Kategorien
Top-Themen

Neue Quarantäneregeln für Rückkehrende und Einreisende aus ausländischen Risikogebieten ab 09.11.2020

Region/Mainz, 07.11.2020 – Am 9. November 2020 tritt in Rheinland-Pfalz die 1. Änderungsverordnung zur Zwölften Corona-Bekämpfungsverordnung (12. CoBeLVO) des Landes in Kraft.

Diese Änderungsverordnung regelt die Quarantäne von Personen, die aus ausländischen Risikogebieten einreisen oder von dort nach Rheinland-Pfalz zurückgehen. Sie basiert auf der Musterquarantäne-Verordnung, die Bund und Länder erarbeitet haben, um ein möglichst einheitliches Vorgehen bei diesem Thema sicherzustellen.

Folgende wesentliche Neuerungen sind in der Änderungsverordnung für Rheinland-Pfalz enthalten:

Die Quarantänedauer verkürzt sich von 14 auf 10 Tage. Betroffene Personen sind wie bisher verpflichtet, unverzüglich nach Einreise das für sie zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren. Hierfür wird eine neue digitale Einreiseanmeldung durch den Bund zur Verfügung gestellt. Eine sofortige Befreiung von der Quarantänepflicht durch Vorlage eines negativen Testergebnisses bei Einreise wird nicht mehr generell möglich sein. Die Quarantänedauer kann jedoch mit der Vorlage eines negativen Testergebnisses verkürzt werden. Dabei darf der Test grundsätzlich frühestens am fünften Tag nach der Einreise durchgeführt werden.

Für die Verpflichtung zur Quarantäne sind zudem verschiedene Ausnahmen festgelegt worden. So sind beispielsweise Personen von der Quarantänepflicht ausgenommen, die sich auf der Durchreise befinden, die sich weniger als 72 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder aus einem Risikogebiet für bis zu 24 Stunden in das Bundesgebiet einreisen. Weitere Ausnahmen sind beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen auch für besondere Personengruppen wie etwa sogenannte Grenzpendler oder Grenzgänger vorgesehen.

Die Verpflichtung zur Quarantäne besteht außerdem nicht für bestimmte weitere Personengruppen, wenn diese ein negatives Testergebnis vorlegen können. Dies betrifft beispielsweise Personen, die zum Besuch von Verwandten ersten oder zweiten Grades oder aufgrund einer dringenden medizinischen Behandlung einreisen, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Richterinnen und Richter oder beispielsweise Parlamentarierinnen und Parlamentarier und Polizeivollzugskräfte. Mit besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Belange sind mit Vorlage eines Negativtests auch Personen von der Pflicht zur Quarantäne befreit, die sich für bis zu fünf Tage zwingend notwendig und unaufschiebbar unter anderem beruflich veranlasst in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder nach Rheinland-Pfalz einreisen.

Neben diesen Neuerungen werden zur Umsetzung der Coronavirus-Testverordnung des Bundes in Rheinland-Pfalz zurzeit örtliche Testzentren etabliert, die überwiegend unter der Regie von Krankenhäusern betrieben werden. In diesen vom Land beauftragten Testzentren werden anlassbezogen asymptomatische Patienten getestet. Durch diese Unterstützung werden die Gesundheitsämter weitreichend entlastet. Die letztlich rund 20 örtlichen Testzentren reihen sich dabei in das bereits bestehende Netz an Testmöglichkeiten ein, das sich flächendeckend über Rheinland-Pfalz legt.

Anspruch auf eine Testung in einem örtlichen Testzentrum haben nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes Einreisende aus ausländischen Risikogebieten, Kontaktpersonen einer mit dem Coronavirus infizierten Person, Personen, die von Ausbrüchen in unter anderem Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kitas, Schulen oder Pflegeeinrichtungen betroffen sind sowie Personen in Gesundheitseinrichtungen und ähnlichen Unternehmen. Diese Testmöglichkeit steht nur nach Bestätigung des Anspruches durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst, den niedergelassenen Arzt oder die entsprechende Einrichtung beziehungsweise das entsprechende Unternehmen offen.

Einige der örtlichen Testzentren haben ihren Betrieb bereits aufgenommen. So ist beispielsweise schon ein Testzentrum in Ludwigshafen aktiv, das unter der Regie des Klinikums Ludwigshafen betrieben wird und mit der bestehenden Infektionsambulanz verbunden wurde. Weitere Testzentren werden in den kommenden Tagen und Wochen den Betrieb aufnehmen.

Die bisherigen vier Teststationen des Landes haben indes ihre Arbeit eingestellt. Dort wurden im gesamten Zeitraum vom 5. August bis 1. November 2020 insgesamt 49.018 Reiserückkehrer und Einreisende auf Corona getestet. Der Anteil der positiven Befunde aller Testergebnisse lag dabei bei weniger als einem Prozent.

Kategorien
Top-Themen

Vielfalt und Literatur von Weltrang – Am 2. März 2021 startet das 15. Eifel-Literatur-Festival

Prüm, 06.11.2020 – Die Frage, ob es ein 15. Eifel-Literatur-Festival geben wird, war von Hoffen und Bangen begleitet. Schon die für 2020 angekündigte Spezialausgabe mit nur einer Lesung von Thriller-Star Sebastian Fitzek musste aufgrund der Covid-19 Pandemie entfallen. Die Krise gewährt keine Planungssicherheit.

Doch Literaturfreundinnen und -freunde in der Eifel können sich freuen: Dr. Josef Zierden, der mit dem Kulturpreis der Dr. Hanns-Simon-Stiftung ausgezeichnete Initiator des Eifel-Literatur-Festivals, hat sich der Herausforderung gestellt und für 2021 eine hochkarätige Festivalausgabe organisiert. Unter Berücksichtigung der aktuellen Umstände geht sie als Kompaktformat mit zehn Lesungen in großen Veranstaltungsräumen in Wittlich, Bitburg, Gerolstein und Prüm sowie mit reduzierten Ticketkontingenten an den Start. Schirmherr ist der rheinland-pfälzische Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Inhaltlich bietet die 15. Auflage des Eifel-Literatur-Festivals wieder Vielfalt und Klasse.

Es treten Erzählerinnen und Erzähler von Weltrang auf, allen voran die polnische Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2019, Olga Tokarczuk, die aus ihrem ausgezeichneten Werk „Die Jakobsbücher“ lesen wird. Daniel Kehlmann ist dabei, mit seinem Roman „Tyll“ über den Dreißigjährigen Krieg, außerdem Bestsellerautor Ingo Schulze mit seinem hochaktuellen Werk über deutsche Befindlichkeit „Die rechtschaffenen Mörder“.

Zu Gast sind ferner Romanciers, die Menschen und Zeitgeist hierzulande so unterhaltsam wie niveauvoll porträtieren: Dörte Hansen mit „Mittagsstunde“, Joachim Meyerhoff mit „Hamster im hinteren Stromgebiet“ und die junge Leipziger Neuentdeckung Daniela Krien mit „Die Liebe im Ernstfall“.

Das Genre Thriller vertritt Sebastian Fitzek. Seine zunächst für April und dann September 2020 geplante Lesung geht nun am 9. April im Eventum Wittlich über die Bühne. Zu erwarten ist eine spannende Show zu seinem neuen Titel „Der Heimweg“.

In der Sparte Sachbuch wartet das Festival mit so beliebten wie kompetenten Autoren auf. Peter Wohlleben, Deutschlands wohl bekanntester Förster mit dem Beinamen „Der Baumversteher“, berichtet über „Das geheime Band von Mensch und Natur“. Publikumsmagnet Pater Anselm Grün reflektiert anlässlich der Corona-Krise „Was gutes Leben ist“. Und Meteorologe Sven Plöger, der 2010 als „Bester Wettermoderator Deutschlands“ ausgezeichnet wurde, erklärt mit „Zieht euch warm an, es wird heiß“, den Klimawandel und wie wir damit umgehen können.

DIE TERMINE:

Dienstag, 02. März, Joachim Meyerhoff, Bitburg Stadthalle;

Freitag, 19. März, Peter Wohlleben, Wittlich Cusanus-Gymnasium (Atrium);

Freitag, 26. März, Daniel Kehlmann, Bitburg Stadthalle;

Freitag, 9. April, Sebastian Fitzek, Wittlich Eventum;

Freitag, 16. April, Ingo Schulze, Gerolstein Rondell;

Freitag, 23. April, Dörte Hansen, Prüm Karolingerhalle;

Donnerstag, 29. April, Pater Anselm Grün, Prüm Basilika;

Freitag, 28. Mai, Olga Tokarczuk, Bitburg Haus Beda (Festsaal);

Freitag, 11. Juni, Daniela Krien, Bitburg Haus Beda (Festsaal); Freitag, 25. Juni, Sven Plöger, Gerolstein Rondell.

Alle Veranstaltungen beginnen um 20.00 Uhr (Einlass: 19.00 Uhr).

Kategorien
Top-Themen

Stadtrat Wittlich zeigt Flagge gegen Corona-Leugner

Wittlich, 05.11.2020 – Der Platz an der Lieser war vergangenen Sonntag wieder Schauplatz von Corona-Demonstrationen. Mit rund zehn Personen versammelten sich die sogenannten „Corona-Rebellen“ in ihrem selbsternannten „Wohnzimmer“ zu einer erneuten sonntäglichen Kundgebung.

Viele Wittlicher Bürgerinnen und Bürger schlossen sich dem Stadtrat an und demonstrierten gemeinsam gegen die abstrusen und teilweise aggressiv vorgetragenen Theorien der Corona-Leugner. Plakate mit der Aufschrift „Masken sind der neue Hitlergruß“ machten deutlich, welche Weltanschauung die Corona-Leugner vertreten.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch verlas die vom Stadtrat einstimmig beschlossene Resolution und machte einmal mehr deutlich, dass die Stadt sich bewusst dafür entschieden hat, den einleitenden Satz des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ für jeden Besucher Wittlichs an der Synagoge sichtbar zu machen.

An die Adresse der Corona-Rebellen richtete der Stadtrat seine Bot-schaft, dass er entschieden dafür eintritt, dass menschenverachtende Ideologien in Wittlich nicht salonfähig werden. Gemeinsam machte man den Corona-Rebellen klar: „Ihr seid hier nicht willkommen! “Neben dem Stadtrat demonstrierten auch das „Solidarische Wittlich“ und die Antifa gegen die Coronas-Leugner.

Kategorien
Top-Themen

Online-Petition gestartet: Verschuldete Kommunen senden Hilferuf

Mayen/Pirmasens, 05.11.2020 – Vielen Kommunen steht das Wasser bis zum Hals. Elf der bundesweit 20 am höchsten verschuldetsten Städte und Landkreise liegen in Rheinland-Pfalz. Grund für die strukturelle Unterfinanzierung ist eine mangelnde Gegenfinanzierung der von Bund und Land jahrzehntelang an die Kommunen übertragen Pflichtaufgaben.

Die Corona-Pandemie verschärft die prekäre Haushaltslage drastisch. Jetzt wendet sich das parteiübergreifende Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ erstmals mit einem Hilferuf direkt an die Bevölkerung.

Am Dienstag, 3. November 2020, ist in Pirmasens der Startschuss für die digitale Unterschriftenaktion „Petition Heimat“ gefallen. In den kommenden sechs Wochen sind alle Bürger aufgefordert, sich für eine bessere Zukunft ihrer Heimat stark zu machen – dazu genügen wenige Klicks im Internet. Die Petition ist an die rheinland-pfälzische Landesregierung und die Fraktionsvorsitzenden im Landtag adressiert. Im Mittelpunkt des geforderten Maßnahmenpaketes steht eine auskömmliche Finanzausstattung der Kommunen, um die gesetzlich übertragenen Aufgaben auch wahrnehmen zu können, sowie eine Lösung des Altschuldenproblems.

Immer mehr Städten und Landkreisen droht der Verlust eigener Gestaltungsfähigkeit. Denn trotz vielfältiger eigener Sparmaßnahmen bekommen die finanzschwachen Kommunen die massiven Probleme niemals in den Griff. Wie wichtig die Kompetenz der Kommunen zur Lösung von gesellschaftspolitischen Problemen ist, zeigt aktuell die Corona-Pandemie.

Gleichzeitig wird die Erfüllung der Aufgaben für die örtliche Gemeinschaft aber zusehends eingeschränkt. Spürbar wird dies für den Bürger vor allem durch Einschnitte bei der Instandsetzung von Straßen, der Gesundheitsvorsage, dem öffentlichen Nahverkehr sowie bei Kultur, Sport, Freizeit- und Bildungsangeboten. Dies kann und darf nicht sein, führt es doch mittlerweile dazu, dass die von der Verfassung garantierte Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Städten und Landkreisen mit besonders hohen sozialen Lasten nicht mehr gewährleistet ist.

Wenn der Gordische Knoten der strukturellen Unterfinanzierung in Rheinland-Pfalz tatsächlich zerschlagen werden soll, muss dort angesetzt werden, wo die Finanzverantwortung für die Städte und Gemeinden liegt: bei der Landesregierung.

Die Kommunen benötigen umgehend eine ausreichende Finanzierung der ihnen übertragenen staatlichen Pflichtaufgaben, so dass sie ein Mindestmaß an freiwilligen Leistungen wahrnehmen können, ohne dies über neue Kredite zu finanzieren.

„Ich fordere die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auf: Bitte beteiligen Sie sich an der Online-Petition, damit wir unsere Heimat auch in Zukunft für alle Generationen lebenswert gestalten können“, appelliert Oberbürgermeister Treis.

Kategorien
Top-Themen

Abfallberatung des Kreises Euskirchen ist Teil der Europäischen Woche der Abfallvermeidung 2020

Euskirchen, 05.11.2020 – Vom 21. bis 29. November 2020 findet Europas größte Kommunikationskampagne für Abfallvermeidung statt – die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV). Tausende öffentlicher Aktionen zeigen dann bereits zum elften Mal europaweit Alternativen zur Wegwerfgesellschaft und Ressourcenverschwendung auf.

Auch im Kreis Euskirchen ist die Abfallberatung mit der Aktion „Unsichtbarer Müll – Schau genau hin“ dabei. Die kreisweit angelegte Informationskampagne soll aufzeigen, wie groß der „ökologische Rucksack“ von Elektrogeräten ist. Gerade gut reparierbare Geräte stehen hierbei im Fokus. Den Bürger*innen wird gleichzeitig der Weg zur Reparatur aufgezeigt und erleichtert, indem eine digitale Nachhaltigkeitskarte anlässlich der EWAV 2020 aufgebaut und veröffentlicht wird. Hier werden u.a. Repair-Cafés und Reparaturbetriebe im Kreis dargestellt.

Die Abfallberatung des Kreises Euskirchen kooperiert mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH. Die Kampagne wird crossmedial gestreut und auch nach der EWAV 2020 weitergeführt. Und wer seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck wissen und verbessern möchte, sollte auf die neu entwickelte Webapp „SUSLA“ (Sustainable Lifestyles Accelerator) des Wuppertal Instituts zurückgreifen.

Karen Beuke, Abfallberaterin des Kreises Euskirchen. Foto: Kreis Euskirchen

„Wir unterstützen die Kampagne, um für einen nachhaltigen Umgang mit Produkten zu werben. Abfallvermeidung fängt im Kleinen an. Jeder einzelne kann etwas tun, darauf wollen wir mit der Informationskampagne aufmerksam machen“, sagt Projektleiterin Karen Beuke.

Das diesjährige europaweite Motto lautet „Invisible Waste: Abfälle, die wir nicht sehen – schau genau hin!“ Für Deutschland ist dies ein wichtiges Thema, denn auch hierzulande wandern zu viele Dinge in den Müll, die eigentlich dort noch gar nicht hingehören. Ob Handy oder Waschmaschine, Spielzeug oder Kleidungsstück: Es lohnt sich, nach Alternativen zum Wegwerfen zu suchen. „Wir müssen endlich verstehen, dass die Herstellung der Produkte auch Abfall verursacht! Reparieren und Wiederverwenden heißt die Devise!“, so Karen Beuke.

„Oder hätten Sie gewusst, dass der Ressourcenverbrauch von nur einem Toaster bei knapp 80 kg liegt? Hierunter verbergen sich auch viele Abfälle. Verdoppeln Sie die Nutzungsdauer eines Gerätes durch Reparatur, dann halbieren Sie den ökologischen Rucksack“, sagt Jens Teubler vom Wuppertal Institut.

Abfallvermeidung und Wiederverwendung stehen an der Spitze der EU-weit geltenden Abfallhierarchie. Akteure aus Wirtschaft und Industrie, Verwaltung, Bildung und Zivilgesellschaft sind dazu aufgerufen, mit eigenen Aktionen innovative Ideen und zukunftsweisende Projekte rund um die Abfallhierarchie zu präsentieren.

Abfallberatung Kreis Euskirchen: Tel.: 02251 – 15 – 371 oder E-Mail:karen.beuke@kreis-euskirchen.de

Kategorien
Top-Themen

„Tatort Eifel“ abgeblasen – 11. Ausgabe des Krimifestivals auf 2022 verschoben

Hillesheim/Daun/Mechernich/Eifel, 03.11.2020 – Auf Tuchfühlung mit den Stars der Krimiszene gehen, Kontakte und Netzwerke knüpfen, den Hauch der großen weiten Kino- und Fernsehwelt in die Eifel tragen: Das alles kann und tut das Kriminalfestival „Tatort Eifel“ seit 20 Jahren. Die für den Herbst 2021 ursprünglich vorgesehene elfte Auflage allerdings wird als Folge der Pandemie auf September 2022 verschoben.

In Daun gabs Autogramme von Michaela May, der Kriminalhauptkommissarin Jo Obermaier aus der Fernsehserie „Polizeiruf 110“. Foto: Helmut Gassen/Veranstalter/pp/Agentur ProfiPress

Das teilen Mirjam Flender, Pressebüro „Tatort Eifel“, und Verena Bernardy, Pressestelle der Kreisverwaltung Vulkaneifel, in einer gemeinsamen Pressemeldung dem „Bürgerbrief“ der Stadt Mechernich mit.

Darin heißt es: „Die Entscheidung haben sich die Macher von »Tatort Eifel« rund um Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann nicht leicht gemacht. Eigentlich wären jetzt die ersten Programmplanungen für das Festivaljahr 2021 gestartet. Pandemiebedingt ist in diesem Jahr jedoch vieles anders.“

Heinz-Peter Thiel, der Landrat des Nachbarkreises Vulkaneifel, und Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann wollen das Krimifestival mit Unterstützung des aus der Stadt Mechernich stammenden Kriminalschriftstellers und Verlegers Ralf Kramp 2021 allerdings um eine Variante bereichern, die „Hillesheimer Krimi-Tage“ vom 16. bis 19. September.

Kaum Stars zu buchen für 2021

Damit reagieren die Veranstalter auf die derzeitige Situation und die geltenden Abstands- und Hygieneregeln, die eine Durchführung des Festivals bereits jetzt schwer kalkulierbar machen. „Tatort-Eifel“-Erfinder Heinz-Peter Hoffmann: „Hinzu kommt, dass es momentan fast unmöglich ist, Künstler und Experten aus der Filmbranche für das Jahr 2021 zu verpflichten, weil viele Filmdrehs ebenfalls auf das nächste Jahr verschoben wurden.“

„Tatort Eifel“ soll nun vom 16. bis 24. September 2022 in Daun stattfinden. Folglich werden auch die mit „Tatort Eifel“ verbundenen Wettbewerbe nicht dieses Jahr, sondern erst 2021 ausgeschrieben. Dazu zählen der „Junior Award“, „Der Kurzfilm-Preis“ sowie „Der Deutsche Kurzkrimi-Preis“ und die Förderung für Drehbuchautoren im Rahmen der „Stoffbörse“.

Die „Hillesheimer Krimitage“ mit einem abwechslungsreichen Programm werden von der Touristik GmbH Gerolsteiner Land veranstaltet, und mit Unterstützung von „Tatort Eifel“ geplant und durchgeführt. Ralf Kramp ist Mit-Initiator. „Zukünftig ist angedacht, die »Hillesheimer Krimitage« im jährlichen Wechsel mit »Tatort Eifel« stattfinden zu lassen“, erklärten Bürgermeister Hans Peter Böffgen und Touristiker Manfred Schmitz.

Schirmherrin Malu Dreyer

Wie es in der Pressemitteilung heißt, ist für Insider des Krimigeschäfts – Drehbuchautoren, Senderverantwortliche, Produzenten und Filmschaffende – 2021 ein kurzes Workshop-Programm in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin geplant.

„Unser Krimifestival »Tatort Eifel« lebt von den vielen Besuchern aus dem gesamten Bundesgebiet und von der gemütlichen Atmosphäre in der Eifel, den persönlichen Kontakten und Begegnungen, prominenten Gästen und glamourösen Veranstaltungen. Wir hoffen, dass wir diese Atmosphäre und Qualität der Veranstaltungen ab 2022 wieder realisieren“, so Vulkaneifel-Landrat Heinz-Peter Thiel.

„Tatort Eifel“ ist eine Veranstaltung des Landkreises Vulkaneifel und des Landes Rheinland-Pfalz und findet alle zwei Jahre im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz statt. Schirmherrin des Festivals ist die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer. www.tatort-eifel.de

Kategorien
Top-Themen

Corona-Pandemie: Gemeinsames Abstrichzentrum am Aachener Tivoli ab heute, 02. November in Betrieb

StädteRegion Aachen, 02.11.2020 – Stadt und StädteRegion Aachen nehmen in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab heute, Montag (2. November) ein Gemeinsames Abstrichzentrum (GAZ) in Betrieb. Das GAZ wird in einem speziell hergerichteten Bereich des Aachener Tivoli eröffnet. Ein Teil des Zentrums wird von der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben, der andere Teil vom Gesundheitsamt.

„Hier können sämtliche Fälle aus der Coranavirus-Testverordnung sicher und kostenlos getestet werden“, erklärt Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier. Damit sich symptomatische und asymptomatische Personen nicht begegnen, muss man bei der Online-Terminvergabe schon eine Reihe von Angaben zum Grund für die gewünschte Testung und zum eigenen Gesundheitszustand machen. Termine werden werktags von 8 bis 18 Uhr vergeben. Nur Kontaktpersonen ersten Grades bekommen ihren Termin NICHT über das Online-Formular. Sie werden durch das Gesundheitsamt informiert. Auch nach der Eröffnung des GAZ werden mobile Teams des Gesundheitsamtes weiterhin in den Alten-, Wohn- und Pflegeheimen unterwegs sein.

Anfang März 2020 hatten Stadt und StädteRegion Aachen das erste Kommunale Abstrichzentrum (KAZ) in Eschweiler und drei Wochen später ein zweites im Aachener Tivoli in Betrieb genommen. Nachdem die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Nordrhein Mitte Juni mitgeteilt hatte, dass angesichts der geringen Nachfrage die Abstriche wieder in den Praxen wahrgenommen werden konnten, wurde das KAZ geschlossen. Beim „Neustart“ der zentralen Einrichtung ist die KV jetzt von Anfang an mit dabei. „Wir sind als Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein schon seit Monaten mit der StädteRegion Aachen in konstruktiven Gesprächen, um ein gemeinsames Testzentrum zu etablieren. Besonders wichtig war uns, wie auch in den Praxen, eine strikte Trennung zwischen symptomatischen, von uns im neuen Testzentrum zu testenden Patientinnen und Patienten, und asymptomatischen Personen zu gewährleisten. Dies ist hier am Tivoli gut umzusetzen“, sagt Marion Ries, Vorsitzende der KV-Kreisstelle Aachen-Stadt.

Die StädteRegion Aachen wird sich vornehmlich um Kontaktpersonen der ersten Kategorie, sogenannte K1-Fälle, kümmern. Außerdem um die Fälle aus Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere und pflegebedürftige Menschen sowie Menschen mit Behinderung („WTG-Behörde“) und Institutionen der Eingliederungshilfe. Nach Ausbrüchen in Schulen und Kitas soll das GAZ zudem die mobilen Teams unterstützen. Die Kapazität wurde von der StädteRegion auf 650 Tests pro Tag ausgelegt. Für den Bereich der KV hängt die Zahl der zu Testenden vom Bedarf ab und davon, wir viele Abstriche weiterhin in den Praxen gemacht werden. „Das Angebot können wir flexibel anpassen. Es werden immer zwei Ärzte und geschultes medizinisches Personal vor Ort sein“, so Ries. Auch nach der Eröffnung des GAZ sind die Hausärzte in ihren Praxen zur Testung berechtigt.

Einen besonderen Dank spricht der Städteregionsrat den Hilfsorganisationen aus: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter Unfallhilfe und des Technischen Hilfswerks leisten seit dem Frühjahr hervorragende Arbeit zur Bewältigung der Pandemie! Mein Dank gilt zudem der Aachener Parkhaus GmbH, die ihr Parkhaus hier vor Ort zur Verfügung stellen.“  Besucher mit Termin im Abstrichzentrum können im Parkhaus hinter dem Fußballstadion parken. Sie bekommen bei der Anmeldung ein kostenloses Auslassticket.

Testwillige müssen über eine deutsche Krankenversicherung verfügen. Unter dieser Bedingung können auch Menschen mit Wohnsitz in Belgien oder den Niederlanden getestet werden. Die Tests im GAZ sind kostenfrei.

Kategorien
Top-Themen

GenoEifel hilft im Lockdown: Nachbarschaftshilfe in der Corona-Novemberkrise kreisweit

Kreis Euskirchen/Eifel, 02.11.2020 – Die Generationengenossenschaft GenoEifel bietet die Koordination der Nachbarschaftshilfe von ehrenamtlichen Helfereinsätzen an. Damit reagiert die Genossenschaft umgehend auf die von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen im November.

Vermittelt die Genossenschaft in „normalen Zeiten“ Hilfe nur unter Mitgliedern, so bietet sich die GenoEifel nunmehr als Ehrenamtlichen-Vermittlungsagentur im gesamten Kreisgebiet an. Eine Mitgliedschaft ist in dieser Krisensituation nicht nötig. „Wir müssen jetzt zusammenstehen und anpacken“, so Projekt-Koordinatorin Corinne Rasky.

Melden können sich ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Menschen, die pandemie-bedingt nicht mehr selbst einkaufen können. Angeboten werden in der Krise auch Botengänge und alltägliche Hilfen, die jetzt anfallen.

Tatsächlich kann die GenoEifel mit ihrer Einkaufshilfe ein großes Gebiet abdecken: Aktiv ist die Genossenschaft derzeit in den Stadt- und Gemeindegebieten Mechernich, Kall, Euskirchen, Hellenthal, Dahlem, Bad Münstereifel, Blankenheim, Nettersheim, Schleiden, Simmerath, Monschau, Roetgen und seit Kurzem auch in Zülpich und Weilerswist.

Corinne Rasky: „Wir vermitteln ab sofort nicht nur unsere Mitglieds-Helferinnen und Helfer, sondern bieten an, die vielen Nachbarschaftshelferinnen und -helfer in den Gemeinden und Städten so zu koordinieren, dass die Hilfe auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer können sich gerne bei uns melden. Jede Unterstützung in der Region wird jetzt gebraucht.“

Die Generationengenossenschaft Eifel vermittelt in diesem Lockdown kostenlos. Die Hilfe (Einkaufshilfe, Botengänge, Telefonate, wenn die Decke auf den Kopf zu fallen droht, etc.) erfolgt ebenfalls kostenlos. Man kann sich ganz unkompliziert unter der zentralen Rufnummer (0 24 41) 888 61 oder per E-Mail an info@genoeifel.de bei der GenoEifel melden, wenn man Hilfe braucht. Weil angesichts der aktuellen Entwicklungen mit einem höheren Bedarf gerechnet werden muss, ist die GenoEifel auf weitere freiwillige Helfer angewiesen, die zum Beispiel bereit sind, Einkäufe zu erledigen.

Kategorien
Top-Themen

Eindringlicher Appell des Landrats an die Bevölkerung im Kreis Ahrweiler

Ahrweiler, 01.11.2020 – Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Kreis Ahrweiler liegt heute bei 116 Neuinfektionen. Landrat Dr. Jürgen Pföhler spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung. Er appelliert eindringlich an die Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich an die Einschränkungen und Maßnahmen des Landes und des Kreises zu halten. Derzeit sind im Kreis 247 Personen mit dem Coronavirus infiziert und 863 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. „Bittere Wahrheit ist, dass hinter diesen Zahlen Menschen und Schicksale stehen. Selbst wenn man genesen ist, gibt es häufig noch körperliche Einschränkungen. Wenn wir uns in den kommenden Wochen vernünftig verhalten, haben wir die Chance, das Virus einzudämmen und noch weitergehendere Einschränkungen zu vermeiden. Hören Sie nicht auf Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und selbsternannte Virusexperten.“

Heute gibt es 22 Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kreis: sechs in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, fünf in der Stadt Remagen, je eine in der Stadt Sinzig und in der Verbandsgemeinde Adenau, fünf in der Verbandsgemeinde Bad Breisig, eine in der Verbandsgemeinde Brohltal sowie drei in der Gemeinde Grafschaft.

Die Gesamtzahl der Infizierten im Kreis Ahrweiler steigt auf 652. Davon gelten 405 als genesen. Fünf Personen sind an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. 863 Personen befinden sich derzeit in Quarantäne.

Der aktuelle Verlauf der Corona-Pandemie stellt sich in den einzelnen Städten, Gemeinden und Verbandsgemeinden im Kreis wie folgt dar:

Verbandsgemeinde Adenau: 113 Infektionen, davon 40 genesen
Verbandsgemeinde Altenahr: 57 Infektionen, davon 47 genesen, 1 Person verstorben
Verbandsgemeinde Bad Breisig: 50 Infektionen, davon 31 genesen
Verbandsgemeinde Brohltal: 43 Infektionen, davon 27 genesen
Gemeinde Grafschaft: 70 Infektionen, davon 54 genesen
Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler: 164 Infektionen, davon 108 genesen, 3 Personen verstorben
Stadt Remagen: 78 Infektionen, davon 48 genesen
Stadt Sinzig: 77 Infektionen, davon 50 genesen, 1 Person verstorben

Kategorien
Top-Themen

Regierungserklärung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Gemeinsam sind wir stärker als das Virus – Wir handeln entschlossen und lassen niemanden allein

Region/Mainz, 30.10.2020 – „Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat unser Land mit voller Wucht erreicht. Wir werden diese hochdynamische, dramatische Entwicklung nur dann in den Griff bekommen, wenn wir alle unsere Kontakte auf ein Minimum beschränken“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in ihrer Regierungserklärung vor dem rheinland-pfälzischen Landtag. Noch vor zwei Wochen seien es einzelne Corona-Hot-Spots gewesen, mittlerweile sei auch in Rheinland-Pfalz fast die gesamte Landkarte rot und eine wirksame Unterbrechung der Infektionsketten nicht mehr möglich. Stand heute würden mehr Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt als noch im März dieses Jahres, viele davon auf Intensivstation und mit Beatmung.

„Wir ergreifen die Schutzmaßnahmen, um zu verhindern, dass sich immer mehr Menschen infizieren, erkranken oder sogar durch COVID-19 sterben. Wenn die Infektionszahlen nicht gesenkt werden, können wir nicht mehr garantieren, dass alle Kranken in Krankenhäusern versorgt werden. Wir riskieren, dass die Infrastruktur nicht aufrechterhalten werden kann, weil zu viele Beschäftigte in den Betrieben, der Verwaltung, bei Polizei und Gesundheitswesen ausfallen.  Auch der Schaden für die Wirtschaft wäre riesig“, so die Ministerpräsidentin. Deshalb müsse jetzt für einen begrenzten Zeitraum auf eine flächendeckende Strategie gesetzt werden und die Zahl der Menschen, die sich begegnen, drastisch verringert werden. Die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen würden alle Bürgerinnen und Bürger betreffen, aber Bereiche wie Gastronomie, Hotels und Kultur besonders hart. Der Landesregierung sei es deshalb außerordentlich wichtig, dass der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz auch konkrete Hilfen für die heimische Wirtschaft und die Kultur umfasse.

Neue Rechtsverordnung tritt Montag in Kraft

Konkret hätten Bund und Länder beschlossen, dass im gesamten Bundesgebiet ab kommendem Montag die Einrichtungen zur Freizeitgestaltung wie Theater, Kinos oder Freizeitparks ebenso wie Schwimmbäder und Fitnessstudios geschlossen werden. Cafés und Restaurants müssten wieder auf einen Abhol- und Lieferbetrieb umstellen. Der Profisport dürfe nur noch ohne Zuschauer stattfinden. „Für den Alltag gelten strenge Kontaktbeschränkungen: Menschen dürfen sich nur noch mit einem weiteren Hausstand treffen, insgesamt dürfen nicht mehr als zehn Personen zusammenkommen. Zu den einzelnen Maßnahmen werde noch heute die Rechtsverordnung veröffentlicht, die Montag in Kraft trete.

Schulen und Kitas bleiben offen

„Wir werden Schulen und Kitas so lange wie möglich offenlassen. Unsere Kinder und Jugendlichen dürfen nicht zu Verlierern der Krise werden“, so die Ministerpräsidentin. Um Schule in Präsenzform weiter zu ermöglichen, gelte deshalb ab Montag an allen weiterführenden Schulen landesweit die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzbedeckung auch im Unterricht. Damit in jeder Schule für den Notfall auch genug Masken und Desinfektionsmittel vorhanden sind, stelle das Land den Schulen und Schulträgern nochmals 500.000 Masken und 50.000 Liter Desinfektionsmittel zur Verfügung. „Altenheime und Krankenhäuser unterstützen wir durch Testungen, damit es nicht wieder zu einer Situation kommen muss, dass alte oder kranke Menschen wochenlang allein und ohne Besuch in einem Zimmer leben oder dass Angehörige sich von Sterbenden nicht verabschieden können. Auch unsere Unternehmen sollen so weit wie möglich den Betrieb aufrechterhalten; Geschäfte bleiben mit erweiterten Hygieneauflagen geöffnet“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Konkrete Hilfen für die Wirtschaft und Kultur

Die Einschränkungen, die alle Bürger und Bürgerinnen im kommenden Monat gleichermaßen betreffen, bezeichnete die Ministerpräsidentin als einschneidend „Sie nehmen uns vieles von dem, was das Leben schön macht: Geselligkeit, Sport mit anderen und Kulturveranstaltungen. Und ich weiß auch: Die Maßnahmen betreffen alle, aber sie treffen nicht alle gleichermaßen hart. Für Gastronomen und Gastronominnen, Hoteliers, Künstler und Künstlerinnen und andere betroffene Bereiche kommt ein erheblicher materieller Schaden dazu. Die Corona-Pandemie stellt die Kunst und Kultur, die wir doch gerade in einer Krise so sehr brauchen, vor besondere Herausforderungen. Denn sie öffnet Denkräume und ist der notwendige Spiegel der Gesellschaft. Deswegen ist mir wichtig, dass auch die Kulturschaffenden, die jetzt eine besondere Last tragen, unterstützt werden.

Auch für Gastronomen, Hoteliers und andere betroffene Bereiche komme ein erheblicher materieller Schaden dazu. Viele von ihnen hätten in den letzten Monaten Phantasie, Kraft und auch einiges Geld in Hygienekonzepte gesteckt. Diese blieben richtig und wichtig. Aber die zweite Welle könne nur dann gebrochen werden, wenn nicht mehr so viele Menschen an einem Ort zusammenkommen, besonders nicht in geschlossenen Räumen ohne Maske.

„All denen, die nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Türen schließen müssen, versicherte die Ministerpräsidentin „Wir lassen Sie nicht allein!“ Sie habe dem Beschluss auch deshalb zustimmen können, weil der Bund konkrete Hilfen für unsere heimische Wirtschaft umfasse, für Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen. „Dazu gehören auch die Solo-Selbstständigen. Diese konkreten Hilfen sind mir und meiner Landesregierung außerordentlich wichtig. Um finanzielle Ausfälle zu entschädigen, wird der Bund eine Nothilfe gewähren.

„Die Bundesregierung steht jetzt in der Verantwortung, die zugesagten Hilfen schnell und unbürokratisch zur Verfügung zu stellen. Dafür hat die Bundeskanzlerin den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen ihr Wort gegeben. Darauf verlasse ich mich“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Demnach bekommen Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erstattet. Diese Finanzhilfen werden insgesamt ein Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro haben. Zudem wird der KfW-Schnellkredit erweitert und für sehr kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern geöffnet. Gleichzeitig werden bereits bestehende Hilfen für hauptbetroffene Wirtschaftsbereiche über den Jahreswechsel hinaus verlängert und die Konditionen verbessert. Dabei geht es zum Beispiel um die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft sowie die Soloselbstständigen. „Sobald die Eckpunkte des Bundes vorliegen, können wir als Land unsere Gastronomie unterstützen, die Hotels und Kultureinrichtungen in Rheinland-Pfalz, aber auch die Soloselbständigen und viele Veranstalter“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Landesregierung handelt auf klarer rechtsstaatlicher Grundlage

„Wir handeln entschlossen und kommen als Regierung unserer Verantwortung umfänglich nach. Dabei erfüllt Rheinland-Pfalz die Aufgaben, die uns das Bundesinfektionsgesetz überträgt. Damit handeln wir klar auf der Basis der rechtsstaatlichen Ordnung der Bundesrepublik“, betonte die Ministerpräsidentin. „Ich habe wirklich großen Respekt vor anderen Auffassungen innerhalb des demokratischen Spektrums“, so Malu Dreyer weiter. Es sei gut und richtig, dass die rechtlichen Grundlagen für die Grundrechtseingriffe immer wieder durch die Parlamente und die Öffentlichkeit geprüft und debattiert werden. „Das ist ein Zeichen der Stärke unserer offenen und freiheitlichen Demokratie.“ Sie begrüßte in diesem Zusammenhang die Initiative mehrerer Fraktionen im Deutschen Bundestag für eine Anpassung des Bundesinfektionsschutzgesetzes, um der Dauer und Eingriffstiefe der Maßnahmen Rechnung zu tragen. Die Landesregierung habe den Landtag bei den Corona-Maßnahmen regelmäßig und umfassend beteiligt. „Wer behauptet, er sei nicht einbezogen worden oder das Handeln der Regierung ist selbstherrlich, verbreitet wider besseres Wissen Fehlinformationen!“

Dank an Kommunen

„Die Stärke unseres Landes in dieser Pandemie liegt auch in der Stärke unserer Städte und Kommunen“, so die Ministerpräsidentin weiter. Sie sei mit den Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen, den Landräten und –rätinnen, mit Gesundheitsämtern und Krankenhäusern im engen Kontakt. Sie alle leisteten Hervorragendes, oft bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Die Task Forces vor Ort hätten beste Arbeit gemacht.

Grund zur Zuversicht

Trotz der kommenden harten Wochen bestehe Grund zur Zuversicht. Zusätzlich zu den bekannten PCR-Tests würden mittlerweile Antigen-Schnelltests vorliegen. Sie ermöglichten gerade in Einrichtungen der Pflege schnelle Basistests von Bewohnern und Bewohnerinnen, Beschäftigten und Besuchspersonen. „Und die Welt schaut mit großer Hoffnung auf die Mainzer Firma BioNTech, die bei der Entwicklung eines Impfstoffs schon sehr weit gekommen ist“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Im Kern aber setze sie auf die Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz, die zusammenhalten, wenn es darauf ankomme, die nicht nur sich selbst sehen, die sich an die Schutzmaßnahmen hielten und sich für andere engagierten. „Wenn ich auf die Menschen in unserem Land schaue, bin ich zuversichtlich: Gemeinsam sind wir stärker als das Virus!“