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KSK Mayen investiert in die Sicherung ihres Geldautomaten-Netzes

Mayen – Rollläden und Stahlplatten schützen künftig vor Sprengversuchen – Nachdem die Kreissparkasse (KSK) Mayen in der jüngeren Vergangenheit mehrfach an verschiedenen ihrer Standorte zwischen Mayen und Andernach das Ziel von Geldautomatensprengungen mit nicht unerheblichem Sachschaden wurde, hat man sich bei dem Mayener Geldhaus in den letzten Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, wie man die Geldautomatenstandorte der KSK Mayen weiter sichern, bzw. „härten“ kann, um den Automatensprengern ihr kriminelles Handwerk zu erschweren und somit im besten Falle künftige Sprengungen zu verhindern.

„Wir haben aktuell an einigen Standorten eine Sicherungsmaßnahme in Form von Rollläden aus Stahl bzw. mit massiven Stahlplatten installiert, die in den Nachtstunden vor den Automaten herunter gefahren werden,“ erklärt der KSK-Vorstandsvorsitzende Karl-Josef Esch. „Wir werden so schnell wie möglich weitere unserer Standorte mit entsprechender Sicherheitstechnik nachrüsten. Insgesamt werden rund 400.000 Euro in die Hand genommen, die wir einerseits als wichtiges Investment in die Sicherheit unserer Kundinnen und Kunden und anderseits in die Sicherung unserer Geldautomatenstandorte sehen, um Sprengversuche erheblich zu erschweren“, erklärt der KSK-Chef weiter.

 

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Sicher in die Sommerferien – „Verwiegeaktion“ der Kreis-Polizeibehörde Euskirchen war ein voller Erfolg

Mechernich-Kommern – Es herrschte starker Andrang am Kommerner Mühlenpark – trotz brennender Sonne bei fast 30 Grad Celsius. Wohnmobile, Autos mit und ohne Wohnwagen, Transporter und sogar Oldtimer reihten sich geduldig fast über den gesamten Parkplatz aneinander, um an der dritten diesjährigen „Verwiegeaktion“ der Kreispolizeibehörde teilzunehmen.

„In den ersten 20 Minuten haben wir direkt rund 20 Fahrzeuge gewogen“, erklärte Christina Specht vom Presseteam der Kreispolizeibehörde Euskirchen zufrieden gegenüber der Agentur ProfiPress. Gewogen wurden hier Fahrzeuge jeglicher Art, ihre Besitzer wollten meist mit ihnen in den Sommerurlaub fahren. Manche wollten sich aber auch nur vergewissern, sicher unterwegs zu sein.

„Es wird nach wie vor sehr gut genutzt“, so Specht: „Das so viele Menschen auf der sicheren Seite unterwegs sein wollen, freut uns sehr!“ Insgesamt waren laut Polizei 80 Fahrzeuge vorbeigekommen. Festgestellt worden seien dabei aber nur geringfügige Überladungsverstöße und Verstöße gegen die Ladungssicherung. Natürlich wurden sie nicht bestraft, da es eine rein präventive Aktion war.

„Von den Verkehrsteilnehmern wurde das Angebot der Verkehrsunfallprävention dankbar und als durchweg positiv aufgenommen“, so die Polizei. Das Ganze ist eine Kooperation des Verkehrsdienstes und der Verkehrssicherheitsberatung der Kreispolizeibehörde Euskirchen.

Zwei Stationen durchlaufen

Erst wurden die Fahrzeuge nacheinander auf eine „Radlastwaage“ geleitet, die bis 20 Tonnen pro Achse messen kann. Dann wurde mit den Insassen an der zweiten Station Präventionsgespräche hinsichtlich Übermüdung, Ladungssicherung, aber auch über die artgerechte Beförderung von Tieren geführt. „Es kann schnell mal dazu kommen, dass nicht ausreichend gesicherte Ladung instabil wird, das Fahrzeug zum Schlingern bringt und im »Worst Case« von der Straße reißt“, betonte Polizeihauptkommissarin Weber dazu.

Auch gab es Tipps, wie man Gewicht einsparen kann, beispielsweise Kochgeschirr aus Aluminium statt aus Edelstahl mitzunehmen, auf Keramik zu verzichten, Essen am Zielort einzukaufen und auch erst am Zielcampingplatz den Wassertank des Fahrzeugs zu füllen. „Das ist ja auch das charmante an Urlaub. Es sieht anders aus – und schmeckt anders“, so Weber weiter. Bei schwerwiegenden Verstößen half die Polizei sogar vor Ort beim Umpacken.

Aber auch die richtige Beladung ist wichtig. Schwere Teile bodennah und in Achsennähe zu positionieren, lose Dinge in rutschfesten Boxen unterzubringen und vieles mehr. Gesichert werden sollten auch mögliche Gasflaschen. Hierzu gab es Tipps zu Varianten, Befüllung und mehr. Und was auf keinen Fall fehlen darf: Ein ausreichend gefüllter und nicht abgelaufener Verbandskasten und das Warndreieck, natürlich im Ernstfall gut erreichbar.

Bedarf nach wie vor groß

Auf die Frage, wie es zu der Aktion kam, erklärte Weber: „Wir haben im vergangenen Jahr aus Mettmann von dieser noch recht neuen und ungewöhnlichen Aktion erfahren und waren direkt Feuer und Flamme.“ Und das mit Recht, denn der Bedarf scheint groß. So kamen Interessenten aus der gesamten Eifel, Köln, Aachen und sogar noch von weiter, um sich zu informieren. Nach der ersten Aktion im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Teilnehmer bereits Anfang dieses Jahres verdoppelt. Ein Mal pro Jahr wolle man die „Verwiegeaktion“ mindestens anbieten, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Weber erzählte auch von einem Bespiel aus der Schweiz. Hier wurde ein Deutscher nach einer Hausauflösung auf der Autobahn angehalten, war zu schwer beladen, durfte nicht weiterfahren und wurde einfach stehen gelassen. Und nicht nur das, hinzu kamen noch mehr Mängel und schnell wurde er zu einer fast fünffach so hohen Geldstrafe wie normal verurteilt: „Um so etwas zu vermeiden und für die Sicherheit der Fahrzeuginsassen zu sorgen, stehen wir hier.“

Welches Gewicht zulässig ist, unterscheide sich bei jedem Fahrzeug. Herausfinden kann man dies im Fahrzeugschein. Unter „F1“ steht das zulässige Gesamtgewicht, „7.1“ und „7.2“ stehen für die zulässige Belastung der Vorder- und Hinterachse, „13“ für die Stützlast und „O.1“ für die zulässige Anhängerlast (gebremst/ungebremst). Für Laien schwer zu durchblicken. Gerade deswegen informierte die Polizei auch hierüber mit Schaubildern.

Als nächstes wolle die Kreispolizeibehörde im Herbst eine präventive „Lichttestkontrolle“ anbieten, um auch in den kalten und dunklen Wintermonaten für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen.

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Ein Energie- und Wasserversorger für die Stadt Aachen und Region

Aachen – Zusammenschluss von STAWAG und enwor wird geprüft – Die Stadt Aachen und die StädteRegion Aachen bereiten gemeinsam mit den Kommunen in der Region einen Zusammenschluss von STAWAG, Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft, und enwor – energie und wasser vor ort GmbH vor. Ziel ist die Stärkung und Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit der regionalen Energie- und Wasserversorgung inklusive der Infrastruktur.

„Die beiden Energie- und Wasserversorger STAWAG und enwor stemmen bereits heute hochkomplexe Aufgaben und verfolgen dabei stets die Interessen der Bürgerinnen und Bürger sowie die der kommunalen Träger“, sagt die Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen Sibylle Keupen. „Wie wichtig ein starker Energiedienstleister ist, haben wir beispielsweise im letzten Jahr gesehen, als die Energiekrise gemeistert werden musste. Zugleich erwarten wir in Zukunft allein im Bereich der Energie- und Wärmewende wachsende Herausforderungen rund um Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Fernwärme und moderne Energielösungen sowie für eine zukunftsorientierte Wasserversorgung. Von einem größeren Unternehmen profitieren alle Beteiligten in der Region. So können beispielsweise mehr Synergien wie Einkaufsvorteile erschlossen werden, die den Kundinnen und Kunden durch noch bessere Preise zugutekommen.“

Die Analysen im Vorfeld haben gezeigt, dass sich STAWAG und enwor mit ihrer jeweiligen unternehmerischen Ausrichtung und ihren Schwerpunkten hervorragend ergänzen.

Bereits seit einiger Zeit arbeiten beide Unternehmen in enger Abstimmung mit ihren Gesellschaftern an einem Konzept für einen Zusammenschluss. Bei diesem würde die enwor ihren Geschäftsbetrieb vollständig in die STAWAG-Gruppe einbringen und im Gegenzug Anteile an der STAWAG erhalten.

„Die zukünftigen Herausforderungen in der Energie- und Wasserversorgung sind enorm: Nicht nur die anstehenden Investitionen für den Klimaschutz und neue, kundennahe Lösungen und Technologien setzen die kommunalen Energiedienstleister unter Druck. Auch der starke Fachkräftemangel und der zunehmende Wettbewerbsdruck durch die großen Player werden die Unternehmen in Zukunft belasten“, stellt Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier heraus. „Wir möchten daher bereits heute die Weichen für einen Zusammenschluss beider Unternehmen stellen und damit verbesserte Mitarbeiterperspektiven durch ein örtliches Angebot an hochwertigen Arbeitsplätzen schaffen. Neben den vielen Vorteilen, die wir für uns als Gesellschafter erwarten, werden auch die Bürgerinnen und Bürger von einem verbundenen Unternehmen profitieren.“

Auch Herzogenraths Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian freut sich über die gelungenen Verhandlungen: „Die städteregionalen Kommunen finden sich in diesem Konstrukt wieder und setzen viel Hoffnung auf die Mehrwerte der Zusammenarbeit, von denen die Kommunen – und damit auch alle Einwohnerinnen und Einwohner – finanziell profitieren. Dass der Standort Kohlscheid als Firmensitz dauerhaft und substanziell bestehen bleibt, ist dabei für uns in Herzogenrath ein wichtiges Ergebnis.“

Operativer Start für Herbst 2024 geplant

Eine Entscheidung über die Kooperation soll spätestens bis Ende des Jahres getroffen werden. Dazu wird jetzt den politischen Entscheidungsträger*innen die aktuelle Planung vorgestellt. Der gemeinsame Geschäftsbetrieb soll dann ab Herbst 2024 aufgenommen werden.

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„Wir brauchen Wasser, das bezahlbar ist“ appelliert Krewelshof-Eifel-Bauer Theo Bieger

Euskirchen/Mechernich-Obergartzem – Wasser in die Börde statt ins Meer – Das gereinigte Abwasser der Mechernicher Hochwald-Molkerei könnte helfen, Felder in der Zülpicher Börde zu bewässern – Kreis Euskirchen startet Machbarkeitsstudie mit Vorzeigecharakter in Nordrhein-Westfalen – Krewelshof-Bauer Theo Bieger und weitere Landwirte möchten Bewässerungsverband gründen.

„Wir brauchen Wasser, das bezahlbar ist“, appelliert Krewelshof-Bauer Theo Bieger mit Blick auf die trockenen Sommer der vergangenen Jahre. Seine Felder liegen zum Teil in, zum Teil angrenzend an die Zülpicher Börde, in deren Gebiet das Grundwasser inzwischen so in Anspruch genommen ist, dass für die Landwirtschaft keine neuen Brunnen mehr genehmigt (und häufig auch keine bestehenden Brunnen verlängert) werden können.

Aber: „Ohne Bewässerung geht es nicht“, weiß auch Achim Blindert, Allgemeiner Vertreter des Landrats im Kreis Euskirchen. In einer Machbarkeitsstudie mit Vorzeigecharakter für Nordrhein-Westfalen wird jetzt ein Verfahren geprüft, um Wasser aus industrieller Produktion in der Landwirtschaft wiederzuverwenden.

Die Idee: Das bei der Produktion der Hochwald-Molkerei in Mechernich-Obergartzem anfallende Wasser – derzeit rund 650.000 Kubikmeter pro Jahr – soll in Speicherbecken gesammelt und der umliegenden Landwirtschaft zur Bewässerung zur Verfügung gestellt werden. Seit rund drei Jahren beschäftigen sich die Kreisverwaltung und die Untere Wasserbehörde mit dem Projekt „Wasserwiederverwendung in der Zülpicher Börde“. Mitte April kam endlich der Förderbescheid des Landes über immerhin 80 Prozent der mit knapp 175.000 Euro zu Buche schlagenden Machbarkeitsstudie.

Leuchtturmprojekt

Es wäre ein echtes Leuchtturmprojekt. Der von den Landwirten im Projektgebiet gemeldete Bedarf liegt derzeit bei etwa 1,3 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr. Könnte das Wasser aus der Molkerei-Produktion gespeichert und in der Vegetationsperiode zur Bewässerung genutzt werden, könnte damit voraussichtlich rund die Hälfte des Bedarfes abgedeckt werden. Bei der Umstellung der konventionellen Trommelbewässerung auf eine wassersparende Unterflurbewässerung (ähnlich der Tröpfchenbewässerung, aber tiefer unter der Erde) könnte sogar noch eine bessere Bilanz erzielt werden.

Ein System, von dem auch Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick viel hält. Als Landwirt weiß er um die Problematik des knappen Wassers. „Wir liegen im Regenschatten der Eifel, die Niederschlagsmengen werden immer geringer und daher der Wettbewerb um das Wasser immer größer“, so Dr. Hans-Peter Schick. Nicht zuletzt als Verbandsvorsitzender des Erftverbands unterstützt er daher das Projekt zur Wasserwiederverwendung.

Denn bislang wird das Wasser der Molkerei in den Bleibach eingeleitet und fließt von dort ungenutzt ins Meer. „Dafür ist unser Wasser zu wertvoll“, findet Bauer Theo Bieger, der die beiden Krewelshöfe in Obergartzem und Lohmar betreibt und schon lange auf Nachhaltigkeit im Anbau von Obst und Gemüse setzt. Gemeinsam mit anderen Landwirten möchte er einen Bewässerungsverband gründen, der die Speicherung, Überwachung und Verteilung des Wassers übernimmt.

Auch die Hochwald Foods GmbH setzt auf ein nachhaltiges Wassermanagement: „Für uns schließt die Idee einen Kreislauf, der auf den Höfen unserer genossenschaftlichen Milchlieferanten beginnt. So führen wir das Wasser, das teilweise über die Landwirtschaft zu uns kommt, wieder zurück in die Natur“, erklärt Kathrin Lorenz, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Als Genossenschaft habe Hochwald seit jeher eine effiziente Ressourcennutzung im Blick.

Lorenz: „In unseren Standorten setzen wir zahlreiche Maßnahmen um, die die wertvolle Ressource Wasser schonen. Wir nutzen zum Beispiel Brüdenwasser (das Wasser, das wir der Milch entzogen haben) als Brauchwasser (zum Beispiel für Kühlzwecke) und wir fangen das Nachspülwasser von Reinigungsprozessen auf und nutzen es als Vorspülwasser. Die Weiterverwendung von geklärtem Wasser in der Landwirtschaft wäre ein weitere, sehr sinnvolle Ergänzung für unser Ressourcenmanagement.“

Landwirte beteiligt

Bisher möchten sich etwa 15 Landwirte an dem Projekt der Euskirchener Kreisverwaltung beteiligen, welches vom Landesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr auch unter Landesinteresse gestellt wurde. Weitere Landwirte haben bereits Interesse bekundet, weiß Klimawandelanpassungsmanagerin Saskia Gall-Röhrig vom Kreis Euskirchen. Sie betreut die Machbarkeitsstudie, die bis Ende des Jahres fertiggestellt werden soll.

Darin muss zunächst die Situation vor Ort betrachtet werden: Wie ist das Grundwasser aufgebaut? Welche Maßnahmen müssten getroffen werden, damit sich die Bedingungen des Einleitgewässers – also des Bleibachs – nicht verschlechtern? Eine wesentliche Fragestellung auch für Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Ebenso die Frage, welche Bewässerungsmethoden geeignet sind?

Ziel der Untersuchungen ist darüber hinaus sicherzustellen, dass durch die Ausbringung des gereinigten und zuvor industriell genutzten Wassers in keiner Weise die Trinkwasserqualität gefährdet wird. „Da es sich in diesem Fall um gereinigtes Abwasser aus der Lebensmittelproduktion handelt, ist das eine große Chance für uns“, sagt Achim Blindert mit Blick auf die Wasserqualität.

Grundlagenarbeit

Ähnliche Projekte wurden bereits in anderen deutschen Bundesländern umgesetzt. Etwa in Niedersachsen, wo das Prozesswasser einer Zuckerfabrik in Speicherbecken aufgefangen und für die landwirtschaftliche Bewässerung benutzt wird. Für Nordrhein-Westfalen wäre es das erste Projekt dieser Art. „Was wir hier jetzt leisten, ist Grundlagenarbeit, auf die man später auch bei der Betrachtung anderer Abwasserarten zurückgreifen kann“, betont Achim Blindert.

Zudem ist es ein wahres Großprojekt: zu den beteiligten Partnern gehören der Erftverband, die Landwirtschaftskammer, das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr und das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, die Bezirksregierung Köln sowie verschiedene Universitäten und Ingenieurbüros. In die Prozesse eingebunden sind außerdem natürlich die Landwirte, die Stadt Mechernich und die Stadt Zülpich. Ein erster Projekttag mit allen Beteiligten fand Mitte Mai beim Erftverband in Bergheim statt, wo die derzeitige Grund- und Oberflächengewässersituation und die Inhalte der Studie vorgestellt wurden.

Sollte die Machbarkeitsstudie im Laufe des Jahres zu einem positiven Ergebnis kommen, muss zunächst ein Risikomanagementplan erstellt werden, um Verunreinigungen des Grundwassers auszuschließen. Danach können sich die Landwirte zu einem Verband zusammenschließen und ein entsprechendes Bewässerungssystem bauen: Das Wasser muss in Speicherbecken gesammelt und über Rohrleitungen im gesamten Projektgebiet verteilt werden. „Dazu haben wir auch mögliche Förderprogramme des Landes und der Europäischen Union im Blick“, so Saskia Gall-Röhrig. In der Folge muss der Verband dann die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Wasserqualität sichergestellt ist.

Europäische Verordnung

Was im Kreis Euskirchen jetzt anhand der Machbarkeitsstudie getestet wird, kommt einer Verordnung des Europäischen Rates und des Parlaments zuvor, die ab dem kommenden Juni gilt. Darin heißt es: „Die Fähigkeit der Union, dem zunehmenden Druck auf die Wasserressourcen zu begegnen, könnte durch eine umfassendere Wiederverwendung von behandeltem Abwasser verbessert werden.“

„Dieses Projekt ist von großer Bedeutung für die regionalen Landwirte, die angesichts der Grundwasserreduktion und der klimatischen Veränderungen neue Optionen brauchen, um ihre Felder weiterhin wirtschaftlich tragbar bewässern zu können“, fasst Saskia Gall-Röhrig zusammen. Achim Blindert ergänzt: „Gleichzeitig hilft eine solche Wasserverwendung unserer Trinkwasserversorgung, denn sie bewirkt, dass das Grundwasser weniger in Anspruch genommen wird.“

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Bundesweiter Aktionstag #alarmstuferot – Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler beteiligt sich

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Die finanzielle Situation der Krankenhäuser in Deutschland: Eine schwierige Herausforderung auch für uns im Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler. Am 20. Juni 2023 beteiligen wir uns am Bundesweiten Aktionstag #alarmstuferot. Die Krankenhäuser in Deutschland stehen aktuell vor einer erheblichen finanziellen Herausforderung. Trotz der zentralen Rolle, die sie bei der Bereitstellung hochwertiger Gesundheitsversorgung spielen, haben viele Einrichtungen mit finanziellen Engpässen zu kämpfen, die ihre Leistungsfähigkeit und Qualität der Patientenversorgung beeinträchtigen.

Eine Vielzahl von Faktoren trägt zu dieser angespannten finanziellen Situation bei. Grundsätzlich stellen die seit Jahren kontinuierlich steigenden Kosten für medizinisches Personal, Medikamente und technologische Ausstattung bereits eine enorme Belastung für die Krankenhäuser dar.

Darüber hinaus hat sich das Nachfrageverhalten der Menschen hinsichtlich ihrer individuellen Gesundheitsversorgung verändert: Patienten suchen für elektive Behandlungen fast ausschließlich Großkrankenhäuser oder spezialisierte Kliniken auf und ambulante Behandlungen haben durch die Pandemie deutlich zugenommen und sind nach der Pandemie ebenso fortgesetzt worden.

Zudem erschweren verschärfte Vorgaben zur Aufrechterhaltung des stationären Betriebs und personalintensive Dokumentationspflichten die Arbeit. All dies in einer seit Jahren problematischen personellen Situation, die trotz intensiver Recruitingmaßnahmen nur ansatzweise verbessert werden konnte und sich durch den bevorstehenden Renteneintritt der Babyboomer-Generation verschärfen wird.

Dies alles führt bereits für die meisten Krankenhäuser zu einer dauerhaft nicht tragbaren Lage. Denn die Kosten sind über Jahre deutlich höher gestiegen als die gesetzlich vereinbarten Einnahmen der Krankenhäuser. Diese werden über ein für den Normalbürger nur schwer verständlichem Mix aus unterschiedlich Faktoren wie Fallpauschalen, Leistungsmengen und Versorgungsauftrag für das jeweilige Folgejahr verhandelt. Zusätzlich belasten langwierige Abrechnungsprozesse mit den Kassen für die erbrachten Leistungen die Liquidität der Krankenhäuser.

Weiter angeheizt wurde dies durch eine grundlegende Veränderung der ökonomischen Situation in Europa, durch Langzeitfolgen der Pandemie, den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sowie weltweite Lieferkettenveränderungen. Dementsprechend sind auch bei uns die Energiekosten explodiert und auch in der Lebensmittelversorgung oder im Bereich Wäschereinigung wurden wir mit Preissteigerungen von 20 bis 40 Prozent konfrontiert.

Jedoch sind Krankenhäuser im Gegensatz zu Handel, Handwerk, Gastgewerbe oder Industrie aufgrund der quasi vordefinierten Einnahmen nicht in der Lage, ihre explodierenden Kosten an Kunden weiterzugeben. Damit können sie signifikanten Kostensteigerungen oder Inflationsentwicklungen, wie wir sie in 2022 und 2023 erleben, kaum entgegenwirken. Dies erfordert insbesondere von nicht-gewinnwirtschaftlich orientierten Trägern enorme Anstrengungen und führt zu einem kritischen Abbau der Liquidität bis hin zu einer wirtschaftlichen Schieflage.

Um diese schwierige finanzielle Situation zu lösen, sind dringend umfassende Maßnahmen erforderlich. Einige werden gerade im Rahmen der vom Bundesgesundheitsministerium angestoßenen Reform diskutiert. Ganz aktuell bedarf es aber eines Ausgleichs der Inflationskosten, um die Zahlungsunfähigkeit einzelner Einrichtungen oder gar Träger, Arbeitsplatzverluste und echte Versorgungslücken für die Menschen zu vermeiden.

Daher habe wir uns entschieden, die Aktion der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) aktiv zu unterstützen. Dazu werden wir am Aktionstag in unseren Einrichtungen Patienten und Besucher informieren und sie bitten, die Petition der DKG mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

Die Krankenhäuser in Deutschland stehen vor einer ernsthaften finanziellen Herausforderung, die nicht ignoriert werden darf. Es ist von größter Bedeutung, dass politische Entscheidungsträger, Gesundheitsorganisationen und die Gesellschaft insgesamt sich dieser Situation bewusst werden und Maßnahmen ergreifen, um aktuell eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherzustellen, bis eine abgestimmte Reform zum Tragen kommen kann.

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Breitbandausbau in Mayen-Koblenz geht in die nächste Runde

Region/Mayen-Koblenz – Privathaushalte und Gewerbetreibende in der Verbandsgemeinde Vordereifel erhalten Zugang zum Highspeed-Internet. Landrat Dr. Alexander Saftig und Alfred Schomisch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel, haben gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Ortsgemeinden und der Verbandsgemeinde Vordereifel, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein sowie von Westconnect und der Westenergie-Gruppe, den offiziellen Startschuss für die fünfte Bauetappe des NGA-Breitbandausbaus (Next Generation Access) im Kreis Mayen-Koblenz gegeben. Die Westnetz GmbH, Tochtergesellschaft der Westenergie AG, beginnt nun sukzessive im Auftrag der Westconnect GmbH mit den Bauarbeiten zur Verlegung der Glasfaserkabel in der Verbandsgemeinde Vordereifel.

Die Verantwortlichen hatten sich in Ettringen zu einem symbolischen Spatenstich getroffen. „Schnelles Internet ist gerade in Zeiten der Globalisierung und voranschreitenden Digitalisierung ein wichtiger Standortfaktor für Wohn-, Schul- und Gewerbestandorte“, sagte Landrat Dr. Alexander Saftig. „Der jetzt betriebene Netzausbau ist damit ein wichtiger Schritt zur Schaffung und Wahrung gleichwertiger Lebensbedingungen im ländlichen Raum. Wir freuen uns, gemeinsam mit Westconnect die verbleibenden weißen Flecken in unserem Landkreis schließen und insbesondere auch den Gewerbetreibenden eine Highspeed-Internetverbindung bieten zu können.“

In der Verbandsgemeinde Vordereifel werden im Rahmen des von Bund und Land geförderten NGA-Breitbandausbaus 65 unterversorgte Adressen an das leistungsfähige Glasfasernetz angebunden, darunter 39 Privathaushalte und 26 Gewerbetreibende. Der Ausbau erfolgt in den Ortschaften Arft-Netterhöfe, Baar-Engeln, Langscheid (Campingplatz Falkenleymühle), Sankt Johann (Bürresheim) und Siebenbach (Siebenbacher Mühle) sowie in den Gewerbegebieten innerhalb der Ortsgemeinden Anschau, Ettringen und Kirchwald. Ebenso werden in diesem Zuge Bereiche des Stadtteils Mayen-Nitztal mit schnellem Internet versorgt. Darüber hinaus schließt Westconnect in den Ortschaften, wo eine entsprechende Nachfrage vorliegt, weitere Adressen eigenwirtschaftlich ans Glasfasernetz an.

Alfred Schomisch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel, freut sich über den Fortschritt: „Diesen Tag haben wir lange herbeigesehnt. Wir freuen uns, dass die schnellen Internetanschlüsse nun bald für unsere Bürgerinnen und Bürger in den bislang auch unterversorgten Gebieten der Verbandsgemeinde Vordereifel zur Verfügung stehen. Besonders freut es mich, dass im Zuge des Breitbandausbaus durch Westconnect zahlreiche Gewerbetreibende ans schnelle Netz angeschlossen werden. Für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region ist dies ein entscheidender Vorteil.“

Westconnect arbeitet an einem ambitionierten Zeitplan für die Realisierung des Projektes. „Im Rahmen des geförderten NGA-Breitbandausbaus werden wir bis Ende 2024 insgesamt rund 700 Adressen unterversorgter Haushalte und Gewerbetreibende im Landkreis Mayen-Koblenz an das schnelle Breitbandnetz anschließen“, sagt Fabian Vocktmann, Regionalmanager bei Westenergie. „Schnelles Internet hat sich längst zum wirtschaftlichen und demografischen Standortfaktor entwickelt. Daher beschränken wir uns beim Breitbandausbau nicht nur auf die Interessen der größeren Städte und Gemeinden, sondern blicken auf eine Flächenversorgung und nehmen damit unsere Verantwortung als Partner der Kommunen bei diesem wichtigen Thema wahr“, ergänzt Vocktmann.

Der Ausbau erfolgt in fünf Etappen im Landkreis Mayen-Koblenz durch die Firma Westnetz, dem Verteilnetzbetreiber der Westenergie. Achim Danhausen, Projektleiter bei Westnetz, erläutert: „Wir verlegen über 100 Kilometer Glasfaserkabel im Ausbaugebiet des Landkreises. Wir haben in den Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig und Pellenz sowie der Stadt Mayen bereits begonnen und setzen unsere Arbeiten nun in der Verbandsgemeinde Vordereifel sukzessive fort. Damit die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis möglichst schnell vom neuen Internet profitieren können, erfolgt der Ausbau in vielen Gemeinden gleichzeitig. Der geförderte Breitbandausbau im Landkreis kommt auch den nicht geförderten Adressen zugute. Denn dort wo wir eine zukunftsfähige Infrastruktur schaffen, ist auch jederzeit bei entsprechender Nachfrage eine eigenwirtschaftliche Erweiterung des Glasfasernetzes umsetzbar.“

Das Energieunternehmen realisiert im Landkreis Mayen-Koblenz den Breitbandausbau in der technisch modernsten Variante – einem Glasfasernetz mit direkter Glasfaseranbindung bis in das Gebäude. „Man spricht auch von ‚Fiber to the Home‘, kurz FTTH. Somit können die Einwohner Übertragungskapazitäten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde beziehen, für Gewerbe und Industrie sind Übertragungsraten im Gigabitbereich möglich“, ergänzt Danhausen. Die geplanten Tiefbauarbeiten dauern mehrere Wochen an, anschließend wird mit dem Einblasen der Glasfaserkabel begonnen, so dass alle unterversorgten Adressen an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen werden können.

Hintergrund

Die Westconnect GmbH hat im Rahmen der NGA-Ausschreibung (Next Generation Access) des Landkreises Mayen-Koblenz zur Förderung des Ausbaus verbleibender weißer Flecken und Gewerbegebiete einen Zuschlag für den Breitbandausbau in den Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig, Pellenz, Vordereifel und der Stadt Mayen erhalten. Der Zuschlag für den Breitbandausbau in den Verbandsgemeinden Rhein-Mosel, Vallendar, Weißenthurm, Maifeld (Süd) sowie in den Städten Andernach und Bendorf ist an die Deutsche Glasfaser gegangen. Von den 44 Millionen Euro, die in den gesamten NGA-Breitbandausbau im Landkreis Mayen-Koblenz fließen, trägt 50 Prozent der Kosten der Bund, 40 Prozent das Land und 10 Prozent die kreisangehörigen Kommunen. Nach Ende der Maßnahme sollen durch den gesamten NGA-Breitbandausbau rund 1.400 Unternehmen, 32 Schulen, vier Krankenhäuser und 475 private Haushalte, die sogenannten weißen Flecken in Außenlagen, zuverlässig mit Bandbreiten von mindestens 1 Gigabit pro Sekunde versorgt werden.

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„Psychosoziale Hilfe Bad Münstereifel“ – Zwei Jahre nach der Flutkatastrophe

Bad Münstereifel – Auch zwei Jahre danach wird psychosoziale Hilfe benötigt – Nicht alle Folgen der Flutkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 sind sichtbar. Spuren hat das Wasser nicht nur an Häusern und Straßen hinterlassen, sondern auch in den Köpfen und Seelen sehr vieler Menschen. Deshalb hat Michael Mönks bereits kurz nach der Flut damit begonnen, die „Psychosoziale Hilfe Bad Münstereifel“ mit aufzubauen. Seitdem haben mehrere Ehrenamtliche dort ein offenes Ohr für alle Menschen, die unter den Folgen der Flutkatastrophe leiden. Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian und Gina Burgwinkel-Ernst, Leiterin des Amtes für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Soziales, waren am Standort der Psychosozialen Hilfe am Ende des Parkplatzes „Im Goldenen Tal“, um sich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern erneut über die aktuelle Situation auszutauschen. Neben dem Fluthilfebüro der Malteser sind die Berater, Seelsorger und Therapeuten dort in zwei gemütlich eingerichteten Containern untergebracht.

Mehr als 1.000 Gespräche haben die Ehrenamtler seit der Flutkatastrophe geführt. „Es ist ein niederschwelliges Angebot“, betont Mönks. Das heißt, dass es nicht um Therapie oder Krankheitsdiagnosen geht, sondern schlichtweg um das Reden und Zuhören. Gerne vermitteln die Helfer auch mentale Techniken, mit Belastungen umzugehen. „Selbstermächtigung“ heißt das Schlagwort – sich nicht vom Erlebten bestimmen lassen, sondern wieder handlungsfähig werden. Auf Wunsch leitet das Team ihre Gesprächspartner auch an Therapeuten weiter und unterstützt bei der Suche nach verschiedenen Therapieangeboten. Ebenso vermittelt es zum Beispiel, wenn es darum geht, handfeste oder finanzielle Hilfe zu erhalten. Michael Mönks erinnert sich an eine Betroffene, die ihre Wohnung nach der Flut lange Zeit nicht betreten hat. Aus Angst vor dem Anblick, der sie nach der ganzen Zeit dort erwartete, wagte sie sich nicht mehr in die Wohnung. Mönks vermittelte Hilfe der „Dachzeltnomaden“, die ihre Wohnung aufräumten. Für die Betroffene war es eine große Hilfe.

Auch fast zwei Jahre nach der Flut nehmen Menschen die Psychosoziale Hilfe in Anspruch. Etliche Betroffene werden erst mit diesem Abstand vom Erlebten eingeholt. „Bei manchen kommen durch die Flut auch alte Traumata wieder hoch, zum Beispiel Kriegstraumata“, berichtet Dorothee Wald. Und es sind nicht nur direkt Betroffene, die Hilfe benötigen. „Es kamen auch Menschen, die selbst nicht betroffen waren, aber aushalten mussten, dass um sie herum alle betroffen waren“, sagt Christine Gottwald. Auch zahlreiche Helfer benötigen Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten. Anfangs gab es auch Kinder, mit denen die Helfer Gespräche führten. „Kinder stecken das Erlebte teils in eine Kiste und vergessen es. Wenn sie erwachsen sind, kommt es dann vielleicht durch ein Hochwasser oder auch nur einen Geruch wieder hoch, und sie wissen nicht, was mit ihnen los ist“, so Dorothee Wald: „Deshalb rate ich den Eltern, dass sie für ihre Kinder aufschreiben, was sie in jungen Jahren erlebt haben.“

Wer das niederschwellige Angebot der „Psychosozialen Hilfe Bad Münstereifel“ in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter Tel. 0157/50 39 82 37 oder per E-Mail an psycho-soziale-akuthilfe@posteo.de bei Michael Mönks melden.

 

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Durch Trockenheit und Schadflächen steigt die Waldbrandgefahr in Nordrhein-Westfalen

Region/Düsseldorf – Waldspaziergänge mit Umsicht genießen – Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW teilt mit: Aufgrund der sommerlichen Temperaturen steigt in nordrhein-westfälischen Wäldern wieder die Waldbrandgefahr. Vor allem die Trockenheit und der starke Befall des Borkenkäfers haben viel trockenes Restholz hinterlassen, das schnell entzündbar ist. In diesem Jahr hat es auf bislang rund sieben Hektar Waldfläche gebrannt – und die Feuer konnten zügig gelöscht werden.

Forstministerin Silke Gorißen: „Der Wald ist unser wichtigster Klimaschützer. Mit steigenden Temperaturen und ausbleibendem Regen steigt leider wieder die Waldbrandgefahr. Ich appelliere daher an alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, umsichtig und aufmerksam im Wald zu sein. Bitte beachten Sie das Verbot des Rauchens und Grillens im Wald. Bitte parken Sie nur auf befestigten Flächen, damit heiße Katalysatoren der Autos nicht Gras in Brand setzen. Halten Sie Waldzufahrten für den Fall der Fälle frei, so dass Rettungsfahrzeuge passieren können. Wer gegen Regeln und Gesetze verstößt, riskiert das Leben von Mensch und Tier. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir den Wald als einzigartigen Naturraum und Ort der Erholung genießen können. Mein besonderer Dank gilt allen Feuerwehrleuten, der Polizei, Forstleuten und weiteren Einsatzkräften, die rund um die Uhr vor Ort dafür sorgen, dass unser Wald geschützt wird.“

Hohe Bußgelder für illegales Feuermachen im Wald

Waldbrände haben in den letzten Jahren in Nordrhein-Westfalen zugenommen und fast immer ist leichtsinniges oder unachtsames Verhalten von Waldbesucherinnen und Waldbesuchern die Ursache. Allein im vergangenen Jahr gab es in Nordrhein-Westfalen 203 Waldbrände, die ein Schadfläche von 74 Hektar hinterlassen haben.

Zur Waldbrandvorsorge hat das Land deshalb die Bußgeldempfehlungen im Verwarnungs- und Bußgeldkatalog Umwelt deutlich verschärft. Der Katalog empfiehlt den örtlichen Behörden für das Feuermachen im Wald ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro oder für das Rauchen im Wald von März bis Oktober ein Bußgeld von 150 Euro.

„Fire Fighter“ unterstützt im Kampf gegen Walbrände

Um gemeinsam stärker im Kampf gegen Waldbrände zu sein, hat das nordrhein-westfälische Forstministerium und der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren intensiviert und sie stellen digitales Kartenmaterial zur Verfügung. Dies hilft den Einsatzkräften zu den Brandherden im Wald zu gelangen. Zudem hat das Land erst vor wenigen Wochen den „Fire Fighter“ vorgestellt, um im Fall der Fälle flexibler zur Brandstelle zu gelangen. Das geländegängige Löschfahrzeug, das bis zu 10.000 Liter Löschwasser im Tank speichern kann, soll helfen, auch auf unwegsamen Waldflächen Brände zu löschen.

Bei Waldbrand 112 rufen

Wie hoch die Gefahr für eine Waldbrand aktuell ist, zeigt der Deutsche Wetterdienst mit seinem 5-stufigen Waldbrandgefahrenindex. Allerdings kann lokal die Gefahrenlage sehr unterschiedlich sein. Um Waldbrände zu melden, ist die Feuerwehr unter der 112 zu rufen – und die Gefahrenstelle auf kürzestem Wege zu verlassen.

Land stellte 2022 Konzept zur Vorbeugung und zur sicheren Bekämpfung von Waldbränden vor

Um die Wälder in Nordrhein-Westfalen in Zukunft besser gegen Waldbrände zu schützen und damit die Feuerwehr die Flammen im Ernstfall sicher und effizient bekämpfen kann, hat das Land Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr das Konzept zur „Waldbrandvorbeugung und Waldbrandbekämpfung in Nordrhein-Westfalen“ vorgestellt. Es bildet die Grundlage für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und den Feuerwehren. Gemeinsam hatten der Minister des Innern, Herbert Reul, und die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Silke Gorißen, das neue Konzept zur Vorbeugung und zur sicheren Bekämpfung von Waldbränden am 9. August 2022 in Wermelskirchen offiziell vorgestellt. In das Konzept sind die Fachexpertise und Erfahrung der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen und der Forstexperten vom Landesbetrieb Wald und Holz eingeflossen.

 

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Bistum Aachen reformiert Ordnung für kirchliche Unterrichts-Erlaubnis „Missio canoncia“

Aachen – Erhalt der „Missio Canonica“ ist nicht mehr an die persönliche Lebensführung gebunden. Auch zivilrechtlich Verheiratete und wiederverheiratete Geschiedene erhalten die kirchliche Unterrichtserlaubnis. Neuordnung tritt zum 1. Juni im Bistum Aachen in Kraft.

Hochschulstudium, (zweites) Staatsexamen und die kirchliche Unterrichtserlaubnis sind notwendig, um als Lehrkraft katholische Religionslehre zu unterrichten. Für den Erhalt dieser Erlaubnis, der Missio canonica war bisher auch die Frage nach der persönlichen Lebensführung ein Kriterium. Zum 1. Juni reformiert das Bistum Aachen die Missio-Ordnung Damit ist der Erhalt der Unterrichtserlaubnis nicht länger an die persönliche Lebensführung geknüpft, auch zivilrechtlich Verheiratete und wiederverheiratete Geschiedene können die Missio Canonica erhalten. Hierbei orientiert sich die neue Missio-Ordnung an der Muster-Ordnung der katholischen (Erz-)Diözesen Deutschlands vom 23.01.2023, die auch die zuvor beschlossenen Änderungen der Grundordnung für den kirchlichen Dienst berücksichtigt.

„Die neue Ordnung für den Erhalt der Missio canonica ist für die Religionslehrerinnen und -lehrer eine bleibende Unterstützung der Kirche bei ihrer wichtigen, aber auch herausfordernden Arbeit. Sie macht noch einmal das Ziel des Religionsunterrichtes deutlich: Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortlichen Denken und Handeln mit Blick auf Glauben und Religion zu befähigen“, betont Carsten Gier, Leiter der Abteilung Erziehung und Schule im Bischöflichen Generalvikariat.  „Die Liebe zur Kirche und kritische Distanz“ schließen sich keineswegs aus, so heißt es in der neuen Ordnung. Im Gegenteil: „In dieser kritischen Loyalität geben die Lehrerinnen und Lehrer selbst ein Zeugnis einer lebendigen Kirche, denn der Religionsunterricht ist ein Ort für Diskussionen über den Glauben, das Leben und die eigene Haltung“, sagt Carsten Gier.

Hintergrund: Missio canonica

Die neuen Religionslehrerinnen und -lehrer, die die kirchliche Unterrichtserlaubnis „Missio canonica“ aus den Händen des Bischofs empfangen haben, erhalten damit die kirchliche Sendung. Zudem erfüllen sie ihren Dienst mit staatlicher Unterrichtsbefähigung und als Bedienstete des Landes Nordrhein-Westfalen bzw. eines anderen staatlich anerkannten Schulträgers.

Im Bistum Aachen unterrichten mit dieser Bevollmächtigung ca. 3.200 Lehrerinnen und Lehrer Tag für Tag knapp 150.000 Schülerinnen und Schüler an ungefähr 700 Schulen im Fach Katholische Religionslehre. Indem diese Lehrerinnen und Lehrer dadurch an der Erfüllung des ganzheitlich ausgerichteten Bildungsauftrages der Schulen mitwirken, leisten sie einen maßgeblichen Dienst an der Gesellschaft.

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Stadt Aachen duldet kurzfristig die Übernachtungen von Klimaaktivist*innen in der Schulaula des Couven-Gymnasiums

Aachen – Seit Mittwoch, 24. Mai, hat eine Gruppe von jungen Menschen in der Schulaula des städtischen Couven-Gymnasiums ein Klimacamp eingerichtet – nach eigenen Angaben die Schulaula „besetzt“. Unter diesen rund zehn Jugendlichen sind auch einige Schüler*innen der Schule. In Gesprächen mit den jungen Menschen entstand bei den Verantwortlichen der Stadt der Eindruck, dass es sich um Jugendliche – teilweise bereits volljährig – handelt, die eine klare Botschaft haben, die sie durch diese Aktion noch einmal nachdrücklich deutlich machen möchten.

Aufgrund des Auftretens der Gruppe, die auch in engem Kontakt zur Schulleitung und Hausmeister steht, hat die Stadt Aachen es in enger Abstimmung mit der Schulleitung als vertretbar angesehen, die Übernachtung im Gebäude kurzfristig zu dulden, um die Verhältnismäßigkeit zu wahren, auch, weil die Protestaktion den regulären Schulalltag nicht beeinflusst. Mit den volljährigen Teilnehmer*innen wurde eine Duldungsvereinbarung geschlossen, um ihnen die notwendigen Pflichten- und Haftungsreglungen zu übertragen. Eine grundsätzliche Sicherheitseinweisung fand ebenfalls statt. Die Stadt geht davon aus, dass die Aktion in der Schulaula spätestens zum Wochenende beendet wird.

Die Verwaltung und die Schulleitung sehen diese Form des Protests grundsätzlich sehr kritisch, begrüßen und fördern jedoch generell das (legale) Engagement von Jugendlichen bei wichtigen politischen und gesellschaftlichen Themen wie dem Klimawandel.