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Was wir aus der Energiekrise lernen

Mayen/Vordereifel – Vortrag der evm in Zusammenarbeit mit der VG Vordereifel – evm-Sprecher Marcelo Peerenboom beantwortet Fragen der Anwesenden. Was lernen wir aus der Energiekrise? Warum waren und sind die Preise für Verbraucher immer noch hoch und welche Bedeutung hat Wasserstoff in Zukunft? Diese und viele weitere Fragen beantwortete Marcelo Peerenboom, Sprecher der Energieversorgung Mittelrhein (evm), im Rahmen einer Infoveranstaltung in Mayen.

Die Verbandsgemeinde Vordereifel hatte in Zusammenarbeit mit der evm zu dem Termin in den Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung eingeladen. Das war auf große Resonanz gestoßen. „Im vergangenen Jahr haben wir registriert, dass die Menschen verunsichert sind, wie es mit der Energieversorgung weitergeht. Das ist ein sehr komplexes Thema, das vor der Energiekrise wenige Menschen interessiert hat“, so Peerenboom. „Umso wichtiger finden wir als evm es, hier aufzuklären. Daher bieten wir gerne Informationsveranstaltungen in den Kommunen der Region an.“ Das Angebot hat Bürgermeister Alfred Schomisch gerne angenommen. „Das Thema betrifft auch unsere Bürgerinnen und Bürger. Insbesondere die Versorgung mit Wärme stellt in den nächsten Jahrzehnten eine besondere Herausforderung für uns als Verbandsgemeinde dar“, erklärt Schomisch.

Die Zukunft der Heizung als Topthema des Abends
Rund zwei Stunden lang stand Marcelo Peerenboom den Interessierten Rede und Antwort. Sein Vortrag wurde von vielen Fragen unterbrochen. „So soll es auch sein“, so Peerenboom. „Ich freue mich, ins Gespräch zu kommen, Fakten zu erklären und den Menschen die Unsicherheiten zu nehmen.“  Sein Credo: Es gibt keinen Grund zur Panik, weder in der Strom- noch in der Gasversorgung. Dazu der Pressesprecher: „Wir haben in Deutschland besondere Sicherungsmechanismen, die bei möglichen Versorgungsengpässen greifen. Leider haben sich viele Bürgerinnen und Bürger durch Medienberichterstattung verunsichern lassen. Hier kann ich also beruhigen: Die Energieversorgung ist sicher. Dafür investieren wir als evm-Gruppe jährlich in die Instandhaltung unserer Netze vor Ort.“

Besonders beschäftigte die Anwesenden die Frage nach der Zukunft ihrer Heizung. Die Verbandsgemeinde ist ländlich geprägt, viele heizen noch mit Öl, wenige sind an das Erdgasnetz angeschlossen. Und die, die es sind, fragen sich, ob sie ihre Heizung noch in diesem Jahr erneuern sollen, bevor der Bundestag das neue Gebäudeenergiegesetz beschließt. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass von 2024 an neue Gasheizungen nicht mehr eingebaut werden dürfen. „Eine pauschale Antwort auf diese Frage lässt sich nicht geben“, so Peerenboom. „Hier spielen viele Faktoren eine Rolle, wie das Alter des Hauses, dessen Dämmung, Fenster und das aktuelle Heizsystem. Ich empfehle allen, die hier nicht weiterwissen, einen Beratungstermin mit einem Heizungsfachbetrieb zu vereinbaren.“

Bei den komplexen Themen rauchte so manchem der Kopf. Für einen Lacher sorgte dabei der Sprachassistent eines Zuhörers. „Ich habe das leider nicht verstanden“, tönte plötzlich eine Computerstimme von einem Smartphone. So ging es wohl vielen bei dem Thema vor dem Abend. Bürgermeister Schomisch freut sich über die rege Teilnahme und die Aufklärung seitens der evm: „Toll, dass der regionale Versorger uns diesen Vortrag anbietet. Wir kommen sicher noch einmal in der Zukunft darauf zurück.“

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IHKs in Rheinland-Pfalz bilden 191 Auszubildende zu Energiescouts weiter

Region/Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier – 3 Siegerteams aus Rengsdorf, Kelberg und Zweibrücken – Neue Gesetze, betriebliche Klimaschutzziele oder auch die geopolitischen Entwicklungen des vergangenen Jahres verdeutlichen mehr denn je die Bedeutung von Energieeffizienz in Unternehmen. Die Energiepreise zählen in den Betrieben zu den größten Kostentreibern – und das nicht erst seit den jüngsten Entwicklungen. Die Politik fordert die Optimierung des Energieverbrauchs in der Wirtschaft. Außerdem unterstützen energieeffiziente Geschäftsabläufe den Klimaschutz – denn wer Energie spart, reduziert auch CO2-Emissionen. Immer mehr Betriebe investieren daher seit Jahren in Maßnahmen zum effizienten Energieeinsatz.

Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz unterstützen die Unternehmen dabei aktiv, indem sie bereits die jüngsten Mitarbeitenden für das Thema Energieeffizienz sensibilisieren. Mit dem Qualifizierungsprogramm „Energiescouts“ werden Auszubildende dazu befähigt, Energieeinsparpotenziale im Betrieb zu erkennen und im Rahmen eines eigenen Projektes zu optimieren. Bei der Abschlussveranstaltung am Donnerstag, 20. April, haben drei Azubiteams eine Auszeichnung für ihre Projektarbeiten erhalten. Insgesamt 191 Auszubildende aus 59 Unternehmen in Rheinland-Pfalz haben 2022/23 an der 9. Auflage des Qualifizierungsprojekts teilgenommen.

Die bisher höchste Teilnehmerzahl belegt, dass das Thema aktueller denn je ist. Optimierungspotenziale sind noch längst nicht ausgeschöpft und das Bewusstsein für die Bedeutung eines sparsamen Energieverbrauchs verfestigt sich zunehmend. „Wir erleben, dass sich vor allem junge Menschen sehr bewusst mit der Einsparung von Energie auseinandersetzen. „Genau hier setzen die Energiescouts an: Einerseits lernen Azubis so frühzeitig den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, andererseits helfen sie damit ganz konkret den Betrieben, Einsparpotenziale zu identifizieren und so letztlich auch Kosten zu senken. Mit der Auszeichnung der Projektarbeiten wollen wir dieses Engagement würdigen“, sagt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Nach drei Jahren konnte die Abschlussveranstaltung 2022/23 endlich wieder in Präsenz in der IHK Rheinhessen in Mainz stattfinden. Aus den vier Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz präsentierten insgesamt acht vorausgewählte Azubiteams ihre Projektarbeiten und zeigten eindrucksvoll, welche Maßnahmen sie in ihren Ausbildungsbetrieben entwickelt oder optimiert haben.

Eine Fachjury hat daraus die drei Siegerprojekte ausgewählt, für welche die IHKs ein Preisgeld von insgesamt 1.800 Euro zur Verfügung stellen. Folgende Preisträger wurden 2022/23 ausgezeichnet:

1. Platz: meta Trennwandanlagen GmbH & Co. KG (Rengsdorf)

Projekt: Austausch der Heizungsanlage – von Heizöl zu Holzhackschnitzel aus eigenen Abfällen

  1. Platz: BD Rowa Germany GmbH (Kelberg)

Projekt: „Es werde Licht“ – Eine smarte, individuell steuerbare Beleuchtung eines Gebäudes

  1. Platz: Schliessmeyer GmbH (Zweibrücken)

Projekt: Abwärmenutzung für das Heizen eines Raumes Unternehmen

Die Ideen für die Unternehmensprojekte waren vielfältig und reichten von der Lokalisierung und Behebung von Druckluftleckagen über die sinnvolle Nutzung von Abwärme bis hin zu Aktionen zur nachhaltigen Mitarbeitersensibilisierung. Die Nachfrage nach der Weiterbildung zum Energiescout ist weiterhin so groß, dass die IHKs das Projekt auch 2023/24 wieder anbieten.

Azubiteams aus den folgenden acht Unternehmen stellten bei der Abschlussveranstaltung ihre Energieeffizienzprojekte vor:

  • Becton Dickinson Rowa Germany GmbH (Kelberg)
    •   Dr. Oetker Tiefkühlprodukte KG (Wittlich)
    •   meta Trennwandanlagen GmbH & Co.KG (Rengsdorf)
    •   Rowe Mineralölwerk GmbH (Worms)
    •   Schließmeyer GmbH (Zweibrücken)
    •   Stabilus GmbH (Koblenz)
    •   TE Connectivity Germany GmbH (Speyer)
  • Thiele Glas Handel GmbH (Worms)

Außerdem präsentierten zwei weitere Teams unabhängig von der Preisvergabe ihre herausragenden Projekte aus dem Bereich Verhaltensänderungen:

  • Heilpädagogisch-Therapeutisches Zentrum Neuwied (Neuwied)
    •   Goerg & Schneider GmbH & Co.KG (Boden)
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Wiederaufbau Ahrtal – Regierung und Landkreis verurteilen Diskreditierung von Fluthelfern

Ahrweiler/Mainz – Die rheinland-pfälzische Landesregierung und der Landkreis Ahrweiler haben Fluthilfe-Organisationen wie den Helfer-Stab gegen Anfeindungen in Schutz genommen. Die Arbeit der privaten Initiativen – ob haupt- oder ehrenamtlich – sei unverzichtbar für die Bewältigung der Katastrophe gewesen und bilde bis heute eine maßgebliche Säule für einen gelingenden Wiederaufbau.

„Initiativen wie der Helfer-Stab haben ab dem Zeitpunkt der Katastrophe Großes geleistet. Beim Aufräumen wurde angepackt, Betroffene wurden betreut und bis heute werden wichtige Beratungen angeboten. Mich erschreckt die Schärfe, mit der diese Menschen und ihr Engagement derzeit angegangen werden. Die Diskreditierung von Helferinnen und Helfern weisen wir als Landesregierung klar zurück“, sagte Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß.

Es sei auch richtig gewesen, dass Landesbehörden und Kommunen Aufträge an die Helfer-Initiativen vergeben hätten, so Steingaß weiter. „In den ersten Wochen nach der Flut war zügige und unkomplizierte Hilfe das A und O. Gerade deshalb hat die Landesregierung es ermöglicht, dass Aufträge schnell und ohne langwierige Ausschreibungen vergeben werden konnten. Die privaten Helferinnen und Helfer waren vor Ort, kannten die Situation und waren gewillt, weiter anzupacken – deshalb war es folgerichtig, diese auch zu beauftragten. Das gilt übrigens nicht nur für den Helfer-Stab, sondern auch für viele andere Helfer“, so Steingaß weiter.

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) arbeitet mit dem Helfer-Stab im Rahmen der Umsetzung der Aufbauhilfe RLP 2021 sehr gut zusammen. „Unser Ziel und unser Auftrag durch die Landesregierung waren es, parallel zum Start der digitalen Antragstellung in unserem Portal Ende September 2021 für die Menschen im Ahrtal die Möglichkeit für eine unterstützte Antragstellung zu schaffen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Infopoints unterstützen im Auftrag der ISB die von der Flut betroffenen Menschen bei der Antragstellung und den weiteren Bearbeitungsprozessen wie beispielsweise der Abschlagszahlung und dem Mittelabruf“, bekräftigte ISB-Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Link. „Alle in den Infopoints beschäftigten Personen wurden in den Programmen der Aufbauhilfe durch uns geschult, wir stehen darüber hinaus in digitalen Meetings und durch Besuche vor Ort im regelmäßigen Austausch und können die kompetente Betreuung in den Infopoints sicherstellen.“

„Wir als Kreis Ahrweiler betonen ausdrücklich, dass die Arbeit von Initiativen wie dem Helfer-Stab maßgeblicher Bestandteil der Hilfe im Ahrtal nach der Flutkatastrophe war und immer noch ist. Umso unverständlicher sind persönliche Angriffe, die auf die Diffamierung einzelner Helferinnen und Helfer abzielen. Die von den engagierten Unterstützern unter anderem organisierten Infopoints dienen im betroffenen Kreisgebiet weiterhin als wichtige Anlaufstelle. Seit den ersten Tagen nach der Flut stellen sie Hilfe für Betroffene bereit, die die Kommunen zum damaligen Zeitpunkt nur bedingt leisten konnten“, sagte Cornelia Weigand, Landrätin im Kreis Ahrweiler. „Außerdem kam es darauf an, unter extremen Voraussetzungen akute logistische Probleme zu lösen, beispielsweise bei der Beschaffung von dringend benötigtem Equipment und Material professionell und gut strukturiert zu agieren. Das ist einigen Initiativen wie dem Helfer-Stab glücklicherweise in vielerlei Hinsicht gelungen. Wie andere Akteure, die auf mittel- bis langfristige Hilfe abzielen, sind sie nach wie vor eine wertvolle Unterstützung für die Menschen vor Ort. Deshalb danken wir allen Fluthilfe-Initiativen, die uns nach der Hochwasserkatastrophe geholfen haben und dies auch weiterhin tun.“

Zum Hintergrund: Die ADD hatte nach der Übernahme der Einsatzleitung mit der m2a artitude Betriebs GmbH von Missy Motown, der Geschäftsführerin des Helfer-Stabes, einen Vertrag zur Besetzung der Info-Points geschlossen, an denen Flutbetroffenen im Rahmen der Katastrophenhilfe wichtige Informationen erhalten konnten. Nach Beendigung der Einsatzleitung durch die ADD wurde der Vertrag auf den Landkreis Ahrweiler umgeschrieben. Dieser Vertrag wurde Ende 2022 gekündigt. Derzeit gibt es vertragliche Vereinbarungen der ISB mit m2a artitude zur personellen Betreuung und Organisation der Info-Points für Beratungs- und Unterstützungsleistungen insbesondere zu den Förderprogrammen der Aufbauhilfe RLP 2021 sowie zur Organisation und dem Betrieb der Aufsuchenden Hilfe. Die baufachliche Erstberatung, die derzeit durch Architektinnen und Architekten an den Info-Points angeboten wird, ist ein Angebot des Kreises Ahrweiler, das aus Mitteln des Wiederaufbaufonds finanziert wird.

Der Helfer-Stab ist eine gemeinnützige Organisation, die anlässlich der Naturkatastrophe 2021 im Ahrtal gegründet wurde. Aufgabe des Helfer-Stabs ist, als Brücke zwischen freiwilliger Hilfe, großen Hilfsorganisationen und öffentlichen Behörden zu fungieren, um so Hilfsaktionen zu koordinieren.

 

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Einzigartiger Rettungswagen für den Kreis Düren – Mit Wasserstoff Menschenleben retten

Düren – Landrat Wolfgang Spelthahn und Franz Baus, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens, haben einen „Letter of Intent“, also eine Absichtserklärung, für die Fertigung eines mit Wasserstoff betriebenen Rettungswagens im Rettungsdienst des Kreises Düren unterzeichnet. Damit sollen ganz neue Wege bestritten werden.

„Ein Wasserstoff-Rettungswagen sendet genau das richtige, sichtbare Signal an die Öffentlichkeit. Wenn wir einen mit Wasserstoff betriebenen Rettungswagen auf die Straßen des Kreisgebietes bringen, dann sehen die Menschen, dass diese Antriebsform in der alltäglichen Praxis funktioniert“, schilderte Landrat Wolfgang Spelthahn bei der feierlichen Unterzeichnung der Erklärung im Forum Seen & Entdecken des Kreises Düren. Er fügte hinzu, dass die Vorzüge schnell erlebbar werden müssten und schwere Nutzfahrzeuge sich besonders für die Nutzung von Wasserstoff eignen würden. Wo könnte das besser gelingen, als in der Wasserstoff-Modellregion, dem Kreis Düren?

Während zum Fuhrpark des Rettungsdienstes des Kreises Düren schon jetzt ein kleines Wasserstoff-Fahrzeug gehört, steht nun ein Wasserstoff-Rettungswagen im Fokus – ein landesweit außergewöhnliches Pilotprojekt. Dafür wird das Fahrgestell von der Firma Quantron angepasst, der Rettungswagen-Koffer von der Firma B.A.U.S. ausgebaut, ein Patiententragesystem von der Firma Stryker konzipiert und die MAXIS-Gruppe überblickt in enger Zusammenarbeit alle technischen Komponenten. Der Rettungsdienst des Kreises Düren unterstützt die gesamte Umsetzung und Realisierung des Projektes.

Neben den Vorgaben, die ein Rettungswagen erfüllen muss, gibt es gewisse Parameter, wie beispielsweise eine andere Kühlung des Wasserstoffs, die beim Bau des neuen Wasserstoff-Rettungswagens eine große Rolle spielen. „Wir befinden uns auf einem spannenden Weg und die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs steht bei uns an erster Stelle. Wir bauen den Rettungswagen der Zukunft und müssen gleichzeitig noch am Produkt lernen“, erklärt Franz Baus. Die Fertigstellung des Wasserstoff-Rettungswagens soll möglichst schnell erfolgen.

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Kirchengericht befindet Priester für schuldig

Region/Trier – Der kirchliche Strafprozess auf dem Gerichtsweg, den das Bistum Trier gegen einen Ruhestandsgeistlichen aus dem Großraum Trier geführt hat, ist abgeschlossen. Das Gericht befand den angeklagten Priester des sexuellen Missbrauchs einer minderjährigen Person für schuldig. Der Strafprozess war von der römischen Glaubenskongregation angeordnet worden.

Das Richterkollegium hat dem Ruhestandsgeistlichen folgende Strafen auferlegt: Der Ruhestandsgeistliche darf dauerhaft keinerlei priesterlichen Dienste mehr öffentlich ausüben und Sakramente spenden. Ebenso darf er künftig nicht mehr als Priester erkennbar sein (also keine Priesterkleidung mehr tragen), und er darf seinen päpstlichen Ehrentitel nicht mehr führen. Er erhält ein dauerhaftes Verbot, sich in seiner früheren Pfarrei aufzuhalten; sein Ruhestandsgehalt wird gekürzt.

Das Urteil ist dem Priester zugestellt worden; er kann innerhalb von 60 Tagen beim Dikasterium für die Glaubenslehre dagegen Berufung einlegen. Die am Prozess Beteiligten sowie das Pastoralteam und die Gremien in der Pfarrei, in der der Ruhestandpriester tätig war, sind bereits informiert worden.

Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen den Ruhestandsgeistlichen, die sich auf die Mitte der 2000er Jahre bezogen, sind dem Bistum im Frühjahr 2019 angezeigt worden. Das Bistum hat daraufhin unmittelbar eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und die Vorwürfe bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen Ende 2019 eingestellt. Danach hatte das Bistum die kirchenrechtliche Voruntersuchung wieder aufgenommen; diese wurde Anfang 2021 abgeschlossen und das Ergebnis nach Rom gemeldet. Die römische Glaubenskongregation war der Empfehlung von Bischof Ackermann gefolgt und hatte einen Strafprozess auf dem Gerichtsweg angeordnet. Bischof Ackermann hatte daraufhin drei Priester, die mit den entsprechenden kirchenrechtlichen Kompetenzen und Befugnissen ausgestattet sind und die nicht dem Klerus des Bistums Trier angehören, als Gericht bestellt. Den Vorsitz führte der Luxemburger Offizial Dr. Patrick Hubert.

Der kirchliche Prozess hat rund eineinhalb Jahre in Anspruch genommen; das Gericht hatte im Herbst 2021 nach Vorlage der Klageschrift durch den Kirchenanwalt seine Arbeit aufgenommen. Das Richterkollegium hatte auch die staatlichen Ermittlungsakten in den Prozess einbezogen. (Judith Rupp)

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Download der Abituraufgaben in Nordrhein-Westfalen läuft wieder reibungslos

Region/Düsseldorf – Keine weiteren technischen Probleme. Wegen des Zuckerfestes können Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens auf den 9. Mai ausweichen. Der Download der schriftlichen Abituraufgaben für das Zentralabitur funktioniert wieder reibungslos. „Der Download für die Berufskollegs und die allgemeinbildenden Schulen für die Abiturprüfungen am morgigen Donnerstag läuft ohne Probleme und wurde bereits von fast allen Schulen erfolgreich abgeschlossen“, betonte Schul- und Bildungsministerin Dorothee Feller.

Die Ministerin versprach, dass die Gründe für die gestrigen Download-Probleme mit Hilfe einer umfassenden Fehleranalyse aufgeklärt werden. „Wir haben diesen Prozess bereits gestern Nachmittag mit dem IT-Dienstleister, der seit mehreren Jahren die Downloads für das Ministerium technisch abwickelt, in Gang gesetzt und werden genau prüfen, woran diese sehr ärgerliche Störung gelegen hat“, erläuterte sie. Dabei wurde bereits festgestellt, dass die technischen Schwierigkeiten am Dienstagnachmittag auch mehrere Versuche, die Prüfungsaufgaben auf alternativen Wegen zu verschicken, unmöglich machten.

Eine Ursache für die Probleme könnte mit der neu eingeführten 2-Faktoren-Authentifizierung zusammenhängen, auch wenn sämtliche Tests im Vorfeld hierzu positiv verlaufen sind. Um ein Restrisiko an dieser Stelle auszuschließen, wurde die 2-Faktoren-Authentifizierung nun deaktiviert und zu dem weiterhin hohen Sicherheitsstandard der Vorjahre zurückgekehrt. Nach Abschluss der Fehleranalyse wird das Schulministerium weitere Maßnahmen ergreifen, die sicherstellen, dass auch bei technischen Störungen Lösungen für die Bereitstellung der Abituraufgaben vorhanden sind. „Für die entstandenen Probleme bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung“, sagte Ministerin Feller. „Ich kann verstehen, dass viele Schülerinnen und Schüler sowie viele Lehrerinnen und Lehrer sauer sind – ich bin es auch. Ich weiß genau, was das für Abiturientinnen und Abiturienten bedeutet.“

Durch die Verschiebung der Prüfungen werden nun rund 30.000 Abiturientinnen und Abiturienten ihre Klausuren in den sechs Fächern Biologie, Chemie, Ernährungslehre, Informatik, Physik, Technik (Grundkurs und Leistungskurs) am Freitag schreiben. Die Prüfungen werden rechtssicher ablaufen, kündigte Ministerin Feller an. „Aus diesem Grund haben wir auch die Prüfungen an den Schulen, die gestern ihre Downloads erfolgreich abschließen konnten, auf Freitag verschoben.“ Dies betraf rund 300 Schulen. Alle Schulen – also auch diejenigen, die gestern bereits erfolgreich herunterladen konnten werden gebeten, am morgigen Donnerstag, den 20. April 2023, den Download für alle sechs Fächer erneut durchzuführen. Für alle heruntergeladenen Dateien – alte wie neue – gelten weiterhin die Geheimhaltungsvorschriften.

Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens müssen die Prüfungen am Freitag nicht mitschreiben, erläuterte die Ministerin heute Morgen. „Wegen des muslimischen Zuckerfestes war der Termin freigehalten worden“, sagte sie. „Wer wegen des Festes nicht an den Prüfungen teilnehmen möchte, kann nach vorheriger Abstimmung mit der Schulleitung am 9. Mai nachschreiben.“ Auch der Genehmigung von Sonderurlaub für Lehrkräfte muslimischen Glaubens steht nichts im Wege, sofern die Durchführung der Abiturprüfungen sichergestellt ist.

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Ein umfangreiches Rahmenprogramm soll die Aachener*innen auf den Karlspreis einstimmen

Aachen – Zur Preisverleihung werden unter anderem Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, Dr. Mateusz Morawiecki, Ministerpräsident der Republik Polen, sowie Bundeskanzler Olaf Scholz im Krönungssaal des Aachener Rathauses erwartet, die dort auch Festreden halten werden.

Am Sonntag, 14. Mai, werden Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, und das ukrainische Volk mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet. Zur Preisverleihung werden unter anderem Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, Dr. Mateusz Morawiecki, Ministerpräsident der Republik Polen, sowie Bundeskanzler Olaf Scholz im Krönungssaal des Aachener Rathauses erwartet, die dort auch Festreden halten werden. Wie in den Jahren zuvor haben die Stadt Aachen und die Karlspreisstiftung im Vorfeld der Auszeichnung wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm zusammengestellt, das auf die Verleihung des Karlspreises vorbereiten soll. Dieses Programm stellte heute (18. April) der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Dr. Jürgen Linden, gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen in einem Pressegespräch im Haus Löwenstein vor.

Mit dieser Verleihung des Karlspreises unterstreicht das Karlspreisdirektorium, dass die Ukraine Teil Europas ist und die Bevölkerung sowie ihre Regierungsvertreter, an der Spitze Präsident Selenskyj, europäische Werte vertreten und verteidigen und deshalb die Ermutigung verdienen, rasch Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu führen.

Mit dem Rahmenprogramm des Jahres 2023 werden die Bürger*innen eingeladen, gemeinsam mit den Karlspreis-Verantwortlichen und zahlreichen renommierten Referent*innen über die Zukunft Europas und die großen Herausforderungen dieser Zeit zu diskutieren. Die Veranstaltungen stehen unter dem Eindruck der Situation in Osteuropa, speziell dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, aber geben gleichzeitig einen Einblick in die reiche ukrainische Geschichte und Kultur. Im Zentrum stehen dabei die Ziele, für die der Karlspreis seit über 70 Jahren steht. Frieden und Freiheit in einem einigen Europa, einem Europa der Menschenrechte, der Demokratie, der Gerechtigkeit und der Solidarität.

Fester Bestandteil des Karlspreises

Das Rahmenprogramm zur Karlspreisverleihung gehört seit 1991 zum festen Bestandteil des Karlspreises. Seitdem wurden über 1.000 Programmpunkte konzipiert und umgesetzt, unter anderem zu den Staaten: (damalige) Tschechoslowakei, Frankreich, Spanien, Norwegen, Österreich,

Niederlande, Polen, Großbritannien, USA, Ungarn, Vatikan, Irland, Italien, Luxemburg, Litauen, Belgien, Portugal, Rumänien und Deutschland.

Das aktuelle Programm beginnt am 18. April und endet am 14. Mai.

Es umfasst rund 40 Veranstaltungen, Projekte und Auftritte aus unterschiedlichen Bereichen – zum Beispiel Ausstellungen, Konzerte und Filmvorführungen, Workshops, Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie Lesungen und Preisverleihungen. Auch die immer größer werdende Gemeinschaft der Ukrainer*innen in Aachen hat sich in die Konzeption dieses Programms mit eingebracht.

Ob Wolodymyr Selenskyj persönlich bei der Zeremonie im Krönungssaal des Aachener Rathauses anwesend ist, ob er per Videotechnik dazugeschaltet wird, wer an seiner Stelle den Preis in Aachen in Empfang nehmen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen.

Solidarität mit der Ukraine

Dr. Jürgen Linden betonte im Pressegespräch, dass der aktuelle Karlspreis ein ganz besonderer Karlspreis sei. „Der Krieg in der Ukraine ist für uns weit weg. Unsere europäischen Werte werden momentan ungefähr viele Kilometer entfernt verteidigt. Mit der aktuellen Karlspreisverleihung zeigen wir unsere Solidarität mit der Ukraine und wollen das weltweit dokumentieren. Zugleich sehen wir die Verleihung des Karlspreises 2023 als Zeichen der Ermutigung für das ukrainische Volk und seinen Präsidenten, für die Demokratie und die Menschenrechte, vor allem aber für Leib und Leben der Menschen.“

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen erklärte in einem Statement, dass mit der Preisverleihung nicht der Krieg beendet oder die direkten Folgen des Krieges gemildert werden könnten. „Doch wir wollen dem ukrainischen Volk mit dem Karlspreis demonstrieren, dass es wahrgenommen wird, dass wir an seiner Seite stehen. Das tun wir hier in Aachen mit unseren Mitteln und mit vollem Herzen.“ Im Rahmenprogramm freue sie sich besonders auf einen Vortrag über „Frauen im Krieg und ihre Rollen“ sowie über den ukrainisch-deutscher Freundschaftsabend am 5. Mai, den Ukrainer*innen aus Aachen mitgestalten.

Europäischer Karlspreis für die Jugend

Zwei Tage vor der Verleihung des Internationalen Karlspreises wird am 12. Mai bereits zum 16. Mal der Europäische Karlspreis für die Jugend vergeben, der mit insgesamt 15.000 Euro dotiert ist. Im Rahmen des zuvor vom Europäischen Parlament und der Karlspreisstiftung ausgeschriebenen Wettbewerbs haben sich

Hunderte Jugendliche aus allen Mitgliedsländern der EU mit über 340 Projekten, die zur europäischen und internationalen Verständigung beitragen, für die Auszeichnung beworben. Die Preisverleihung wird von hochrangigen Repräsentant*innen des Europäischen Parlaments und des

Internationalen Karlspreises zu Aachen vorgenommen.

Friedensnobelpreisträgerin

Im Hörsaalzentrum der RWTH spricht am Freitag, 12. Mai, Oleksandra Matviichuk, Vorsitzende, Gesicht und Stimme des ukrainischen „Center for Civil Liberties“, für das sie im Jahre 2022 den Friedensnobelpreis ebenso wie den Right Livelihood Award, den „Alternativen Nobelpreis“, entgegennahm. Als Repräsentantin des ukrainischen Volkes wurde die 39-jährige Juristin im selben Jahr mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments geehrt.

Karlspreis LIVE

Das große Open-Air-Event auf dem Katschhof zählt zu den festen Traditionen des Rahmenprogramms. Auch hier steht vor allem die politische Botschaft im Mittelpunkt, den Karlspreis als Zeichen der unverbrüchlichen Gemeinschaft Europas zu begehen. So stimmen bereits am Samstag, 13. Mai, Ihor und Denys Pankiv, zwei junge ukrainische Akkordeonisten aus Lliv/Lemberg, die bereits im Europaparlament und beim Jugendkarlspreis 2022 aufgetreten sind, auf die Verleihung des Karlspreises ein. Weitere Auftritte folgen. Um 19.10 Uhr werden die aktuellen Jugendkarlspreisträger*innen im Interview mit dem Chefredakteur der Aachener Zeitung der Bevölkerung vorgestellt und begegnen auf der Katschhofbühne wichtigen Ehrengästen der Karlspreisverleihung 2023. Zum Abschluss spielt ab 20.15 Uhr die Band DC Seven.

Am Karlspreis-Sonntag, 14. Mai, empfangen Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und Dr. Jürgen Linden Karlspreisträger*innen sowie Staats- und Ehrengäste der Verleihung auf der Bühne des Katschofs, mit denen sie gemeinsam ein Zeichen des Friedens setzen wollen. Interessierte Bürger*innen sind herzlich zur Teilnahme an den Veranstaltungen des Rahmenprogramms eingeladen.

Der Karlspreis online

Alle Termine des Karlspreisrahmenprogramms findet man digital unter www.aachen.de/karlspreis und www.karlspreis.de sowie ab sofort in Form einer gedruckten Broschüre an den üblichen Auslagestellen in der Stadt.

Darüber hinaus findet man den Karlspreis auch auf den folgenden Social-Media-Kanälen:

Twitter: @KarlspreisAC / @PresseamtAachen

Instagram: @karlspreis_ac / @stadtaachen

LinkedIn: Karlspreis (linkedin.com/company/karlspreis) / https://de.linkedin.com/company/stadt-aachen

Facebook: @IntlKarlspreis / @unseraachen

Der offizielle Hashtag auf allen Kanälen lautet: #karlspreis2023

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„So geht Klimaschutz im Eifelkreis“ am Donnerstag 20. April 2023 in der Stadthalle Bitburg

Bitburg – Den Veranstaltungshöhepunkt markiert der Impulsvortrag „Global denken – Lokal handeln“ von Prof. Dr. Henning Austmann von der Hochschule Hannover. Dieser zeigt die Dringlichkeit und Möglichkeiten des lokalen Handelns beim Thema Klimaschutz auf.

Das Klimaschutz-Team des Eifelkreises Bitburg-Prüm hat als wichtigen Schritt in eine klimafreundliche Zukunft zusammen mit der Stadt Bitburg und den Verbandsgemeinden Arzfeld, Bitburger Land, Speicher und Südeifel sechs Klimaschutzkonzepte erstellt. Unter dem Motto „So geht Klimaschutz im Eifelkreis“ findet am
Donnerstag, den 20.04.2023 ab 16:45 Uhr in der Stadthalle Bitburg eine Veranstaltung zu diesem Thema statt.

Auf einem „Markt der Möglichkeiten“ wird es zahlreiche Informationsstände regionaler Akteure aus den Bereichen Ernährung, Bildung, Beratung & Förderung, Genossenschaften, Mobilität und Wirtschaft geben. Sie stellen ihre Projekte zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit vor und stehen den Besucherinnen und Besuchern für Fragen, Informationen und zum Mitmachen zur Verfügung. Außerdem werden die Ergebnisse der Klimaschutzkonzepte vorgestellt; hier besteht die Möglichkeit, mit dem Klimaschutz-Team ins Gespräch zu kommen.

Um 18:15 Uhr eröffnet Landrat Andreas Kruppert das Programm in der Stadthalle. In einer von Thomas Vatheuer moderierten Podiumsrunde stellen Landrat Kruppert, die Bürgermeisterin und Bürgermeister der Stadt Bitburg sowie der Verbandsgemeinden die wichtigsten Eckpunkte aus ihren Klimaschutzkonzepten vor. In der Gesprächsrunde werden die Herangehensweise und die besondere Bedeutung des Klimaschutzes in den Kommunen für die Besucher veranschaulicht.

Abschließend werden wir gemeinsam vor Ort den Weg in eine Zukunft mit mehr Klimaschutz antreten. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält ein Geschenk, mit dem ein persönliches Zeichen für dieses wichtige Thema gesetzt wird.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen im Klimaschutzportal des Eifelkreises unter
https://bitburg-pruem.klimaschutzportal.rlp.de

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Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk werden am 14. Mai mit dem Karlspreis ausgezeichnet

Aachen – In Aachen arbeiten Stadt und Karlspreisdirektorium momentan intensiv an der Vorbereitung zur Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen an den ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk. Anders als in den vergangenen Jahren findet die Verleihung diesmal nicht am Himmelfahrtstag statt, sondern am Sonntag, den 14. Mai.

Weitere Details werden aktuell noch geklärt, da die Planung und Abstimmung mit allen Beteiligten aufgrund des besonderen Preisträgers und der Lage in der Ukraine sehr kompliziert ist. Infos zum konkreten Ablauf der Verleihungszeremonie gibt es daher erst sehr kurz vor dem 14. Mai. Mit der Abweichung vom traditionellen Datum soll für die internationalen Gäste des Karlspreises eine Überschneidung mit einer relevanten Veranstaltung am Folgetag verhindert werden. Unter den Gästen der Karlspreisverleihung befindet sich auch die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, die bei der Preisverleihung die Ansprache zu Ehren von Wolodymyr Selenskyi halten wird.

„Die Situation für den Karlspreis und die Vorbereitungen ist natürlich schwieriger als in den Jahren zuvor“, so Dr. Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums. „Das wussten wir, weil das der Kriegssituation geschuldet ist.“ Der Karlspreisträger und Gäste, die ihn unterstützen, würden nun einmal in einer besonderen Gefährdungssituation sein, so Linden.

Ob Wolodymyr Selenskyj, der den Preis stellvertretend für das ukrainische Volk annimmt, persönlich bei der Zeremonie im Krönungssaal des Aachener Rathauses anwesend ist, oder ob er per Videotechnik dazugeschaltet wird, ist zurzeit noch völlig offen. Die Planungen beinhalten beide Szenarien und hängen stark von der dann vorliegenden Kriegslage und den entsprechenden Sicherheitskonzeptionen ab.

Dr. Jürgen Linden: „Wir betrachten die Karlspreisverleihung 2023 als einen Akt der Solidarität mit der Ukraine. Zugleich sehen wir sie als Zeichen der Ermutigung für das ukrainische Volk und seinen Präsidenten, für die Demokratie und die Menschenrechte, vor allem aber für Leib und Leben der Menschen und die europäische Werte, die in diesem Krieg verteidigt werden.“ Linden hob besonders den unglaublichen Mut und den neuen politischen Stil von Präsident Selenskyj hervor, der die Klammer zwischen der Ukraine und der europäischen Gesellschaft bilde und zeitgleich für sein eigenes Volk die Verteidigungsbereitschaft auch in schwierigsten Zeiten hochhalte. „Gleichzeitig“, so Dr. Linden, „gibt er die Hoffnung, dass dieses Unterfangen auch erfolgreich ist.“

Sibylle Keupen ergänzt: „Wir wissen, dass wir mit der Preisverleihung nicht den Krieg beenden oder die direkten Folgen des Krieges mildern können. Doch wir wollen dem ukrainischen Volk mit dem Karlspreis demonstrieren, dass es wahrgenommen wird, dass wir an seiner Seite stehen. Das tun wir hier in Aachen mit unseren Mitteln und mit vollem Herzen.“

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Die Region Aachen bereitet sich auf Abriss und Neubau der Haarbachtal-Brücke vor

Aachen – Die nächste Brückenprüfung ab dem 17. April kann eine Vollsperrung zur Folge haben. Die Kommunen der Städteregion stellen sich im Schulterschluss den Herausforderungen des Neubaus der Haarbachtalbrücke. Die Brücke der A544 über das Haarbachtal in Aachen ist marode, muss abgerissen und neu gebaut werden. Diese Situation bringt große Einschränkungen mit sich, die sich auf die Stadt, die Städteregion und andere Nachbarregionen auswirken werden.

Pendler*innen, Unternehmen und Bewohner*innen werden massiv von den Bauarbeiten betroffen sein. Hinzu kommt, dass nach den Osterferien eine nächste Brückenprüfung ansteht und die Autobahnbrücke eventuell kurzfristig komplett gesperrt werden muss, wenn das Gutachten es erforderlich macht. In einem Pressegespräch am Mittwoch, 5. April, äußerten sich Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Städteregionsrat Tim Grüttemeier, der Würselener Bürgermeister Roger Nießen sowie Isabel Strehle und Marc Hamblock (beide Stadt Aachen) ausführlich zur aktuellen Sachlage.

Gemeinsame Suche nach den besten Lösungen

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen formulierte in deutlichen Worten die große Herausforderung ebenso wie die notwendige Gemeinschaftsleistung der Betroffenen, die angesichts der massiven Einschränkungen im Rahmen des Neubaus anstehen. Die Bedeutung der A544 reiche bis weit in die Region, weil sie von vielen Pendler*innen genutzt werde: „Wir arbeiten mit allen Akteur*innen der Region intensiv zusammen, können aber heute noch keine rundherum fertigen Lösungen präsentieren. Wir unterstützen daher die Idee einer By-Pass-Lösung parallel zur heutigen Autobahnbrücke, die von Unternehmen und Kammern an uns herangetragen worden ist.“ Mit einem gemeinsamen Schreiben werden die Kommunen das Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit Nachdruck auffordern, die Idee aus der Gruppe der Kammern, Unternehmen und Hochschule intensiv zu prüfen.

Keupen wies im Pressegespräch auch auf die zahlreichen Maßnahmen hin, die seit der Information im November 2022 erfolgt sind oder noch laufen, darunter die Erstellung eines Verkehrsmodells zur Optimierung der Verkehrssteuerung, die Prüfung, ob Fördergelder für betroffene Unternehmen zur Verfügung stehen könnten, erweiterte ÖPNV-Angebote, alternative Arbeitszeitmodelle und neue Wegeführungen. Sie betonte zudem das große Entgegenkommen der Autobahn GmbH, die an vielen Stellen in diesem Projekt neue Wege geht.

Der sachliche Austausch ist notwendig und wichtig

Städteregionsrat Tim Grüttemeier betonte: „Ich bin froh, dass wir uns gemeinsam positionieren und so dazu beitragen, die Diskussion zu versachlichen. Wir brauchen nicht in den Krisenstabsmodus zurückkehren, wie vereinzelt schon gefordert wurde. Die Sperrung der Haarbachtalbrücke ist nicht gleichzusetzen mit der Corona-Krise, dem Hochwasser oder anderen Katastrophen, bei denen Menschenleben konkret in Gefahr sind. Es stehen zwei gut ausgebaute Autobahnen, die A4 und die A44, als Alternativstrecken zur Verfügung. Trotzdem sind Abriss und Neubau der Haarbachtalbrücke der A544 eine massive Belastung für die Region. Deshalb soll sich die Autobahn GmbH mit allen guten Anregungen der Region konstruktiv auseinandersetzen. Wir suchen nach einem Best-Case-Szenario, das auch ein Modell sein kann für andere Brückenbaustellen im Land.“

Der Würselener Bürgermeister Roger Nießen wies auf die Ängste der betroffenen Menschen hin und zeigte sich gleichzeitig erfreut über das geschlossene Auftreten: „Dass die Anschlussstelle Würselen/Verlautenheide offenbleibt, ist eine gute Entscheidung. Vor allem auch deshalb, weil damit die Anschlussstelle und Ortslage Broichweiden sowie die B57 in Würselen nicht zusätzlich belastet werden. Wir müssen alles prüfen, was möglich ist. Wir können darauf hinwirken, dass die beste Lösung für alle gefunden wird. Wenn die Sperrung dennoch kommt, müssen wir reagieren, vor allem auch bei Staus an Stellen, mit denen wir heute noch nicht rechnen. Wir müssen die Einschränkungen minimieren, das verkehrliche Chaos können wir aber nicht komplett verhindern.“

Zurzeit steht vor allem der Notfall im Fokus

Isabel Strehle, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur der Stadt Aachen sagte, dass die Stadt durch Abriss und Neubau der Brücke Turmstraße bereits Erfahrung damit habe, wie sich eine solche Situation bewältigen lasse. Sie ist überzeugt: „Mit positiver Routine, fachlicher Expertise und viel Vorbereitung können wir die Auswirkungen der Sperrung der Haarbachtalbrücke lindern. Und zurzeit haben wir vor allem den Notfall im Blick, der mit der bevorstehenden Brückenprüfung eintreten kann. Wir wollen grundsolide informieren.“

Die Notfallpläne seien vorbereitet und ausgearbeitet, so Strehle. Vier bis sieben Tage seien nötig, um alle Maßnahmen rund um die Brückensperrung umzusetzen. „Mit dem Verkehrsmodell der Stadt Aachen haben wir eine gute Ausgangslage, alle Verkehrsbewegungen in der Region auszuweisen. Wir sind gut im Zeitplan.“

Marc Hamblock von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Aachen erläuterte, was passieren wird, wenn die Haarbachtal-Autobahnbrücke tatsächlich im Rahmen der nächsten Brückenprüfung von heute auf morgen gesperrt werden muss: „Im Notfall sperrt zunächst die Autobahnpolizei ab. Die Autobahnmeisterei ist bereits jetzt im Alarmzustand und sorgt dafür, dass das Absperrmaterial in den nächsten zwei Wochen vor Ort sein wird“.

Er verwies auch darauf, dass die Autobahn A4 zwischen dem Autobahnkreuz und der Anschlussstelle Aachen-Zentrum in beiden Fahrtrichtungen dreispurig geführt werde. Die Autobahn GmbH werde auf den Autobahnen A4 und A44 Alternativrouten und eventuelle Verzögerungszeiten ausweisen. Solche Informationen sind auch in den Niederlanden und in Belgien an den Autobahnen geplant. Im Netz von Stadt und Städteregion Aachen werden rund 50 Schilder auf die Sperrung der Haarbachtalbrücke und die Alternativrouten hinweisen. „Dennoch werden Reisezeitverluste nicht zu vermeiden sein“, schloss Hamblock seine Ausführungen ab.