Auf dem Fachtag "LSBTIQ* - geschlechtliche und sexuelle Vielfalt bis ins Alter" des Kreises Düren wurden spannende Erkenntnisse und Anregungen für künftige Angebote für queere Menschen formuliert. Foto: Kreis Düren.
Düren – Der Kreis Düren hat, gemeinsam mit dem Verein rubicon aus Köln, die Kooperationsveranstaltung „LSBTIQ* – geschlechtliche und sexuelle Vielfalt bis ins Alter“ präsentiert. Die deutschlandweit bekannte trans Aktivistin Georgine Kellermann berichtete über ihre Erfahrungen.
Die zahlreichen Gäste, die am Donnerstag, 14. Dezember, im Kreishaus zum Fachtag zusammengekommen sind, zeigen: es gibt Handlungsbedarf. In Deutschland leben rund eine Million über 65-Jährige, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intergeschlechtlich identifizieren. Im Kreis Düren wohnen – laut einer Studie des Berliner Marktforschungsinstitutes Dalia Research und der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität – rund 4000 queere Menschen, die älter als 65 Jahre sind. „Daher brauchen wir noch mehr Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Wir werden noch einige Herausforderungen und Barrieren gemeinsam überwinden. Ältere queere Menschen müssen auch im Kreis Düren ein selbstbestimmtes und respektiertes Leben führen können“, betonte Kreisdezernentin Elke Ricken-Melchert bei der Eröffnung der kostenlosen Veranstaltung.
Was bedeutet „LSBTIQ*“? Welche Bedürfnisse haben queere Menschen im Alter? Welche Angebote fehlen? Wie wird die Pflege von trans Menschen im Alter gestaltet? All diese und noch viel mehr Fragen wurden im offenen Dialog thematisiert. Georgine Kellermann sprach über Diversität und ihr Leben als trans Aktivistin, das sie in vollen Zügen genießt. Sie selbst outete beziehungsweise offenbarte sich im Alter von 62 Jahren. Über 40 Jahre war sie als der TV-Journalist Georg Kellermann tätig. „Die letzten Jahre nach meiner Offenbarung im Jahr 2019 sind voller Freiheit, Wertschätzung und einfach wunderbar. Ich war immer Georgine und wollte mich irgendwann einfach nicht mehr verstecken. Ab dieser Sekunde war ich endlich frei, denn ich bin eine Frau“, sagte sie offen. Dennoch berichtete die 66-Jährige über Ängste, die sie in Bezug auf Pflegebedarfe im Alter verspürt oder über Kommentare voller Hass, die sie immer wieder im Internet erhält. Beim Austausch mit Carolina Brauckmann und Georg Roth von rubicon e.V. sowie homosexuellen Menschen aus der Region wurde unter anderem über Wohn- sowie Pflegesituationen im Alter, mangelnde Treffpunkte sowie Angebote gesprochen. „Der lebendige Erfahrungsaustausch zeigt, dass wir beim Thema Vielfalt im Alter mehr Sichtbarkeit brauchen und Orte für Begegnungen schaffen müssen. Auch ein Netzwerk für das queere ländliche Leben sowie ein generationsübergreifender Austausch wären ein großer Erfolg, für den wir nun den Grundstein gelegt haben“, erklärt Carolin Küpper, Leiterin des Amtes für Generationen, Demografie, Inklusion und Sozialplanung des Kreises Düren.
Die Veranstaltung wurde von der Koordinationsstelle „Pro Seniorinnen und Senioren im Kreis Düren“ mit dem rubicon e.V. und mit Unterstützung der Zukunftswerkstatt Kommunen (ZWK) präsentiert.
BWV-Präsident Michael Horper. Foto: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.
Region/Koblenz – Einsparungen trifft Landwirtschaft hart – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Ökonomierat Michael Horper, kritisiert die Pläne der Bundesregierung, die Agrardieselrückvergütung für die Landwirtschaft und den Weinbau zu streichen, auf das Schärfste: „Es gab eindeutige politische Zusagen, dass die Agrardieselrückvergütung unangetastet bleibt.
Die Bauern- und Winzerfamilien sind durch den Beschluss der Bundesregierung mehr als enttäuscht. Die Streichung ist gerade für die kleineren und mittleren Betriebe in Rheinland-Pfalz ein Faustschlag ins Gesicht. Es trifft wieder einmal die wirtschaftlich ohnehin stark gebeutelten Menschen im ländlichen Raum. Außerdem wird sich die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe europaweit deutlich verschlechtern.“ Denn gerade für die kleineren Betriebe, die auch auf eine höhere Mechanisierung angewiesen sind, sei die Kürzung ein erheblicher Wettbewerbsnachteil.
Die im Ackerbau hoch mechanisierten Öko-Betriebe – die bisher vor allem von Seiten grüner Landwirtschaftspolitik gefördert und nicht behindert wurden – würden ebenfalls sehr in Mitleidenschaft gezogen. Den Steuernachlass gab es berechtigterweise, weil die Landwirtschaft überwiegend Treibstoff für die Bewirtschaftung ihrer Flächen benötigt und nur einen kleinen Teil auf öffentlichen Straßen verbrauche.
Die Entscheidung der Ampelkoalition, die Agrardieselrückvergütung zu streichen und der drohende Wegfall der Befreiung landwirtschaftlicher Fahrzeuge von der Kfz-Steuer werde sich auf die Preise für Lebensmittel auswirken und damit auch die Verbraucher treffen. Es könne nicht sein, so Horper, dass die für die gesamte Gesellschaft so wichtige Landwirtschaft als Steinbruch für eine verfehlte und nicht rechtmäßige Haushaltspolitik der Bundesregierung herhalten müsse. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass der ländliche Raum besonders in den Augen der Berliner Politik und sogar auch bei Teilen der im ländlichen Raum ansässigen Politikern nichts wert sei. Horper: „Wir werden uns mit Macht gegen die Pläne der Bundesregierung wehren. Das Maß ist voll.“
Region/Weiler – In der Zeit vom 10. Dezember mittags bis voraussichtlich 12. Dezember 2023 nachmittags führt die Eifelschau Wartungsarbeiten und Optimierungen an den IT-Systemen durch. In diesem Zeitraum können daher keine aktuellen Beiträge veröffentlicht werden.
Ab dem 12. Dezember 2023 nachmittags bieten wir unseren Leserinnen und Lesern sowie unseren Werbepartnern wieder das bestmögliche Erlebnis. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Bürgermeister Alfred Schomisch begrüßte zur offiziellen Inbetriebnahme zahlreiche Gäste. Foto: Verbandsgemeinde Vordereifel
Mayen – Die Verbandsgemeinde Vordereifel ist die erste Kommune weltweit, die einen solchen Amt-O-Maten anbietet und testet – Der „Service Point Vordereifel Plus+“ öffnete seine Türen: die Digitalisierung in der Verbandsgemeinde Vordereifel schreitet weiter voran.
Bürgermeister Alfred Schomisch ( li. ) begrüßte zur offiziellen Inbetriebnahme zahlreiche Gäste, darunter Landrat Dr. Alexander Saftig. Foto: Martin Boldt
Am 17. November 2023 wurde der neue „Service Point Vordereifel Plus+“ feierlich am Rathaus der Verbandsgemeinde Vordereifel eröffnet. Der „Service Point Vordereifel Plus+“ ist ein bahnbrechendes, bisher einmaliges Projekt, das mit einem innovativen digitalen Selbstbedienungsterminal die Abwicklung von Verwaltungsdienstleistungen und die Ausgabe von amtlichen Dokumenten revolutioniert. Der dazugehörige Amt-O-Mat ermöglicht es, Verwaltungsleistungen auch außerhalb der Öffnungszeiten und ohne Terminvereinbarung rund um die Uhr digital in Anspruch zu nehmen. Der Service Point dient zugleich auch als Abholstation, bei der es möglich ist, verschiedene Dokumente, wie beispielsweise einen neu beantragten Personalausweis oder Reisepass, abzuholen.
Bürgermeister Alfred Schomisch begrüßte zur offiziellen Inbetriebnahme zahlreiche Gäste, darunter Landrat Dr. Alexander Saftig, den ersten Kreisbeigeordneten Pascal Badziong, die Leiterin des Projektes „Smarte Region MYK10“, Sonja Gröntgen; ferner einige Bürgermeister-Kollegen aus den umliegenden Kommunen, die ebenfalls an dem Förderprojekt Amt-O-Mat des Landkreises Mayen-Koblenz teilnehmen, sowie die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Vordereifel. Ebenso waren auch zahlreiche Ortsbürgermeister aus der Verbandsgemeinde Vordereifel zugegen.
Des Weiteren kamen die durchführenden und betreuenden Mitarbeiter der beteiligten Herstellerfirmen des Amt-O-Maten, Florian Kühne und Deran Alkan von der DPS, Matthias Ahrens von der KEBA und Dr. Jürgen Rabe von der KEMAS, gerne zur großen Eröffnungsfeier, sowie Patrick Buslai und Christoph Scholl von der Firma AudaMedia, die ergänzend dazu eine leistungsfähige Touch-Wall geliefert hat. Ferner waren Dr. Christian Klein von der wissenschaftlichen Begleitstudie für das Projekt und Vertreter der lokalen und überörtlichen Presse anwesend.
In seiner Eröffnungsrede betonte der Bürgermeister die Bedeutung des „Service Point Vordereifel Plus+“ als zukunftsweisende Entwicklung für die Verbandsgemeinde Vordereifel und den gesamten Landkreis Mayen-Koblenz und bedankte sich bei allen, die zu seiner erfolgreichen Umsetzung beigetragen haben. „Mit unserem neuen „Service-Point Vordereifel Plus+“ erweitern wir vor allem den Bürgerservice, verbessern gleichzeitig unsere Servicequalität und stärken überdies auch die Region. Die Corona-Pandemie hat uns die Augen geöffnet, wie wichtig es ist die Digitalisierung mit Fokus auf alle Bürgerinnen und Bürger voranzutreiben, damit wir auch wirklich alle mitnehmen“, sagte Alfred Schomisch.
Das Herzstück des Projektes und damit auch des „Service Point Vordereifel Plus+“ ist, wie bereits erwähnt, der allererste Amt-O-Mat, der es ermöglicht, ausgewählte Verwaltungsleistungen zu nutzen oder Ausweisdokumente abzuholen. Ergänzend dazu bietet die doppelseitige Touch-Wall, die sich ebenfalls im Inneren des lichtdurchfluteten Glascontainers vor dem Rathaus der Verbandsgemeinde Vordereifel befindet, einerseits touristische Informationen zur Ferienregion Vordereifel, offizielle Mitteilungen aus dem Vordereifler Rathaus sowie Details zum Amt-O-Maten selbst; und auf der anderen Seite der Stele können lokale Unternehmen aus der Verbandsgemeinde kostenfrei Werbung für ihren Betrieb schalten.
„Die projektverantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Vordereifel, allen voran Theresa Bauerfeld, Sandra Gasper und Anna Döpgen, haben in den vergangenen Monaten und besonders in den letzten Wochen intensiv an dem Konzept gearbeitet und den Service Point zu einem zukunftsweisenden Angebot entwickelt, wofür ich ihnen sehr dankbar bin“, äußerte Bürgermeister Alfred Schomisch, und weiter: „Immer mehr Verwaltungsleistungen stehen online zur Verfügung, um die gestiegenen Erwartungen in unserem technisierten Zeitalter zu erfüllen. Die Verbandsgemeinde Vordereifel ist stolz darauf, als Pilotkommune den Amt-O-Mat zu testen und freut sich auf die weiteren Entwicklungen und Chancen, die mit dieser digitalen Service- und Informationsstelle verbunden sind.“
Die Idee zum „Service Point Vordereifel Plus+“ entwickelte sich Anfang des Jahres, als vom landkreiseigenen Projekt „Smarte Region MYK10“ allen Kommunen im Landkreis Mayen-Koblenz ein geförderter Betrag von je 40.000,00 € für ein eigenes Digitalisierungsprojekt bereitgestellt wurde. Die „Smarte Region MYK10“ hat zum Ziel, den Alltag der Bürgerinnen und Bürger durch Digitalisierung einfacher, nachhaltiger und effizienter zu gestalten.
Als unschlagbar hat sich dabei in der Verbandsgemeinde Vordereifel die Idee eines autarken Service-Containers ergeben. Dieser sollte eine zusätzliche Service-Stelle werden, die 24/7 für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar ist, kombiniert mit einer digitalen Informationsquelle sowohl für Einwohnerinnen und Einwohner als auch Touristen gleichermaßen, und darüber hinaus auch mit der Absicht, die örtliche Wirtschaft zu fördern. So rundete die hochmoderne doppelseitige Touch-Wall das Gesamtkonzept ab.
Dank des Förderprojektes „Smarte Region MYK10″ konnte dann der „Service Point Vordereifel Plus+“ letztendlich auch realisiert werden. Das Projekt rund um den Amt-O-Maten wird als Schlüsselkomponente für die Entwicklung einer Smarten Region Mayen-Koblenz angesehen. Landrat Dr. Alexander Saftig und Sonja Gröntgen von der „Smarten Region MYK10″ waren maßgeblich an der Umsetzung beteiligt. Das innovative Selbstbedienungsgerät wurde fast zu 100% gefördert und finanziert. Fördermittelgeber sind die KfW und das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Der Amt-O-Mat selbst, als Augenmerk des Projektes, wird von der Firma DPS in Zusammenarbeit mit den Firmen KEBA und KEMAS entwickelt.
Die Eröffnung des „Service Point Vordereifel Plus+“ markiert einen weiteren bedeutenden Schritt in Richtung Verwaltungsdigitalisierung. In einer Zeit, in der die Digitalisierung immer mehr an Bedeutung gewinnt, bietet diese Informations- und Servicestelle den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, umfassende digitale Verwaltungsleistungen flexibel und einfach in Anspruch zu nehmen. Bürgermeister Alfred Schomisch betont dazu: „Das Gesamtpaket „Service Point Vordereifel Plus+“ stellt ein zusätzliches Angebot dar und soll in keiner Weise unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ersetzen, da bei uns der Bürgerservice weiterhin an erster Stelle steht. Unsere Einwohnerinnen und Einwohner haben nun die Wahl zwischen dem persönlichen Kontakt in die Verwaltung oder dem zeitlich flexiblen Service-Point inklusive Amt-O-Mat.“
Der Amt-O-Mat ist bewusst einfach zu bedienen, auch für diejenigen, die bisher weniger Erfahrung im Umgang mit digitalen Geräten und Bildschirmen, die auf Berührung reagieren, haben. Für den Zugang zum Glascontainer neben dem Haupteingang des Rathauses der Verbandsgemeinde Vordereifel benötigt man lediglich eine Bank- oder Kreditkarte. Durch die 24-stündige Erreichbarkeit des „Service Point Vordereifel Plus+“ können die Vordereifelinnen und Vordereifler ihre Anliegen obendrein in ihrem ganz eigenen Rhythmus erledigen.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Computerhilfe Vordereifel“, entstanden aus der Initiative „Ich bin dabei“ von der rheinland-pfälzischen Landesregierung, haben sich ebenfalls mit dieser für alle bislang ungewohnten Materie vertraut gemacht; sie helfen dankenswerterweise den Bürgerinnen und Bürgern gerne weiter, wenn Fragen zur Bedienung des Amt-O-Mat auftreten.
Die offizielle Einweihung des „Service Point Vordereifel Plus+“ ist ein großer Erfolg für die Verbandsgemeinde Vordereifel und den Landkreis Mayen-Koblenz, und ein weiterer Schritt in Richtung einer lebenswerten und zukunftsfähigen Verbandsgemeinde Vordereifel. Der Service-Point hebt das Engagement für eine moderne und serviceorientierte Verwaltung hervor und ist überdies ein Beispiel für die fortschreitende erfolgreiche Digitalisierung in Kommunen und Verwaltungen.
In der Verbandsgemeinde Vordereifel wurden bereits frühzeitig die Weichen gestellt, um den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden: digitale Sitzungsvorlagen mit entsprechender Software sind bereits seit Jahren im Rathaus im Einsatz; iPads für alle Ratsmitglieder des Verbandsgemeinderates sowie auch für die kommunalen Schulen wurden sukzessive in den letzten Jahren angeschafft; es erfolgte die Ausstattung der Schulen mit moderner Technologie wie z.B. Smartboards; im Verwaltungsgebäude selbst gibt es eine digitale Anzeige für Besuchende des Meldeamtes sowie eine digitale Fotostation für Ausweisdokumente. Dies sind nur einige Beispiele dafür.
Mit dem Amt-O-Mat und der Touch-Wall werden die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger noch stärker erfüllt und gleichzeitig wird ein Blick in die Zukunft der Verwaltungsarbeit geboten. Die politisch Verantwortlichen in der Vordereifel sind bereit, den Weg der Digitalisierung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gehen und die Potenziale weiter zu erkunden und zu nutzen. Bürgermeister Alfred Schomisch ist sich sicher: „Die Digitalisierung spielt in unser aller Zukunft eine entscheidende Rolle und wird die Verwaltung auf ein immer höheres Niveau bringen. Durch die Schaffung eines autarken Raumes können unsere Bürgerinnen und Bürger nun einen zusätzlichen Service rund um die Uhr (24/7) ohne vorherige Terminvereinbarung nutzen. In dem hellen Glascontainer vereinen wir modernste Technologie und innovative Ideen, um den Vordereiflerinnen und Vordereiflern sowie auch allen Gästen erweiterte Dienste anbieten zu können.“
Landrat Dr. Saftig sprach im Anschluss an die Ansprache von Bürgermeister Alfred Schomisch ebenfalls noch ein Grußwort, gefolgt von einer Ausführung zur „Smarten Region MYK10“ von Sonja Gröntgen und weiteren Informationen zum Amt-O-Mat durch Florian Kühne von der DPS. Abschließend ergriff der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel noch einmal das Wort, um gemeinsam mit allen Anwesenden auf eine erfolgreiche Zukunft für den „Service Point Vordereifel Plus+“ anzustoßen.
Der „Service Point Vordereifel Plus+“ steht allen Bürgerinnen und Bürgern der Verbandsgemeinde Vordereifel an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr zur Verfügung und wird dazu beitragen, die Verbandsgemeinde Vordereifel noch lebenswerter, attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten.
Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (rechts), Gleichstellungsbeauftragte Sabine Bausch (3.v.l.) und Präsidentin des ZONTA e.V. Magret Lauscher (2.v.r.) haben gemeinsam mit städtischen Kolleginnen und Mitgliedern von ZONTA die Bank am Büchel vorgestellt. Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann
Aachen – Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen, den beiden Koordinatorinnen für den Kaiserplatz/Östliche Innenstadt sowie den Bushof und dem ZONTA e.V. eine orangefarbene Bank am Büchel eingeweiht. Dieses Gemeinschaftsprojekt setzt an vielbesuchten Orten in Aachen ein Statement gegen häusliche Gewalt. Neben dem Büchel bekommen der Bushof, der Kaiserplatz und der Kennedypark jeweils eine neue Sitzbank in auffälligem Orange.
Keupen ist es wichtig das Thema häusliche Gewalt sichtbar zu machen: „Wir wissen, jede zweite Gewalttat gegen Frauen findet im häuslichen Bereich statt. Und entzieht sich hinter verschlossenen Türen somit der öffentlichen Aufmerksamkeit. Daher ist es wichtig und dringlich immer wieder durch Aktionen darauf aufmerksam zu machen.“ Die vier Bänke sind jedoch nicht nur Sitzgelegenheit, sondern liefern zusätzlich Informationen über Hilfe bei häuslicher Gewalt. Hier ist die Nummer des Bundeshilfetelefons zu finden und über einen QR-Code auch die Kontaktdaten zu den lokalen Hilfeeinrichtungen.
Nachdem in den vergangenen Jahren öffentliche Gebäude orange angestrahlt wurden, haben sich die Protagonistinnen in diesem Jahr für die auffälligen Bänke entschieden. „Diese Aktion ist durch die längere Verweildauer und die gute Sichtbarkeit im Stadtbild nachhaltiger und hoffentlich auch einprägsamer“ erläutert Sabine Bausch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen. Zonta e.V. unterstreicht die Aktion am 25. November, dem offiziellen internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, gemeinsam mit dem Einzelhandel. An diesem Tag werden an zahlreichen Geschäften in Aachen orangefarbene Stühle mit der Aufschrift „Keine Gewalt gegen Frauen“ stehen.
Zusätzlich kann sich jeder an der Rotunde des Elisenbrunnen persönlich zum Thema häusliche Gewalt informieren. Das Gleichstellungsbüro, ZONTA e.V., Kokobe und Frauen helfen Frauen stehen hier ab 14 Uhr für Austausch und Information zur Verfügung.
Die UN-Kampagne „Orange The World“ macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam – und das aus gutem Grund. Die Zahlen zum Thema häusliche Gewalt sind alarmierend. 2022 wurden in Deutschland mehr als 240.000 Opfer von häuslicher Gewalt erfasst, das bedeutet einen Anstieg von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Opfer sind überwiegend Frauen, während die Täter meist Männer sind.
Nach offiziellen Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation oder auch der Europäischen Grundrechtsagentur wird jede dritte Frau im Alter zwischen 16 und 60 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer Gewalt, jede siebte Frau in dieser Altersklasse erlebt sexuelle Gewalt. Dabei ist der Ort der Taten in einer Vielzahl der Fälle das eigene Zuhause.
v.l.: Bonns Polizeipräsident Frank Hoever und Christos Katzidis, Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein, unterzeichnen den Kooperationsvertrag für das Pilotprojekt „Bündnis zur Stärkung von Kinder- und Jugendschutz“. Foto: FVM
Region/Hennef – „Bündnis zur Stärkung von Kinder- und Jugendschutz“ – Fußballvereine der Region können sich anschließen – Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) startet im Januar 2024 in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Bonn das Pilotprojekt „Bündnis zur Stärkung von Kinder- und Jugendschutz“. Ziel ist es, die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen in den FVM-Mitgliedsvereinen zu erhöhen. Wesentlicher Inhalt der Kooperation ist eine polizeiliche Einschätzung von Personen, die bei den teilnehmenden Vereinen der Region eine betreuende Tätigkeit im Kinder- und Jugendbereich ausüben und mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchten.
Die Prüfung durch das Polizeipräsidium Bonn umfasst Gewalt-, Sexual-, Betäubungsmittel- und Rauschgift- sowie Staatsschutzdelikte und geht damit über die Eintragungen im erweiterten Führungszeugnis hinaus. Die Fußballvereine erhalten nach Abschluss der Prüfung aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Einzelheiten, sondern nur den Hinweis, ob seitens der Polizei Bedenken oder keine Bedenken gegen eine Tätigkeit im Kinder- und Jugendbereich bestehen. Die Teilnahme am Pilotprojekt ist für alle Vereine und Personen mit betreuender Tätigkeit freiwillig und kostenfrei.
„Kinder- und Jugendschutz hat für den Fußball-Verband Mittelrhein sehr hohe Priorität. Wir wollen einen möglichst effektiven Schutz für den Nachwuchs in unseren Vereinen. Wir wollen Menschen, die gezielt das Vertrauen und Abhängigkeitsverhältnisse von Kindern und Jugendlichen für sexuelle und andere Kriminaldelikte ausnutzen, den Zugang so schwer wie möglich machen. Nur wer hinschaut, kann auch etwas sehen und so einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten“, erklärt FVM-Präsident Christos Katzidis. „Die Vereine sollen ein guter und sicherer Ort für Kinder und Jugendliche sein. Das Pilotprojekt ist ein Angebot für unsere Vereine, denen Kinder- und Jugendschutz ebenfalls wichtig ist“, so Katzidis.
„Die Bekämpfung von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist ein strategischer Schwerpunkt im Land Nordrhein-Westfalen. Überall, wo mit und Jugendlichen gearbeitet wird, besteht die Gefahr, dass es zu Übergriffen kommt. Uns geht um die Verhütung von Straftaten. Das ist unsere gesetzliche und unsere moralische Verpflichtung. Daher unterstützen in diesem wichtigen Thema mit unserer fachlichen Einordnung und Bewertung sehr gerne und aus voller Überzeugung“, ergänzt Bonns Polizeipräsident Frank Hoever.
Am Pilotprojekt teilnehmen können alle Mitgliedsvereine des Fußball-Verbandes Mittelrhein, die im Einzugsgebiet des Polizeipräsidiums Bonn liegen. Dieses umfasst die Vereine des Fußballkreises Bonn sowie Vereine aus dem südlichen Teil des Fußballkreises Sieg. Das Projekt richtet sich an alle Personen mit betreuender Tätigkeit, die neu im Kinder- und Jugendbereich tätig werden und in Abstimmung mit dem Verein teilnehmen möchten. Die zu überprüfenden Personen müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Wenn eine Person neu in einem der teilnehmenden Vereine im Kinder- und Jugendbereich tätig werden möchte, erhält sie künftig vom/von der Kinder- und Jugendschutzbeauftragten des Vereins ein Merkblatt mit Informationen sowie einer Einverständniserklärung zum Projekt. Mit dem Einverständnis überprüft das Polizeipräsidium Bonn die Person auf kinder- und jugendschutzrelevante Erkenntnisse. Bei Bedenken gegen eine Tätigkeitsaufnahme im Kinder- und Jugendbereich erhalten weder der FVM noch der Verein Kenntnisse über Inhalte der polizeilichen Bewertung. Der Verein entscheidet eigenverantwortlich über den Einsatz des Kandidaten/der Kandidatin.
„Wir beteiligen uns sehr gerne und aus voller Überzeugung an diesem Projekt“, erklärt Jonas Pelgen, Jugendleiter beim SC Fortuna Bonn. „Wir sehen es als unsere Pflicht an, die Kinder und Jugendlichen unseres Vereins zu schützen. Dazu gehört für uns auch, dass wir uns als Verein aufstellen, bevor etwas passiert. Menschen, die anderen Menschen schaden und nicht unsere Werte leben, bieten wir keinen Platz in unserem Verein.“
„Das Pilotprojekt ist ein weiterer Baustein in der umfassenden Arbeit des FVM zum Kinder- und Jugendschutz“, erklärt Katzidis. „Wir wollen gemeinsam mit unseren Vereinen und dem Polizeipräsidium Bonn den nächsten wichtigen Schritt in der Präventionsarbeit gehen und würden uns sehr freuen, wenn sich möglichst viele Vereine beteiligen“, so Katzidis. „Wir werden wertvolle Erfahrungen sammeln und sind vor allem unseren Vereinen dankbar für Feedback. Nur so können wir den Kinder- und Jugendschutz weiter voranbringen. Wichtig ist vor allem, dass unsere Vereine erkennen, dass Kinder- und Jugendschutz ein wichtiges Qualitätsmerkmal für gute Vereinsarbeit ist.“
Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. Foto: Stadtbild/Renate Schütt
Aachen – Nachdem die Kölner IHK-Spitze wiederholt falsche Behauptungen über die Industrie- und Handelskammern (IHK) Aachen und Mittlerer Niederrhein mit Sitz in Krefeld veröffentlicht hat, beziehen Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, und Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, gemeinsam Stellung:
Wir – die IHK Aachen und die IHK Mittlerer Niederrhein – haben unsere Haltung zum Strukturwandel und zum vorgezogenen Kohleausstieg im Rheinischen Revier zu keinem Zeitpunkt geändert. Diese Behauptung der Kölner IHK-Spitze, jüngst wiederholt von IHK-Präsidentin Nicole Grünewald, ist falschund wird durch ihre öffentlichen Wiederholungen nicht richtig. Die IHK Köln war an dem monatelangen Prozess zur Erarbeitung des Reviervertrages beteiligt und hat die Kammern im Rheinischen Revier sogar in der Redaktionskonferenz vertreten. Bis zuletzt hat die IHK Köln weder im Prozess noch in den Gremien zu erkennen gegeben, dass sie beabsichtigt, den Reviervertrag nicht zu unterzeichnen.
Wir – die IHK Aachen, die IHK Mittlerer Niederrhein und die IHK Köln – bewerten die aktuelle Lage auf Grundlage der beiden gemeinsam in Auftrag gegebenen Studien aus den Jahren 2022 und 2023 gleich: Der Kohleausstieg bis 2030 führt zu massiven Problemen für unsere Wirtschaft, da es noch nicht genügend alternative Energiequellen gibt und diese nach derzeitigem Stand auch nicht rechtzeitig bis 2030 zur Verfügung stehen werden.
Deshalb fordern wir – die IHK Aachen und die IHK Mittlerer Niederrhein – einen Paradigmenwechsel hin zu einem massiven und deutlich schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie die Option, Kohlekraftwerke als Sicherheitsreserve länger vorzuhalten, sollte bis 2030 eine vollumfängliche und stabile Energieversorgung aus alternativen Quellen nicht möglich sein. Das haben wir erst vorgestern wieder in einer Anhörung des Landtags zur Leitentscheidung des Landes über die Zukunft des Rheinischen Reviers unmissverständlich eingefordert.
Wir – die IHK Aachen und die IHK Mittlerer Niederrhein – haben eine andere Entscheidung getroffen als die IHK Köln, wie wir bis zum Kohleausstieg 2030 weiterarbeiten: Wir haben den Reviervertrag 2.0 bewusst unterzeichnet, um weiterhin sachlich und konstruktiv den Strukturwandel im Rheinischen Revier voranzutreiben.
Wir – die IHK Aachen und die IHK Mittlerer Niederrhein – werden durch regelmäßige Monitorings rechtzeitig Fortschritte und Defizite der Energiewende aufzeigen, ganz im Sinne unserer Mitglieder, die eine sichere und kostengünstige Energieversorgung auch nach 2030 erwarten und benötigen. Das Ausscheren der IHK Köln erschwert es, schnell Lösungen für das gesamte Rheinische Revier zu erzielen.
Wir – die IHK Aachen und die IHK Mittlerer Niederrhein – glauben weiterhin an die Zukunftsfähigkeit des Rheinischen Reviers und arbeiten proaktiv und lösungsorientiert mit allen anderen Akteuren daran, unsere Region fit für die Zukunft zu machen.
Etwa 60 Gäste trafen sich im Rahmen der Abschlusssitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe in Insul. Foto: B. Risse / Kreisverwaltung Ahrweiler
Ahrweiler/Insul – Nach 3 ½ Jahren Planung und über 11 Jahren Maßnahmenumsetzung geht das Naturschutzgroßprojekt „Obere Ahr Hocheifel“ des Kreises Ahrweiler in seine finale Phase. Im Rahmen einer Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) trafen sich etwa 60 geladene Gäste in Insul zu einer Abschlussveranstaltung, bei dem die Projektgruppe wesentliche Ergebnisse und Erfolge der durchgeführten Maßnahmen aufzeigte.
Landrätin Cornelia Weigand dankte in ihrer Begrüßung den Fördermittelgebern sowie allen am Projekt Beteiligten für ihre langjährige Unterstützung. Auch Dr. Alfred Herberg, Fachbereichsleiter beim Bundesamt für Naturschutz, und Staatssekretär Dr. Erwin Manz vom Umweltministerium Rheinland-Pfalz richteten als Vertretungen der beiden Fördergeber Grußworte an die Anwesenden und betonten ebenso wie Guido Nisius, Bürgermeister der Verbandgemeinde Adenau, die besondere Bedeutung des Projekts für den Artenschutz in der Region.
Während der Projektlaufzeit seit 2007 konnten im Gebiet der Verbandsgemeinde Adenau bereits wertvolle Lebensräume im Bereich der oberen Ahr und ihrer Zuflüsse optimiert und nachhaltig gesichert werden. So wurden in den vergangenen Jahren etwa 800 Wiesen- und Waldgrundstücke entlang der Ahr und ihrer Zuflüsse über das Projekt erworben und damit die Entwicklung artenreicher Blumenwiesen und Waldstrukturen großflächig angestoßen.
Nachdem sich die Realisierung der Gewässermaßnahmen in der ersten Hälfte der Umsetzungsphase fast ausschließlich auf die Seitentäler und Nebengewässer der Ahr konzentrierte, führten die beiden Hochwasserereignisse von 2016 und 2021 zu einem Richtungswechsel im Projekt. Die Hochwasservorsorge an den beiden größten Gewässern des Gebiets, der Ahr und dem Trierbach, rückte zunehmend in den Fokus des Interesses, sodass in den letzten Jahren vor allem solche Naturschutzmaßnahmen umgesetzt wurden, die den Gewässern deutlich mehr Platz in der Talaue einräumen, den Abfluss bremsen oder die Strukturvielfalt erhöhen, beispielsweise um Treibgut zurückzuhalten. Gleichzeitig wurden viele Bäche in der Verbandsgemeinde von ihrem künstlichen Korsett aus Ufer- und Sohlbefestigungen befreit und Verrohrungen und Stauwehre zurück‑ sowie Strömungslenker eingebaut, um die Fließgeschwindigkeit zu verlangsamen.
„Mit intensiver Unterstützung der Anliegergemeinden und der Menschen vor Ort konnten bereits einige natürliche Hochwasservorsorgemaßnahmen umgesetzt werden“, betonte Weigand. Um deutlich spürbare Effekte zu erzeugen, müssten jedoch noch sehr viele weitere folgen. „Jede Einzelmaßnahme ist nur ein kleiner Mosaikstein“, so die Landrätin. „Mit der Hochwasserpartnerschaft und dem fortschreitenden Wiederherstellungskonzept sind wir auf dem richtigen Weg. Zusammen mit dem überörtlichen Maßnahmenplan, der in Planung und Umsetzung von Hochwasservorsorge das gesamte Einzugsgebiet der Ahr berücksichtigt, werden wir weitere signifikante Veränderungen in diesem Bereich erzielen können.“
Im Projektverlauf habe sich immer wieder gezeigt, dass Natur- und Klimaschutz sowie die Hochwasservorsorge oftmals dieselben Instrumente erfordern. Das Naturschutzgroßprojekt stehe als Prädikat für die Region, denn das ausgewählte Gebiet gehört deutschlandweit zu den etwa 90 Projekten im Programm „chance.natur“, einem großen Naturschutzprogramm des Bundes.
Dr. Alfred Herberg, Bundesamt für Naturschutz: „Bereits 1979 wurde das Mündungsgebiet der Ahr mit Bundesmitteln gefördert, um dem natürlichen Wechselspiel von Niedrig- und Hochwasser mehr Raum zu geben. Mit dem Projekt „Obere Ahr-Hocheifel“ wurde das bisherige Engagement des Bundes für das Gewässersystem der Ahr sinnvoll ergänzt und ein wichtiger Beitrag geleistet, die naturnahe, eigendynamische Entwicklung des Gewässersystems der Oberen Ahr in Rheinland-Pfalz zu entwickeln und zu sichern und somit auch deren vielfältigen Ökosystemleistungen zu stärken. Insgesamt wurde viel für den Naturschutz im Ahrtal durch die Projektmaßnahmen erreicht. Dazu beigetragen hat vor allem das Engagement aller Beteiligten. Denn Gewässerrenaturierungen und großflächiger Naturschutz funktionieren nur erfolgreich durch das Miteinander von Naturschutz, Wasserwirtschaft, der lokalen Bevölkerung und einer naturverträglichen sowie nachhaltigen Nutzung unserer Ressourcen.“
„In Zeiten des Klimawandels müssen wir unsere Auenlandschaften erhalten, schützen und wiederherstellen. Nur so können wir eine Umwelt schaffen, die allen Lebewesen genug Raum bietet. Eine Umwelt im Gleichgewicht ist resilienter gegenüber extremen Klimaereignissen, wie Starkregen, Hochwasser und Niedrigwasser“, betonte Staatssekretär Manz. „Mit dem Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr Hocheifel haben verschiedenste Akteure im Zusammenspiel ein großräumiges Projekt zielgerichtet und eng koordiniert umgesetzt.“
Projektleiter Dr. Jochen Mölle ging in seinem Fachvortrag genauer auf die umgesetzten Schritte und deren Auswirkungen ein. So stellte er insbesondere die großen Wasserbaumaßnahmen der letzten Jahre in Müsch, Antweiler und Dümpelfeld ausführlich vor und erläuterte, wie diese zu einer höheren Artenvielfalt führen und zum Klimaschutz sowie zur Hochwasservorsorge beitragen würden. In der Ortsgemeinde Müsch wurden in zwei Phasen Maßnahmen am Trierbach und an der Ahr umgesetzt. Hierfür wurde zunächst im Sommer 2018 die Mündung des Trierbachs in die Ahr aufgeweitet und mit Strukturen angereichert sowie gleichzeitig die Fließrichtung des Bachs der Fließrichtung der Ahr angepasst, um den Rückstau am Zusammenfluss zu minimieren. Nachdem sich der Mündungsbereich gut entwickelt hatte, wurde im Jahr 2022 die zweite Phase eingeläutet und die an den Mündungsbereich angrenzenden Abschnitte bearbeitet, indem unter anderem künstliche Ufer- und Sohlbefestigungen gelöst, begradigte Gewässerstrecken zum Schwingen gebracht und Fließstrecken verlängert wurden. All diese Maßnahmen konnten nur durch die intensive Unterstützung der Ortsgemeinde Müsch erfolgen, die ihre Eigentumsflächen zur Verfügung stellte und weitere Ufergrundstücke erwarb. Somit wurde im Ortsbereich ein vielfältig strukturierter und dynamischer Gewässerabschnitt wiederhergestellt, der vielen speziell angepassten Arten Lebensraum bietet und gleichzeitig den Hochwasserabfluss bremst.
Nach Ende der Förderung ab 2024 besteht nun die Herausforderung darin, die erreichten Strukturverbesserungen durch unbefristete Dauermaßnahmen langfristig zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an: Doris Sicken Kommunale Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Vulkaneifel. Foto: Kreisverwaltung Vulkaneifel
Daun – Einladung zum Orange Day – NEIN! zu Gewalt an Frauen – Die Kommunale Gleichstellungsbeauftragte Doris Sicken lädt alle Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ein.
Wann: Freitag, den 24. November 2023 um 16.00 Uhr Wo: Treffpunkt vor der Kreisverwaltung Vulkaneifel
Dieser Tag ist von großer Bedeutung, da er darauf aufmerksam macht, dass Gewalt gegen Frauen in jeder Gesellschaft und in jedem Bereich ein inakzeptables Problem ist.
Nach einer kurzen Begrüßung vor der Kreisverwaltung hisst Landrätin Julia Gieseking die Fahne zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Anschließend gehen die Teilnehmenden mit orangefarbenen Schirmen, als sichtbares Zeichen gegen Gewalt, durch die Kreisstadt zum Forum Daun.
Nach dem Grußwort der Landrätin erwarten Sie ergreifende Berichte aus dem Leben politisch verfolgter und von Gewalt betroffener Frauen. Die musikalische Umrahmung wird passend zum Thema gestaltet.
Lassen Sie uns am 24. November gemeinsam ein Zeichen setzen, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen und die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern!
Aachen – Mit den Solarpartys wurden in Deutschland bereits 4.500 Menschen erreicht, in Aachen fast 600. Der Aachener Verein bildet deutschlandweit vor Ort packsdrauf-Botschafter*innen aus. Die Stadt Aachen unterstützt den Verein und die Partys in Aachen. Sich bei Snacks und Getränken mit interessierten Nachbar*innen in lockerer Atmosphäre über Solarenergie unterhalten, Erfahrungen austauschen, sich über Technik oder Förderung informieren – dies ist die Idee der packsdrauf-Solarpartys des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e. V.. Und die ist so gut, dass sie in diesem Jahr den renommierten Deutschen Solarpreis des Vereins EUROSOLAR in der Kategorie „Bildung und Ausbildung“ gewonnen hat.
„Herzlichen Glückwunsch! Solche Projekte sind das, was wir brauchen“, gratuliert Heiko Thomas, Beigeordneter der Stadt Aachen für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude, dem Verein, der in Aachen seinen Sitz hat und den die Stadt Aachen auf lokaler Ebene bei den Solarpartys unterstützt. Über Gebäude, Energiewende, Wärmeversorgung würde „rauf und runter diskutiert“, packsdrauf wäre ein Projekt, das zeige, wie es gut laufen kann. Das unterstützt die Stadt Aachen in Aachen mit bis zu 200 Euro pro Party.
Susanne Jung, hauptamtliche Geschäftsführerin des Solarenergie-Fördervereins und packsdrauf-Mitinitiatorin, dankt vor allem den vielen ehrenamtlich Tätigen, ohne die packsdrauf nicht funktionieren würde. Denn mit dem Projekt werden Freiwillige zu Solarenergiebotschafter*innen geschult, die dann wiederum bei den Solarpartys ihr Wissen weitergeben. „Ansteckendes Wissen über die Solarenergie vermitteln“, beschreibt es Jung. Die ersten Partys fanden tatsächlich in Aachen statt. Mittlerweile haben sie sich deutschlandweit etabliert. „In ganz Deutschland haben wir bereits rund 4.500 Menschen erreicht, in Aachen 500 bis 600“, so Jung. Auch sie war bereits Gastgeberin und bei einigen Partys dabei „Da standen die Gäste im Februar bei Pizza und heißem Tee auf der Terrasse einer Haarener Gastgeberfamilie und wollten trotz frostigen Temperaturen gar nicht mehr gehen.“ Derzeit entwickelt man die Idee, Städte und Gemeinden zu packsdrauf-Kommunen zu machen, damit die Kommunen die Partys selbst organisieren können. „Wir als Verein können das nicht überall umsetzen. Da stoßen wir personell an Grenzen“, so Geschäftsführerin Jung.
„Es rechnet sich“
Bestenfalls finden die Partys natürlich in Häusern statt, die bereits eine Solaranlage haben, die entsprechend als Anschauungsobjekt dient. Wie im SUN-Haus am Aachener Kronenberg, in dem Ralf Bertling, packsdrauf-Botschafter und -Gastgeber, lebt. Den Gemeinschaftsraum des Wohnprojekts hat er bei der Party zu einem kleinen Hörsaal umfunktioniert, über die Stadtteilkonferenz Werbung gemacht. Nach einem Vortrag kamen dann intensive Gespräche zu Technik, Förderung und weiteren Details. Bertling: „Es ist ja keine neue Technologie, eine gute Möglichkeit ohne hohes finanzielles Risiko, im Idealfall gibt es sogar eine kleine Rendite. Es rechnet sich!“ In Mehrfamilienhäusern sei eine gemeinsame Anlage auf dem Dach allerdings etwas schwieriger zu realisieren – in erster Linie wegen der Abrechnungen in so genannten Mieterstrommodellen. „Wir sind hier ein generationenübergreifendes Wohnprojekt, wir verrechnen das intern“, so Bertling, zum Vorteil im SUN-Haus.
Rasante Entwicklung
Für den Beigeordneten Thomas die richtige Richtung: „Die Dynamik bei der Solarenergie wird bleiben.“ So sind bei neuen Gewerbeimmobilien ab dem kommenden Jahr Solaranlagen vorgeschrieben, bei Wohnhäusern dann ab 2025. Wie dynamisch die Entwicklung ist, zeigen die Zahlen, die Jochen Lowis, Klimaschutzmanager im städtischen Fachbereich Klima und Umwelt, parat hat: „Alleine seit Anfang 2023 hat die Stadt 2.400 Anlagen gefördert.“ Von Anlagen auf dem Dach bis hin zu Steckeranlagen für den Balkon. Derzeit sei man bei 47 Megawatt Peak installierter Leistung, damit könne man rund 12.000 Vierpersonenhaushalte mit Srom versorgen. Die Entwicklung in diesem Jahr sei allerdings rasant gewesen: „20 Prozent dieser Gesamtleistung ist alleine 2023 dazu gekommen, doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.“ Das war so schwungvoll, dass die bereitgestellten Fördermittel für Solarthermie, Solaranlagen und Steckeranlagen bereits im August aufgebraucht waren. Heiko Thomas: „Wir mussten dann einen Antragsstopp beschließen, weil die 1,5 Millionen Euro ausgeschöpft waren.“ Und Klimabotschafter Lowis ist überzeugt: „Wir haben noch viel Potential. Wir könnten genug Solarstrom erzeugen, um alle Aachener Haushalte zu versorgen. Dazu brauchen wir solche Initiativen wie packsdrauf.“
Wunsch: packsdrauf für Wärmepumpen
Wenn Vereinsvorsitzende Jung einen Wunsch frei hätte, würde sie gerne ein packsdrauf für Wärmepumpen etablieren. Eine Idee, die dem Beigeordneten Thomas spontan gefällt: „Gerade bei den Wärmepumpen hat es in den letzten Jahren einen Quantensprung gegeben.“ Er ist überzeugt: „Ohne den Ausbau von erneuerbaren Energien werden wir es nicht schaffen.“ Zukünftig sei vor allem die Frage des Speicherns bei Wärme und Strom wichtig, aber auch der Ausbau von Windkraft: „Perspektivisch werden wir in Aachen mehr Strom brauchen, aber wir müssen von Öl und Gas weg. Dekarbonisierung ist möglich und die Strategien müssen nicht weh tun, wenn wir es richtig machen.“
Information zur Solarenergie in Aachen und zu Fördermöglichkeiten unter www.aachen.de/solar, zum Projekt packsdrauf unter www.packsdrauf.de und zum Beratungsangebot des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e. V. unter www.sfv.de.
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