enormen Zerstörungen durch die Flut wurden teils ganze Häuser, Bäume und Autos sowie Unmengen an Hausrat weggerissen und kilometerweit verteilt. Bei der Beseitigung dieses Unrats mussten auch gefährliche Stoffe wie Schlamm und Öl aufwendig entfernt werden. Mit der einhundertprozentigen Förderung dieser Kosten aus dem Aufbauhilfefonds wird die Verbandsgemeinde hierbei finanziell umfassend unterstützt“, so Innenminister Roger Lewentz.
Die Verbandsgemeinde Altenahr wurde durch die Flutkatastrophe hart getroffen. Die enorme Zerstörung im Gebiet der Verbandsgemeinde führte dazu, dass zahlreiche Straßen, Plätze, Parks und Brücken durch die großen Mengen an Abfall zerstört, beschädigt oder unpassierbar wurden.
Für die Erstattung der entstandenen Kosten zur Beseitigung des Abfalls stellte die Verbandsgemeinde Altenahr zwei Anträge über insgesamt 9,95 Millionen Euro aus dem Aufbauhilfefonds. Der erste Antrag über 4,95 Millionen Euro wurde bereits Ende Oktober bewilligt. Nun erfolgte auch die Bewilligung des Folgeantrags über eine Fördersumme von weiteren 5 Millionen Euro.
Bereits Anfang Oktober hat der Landkreis Ahrweiler eine Förderung für die angefallenen Kosten zur Abfallerfassung und -entsorgung in Höhe von 67 Millionen Euro erhalten.
Mit wenigen Klicks kann man Problemstellen erfassen und Maßnahmen vorschlagen. Auch Fotos der potenziellen Gefahrenstellen lassen sich einfach einbinden. Foto: VG Pellenz
Plaidt – Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Pellenz können ab sofort Starkregen- und Hochwasser-Problemstellen online melden. Hierzu wurde eigens eine Web-Anwendung zur Meldung von Problemstellen und Maßnahmenvorschlägen entwickelt. Die Anwendung wurde jetzt auf dem ersten Bürger-Workshop in Plaidt vorgestellt.
Zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzept der Verbandsgemeinde Pellenz sind Bürgerworkshops und öffentliche Ortbegehungen in den einzelnen Ortsgemeinden vorgesehen. Bei den für das Frühjahr 2022 geplanten Ortsbegehungen soll gemeinsam die Situation in der Örtlichkeit betrachtet werden. Daneben steht zur Bürgerbeteiligung auch eine eigens für das Projekt eingerichtete Web-Anwendung zur Verfügung.
Über diese Online-Anwendung können von der Bevölkerung fortlaufend Hochwasser- und Starkregenproblemstellen sowie Maßnahmenvorschläge verortet und gemeldet werden. Diese Meldungen aus der Bevölkerung bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Vorsorgemaßnahmen zur Reduzierung der Folgen von Hochwasser- und Starkregenereignissen in der Verbandsgemeinde Pellenz.
„Für eine möglichst zielgerichtete Planung und Koordination der Workshops und Ortsbegehungen, können bekannte Problemstellen und Maßnahmenvorschläge gerne bereits im Vorfeld zu den kommenden Veranstaltungen über die Web-Anwendung angeregt werden“, erklärt Christoph Ingenhoff vom Planungsbüro Björnsen Beratende Ingenieure GmbH, Koblenz.
Die einfache und selbsterklärende Web-Anwendung ist online und über den Link https://tinyurl.com/hwsk-pellenz zu erreichen. Der Zugriff auf die Webseite erfolgt ohne Passwortschutz und Zugriffsbeschränkung und kann von jeder Person ohne Vorkenntnisse bedient werden.
„Mit Hilfe der Internet-Anwendung haben die Bürgerinnen und Bürger – neben den Workshops und den Ortsbegehungen – die Möglichkeit, sich an der Planung des Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepts in der Pellenz zu beteiligen. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv zu beteiligen“, so Bürgermeister Klaus Bell.
An der Gedenkstele für alle Opfer des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (v.r.) Anna von Laufenberg, die das Denkmal entworfen hat, Franz Albert „fa“ Heinen, Journalist, Buchautor und Initiator, die Rezitatorin Katia Franke, Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Landrat Markus Ramers. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – Skulptur vor dem Rathaus erinnert an alle Opfer des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und erstmals ausdrücklich auch an die geknechteten und ermordeten zivilen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen aus dem Osten. Deutlich über hundert Menschen nahmen am Dienstagabend vor dem Mechernicher Rathaus an der Enthüllung der neuen Gedenkstele teil, die erstmals an alle Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert.
Mitarbeiter aus der Führungsmannschaft des Mechernicher Rathaus, in der Mitte Dezernent Ralf Claßen und Bürger- und Politikbüro-Chefin Manuela Holtmeier, links Gesamtschulleiterin Dagmar Wertenbruch, rechts Studiendirektor Holger Stürmer aus Lückerath vom zurzeit in der Gesamtschule untergebrachten Berufskolleg Eifel des Kreises. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Erstmals im Kreisgebiet finden auf dem Mechernicher Denkmal ausdrücklich und nachdrücklich auch die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen insbesondere aus Polen und der früheren Sowjetunion Erwähnung, die hier entmenschlicht, versklavt und aus geringsten Anlässen umgebracht wurden.
„Es geht nicht um Übernahme kollektiver Schuld“, sagte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der sich ganz persönlich für die Aufstellung des Mahnmals eingesetzt und an der Formulierung des Textes beteiligt hatte: „Die vorige Generation wäre dazu nicht in der Lage gewesen, sich den Dingen so schonungslos zu stellen, aber für uns ist es jetzt an der Zeit, uns auch an diese Opfer der Terrorherrschaft aus dem Osten zu erinnern, 80 Jahre nach Anzettelung eines Weltanschauungskrieges gegen die Sowjetunion und die Entmenschlichung ihrer Einwohner.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Der Denkmaltext endet mit einem Appell: „Die Zerstörung von Demokratien beginnt mit der Ausgrenzung, Entrechtung und Entmenschlichung einzelner Bevölkerungsgruppen. Verteidigt den Rechtsstaat – Widersteht Hass und Hetze – Bewahrt Frieden!“
Unterzeichnet ist die Texttafel der Stele, deren Errichtung auf eine Initiative des Journalisten und Buchautors Franz Albert Heinen zurückgeht, von Bürgermeister, Rat und Verwaltung der Stadt Mechernich.
Vor dem Appell stehen Bekenntnis und realistische Einschätzung der damaligen Haltung in der Bevölkerung: „Einige Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt beteiligten sich an Übergriffen gegen die Opfer, viele schauten tatenlos zu, andere leisteten im Rahmen ihrer Möglichkeiten Widerstand.“
Um den Text auf der Stele nach Entwürfen der aus Lückerath stammenden Künstlerin Anna von Laufenberg war ein Jahr unter Federführung von Franz Albert Heinen, Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, Gisela Freier, Manfred Lang mit Historikern und Stadtratspolitikern gerungen worden.
Kein Weg in die Freiheit
Den künstlerischen Denkmalentwurf setzte die Hosteler Spezial-Metallbaufirma Müller aus rostendem Stahl in einer Größe von knapp drei Metern Höhe als Relief um. Den in V-2-A-Stahl gelaserten Text flankiert ein halbes Fenster als symbolischer Lichtblick einer trügerischen Hoffnung auf Freiheit, zu der zu entkommen den Opfern allerdings durch Stacheldrahtranken am Fuß des Denkmals in Wirklichkeit verwehrt blieb…
Die Einweihung fand am schicksalsschwersten Tag der Deutschen, dem 9. November, statt, an dem die Weimarer Republik ausgerufen worden war und die Berliner Mauer zwischen zwei deutschen Staaten hin zur Wiedervereinigung überwunden wurde. „Vor allem aber bleibt dieses Datum mit der Reichspogromnacht zum Auftakt einer beispiellosen Verfolgung und Vernichtung der deutschen und europäischen Juden mit am Ende sechs Millionen Holocausttoten verbunden“, so Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick.
Zu der Feierstunde mit ergreifenden Ansprachen von Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Franz Albert Heinen waren deutlich über hundert Bürger gekommen, zahlreiche Kommunalpolitiker, Schüler der Gesamtschule, Pfarrer Erik Pühringer, die stellvertretenden Bürgermeister Heinrich Schmitz und Günther Kornell sowie Landrat Markus Ramers.
Die zum Anlass passende Musik für Streichduett von W. Aeschenbacher und F. Fiorillo intonierten Nicole Besse (Violine, r.) und Johanna Stein (Violoncello). Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Die Arbeitsgemeinschaft „Schule gegen Rassismus“ um die Lehrerinnen Nelly Anton und Najla Azizi und der Chor der Gesamtschule Mechernich unter Jutta Simon-Alt intonierten einen Rapp mit Textfragmenten aus der deutschen Nationalhymne und John Lennons Friedenssong „Imagine“.
„Es ist an der Zeit…“
Unter die Haut gehender Höhepunkt der Feierstunde war die Verlesung von Opfernamen. Die Rezitatorin und Rundfunkmoderatorin Katia Franke verlieh dabei in würdevoller Weise zivilen Zwangsarbeitern, darunter fünf von Zwangsarbeiterinnen am Bleiberg geborenen und wieder verstorbenen Kindern, sowie in Mechernich erschossenen und erhängten Kriegsgefangenen als jeweils einzelnen Menschen und Individualpersönlichkeiten Erinnerung, Trauer und Anteilnahme.
„Es geht nicht um Übernahme kollektiver Schuld“, sagte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der sich ganz persönlich für die Aufstellung des Mahnmals eingesetzt und an der Formulierung des Textes beteiligt hatte: „Die vorige Generation wäre dazu nicht in der Lage gewesen, sich den Dingen so schonungslos zu stellen, aber für uns ist es jetzt an der Zeit, uns auch an diese Opfer der Terrorherrschaft aus dem Osten zu erinnern, 80 Jahre nach Anzettelung eines Weltanschauungskrieges gegen die Sowjetunion und die Entmenschlichung ihrer Einwohner.“
Der bekannte frühere Stadt-Anzeiger-Redakteur Franz Albert Heinen (Kürzel „fa“) und Buchautor („Die Ordensburg Vogelsang“, „NS-Ordensburgen: Vogelsang, Sonthofen, Krössinsee“, „Abgang durch Tod – Zwangsarbeit im Kreis Schleiden 1939-1945“), sprach der Stadt Mechernich zu Beginn seiner Ansprache eine „vorbildliche Erinnerungskultur“ zu.
An der jahrzehntelangen Aufarbeitung der Geschichte und des Schicksals jüdischer Familien aus dem heutigen Stadtgebiet hätten sich auch Kinder und Jugendliche der früheren Hauptschule Mechernich unter Anleitung ihrer Lehrerin Gisela Freier, aber auch anderer Bürgerinnen und Bürger wie der Kommernerin Christine Hiller beteiligt.
Nun habe sich die Stadt am Bleiberg mutig und unerschrocken der Aufarbeitung und dem Gedenken an alle Opfergruppen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gestellt, insbesondere an die Zwangsarbeiter, an die kaum noch erinnert werde. Pünktlich zur Denkmalenthüllung lieferte die Gemünder Druckerei Wallraf 1500 Flyer mit einem Layout von Kathrin Wallraf und informativen Texten von Gisela Freier, F.A. Heinen und Manfred Lang.
Euthanasie und Zwangsterilisation
Darin wird das Schicksal der geknechteten und ermordeten Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen beleuchtet, die in den Mechernicher Bleigruben, aber auch auf Bauernhöfen und zum Teil auch in Betrieben und sogar kirchlichen Einrichtungen zum Arbeitseinsatz kamen. Das kostenlos im Rathaus erhältliche kunstvolle Druckwerk gibt im DIN-A-6-Format aber auch Auskunft über die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Mitbürger, Zwangssterilisationen am Mechernicher Krankenhaus und Euthanasiemorde an behinderten Kindern und Erwachsenen.
„Bei der Vorstellung meines Buches über Zwangsarbeit im Altkreis Schleiden vor einigen Jahren habe ich ohne jede konkrete Absicht beiläufig gesagt, dass ich mir ein Denkmal für diese unterdrückten und ermordeten Menschen wünsche – und heute stehen wir hier und enthüllen dieses Denkmal…“ Heinen zeigte sich stark beeindruckt von der „absoluten Problemlosigkeit“ und dem enormen Entgegenkommen des Stadtrats, der einstimmig für die Stele votiert hatte, und insbesondere des Bürgermeisters.
Dr. Hans-Peter Schick dankte seinerseits vor allem „fa“ Heinen „für den Anstoß und sein besonderes Engagement zur Errichtung dieser Stele“. Der Bürgermeister dankte auch Diakon Manfred Lang für die konstruktive Begleitung des Projektes vom Anfang bis zu seiner Realisierung, dessen Tochter Anna von Laufenberg für den künstlerischen Entwurf des Denkmals und seiner Frau Sabine Roggendorf, die die Stoffbahnen zur Verhüllung der Stele genäht hatte.
Dr. Schick dankte Kathrin Wallraf für die Erstellung des Flyers und den Metallbaumeistern Willi und Dirk Müller für die Anfertigung des Gedenkreliefs. Der Bürgermeister vergaß auch nicht seine engsten Mitarbeiter im Rathaus, allen voran Teamleiter Willi Göbbel und Fachgebietsleiter Holger Schmitz, Rathausmeister Rainer Schulz und der Standesbeamtin Kerstin Lehner, die alle Fäden während der Vorbereitung gewoben und in den Händen behalten hatten.
„Den Kollegen Alexander Schröder, Marcel Mey, Sven Ebmeier, Ken Derichs und Helmut Schoddel vom städtischen Bauhof danke ich für die Fundament-Erstellung, für die elektrischen Arbeiten, die Pflaster- und Pflanzarbeiten“, so der Verwaltungschef, der sich ebenfalls bei den Gesamtschülern, ihren Lehrerinnen, bei den Musikerinnen Nicole Besse und Johanna Stein und der Rezitatorin Katia Franke bedankte: „Sie versteht es wie kaum eine andere, die Zuhörer mit Ihrer Stimme zu berühren…“
Ursula Heinen-Esser Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Land NRW / R. Sondermann
Region/Düsseldorf – „Zeitalter der Green Economy – Ressourcenwende gestalten“. Zahl der Erwerbstätigen in Umweltwirtschaft auf rund 471.000 gestiegen – Umweltministerin Heinen-Esser: Von einer starken Green Economy profitieren Natur, Umwelt und Unternehmen gleichermaßen – Nordrhein-Westfalen als internationalen Vorreiter etablieren
Erste Auswertungen für den nächsten Umweltwirtschaftsbericht Nordrhein-Westfalen zeigen, dass im Jahr 2020 rund 471.000 Erwerbstätige in Nordrhein-Westfalen in der Umweltwirtschaft beschäftigt waren und Nordrhein-Westfalen damit der bundesweit größte Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft ist. Seit dem Jahr 2010 (412.000 Erwerbstätige) ist die Zahl der Erwerbstätigen damit um durchschnittlich 1,4 Prozent pro Jahr gestiegen.
Die Branche verfügt über eine enorme Innovationskraft zur Unterstützung der Ressourcenwende. Dies unterstreicht der neue „Innovationsradar“, den das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW im Auftrag des Umweltministeriums erarbeitet hat. Demnach entwickelt die Green Economy in Nordrhein-Westfalen zu vielfältigen wichtigen Zukunftsfragen wertvolle Lösungsbeiträge – vom Batterie-Recycling über Rohstoff-Neuheiten für den Bausektor, nachhaltige Textilien bis zur Digitalisierung in der Landwirtschaft.
Zur weiteren Stärkung der Green Economy baut das Land seine Förder- und Unterstützungsangebote kontinuierlich aus. Allein in den zurückliegenden Monaten hat das Umweltministerium mehrere Projektaufrufe mit einem Fördervolumen von mehr als 60 Millionen Euro initiiert. Um mit der Branche weitere Potenziale, Zukunftsthemen und Stärkungsmöglichkeiten zu diskutieren, richtet das Umweltministerium gemeinsam mit dem Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW am 10. und 11. November 2021 zum fünften Mal seit dem Jahr 2017 den SUMMIT Umweltwirtschaft aus.
„Um die ökologische Tragfähigkeit der Erde zu bewahren und die Ressourcenwende erfolgreich zu gestalten, benötigen wir nachhaltige Produktkreisläufe. Hierzu leistet die Umweltwirtschaft mit ihren Innovationen und Lösungen einen wertvollen Beitrag. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, Nordrhein-Westfalen als internationalen Vorreiter für eine starke und innovative Green Economy zu etablieren. Davon profitieren Natur, Umwelt und Unternehmen gleichermaßen“, so Ministerin Heinen-Esser.
Vorschläge für die weitere Entwicklung der Umweltwirtschaft liefert die aktuelle Studie „Impulse für die Umweltwirtschaft 2021“. Heinen-Esser: „Mit den Impulsen für die Umweltwirtschaft möchten wir insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, Innovationen zu entwickeln, Märkte zu erschließen und neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zu generieren. Auf dem SUMMIT 2021 wollen wir diese Impulse als Agenda für die nächsten Jahre diskutieren. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Ressourcenwende, die zahlreiche Unternehmen in Nordrhein-Westfalen schon erfolgreich vorantreiben.“
Auf dem Spitzentreffen werden umweltfreundliche Produkte, Dienstleistungen und Technologien vorgestellt. Zu den Diskutanten auf dem Podium in der „Green Debate“ mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gehört zum Beispiel das Start-up KD-Pumpen aus dem Sauerland. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt eine ressourcenschonende und nachhaltige Pumpentechnologie für die Umwelt- und Entsorgungsbranche. Mit ihrer Entwicklung überzeugte die Firma bereits im GreenVenture Forum und im KUER-Businessplan Wettbewerb des Landes.
Die Preisträger gemeinsam mit Landrat Dr. Alexander Saftig und den Kreisbeigeordneten. Foto: Kreisverwaltung / Morcinek
Region/Mayen-Koblenz – Sieben Persönlichkeiten und zwei Unternehmer erhalten Wappenteller. Es ist die höchste Auszeichnung, die im Landkreis Mayen-Koblenz verliehen wird: der Wappenteller. Geehrt werden damit traditionell jedes Jahr am 7. November, dem Geburtstag des Landkreises, Persönlichkeiten, die sich in der Region verdient gemacht haben. „Wir ehren Gesichter des Landkreises, die sich mit Herzblut engagieren, die Außergewöhnliches leisten und so den Landkreis Mayen-Koblenz nach vorne bringen“, sagte Landrat Dr. Alexander Saftig während der Feierstunde in der Krupp‘schen Halle auf dem Denkmalareal Sayner Hütte in Bendorf-Sayn. Als Dank für ihr herausragendes Engagement verlieh er zwei Frauen und fünf Männern sowie zwei Unternehmern den Wappenteller des Landkreises.
Musikalisch begleitet wurde die Verleihung der Wappenteller von einem Streicherensemble der Kreismusikschule. Foto: Kreisverwaltung / Morcinek
„Unsere diesjährigen Wappentellerträger beweisen, dass man unseren Kreis mit Engagement, Leidenschaft und ganz viel Herz in den verschiedensten Bereichen unheimlich bereichern und besser machen kann. Ob in der Kommunalpolitik, im Bereich der Migration und Integration, im kulturellen Metier, im Jugendbereich, im wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Sektor“, betonte der Landrat, der den Wappenteller an Zeynep Begen aus Bendorf, Thomas Christ aus Koblenz, Klaus Endris aus Oberfell, Rehlinde Glöckner aus Bendorf, Jan Heinemann aus Andernach und Klaus Meurer aus Münstermaifeld überreichte. Mit dem Großen Wappenteller wurden Ernst Einig aus Mendig sowie Dr. Christoph Ullmann und Volker Krause von der Laserline GmbH aus Mülheim-Kärlich geehrt. Musikalisch begleitet wurde die Verleihung der Wappenteller von einem jungen und talentierten Streicherensemble der Kreismusikschule.
Die mit dem Wappenteller ausgezeichnete Zeynep Begen aus Bendorf, so hob es der Kreischef hervor, ist ein Mensch, der für andere Türen öffnet, ihnen die Hand reicht, ihnen Wertschätzung zeigt und ihnen die Werte unserer Gesellschaft vermittelt – und genau das sei, es was man im Allgemeinen unter Integration versteht. „Sie sorgen dafür, dass gelungene Integration nicht nur eine Floskel ist, sondern Sie setzen diese in die Tat um“, lobte Landrat Dr. Saftig. Seit 2009 ist Zeynep Begen Vorsitzende des Beirates für Migration und Integration und somit Botschafterin für ein gelungenes Miteinander. Daneben ist sie unter anderem auch in der Kommunalpolitik aktiv. Von 2014 bis 2019 war Begen Mitglied im Stadtrat Bendorf und in verschiedenen Ausschüssen für die SPD-Fraktion tätig. Seit Juni 2019 gehört sie als ehrenamtliche Beigeordnete der Bendorfer Stadtspitze an.
Neben seinem Einsatz für die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg und den Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist es dem Wappentellerträger Thomas Christ aus Koblenz seit eh und je eine Herzensangelegenheit, die Anliegen und Interessen der Jugendarbeit und der Jugendverbände zur Sprache und in die Öffentlichkeit zu bringen. Seit 1997 ist Christ Mitglied des Vorstandes des Kreisjugendringes Mayen-Koblenz, seit 2001 hat er dort den Vorsitz inne und seit 2004 ist er beratendes Mitglied für den Kreisjugendring Mayen-Koblenz im Jugendhilfeausschuss im Landkreis Mayen-Koblenz. „Jugendarbeit ist für Sie vielfältig und wichtig. Dafür opfern Sie einen Großteil Ihrer Freizeit. Sie sind hoch engagiert und eigentlich immer in Sachen Jugendarbeit unterwegs“, sagte der Kreischef, dem es ein besonderes Anliegen war, zu betonen, wie wichtig der Kreisjugendring mit Thomas Christ und seinem Team für den Landkreis und für die Gesellschaft ist.
Mit viel Energie, Leidenschaft, Augenmaß sowie zum Wohl des Landkreises, der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel und seiner Ortsgemeinde hat sich Klaus Endris aus Oberfell nahezu ein halbes Jahrhundert in der Kommunalpolitik engagiert. Der mit dem Wappenteller ausgezeichnete Endris war unter anderem 42 Jahre lang in der Gemeinde Oberfell, unter anderem als Ratsmitglied, Ausschussmitglied, Erster Beigeordneter und Fraktionsvorsitzender der FWG Oberfell aktiv. Er war als Ratsmitglied, Ausschussmitglied, Zweiter Beigeordneter und Vorsitzender der FWG Rhein-Mosel 30 Jahre lang Teil in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Und nicht zuletzt engagierte er sich 17 Jahre lang im Landkreis Mayen-Koblenz als Kreistagsmitglied, Ausschussmitglied und Geschäftsführer der FWG-Fraktion. „Lieber Herr Endris, ich ziehe meinen imaginären Hut und danke Ihnen von Herzen für Ihren herausragenden Einsatz für Mayen-Koblenz“, betonte Landrat Dr. Alexander Saftig.
Den Wappenteller auf dem Denkmalareal Sayner Hütte überreicht zu bekommen, kam für Rehlinde Glöckner aus Bendorf einem Heimspiel gleich. „Sie kann ohne Zweifel als das Herz und die gute Seele der Sayner Hütte bezeichnet werden. Nur wenige glaubten an eine neue Zukunft der Sayner Hütte als Denkmal mit einer touristischen Anziehungskraft oder gar als attraktiver Kultureinrichtung mit überregionalem Potenzial. Frau Glöckner glaubte daran und kämpfte für die Verwirklichung dieser Vision. Dafür trat sie konsequent ein“, sagte der Landrat und lobte darüber hinaus Glöckners weiteres Schaffen, mit dem sie sich im Beruf für die Wirtschaftsförderung der Stadt Bendorf, im Ehrenamt für den Aufbau der Stiftung Sayner Hütte sowie auch als Vorsitzende des Freundeskreises Sayner Hütte um unsere Heimat verdient gemacht. Glöckner war maßgeblich an der Neuausrichtung der Stadt Bendorf nach dem wirtschaftlichen Umbruch beteiligt. Unter ihrer Mitwirkung wurde unter anderem der Tourismus in Sayn neu aufgebaut.
Als bislang jüngster Preisträger in der Geschichte des Landkreises ist der 18-jährige Jan Heinemann aus Andernach mit dem Wappenteller ausgezeichnet worden. Heinemann ist der Erfinder des sogenannten Löschigels. Dabei handelt es sich um ein Löschgerät, das die Feuerwehr einsetzen kann, wenn ein brennendes Gebäude von innen gelöscht werden muss. Der junge Andernacher entwickelte einen Leiteraufsatz mit Düsen, die Wasser in unterschiedliche Richtungen sprühen lässt. Damit wird zugleich die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöht, die nicht mehr zwingend in brennende Häuser einsteigen müssen und somit ein größerer Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann. Mit dem „Löschigel“ erreichte Jan Heinemann den Bundessieg bei „Jugend forscht“ im Fachbereich Arbeitswelt. Weiterhin wurde er mehrmals beim Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz prämiert und erhielt eine Auszeichnung der Stiftung „Filippas Engel“. Leider konnte er die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen, da er als Aussteller an einer Erfindermesse in Nürnberg teilnahm. Stellvertretend für ihren Sohn überreichte Landrat Saftig den stolzen Eltern des 18-Jährigen den Wappenteller des Landkreises.
Viele kennen den Wappentellerträger Klaus Meurer aus seinem fast 20-jährigen politischen Engagement für die Grünen. Auch in den Kreisgremien ist er seit 2014 als Mitglied des Kreistages und seit Juni dieses Jahres als Fraktionsvorsitzender aktiv. Ganz aktuell wurde Meurer zudem zum stellvertretenden Vorsitzenden der überregionalen Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald gewählt. Hinzu kommt seine vielseitige Vereinsarbeit. „Als großartiger Netzwerker und Kümmerer arbeitet Klaus Meurer parteiübergreifend und immer mit ganzem Herzblut. Hartnäckig und geradlinig kämpft er für seine Ideen“, sagte der Landrat. Nicht zuletzt ist Klaus Meurer seit 2015 auch Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Maifeld, ein Herzensprojekt. Ob bei der Wohnungssuche, Möbeltransporten, der Organisation von Fahrgemeinschaften für Fahrten zu Ämtern oder Ärzten, dem Sammeln von Fahrrädern oder der Organisation von Großveranstaltungen.
Mit dem großen Wappenteller ausgezeichnet wurde Ernst Einig aus Mendig. „Sie gehören mit Ihrem über 25-jährigen kommunalpolitischen Engagement, sowie Ihrem Einsatz für den Sport, das rheinische Brauchtum und die Integrationsarbeit zu den Menschen, die unserem Landkreis ein Gesicht geben, die unsere Region prägen“, lobte Landrat Dr. Alexander Saftig das Engagement. Nicht nur im Sport- sowie in zwei Karnevalsvereinen, in denen er engagiertes Mitglied ist, liegen Ernst Einig seine Mitmenschen am Herzen. 2001 gründete er den Verein „Connect Ruandahilfe“ und war bis 2013 zweiter Geschäftsführer. Seit 2015 hat Einig einen Aktivposten in der Flüchtlingshilfe „Kaffee Kunterbunt“ mit zahlreichen Aufgaben in der Betreuung von hilfebedürftigen Familien, insbesondere bei der Beschaffung von Möbeln, Wohnungseinrichtungen und Haushaltsbedarf. Außerdem begleitet er die Menschen bei Behördengängen, Arzt- oder Schulbesuchen. Zudem war Einig bereits in jungen Jahren kommunalpolitisch aktiv und ist es bis heute: Seit 1994 ist er Mitglied im Stadtrat Mendig. Von 1994 bis 1999 und seit 2004 war und ist er Mitglied im Verbandsgemeinderat Mendig. Seit 2004 ist Einig Mitglied im Kreistag. Und nicht zuletzt ist Ernst Einig seit 2014 Mitglied im Beirat für Migration und Integration und dort seit 2019 stellvertretender Vorsitzender.
Ebenfalls mit dem Großen Wappenteller des Landkreises ausgezeichnet wurden Dr.Christoph Ullmann und Volker Krause von der Laserline GmbH aus Mülheim-Kärlich. Die beiden Technologie-Pioniere waren davon überzeugt, auf Basis der seit 1960 bekannten Laserdiode eine alternative Strahlquelle für die industrielle Lasermaterialbearbeitung entwickeln zu können – den Diodenlaser. Anfangs wurde das Projekt kaum ernstgenommen, denn die Einzeldiode schien als Baustein eines Industrielasers viel zu schwach. Ullmann und Krause aber hielten an ihrer Vision fest. Und ihr Erfolg gab ihnen Recht. „Sie haben aus einem Zweimannbetrieb ein marktführendes Unternehmen mit 15.000 Quadratmeter großem Firmengelände in Mülheim-Kärlich und mehr als 340 Mitarbeitern und Vertretungen rund um den Erdball erschaffen. Und wir als Landkreis Mayen-Koblenz sind stolz, ein solch erfolgreiches internationales Unternehmen in unserem Landkreis zu haben“, richtete der Landrat seine Worte an Dr. Christoph Ullmann verbunden mit der Bitte, die Glückwünsche an seinen am Verleihungstag verhinderten Kollegen zu überbringen.
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