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Das Bistum Trier will bis 2035 rund 110 Millionen Euro strukturell einsparen

Region/Trier – Kirchliches Leben erneuern und die Traditionen weiter entwickeln – Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg hat am heutigen Mittwoch, 26 Oktober in Trier das Konzept zur Haushaltssicherung für das Bistum Trier vorgestellt. Es trägt die Überschrift: “Bewahren – loslassen – entwickeln”. Bis 2035 will das Bistum mit verschiedenen Maßnahmen rund 110 Millionen Euro strukturell einsparen. Das Konzept sieht Kostensenkungen in unterschiedlichen Umfängen in nahezu allen Handlungsfeldern vor, ohne dass diese gänzlich aufgegeben werden, sagte der Generalvikar.

Von Plettenberg betonte, angesichts zurückgehender Ressourcen sei das Bistum an einem Punkt angekommen, der zum Fokussieren zwinge: “Was ist der wesentliche Kern unserer Aufgaben im konkreten Hier und Heute? Wie können wir auch künftig unserem Auftrag gerecht werden?” Auch angesichts der rückläufigen Zahlen der Gläubigen, der Menschen, die künftig Kirchensteuer zahlen, und derer, die einen pastoralen Beruf ergreifen, würde deutlich: “Wir kommen an unsere Grenzen angesichts der vielfältigen Aufgaben.”

Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, “was wir wie entwickeln wollen und können. Wir wollen auch in Zukunft aus der Frohen Botschaft Jesu Christi heraus mit unseren seelsorglichen, diakonischen und missionarischen Angeboten nah bei den Menschen sein.” Die Kirche im Bistum Trier werde weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine verlässliche Partnerin für Politik und Gesellschaft sein. “Wir möchten vielfältige diakonische und missionarische Orte von Kirche ermöglichen und stärken. Wir wollen Menschen in unseren Pfarreien, in den Pastoralen Räumen und darüber hinaus vernetzen und mit ihnen Gemeinschaft bilden: auf Pfarreienebene, in Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen, Gefängnissen, Hospizen. Wir wollen kirchliches Leben erneuern und dabei unsere Traditionen nicht vergessen.”

Der Verwaltungschef des Bistums erläuterte, bei der Prüfung der Angebote und Handlungsfelder sei entschieden worden, die bisherige Vielfalt so qualitativ hochwertig wie möglich weiterzuführen. “Es wird Kostensenkungen in nahezu allen Handlungsfeldern geben, ohne dass wir sie gänzlich aufgeben werden.” Die Höhe der Einsparvolumina richte sich nach den Schwerpunkten der strategischen Ausrichtung. “Statt eine Einrichtung zu schließen oder Angebote zu reduzieren, werden wir versuchen, Beteiligung an den Finanzierungen zu erreichen. Statt uns aus Bereichen zurückzuziehen, suchen wir Synergien mit anderen. Die notwendige Verwaltung, die der Pastoral dient, stellen wir möglichst schlank auf”, so nannte von Plettenberg die Grundzüge des Konzepts. Er sagte zu, dass im Zuständigkeitsbereich des Bistums keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen würden.

Im Jahr 2035 werden für den Funktionsbereich Pfarrei und Pastoraler Raum noch 137,3 Mio. Euro (2022: 147,6) zur Verfügung stehen; für die spezialisierten Felder der Seelsorge 13 Mio. Euro (13,4), für die Caritas 32,9 Mio. Euro (31,3), für katholische Schulen 20,1 Mio. Euro (18,7), für Kindertageseinrichtungen 45,8 Mio. Euro (45,8), für die Jugendseelsorge 10,4 Mio. Euro (8,6), für den Bereich Beratung und Lebenslanges Lernen 16 Mio. Euro (14,2), für die Ausbildung kirchliche Berufe 5,5 Mio. Euro (7,9), für die Bischöfliche Verwaltung 30,2 Mio. Euro (35,5), für Tagungshäuser 1,5 Mio. Euro (3,7) und für die gemeinsamen Aufgaben der Bistümer 7,7 Mio. Euro (7,7). Ein gleichbleibender Zuschuss bedeutet angesichts der zu erwartenden Lohnkosten- und Preissteigerungen damit tatsächlich eine Absenkung.

Um die Kostensenkungen möglich zu machen, haben die Verantwortlichen für die sogenannten Funktionsbereiche verschiedene Maßnahmen entwickelt. “Manche der vorgesehenen Maßnahmen sind schon konkret; andere bedürfen der Prüfung oder der Verhandlung mit Partnern. Manche greifen schon kurzfristig in einem der nächsten Jahre, andere sind längerfristig angelegt und kommen erst in einigen Jahren zum Tragen“, erklärte von Plettenberg. Jeder Haushalt werde künftig mit den Vorgaben des Haushaltssicherungskonzeptes geplant, und wie bisher schon in den Gremien beraten und vom Kirchensteuerrat verabschiedet. So könne das Bistum gut auf kurzfristige Veränderungen reagieren. Gleichzeitig werde die Umsetzung der Maßnahmen fortlaufend von einem Controlling begleitet, das unter anderem der Kirchensteuerrat wahrnimmt.

Bischof Dr. Stephan Ackermann hatte sich bei den Überlegungen für die Haushaltssicherung von einer Lenkungsgruppe beraten lassen, in der Personen aus dem ganzen Bistum vertreten waren. Das Ergebnis der Beratungen hatte Generalvikar von Plettenberg im Auftrag des Bischofs dem Kirchensteuerrat des Bistums vorgelegt, der das vorgelegte Konzept verabschiedet hat.

Das Konzept zur Haushaltssicherung im Bistum Trier mit den Hintergründen, der Prozessarchitektur und den geplanten Maßnahmen ist unter www.bistum-trier.de/haushaltssicherung einzusehen. (JR)

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Abschöpfung von Strommarkt-Erlösen

Region/Koblenz – BWV-Präsident Horper fordert Ausnahme für bäuerliche Bioenergieanlagen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck plant eine Abschöpfung von Strommarkterlösen in Deutschland, die Biogasanlagen in den Ruin treiben würde. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, kritisiert diese Überlegungen scharf: „Ein geplanter Sicherheitspuffer von nur 3 Cent/kWh deckt die Mehrbelastungen der Biogaserzeugung aufgrund der hohen allgemeinen Kostensteigerungen bei weitem nicht ab.

Eine mögliche rückwirkende Abschöpfung der Mehrerlöse ab März 2022 wird sogar viele Anlagen in den Ruin treiben, da die Einnahmen in der Regel bereits ausgegeben bzw. reinvestiert sind.“ Außerdem sei es untragbar, wenn 90 Prozent aller Erlöse abgeschöpft würden, die Anlagen durch eine flexible Fahrweise zusätzlich erzielten. Denn die flexible Fahrweise ermögliche gerade massiv, fossile Energien einzusparen. Horper: „Schmutzige Steinkohle soll unangetastet bleiben, wohingegen erneuerbare Energien die Zeche der verfehlten Energiepolitik des letzten Jahrzehntes zahlen sollen. Das ist unglaublich!“

Horper fordert Habeck auf, den Dialog mit den Vertretern der Erzeuger erneuerbarer Energien zu suchen und die fehlgeleiteten Ideen seines Hauses zu korrigieren. Bäuerliche Bioenergieanlagen müssen grundsätzlich von den Abschöpfungsüberlegungen der Bundesregierung ausgenommen werden.

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DEKRA rät zur Thermografie und Energieberatung in der Wintersaison

Region/Stuttgart – Kleine Wärmebrücke, große Wirkung. Wenn die Frostperiode beginnt, ist der richtige Zeitpunkt für ein Thermografie-Check am Gebäude. Schon kleine Wärmebrücken können verhältnismäßig hohe Energiemehrkosten verursachen oder das Raumklima beeinträchtigen, warnen die Immobilienexperten von DEKRA. Auch mit kurzfristigen und kostengünstigen Maßnahmen können viele Gebäudenutzer die energetische Qualität der Immobilie verbessern, um auch schon in diesem Winter Energie und Geld zu sparen.

Wärmebrücken und Undichtigkeiten in der Gebäudehülle bleiben häufig unentdeckt und sind meist der Grund für überhöhte Energiekosten und schlimmer, für Feuchteschäden. Diese begünstigen eine Durchfeuchtung von Bauteilen, was schlimmstenfalls zu Schimmelpilzbildung führt. Mit Hilfe der Infrarot-Thermografie können diese Schwachstellen in der Gebäudehülle, unabhängig ob Wohn-, Büro- oder Fabrikgebäude, sichtbar gemacht werden.

Die Thermografie ist nur während der Frostperiode möglich, wenn die Unterschiede zwischen Außen- und Innentemperatur groß genug sind, um in der farblichen Gebäudedarstellung aussagekräftige Rückschlüsse ziehen zu können. Werden Problemstellen – also Wärmebrücken oder Leckagen – am Gebäude entdeckt, bedeutet das nicht, dass grundsätzlich eine teure Sanierung fällig ist, betonen die Experten von DEKRA. Undichtigkeiten an Fenster- oder Außentürenflügeln können beispielsweise schnell durch einen Austausch der Abdichtungen behoben werden. Eine Thermografie umfasst:

  • Analyse der kompletten Gebäudehülle oder gezielt ausgewählter Bereiche
  • Vor-Ort-Begehung mit Erfassung des bauphysikalischen Zustandes und einer Auswertung durch einen DEKRA Energieberater
  • Aufzeigen von auffälligen Stellen direkt am Objekt
  • Schriftlicher Bericht mit Dokumentation und qualifizierter Bewertung der IR-Aufnahmen mit Empfehlungen zur Beseitigung von Schwachpunkten an der Immobilie

Die Thermografie-Ergebnisse und die folgenden Sanierungsmaßnahmen sind übrigens nicht nur für das Energiesparen wichtig. Ein gut gedämmtes Gebäude bietet grundsätzlich eine höhere Behaglichkeit in Innenräumen. Das gilt auch im Sommer: Denn gut gedämmte Gebäude halten auch während der Hitzeperioden hohe Außentemperaturen von Wohn- oder Arbeitsräumen fern und sorgen für ein angenehmes, kühles Klima.

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Spatenstich für 8 Millionen Projekt SmartQuart in Kaisersesch – Wasserstoff für die Energie-Versorgung

Kaisersesch – Bau des Wasserstoffquartiers in der Verbandsgemeinde Kaisersesch ist offiziell gestartet. Es entsteht ein wasserstoffbasiertes Microgrid für die Sektoren Wärme, Strom, Mobilität und Industrie. Als Teil des Projektes SmartQuart zeigt Kaisersesch, dass die klimaneutrale Energieversorgung schon heute möglich ist.

Wie kann Wasserstoff dazu beitragen, die Energiewende im ländlichen Raum zu gestalten? Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet der grüne Energieträger? Und ist er eine echte Alternative für den Antrieb im ÖPNV? Diese und weitere Fragen soll das Wasserstoffquartier in der Verbandsgemeinde Kaisersesch beantworten. Heute (Dienstag, 18.10.2022) trafen sich Bürgermeister Albert Jung und Karl-Heinz Berg, Erster Beigeordneter der Stadt Kaisersesch, gemeinsam mit Dr. Stefan Küppers, Technikvorstand Westenergie AG und den Projektverantwortlichen zum symbolischen Spatenstich.

„Ich bin stolz auf unsere Verbandsgemeinde, dass hier das Wasserstoffquartier als Teil von SmartQuart entsteht. Wir nehmen damit eine Vorbildrolle für innovative, klimaneutrale Quartiere in ganz Deutschland ein und tragen dazu bei, Rheinland-Pfalz als modernen und umweltfreundlichen Energie- und Wirtschaftsstandort zu stärken. Unser Quartier setzt neue Maßstäbe für den Strukturwandel und die Wertschöpfung in unserer Region“, sagt Albert Jung. „Ich freue mich, dass nach vielen Jahren nun mit SmartQuart das Wasserstoffprojekt hier in Kaisersesch wieder in den Fokus rückt und weiter vorangetrieben wird“, ergänzt Karl-Heinz Berg.

Die große Bedeutung von Wasserstoff betont auch Dr. Stefan Küppers: „Wasserstoff ist die Zukunft. Als nachhaltiger Energieträger steht er im Zentrum von Strukturwandel, Energiewende und Klimaschutz. Hier in Kaisersesch machen wir Erfahrungen mit der Wasserstoffversorgung unter realen Bedingungen. Und: Wir vernetzen Kaisersesch mit den Quartieren Bedburg und Essen. Im Verbund dieser drei unterschiedlichen Quartiere können wir zeigen, wie Energie bilanziell untereinander ausgetauscht und noch effizienter genutzt werden kann.“

Das Quartier Kaisersesch ist mit einem Investitionsvolumen von über 8 Millionen Euro Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekts SmartQuart. In Kaisersesch wird ein wasserstoffbasiertes Microgrid aufgebaut, das die gesamte Wertschöpfungskette des Energieträgers zeigt – von der Erzeugung, Umwandlung, Speicherung, Verteilung bis zur Nutzung durch die Endverbraucher*innen in den Sektoren Wärme, Strom, Mobilität und Industrie. „Durch eine neuartige Kopplung von Elektrolyse, kommunalem Klärwerk, Wärme- und Stromverbrauchern sowie Mobilitätsanwendung werden wir erneuerbare Energien über Wasserstoff in das Energiesystem integrieren. In enger Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde und den Partnern vor Ort bringen wir unsere jahrzehntelange Erfahrung aus dem Betrieb von Strom und Gasnetzen nun in den Betrieb von Wasserstoffnetzen ein“, sagt Tom Schulte, der das Quartier Kaisersesch zusammen mit Mirko Gronert leitet. Beide sind von der Westnetz GmbH, einem Netzbetreiber des Konsortialführers E.ON SE. Landrat Manfred Schnur betont die Relevanz von SmartQuart für seinen Landkreis Cochem-Zell: „Die Energiewelt von morgen braucht intelligente und flexible Lösungen auf lokaler Ebene. Dabei ist grüner Wasserstoff eine weitere Alternative. Smart Quart zeigt eindrucksvoll, wie dies im Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell gelingen kann“.

Über SmartQuart

Ein Konsortium aus elf Partnern will mit SmartQuart als „Reallabor der Energiewende“ zeigen, dass eine nahezu klimaneutrale Energieversorgung auf Quartiersebene möglich ist. In den drei Quartieren der Städte Essen und Bedburg in Nordrhein-Westfalen sowie Kaisersesch in Rheinland-Pfalz werden innovative Technologien unter Einbeziehung der Gesellschaft realisiert und auf Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz untersucht. Dabei werden die unterschiedlich dicht besiedelten Quartiere jeweils in sich selbst und miteinander vernetzt. So können sie sich im systemischen Verbund nachhaltig, wirtschaftlich und energetisch ergänzen. Durch diese Abbildung von für Deutschland typischen Arealen sind die Energielösungen in Zukunft auch auf andere Quartiere übertragbar.

Über das Konsortium

In allen drei Stadtquartieren beteiligen sich Bewohner*innen, Energieversorger sowie lokale Technologieanbieter an der Umsetzung von SmartQuart. Projektpartner sind neben der Verbandsgemeinde Kaisersesch noch E.ON SE, E.ON Energy Solutions GmbH, gridX GmbH, Hydrogenious LOHC Technologies GmbH, RWTH Aachen University, Stadt Essen, Stadt Bedburg und Viessmann Werke GmbH & Co. KG. Assoziierte Partner sind die RWE Power AG und die H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG. Die E.ON SE leitet das Projektkonsortium.

Weitere Informationen finden Sie unter www.smartquart.energy und www.kaisersesch.de/smartquart

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Stadt Mayen schließt museale Einrichtungen aufgrund Energiekrise und spart enorme Energie

Mayen – Mayener Museen schließen vom 2. November 2022 bis 15. März 2023. Der anhaltende Russland-Ukraine-Konflikt führt weiterhin zu möglichen Engpässen in der Energieversorgung. In den Medien wird verstärkt dazu aufgerufen, Ressourcen zu sparen. Auch der Stadtrat musste daher eine schwierige Entscheidung treffen.

Die musealen Einrichtungen – EifelTotal, Deutsches Schieferbergwerk und die Erlebniswelten Grubenfeld – bleiben in der Zeit vom 2. November 2022 bis 15. März 2023 vollständig geschlossen.

Durch die angekündigte Schließung kann die Stadt Mayen große Mengen an Energie und Ressourcen einsparen, um unter anderem in einem möglich eintretenden Engpass reagieren zu können.

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Energiesparen im Einzelhandel – Gemeinsame Plakat-Aktion

Meckenheim – Der Meckenheimer Verbund und die Stadt Meckenheim beteiligen sich an der Plakat-Aktion zum Energiesparen des Einzelhandelsverbandes Bonn Rhein-Sieg Euskirchen. Dieser arbeitet gemeinsam mit der Klimaschutzoffensive des Handels, die die Aktion initiiert haben, damit Handelsunternehmen auch bei zum Energiesparen geschlossener Türe oder reduzierter Beleuchtung ihren Kundinnen und Kunden zeigen können: Wir haben für Sie geöffnet!

Um die Energiemangellage abzuwenden ist gemeinsames Handeln dringend notwendig. Mit den beiden auffälligen Plakaten „Wir machen das Licht aus! Jetzt gemeinsam Energie sparen“ und „Tür zu – Geschäft offen“ soll dem Problem entgegen gewirkt werden, dass bei weniger Beleuchtung und geschlossener Ladentüre weniger Kundinnen und Kunden den Weg ins Geschäft finden.

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IQB-Bildungstrend 2021 sieht bei Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse einen deutlichen Leistungsabfall

Region/Düsseldorf – NRW Ministerin Feller: Ergebnisse sind ein Alarmsignal. Zu den am heutigen Montag, 17. Oktober vorgelegten Ergebnissen des IQB-Bildungstrends aus dem Frühsommer 2021 erklärt Schulministerin Dorothee Feller: „Die Ergebnisse sind ein Alarmsignal. In allen untersuchten Leistungsbereichen sind die Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschulzeit im 10-Jahresvergleich erkennbar schlechter geworden. Dieser Trend zeigt sich leider in allen Bundesländern und damit auch in Nordrhein-Westfalen.“ Ministerin Feller betont: „Wir dürfen uns mit solchen Ergebnissen niemals zufriedengeben. Sicherlich hatten wir in den letzten Jahren zusätzliche, besondere Herausforderungen wie zum Beispiel die Corona-Pandemie und die Zuwanderung, die Auswirkungen auf die Ergebnisse haben. Jedoch allein damit lassen sich die schlechten Ergebnisse nicht erklären.“ Die Ministerin weist darauf hin, dass das Ministerium für Schule und Bildung bereits vor zwei Jahren zielgerichtete Maßnahmen zur Stärkung der Fachlichkeit in der Grundschule ergriffen habe, die erst noch nachhaltige Wirkung entfalten müssten. „Doch aufgrund der weiterhin schlechten Ergebnisse in Nordrhein-Westfalen gehört für mich noch einmal alles auf den Prüfstand. Wir brauchen einen grundlegenden und umfassenden Ansatz, um den negativen Trend umzukehren. Die Bildungslücken, die bei unseren Kindern in den Grundschulen entstehen, werden einige sicher ein Leben lang begleiten“, so die Ministerin.

Der IQB-Bildungstrend untersucht, inwieweit Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe die Bildungsstandards erreichen, die von der Kultusministerkonferenz für die Fächer Deutsch und Mathematik in der Primarstufe festgelegt wurden. Nach 2011 und 2016 wurde der Bildungstrend im Corona-Jahr 2021 zum dritten Mal durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen für ganz Deutschland einen durchgängig negativen Trend. Die sozialen Disparitäten haben sich seit 2011 signifikant verstärkt. Die Kompetenzeinbußen fallen insbesondere bei Kindern mit Zuwanderungshintergrund deutlicher aus als bei Kindern ohne Zuwanderungshintergrund. Die Corona-Pandemie hat diese Trends noch intensiviert.

Im Rahmen des Masterplans Grundschule stehen zur Stärkung der Fachlichkeit bis 2025 mehr als 718 Millionen Euro zur Verfügung. Ein zentrales Element sind die Fachoffensiven für die Fächer Deutsch und Mathematik. Im Rahmen dieser Fachoffensiven werden die Schulen zusätzlich unterstützt. Gleichzeitig werden neue regionale Netzwerke unter anderem für Fachkonferenzen und eine systematische Begleitung der Schulen geschaffen.

Um Schülerinnen und Schülern das gezielte Aufholen pandemiebedingter Lernrückstände zu ermöglichen, hat das Land mit Unterstützung des Bundes das ursprünglich bis Ende 2022 befristete Aktionsprogramm „Ankommen und Aufholen“ gestartet. Damit können die Schulen vor Ort individuelle Förderangebote auf- und ausbauen, befristet zusätzliches Personal einstellen und Kooperationen mit außerschulischen Partnern organisieren. Die Landesregierung hat eine Verlängerung des Programms bis zum Ende des Schuljahres 2022/23 beschlossen.

Auch durch die Einrichtung von 40 Familiengrundschulzentren hat die Landesregierung seit 2021 gezielt die Prävention im Grundschulbereich gestärkt. So sind an Grundschulen in benachteiligten Stadtteilen bzw. Gemeinden multiprofessionelle Netzwerke entstanden, die Eltern sowie Schülerinnen und Schülern mit und ohne Zuwanderungsschichte die notwendige Unterstützung zum Beispiel in Form von Sprachangeboten, Hilfestellungen in Gesundheitsfragen, kulturellen Angeboten oder weiteren Förderangeboten ermöglichen.

Die Schulministerin wird im Lichte der aktuellen Ergebnisse und in dem Bewusstsein, dass die neu begonnenen Maßnahmen Zeit brauchen, um Wirkung zu entfalten, die laufenden Maßnahmen bereits im Prozess evaluieren, sodass Veränderungen oder auch Erweiterungen vorgenommen werden können.

Der Lehrermangel ist bundesweit aktuell eine der größten Herausforderungen, auch für die Schulen in Nordrhein-Westfalen. Auch und vor allem die Grundschulen sind davon betroffen. Um dem Lehrermangel zu begegnen hat das Schulministerium bereits in den Sommerferien eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis Endes des Jahres ein Maßnahmenbündel mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen vorlegen wird.

Abschließend erklärt Schulministerin Feller: „Der Bildungstrend legt die Schwachstellen unseres Schulsystems schonungslos offen. Den Ergebnissen müssen wir uns stellen und uns fragen, was wir alle gemeinsam besser machen müssen. Wir haben viele gute Maßnahmen, Ansätze und Ideen. Aber offensichtlich ist es uns bisher nicht gelungen, mit den gesellschaftlichen Veränderungen Schritt zu halten. Deshalb werden wir jetzt alle bisherigen Maßnahmen und auch die zur Qualitätsentwicklung daraufhin überprüfen, ob sie den gesellschaftlichen Veränderungen angemessen gerecht werden. Die Leitfrage für den Unterricht in der Grundschule lautet dabei: Wie können wir die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen wirksam stärken? Das werden wir jetzt unumgänglich mit Vorrang angehen.“

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Neue Kampagne gibt 84 Gründe für Corona-Schutz

Region/Berlin – Lauterbach: Pandemie ist eine Summe von Einzelschicksalen. Mit 84 Testimonials aus ganz Deutschland wirbt die Bundesregierung in einer bundesweiten Kampagne dafür, sich im Herbst und Winter vor dem Coronavirus zu schützen. Ziel ist, auf die neuen Impfstoffe aufmerksam zu machen und gute Gründe anzuführen, jetzt den eigenen Impfschutz zu überprüfen und zu aktualisieren. Gezeigt werden bei der Kampagne Menschen unterschiedlicher Herkunft aus dem gesamten Bundesgebiet mit ihren persönlichen Geschichten. Sie alle stehen stellvertretend für eine große Mehrheit der Menschen im Land, die sich aus Erfahrung mit und aus Sorge vor Corona aktiv für den Schutz aussprechen.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach:

„Diese Kampagne ist mehr als ein Aufruf zur Impfung. Sie macht bewusst, dass Pandemie nicht nur Statistik ist, sondern vielmehr eine Summe von Einzelschicksalen. 84 Bürgerinnen und Bürger gehen stellvertretend für 84 Millionen Menschen in Deutschland mit gutem Beispiel voran und schützen sich vor der Pandemie – indem sie ihren Impfschutz aktuell halten, Masken tragen, aufeinander Rücksicht nehmen. Wir haben auch dank der angepassten Impfstoffe alle Möglichkeiten, um gut über diesen Winter zu kommen. Wir sollten sie nutzen.“

Entwickelt wurde die Kampagne in Zusammenarbeit mit Raphael Brinkert und brinkertlück creatives aus Hamburg. Zusammen mit der Agentur werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Kampagne ausgewählt, interviewt und präsentiert. Ihre Geschichten sollen einen Querschnitt der Bevölkerung abbilden. Jeden Tag wird ein neuer Beispiel-Fall gezeigt – 84 Tage lang ab dem 14. Oktober. Illustriert werden damit ganz unterschiedliche Gründe, sich zu schützen: die Angst vor einer Infektion, die Erfahrung mit einem schweren Verlauf, die wiederholte Ansteckung, Long COVID, die Enkelkinder, der Beruf, etc. Die Motive sind deutschlandweit in TV und Radio sowie auf digitalen Plakatflächen und in den sozialen Netzwerken zu sehen.

Raphael Brinkert: „84 Vorbilder aus der Bevölkerung, die 84 Tage lang 84 gute Gründe liefern, warum es wichtig ist, seinen Corona-Schutz aktuell zu halten. Die erstmals von uns konzipierte Corona-Kampagne setzt auf einfache Handy- und Kamera-Aufnahmen und appelliert an das eigene Schutzbedürfnis, ohne belehrend zu sein. Und sie zeigt auf, wie vielfältig die Pandemie uns bis heute im Alltag beschäftigt. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium diese Vorbilder der Bevölkerung vorstellen zu dürfen und sind fest davon überzeugt, dass sie uns viele gute Gründe liefern werden, den eigenen Corona-Schutz zu überprüfen und aktuell zu halten.“

Die Motive der ersten Kampagnenwoche finden Sie hier:

presse.ichschuetzemich.de

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Michael Ebling neuer Minister des Innern und für Sport in Rheinland-Pfalz

Region/Mainz – Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat heute Michael Ebling zum neuen Minister des Innern und für Sport ernannt und ihm die Ernennungsurkunde überreicht. „Ich freue mich auf die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem neuen Minister“, so die Ministerpräsidentin.

Mit Michael Ebling übernehme ein überaus profilierter Kommunalpolitiker mit langjähriger Verwaltungserfahrung und Erfahrungen als Staatssekretär in der Landespolitik die Führung des Innenministeriums. „Michael Ebling hat sich als langjähriger Oberbürgermeister von Mainz große Verdienste um die Weiterentwicklung der Landeshauptstadt erworben und kennt gleichzeitig die Herausforderungen, vor denen die Kommunen stehen, aus der täglichen Praxis. Als Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Städtetags, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Städtetags und Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. vertritt er hervorragend die Interessen der Städte und ist auch ein wichtiger Partner der Landesregierung“, so die Ministerpräsidentin. Als Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur habe er in der Vergangenheit profunde Erfahrungen in der Landespolitik gesammelt. „Nicht zuletzt seine juristische Ausbildung kommt ihm bei seiner neuen Aufgabe zugute“, so die Ministerpräsidentin.

Der neu ernannte Innenminister Michael Ebling blickt der neuen Aufgabe mit Freude entgegen: „Der Bitte von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die Leitung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums zu übernehmen, komme ich sehr gerne nach. Die Entscheidung, das Amt des Oberbürgermeisters meiner Heimatstadt niederzulegen und in diesen zentralen Bereich der Landesregierung zu wechseln, war keine einfache, aber ich blicke meinen neuen Aufgaben und Herausforderungen mit viel Engagement, aber auch dem nötigen Respekt entgegen. Auf die Zusammenarbeit mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Kabinett und dem Landtag von Rheinland-Pfalz freue ich mich. Ich möchte unser Bundesland positiv mit weiterentwickeln und an das anknüpfen, was mein Vorgänger im Amt – und dafür gehört ihm mein voller Respekt – entwickelt hat: Rheinland-Pfalz steht für Sicherheit und hohe Lebensqualität. Mainz steht auf einem soliden und zukunftssicheren Fundament, die Stadt ist lebenswert, gerecht, nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich – es gibt vermutlich keinen guten und dennoch keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, das Amt zu übergeben und dann in Neuwahlen wieder besetzen zu lassen.“

Michael Ebling wurde in Mainz geboren und studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Es folgten die 1. und 2. Juristische Staatsprüfung. Mit 27 Jahren übernahm er das Amt des Mombacher Ortsvorstehers.

Nach dem 2. Staatsexamen arbeitete er im Büro des damaligen Wissenschaftsministers Prof. Jürgen Zöllner und wurde 2002 hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Mainz für Soziales, Jugend, Wohnen und Gesundheit. Nach vier Jahren ernannte Ministerpräsident Kurt Beck ihn zum Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur.

Im Jahre 2012 wurde Ebling zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz gewählt. 2019 trat er erneut zur Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt an und wurde am 10. November für eine zweite Amtszeit gewählt, die offiziell am 18. April 2020 begann.

Seit November 2014 ist Michael Ebling Mitglied des Präsidiums des Deutschen Städtetags und seit Januar 2016 ist er Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. 2019 wurde er zudem zum Vorsitzenden des rheinland-pfälzischen Städtetags gewählt.

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Rücktritt von RLP Innenminister Roger Lewentz

Region/Mainz – Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat heute den Rücktritt von Innenminister Roger Lewentz angenommen. Dazu sagte sie: „Innenminister Roger Lewentz hat mich gebeten, seinen Rücktritt anzunehmen. Es ist mir persönlich sehr schwer gefallen, diesem Wunsch zu entsprechen. Roger Lewentz war für mich immer eine wichtige Stütze im Kabinett. Menschlich und fachlich. Ich respektiere seinen Entschluss.

Seit mehr als 16 Jahren ist er im Innenministerium. Zunächst als Staatssekretär und seit 2011 als Staatsminister. Seit dieser Zeit arbeiten wir eng und vertrauensvoll zusammen. Roger Lewentz war all die Zeit immerwährend im Einsatz für unser Land. Dafür danke ich ihm von Herzen.

Am Beispiel der Polizei will ich Ihnen das kurz aufzeigen. In seiner Amtszeit war die Aufklärungsquote am höchsten und die Verbrechensbekämpfung am effektivsten. Die Zahl der Straftaten in Rheinland-Pfalz ist die niedrigste seit Jahrzehnten. Nie haben wir mehr Polizistinnen und Polizisten eingestellt.

Für viele war er vor allem Minister Sicherheit. Er hat in vielen sehr kritischen innenpolitischen Lagen in Zeiten von äußerer und innerer Bedrohung als Innenminister auch im Kreise seiner Amtskollegen höchstes Ansehen genossen.

Menschlich und fachlich reißt er eine große Lücke. Wer erlebt hat, wie er sich nach dem brutalen Mord an einer jungen Polizeianwärterin und einem jungen Polizisten schützend und fürsorglich vor ‚seine Polizei‘ gestellt hat, weiß, wie einfühlsam und stark verbunden dieser Minister mit ‚seiner Polizei’ ist. Auch jetzt stellt er sich schützend vor die Polizei und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dafür hat er meinen großen Respekt.

Nach der Landesverfassung führt der ausgeschiedene Minister geschäftsführend das Ministerium, bis die Nachfolge geregelt ist.“